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Coworking Spaces erfahren in der Corona-Krise Solidarität von ihren Mietern
Zahlreiche Coworking Spaces mussten schließen. Wie soll es in der Zukunft weiter gehen? | Foto von CoWomen von Pexels

Coworking Spaces erfahren in der Corona-Krise Solidarität von ihren Mietern

27. April 2020

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie werden auch für die Betreiber von Coworking Spaces immer deutlicher spürbar. Vor allem in Großstädten wie Berlin wurde ein Großteil der Buchungen für Meeting- und Veranstaltungsräume storniert. Die Nutzung der Büroräume ist stark eingeschränkt. Einige Spaces schließen sogar komplett. Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen.

Viele Coworking-Nutzer lassen Verträge weiterlaufen

Die im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie getroffenen politischen Entscheidungen und die Empfehlungen von Gesundheitsexperten wirken sich stark auf den Betrieb von Coworking-Spaces aus. Da viele Arbeiter ins Homeoffice gewechselt sind und soziale Kontakte weitgehend meiden, bleiben viele Plätze in den Gemeinschaftsbüros leer.

Wie Tobias Kollewe, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Coworking Deutschland, der deutschen Presse-Agentur mitteilte, zeigen dabei aber auch viele Nutzer ihre Solidarität mit den Anbietern. Sie lassen ihre Abonnements weiterlaufen, auch wenn sie sie im Moment nicht nutzen. Viele Verträge hätten eine Kündigungsfrist von einem Monat. Solange sie verlängert werden, gebe es für die Betreiber nur geringe wirtschaftliche Auswirkungen.

Stornierungen von Buchungen für Meeting-Räume problematisch für Branche

Schwerer wiegen hingegen die Absagen von Veranstaltungen und zurückgenommene Buchungen von Meeting-Räumen. Viele Coworking Spaces generieren damit einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einnahmen. Da im Zuge der Corona-Krise immer mehr Meetings virtuell abgehalten werden, rechnet die German Coworking Federation mit massiven Einbußen.

Auch die Nutzung der normalen Arbeitsplätze ist bei den Anbietern, die weiterhin geöffnet haben, nur eingeschränkt möglich. So sind einerseits Abstandsregeln einzuhalten, andererseits gibt es bei den angebotenen Services Einschränkungen. Weiterhin befürchtet die German Coworking Federation, dass die aktuelle Solidarität der Nutzer angesichts langfristig geschlossener Coworking Spaces früher oder später enden wird. Dann sei mit zahlreichen Kündigungen und einer finanziellen Schieflage der betroffenen Unternehmen zu rechnen.

Coworking bleibt gefragte Alternative zum Homeoffice

Vor allem in Großstädten wie Berlin erfreuen sich Coworking Spaces seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Deshalb halten in Zeiten von Corona auch viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter dazu an, ihren Job von einem Gemeinschaftsarbeitsplatz aus zu erledigen. Das ist etwa dann eine sinnvolle Option, wenn der Arbeitnehmer ungern im Homeoffice arbeitet, die Abstandsregeln im Büro aufgrund von Platzmangel aber nicht eingehalten werden können.

Die Funktionsweise ist bei den meisten Anbietern ähnlich. Nutzer reservieren einen eigenen Arbeitsplatz in einem Großraumbüro, das auch von vielen anderen Arbeitern aus anderen Branchen und Unternehmen genutzt wird. Dabei werden Internetverbindung, Sanitäranlagen, Catering und alle weiteren Arbeitsvoraussetzungen zur Verfügung gestellt.

Die Vorteile bestehen in überschaubaren Kosten und einer unkomplizierten Nutzung. Bei einigen Anbietern gibt es sogar eine Kinderbetreuung, was angesichts der aktuellen Schulschließungen einen großen Anreiz für viele Arbeitnehmer darstellt.

Neben Coworking Spaces in konventionellen Bürogebäuden gibt es auch mobile Varianten, die sich vor allem durch ihre große Flexibilität auszeichnen. So bietet etwa Paranet Deutschland maßgefertigte Traglufthallen zur Realisierung individueller Coworking-Konzepte an. „Da keine Säulen und Stützwände erforderlich sind, können problemlos Arbeitsflächen mit den erforderlichen Mindestabständen eingerichtet werden.“, so Head of Business Development Friedrich-Moritz Barckhausen. (red)