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Die Berliner Gesellschaft im Imagetest 2020

Hinter uns liegt ein sehr außergewöhnliches Jahr, das durch die Corona-Pandemie, die uns noch weiter begleitet, dominiert war. Auch unser diesjähriger Imagetest der Berliner Gesellschaft ist davon nicht unberührt geblieben.
Die Redaktion der BERLINboxx wählte mit Unterstützung von Ihnen, unseren Leser*innen, in sieben Kategorien jeweils zehn Kandidat*innen, die durch ihr positives oder negatives Tun von sich reden machten. Manche von ihnen brachten unsere Stadt voran und stellten etwas auf die Beine oder machten aus widrigen Voraussetzungen das Beste und zeigten in den vergangenen Monaten viel Solidarität
und Engagement. Andere sind aus unserer Sicht eher Verhinderer oder leiden an Selbstüberschätzung.
Die Hauptstadt erfindet sich ständig neu und ist immer in Bewegung. Deshalb kann dieses Ranking stets nur eine Momentaufnahme sein. Jeder Top 70-Auserwählte, der sich falsch eingeschätzt fühlt, hat die Chance, sich im nächsten Jahr in einer anderen Rubrik wieder zu finden. Von den „Nervigen“ zu den „Master Minds“ – es gab schon unwahrscheinlichere Entwicklungen. Wir lassen uns gern überraschen.
Die Redaktion der BERLINboxx wünscht Ihnen inspirierende Erkenntnisse mit unserer Top 70 in diesem neuen Jahr 2021. Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Besonders dann, wenn Sie anderer Meinung sind.

Die Redaktion

MASTER MINDS: SIE HABEN EINFLUSS UND PRÄGEN DIE STADT

Prof. Dr. Lothar H. Wieler
Foto: RKI / Brauer Photos, J. Reetz

Prof. Dr. Lothar H. Wieler

Mit ruhigen, wohlüberlegten Worten und ernstem Gesichtsausdruck führt uns der RKI-Chef durch die Krise. Fast täglich informiert der „Oberste Seuchenbekämpfer der Nation“ in Pressekonferenzen über die aktuelle Corona Lage in Deutschland und international. Dabei wurde er nie müde zu erwähnen, dass es zu früh für eine Entwarnung sei. Dank seiner sachlichen, präzisen und zurückhaltenden Art ist Wieler genau der Richtige für diese Position.

Franziska Giffey / Raed Saleh
Foto: Franziska Giffey: Bundesregierung/Jesco Denzel; Raed Saleh: SPD-Fraktion

Franziska Giffey / Raed Saleh

Mit eher SPD-untypischen Vorschlägen will das neue Führungsduo die Partei wieder in die Mitte der Gesellschaft bringen und die Umfragen aus dem Tief holen. Mit
den leicht konstruierten fünf B für Berlin: „Bauen, Bildung, Beste Wirtschaft, Bürgernähe, Berlin in Sicherheit“ geht es in den Wahlkampf. Die Botschaft ist klar: Die erste Regierende Bürgermeisterin soll aus der SPD kommen.Die Hoffnung der Berliner Grünen hat den Wandel des stetig wachsenden Berlins stets vor Augen und denkt auch mal über ungewöhnliche Wege nach – etwa eine Fusion von Berlin und Brandenburg. Ihre hohe Akzeptanz in der Partei prädestiniert sie für ein Regierungsamt ab 2021.

Dr. Stefan Franzke / Dr. Jürgen Allerkamp
Foto: Dr. Stefan Franzke: Berlin Partner; Dr. Jürgen Allerkamp: IBB

Dr. Stefan Franzke / Dr. Jürgen Allerkamp

Der oberste Wirtschaftsförderer und Berlins oberster Förderbänker setzen sich in der aktuellen Lage unermüdlich für die Berliner Unternehmen ein. Sie werben, streiten, bieten Hilfen, um die Firmen vor der Pleite zu bewahren. Damit sind Franzke und Allerkamp überlebenswichtige Akteure für die hauptstädtische Wirtschaft.

Kai Wegner
Foto: Yves Sucksdorff

Kai Wegner

Der Vollblutberliner will sich als CDU-Spitzenkandidat im Berliner Wahljahr in erster Linie um die ganz normalen Berliner*innen kümmern. Er will versöhnen und die
Enttäuschten überzeugen. Sichere Arbeitsplätze, eine funktionierende Stadt mit bezahlbaren Wohnungen, gute Bildung, nachhaltige Mobilität und digitale Verwaltung – Baustellen, die er managen möchte. Mit Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit eine starke Gemeinschaft und Wirtschaft unbürokratisch ermöglichen.

Elon Musk
Foto: The Royal Society, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Elon Musk

Mit seiner neuen Giga-Factory in Grünheide, den Plänen für ein dazugehöriges Batteriewerk und einem Entwicklungszentrum in Berlin, setzt der zweitreichste  Mann der Welt starke Impulse in der Hauptstadtregion und rüttelt das traditionelle Autoland Deutschland nicht nur auf dem Boden auf. Denn mit dem geplanten weltumspannenden Satellitennetzwerk Starlink seines Raumfahrtunternehmens SpaceX hat auch der Himmel für ihn keine Limits.

Albrecht Broemme
Foto: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk/Daniel Schriek, Public domain, via Wikimedia Commons


Albrecht Broemme

In einer Krise kommt es auf jeden Einzelnen an. Der ehemalige Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr und Präsident des Technischen Hilfswerks ließ sich im März auf Anfrage der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nicht lang bitten, als Leiter die Covid-19-Notklinik auf dem Messegelände einzurichten. Dass er nun auch den Aufbau der sechs zukünftigen Corona Impfzentren in Berlin koordiniert, zeigt seine Bedeutung für die Stadt.

Bettina Jarasch
Foto: Barbara Dietl / Grüne Fraktion Berlin


Bettina Jarasch

Die Grünen sind in Berlin aktuell stärkste Kraft. Als Spitzenkandidatin haben sie nun die ehemalige Landesvorsitzende Bettina Jarasch auserkoren. Ob nun lahmer
Kompromiss oder besonnene Konfliktlösung – in jedem Fall unbestreitbar: eine wichtige Stimme in der Hauptstadt und ebenfalls Kandidatin für das Amt der ersten
Regierenden Bürgermeisterin Berlins!

Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier
Foto: Hallbauer & Fioretti, Braunschweig, Germany


Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier

Die in Berlin forschende Französin ist mit dem Nobelpreis für Chemie im Olymp der Wissenschaft angekommen. Ihr Renommee in der Wissenschaft war schon
zuvor immens – viele namhafte Institutionen und Ehrungen sind Teil ihrer beruflichen Laufbahn. Die Wissenschaftsstadt Berlin bejubelt die Mikrobiologin und Biochemikerin und baut der Gründungsdirektorin der Max-Planck-Forschungsstelle für Pathogene in Mitte ein neues Institutsgebäude.

Sebastian Czaja
Foto: FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Sebastian Czaja

Das Berliner Urgestein kennt seine Stadt wie die eigene Westentasche und setzt sich mit seinem Tatendrang in der Opposition ein. Sein Motto: 100 Prozent geben und fordern – auch bei Veränderungen in der Stadt. Der FDP-Spitzenkandidat für das Abgeordnetenhaus macht keine halben Sachen. Die Metropole ist ständig im Wandel und er will diesen gestalten. Am Ende fasst der Berliner es kurz zusammen: Dit is eben Berlin.

Jens Spahn
Foto: © BMG


Jens Spahn

Der Konservative zeichnet sich als Freund der „klaren Sprache“ aus. Seine kompetenten Aussagen stellt der Bundesminister für Gesundheit und jüngster Minister der Regierung darum gern ins Rampenlicht. Politisch verfolgt er die Devise: durch Haltung gewinnen und mit Debatte verändern. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wer fest im Sattel sitzt. Damit könnte er als nächster Kanzler-Überraschungs-Kandidat auf dem richtigen Pferd sitzen.

HEROES: SIE BIETEN DER KRISE DIE STIRN

Dilek Kalayci
Foto: BERLINboxx

Dilek Kalayci

Die Gesundheit der Berliner*innen ist zur Mammutaufgabe geworden. Dieser begegnet Kalayci mit klaren Worten und Benennung der Defizite. Im politischen Fahrwasser hat sie sich mit vorausschauendem Handeln als bewährte Krisen-Kapitänin hervorgehoben und Berlin auf Kurs gehalten. Sie bleibt im Dialog mit der Wissenschaft und führte die Ampeln für die Krisen-Fahrtrichtung ein. Damit bietet sie Orientierung in stürmischen Pandemie-Gezeiten.

Prof. Dr. -Ing.Engelbert Lütke Daldrup
Foto: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Prof. Dr. -Ing.Engelbert Lütke Daldrup

Ihm ist gelungen, woran viele vor ihm gescheitert sind. Der Flughafen Berlin-Brandenburg als das ewige Sorgenkind und Symbol von Hohn und Spott ist
endlich eröffnet. Es ist die Ironie des historischen Momentums, dass die Pandemie ihrerseits seit der Eröffnung den Flugverkehr fast völlig zum Erliegen gebracht hat. Geschenkte Zeit für den Manager, um die letzten Baustellen ohne ‚störende‘ Flugreisende zu beenden.

Natalia Wörner
Foto: 9EkieraM1, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Natalia Wörner

Nicht für alle Frauen ist das Zuhause ein sicherer Ort. Mit der Corona-Pandemie erhöhte sich die Zahl häuslicher Gewalttaten um ein Vielfaches, wobei die Dunkelziffer leider hoch ist. Gemeinsam mit Unterstützern aus Film und Fernsehen rief Wörner die Initiative #sicherheim ins Leben. Durch die Aktion wurde das Thema in die Öffentlichkeit gerückt und aktiv gegen Gewalt an Frauen vorgegangen. Die Initiative sammelte etwa Geld, das an Frauenhäuser und Beratungsstellen ging.

Karsten Kossatz
Foto: Christopher Peetz

Karsten Kossatz

Der Gründer der Non-Profit Organisation helfen.berlin hat im Frühjahr in kürzester Zeit eine Plattform für Gutscheine gestartet und damit vielen kleinen Einzelhändlern und Gastronomen geholfen. Mühelos, unbürokratisch und schnell können Berliner*innen Läden in ihrem Kiez helfen. Eine tolle Sache, finden wir!

Foto: privat

Asuda Kaba

Die Kranken- und Altenpfleger*innen sind wohl die wichtigsten Akteure in der Krise – zugleich sind sie schlecht bezahlt, hoher Belastung ausgesetzt und 24/7 im Einsatz. Asuda Kaba arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der gastroenterologischen Station der Charité Berlin und wurde dieses Jahr mit dem Deutschen Pflegepreis ausgezeichnet. Für uns steht sie stellvertretend für alle Einsatzkräfte, die jeden Tag ihr Bestes geben. Ein herzliches Dankeschön!

Katja Lucker
Foto: Johanna Ruebel

Katja Lucker

Sie ist die Stimme für die, die in diesen Zeiten von der Bühne und Bildfläche verschwunden sind. Als Geschäftsführerin des Musicboard Berlin setzt sich Lucker für die Musiker*innen und Musikveranstaltungen ein. Für ihre schnelle und unbürokratische Hilfe für Solo-Selbstständige, erhielt sie nun den „Listen to Berlin Awards“. Sie folgt dem Motto des Awards: hört zu und nutzt ihren Einfluss für die Künstler*innen.

Armin Berger
Foto: Meta-Forum 2019 / European Language Grid

Armin Berger

Künstler brauchen die Bühne, wie die Luft zum Atmen. In Zeiten von geschlossenen Theatern, Konzerthäusern und Co., blieb ihnen dies verwehrt. Doch die Kreativen zeichnet eine große Stärke aus: Sie finden ihren Weg! So gründete Berger während des ersten Lockdowns „Berlin (a)live“ – eine digitale Bühne
für Kunst und Kultur. Hier werden DJ Battles, Diskussionen, Opern, Konzerte live gestreamt und sind online zugänglich.

Noah Adler
Foto: privat

Noah Adler

Die Jugend von heute interessiert sich doch für nichts mehr außer Computerspiele und Selfies – ein weit verbreiteter Irrglaube! Noah Adler steht für eine Generation, die ihre Umwelt im Blick hat. Mit CoronaPort hat der 15-Jährige eine Nachbarschaftshilfe auf die Beine gestellt, die Helfer und Hilfesuchende unkompliziert zusammenbringt – egal, ob es um den Wocheneinkauf oder eine Runde mit dem Hund geht.

