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Milieuschutzgebiete: Maßnahme zeigt Wirkung

Seit März 2015 gibt es in Berlin Milieuschutzgebiete. Nur nach behördlicher Genehmigung ist die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in sozialen Erhaltungsgebieten (sog. Milieuschutzgebiete) erlaubt. Die Bezirke setzen die Umwandlungsverordnung um, wobei sie durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen durch ein Monitoring unterstützt werden.

Milieuschutzgebiete: Umwandlungen weiter rückläufig

Gerade ist der Bericht für 2017 mit erfreulichen Ergebnissen erschienen. Demnach zeigt die Genehmigungspflicht nachhaltig dämpfende Wirkung auf das Umwandlungsgeschehen. In den 21 sozialen Erhaltungsgebieten des Jahres 2015 waren auch 2017 weiter rückläufig. Die Zahl ist von rund 5.000 Wohnungen im Jahr 2015 auf rund 2.600 Wohnungen im Jahr 2017 zurückgegangen. In den weiteren 21 sozialen Erhaltungsgebieten, die 2016 und 2017 festgelegt wurden, sind die Entwicklungen differenzierter zu betrachten. Allerdings zeichnet sich mit längerem Bestand auch hier eine dämpfende Wirkung auf das Umwandlungsgeschehen ab.

Umwandlungsverordnung greift

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Umwandlungsgeschehen in Berlin in 2017 insgesamt deutlich erhöht. Die Umwandlungsquote stieg um rund 25 Prozent. In den sozialen Erhaltungsgebieten verringerte sich die Anzahl der umgewandelten Wohnungen um drei Prozent. Im übrigen Stadtgebiet erhöhte sie sich dagegen um 48 Prozent. Die Umwandlungsverordnung in den sozialen Erhaltungsgebieten hat zu einer insgesamt deutlich gemäßigteren Entwicklung in der gesamten Stadt beigetragen.

„Die Umwandlungsverordnung hat erneut bewiesen, dass sie Wirkung entfaltet“, so Senatorin Katrin Lompscher. Für Lompscher bleibt sie eines der wichtigen Instrumente der Bezirke, um die soziale Zusammensetzung in den einzelnen Kiezen zu erhalten. Nach der Erhöhung der Anzahl der Milieuschutzgebiete in 2018 auf 56, kann die Verordnung laut Lompscher noch stärker greifen. „Ich sichere den Bezirken auch im kommenden Jahr meine volle Unterstützung beim Erlass neuer Milieuschutzgebiete zu“, versichert die Stadtentwicklungssenatorin. (red)

Heftige Debatten um Wohnungspolitik

Laut Stadtentwicklungsplan braucht Berlin bis zum Jahr 2030 194.000 neue Wohnungen, um dem prognostizierten weiteren Bevölkerungswachstum gerecht zu werden und den stark angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Allein 117.000 Wohnungen seien laut Stadtentwicklungsbehörde nötig, um den Bedarf durch den erwarteten Bevölkerungszuwachs um 181.000 Menschen zu decken. Weitere 77.000 Wohnungen werden gebraucht, um das Defizit aus den vergangenen Jahren auszugleichen. Die Opposition wirft der zuständigen Bausenatorin, Katrin Lompscher, Realitätsferne vor. Nach ihrer Auffassung müssten bis 2030 rund 250 000 Wohnungen entstehen, um eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erreichen. Lompscher schaffe nicht einmal die Zielmarke von 30 000 Wohnungen im Jahr.

Stadtentwicklungsplan unrealistisch?

Der wohnungspolitische Sprecher der CDU, Christian Gräff, spricht sogar von Versagen der rot-rot-grünen Regierung. „ Sie kriegen hier in Berlin nichts auf die Reihe!“ Der Stadtentwicklungsplan gehöre in den Papierkorb. Er beruft sich auf die aktuellen Zahlen zu Wohnungsbaugenehmigungen in der Hauptstadt, die vom Landesamt für Statistik veröffentlicht wurden. Demnach ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich gesunken.

