Wohnen rund um den BER- bulwiengesa stellt Konsortialstudie vor | Foto: Pexels

Wohnen rund um den BER- bulwiengesa stellt Konsortialstudie vor

Während die Eröffnung des BER auf sich warten lässt, steigt die Arbeits- und Wohnentwicklung des Umfeldes rasant an. So besitzt der Süden Berlins den größten Wissenschafts-und Technologiepark in Adlershof. Auch die beiden wachstumsstärksten Wirtschaftsregionen in Brandenburg, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming, umfassen das Umfeld des BER. Durch das steigende Interesse am Wohnungsmarkt rund um den Großflughafen, hat das Analyseunternehmen bulwiengesa am 20. März zu einer Pressekonferenz eingeladen. Vorgestellt wurde die aktuelle Konsortialstudie für das „Wohnen im BER-Umfeld“.

BER-Umfeld hat großes Potenzial

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist durch einen großen Wirtschaftsfaktor geprägt: In 14.000 kleinen und mittelgroßen Unternehmen sind circa 55.000 Arbeiter beschäftigt. Auch Teltow-Fläming verzeichnet mit 53 Gewerbegebieten ein nachhaltiges Wachstum. Vor allem prägen namhafte Konzerne wie Rolls-Royce und Mercedes-Benz die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises. Teltow-Fläming zählt zu einem der wichtigen Hotspots, wenn es um Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Fahrzeugbau und Biotechnologie in Deutschland geht.

Mit der Eröffnung des Flughafens wird Berlin zu einem internationalen Drehkreuz für Personenverkehr. Fast 60 Millionen Passagiere sollen pro Jahr vom BER befördert werden. Auch das Wachstum rund um die Wohn- und Gewerbeimmobilien wird signifikant in die Höhe steigen. Unternehmen mit internationaler Klientel- und Mitarbeiterstruktur werden immer mehr Gefallen daran finden, in das Umfeld Berlins zu ziehen. Für professionelle Immobilienunternehmen und Verkäufer mit einem langfristig geplanten Investmenthorizont ist der BER folglich ein wichtiger Pluspunkt.

 

Wohnen rund um den BER-bulwiengesa stellt Konsortialstudie vor | Foto: Pexels

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Vorstellung der bulwiengesa Studie

Um das Flächenpotenzial rund um den BER zu untersuchen, haben verschiedene Unternehmen zusammen mit bulwiengesa eine Studie durchgeführt, die am vergangenen Dienstag vorgestellt wurde. Die Konsortialstudie fokussiert sich besonders auf die Entwicklungsgebiete des Großflughafens. Neben Standortbedingungen wurden soziodemografische und immobilienwirtschaftliche Parameter von 18 Brandenburger Gemeinden und Städten sowie von vier Berliner Bezirken untersucht. Unter Berücksichtigung der Spannungen zwischen dem Investmentprodukt „flughafennahe Büroimmobilie“ und dem Makrostandort Berlin umfasst die Studie die Voraussetzung sowie Chancen und Risiken für die geplanten Entwicklungsgebiete. Beteiligt an der Multi-Client-Studie waren unter anderem Bauwert Aktiengesellschaft, DIE Deutsche Immobilien Entwicklungs AG und Bonova Deutschland GmbH.

Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa AG, stellte die Studie vor, in der unter anderem die kontinuierliche Entwicklung und die Zielgruppen für das Wohnen rund um den Flughafen untersucht wurden: „Die Region profitiert als Teil des Berliner Speckgürtels von dem dynamischen Wachstum der Hauptstadt. Zudem bietet die Nähe zu dem geplanten Großflughafen einen entscheidenden Standortvorteil, den andere Umlandregionen nicht haben. Der Flughafen wird zu einer starken Entwicklungsdynamik durch neue Arbeitsplätze und Investitionen in die Infrastruktur beitragen. Das macht die Region für die Bevölkerung eben so attraktiv wie für Investoren.“

Laut Schulten entstehen in Zukunft „optimistisch betrachtet“ weitere 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze im Umfeld des BER.

Eine Diskussion unter Fachleuten

Ist es Zynismus am BER zu bauen? Wer zieht freiwillig in die Nähe des Großflughafens, wenn man den Lärmpegel bedenkt? Und warum suchen sich die Bauunternehmen immer öfter Flächen außerhalb der Hauptstadt? Ist Berlin etwa ausverkauft? Das und vieles mehr wurde in einer anschließenden Diskussionsrunde debattiert.

Dr. Hagemann, von der Deutschen Immobilien Entwicklungs AG sah für die Zukunft, die Geräuschkulisse nicht als relevanten Faktor, der das Wohnen am BER beeinflusse. Die Maschinen der Flugzeuge seien auf dem neuesten Stand und weit aus leiser als noch vor einigen Jahren. Weiter begründet er, dass der Lärm der Autobahn wesentlich lauter sei und die Bereiche, die zu stark von der Lautstärke der Flugzeuge überschattet werden, sowieso keine Baugenehmigung erhalten würde.

Die Frage, ob Berlin ausverkauft sei, richtete sich explizit an die Bauunternehmen. Henning Hausmann von der Bauwert Aktiengesellschaft gestand, dass das Unternehmen eine Umstrukturierung vornahm. Bislang fokussierten sie für ihr Bauvorhaben die besten Lagen im Zentrum Berlins. Da die Wohnflächen nicht nur knapper, sondern auch immer teurer werden, verlieren Projektentwickler am Berliner Wohnungsmarkt immer mehr das Interesse. Man setze auf eine intakte Struktur außerhalb Berlins.

Unabhängig von der stetig verschobenen Eröffnung des BER, wird das Umland für Investoren immer attraktiver. Die Entwicklungsdynamik durch steigende Arbeitsplätze, die große Flächenverfügbarkeit sowie die Ausstattung von besseren Schulen und Kitas sind nur einige Gründe, die dafür Sorge tragen, dass das Umland immer mehr an Interesse gewinnt. Das Fazit der Studie ist definitiv die Empfehlung für die Errichtung von Neubauprojekten rund um den zukünftigen BER. (ls)

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