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Berliner Senat zeigt sich ambitioniert im Kampf gegen den Klimawandel
Es werden immer mehr Fahrradfahrer in der Hauptstadt. | Foto: Bild von modi74 auf Pixabay

Berliner Senat zeigt sich ambitioniert im Kampf gegen den Klimawandel

09. Juli 2020


Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, Investitionen in Radwege, Ausstieg aus dem Kohleabbau: Der Berliner Senat beschloss einiges, um die Stadt grüner zu gestalten.

Mehr Bahn fahren

In den Senatssitzungen der letzten Monate stand konstant die Corona-Pandemie im Mittelpunkt. Erst kamen die nötigen Beschränkungen, dann die Lockerungen. Diese Woche nahm der Senat eine andere, langwierigere Krise in den Fokus: den Klimawandel. Allein 19 Milliarden Euro werden in den nächsten 15 Jahren in die BVG investiert, um mit dichteren Takten, neuen Wagen und mehr U- und Tramstrecken den Berliner ÖPNV attraktiver zu gestalten. Zudem wurden bereits einige Projekte in Sachen ÖPNV-Ausbauen gestartet: Die Verlängerung M2 Heinersdorf-Blankenburg wurde beschlossen, eine neue Verbindung zwischen Pankow und Weißensee soll entstehen und ebenso ist eine neue Strecke zwischen Turmstraße und Jungfernheide in Planung. Das Ziel: „Berliner ÖPNV-Netz zielgerichtet ausbauen und neue Wohnquartiere anschließen“.

Mehr Fahrrad fahren

Neben mehr U- und Straßenbahnen liegt ein weiterer Fokus auf den Fahrradfahrern. Während des Lockdowns errichtete der Senat bereits einige Pop-up-Wege in kürzester Zeit. Dieser Trend soll weiter verfolgt werden. So werden nicht nur neue Radwege in der Innenstadt geplant, sondern auch solche, die Randbezirke und Stadtzentrum verbinden. Außerdem sollen großzügige Fahrradpark- und Stellplätze vor allem an U- und S-Bahn Stationen die umweltfreundliche Mobilitätsvariante beliebter machen. „Weltweit zeigen Metropolen, dass der Umstieg aufs Fahrrad immer attraktiver wird. Das ist höchst sinnvoll, denn Fahrradfahren ist gesund und besonders stadtverträglich. Es geht nun darum, durch den Ausbau guter Infrastruktur das Radfahren sicher zu machen – und so das gute Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden viel besser zu gewährleisten. Berlin nimmt hier gerade jetzt Tempo auf.“, erklärte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Keine Kohle mehr

Neben der Verkehrswende ist auch der Kohleausstieg ein elementarer Bestandteil der Senatsbeschlüsse, um CO2-Emissionen zu senken. Bisher gelang nur der Ausstieg aus der Braunkohle. In den nächsten zehn Jahren soll auch Energie von Steinkohle vom Netz genommen werden. Eine Machbarkeitsstudie des Senats belegte, dass das Vorhaben sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich ist. Durch erneuerbare Energien und CO2-freien Fernwärme könnten zukünftig jährlich zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden – das entspricht etwa zehn Prozent der aktuellen Emission Berlins.

„Der Kohleausstieg ist ein zentrales Element, um die Energieversorgung klimaneutral zu gestalten. Gerade die Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2050 ist dabei eine hochkomplexe Aufgabe. Die Studie zeigt dabei gute Wege auf, wie die Kohle bis 2030 ersetzt werden kann und möglichst wenig fossiles Gas zum Einsatz kommen muss.“, betonte Günther. (aak)