Gemeinwohlorientierte Unterkünfte geplant

Nachdem in Berlin in den vergangenen Jahren vor allem teure Wohnungen errichtet wurden, sollen in den kommenden Jahren verstärkt preiswerte Unterkünfte entstehen. Jede zweite neue Wohnung, die bis zum Jahr 2030 geplant ist, soll im sogenannten gemeinwohlorientierten Wohnungsbau entstehen. Laut Senatorin Lompscher liegt die Preisspanne der gemeinwohlorientierten Wohnungen derzeit zwischen der Einstiegsmiete für den sozialen Wohnungsbau von 6,50 Euro und weniger als zehn Euro je Quadratmeter Wohnfläche kalt. Damit sollten „breite Kreise“ der Stadtbevölkerung erreicht werden. Ziel ist, dass 100.000 Wohnungen als gemeinwohlorientierte Unterkünfte entstehen. Dazu zählen alle Bestände von städtischen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen, von sozialen und karitativen Trägern plus Sozialwohnungen anderer Akteure, etwa privater Vermieter.

Elisabeth-Aue in Pankow als Baufläche geplant

Der Schwerpunkt des Neubaus soll auf die 14 bereits geplanten neuen Stadtquartiere gelegt werden. Dazu gehören unter anderem die Europacity am Hauptbahnhof, die Wasserstadt Oberhavel und die Buckower Felder. Während zu Beginn der Arbeiten am Stadtentwicklungsplan zunächst nur Flächen für den Bau von 179.000 Wohnungen ausgewiesen wurden, sind mittlerweile rein rechnerisch genug Bau-Areale gefunden. Der Entwurf für den Plan führt jedenfalls Flächen für den Bau von fast 199.000 Wohnungen auf.  Eingeflossen ist dabei auch der Güterbahnhof Pankow, auf dem 2000 Wohnungen geplant sind.

Vorhersehbare Debatten innerhalb der Regierung

Für weiteren Konfliktstoff in der rot-rot-grünen Koalition könnte sorgen, dass die Elisabeth-Aue in Pankow in der Planung als Baufläche mit aufgeführt wird. Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Linke und Grüne noch darauf verständigt, Baupläne auf dem etwa 70 Hektar großen Acker in dieser Legislaturperiode nicht weiterzuverfolgen. Nun doch nicht?

Mieterverein begrüßt die Neuausrichtung der Planungen

Schon lange forderte die Immobilienwirtschaft den Wohnungsbau auf Flächen wie der Elisabeth-Aue. Angesichts immer knapperer Baulandreserven sei das auch unverzichtbar.

 

Wohnungsnot: IHK stellt Bau- und Flächenkonzept vor

In Berlin wird derzeit kaum ein Thema so viel diskutiert wie die Not auf dem Wohnungsmarkt. Rund 77.000 Wohnungen sollen in der deutschen Hauptstadt fehlen. Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) prognostiziert, dass bis 2030 insgesamt sogar bis zu 200.000 Wohnungen benötigt werden. Derweil verfehlt die rot-rot-grüne Koalition ihre selbst gesteckten Ziele und musste zuletzt die Zahl der geplanten Wohnungen nach unten korrigieren.

Angesichts dieser kritischen Lage hat die IHK Berlin den Senat nun dazu aufgefordert, die Wohnungsbaupolitik umzusteuern.

Wohnungsnot: IHK stellt Bau- und Flächenkonzept vor

Aufgrund der gut ausgebauten Infra- und Wirtschaftsstruktur galt Berlin als attraktiver Standort für zahlreiche Investoren und Unternehmen. Doch mittlerweile hat der angespannte Wohnungsmarkt die Attraktivität Berlins als Industrie- und Wirtschaftsstandort längst überschattet. Besonders für Fachkräfte vieler ansässiger Unternehmen wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Die Mietpreise sind in den vergangenen Jahren infolge der Wohnraumverknappung dramatisch angestiegen. Parallel dazu wird in Deutschlands einziger Metropole viel zu wenig gebaut. Die Bundeshauptstadt hat zwar ambitionierte Baupläne, hängt aber mit dem tatsächlichen Wohnungsbau stark hinterher.

Um den Wohnungsbau zu beschleunigen, stellte die IHK vergangene Woche das Konzept „Fünf Bausteine für die Bau – und Flächenpolitik in Berlin“ vor. In erster Linie ist das Baukonzept für das Aufstocken, Ausbauen von Dachgeschossen oder Wohnungsbau über Supermärkten gedacht. Dadurch könnten insgesamt bis zu 42.000 zusätzliche Wohneinheiten entstehen.

