Zahl der Verkehrstoten in Berlin auf Rekordtiefstand| Foto: Pixabay

Zahl der Verkehrstoten in Berlin auf Rekordtiefstand

Eine solche Statistik gab es seit knapp 30 Jahren nicht mehr: Im vergangenen Jahr sind „nur“ 36 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Damit befindet sich die Zahl der Verkehrstoten in Berlin auf einem Rekordtiefstand.

Dennoch will Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die Zahl noch weiter nach unten senken. „Unser Ziel ist es, die Zahl der im Verkehr schwer Verletzten oder Getöteten auf ein Minimum zu reduzieren. Jede getötete oder schwerverletzte Person ist eine zu viel“, so Günther.

Rekordtief in Berlin

Bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik 2017 am vergangenen Dienstag konnte Verkehrssenatorin Regine Günther eine freudige Nachricht überbringen: Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte, ist die Zahl der Verkehrstoten mit 36 auf einem Rekordtiefstand. Im bundesweiten Vergleich zählte Berlin die wenigsten Verkehrstoten. 2016 waren es noch 56 Verkehrsteilnehmer, die ums Leben gekommen sind.

Für die Verkehrssenatorin sind es immer noch 36 Tote zu viel. „Mit dem Umbau gefährlicher Kreuzungen, mit zusätzlichen Fußgängerüberwegen und perspektivisch auch mit Verbesserungen auf Bundesebene wolle man den Verkehr sicherer machen“, so Günther. Um auf Bundesebene Verkehrsunfällen vorzubeugen, will der Senat eine Bundesratsinitiative starten. Dabei sollen vor allem die viel diskutierten Abbiegeassistenten für Lkw-Fahrer zur Pflicht gemacht werden. So können vor allem Fußgänger und Radfahrer beim Rechtsabbiegen frühzeitig erkannt werden. Des Weiteren sollen noch in diesem Jahr zehn Kreuzungen verkehrssicher umgebaut werden. Im Hinblick darauf werden unter anderem

  • Radverkehrsanlagen eingeführt
  • die LSA in LED-Technik umgerüstet, um die Sichtbarkeit der Signalisierung zu verbessern
  • Überkopfsignalgeber mit 300er Leuchtfelder vergrößert und
  • Pfeilmarkierungen so geändert, dass zweispuriges Rechtsabbiegen vermindert wird.

Trotz weniger Verkehrstote mehr Unfälle

Zwar befindet sich die Zahl der Verkehrstoten auf Rekordstand, doch dies ist kein Grund zur Freude. Denn laut der Statistik gab es mit einem Plus von 1,6 Prozent mehr Unfälle. Vor allem sei die Zahl der Schwerverletzten und verunglückten Kinder gestiegen. Während 2016 noch 691 Kinder im Straßenverkehr verletzt wurden, stieg die Zahl 2017 auf 741. Ein Unfall sogar mit tödlichen Folgen.

„Immer mehr Leute schauen nur auf den eigenen Vorteil, riskieren mit ihrem Fahrverhalten für ein paar Sekunden Zeitersparnis schwere Verletzungen und auch einen tödlichen Ausgang“, kritisierte die Gewerkschaft der Polizei. Die häufigsten Unfallursachen seien Abbiegefehler, Nichtbeachten der Vorfahrt und zu hohes Tempo gewesen.

Während Berlin unter dem Bundesschnitt liegt, befindet sich Brandenburg drüber

Während in Berlin die Zahl der Verkehrstote gesunken ist, gibt es für Brandenburg leider keine so guten Nachrichten: Brandenburg und Sachsen-Anhalt bilden mit je 59 Verkehrstoten pro einer Million Einwohner das Schlusslicht. So registrierte die brandenburgische Polizei 148 Verkehrstote. Das waren gut 22 Prozent mehr als 2016. Angesichts der Verkehrsunfallstatistik 2017 des Landes Brandenburg will Innenminister Karl-Heinz Schröter auf mehr Aufklärung und Kontrollen setzen: „Wir sind aufgefordert, mehr Prävention, aber auch mehr Repression durchzusetzen.“

Hoffentlich wird die Bundesratsinitiative, die bis zum Sommer vorliegen soll, deutliche Verbesserungen bewirken. Dennoch dürfen Verkehrsteilnehmer weiterhin die Gefahren im Straßenverkehr nicht unterschätzen. Auch ein Verkehrsunfall ist immer noch einer zu viel. (dn)

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