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Berliner Wirtschaft: zweite Corona-Welle wirkt als erneute Vollbremsung
Die Berliner Wirtschaft wird durch die Corona-Pandemie auf den Prüfstand gestellt. | Foto: Manfred Hofferer von Pexels

Berliner Wirtschaft: zweite Corona-Welle wirkt als erneute Vollbremsung

07. November 2020

Nach einem Frühjahr mit gravierenden Einschränkungen für die Wirtschaft, wird sie erneut auf den Prüfstand gestellt: Ausgang offen. Das Virus verändert nachhaltig die Art des Wirtschaftens und fordert ein besonderes Handeln in der Krise.

Profiteure und Verlierer der jetzigen Welle

Insgesamt verzeichnet die Berliner Wirtschaft einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent. Ins scheinbar bodenlose fällt dabei das Gastgewerbe in Berlin. Sie verzeichneten Umsatzeinbußen von 44,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusammen mit dem Bereich Kunst, Erholung und Unterhaltung machten sie einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der gesamten wirtschaftlichen Leistung im Jahr 2016 aus. Ganz anders sieht es bei der Pharma- und Elektroindustrie aus. Zwar verzeichneten auch sie weniger Umsätze, dennoch konnten bestimmte Sparten wie Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, chemischen Erzeugnissen und pharmazeutischen Produkten ein Ansteigen von Aufträgen erfassen.

Dunkle Aussichten in der Wirtschaft für 2021/2022?

Die Investitionsbank Berlin (IBB) sagt für das nächste Jahr ein Wachstum von soliden vier Prozent der Berliner Wirtschaft voraus. Das Niveau von 2019 könne laut der IBB sogar erst im Jahr 2022 erreicht werden. Je nach Branche sind die Aussichten unterschiedlich. Während es aufgrund von ausbleibenden Touristen und brachliegenden Gastronomie vor allem das Gastgewerbe und den Kulturbetrieb hart trifft und zudem nachhaltig schadet, heben sich die Gesundheits- und Digitalwirtschaft als krisenresistent heraus. So konnten sie steigende Umsätze verzeichnen und auch in Zukunft weiter davon profitieren.

Reality-Check: die Zahlen und die Wirklichkeit

Die Stimmung in der Wirtschaft ist gemischt. Viele Unternehmer in Berlin stehen am Existenzminimum oder kurz vor der Insolvenz. Das gesamte öffentliche Leben wurde auf null reduziert. Die damit verbundenen Konsequenzen treffen auf eine Beliebigkeit hinsichtlich der Verlierer. Eine allgemein gültige Aussage für die Berliner Wirtschaft zu treffen ist schwierig, da die Wirtschaft vor Ort zu divers ist. Außerdem ist fraglich, ob die Prognosen auch für kleinere Unternehmen zutreffen. Der schwach positiv gestimmte Hoffnungsschimmer einer Wachstumssteigerung verglüht in der aktuellen Situation im Tagesgeschäft von so manchem Unternehmen. (kk)