Privatinvestoren als Chance

Darüber hinaus plädiert die Industrie- und Handelskammer dafür, mehr private Investoren in den Wohnungsbau der Hauptstadt zu involvieren. „Die öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften können nur einen Bruchteil der benötigten Wohnungen bauen. Das heißt: Die Privaten sind nicht das Problem sondern ganz im Gegenteil der maßgebliche Teil der Lösung. Das muss die Politik endlich anerkennen und die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen“, so Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin.

Um jedoch mehr Privatinvestoren ins Boot holen zu können, müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Denn vor allem die Bauordnung stellt den privaten Investoren bei der kooperativen Baulandentwicklung ein erhebliches Hindernis dar. „Immer mehr gesetzliche Vorschriften machen das Bauen immer teurer. Wirtschaftlichkeit ist aber nun einmal Grundlage privater Bautätigkeit. Den Preis für diese verfehlte Baupolitik zahlt am Ende die breite Mittelschicht“, kritisiert Eder.

IHK fordert flächendeckendes Gewerbeflächeninformations- system

Während die Wohnungen auf der einen Seite immer knapper werden, fehlt es auf der anderen Seite aber auch vermehrt an Gewerbeflächen. Hierzu forderte die IHK ein flächendeckendes Gewerbeflächeninformationssystem. „Wirtschaft braucht Platz. Deshalb benötigt Berlin ein Gesamtkonzept für seine Industrie – und Innovationsstandorte“, fordert der Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin. Angesichts der Flächenknappheit sieht die IHK vor, die Ränder des Tempelhofer Felds, der Schönerlinder Straße oder der Elisabeth-Aue zu bebauen.

Dem Land Berlin kommen diese Maßnahmen sehr entgegen, denn gerade jetzt besteht Handlungsbedarf, um die Wohnungsnot in den Griff zu bekommen. Noch ist die Hauptstadt ein attraktiver Standort für viele Unternehmen. Doch wenn Firmen keine Gewerbeflächen sowie bezahlbare Unterkünfte für ihre Angestellten finden, könnte sich dies bald ändern. (dn)

Wasserstadt 2.0: Bau erster Häuser hat begonnen

Ob aus Arbeits- oder Bildungsgründen, Berlin ist für viele Menschen ein attraktiver Standort. Im Zuge des Bevölkerungswachstums wird die Wohnungsnot in der Hauptstadt allerdings immer größer. Die Wasserstadt 2.0 soll nun Abhilfe schaffen. Heute beginnt in Spandau am östlichen Havelufer der Bau der Wasserstadt 2.0. Zum Spatenstich kamen die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank sowie die Vorstände der Wohnungsbaugenossenschaften Gewobag und WBM.

Mit dem Projekt Waterkant der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag sowie der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) ensteht bis 2025 ein neues Viertel mit rund 2.500 Wohnungen in der Wasserstadt.

Erste Planungen entstanden in den 90er Jahren

Die Idee, eine Wasserstadt zu bauen, gab es bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch der befürchtete Bevölkerungszuwachs war damals nicht eingetreten, weshalb das Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde. 20 Jahre später wird das Projekt wieder aufgenommen. Denn derzeit hat die Hauptstadt stark mit dem dramatischen Bevölkerungswachstum zu kämpfen. Neue Wohnungen müssen her.

In der Projektplanung sind insgesamt sechs Bauphasen vorgesehen. Für den ersten Bauabschnitt sind 14 Häuser mit zunächst 362 Wohnungen geplant. Die Häuser sind vorwiegend viergeschossig angedacht. Daneben sollen 95 Stellplätze in einer Tiefgarage mit E-Auto-Ladeplätzen sowie Dach-, Gemeinschafts- und Steingärten entstehen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 vorgesehen. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren in einem Zwei-Kilometer-Radius rund um die Wasserstadt 8.000 Wohnungen gebaut werden. Damit gäbe es im Bezirk zusätzlichen Wohnraum für rund 16.000 Menschen.

