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US-Fonds plant Übernahme von Filmpark Babelsberg
| Foto: ©Filmpark Babelsberg GmbH

US-Fonds plant Übernahme von Filmpark Babelsberg

28. September 2021

Das berühmte Babelsberger Filmstudio soll einen neuen Besitzer bekommen. Durch den Verkauf der Produktionsgesellschaft an das US-amerikanische Unternehmen TPG Real Estate Partners soll die Wettbewerbsposition der deutschen Vorzeigeproduktionsstätte gestärkt werden.

Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen Kauf

Die Filmproduktionsstätte Studio Babelsberg in Potsdam soll mehrheitlich an die Tochter des US-amerikanischen Unternehmens TPG Capital, TPG Real Estate Partners, verkauft werden. Eine entsprechende kaufvorbereitende Vereinbarung sei bereits getroffen worden, teilte die Studio Babelsberg AG in der Nacht zum vergangenen Freitag mit. Ein öffentliches Angebot für alle Aktionäre der Gesellschaft soll es in dieser Woche geben. Der Vorstandsvorsitzende von Studio Babelsberg Carl Woebcken und Vorstand Christoph Fiss haben bereits ihre Unterstützung für den Kauf zugesichert. Sie sollen weiterhin an der Produktionsgesellschaft beteiligt bleiben. Der Abschluss der Transaktion stehe noch unter einem Vorbehalt.

TGP wurde im Jahr 1992 gegründet und verwaltet eigenen Angaben zufolge weltweit ein Vermögen in Höhe von rund 108 Milliarden US-Dollar. Als Plattform für Immobilieninvestments verfüge die im texanischen Fort Worth ansässige Tochter über ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar.

Auf ein direktes Engagement im Bereich Filmproduktion blickt der Investor bislang noch nicht zurück. Allerdings beteiligte sich TGP an zahlreichen Unternehmen in der Medien- und Unterhaltungsbranche, hieß es auf Anfrage der Potsdamer Neueste Nachrichten. Zu den Beteiligungen gehören unter anderem die Creative Artists Agency (CAA), eine der größten Talent-Agenturen der Welt in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik und Sport, und Entertainment Partners, ein führender Anbieter von Produktions- und Personalmanagementlösungen im Bereich Unterhaltungsindustrie.

Finanzielle Unterstützung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Im vergangenen Jahr verzeichnete das in der Nähe von Berlin gelegene Studio einen Gewinn von rund elf Millionen Euro. Um im Wettbewerb mit internationalen Studios auch künftig bestehen zu können und weiterhin attraktiv für Schauspieler zu sein, benötigt Babelsberg aber mehr Geld.

Der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken erklärte: „Stellvertretend für das gesamte Management-Team begrüßen und unterstützen wir das Investment von TREP in die Studio Babelsberg AG. Das Netzwerk und die Finanzierungsmöglichkeiten von TREP sowie die solide Geschäftsgrundlage von Studio Babelsberg werden unsere Position als führender Produktionsstandort in Europa weiter stärken.“ Gemeinsam wolle man den Ausbau des Standorts und Investitionen in neue Technologien und Produktionsmethoden voranbringen.

Auch auf Seiten von TREP zeigt man sich zufrieden über den Kauf. In Babelsberg werde Studioqualität auf Hollywood-Niveau geboten. Zudem profitiere das Studio von seiner Lage in der Nähe des Berliner Zentrums und des Flughafens, von seinem urbanen Umfeld, seinem ausgeprägten lokalen Talentpool und den erfahrenen Filmcrews.

Fragen zum konkreten Beteiligungsumfang und den geplanten Investitionen wollte man auf Seiten des Babelsberg-Studios in der vergangenen Woche noch nicht beantworten, man werde die Angebotsunterlagen aber „zu gegebener Zeit veröffentlichen.“ (red)