Nachfrage am Berliner Speckgürtel boomt | Foto: Pixabay/karlherl

Wohnraummangel: Nachfrage im Berliner Umland boomt

Nach wie vor wächst Berlin rasant, die Wohnraumnot nimmt immer weiter zu. Kürzlich wurde bekannt, dass Berlin die Stadt mit dem höchsten Anstieg bei Miet- und Kaufpreisen ist – und das weltweit!

In der Folge ist die Nachfrage nach Wohnungen im Berliner Speckgürtel innerhalb der letzten fünf Jahren dramatisch gestiegen.

Die Not auf dem Wohnungsmarkt

Die Mietpreise haben sich mancherorts in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt und für viele ist angemessener Wohnraum kaum noch bezahlbar. 2016 haben die Berliner Behörden rund 30.000 Menschen ohne Wohnungen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Berlins Sozial-Staatssekretär, Alexander Fischer, schätzt, dass die Zahl im vergangenen Jahr um 50.000 zugenommen hat.

Angesichts der Umstände, die sich auf dem Wohnungsmarkt zunehmend verschlechtern, setzten rund 13.000 Menschen Mitte April ein starkes Zeichen. Unter dem Motto „Widerstand – gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ hatten 254 Initiativen und Organisationen zum Protest aufgerufen. Tausende Menschen schlossen sich dem Aufruf und forderten Kurskorrekturen von Politik und Wirtschaft.

Boomender Speckgürtel in Berlin

Aufgrund dieser Entwicklungen, ist es die logische Folge, dass die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern im Berliner Umland erheblich gewachsen ist.  Denn hier sind die Preise – noch – wesentlich niedriger. Laut einer immowelt-Studie ist das Interesse am Berliner Umland in den letzten fünf Jahren um 311 Prozent angestiegen. Damit liegt die Hauptstadtregion deutschlandweit auf Platz 1.

„Aktuell werden in Berlin Eigentumswohnungen und Häuser für mehr als 3.370 Euro pro Quadratmeter im Median angeboten – und somit 79 Prozent teurer als noch 2011. Das Umland lockt hingegen mit vergleichsweise preiswerten Immobilien von 2.280 Euro“, heißt es in der Studie.

Berlin braucht bis 2030 117.000 Wohnungen mehr

Berlins Bevölkerungszahlen werden auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Die aktuelle Bevölkerungsprognose der Stadtentwicklungsverwaltung geht davon aus, dass bis 2030 rund 181.000 Einwohner mehr in der Stadt wohnen werden. Um diesen Zuwachs zu schultern, wird  Berlin bis zu 117.000 Wohnungen mehr benötigen. Es ist fraglich, ob die Hauptstadt das in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum schaffen kann. Die Zahl der Berliner, für die Gemeinden im Berliner Umland eine attraktive Alternative sind, wird folglich ebenfalls weiter wachsen. (dn)

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