 

Perspektive Uferpromenade | Foto: Planung 4 Berlin/Architekt Eike Becker

 

Auch die Infrastruktur muss aufgebaut werden

„Tausende Wohnungen sind nur das eine“, sagt der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. „Das andere ist die Infrastruktur, die wir erweitern müssen – Verkehr und Schule.“ In diesem Hinblick steht die Gewobag bereits in engem Kontakt mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und mit der Verkehrsverwaltung. Durch das Grundkonzept des Projekts aus den 90er Jahren gibt es allerdings schon einige der vorgesehenen Straßen.

Zudem ist neben den zusätzlichen Wohnungen auch die Gewährleistung von sozialen Infrastrukturen wie Kindergärten und Schulen notwendig. Hierzu gab Spandaus Baustadtrat Frank Bewig bekannt, dass zusätzliche Kitaplätze im Gebiet selbst und in Nachbargebieten vorgesehen seien. Gerade jetzt in Zeiten der Kitaplatznot sind Kindergarteneinrichtungen dringend erforderlich. Deren Bau ist allerdings erst für einen späteren Bauabschnitt vorgesehen. (dn)

Berliner Immobiliengipfel bei Sammler Usinger

Die Top-Entscheider der Berliner Immobilienwirtschaft trafen sich zum fünften Mal bei Gastgeber Sammler Usinger und der British Chamber of Commerce Germany (BCCG) auf der Zwei-Terrassen Veranstaltung am Unternehmenssitz der renommierten Anwaltskanzlei im Waldorf Astoria. Sabine Usinger moderierte souverän eine große Expertenrunde zum Thema „Internationale Investoren in Berlin – Neue Standorte und Projekte“.

Dabei wurde deutlich, dass Berlin nach wie vor eine hohe Anziehungskraft für Investoren aus aller Welt besitzt – und das trotz widriger politischer Bedingungen. Auffällig war, dass die Berliner Politik durch Abwesenheit glänzte. Dafür hat die mit Christian Gérôme (Allgemeine Immobilien-Börse GmbH), Alexander Harnisch (Diamona & Harnisch Projektmanagement GmbH), Christoph Fahle (betahaus Berlin), Thomas Graf (Drees & Sommer SE), Nikita Roshkow (Ahoy! Berlin), Jutta Heim-Wenzler (Tempelhof Projekt GmbH) sowie Andreas Völker (BNP Paribas Real Estate Consult GmbH) hochkarätig besetzte Diskussionsrunde unisono klar formuliert, dass Berlin noch viele Potenziale bietet.

Berlin braucht mehr Wohnungen

Der Geschäftsführer der Allgemeinen Immobilien-Börse GmbH Christian Gérôme brachte es auf den Punkt: „Kein Land exportiert so viele perfekte Produkte in alle Welt wie Deutschland. Das schafft Sicherheit. Wir sind das wohl sicherste Land in Europa – ohne Brexit, ohne Skandale und ohne Wirtschaftskrisen. Die Menschen suchen Sicherheit und das deutsche Grundbuch‎ ist das wohl sicherste der Welt. Deswegen kaufen auch viele Ausländer in Berlin.“

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte an die Politik der deutschen Hauptstadt. „Wir brauchen mehr Wohnungen in der ‎Stadt. Denn Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die hohen Mietpreise kommen nur durch eine Verknappung zustande. Dabei hat keine andere Stadt auf dieser Welt mehr Potenzialflächen als Berlin. Jede andere große Stadt träumt von vielen Brachflächen. Wir beziehungsweise unsere Politiker sind jedoch nicht in der Lage, diese Flächen als Bauland auszuweisen“, so Gérôme.

Berlin muss sein Potenzial ausschöpfen

Ob für Gewerbe, zum Wohnen, zur Miete oder zum Kauf – das Interesse an Flächen in Berlin steigt rasant. Zwar hält der Boom auf dem Immobilienmarkt weiterhin an, doch schöpft die Hauptstadt sein Potenzial nicht vollkommen aus. Viel zu lange dauert der Wohnungsbau. Nicht zuletzt musste die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, die angestrebten 30.000 Wohnungen, die bis 2021 entstehen sollen, auf 25.000 runter kalkulieren.

