Zypora Kupferberg – Warren Buffetts Repräsentantin in Deutschland | Foto: Dirk Lässig

Zypora Kupferberg schließt Geschäfte für Warren Buffetts Berkshire Hathaway ab

Die BERLINboxx im Gespräch mit Zypora Kupferberg, Gründerin und Geschäftsführerin von Kupferberg Transactions.

Sie gelten als Warren Buffetts „Deal-Makerin“ und suchen für Berkshire Hathaway nach Übernahmezielen in Deutschland. Was macht Deutschland und Berlin so attraktiv für Warren Buffett?

Ich denke, das große Interesse hängt mit dem Mittelstand in Deutschland zusammen. Berkshire Hathaway und Warren Buffett sind international tätig und halten Beteiligungen in der ganzen Welt. In Deutschland gibt es gewachsene Strukturen und qualitativ hochwertige Unternehmen, die von Generation zu Generation weitergeführt worden sind. Wir finden hier eine der größten Wirtschaftsstrukturen Europas vor auch geografisch in der Mitte des europäischen Marktes. Hier gibt es hochwertige Produkte im Dienstleistungssektor, aber auch im Handelssektor oder im Produktionsbereich. Nicht zuletzt ist Deutschland eines der stärksten Länder im Exportsektor, es spricht einfach vieles für ‚Made in Germany‘. Auch Berlin wird als Investoren-Standort international immer wichtiger.

Sie sind Deutsche und führen selbst ein erfolgreiches Unternehmen: Wie kam der Kontakt zu Warren Buffett zustande?

Ich hatte schon lange beobachtet, wie Berkshire Hathaway arbeitet. Neben den Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen gibt es sehr viele mittelständische Direktinvestitionen in deren Portfolio. In Deutschland waren sie allerdings nur als Investor an der Börse bekannt. Es überraschte mich, dass Warren Buffett in Deutschland und Europa noch nicht Fuß gefasst hatte. Deshalb hatte ich die Idee, Berkshire Hathaway konkret auf die Übernahme eines deutschen Unternehmens anzusprechen, das eine Nachfolgelösung suchte. Die Investmentstrategie von Berkshire Hathaway beinhaltet nämlich, das Unternehmen vom ursprünglichen Eigentümer weiterführen zu lassen und nicht ein eigenes operatives Management zu stellen. Dies ist einem abgebenden Unternehmer sehr wichtig.

Sie haben 1997 den Schritt gewagt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Was hat Sie dazu bewogen und wie haben Sie sich vorbereitet?

Ich bin in einem mittelständischen Unternehmerhaushalt aufgewachsen. Dort habe ich mitgearbeitet und später ebenfalls Erfahrungen in der Unternehmensberatung und mit Beteiligungsgesellschaften gesammelt. Für mich war es eigentlich immer eine logische Konsequenz, mich selbständig zu machen. Ich hatte Ersparnisse für ein Jahr, so lange hatte ich Zeit, um mein Unternehmen auf ein gesundes Fundament zu stellen. Die Frage war, ob mein bereits bestehendes Netzwerk ausreichen würde, um Aufträge zu erhalten.

Bisher hat es nur wenige Firmenzukäufe gegeben: Ist das ein Zeichen für einen Mangel an lohnenden Objekten oder die strategische Vorgehensweise?

Es ist beides. Im Augenblick sind wir in einer Niedrigzinsphase und Unternehmen sind nicht leicht zu erwerben. Zum einen sind die Bewertungen sehr hoch und auch ein Veräußerer vermag die Einnahmen aus einem Verkauf nur mit Mühe alternativ anzulegen. Um die Unternehmen, die am Markt sind, bemühen sich viele Investoren. Wir halten nach geeigneten und qualitativ hochwertigen Gelegenheiten Ausschau, sind jedoch mit Berkshire Hathaway in der Position, nicht jedes Investment durchführen zu müssen. Andererseits passt es natürlich auch nicht für jeden Verkäufer, Berkshire Hathaway als Investor aufzunehmen. Ein Auswahlkriterium ist das funktionierende Management, über das mögliche Übernahmeziele verfügen müssen, denn wir investieren nicht in Sanierungs- oder Strukturierungsfälle. (cr)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.