Wohnraum für Berlin: Aufstockung von Berliner Wohnhäusern gefordert | Foto: CC0 Creative Commons
Wohnraum für Berlin: Aufstockung von Berliner Wohnhäusern gefordert | Foto: CC0 Creative Commons

Wohnraum Berlin: FDP fordert Aufstockung von Bestandsgebäuden

Die Berliner FDP-Fraktion hat den Senat aufgefordert, mit dem Sofortprogramm „10.000 Dächer für Berlin“  mehr Wohnraum für Berlin zu schaffen, um der grassierenden Wohnungsnot entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck sollen nicht ausgenutzte Dachgeschosse und Bestandsgebäude genutzt werden.

Die FDP-Fraktion fordert, Bestandsgebäude im innerstädtischen Bereich um ein weiteres Vollgeschoss aufzustocken. Vorausgesetzt, dass dies möglich ist und keine zwingenden Gründe, wie etwa die Statik oder der Denkmalschutz, dem Vorhaben entgegenstehen. In einigen Fällen könnte man sogar zwei Stockwerke aufstocken.

Zahlreiche Vorschriften für Aufstockungen

„Ein Baustein, um dem Wohnungsmangel in Berlin zu begegnen, ist neben dem Neubau von Wohnungen auch die konsequente Nutzung des bestehenden Potenzials. Dabei spielt die Aufstockung von Häusern und der Ausbau von Dachgeschossen eine wichtige Rolle“, so Stefan Förster, Sprecher für Bauen, Wohnen und Denkmalschutz in der FDP-Fraktion. Hier müsse Berlin „Schrittmacher werden, unnötige bürokratische Hürden“ beseitigen und gesetzliche Vorgaben vereinfachen, sagte Förster weiter.

Mit dem Ausbau von Dachgeschossen und dem Aufstocken der Bestandsbauten könnten Zehntausende neue Wohnungen gewonnen werden. Jedoch verhindern bestehende rechtliche Vorgaben dieses Vorhaben. Beispielsweise fordern die Vorschriften unter anderem, dass es für Dachgeschosswohnungen neben dem normalen Treppenhaus einen zweiten Rettungsweg geben muss.

Die Suche nach Wohnraumpotenzialen

Die FDP sieht dringenden Handlungsbedarf im Sinne neuer Wohnperspektiven für die wachsende Stadt und will die Vorschriften der Berliner Bauordnung deshalb lockern, um dringend benötigten Wohnraum für Berlin zu schaffen. So sollen für die zusätzlichen Geschosse keine Aufzüge gebaut und Außentreppen, Rettungsplattformen und Rettungsschläuche als Rettungsweg zugelassen werden. Zudem sollten Straßenbäume für die Schaffung von Rettungswegen gefällt und beschnitten werden dürfen.

Erst im September hatte der Senat ein Handlungsprogramm zur Beschleunigung des Wohnungsbaus beschlossen, um verfügbare Wohnraumpotenziale in Berlin ausfindig zu machen.

SPD, Linke und Grüne haben sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, bis zum Jahr 2021 30.000 neue städtische Wohnungen bauen. Der „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030“ rechnet mit 194.000 zusätzlich benötigten Wohnungen. Laut Bauverwaltung startet bald ein Pilotprojekt zur Dachaufstockung, um neuen Wohnraum zu schaffen. Das hat Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) im Abgeordnetenhaus bestätigt. (red)

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