Die Situation in der Wohnungspolitik ist noch immer sehr angespannt. Der Wohnungsbau kommt schon lange nicht mehr mit der steigenden Nachfrage hinterher. Obwohl die Wohnungsnot von allen Seiten erkannt wird, wird von der Politik zu wenig dagegen unternommen. „Wir müssen mehr Druck auf die Politiker ausüben und wir müssen den Menschen sagen, wie wir nach vorne kommen“, fordert Projektentwickler Gérôme. (fs)

Stockender Wohnungsbau: Berlin schafft 100 neue Stellen

Berlin ist nicht nur politisch gesehen ein wichtiges Zentrum, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort für zahlreiche Investoren und Unternehmen. Im Zuge des daraus resultierenden starken Bevölkerungswachstums, platzt die Hauptstadt buchstäblich aus allen Nähten. Vor allem die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist dramatisch gestiegen.

Um dem Bevölkerungszuwachs zu begegnen, hat sich die rot-rot-grüne Koalition den Bau von 30.000 kommunalen Wohnungen bis 2021 zum Ziel gesetzt. Dabei sollen die meisten Wohnungen in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau entstehen. Allein in Lichtenberg sind bis zu 19-mal mehr neue Wohnungen als in Charlottenburg-Wilmersdorf geplant. Allerdings könnte der Senat den im Koalitionsvertrag vereinbarten Bau von 30.000 Wohnungen aufgrund des sich zuspitzenden Personalmangels noch weiter verfehlen als bisher absehbar.

Koalition wird die eigenen Wohnungsbauziele wohl verfehlen

Vor zwei Jahren haben SPD, Linke und Grüne im Koalitionsvertrag festgelegt, bis 2021 rund 55.000 zusätzliche landeseigene Wohnungen anzustreben, davon mindestens 30.000 Neubauwohnungen. Diese Zahlen musste Bausenatorin Katrin Lompscher jedoch vor kurzem nach unten korrigieren. Statt den 30.000 Wohnungen werden voraussichtlich nur 25.000 in den nächsten drei Jahren gebaut. Daraufhin hagelte es Kritik von allen Seiten, sowohl von der Opposition als auch von den Koalitionspartnern.

Letztendlich sei die mangelnde politische und administrative Unterstützung Schuld an der Wohnungsbaumisere. Die Wohnungsbaugesellschaften, die im Koalitionsvertrag zum Neubau der Wohnungen verpflichtet sind, beklagen sich über die mangelnde Unterstützung der Senatorin. „In Berlin herrscht kein konstruktives Bau- und Wachstumsklima“, urteilte Maren Kern, Chefin des Berliner Wohnungsverbandes BBU. Immer wieder scheitern Brauprojekte durch Proteste der Anwohner oder Bürgerinitiativen, die die Bebauung verhindern wollen. Lösungsvorschläge auf Senats- und Bezirksebene gibt es jedoch meist keine.

Senat plant 100 neue Stellen

Während die Wohnungsbaugesellschaften sich über die mangelnde Unterstützung des Senats beklagen, kritisiert Senatorin Lompscher die mangelnde Personalausstattung der Bezirke. Wenigstens hier ist nun eine Lösung in Sicht: Um den stockenden Wohnungsneubau zu beschleunigen, sollen in den Behörden 100 neue Stellen entstehen. Die neuen Stellen seien vor allem in den Stadtplanungs- und Umweltämtern der Bezirke vorgesehen. Allerdings sind die 100 Stellen bislang nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 eingeplant, weshalb sie erst ab 2020 besetzt werden können. „Es macht aber keinen Sinn, so lange zu warten, wenn man beschleunigen will“, so Lompscher. „Das heißt also, dass wir diese 100 Stellen entweder aus dem laufenden Haushalt finanzieren oder in einem Nachtragshaushalt abbilden müssen“, sagt die Senatorin weiter.