Marco Baldi
Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4

Marco Baldi

Mit dem Homeschooling im Frühjahr fiel für viele Kinder die sportliche Betätigung aus. Bewegung ist nicht nur eine Möglichkeit, überflüssige Energie loszuwerden, sondern auch wichtig für die Entwicklung der Kinder. Der Basketball-Bundesligist Alba Berlin produziert seit März online eine tägliche Sportstunde für Kinder und Jugendliche zum Zuschauen und Mitmachen. Die Bewegungs-und Wissenseinheiten sind bunt, phantasievoll und altersklassenspezifisch gestaltet.

Bernd Siggelkow
Foto: Kinderprojekt-Arche

Bernd Siggelkow


Seit mehr als 25 Jahren setzt sich das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche gegen Kinderarmut ein und ist inzwischen deutschlandweit an 27 Standorten aktiv. Ihrem Gründer Siggelkow ist es ein Anliegen, dass die Chancen von Kindern nicht vom Kontostand der Eltern abhängig sind. Besonders
die aktuelle Pandemie hat die Auswirkungen von Armut auf das Leben der Kinder und Jugendlichen noch verschärft. Für den Arche-Gründer ein Ansporn noch mehr zu tun – Chapeau!

STRIPPENZIEHER: STILL UND LEISE ZIEHEN SIE IM VERBORGENEN IHRE KREISE

Christoph Ahlhaus
Foto: BERLINboxx


Christoph Ahlhaus

Vorher als Erster Bürgermeister Hamburgs und zweitjüngstes Stadtoberhaupt in der Hamburger Nachkriegsgeschichte, nun als Generalsekretär des Bundeswirtschaftssenats. Seine Karriere nimmt er rasant, setzt sich durch und wird, wenn es erfordert, sogar selbstironisch. Der pragmatische Jurist wurde von klein auf schon als „Kanzler“ bezeichnet und strebt seitdem immer weiter hinauf auf der Karriereleiter.

Dr. Jochen Lang
Foto: privat


Dr. Jochen Lang

Er ist die Schnittstelle zwischen allen Senatsverwaltungen und dem Regierenden – die wichtige strategische Abteilung 3 in der Senatskanzlei wird von ihm geführt. Er gilt als verlässlicher Ansprechpartner und bringt Expertise auf dem für Berlin so wichtigen Gebiet des Wohnungsbaus mit. Der frühere
Chefdenker für den Wohnungsbau unter Senatorin Lompscher sitzt außerdem im Aufsichtsrat der Berlinovo und kennt sich somit bestens hinten den Kulissen aus.

Harald Christ
Foto: CUSTODIA, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Harald Christ

Nach mehr als dreißig Jahren in der SPD wechselt Christ in kürzester Zeit zur FDP. Jetzt ist er Bundesschatzmeister der Partei. Überraschung? Keineswegs, denn der Unternehmer und Manager ist eine vielseitige und flexible Persönlichkeit. Seine Basis eines weitreichenden Netzwerks
in Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur war das Sprungbrett für ihn. Wir sind gespannt, was er als nächstes vorhat.

Dr. Christian Bruch
Foto: Siemens AG/ Siemens Energy


Dr. Christian Bruch

Nüchtern pragmatisch begegnet Bruch als Vorstandschef der Siemens Energy den Herausforderungen: mehr Profit für das Unternehmen und ein Standort-Umzug nach Berlin. Er schaut mit Durchblick auf die Details und fordert seine Mitarbeiter, denn seine Absicht ist, Siemens Energy zum anerkanntesten Energietechnologieunternehmen der Welt zu machen – mit Durchsetzungskraft das hochgesteckte Ziel erreichen.

Tanja Mühlhans
Foto: SenWEB (Auftragsfotografie)


Tanja Mühlhans

Als Leitung mit Leidenschaft für die Kreativ- und Medienwirtschaft fördert sie Synergien zwischen Künstler*innen in der Szene. Immer dabei und mittendrin initiierte sie den Ruf von Berlin als Unesco-Designstadt und stärkt die Kunst- und Modemessen mit ihrem Know-how. Mit dem Projekt Zukunft vernetzt sie die Branchen in der Digitalisierung. Ihre stille Strahlkraft überrascht immer wieder.

Antje Minhoff
Foto: Minhoff GmbH


Antje Minhoff

Sie nutzt ihre Expertise für die junge Generation und rüstet Schulen mit interaktiver Technik aus. Dadurch werden Klassenzimmer und Schüler*innen smarter. Doch sie geht noch weiter. Mit ihrem Verein „Du bist smart“ setzt sie sich gegen Cyber-Mobbing ein. Sie holt die junge Generation da ab, wo die Politik die Schüler*innen hinter alten Büchern verstauben lässt.

Lars Windhorst
Foto: BERLINboxx


Lars Windhorst

Das „German Wunderkind“ gründete mit 16 Jahren sein erstes Unternehmen und hatte Helmut Kohl als Mentor. Für ihn sind finanzielle Pleiten heutzutage Schlaglöcher statt Schlagbäume. Der Netzwerker investiert seit Jahren in den Hauptstadtclub Hertha BSC und stützt die alte Dame, damit sie ihr eigenes Potenzial ausschöpfen kann. Mal schauen, ob seine Überlebenskunst auf die Hertha-Fußballkunst abfärbt.

Sandra von Münster
Foto: Kanzlei von Münster


Sandra von Münster

Die Rechtsanwältin kennt Berlin und legt darum auch in Politikfragen den Finger in die Wunde. Wenn von einzelnen Politikern offensichtlich willkürlich und gesetzlich fragwürdig gehandelt wird, wie beim Baustadtrat Florian Schmidt im Fall Vorkaufsrecht für die umstrittene „DIESE eG“, dann geht die couragierte Anwältin – auch ohne Mandat – gerichtlich dagegen vor. Das ist mutig und zeigt Erfolge: Zukünftig darf Schmidt bei Vorkaufsfällen nicht erneut derartige Risiken eingehen!

Roland Sillmann
Foto: WISTA Management GmbH


Roland Sillmann

Berlin als ständige Ideenschmiede bietet den idealen Melting-Pot für die Stadt von morgen. Damit die City noch smarter wird, vernetzt der Geschäftsführer von der WISTA Management GmbH in leitender Funktion die Zukunftsorte, die Wissenschaft und Wirtschaft intelligent verknüpfen – für eine starke Innovationskraft der Stadt. Mit wissensgetriebenen neuen Industrien kann sich Berlin in Gänze größter Technologiepark Europas nennen. Mit dieser Aussicht blicken wir positiv in die Zukunft.

