Vegane Ernährung – Definition & Regeln | Foto: Pexels

Vegane Ernährung – Definition & Regeln

Laut dem Vegetarierbund leben etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland vegan – Tendenz stetig steigend. Doch was heißt es genau vegan zu leben und ist vegane Ernährung gesund?

Definition und Regeln des Veganismus

Der Veganismus ist eine besondere Form des Vegetarismus. Anders als die Vegetarier verzichten Veganer nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf alle anderen tierischen Produkte, wie Milch, Eier oder Honig.

Der Veganismus geht sogar noch einen Schritt weiter. Denn vegan zu leben, bedeutet noch mehr als nur vegan zu essen. So schließt die vegane Lebensweise auch das Tragen von Kleidungsstücken, die tierischen Ursprunges sind, aus. Demnach tragen Veganer kein Leder, keine Seide oder Wolle. Viele nehmen diese Definition von vegan jedoch nicht allzu genau, sodass man zahlreiche vermeintliche Veganer in Berlin mit Wollpulli sieht.

Die Vorteile einer veganen Lebenseinstellung

Die vegane Lebenseinstellung basiert für die meisten an erster Stelle auf einer Art Ideologie. Es geht um das Mitgefühl mit dem Planeten, der Umwelt und natürlich den Tieren. Veganer sind grundsätzlich gegen die Massentierhaltung und setzen gerne sich für den Umweltschutz ein. Insgesamt ist die vegane Lebensweise dadurch geprägt, dass natürliche Ressourcen besser genutzt werden.

Dabei geht es auch um den menschlichen Körper, denn vegane Ernährung ist kalorienarm und gesund. Veganer essen viel weniger Fast Food, greifen gerne zu Vollkornprodukten und essen vor allem mehr pflanzliche Lebensmittel. Pflanzen sind reich an natürlichen Antioxidantien, welche vor Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen degenerativen Erkrankungen schützen. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide, Polyphenole oder OPC werden derzeit ausgiebig auf ihre medizinische Wirksamkeit hin erforscht. Nachweislich positiv wirkt sich streng gelebter Veganismus auch auf die Cholesterinwerte aus, diese sinken durch vegane Ernährung. Dass pflanzliche Fette gesünder sind als tierische, haben die uns die Ökotrophologen schon oft genug postuliert.

Ist vegane Ernährung gesund?

Ernährungswissenschaftler sind sich bei der Beurteilung der veganen Ernährung alles andere als einig. So ist immer wieder die Rede von der Gefahr von Nährstoffdefiziten. Vor allem während der Schwangerschaft, in der Stillzeit und während des jugendlichen Wachstums ist das Risiko einer Mangelernährung bei veganer Ernährung sehr hoch. Besonders für die Eiweißzufuhr wird es problematisch. Denn Eiweiß wird im Optimalfall in tierischer und pflanzlicher Form benötigt, um dem menschlichen Stoffwechsel ausreichend Nährstoffe zuführen zu können. Gerade bei den Mikronährstoffen muss man als Veganer besonders achtgeben. Veganer brauchen z. B. alternative Quellen für Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Calcium Vitamin D und B-Vitamine wie B2 oder B12. Diese Zufuhr müssen Veganer ggf. über vegane Nahrungsergänzungen regeln.

Veganer verzichten freiwillig auf viele Dinge im Leben. Dennoch ist es sehr schwierig zu 100 Prozent vegan zu leben. In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Realität, sind überall Stoffe tierischen Ursprunges verborgen, denen man sich nur schwer vollständig entziehen kann. So sind in vielen Textilien „nicht-textile Bestandteile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet, Brotaufstriche enthalten häufig Gelatine, wie übrigens auch viele Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln oder als Dragees. Und Milchprodukte sind allgegenwertig. Insofern bleibt die vegane Lebensweise insofern ein Stück weit ein Ideal, dem man sich soweit wie möglich annähern kann.

Vegan leben ist eine Lebenseinstellung

Zwar ist Veganismus eine Form des Vegetarismus, jedoch sind die Restriktionen weitreichender. Zugunsten der Umwelt verzichten Veganer auf weit mehr als Vegetarier und die Einschnitte betreffen neben der Ernährung auch die Wahl der Kleidung und vieles mehr. In mancher Hinsicht ist das nicht immer gut für die Gesundheit, denn es können vor allem bei Kindern Mangelerscheinungen auftreten.

Wer vegan leben möchte, entscheidet sich nicht nur für eine andere Ernährung, sondern für eine alternative Lebensweise. Und so entstehen immer neue Vegetarismus Formen, bei denen nicht so streng auf die Regeln geachtet wird. Gerade jungen Menschen ist es einerseits wichtig, ein Statement für Natur und Nachhaltigkeit abzugeben, andererseits jedoch auch einen gesunden Lebensstil zu zelebrieren – dazu gehört auch, sich nicht durch zu strikte Vorschriften zu stressen oder durch völligen Verzicht seiner Gesundheit zu schaden. Man darf sich also nicht wundern, wenn man in Berlin auch mal einen selbsternannten Veganer beim Bio-Schlachter trifft. (uc)

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