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Schinkel-Wettbewerb 2022 – in Brandenburg
Das große Areal mit vielen noch stehenden Ruinen soll durch den Schinkel-Wettbewerb 2022 neu gestaltet werden. | Foto: Elisa Mado Lenius

Schinkel-Wettbewerb 2022 – in Brandenburg

21. September 2021

Architektur prägt einen Ort und macht ihn einzigartig. So auch in Zukunft in Rüdersdorf im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Für ein Gelände in der Gemeinde wurde der Schinkel-Wettbewerb 2022 durch den Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) mit dem Titel „Ressource Rüdersdorf – neu aufgemischt“ ausgelobt. Damit verbunden sind spannende Herausforderungen in der Planung für die jungen, teilnehmenden Architekt*innen.

Die Aufgabe

Zur Neugestaltung steht das Areal der ehemaligen Futterphosphatfabrik zur Verfügung, auf dem seit seiner Stilllegung in 1999 wenig passiert ist. Nur noch die Ruinen der ehemals imposanten Gebäude stehen noch – das ist eine große Chance für die Entwürfe der Architekt*innen in Volumen, Struktur und Raumordnung. Denn die Hallen und Siloanlagen wirken wie kolossale Inszenierungen.

Daraus ergibt eine Aufgabenstellung mit viel Potenzial für die Landschaftsarchitekt*innen, denn für das Geländer wünscht sich die Gemeinde ein „Zukunftslabor für neue Wohn- und Arbeitsformen“. Das Zukunftslabor soll Freizeit, Naherholung, Kunst und Kultur, aber auch Natur- und Klimaschutz in sich vereinen. Von den Architekt*innen ist ein Vorschlag für einen „Kultur-Reaktor“ als Keimzelle des neuen Kreativquartiers gefragt und die Ingenieure sollen eine neue Seilbahn konstruieren, die das neue Quartier mit dem Ortskern von Rüdersdorf verbindet, davon eine Strecke von 1.000 Metern über dem Tagebau.

Eine der imposanten Hallen des Industriegeländes in Rüdersdorf.
Eine der imposanten Hallen des Industriegeländes in Rüdersdorf. | Foto: Elisa Mado Lenius

… und die Herausforderung

Gesche Gerber und Ernst Wolf Abée, Vorsitzende des AIV-Schinkel-Ausschusses heben den Reiz des Projektes im Detail hervor: „Neben dem Kalksteinbruch, den historischen Brennöfen und dem modernen Zementwerk haben sich Betriebe der Baustoff- und Logistikbranche angesiedelt. So hat sich eine Agglomeration vitaler Ortschaften entwickelt, durchsetzt mit Stätten industrieller Fertigung, teils hochaktiv, teils aufgegeben und ruinös. Und genau diese Widersprüche und Maßstabsprünge machen Rüdersdorf mit seinen verschiedenen Ortsteilen so reizvoll für unsere Aufgabenstellung“.

Sie fügen als weiteren Umstand der Rahmenbedingungen des Wettbewerbs hinzu: „Für die Eigentümer des Geländes steht der Abriss der erhaltenen Betonstrukturen zur Diskussion, um Bauflächen zu schaffen. Wir können heute nicht einmal sicher sein, ob das eindrucksvolle Ensemble noch steht, wenn die Teilnehmer*innen im Februar 2022 ihre Beiträge abgeben! Aber wir hoffen, dass unsere Ergebnisse noch rechtzeitig kommen, um die Diskussion über die Zukunft des Standorts zu bereichern.“

Der Wettbewerb

Der Ideen- und Förderwettbewerb richtet sich an junge Leute bis 35 Jahre aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Freie Kunst. Er zählt zu den bekanntesten und ältesten deutschen Nachwuchspreisen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von bis zu 30.000 Euro vergeben.

Welche Architekt*innen und Planer*innen den passendsten Entwurf einreichen und wie das zu Rüdersdorf passt, wird sich zeigen. Für die Gemeinde bietet dieser Wettbewerb nichtsdestotrotz eine Chance, das Stadtbild nachhaltig für die Zukunft zu gestalten. (kk)