Guido Zöllick
Foto: DEHOGA Bundesverband


Guido Zöllick

In Corona-Zeiten mussten die Hotels als Ansteckungs-Hotspots auschecken. Dafür gab es viel Kritik von Zöllick. Denn wenn der Strom der Gäste fehlt,  fährt der Hotellift nur noch in den Keller. Das nimmt der DEHOGA-Präsident nicht hin und meldet sich medienwirksam zu Wort. Er spricht für viele in der Branche, die im Hotelpool drohen unterzugehen.

AUFSTEIGER: SIE SIND HOCHMOTIVIERT UND VERLIEREN IHR ZIEL NICHT AUS DEN AUGEN

Prof. Dr. Christian Drosten
Foto: Peitz/Charité


Prof. Dr. Christian Drosten

Leitung der Stabsstelle Global Health, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité und Stimme der Wissenschaft in der Pandemie – mit Corona kam auch die Stunde von Prof. Drosten. Der NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit ihm leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Als Dank gab es das Bundesverdienstkreuz am Bande, den Grimme Online Award und unzählige Drohbriefe. Dennoch plädiert Deutschlands führender Corona-Experte dafür, Wissen zu teilen – mit Bevölkerung und in Forschung.

Niklas Östberg
Foto: Delivery Hero SE


Niklas Östberg

Essen an die Haustür liefern, ist nicht neu. Der Gründer von Delivery Hero hat den Lieferservice allerdings in eine neue Dimension gehoben. Zwar arbeitet das Unternehmen noch immer nicht wirtschaftlich, aber das Erfolgreich-trotz-Verlusten-Konzept hat ja auch schon Zalando lange überleben lassen. Das Vertrauen der Börse ist jedenfalls groß. Quasi als Trinkgeld gab es darum jetzt den Aufstieg in den DAX. 

Martin Ecknig
Foto: Messe Berlin


Martin Ecknig

Mitten in der Corona-Krise hat sich die Messe Berlin den Immobilienexperten und langjährigen Siemens-Manager Martin Ecknig als Nachfolger für Christian Göke, der nach 20 Jahren zu Gegenbauer wechselt, auserkoren. Die Ernennung kam überraschend, ist Ecknig doch ein Branchenfremder und die Aufgaben groß: Der neue Chef muss heute internationaler Netzwerker, Kommunikator,  Immobilien- und Digitalisierungsexperte zugleich sein.

Sebastian Scheel
Foto: Ben Gross


Sebastian Scheel

Mit dem makelbehafteten Abgang Katrin Lompschers rückte Scheel aus der zweiten in die erste Reihe – raus aus dem Windschatten. Als Staatssekretär für Wohnen stand er im engen Austausch mit den landeseigenen Gesellschaften und Investoren. Intern gern als „Armani-Kommunist“ bezeichnet, kennt der Polit-Import aus Sachsen die Wohnungsprobleme in der Spreemetropole ganz genau. Doch wird ihm seine Partei bei seinen doch sehr wirtschaftsnahen Plänen folgen?

Claudia Große-Leege
Foto: stageview, Pedro Beccara


Claudia Große-Leege

In Berlin ist man an weibliche Führungskräfte gewöhnt. Nun erhält auch der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller ab Januar 2021 erstmals nach 140 Jahren eine Geschäftsführerin, die damit den Posten von Udo Marin übernimmt. Mit Große-Leege holt sich eine der ältesten Wirtschaftsinstitutionen Deutschlands eine erfolgreiche Netzwerkerin an Bord, denn sie führte bereits sieben Jahre den bundesweiten Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).

Dr. Ulrich Eichhorn
Foto: RudolfSimon, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Dr. Ulrich Eichhorn

Als Herbert Diess im April 2018 bei VW die Führung übernahm und dabei den Bereich Entwicklung und Forschung sowie den Bereich Car-IT an sich zog, machte er Eichhorn als FuE-Chef de facto überflüssig. Zeit sich neuen Aufgaben zu widmen, dachte sich wohl Eichhorn und wechselte nach Berlin. Nach einer kurzen Stippvisite als Vorstandschef der AIV, wird er künftig seine Expertise in der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) einbringen.

Eva Kreienkamp
Foto: BVG/Oliver Lang


Eva Kreienkamp

Große Fußstapfen für die ehemalige Chefin der Mainzer Verkehrsgesellschaft. Kreienkamp hat am 01. Oktober 2020 die Nachfolge von Dr. Sigrid Nikutta angetreten, die erstmals die BVG aus den roten Zahlen holte. Die neue BVG-Chefin bringt viel Erfahrung aus der Verkehrsbranche mit, um die neuen großen Herausforderungen zu meistern: weiterer Ausbau des Nahverkehrs, die Elektrifizierung der Busflotte und die Digitalisierung von Mobilitätsangeboten.

Evelyne de Gruyter
Foto: privat


Evelyne de Gruyter

Die neue Geschäftsführerin des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) repräsentiert die beharrliche und leidenschaftliche Arbeit des Verbands und ist eine exzellente Netzwerkerin. Der Kanon an Themenfeldern, die sie in ihrer Amtszeit weiter voranbringen will, ist so vielfältig wie zeitgemäß: weibliches Unternehmertum fördern, ‚next generations‘ zur Selbständigkeit ermuntern, Frauen in Führungspositionen stärken, um nur einige zu nennen. Die Zeit ist reif!

Dr. David Biesinger
Foto: rbb/Gundula Krause


Dr. David Biesinger

Biesinger übernimmt ab April 2021 das Amt des Chefredakteurs im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und tritt damit die Nachfolge von Christoph Singelnstein an, der dann in den wohlverdienten Ruhestand geht. Der Freiburger ist bereits seit 2013 Leiter des Bereichs Multimediale Information und will auch als Chefredakteur den digitalen Wandel weiter vorantreiben. In der heutigen Zeit sicher keine schlechte Idee.

Dr. Rainer Dulger
Foto: BDA | Marius Schwarz


Dr. Rainer Dulger

Der neue Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) rückt in die erste Reihe vor. Sein Charakteristikum:
Kooperationswille. Der leidenschaftliche Pilot ist immer auf Balance bemüht und sucht den Ausgleich mit Arbeitnehmervertretern. Zudem
kämpft für eine Etablierung einer  Gründerkultur, sodass Gründer Fuß fassen und mit Unterstützung wachsen können. Neues Unternehmerlevel der Modernität.