Die 100 neu geschaffenen Stellen sind Teil des sogenannten Beschleunigungsprogramms für den Wohnungsbau, das Ende dieses Monats im Senat vorgelegt werden soll. Weiterhin sieht das Programm vor, die Wohnungsbaugesellschaften dazu aufzufordern, ihre Prioritäten nicht nur auf große, zeitaufwendige Bauvorhaben zu setzen, sondern ihren Fokus auch auf Dachausbauten, Aufstockungen und Ergänzungsbauten auf eigenen Grundstücken zu legen. Ob bis Ende 2021 die reduzierten Wohnungsbauvorhaben eingehalten werden, bleibt abzuwarten. Lompscher zeigte sich dem Vorhaben gegenüber jedoch zuversichtlich. (sl)

Wohnungsbau: Der Bedarf bleibt trotz Zuwachs

In Berlin wurden 2017 gut 20 Prozent mehr Wohnungen gebaut als im Jahr zuvor. Dennoch ist die Entwicklung im Wohnungsbau „noch nicht bedarfsgerecht“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg e.V., Dr. Robert Momberg. Damit reagierte er auf die Bekanntgabe der Anzahl der Wohnungsfertigstellungen 2017 in Berlin durch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Momberg weiter: „Die Versäumnisse der Vergangenheit, insbesondere was die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum anbelangt, haben zu einer Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt geführt, die entschieden verbessert werden sollte.“

2017 wurden in der Hauptstadt 12.785 Wohnungen fertiggestellt. Im Vergleich zu 2016 ein Zuwachs von 20,5 Prozent. Die Zahl der Berliner Einwohner stieg dabei 2017 gegenüber 2016 um 1,1 Prozent. Zwar harmonierte die Wohnungsbauentwicklung damit rein rechnerisch durchaus mit der Bevölkerungsdynamik. Um jedoch den wachsenden Einwohnerzahlen insgesamt gerecht zu werden, hätte deutlich mehr Wohnungen gebaut werden müssen.

Bedarfsprognose für Wohnungsbau nicht erreicht

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hatte im Vorjahr eine Bedarfsprognose ermittelt, wonach jährlich 20.000 neue Wohnungen bereitgestellt werden müssten, um sowohl der Bevölkerungsentwicklung als auch dem hohen Nachholbedarf Schritt zu halten. Die Zahlen der in 2018 bislang erteilten Genehmigungen zur Schaffung von Wohnraum „zeigen, dass der Wohnungsbau in Berlin auch im laufenden Jahr noch von einer bedarfsgerechten Entwicklung entfernt ist“, sagt Momberg.

Angesichts des Wohnraummangels wird das Wohnen immer teurer. Die durchschnittlichen Nettokaltmieten stiegen in Berlin innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 40 Prozent an. Die Immobilienpreise zogen ebenfalls an – für Eigentumswohnungen um 54 Prozent, bei Häusern sogar um 65 Prozent.  Die Kaufwerte für Bauland haben sich von 2016 auf 2017 mit einem Plus von 150 Prozent mehr als verdoppelt. Auch die Kosten für Personal, Baumaterial, Energie, Transporte, Deponiegebühren, Planung und Architektenleistungen haben sich verteuert, mit  entsprechenden Auswirkungen auf die Erstellungskosten für Wohnungen. Die haben sich, gemessen an den Baukosten für einen Quadratmeter Wohnraum, 2017 relativ zum Vorjahr um fünf Prozent erhöht.

 

Berlin braucht jährlich 20.000 neue Wohnungen | Foto: pixabay.com

Berlin braucht jährlich 20.000 neue Wohnungen | Foto: pixabay.com

 

Warnung vor weiteren Verwerfungen

Wenn dieser Entwicklung nicht konsequent in Form der zügigen Schaffung von bezahlbarem Wohnraum Einhalt geboten werde, ist gerade in Städten wie Berlin mit seiner hohen Anziehungskraft mit weiteren Verwerfungen auf dem Wohnungsmarkt zu rechnen, so die Warnung des Bauindustrieverbandes. „Die Politik in Berlin hat das Wohnungsproblem erkannt. Wir fordern, dass alle bestehenden Programme und Förderinstrumente zur Schaffung von Wohnraum gerade im unteren Preissegment umgesetzt und darüber hinaus weitere Anstrengungen unternommen werden, die den Wohnungsbau in Berlin weiter ankurbeln, um das Wohnungsproblem innerhalb der nächsten Jahre positiv zu lösen“, so der Appell des Hauptgeschäftsführers Momberg. (hf)

Instone Real Estate: Zentrale Lagen weiter im Fokus

Seit 26 Jahren entwickelt Instone Real Estate moderne Mehrfamilienhäuser und saniert denkmalgeschützte Gebäude für Wohnzwecke in Berlin und Brandenburg. Da das Unternehmen Wohnungen unter anderem an Eigennutzer, private Kapitalanleger und an institutionelle Investoren vertreibt, gehören die genaue Kenntnis des Berliner Immobilienmarktes, seine Leistungsparameter, attraktive Standorte und seine Perspektiven zu den Selbstverständlichkeiten der Arbeitsweise von Instone Real Estate.

