Wohnungswirtschaft

Wohnungswirtschaft: Bauen in Berlin so teuer wie nie

Gut drei Milliarden Euro investieren Wohnungsunternehmen 2019 für Neubauten und Modernisierungen in Berlin. Doch was sie dafür bekommen, ist im Vergleich zu 2013 deutlich weniger. Denn Bauland in der Bundeshauptstadt wird immer teuer.

Baulandpreise lassen Wohnungswirtschaft tiefer in die Tasche greifen

Neben dem beschlossenen Mietendeckel treiben auch die aktuellen Entwicklungen der Baupreise die Wohnungsbranche um. Die Wohnungsunternehmen seien in Sorge, sagt Maren Kern, Vorsitzende des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). So ergab eine Studie des Verbandes, dass die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche zwischen den Jahren 2015 und 2019 um circa 38 Prozent gestiegen seien. Wo Unternehmen vor vier Jahren noch etwa 2.000 Euro Baukosten pro Quadratmeter veranschlagten, sind es heute laut BBU eher 2.750 Euro. Neben der Baupreisinflation seien vor allem gesetzliche Vorgaben der Grund für diese Entwicklung, erklärt die Verbandschefin.

Radikaler Anstieg der Baulandpreise – wenig freie Flächen

Wohnungsbauunternehmen fällt es immer schwerer, passende Grundstücke in der Hauptstadt zu finden. So könnten, nach einer Schätzung des BBU, allein die Genossenschaften in Berlin pro Jahr gut 2.000 Wohnungen errichten, ständen ihnen freie Flächen zur Verfügung. Derzeit bauen sie nur circa 1.000 Wohnungen pro Jahr. „Noch bauen unsere Unternehmen im Zuge der Nachverdichtung vor allem auf eigenen Grundstücken. Diese Reserve ist aber weitestgehend aufgebraucht.“, erklärt sie.

Darüber hinaus sind die Preise für neues Bauland in den letzten Jahren radikal angestiegen. Berechnungen des BBU ergaben, dass zwischen 2013 und heute die Baulandpreise um ganze 470 Prozent gestiegen sind. Um das in Berlin heiß diskutierte bezahlbare Wohnen zu ermöglichen, müsse auch bezahlbares Bauen ermöglicht werden, sagt Kern. Ein weiteres Problem: Die Firmen treffen wiederholt auf Widerstand der Nachbarschaften.

Investitionsausgaben auf Rekordniveau

Trotzdem befinden sich die Investitionsausgaben der 140 BBU-Mitglieder auf Rekordniveau. Genossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften geben 2019 etwa 3,2 Milliarden Euro für Modernisierung, Instandhaltung und Neubau aus. Laut BBU seien die Ausgaben damit im Gegensatz zu 2018 noch einmal um 39 Prozent gestiegen. 7.513 Wohnungen sollen noch in diesem Jahr von dem Geld gebaut werden. Eine Fertigstellung von gut 44.700 neuen Wohnungen ist für den Zeitraum zwischen 2019 und 2023 geplant. Die Verbandschefin erklärt: „Innerhalb von nur fünf Jahren werden fast so viele Wohnungen errichtet, wie in den letzten 30 Jahren“. Die Investitionspläne seien ehrgeizig und müssen mit Blick auf den Mietendeckel refinanziert werden, sagt Kern. (lb/aw)

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