LEADER: SIE KREMPELN DIE ÄRMEL HOCH UND BEWEGEN ETWAS IN BERLIN

Dr. Sigrid Evelyn Nikutta
Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger


Dr. Sigrid Evelyn Nikutta

Die Verkehrsexpertin bleibt mit Durchschlagskraft und Volksnähe immer auf der Schiene. Mit ihrer Rückkehr vom städtischen Verkehr zu ihren Wurzeln des nationalen Bahnverkehrs fährt sie in vollen Zügen auf europäischer Ebene. Ihre Mission: Machergeist leben und für die Schiene begeistern. Als Chefin schaut sie genau hin, mischt die männerdominierte Sparte mit Humor auf und ordnet sie neu.

Dr. Mathias Döpfner
Foto: Axel Springer SE / Max Threlfall


Dr. Mathias Döpfner

Sein Beruf ist seine Passion: Journalismus. Dafür setzt er sich ein, denkt um die Ecke, digitalisiert und beschreitet neue Wege. Der imposante
Springer-Neubau symbolisiert die Beschleunigung des Wandels kongenial mit seiner architektonischen Disruption. Döpfner schaut nicht zu, sondern
mischt sich ein – ob im politischen Geschehen oder im Kunstbetrieb. Er hat ein gutes Gespür für das, was da kommt. Das macht ihn flexibel im Denken und erfolgreich im Handeln.

Carsten Jung
Foto: Marcel Schwickerath


Carsten Jung

Zukunft ist eine Entscheidung für Veränderung. Als Jung den Vorstandsvorsitz bei der Berliner Volksbank übernahm, setzte er auf moderne Führung, in der sich Strategie und Unternehmenskultur wechselseitig antreiben. Bestehendes hinterfragen, nach vorne denken, sich verändern - für den talentierten
Netzwerker ein permanenter Prozess. Denn nur wer sich bewegt, schafft die Voraussetzungen für Stabilität und erhöht seine Profitabilität.

Dr. Peter Diedrich
Foto: Pedro Becerra/STAGEVIEW.de


Dr. Peter Diedrich

Werkswohnungen? Ende des 19. Jahrhunderts waren sie charakteristisch für ganze Stadtteile. Heute, wo es an Fachkräften ebenso mangelt wie an Wohnungen, erleben sie eine Renaissance – zumindest bei Machern wie dem Rechtsanwalt Diedrich. Als Initiator des Deutschen Verbands Job und
Wohnen e.V. schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: Verdient werden soll an den Gebäuden nichts – die Vermietung erfolgt über ein Genossenschaftsmodell.

Marc Müller
Foto: ETL AG


Marc Müller

Als Vorstandsmitglied der ETL AG – Deutschlands größter Steuerberatungsgruppe, die als „Hidden Champion“ hinter den Big4 in der Branche gilt – treibt Müller für die 440 Standorte in den neuen Bundesländern die Mittelstandsberatung voran und ist Gründer der digitalen Steuerberatung Felix1. Der Investor und vernetzte Manager führt Corporate- und Start-up- Welt zusammen und engagiert sich neben seiner Leidenschaft für Hertha BSC privat im Kunst- und
gemeinnützigen Sektor. 

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh
Foto: David von Becker, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons


Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh

Ähnlich wie der Berliner Flughafen, hat auch das Humboldt Forum eine Serie von verschobenen Eröffnungsterminen hinter sich und eröffnete
coronabedingt nur digital. Doch Generalintendant und Schlossherr von Monika Grütters’ Gnaden, wie die Welt titelte, kommt mit einer gehörigen Portion Weltblick für seine Aufgaben. Der Kunsthistoriker und ehemalige Generaldirektor der SPSG weiß genau, worauf er sich einlässt.

Karen und Christian Boros
Foto: Wolfgang Stahr


Karen und Christian Boros

Im berühmten Berghain sind seit März die Bässe verstummt. Ebenso wie viele andere Berliner Clubs, die jetzt ums Überleben kämpfen, musste der Technotempel schließen. Dass das ehemalige Fernheizwerk auch ein feingeistiger Ort sein kann, hat das Berliner Sammler-Ehepaar Boros erkannt und aus dem Berghain eine Kunst-Ausstellungshalle gemacht. Dort werden nun aktuelle Arbeiten von rund 80 in Berlin lebenden internationalen Künstler*innen gezeigt.

Prof. Dr. Maja Göpel
Foto: Jan Michalko / re:publica from Germany, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons


Prof. Dr. Maja Göpel

Als Weiterdenkerin und Kritikerin von gesellschaftlichen Prozessen bringt sie die Gesellschaft voran und spricht aus, was „brach liegt“. Prof. Dr. Maja Göpel ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung, Autorin, Rednerin, Beraterin, Hochschuldozentin, Mitbegründerin Scientists4Future und neuerdings auch vom Stern als #Quotenfrau auswählt. So viel Engagement sucht ihres gleichen.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Torsten Zuberbier
Foto: ECARF


Prof Dr. med. Dr. h. c.Torsten Zuberbier

Allergien wirken sich signifikant auf das Leben der Betroffenen aus. Sie sind die häufigste chronische Krankheit weltweit. Der Leiter der   Allergiefolgenforschung an der Charité und ECARF-Stiftungsvorsitzender Zuberbier arbeitet täglich daran, ihr Leben so beschwerdefrei wie möglich zu machen. Ein Fortschritt ist das ECARF-Siegel, das allergikerfreundliche Produkte und jetzt auch gesunde Gebäude auszeichnet.

Janina Mütze
Foto: Civey


Janina Mütze

In einem Alter, in dem andere gerade das Studium beenden, hat sie bereits ein eigenes Start-up gegründet. Mit 24 Jahren etablierte sie gemeinsam mit Gerrit Richter die Plattform Civey, dessen Schwerpunkt Meinungsumfragen sind. Damit ist die junge Gründerin ein großes Vorbild für Frauen in der Start-up-Szene und wurde beispielgebend mit dem Digital Female Leader Award ausgezeichnet.

