Waldbrand

Waldbrand bei Jüterbog: immer noch keine Entwarnung

Der seit mehreren Tagen anhaltende Waldbrand bei Jüterbog ist immer noch nicht komplett gelöscht. Der Landkreis Teltow-Fläming stufte das Feuer auf dem ehemaligen Truppenplatz am Donnerstag als Großschadenslage ein und übernahm die vollständige Einsatzleitung. Nach dem gestrigen Gewitter hat sich die Lage zwar entspannt, aber es kann noch immer keine Entwarnung gegeben werden.

Größter Waldbrand in Brandenburg seit Jahrzehnten

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog standen zwischenzeitlich rund 800 Hektar in Flammen. Nach Einschätzung des Umweltministers handelt es sich dabei um den größten Waldbrand in Brandenburg seit Jahrzehnten. Kreisbandmeister Tino Gausche sprach am Donnerstag von einer einmaligen Dimension und betonte: „Das hatten wir so noch nie“. Bereits 2018 gab es riesige Brände in Brandenburg, die Rekorde brachen. Bei Treuenbrietzen brannten im August 2018 343 Hektar.

Regen und Gewitter haben für etwas Entspannung gesorgt. „Der Regen vom Donnerstag hat uns schon ein bisschen geholfen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitagmorgen. Das Feuer hätte sich, laut ihm nicht weiter ausgebreitet. „Wir kümmern uns jetzt um die Glutnester und fahren Streife“, sagte der Sprecher weiter. Seit dem späten Donnerstag sei das Feuer unter Kontrolle, gab ein Einsatzleiter im rbb bekannt.

Wind könnte Feuer erneut entfachten

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sei für Freitag kein weiterer Regen angesagt. Dagegen können in der Nacht zu Samstag noch einmal fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter fallen und die Situation weiter entspannen. Allerdings erwartete der DWD für den Sonnabend auch Wind und Böen in Brandenburg. „Wenn die Feuer bis dahin nicht gelöscht sind, könnte der Wind sie erneut anfachen“, sagte ein DWD-Sprecher.

Streit durch Abzug von Feuerwehrleuten

Am Donnerstag hatte der Landkreis Teltow-Fläming den Waldbrand als Großschadenslage eingestuft und die vollständige Einsatzleitung übernommen. Zuvor lag die die Einsatzleitung bei der Stadt Jüterbog, da der Truppenübungsplatz in deren Verwaltungsgebiet liegt. Jedoch sei das Ausmaß so groß gewesen, dass die Stadt das nicht mehr leisten konnte, teilte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Währenddessen hat der Bürgermeister von Jüterbog, Arne Raue (parteilos), die 14 Feuerwehrleute der Stadt aus dem Einsatz abgezogen, da die Situation für die Einsatzkräfte zu gefährlich sei. Untersuchungen hätten ergeben, dass auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz verschiedene Munition erprobt worden sei. „Wir wissen, dass wir alle möglichen Chemikalien in der Erde haben, wir wissen aber nicht, wie sie miteinander reagieren“, sagte Raue. Mittlerweile seien Experten des Kampfmittelräumdienstes mit Messtechnik vor Ort, so eine Sprecher des Landkreises.

Kritik an Raues Entscheidung kommt vom Landesfeuerwehrverband Brandenburg. Verbandspräsident Werner-Siegwart Schippel sagte: „Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein Bürgermeister seine Leute abzieht und die anderen die Arbeit machen lässt“. Man lasse keine Kameraden im Stich, fuhr er fort. Zudem sprach er sich für die Testung von Löschflugzeuge aus der europäischen Löschflugstaffel zur Bekämpfung von Waldbränden aus. Die Entscheidung darüber liegt jedoch beim Bund. Nach Angaben des Landesforstbetriebs ist Brandenburg wegen der vielen Kiefernwälder, wenig Niederschlägen und leichten Sandböden in Deutschland das Gebiet mit der höchsten Waldbrandgefahr.

Gefahr von Waldbränden

Die Waldbrandgefahr ist vor allem von Witterung und Vegetation abhängig. Bei hohen Temperaturen und Trockenheit nimmt sie zu. Der Deutsche Wetterdienst errechnet an Hand dieser Werte den sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI) und leitet daraus die Waldbrandgefahrenstufen 1-5 ab. Dabei bedeutet 1= sehr geringe Gefahr und 5 = sehr hohe Gefahr. Die Gefahr von Waldbränden sollte in keinem Fall unterschätzt werden. Verhindern also Sie aktiv Waldbrände, indem Sie in den entsprechenden Gebieten zum Beispiel weder Rauchen noch Grillen. (lb)

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