Standortkompetenz

Das starke Bevölkerungswachstum entwickelt sich für den Berliner Immobilienmarkt immer mehr zu einer echten Herausforderung. Fast eine Viertelmillion Menschen mehr in den vergangenen sechs Jahren – da war Wohnungsknappheit absehbar. Aktuell fehlen schon 77.000 Wohnungen und das wird nicht das Ende sein angesichts von Prognosen, die mindestens bis 2030 nicht mit einem Abebben des Berlin-Zuzugs rechnen.

Als Wohnentwickler spürt Instone Real Estate diese Marktveränderungen an vielen Faktoren, allen voran steigende Preise auf der Miet-, Eigentums- und der Kaufpreisseite. Aber es muss differenziert werden. So fällt beispielsweise der Anstieg im Bereich der Sozialwohnungen insgesamt moderat aus. Bei gefragten Lagen dagegen entfaltet sich der freie Markt deutlich prägnanter. Instone Real Estate hat in diesem Zusammenhang in den letzten drei Jahren einen Anstieg von rund 36 Prozent festgestellt – mehr als in vergleichbaren europäischen Metropolen. Das ist allerdings typisch für Berlin, denn hier findet ein Nachholeffekt statt. Mit der Preisdynamik nähert sich die Hauptstadt immer mehr den internationalen Top-Metropolen an. Solange die Zinsentwicklung moderat bleibt, wird auch dieser Trend weiter anhalten, selbst wenn die Zinsen wieder langsam ansteigen.

Standortanalysen

Instone Real Estate konzentriert sich auf starke Ballungsräume in Deutschland. Neben den Top-7-Städten sind daher auch große Mittelstädte und Universitätsstädte im Fokus der Projektpipeline des Unternehmens. Selbstverständlich prüft Instone Real Estate als professioneller Wohnentwickler genau die Makro- und Mikrostandorte, an denen das Unternehmen investieren will. Dabei geraten auch Standorte abseits der A-Zentren ins Visier – vorausgesetzt, die Begleitfaktoren wie Verkehrsanbindung und soziale Infrastruktur passen zum Konzept. Das heißt, wenn alle Parameter stimmen, muss es nicht zwangsläufig die Innenstadtlage sein.

Standortpotenzial

Es ist vorhersehbar, dass eine Ausdifferenzierung in den Metropolräumen stattfinden wird. Auch die Kunden von Instone Real Estate richten den Blick immer häufiger auf die Berliner Randgebiete und machen dabei auch vor der Landesgrenze nicht Halt. Deshalb müssen Berlin und die angrenzenden brandenburgischen Landkreise auch immobilienmarkttechnisch als Einheit betrachtet werden – als eine Einheit, die durch den Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs beinahe täglich immer mehr Realität wird. Anders gesagt: Mobilität muss, genau wie die digitale Infrastruktur, zu einem permanenten Kriterium der Bewertung des Immobilienmarkts werden. Die Verschmelzung Berlins mit Teilen Brandenburgs schreitet voran und mit ihr werden sich ganz neue Potenziale für den hiesigen Immobilienmarkt ergeben.

Dauerwaldweg: Spatenstich für neue studentische Wohnplätze

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich wurde nun offiziell der Bau von 50 neuen studentischen Wohnplätzen im Dauerwaldweg begonnen. Heute um 8 Uhr waren u.a. Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, und die Geschäftsführerin des Studierendenwerks Berlin, Petra Mai-Hartung am Dauerwaldweg anwesend.

Bereits 2013 hatte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit angekündigt, dass neue Wohnplätze entstehen sollen. 2015 wurden dann die Pläne – noch unter der rot-schwarzen Koalition – konkretisiert, aber nicht umgesetzt.

