Interview mit den Gründern von WahlSwiper

Wählen soll so einfach gehen wie daten. Mit der App WahlSwiper für die Bundestagswahl 2017 ist es möglich, Fragen zur politischen Einstellung zu beantworten – für „Nein“ nach links oder zu „Ja“ nach rechts wischen. Hinter dem Non-Profit-Projekt steckt das Berliner Agentur-Start-up MOVACT, das sich auf Videoproduktion, Livestreaming, App- und Webentwicklung spezialisiert hat. Die drei Movact-Gründer kommen aus allen Ecken Deutschlands: Rostock, Nürnberg und Dresden. Mit ihrer App haben die Wahlberliner ein neues Tool kreiert, welches unentschlossenen Wählern dabei hilft Ihren Favoriten für die Bundestagswahl 2017 zu finden.

BERLINboxx: „Eure App schlug ein wie eine Bombe. Könnt ihr euch diese extreme Medienresonanz erklären?“

Movact: „Mit so viel positivem Feedback haben wir nicht gerechnet. Von T3 und Bento bis hin zu FutureZone und Chip Online wurde über uns berichtet und wir kriegen ständig weitere Interview-Anfragen rein. Das ist natürlich super und zeigt, dass was wir machen auch relevant ist.“

„Woher kam die Idee zu WahlSwiper?“

„Zurzeit gibt es kein Thema in Deutschland, welches so aktuell ist wie die Bundestagswahl 2017 und vielen jungen Leuten fehlt es an Zeit und Motivation, sich die kompletten Wahlprogramme durchlesen, weil diese oft utopisch lang sind. Um das Ganze noch einfacher zu gestalten, haben wir uns an der App Tinder orientiert. Das Ja-Nein Prinzip hat für uns einfach am meisten Sinn gemacht. Wie es in der Politik üblich ist, so bewegt man sich meistens zwischen schwammigen Phrasen hin und her. Auch wenn man in unserer App Fragen überspringen kann, so muss man sich doch klar positionieren.“

„Warum überhaupt App und keine Website?“

„Wir wollten gezielt die jüngere Generationen ansprechen – sozusagen die Generation Tinder. Daher war eine App die beste Option.“

„Es gibt in der App selten ein eindeutiges Endergebnis, welche Partei man wählen soll. Ist das nicht etwas schwierig für den User, der sich gezielt nach einer spezifischen Aussage sehnt?“

„Ehrlich gesagt wäre es etwas komisch, wenn jemand zu 100% mit einer Partei übereinstimmt. Dann hat er die Wahlprogramme sowieso schon auswendig gelernt und würde unsere App nicht benötigen.“

„Seid ihr denn auch privat politisch aktiv?“

„Wir sind politisch interessiert und informieren uns täglich über aktuelle Geschehnisse. Wir sind zwar selbst nicht in einer speziellen Partei aktiv, aber mit der Umsetzung unserer App leisten wir defintiv unseren Beitrag zur Politik.“

„Wie seid ihr auf die Konzeption der Fragen gekommen?“

„Die 30 wichtigsten Punkte wurden von Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität in München zusammengefasst. Diese haben sich die Wahlprogramme durchgelesen und anhand derer die wichtigsten Inhalte zusammengefasst.“

„Könnt ihr uns etwas über die aktuellen Downloadzahlen verraten?“

„Die direkten Zahlen sind natürlich geheim. Aber so viel können wir verraten: Wir haben heute eine Million Swipes geknackt.“

„Wird es eine Follow-up-App geben?“

„Wir schauen bereits jetzt auf die Landtagswahlen in NRW. Und wir wollen die App definitiv weiterführen. An dem genauen Konzept arbeiten wir noch.“

 

Hiermit möchten wir uns bei Movact für ihre Zeit und das nette Interview bedanken. (mg)

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