Weltwirtschaft: General Electric fliegt aus dem Dow Jones Index | Foto: pixabay.com

Weltwirtschaft: General Electric fliegt aus dem Dow Jones Index

Wer ist Walgreen Boots Alliance? Nie gehört? Es ist die größte Apothekenketten der USA, ein Börsenschwergewicht mit mehr als 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Am 26. Juni wird dieser Konzern die amerikanische Industrie-Ikone General Electric (GE) aus dem Dow Jones Index verdrängen. 110 Jahre lang war GE im amerikanischen Leitindex gelistet. Jetzt scheidet das letzte verbliebene Gründungsmitglied aus dem Dow Jones Industrial aus. Eine Ära geht zu Ende.

Ersetzt wird GE durch die Walgreen Boots Alliance. Das Betreiberunternehmen des Index, S&P Dow Jones Indices erwartet, dass der Apotheken-Riese „bedeutsamer“ zum Index beitragen werde. Für Börsenexperten kommt die Entscheidung „überraschend und ist nicht nachvollziehbar“.

General Electric war das wertvollste US-Unternehmen

Immerhin steht am Anfang der GE-Historie der Glühbirnenerfinder Thomas Edison, das Unternehmen war schon dabei als Charles Dow und Edward Jones, die Gründer des Wall Street Journals, ihren Index 1896 einrichteten. Seit 1907 ist GE durchgängig im Dow Jones vertreten. Seit 1993 war der Konzern jahrelang das wertvollste börsennotierte Unternehmen der USA. Mittlerweile sind Digitalgiganten wie Google, Apple und Amazon an GE vorbeigezogen.

Doch GE wucherte zu einem unübersichtlichen und schwerfälligen Moloch heran, immer mehr Geschäftsbereiche wurden unrentabel, tausende von Arbeitsplätzen mussten abgebaut werden. Sogar über eine Zerschlagung des Konzerns wurde offen diskutiert. Nur mit einem schmerzhaften Kostensenkungsprogramm konnte Vorstandsboss John Flannery dies einstweilen abwenden. Er will das Kerngeschäft ausbauen: den Bau von Flugzeugturbinen und Kraftwerken sowie die Medizintechnik. Ob das eine Aufspaltung des Traditionsunternehmens ausschließen kann, bleibt offen.

Gewinner ist der ewige Rivale Siemens

Der Prestigeverlust als weltweites Vorbild als Mischkonzern und der Verlust der Index-Platzierung sind nicht die einzigen Schläge, die GE einstecken muss. Einstweilen kommt der Rauswurf aus dem Dow Jones nämlich dem ewigen Rivalen Siemens zugute. Seit Ende vergangener Woche ist der Münchner Konzern wertvoller als General Electric. Noch im August 2013 war die Marktkapitalisierung von GE doppelt so hoch als bei Siemens. (hf)

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