Bürogebäude Friedrichstraße | Foto: Wikimedia

Umsatzrekord – Büromarktbericht Berlin für 2017

Die Hauptstadt ist und bleibt wohl der dynamischste Markt unter den Top-6 Deutschlands. Mit Bürovermietungen konnte erneut einen Umsatzrekord erzielt werden – der Investmentmarkt meldet zugleich eines der stärksten Jahre.

Büromarkt: Flächenmangel gibt Coworking Spaces weiterhin Aufwind

Berlin beendet 2017 mit einem Rekordergebnis: Insgesamt wurden mehr als 1 Mio. m² Fläche umgesetzt – Premiere für die Hauptstadt.

Gleichzeitig verzeichnet der Markt weiterhin hohe Mietzuwächse. In den letzten zwölf Monaten stieg die Durchschnittsmiete um 19,4 Prozent auf 19,10 Euro, die Spitzenmiete kletterte um 12,4 Prozent auf stolze 31,80 Euro. Im Vergleich zu den übrigen Top-6 liegt die Spreemetropole damit deutlich über dem Durchschnitt. „In den letzten Jahren haben wir eine in Deutschland und vielleicht auch europaweit seltene, wenn nicht einmalige Mietpreisentwicklung erlebt“, sagt Christian Leska, Managing Director Office Agency bei Savills in Berlin. Beim Blick auf die letzten fünf Jahre zeigt sich ein Plus von jeweils mehr als 50 % bei der Spitzen- und Durchschnittsmiete. Leska prognostiziert: „Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht – die Steigerungsraten schwächen sich zwar etwas ab, aber auch in den nächsten zwölf Monaten sehen wir ein Plus der Mieten zwischen 5 Prozent und 7 Prozent.“

Die Leerstandquote ist stark gesunken

Der Anstieg ist auch auf das besonders knappe Flächenangebot zurückzuführen. Die Leerstandquote betrug zum Jahresende 2017 lediglich noch 2 Prozent und liegt damit 70 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. „Insbesondere große, zusammenhängende Büroflächen ab 3.000 m² sind im Bestand nahezu gar nicht mehr verfügbar“, so Leska. Als kurzfristige Alternative gewinnen daher Coworking Flächen immer mehr Relevanz auf dem Bürovermietungsmarkt. Im vergangenen Jahr mieteten überregional tätige Anbieter zehn Flächen mit mehr als 78.900 m² an. Das entspricht einem Anteil von knapp 9,0 Prozent am Vermietungsumsatz.

Langfristig müssen Unternehmen, die große Flächen absorbieren, jedoch mit einem Horizont von mindestens zwei Jahren oder mehr planen sowie immer häufiger auch in Projekten anmieten. Die Fertigstellungspipeline fällt in 2018 und 2019 mit 226.000 m² bzw. 474.000 m² zumindest höher aus in im vergangenen Jahr (208.000 m²) und liegt damit auch deutlich über dem 5-Jahres-Durchschnitt von 175.000 m² Fläche. „Für die nach wie vor immense Nachfrage nach Bürofläche dürfte aber auch dieses vergleichsweise hohe Fertigstellungsvolumen kaum ausreichen“, konstatiert Leska und fügt hinzu: „Das mangelnde Angebot wird deshalb auch weiterhin die Nachfrage limitieren, zumal für 2018 z. B. lediglich ca. 49.000 m² spekulativ zur Neuvermietung zur Verfügung stehen und für die restlichen 78 Prozent bereits Mietverträge unterzeichnet wurden.“ (red)

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