CREATIVE MINDS: SIE GESTALTEN MIT IHREN IDEEN UND UNTERNEHMEN UNSERE NEUE WELT

Katharina Grosse
Foto: Bengt Oberger, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Katharina Grosse

Die Ausnahmekünstlerin brillierte 2020 mit einer großartigen Ausstellung im Hamburger Bahnhof, die die Besucher in tristen Zeiten in einen Rausch versetzte. Grosse
inspiriert mit Farbexplosionen und raumgreifenden Installationen. Zudem hat die Freiburgerin für die Organisation Parley for the Ocean Surfboards farblich gestaltet und
damit auf die Umweltschutzinitiative aufmerksam gemacht, die gegen die Verschmutzung der Meere kämpft. Gern mehr davon!

Lars Eidinger
Foto: : Siebbi, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons


Lars Eidinger

Der Berliner Tausendsassa zeigt immer wieder seine beachtliche Vielseitigkeit, kein Genre ist vor ihm sicher. Soeben brillierte er im Film „Gott“ von Ferdinand von Schirach, bald als neuer „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen. In seiner Berufung als Schauspieler verbindet er stets Ehrgeiz und Exzentrik – die sich auch  schon mal als Fratze zeigen kann. Ob Fratze oder Fatzke – Eidinger zählt zu den Top-Botschaftern der Hauptstadt!

Christoph Waltz
Foto: Manfred Werner (Tsui), CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Christoph Waltz

So brillant seine internationale Schauspielerkarriere, so bescheiden wohnt er statt in Beverly Hills im Charlottenburger Kiez. Ob Regisseur der Oper „Fidelio“ von
Beethoven oder Botschafter der E-Mobilität – Waltz ist universell. Sein jüngster Coup: Zusammen mit Oscar-Kollege Michael Douglas übernimmt er die Hauptrolle in
der Miniserie über den Reagan-Gorbatschow-Gipfel 1986. Bis dahin freuen wir uns auf ihn als Bösewicht Blofeld im überfälligen neuen James Bond.

Marco Voigt
Foto: Franziska Krug/Getty Images for GREENTECH FESTIVAL


Marco Voigt

Als grüner Vordenker entwickelte er früh innovative Ideen wie die PIN AG. Über die Beratung zur Elektromobilität bis hin zur Gründung des Green Awards, das Greentech Festival und der Green Window Agency stößt er ein Umdenken an. Sein Erfindertum zieht andere Menschen an. Kreativ und nachhaltig gestaltet er die Zukunft, locker aus dem Ärmel geschüttelt – so mag man meinen.

Johann König
Foto: Lukas Gansterer/König Galerie, Berlin, London, Tokio


Johann König

Die Kunst und Kultur hatte seit März letzten Jahres stets das Nachsehen. Dass man dennoch Wege finden kann, beweist der eigensinnige Galerist Johann König. Der Popstar der Berliner Kunstszene betreibt seine Galerie mit Werken bedeutender zeitgenössischer Künstler auch in Corona-Zeiten mit Hygienekonzept als Orte der Inspiration weiter. Die ausgefallenen Kunstmessen hat er mit Werken unterschiedlichster Couleur einfach in seine ehemals sakralen Räumlichkeiten als „Messe St. Agnes“ geholt.

Julia von Heinz
Foto: Iva Berlin, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


Julia von Heinz

Die bisherigen Filme der in Berlin geborene Regisseurin zeigen: von Heinz ist ein umtriebiger Mensch. Der neue Film der Wahlbayerin „Und morgen die ganze Welt“ feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere und ist der deutsche Bewerber um den Oscar für den besten internationalen Film. Dieser ist inspiriert von ihrer Zeit bei der Antifa, der die Frage thematisiert, was im Kampf gegen Rechte erlaubt ist.

Till Brönner
Foto: Ulla Lommen


Till Brönner

Noch vor Corona gelang dem Trompeten-Virtuosen der Clou mit dem von ihm initiierten House of Jazz. Dieses fand so viel Anklang, dass es die Alte Münze zum Zentrum für Jazz und improvisierte Musik machen wird – die Strahlkraft, die Berlin braucht und gerade den Künstlern fehlt. Hier zieht Brönner neue Saiten auf und spricht sich mit einer viralen Wutrede mit Pauken und Trompeten für die sang- und klanglos untergegangene Kulturbranche aus.

Achim von Borries; Henk Handloegten, Tom Tykwer
Foto: X Filme/ARD Degeto/Sky Deutschland


Achim von Borries, Henk Handloegten und Tom Tykwer

Babylon Berlin ist großes Kino für den heimische TV. Aus gutem Grund hat sich die Serie bereits in mehr als 120 Länder verkauft, Tendenz steigend. Die vierte Staffel ist bereits in Vorbereitung. Im Frühjahr sollen die Dreharbeiten beginnen. Die Macher haben ein Ausnahmeprojekt geschaffen, das internationale Strahlkraft hat. Wir sind gespannt, bevor die letzte Staffel bald „Zu Asche, zu Staub“ wird.

Dr. h. c. Thomas Stattelberger
Foto: Dr. Bernd Gross, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dr. h. c. Thomas Sattelberger

Er macht auf TikTok und Instagram vor, wo andere lang in den Röhrenfernseher schauen. Der ehemalige DAX-Vorstand blüht in den sozialen Medien auf und versammelt hinter sich eine große jugendliche Fangemeinde. Außer Rand und Band statt Ruhestand, könnte man meinen. Der FDP-Mann stellt die Politik als viral-mundgerechte Snacks häppchenweise dar. Verstaubte Politik goes #digital!

Benjamin von Stuckrad-Barre
Foto: Maurice Haas / © Diogenes Verlag


Benjamin von Stuckrad-Barre

Dem Popliteraten und seinem kongenialen Autoren-Kollegen Martin Suter gelingt mit ihrem neuen Buch „Alle sind so ernst geworden“ ein literarischer Wurf. Ein Gespräch der beiden brachte den Stein ins Rollen. Schlagfertig, witzig und schlau verpackten sie das gesprochene Wort in ein Buch. Das Werk birgt eine Leichtigkeit, die in Krisenzeiten erholsam wirkt. Stuckrad-Barre sieht gerade jetzt den Witz als Strategie und Erlösung.

NERVIGE: SIE LEIDEN AN SELBSTÜBERSCHÄTZUNG, MERKEN ES ABER NICHT

Dr. Dirk Behrendt
Foto: arno


Dr. Dirk Behrendt

An Dilettantismus kaum zu überbieten, ist, bei allem Respekt, unser Justizsenator. Berlin hält sicher einiges aus, sind wir doch Kummer aus der Politik gewohnt. Doch statt sich ernsthaft mit Themen auseinanderzusetzen, wird lieber ideologisiert – ob Antidiskriminierungsgesetz oder Tierversuche. Dass zeitgleich Gerichte gehackt und damit arbeitsunfähig werden, prallen an dem Sorglos-Senator ab.