Nun sollen bis Ende 2018 auf dem denkmalgeschützten Grundstück am Rande des Grunewalds 50 neue Wohnplätze entstehen. Drei der Plätze sind für Studierende mit Behinderung vorgesehen. Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Auf dem Gelände befinden sich bereits Wohnungen für 130 Studierende.

Das Projekt im Dauerwaldweg ist eines der ersten Vorhaben, das die Förderung für „Variowohnen“ erhält und wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) als „sehr innovativ“ eingestuft. Das BMUB fördert den aktuellen Bau mit einem Budget von 689.200 Euro.

5000 Wohnplätze für Berlin geplant

Der Bau der 50 Wohnplätze im Dauerwaldweg ist nur ein Teilprojekt des gesamten Vorhabens. Denn in Berlin sollen mindestens 5000 neue Wohnplätze für Studierende entstehen. Laut den Senatsvorgaben soll der Bau der Studentenwohnungen bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Nach Angaben von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sollen 50 Prozent der Wohnplätze durch die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Degewo, Howoge, Gesobau, Gewobag, Stadt und Land sowie die Wohnungsbaugesellschaft Mitte errichtet werden. Die anderen 50 Prozent der Wohnungen sollen von der landeseigenen Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH (berlinovo) übernommen werden. Es bleibt jedoch noch offen, wie hoch die Mietpreise für diese Wohnungen werden. Im vergangenen Jahr ist die berlinovo mit einer Miete zwischen 320 und 350 Euro ausgegangen. (red)

Das Damoklesschwert über „Deutsche Wohnen“

Des einen Leid ist des anderen Profit. Deutsche Wohnen ist zu eine der größten Wohnungsgesellschaften Berlin aufgestiegen, allerdings nicht ohne Kalkül.

Berlins Immobilienverband IVD plädierte vor kurzem noch für die schnellstmögliche Umsetzung eines Aktionsplans, um mehr Wohnungen bauen zu können. 1. Wohnungsneubau ankurbeln 2. Wohneigentum fördern und 3. Abschaffung der Mietpreisbreme. Aber sind wirklich alle beteiligten Parteien daran interessiert? Forscher Heinz Bontrup fertigte im Auftrag der Linken-Fraktion eine Studie zu einer der größten Wohnungsgesellschaften an.

Die Deutsche Wohnen sind eine der größten börsennotierten Immobiliengesellschaften Europas. Mit mehr als 110.000 in der Hauptstadt, haben sie eine marktmächtige Stellung. Die stagnierende Wohnmarktsituation hat aber auch Profiteure. Anfang 2016 waren sie noch mit fast vier Millionen Euro verschuldet, aber die Mietsteigerung (seit 2009), um durchschnittlich 40 Prozent in den sieben größten Deutschlands, lösten einen Teil des Problems. Hinzu kamen niedrige Zinsen für Immobilien-Kredite, an Deutsche Wohnen interessierte Immobilien-Investoren und Steuergeschenke.

Öffentlich kompromittiert wurden sie allerdings durch ihre aggressiven Mietpreissteigerungen bei gleichzeitiger mangelhafter Instandhaltung. Für die Wohnungsbaugesellschaft ist das eine Win-win-Situation aus profitorientiertem Kalkül. Der Mieter bezahlt mehr Miete für eine Immobilie, die nicht in Stand gehalten wird bis der Eigentümer Grund zur Sanierung und somit zur erneuerten Mietsteigerung hat.

Die harte Ausschüttungspolitik wird den Mietern und Kritikern auch gern als Optimierung verkauft. Bisher blieb es bei Abmahnungen und einer Anhörung im Abgeordnetenhaus. Allerdings möchte die Arbeitsgruppe Mietspiegel sowie der Senat die freie Handhabe der Immobiliengesellschaft eindämmen. Dazu müssen die Instrumentarien zur Anhebung der Mieten angepasst und überarbeitet werden sowie die Einstufung der Wohnlagen. Derweil hat die Deutsche Wohnen wieder rund 3.900 und 270 Gewerbeeinheiten in bester Berliner Wohnlage gekauft. Schnellstmögliche Umsetzungen von Aktionsplänen und die Aushebelung der Mietpreisbremse scheinen dem auch noch in die Hände zu spielen. (red)