Weniger Arbeitslose: Berliner Wirtschaft erlebt einen Aufschwung | Foto: Pexels

Weniger Arbeitslose: Berliner Wirtschaft im Aufschwung

Berlin hat weniger Arbeitslose! Insgesamt verzeichnet die wirtschaftliche Entwicklung 2017 einen positiven Verlauf. So rechnet Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), in diesem Jahr mit einem Wachstum von zwei Prozent. Allein in Berlin soll es 56.000 zusätzliche Arbeitsplätze geben. „Die Berliner Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenquote ist auf einem historischen Tiefstand“, berichtet Amsinck weiter.

Weniger Arbeitslose in Berlin

Die deutsche Hauptstadt erlebt derzeit ein rasantes Arbeitsplatzwachstum. So zeigen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, dass in Berlin immer weniger Arbeitslose wohnen.

Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, ist im November die Arbeitslosigkeit weiter gesunken. So waren nur 160.332 Frauen und Männer als arbeitssuchend gemeldet. Dies entspricht eine Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent, was einen historischen Tiefstand kennzeichnet. Im Oktober waren es 2.327 mehr und vor einem Jahr sogar noch 10.542 mehr.

Trotz des Stellenabbaus von Siemens und der Insolvenz der Air Berlin geht die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass der Beschäftigungsboom anhält. Laut Direktionschef Bernd Becking ist in einem positiven Umfeld der Arbeitsmarkt in Berlin, insbesondere für Fachkräfte, aufnahmefähig. Becking hob hervor, dass der Personalbedarf in den Berliner und Brandenburger Unternehmen hoch sei und Fachkräfte in vielen Branchen gesucht würden.

Ungleiche Verteilung der Teilzeitarbeit

Mit dem Arbeitsplatzwachstum erlebt leider auch die Teilzeitarbeit einen Boom. Die Berliner Morgenpost berichtete, dass die Zahl der Mitarbeiter, die weniger als 40 Stunden im Betrieb beschäftigt sind, sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt hat.

Laut Christian Amsinck sei „Teilzeit politisch und auch von vielen Beschäftigten gewollt. Frauen würden Teilzeitarbeit nutzen, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linke, Sabine Zimmermann, widerspricht dem jedoch: „In vielen Fällen sei die Teilzeitbeschäftigung nicht existenzsichernd und führe zu Altersarmut.“ Denn, wer weniger Stunden arbeitet, verdient weniger und erwirbt dementsprechend geringere Rentenansprüche.

Im vergangenen Jahr mussten 1,3 Millionen Frauen und Männer in Teilzeit arbeiten, weil sie keine Vollzeitstelle finden konnten. Gerade Frauen sollen davon betroffen sein. So arbeitet ein Drittel aller Frauen in Teilzeit, während es bei den Männern nur jeder Zehnte ist.

Schwache Tarifbindung

Zur Entwicklung der Tarifbindung sagt Amsinck: „Attraktive Tarifverträge sind ein wichtiger Baustein für die soziale Marktwirtschaft. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen Regelungen finden, die Unternehmen nicht überfordern und ihnen genügend Spielraum lassen.“

In Berlin herrscht derzeit schwache Tarifbindung. Während 1998 noch 41 Prozent der Betriebe an einen Branchen- oder Haustarifvertrag gebunden waren, sind es heute nur noch 19 Prozent. Aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht heraus, dass Beschäftigte aus Betrieben ohne Tarifbindung sich ungerechter entlohnt fühlen, als diejenigen, die nach einem Haus- oder Flächentarifvertrag bezahlt werden. (dn)

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