Ein schlanker Zwillingsturm definiert den Alexanderplatz neu. | Foto: Sauerbruch-Hutton-Luxigon

Vertical City am Alex: Großstadtplatz neu gedacht

Für viele ist der Alexanderplatz, den schon Alfred Döblin in seinem berühmten Großstadtroman zum Protagonisten machte, das Herz der Hauptstadt. An kaum einem anderen Ort vereinen sich die Widersprüche der Metropole zu einer solchen Melange des großstädtischen Lebens: Berlin pur! Architektonisch ist der Platz geprägt durch die Nachkriegsmoderne, den Fernsehturm, das Park Inn Hotel, aber auch die Bauten des Architekten Peter Behrens. Diese sind bereits in den zwanziger Jahren entstanden. Für manche eine Ost-Berliner Betonwüste, für andere ein Abbild der Berliner Geschichte. Nun soll dem zusammengewürfelten Ensemble in Form eines schlanken Zwillingsturms, 130 Meter hoch, der sich aus einem 36 Meter hohen Sockel erhebt, ein neues und modernes Büro- und Wohnkonzept hinzugefügt werden. So sieht der Siegerentwurf des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton für das neue Hochhaus direkt neben dem Park Inn Hotel aus.

Wohnungen am Alexanderplatz

Das Bauvorhaben, dessen Fertigstellung bis 2023 das französische Immobilienunternehmen Covivio plant, ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: Nach der Fertigstellung des Gebäudes soll der Alexanderplatz nach Jahrzehnten wieder als Wohnadresse dienen. „Hier entstehen erstmals Wohnungen mitten auf dem Alexanderplatz“, so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Es entsteht ein Stück vertikale Stadt, ein wohlproportionierter Turm in einem eleganten Kleid. Der Alexanderplatz wird damit nicht nur um ein neues Hochhaus, sondern um eine weitere prominente Adresse reicher.“

Vertikale Nutzungsmischung

Die Planung sieht eine vertikale Nutzungsmischung vor. In dem gemischt genutzten Hochhaus mit einer Geschossfläche von 60.000 Quadratmetern sind rund 27.000 Quadratmeter für Büros, 22.000 für Einzelhandel und 11.400 Quadratmeter für Wohnen, vorgesehen. Ferner sollen eine Kita, ein Fitness-Club sowie Restaurants und Cafés, eine Dachterrasse auf dem Sockelgebäude und ein großer begrünter Innenhof entstehen. Die Fassade des Hochhauses soll mit Photovoltaikeinheiten bestückt werden, sodass das Gebäude einen Teil seines eigenen Strombedarfs selbst produzieren wird. Mit Hilfe einer Kastenfensterkonstruktion wird es darüber hinaus ermöglicht, das Hochhaus auch natürlich zu belüften. Die Nutzung von Geothermie und Grauwasserwärme sollen das Konzept zur Energieeinsparung und CO2- Vermeidung komplettieren.

Zukunft des Bauens

Ein ambitioniertes Projekt, das an diesem besonderen Ort auch die Zukunft erzählen will. Auf 70 mal 70 Metern wird inmitten der Stadt eine vertikale Stadt entstehen. „Der Alexanderplatz wird als metropolitaner Ort in der Stadt gestärkt. Die Symbolik des Hauses reflektiert die Wichtigkeit des Ortes in der jüngsten Geschichte. Die aktive Fassade weist in die Zukunft des Bauens“, so die Architekten. Covivio Deutschlandchef Marcus Bartenstein fügt hinzu: „Am Ende werden wir einen echten vertikalen Campus schaffen, der mit der besten Infrastruktur im Herzen der Stadt verbunden ist. Dieser Ort, der zu einem neuen Ziel für die Menschen in Berlin wird, spiegelt unsere Sichtweise auf das zukünftige urbane Leben wieder. Das bedeutet Arbeiten, Entspannen, Wohnen, Einkaufen, Essen und Sport an einem Ort.“

Covivio will den Turm nicht nur entwickeln, sondern auch im Bestand halten. „Deshalb planen wir keine Eigentums-, sondern Mietwohnungen“, so Bartenstein. Rund 220 Wohnungen sind vorgesehen. Bei der Mietpreisgestaltung will man sich an aktuellen Marktpreisen orientieren, diese liegen aktuell bei 15 Euro je Quadratmeter. 400 bis 500 Millionen Euro will das Unternehmen insgesamt in den Turm samt Sockelgebäude investieren. (ak)

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