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Wird Berlin als City smart?
Ideen und eine Strategien für eine Smart City sind da – doch die Umsetzung erfolgt nur langsam. | Foto: Pixabay via unsplash

Wird Berlin als City smart?

29. März 2021

Berlin ist für ihr innovatives Flair und die Fähigkeit, immer neue, überraschende Wege zu gehen, über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Diese Innovationskraft stand ursprünglich auch hinter der  Idee, die Hauptstadt zu einer Smart City zu machen. Hierzu hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im April 2015 die gleichnamige Strategie beschlossen. Diese verfolgt dabei einen politisch-strategischen Innovationsansatz, um die gemeinwohlorientierte Zukunftsfähigkeit von Berlin auszubauen. Vor diesem Hintergrund lud die CityLAB Berlin gemeinsam mit der Berliner Senatskanzlei und dem Centre for Digital Governance/Hertie School zu einem zweitägigen Online-Symposium mit Vorträgen, Austauschmöglichkeiten, Workshops und Keynotes ein. Das Symposium verfolgte dabei das Ziel, einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu Smart Cities zu geben und sollte als Forum zum Zuhören, Lernen, Präsentieren und Diskutieren dienen.

Zusammen die Zukunft der Stadt gestalten

Die Veranstaltung startete am 23.03. und richtete sich vor allem an internationale Expertinnen und Experten, die gemeinsam die Smart City und ihre Entwicklung dorthin besprachen und diskutierten. In der Vergangenheit wurden im Zusammenhang mit der Smart City Strategie eher die technische Seite betrachtet. Nun lag der Fokus auf der Digitalisierung, die gerade auch durch die Pandemie einen enormen Schub erhalten hat.

Die Veranstaltung war dabei nur ein Teil der Smart City Strategie, die auch die Beteiligung von interessierten Gruppen in der Stadt sicherstellte. Dieser Input wird auch als Teil in die Strategie mit aufgenommen. So war unter vielen Programmpunkten der Veranstaltung auch „Redefining the Smart City“ einer davon. Insgesamt sollten Erfahrungen geteilt und über Projekte zur digitalen Transformation der öffentlichen Infrastruktur berichtet werden.   

Ein innovativer Ursprung

Doch was genau bedeutet Smart City, wo es doch in aller Munde ist? Grob gesagt, soll Berlin zu einer Stadt werden, die intelligent vernetzt, postfossil und resilient ist – kurz gesagt: zu einer nachhaltig lebenswerten und zukunftsfähigen Stadt. Die Smart City Strategie beinhaltet zum Erreichen dessen sechs Handlungsfelder, die ausgebaut und miteinander vernetzt werden sollen, darunter Verwaltung und Stadtgesellschaft, Wohnen, Wirtschaft, Mobilität, Infrastrukturen, und Öffentliche Sicherheit.

Von der Basis der Smart City Strategie in 2015 wird dieser in einem Prozess weiterentwickelt. In zwei Schritten wird zuerst der Rahmen mit Rahmenbedingungen, Leitgedanken, Prinzipien und übergreifenden Zielsetzungen bis Mai 2021 festgelegt. Die eigentliche Strategie wird dann im nächsten Schritt ab September 2021 erarbeitet und soll die spezifischen Ziele und konkrete Maßnahmen beinhalten. In diesem gesamten Prozess werden in mehreren Beteiligungsprozessen verschiedene Interessensgruppen mit einbezogen.

Nicht nur smart sein und werden, sondern sich auch smart verhalten, so scheint das Motto der übergeordneten Strategie zur Smart City zu sein. Indem man alle mit einbezieht, wird das Konzept und die Umsetzung umfassender, ausgereifter und spezifischer auf die Bedürfnisse und Potenziale der Stadt ausgerichtet. Das ist ein toller Ansatz. Doch die Entwicklung der Strategie und dessen tatsächliche Umsetzung lässt zeitlich ziemlich zu wünschen übrig. Vor sechs Jahren beschlossen, kriecht es im Schneckentempo voran, sodass bis heute kein sichtbarer Fortschritt erzielt wurde. Bis Berlin als Stadt wirklich umfassend smart ist, wird es wohl noch dauern. (kk)