Was der Berliner Sommer mitbringt und was er nicht ermöglicht. | Foto: pexels.com

Was der Berliner Sommer mitbringt und was er nicht ermöglicht

Der Berliner Sommer der das Berliner Stadtleben, insbesondere den vergangenen Monat Mai bestimmte, hat gerade erst begonnen. Jeden Tag werden in den Berliner Medien neue Tipps zur Abkühlung angeboten. Die meisten Leser sitzen jedoch im Büro. Der heißeste Mai seit Rekordhalter im Jahre 1889, kam mit rund vier Grad über den gewohnten Temperaturen. Tief Wilma heißt die warme, zum Teil drückende Luft, die nicht nur Schülern Hitzefrei beschert, sondern durch extreme Trockenheit auch Waldbrände in Aussicht stellt. Der ADAC gab sogar eine Warnung hinsichtlich erhöhten Unfallrisikos aufgrund der gesteigerten Aggressionsbereitschaft mancher Verkehrsteilnehmer bei schwül-warmem Wetter heraus. Auch alten Menschen und körperlich im Freien Arbeitenden, können tägliche 30 Grad aufwärts erhebliche Probleme bereiten.

Der Berliner Sommer überraschte die Hauptstadt dieses Jahr etwas früher. Nicht nur ihre Bewohner konnten sich so schnell gar nicht frei nehmen und genießen, sondern auch die Berliner Bäderbetriebe (BBB) waren, gelinde gesagt, ein weiteres Mal nicht optimal vorbereitet. Der Senat erwägt inzwischen eine Übernahme der Geschäftsführung durch die Berliner Wasserbetriebe (BWB).

Die Hitzewelle im Mai 2018 nähert sich Rekordwerten von 1889. | Foto: pexels.com

Der Berliner Sommer der eingeschränkten Öffnungszeiten

Nur 17 der 26 Berliner Freibäder waren letzte Woche geöffnet. Der Rest sollte zum offiziellen Start der Freibadsaison am 02. Juni nachziehen. Obowhl Berlin bereits seit einem Monat Hochsommerstimmung erfährt. Wie aus den letzten Jahren bekannt, sind die BBB weiterhin unflexibel was eine frühere Öffnung der Freibäder oder längere Wasserzeiten an besonders heißen Tagen angeht. Gründe werden genügend angegeben. Das brachte den Bäderbetrieben bereits den Titel „Sorgenkind, der landeseigenen Unternehmen“ der Morgenpost, ein. Trotz wiederholter und vor allem aufgestockter Finanzierungshilfen durch den Senat, bleiben die Argumente für außerplanmäßige Schließungen oder Öffnungen dieselben. Aufgrund von Personalmangel und des schlechten Zustandes der Bäder – manche von ihnen bereits mitten in den Sanierungsarbeiten – müssen Badegäste ausharren. Zusätzlich wird eine umfangreiche Vorbereitungszeit, beeinflusst von weit zurückliegenden Frostmonaten und dem Messen der Wasserqualität angegeben.

Angesichtes des erneut verspäteten Saisonstarts, hat sich bereits der „Verband Berliner Bäderbesucher“ gegründet. Unter dem Motto „Baden im Kiez ist unser Anspruch“ (Quelle: Tagesspiegel), setzen sie sich für eine Veränderung ein. Vor allem möchte der Verband ein verstärktes Zugehen der Bäder auf die reale Nachfrage und das Wetter erreichen. Auch die Politik sieht sich der unbeantworteten Frage gegenüber, wohin die immensen Zusatzgelder verschwinden. Für die Sanierung und den ausdrücklichen Wunsch auf Personalaufbau ermöglichte der Senat den Bädern im Jahr 2017 bereits 55 Millionen Euro. Im Jahr 2018 stehen nun mehr als 57 Millionen Euro zur Verfügung. Geändert hat sich auch nach Einführung der App, die schnelle Informationen zu den Öffnungszeiten und der Wasserqualität geben soll, bisher kaum etwas.

Ambitionierte Schwimmer haben sich zum „Verband der Berliner Bäderbesucher“ zusammengeschlossen. | Foto: pexels.com

Erhoffte Qualitätssteigerung durch Übernahme

Die Qualität der Gewässer in und um Berlin ist in 98 Prozent der Fälle gut bis ausgezeichnet. Bäder wie das Sommerbad Humboldthain (Wedding), das Columbiabad (Neukölln) oder das Kinderbad Monbijou (Mitte) bleiben bis zum 2. Juni trotzdem geschlossen. Hinzu kommen die beiden von Legionellen befallenen Bäder in Kreuzberg und im Olympiastadion, die aufgrund von Gesundheitsrisiken den Großteil ihrer Duschen schließen mussten. Die Bakterien gedeihen vor allem in Warmwassereinrichtungen mit Sprühnebel. Sie können in bestimmten Fällen grippeartige Symptome bis hin zu lebensgefährlichen Lungenentzündungen hervorrufen. Die Kontrolle der Wasserproben ist auf gesamte zehn Tage angesetzt.

Die Überlegung auf Zusammenlegung der Bäderbetriebe mit den Wasserbetrieben ist vor allem auf den einfachen Zusammenhang zurückzuführen, dass auch nach deutlich erhöhten Zuschüssen, weniger Leistung auf Seite der BBB als Antwort kam. Wie der Tagesspiegel berichtet ist das Management der BBB aus diesem Grund, Anfang Juni in das Landesparlament geladen worden. Neben einer möglichen Andockung an die BWB, müsse jedoch erstmal ein Zukunftskonzept mit ordentlichem Wirtschaftsbetrieb und dem Kunden im Mittelpunkt erarbeitet werden (Quelle: Berliner Morgenpost). In Berlin ist es derzeit heißer als auf der Iberischen Halbinsel. Es wäre doch wünschenswert, wenn an den Orten, wo bereits gebadet werden kann, auch eine Abkühlung möglich ist. Und das auch noch nach Feierabend. (cn)

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