Rouzbeh Taheri:
Foto: BERLINboxx


Rouzbeh Taheri

Viel fordern, aber kaum Lösungsvorschläge bieten, was nach der Vergesellschaftung passiert – so könnte man auch die Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen!“ mit Taheri als Kopf beschreiben. Diese wurde vom Senat nun als zulässig erklärt. Taheri spricht Unternehmen ein Recht ab, das wie sein eigenes begründet im Grundgesetz steht. Damit schustert er sich das Gesetz so wie es ihm in den Kram passt. Ein falscher Opportunist seines gleichen.

Clanfamilien ohne Ab- und Anstand
Foto: klimkin auf Pixabay


Clanfamilien ohne Ab- und Anstand

Mit ihrem Maßstab „Der Staat bin ich“, den einst Ludwig XIV. ausrief, treten sie die Rechtstaatlichkeit mit Füßen und sind an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Sie klauen nicht nur wertvolle Schätze aus Museen, sondern auch ungerechtfertigte Corona-Hilfen des Sozialstaats. Asozialität gepaart mit purer Ignoranz zeigt sich auf ihren Feiern – immer dabei 100 bis 200 Personen, ob erlaubt oder nicht! Gesellschaftliche Solidarität:  unbekannt.

Prof. Dr. Tanja Börzel
Foto: BERLINboxx


Prof. Dr. Tanja Börzel

Börzel hat es sich als Doktormutter und Gutachterin im Korruptionssumpf gemütlich gemacht. Als wärmende Decke mit dem  Prüfungsausschuss der FU, mit ihr wissenschaftlich nahestehenden Personen, winkte sie Giffeys Doktorarbeit das erste Mal durch. Die neue Prüfung der Arbeit ergab: eine Rüge; Die es so nicht gibt. Also begutachtet sie erneut ihre eigene Unfähigkeit.

Margarete Koppers
Foto: Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft


Margarete Koppers

Sie entzieht kopflos als Generalstaatsanwältin im Neukölln-Komplex der Staatsanwaltschaft die Verfahren und sorgte selbst an Weihnachten für Empörung: Statt eine Prämie gibt es für Polizisten einen Polizeistern als Keks-Ausstechform. Wertschätzung gegenüber den Polizisten – Fehlanzeige. Aktuell ermittelt die Berliner Justiz gegen Hildmann. Hoffentlich demontiert sie als Wirrkopf die Ermittlungen nicht.

„Querdenker“
Foto: Leonhard Lenz, CC0, via Wikimedia Commons


„Querdenker“

Querdenken war eine positive Eigenschaft, die durch die vermeintlichen „Querdenker“ in Verruf geraten ist. Tief drin stecken auch Hildmann, Jebsen und Co. Das Gemenge von Rechtsextremismus, antisemitischer Volkshetze und Esoterik sprengt jeden Rahmen. Durch laute  Meinungswut ernten sie als dümmste Bauern auch noch die größten Kartoffeln der Medienaufmerksamkeit. Aluhut nicht vergessen, die Chemtrails kommen!

Florian Schmidt
Foto: Stefan Müller (climate stuff) from Germany, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons


Florian Schmidt

Brandschutz-Affäre Rigaer Straße, Umstrittene Vorkaufs-Praktiken bei der DIESE eG – der „Robin Hood der Mieter“ lässt jeden Respekt vor  Gesetz und Wählermehrheit vermissen. Leicht durchschaubare Klientelpolitik scheint die Devise des grünen Rambos. Der wohlbekannter  Dauergast, mit Narrenfreiheit ausgestattet, wird nicht müde, sein Amt frei zu interpretieren. Auch Aktenmanipulation scheint zu seinem Repertoire zu gehören.

E&Y
Foto: Dirk Eubel, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons


E&Y

Wirecard, die Büchse der Pandora: einmal geöffnet, riss sie alles mit sich – auch Ernst & Young. Das Wirtschaftsprüferunternehmen prüfte die Bilanzen, deckte jedoch das große Netzwerk an intriganten Machenschaften nicht auf. Durch diese Demontage des Kontrollsystems muss das Vertrauen erstmal wiederhergestellt und das Image aufpoliert werden. Denn wer das imposante Gebäude an der Friedrichstraße sieht, hat bisher an Kompetenz gedacht.

Die Überkorrekten
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Die Überkorrekten

Ob politische oder gendergerechte Korrektheit – manche treiben es damit auf die Spitze. Dabei ist nicht das Politische, sondern das Moralische gemeint. Die gesellschaftliche Sprachreglementierung sanktioniert sie und wirkt totalitär. Dahinter steht eine Symbolpolitik, die die Sprache in Büchern und Straßennamen bereinigt. Vor diesem Hintergrund sollten wir nicht vergessen, dass die Meinungsfreiheit unser höchstes Gut ist.

Susann Reichenbach
Foto: rbb/Hagen Wolf


Susann Reichenbach

In diesen Zeiten, wo man selbst kaum Menschen begegnet, ist es umso erfreulicher, wenn man im Fernsehen sympathisch mit einem Lächeln begrüßt wird. Reichenbach, die das ARD-Mittagsmagazin moderiert, setzt dabei jedoch so ein Weltuntergangsgesicht auf, als wäre schon aller Tage Abend. Ganz im Gegensatz zu Jana Pareigis vom ZDF-Mittagsmagazin, die die Zuschauer immer mit einem Lächeln und Wohlgefallen begrüßt. Bitte Lächeln!

BRANDENBURGER, DIE ETWAS BEWEGEN

Vereinzelte Dörfer und etliche Felder, unzählige Wälder und Seen: Unser Nachbarbundesland vermittelt zuweilen den ein Eindruck, als stehe dort die Zeit still. Mitnichten! Vielmehr schaffte Brandenburg, seit der Wende seine reizvolle Landschaftmit den Merkmalen eines modernen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts zu kombinieren. Im Ranking der Bundesländer hat es in vielen Aspekten die vorderen Plätze sicher. Die Landeshauptstadt Potsdam und einige Landkreise wie die Lausitz gehören heute zu den am stärksten prosperierenden Gebieten in Deutschland. 

