Der Austausch in B-Part Am Gleisdreieck hat erst begonnen (v.l.n.r.): Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegel, Nadir Guediri, Geschäftsführer der COPRO Projektentwicklung GmbH und Nancy Albrecht, COPRO Sales & Services GmbH | Foto: Kai-Uwe Heinrich

Visionen für die Hauptstadt – Berlin Partner Lunch Break im B-Part Am Gleisdreieck

Das Thema Stadtentwicklung 2019 in Berlin in Verbindung mit einem unaufgeregt konstruktiven Optimismus anzugehen ist aktuell in der Hauptstadt eher ungewöhnlich. Dem Vorstandsvorsitzenden der Copro AG, Marc F. Kimmich gelingt dieser Spagat jedoch: Die perfekte Voraussetzung für das aktuelle Copro-Projekt, die Urbane Mitte Am Gleisdreieck und damit auch für Berlin. Als Gastgeber – gemeinsam mit Annabell Dörksen von Berlin Partner – begrüßte Kimmich die Teilnehmer des Berlin Partner Lunch Breaks im neuen Labor für die Stadt der Zukunft, dem B-Part Am Gleisdreieck und nutzte die Gelegenheit, den Gesprächsteilnehmern seine positive Grundhaltung mit auf den Weg zu geben.

Zum Thema „Flächenmanagement in Berlin“ diskutierten Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa AG, Unternehmensberater Dr. Markus Vogel und Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke mit Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Das rapide Wachstum der Hauptstadt fordert nicht nur Berlins Bewohner, sondern vor allem auch die politischen Entscheider und die Entwickler. Gibt es überhaupt noch genügend Flächen, um die Spree-Metropole auch morgen noch weiter zu bauen? Sind Hochhäuser vielleicht die Lösung für die steigende Nachfrage? Wie funktioniert Verdichtung in Berlin ohne die ebenfalls dringend benötigten Freiräume zuzubauen?

Angebot und Nachfrage in der wachsenden Stadt

Dr. Stefan Franzke beobachtet den Wohnungsmarkt aus einer ökonomischen Perspektive. Das Flächenangebot kann aus seiner Sicht mit der Nachfrage nicht mithalten. Ältere Menschen suchen erfolglos kleinere Wohnungen, junge Familien wollen sich vergrößern, auch hier sei der Markt nicht in der Lage, der Nachfrage gerecht zu werden.

Geschichtsunterricht in B-Part Am Gleisdreieck

Obwohl Platzprobleme erst seit Kurzem eine Rolle spielen, die Situation ist in Berlin nicht ohne historisches Beispiel. Bereits vor 100 Jahren erforderte Berlins rasantes Wachstum schon einmal große Veränderungen. Dr. Stefan Franzke sieht die Schaffung von Großberlin als Vorbild für eine gelungene Stadtentwicklung. Der gesamtgestalterische Anspruch könnte in der heutigen Entwicklung als Beispiel dienen. Andreas Schulten hingegen sieht die destruktive öffentliche Auseinandersetzung als großes Problem: „Stadtentwicklung wird für die lauten Bürger gemacht. Das ist falsch, wir müssen Politik für unsere nächste Generation machen.“

Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist vonnöten

Meist dauert es nicht lange, bis in einer Diskussion über Berliner Bauflächen das Tempelhofer Feld zur Sprache kommt. Die Entscheidungsfindung zur Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes halten die Diskutanten für nicht endgültig abgeschlossen. Aber auch über das Tempelhofer Feld hinaus ist sich Dr. Markus Vogel sicher, dass Berlin genügend Flächen besitzt, um gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerungszuwächsen zu begegnen. Mit der dezentralen Stadt bringt er einen wichtigen Punkt in die Debatte ein: Orte außerhalb des S-Bahn-Rings wie Reinickendorf oder Adlersdorf haben erhebliche Potentiale und einen wichtigen Stellenwert im Stadtgefüge. Eine nachhaltige Stadtentwicklung sei jedoch zu lange verschlafen worden und müsse jetzt vorangebracht werden, auch im Austausch und Dialog mit der Zivilgesellschaft.  Nur eine offene Stadt mit einem breiten gesellschaftlichen Spektrum könne auch den Zuzug von Kapital leisten, den Berlin benötigt.

Als Denkanstöße konnten die Teilnehmer des Lunch Breaks darüber hinaus innovative Wohnformen und -konzepte wie Coworking und Mikrowohnen, das Konzept von Quartieren für 24 Stunden und eine Anpassung der Berliner Traufhöhe auf bis zu 60 Meter, mit in den Nachmittag nehmen.

Holz gewordener Optimismus

Gastgeber Kimmich bleibt dennoch weiter optimistisch. Das Konzept von B-Part Am Gleisdreieck löst seine Versprechen ein. Der luftige Holzbau zeigte sich als Location für Zukunftsdiskussionen, denn B-Part wurde gestaltet, um in der Stadt von morgen zu arbeiten. Der Holzbau steht auf dem Gelände, auf dem die Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird und wird als Coworkingspace genutzt. (mw)

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