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Solarcity Berlin: Masterplan für mehr Sonnenenergie
Bald auf den Dächern vieler Berliner? | Foto: Bild von andreas160578 auf Pixabay

Solarcity Berlin: Masterplan für mehr Sonnenenergie

05. August 2020

Um sein Ziel CO2-Neutralität bis 2050 zu verwirklichen, beschloss der Senat, dass bis dahin 25 Prozent der Stromversorgung von Solarenergie stammen muss. Nun veröffentlichte der Senat eine Übersicht, um zu zeigen, wie sie die Branche in Berlin voranbringen möchte.

Solarenergie kann nur durch Hilfe von Privatpersonen groß werden

Der Sommer 2020 war bisher nicht so heiß und trocken, wie in den letzten zwei Jahren. Trotzdem sind die Wiesen in den Berliner Parks auch dieses Jahr überwiegend gelb. Es ist kein Experte erforderlich, um zu erkennen, wie viel Schaden der Klimawandel auch hier in Deutschland bereits anrichtet. Deswegen setzte sich der Senat das Ziel, den CO2-Ausstoß in Berlin bis 2050 zu neutral zu halten.

Pop-up Radwege, neue Bahnstrecken, eine Debatte über ein BVG-Pflichtticket – die Verkehrswende ist kontinuierlich in den Medien. Weniger Autofahrer in Berlin ist für den Schutz der Umwelt enorm wichtig, jedoch nicht ausreichend. Die erfolgreiche Etablierung einer weiteren Maßnahme wird ebenso entscheiden, ob der Senat sein Ziel Klimaneutralität 2050 erreicht: Die Solarenergie. Dabei ist, wie bei der Verkehrswende, maßgebend, inwiefern die Privathaushalte sich beteiligen. Denn bis 2050 soll 25 Prozent der Energie von Solarinstallationen stammen.

„Um 25 Prozent des Stroms auf den Berliner Dächern zu gewinnen, müssen 4.400 MWp Photovoltaik-Leistung installiert werden – auf Ein- und Zweifamilienhäusern, genauso wie auf Gewerbegebäuden,
Mietshäusern und öffentlichen Gebäuden.“, erklärte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. „Dafür braucht es bessere Rahmenbedingungen auf Bundesebene, kreative Ansätze vor Ort, einen Instrumentenmix, um die vorhandenen Spielräume im Land Berlin zu nutzen und nicht zuletzt das Engagement der Berlinerinnen und Berliner, der Berliner Wirtschaft und der Verwaltung. Die Entwicklung des Masterplans hat gezeigt, dass wir in Berlin mit geballter gemeinschaftlicher Solar-Power viel erreichen können. Gestalten wir gemeinsam die solare Stadt Berlin!“

25 Prozent Solarenergie: Wie erreichen wir das Ziel?

Bisher existieren bürokratische Hürden auf Bundesebene, die die Umsetzung von Solarenergie im urbanen Raum erschweren. Zudem herrschen Unsicherheit und ein Mangel an Informationen für Unternehmen und Privatpersonen. Das Expertenteam Solarcity erarbeitete nun ein Konzept, das diese Probleme beseitigen und die Solarenergie in Berlin auf den richtigen Weg bringen soll.

Die Kernvorschläge lassen sich in neun Maßnahmenblöcke zusammenfassen. Zunächst ist es wichtig die Bürger zu informieren, zu beraten und für das Thema zu werben. Für eine Solarberatung kann man sich bereits unter www.solar-zentrum.berlin anmelden. In den Schulen wird das Thema in den Unterricht integriert, sodass die Berliner so früh wie möglich informiert werden.

Desweitern sollen Barrieren abgebaut werden. Heißt: der Strom der Anlagen soll zukünftig einfacher in das Netz eingespeist und bürokratische Wege verkürzt werden.

Auch die Wirtschaftlichkeit für Solarpanels möchte der Senat zukünftig durch Förderprogramme verbessern und Marktinitiativen unterstützten, also Mietern und Wohneigentümerschaften helfen, eine gemeinsame Solaranlage zu errichten.

Punkt fünf ist die Stärkung der Marktakteure, wie Handwerker und Architekten, Punkt sechs der Maßnahmenblöcke nennt sich Partnerschaftsvereinbarung: das Land Berlin möchte Partner gewinnen, die sich dem Projekt Solarcity anschließen.

Eine weitere Maßnahme ist das Werben durch Leuchtturmprojekte an öffentlichen Gebäuden. Des Weiteren will der Senat die Rahmenbedingungen auch auf Bundesebene verbessern. Zuletzt rät das Expertenteam, eine dauerhafte Koordinierungsstelle des Plans Solarcity Berlin einzurichten, welche die Fortschritte aufzeichnet und die Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. (aak)