Doch das alles kommt nicht von ungefähr. Die Verwandlung der berühmt-berüchtigten „märkischen Streusandbüchse“ in ein zukunftsfähiges Bundesland ist das Ergebnis harter zielstrebiger Arbeit der Brandenburger*innen. Sie sind es, die in den vergangenen Jahren den Erfolg des Bundeslands prägten. 

Einige dieser Brandenburger Macher, deren Wirken und Bedeutung im vergangenen Jahr weit über die Region hinausreichten, die den Standort voranbringen, hat die BERLINboxx-Redaktion in dieser Ausgabe gekürt. Die ausgewählten Personen stehen exemplarisch für viele weitere.

Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Joachim Schellnhuber
Foto: PIK/ Karkow, 2020


Prof. Dr. Dr. h.c.Hans-Joachim Schellnhuber

Weltbekannt, höchst geachtet und voller Einsatz fürs Klima – Schellnhuber warnt und fordert mit radikalen Worten. Der Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hat Meilensteine im Klimaschutz gesetzt und kämpft auch für die jüngeren Menschen, auf die er durch ihr Protest-Engagement stolz ist. Gut
Wetter für den renommierten Physiker: er erhielt den Verdienstorden des Landes Brandenburg 2020.

Tillmann Stenger
Foto: ILB (Uwe Klössing)


Tillmann Stenger

Stenger ist Vorstand der Investitionsbank des Landes Brandenburg und Stützpfeiler der regionalen Wirtschaft, wo er mit punktgenauen Förderprogrammen neue Ideen
beflügelt. Er macht Brandenburg zur Chefsache – als Mitglied des Aufsichtsrates des Medienboard Berlin-Brandenburg, der Wirtschaftsförderung und DigitalAgentur
Brandenburg. Dank seines Einsatzes wandelt sich das Bild im und vom Bundesland.

Jochem Schöppler
Foto: BERLINboxx


Jochem Schöppler

Die Lausitz wird zur Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum. Seinen Anteil daran hat der Innovator Schöppler, der aus dem ehemaligen Flugplatz
Drewitz in der Nähe von Cottbus ein nachhaltiges, ökologisches Gewerbegebiet macht – einen Standort für Zukunftskonzepte. In einem gemeinsamen Kraftakt von
Unternehmern, Forschern und Entwicklern will Schöppler die gesamte Region voranbringen.

Robert Wüst
Foto: HWK Potsdam/ Bungert


Robert Wüst

In Krisenzeiten, wo die Wirtschaft sich auf dem Holzweg befindet, hebt der Präsident der Handwerkskammer Potsdam die Kraft des Handwerks hervor. Und nicht
nur das. Auch setzt die HWK als Mitglied des Aktionsbündnis Brandenburg ein Zeichen gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. In diesem
Streben beweist Wüst, dass Motivation, Leistungsbereitschaft und ein Ziel dem Handwerk eigen sind.

Inés Adler: Me Energy
Foto: Me Energy


Inès Adler

Sie zeigt mit ihrem Start-up ME Energy wie die Zukunft von Elektromobilität innovativ, schnell und ressourceneffizient aussehen kann: Autos laden in 10 Minuten
und fahren 200 Kilometer. Adler hat als Entwicklerin bereits zahlreiche Patente und möchte dem Diesel den Garaus machen. Für ihr Streben wurde sie als Gewinnerin
auf dem ersten Platz mit ihrem Start-up bei „Next Round: Brandenburg“ im letzten Jahr ausgezeichnet. Das elektrifiziert!

Michael Succow
Foto: BERLINboxx


Michael Succow

Die Brandenburger Frohnatur gilt als bedeutendster Umweltschützer Deutschlands und Moorexperte von Weltrang. Er schaffte in weniger als einem Jahr ein
Jahrhundertwerk: Als Vater des ostdeutschen Nationalparkprogramms stellte er fünf Prozent der Staatsfläche unter Naturschutz. Heute gibt er Seminare, in denen
seine Teilnehmer, die „Succownauten“, ihm lauschen dürfen, wenn all sein Wissen aus ihm heraussprudelt.

Andrzej Łapinski
Foto: BERLINboxx


Andrzej Łapinski

Der polnische Polizei-Kommandant ist ein Brückenbauer zwischen Polen und Brandenburg. In seiner 40-jährigen Karriere engagiert er sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, unter anderem in einem Projekt gemeinsam mit der Brandenburger Polizei. Wo andere Brücken abreißen, baut er welche auf, um Menschen vor Gefahren präventiv und nachhaltig zu schützen. Dafür erhielt er den Landesverdienstorden Brandenburg.

Frank Grädler
Foto: Grädler Fördertechnik GmbH


Frank Grädler

Der brandenburgische Unternehmer bewies Langmut und wurde dafür mit dem „Große Preis des Mittelstandes 2020“ ausgezeichnet. Er setzte sich
gegen die größere Konkurrenz durch und erhält heute Aufträge von ihnen. Das Unternehmen Grädler Fördertechnik ist ein Vorbild in der 3D-Produktion von
Ersatzteilen und im örtlichen Engagement für Obdachlose, Kinder, Sport und
der Freiwilligen Feuerwehr Thyrow.

Axel Vogel
Foto: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtag Brandenburg, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons


Axel Vogel

Ob Klimawandel, Waldumbau oder Kohleausstieg – der Brandenburgische Umweltminister stellt sich den Herausforderungen. Er setzt auf Partizipation, ob von Verbänden,
Einrichtungen, Behörden oder Einzelpersonen und geht ins Gespräch mit der Jugend. Er hört zu und verbindet Menschen länderübergreifend – so auch mit der
Initiative Trinkwasserversorgung Metropolenregion Berlin-Brandenburg für eine Zusammenarbeit in der Wasserversorgung.

Dr. Klaus Freytag
Foto: Staatskanzlei des Landes Brandenburg


Dr. Klaus Freytag

Die Lausitz soll zur europäischen Modellregion für einen Strukturwandel werden. Freytag, Beauftragter des Ministerpräsidenten für die Lausitz, bringt dabei Brandenburg und Sachsen zusammen. Sein Talent: als Netzwerker fungieren und die Menschen sowohl in als auch außerhalb der Region, von dessen Potenzial als Standort zu überzeugen. Deshalb wird er gern auch als „Experte und Freund der Lausitz“ bezeichnet.