Bald setzt sich der Spreeoark wieder in Bewegung. | Foto: Grün Berlin GmbH, Manuel Frauendorf

Treptow-Köpenick: Neue Pläne für den Spreepark und seine einstigen Attraktionen

Der inzwischen als mystischer „Lost Place“ gehandelte Spreepark im Plänterwald soll in Europas ersten „Natur-, Kunst- und Kulturpark“ verwandelt werden. Den vorläufigen Rahmenplan für die Sanierung und Ausstattung stellte der Senat in Zusammenarbeit mit der landeseigenen Grün Berlin GmbH kürzlich vor. 2016 übernahm der Gestalter der Berliner Stadtlandschaft das Gelände. Nachdem der endgültige Bebauungsplan steht, soll frühestens 2020 mit dem Ausbau begonnen werden. Bis zu 1.000 Menschen hatten sich zuvor mit ihren Ideen an einer Bürgerinitiative beteiligt, wie die taz mitteilte. Ehrwürdige Attraktionen, die einen gewissen Nostalgiefaktor mitbringen und noch heute die Geschichte des Parks erzählen, könnten wieder in Betrieb genommen werden. Das morbide Riesenrad, welches immer noch Wahrzeichen des Parks ist, sowie das Teetassen-Karussell sollen modern aufgerüstet werden. Für das Projekt eines grünen Kunst- und Kulturzentrums im Bezirk Treptow-Köpenick sind 48 Millionen Euro eingeplant.

Noch im Stillstand: Das Teetassen-Karussell im Spreepark. | Foto: Jacob Schmidt

Noch im Stillstand: Das Teetassen-Karussell im Spreepark. | Foto: Jacob Schmidt

Der Spreepark sei ein „Teil der Geschichte der Stadt“ und könne daher mithilfe guter Planung von überregionaler Bedeutung werden, so Umweltsenatorin Regine Günther. Als „Ort der Überraschungen, nicht der Events“, fänden Natur und Kultur in ihm zukünftig gleichermaßen Platz. Große Projekte stehen im Park am grünen Spreeufer an. Schon lange drehte sich hier kein Karussell mehr und keine Führung hatte Zugang. Nun soll sich das ändern und der Spreepark als Ausstellungs- und Schaffenszentrum, auch Touristen von weiter weg anlocken.

Der Spreepark im Wandel

Rund 24 Millionen Euro hat das Land Berlin bereits für den Ausbau des 23 Hektar großen Geländes zugesichert. Das von Anwohnern und Naturschützern befürwortete Sanierungsprojekt erhält große Zustimmung. Denn die derzeitige Instandhaltung des Parks – den Schutz vor Vandalismus einbegriffen – kostet die Grün Berlin jährlich rund eine Million Euro.

Nach der Wende blieben die ehemals 1,7 Millionen jährlichen Besucher des Parks für Betreiber Norbert Witte aus. Der 1969 eröffnete Spreepark verzeichnete nun lediglich Besucherzahlen von rund einer halben Million und musste insolvent schließen. Auch Brandstiftungen im Jahre 2014 und giftige Abfälle aus Vorkriegszeiten, zeichneten das Gesicht des Parks. Lange wurden mutige Pläne durch eingeschätzte Risiken verzögert und potentielle Investoren durch massive Auflagen abgeschreckt. Mit dem neuen Konzept wird ein Plan vorgelegt, der sich durch die Mischung aus altbekannten Wahrzeichen und neuer Kreativität abhebt. Nach vier Jahren Zutrittsverbot können Interessierte seit April 2018 auch wieder an drei täglichen Führungen durch den Park teilnehmen.

Visualisierung aus dem Rahmenplan für den künftigen Spreepark. | Foto:, Grün Berlin GmbH, Latz + Partner / die-grille

Visualisierung aus dem Rahmenplan für den künftigen Spreepark. | Foto:, Grün Berlin GmbH, Latz + Partner / die-grille

Buntes, Baumwipfel  und Bildende Künste

Das Riesenrad wird sich nach dem Einbau von neuen, farbenfrohen Gondeln und modernisierten Sicherheitsvorkehrungen wieder mit Fahrgästen drehen können. Die alte DDR-Maschinenhalle hingegen, wird komplett neuen Funktionen dienen. Als Ort für Veranstaltungen, Kunst-Ausstellungen und Lesungen, sollen zusätzlich Künstler-Ateliers in ihr Platz finden. Wie die Pläne von Senat und Grün Berlin zeigen, könnte auf die Geschichte des Parks durch Kurzfilme und eine Sanierung des ehemaligen „Cinema 2000“ aufmerksam gemacht werden. Neben den nostalgischen Aspekten, soll auch der Erholungscharakter des Parks durch seine weitläufige Natur betont werden. Die Idee ist es einen Baumwipfelpfad auf den alten Achterbahngleisen des ehemalig lauten Vergnügungsparkes entstehen zu lassen. Ein Bootsanleger könnte Touristen zu weiteren Sehenswürdigkeiten und Kulturzentren der Stadt bringen. Die Anbindung auf dem Wasserweg, die eine weitere Sightseeing-Tour ermöglicht, wirbt auch für eine stärkere Eingliederung des Spreeparks als zentrale Attraktion Berlins.

Visualisierung aus dem Rahmenplan für den künftigen Spreepark. | Foto:, Grün Berlin GmbH, Latz + Partner / die-grille

Visualisierung aus dem Rahmenplan für den künftigen Spreepark. | Foto:, Grün Berlin GmbH, Latz + Partner / die-grille

„Das Auto soll die Ausnahme bleiben“, so Günther. Sie spricht von „Freiheitsräumen“ und Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin, von vorläufig freiem Eintritt. Die frühere Gaststätte im Eierhäuschen ist bereits in Planen gehüllt und soll mit voraussichtlicher Wiedereröffnung 2021 den Anfang machen. Nach Fertigstellung wird der Eintritt zwischen fünf und sieben Euro kosten, so Schmidt. Ab Juli sind jedoch neben den bereits stattfindenden Führungen auch künstlerische geplant, die virtuelle Realitäten zeigen. Hierfür ist es ratsam sich zeitnah Plätze zu sichern. (cn)

Visualisierung aus dem Rahmenplan für den künftigen Spreepark. | Foto:, Grün Berlin GmbH, Latz + Partner / die-grille

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