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Sinkende Baugenehmigungen und Wohnraummangel – Berlin als Neubau-Verhinderer Nummer Eins

Die Genehmigungen für den Bau von neuem Wohnungsraum in deutschen Städten sinken stetig. Von Januar bis Juli 2019 wurden in Deutschland insgesamt 3,4 Prozent weniger Wohnungsneubauten genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Die Hansestadt Hamburg, die sich 2018 noch als Spitzenreiter beim Neubau rühmen konnte, musste einen hohen Rückgang von 36 Prozent in Kauf nehmen. Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Andreas Ibel sieht die sinkenden Baugenehmigungen kritisch: „Die ausgewiesenen Bauflächen sind ausgereizt, die Projekte abgearbeitet. Es ist deshalb unabdingbar, dass nun in großem Maßstab neues Bauland für den Wohnungsbau ausgewiesen wird.“

Stärkster Rückgang in den A-Städten – Berlin an oberster Stelle

Ausgesprochen schlimm trifft es die Bundeshauptstadt, in der bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist. Ibel bezeichnet Berlin sogar als „Neubau-Verhinderer Nummer Eins unter den sieben A-Städten.“ Demnach sei die Anzahl der Grundstücke, die als Bauland genutzt wurden, in den letzten zwei Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2019 konnten 13 Prozent weniger Baugenehmigungen durchgesetzt worden. Dieser Umstand ist angesichts des angespannten Wohnungsmarktes besonders prekär.

Wohnungsneubau nur durch die Zulassung von mehr bezahlbarem Bauland

Laut Ibel könne die Trendwende beim Neubau nur eingeleitet werden, wenn mehr bezahlbares Bauland zugelassen wird: „Neue Wohnungen können nur geplant werden, wenn man auch weiß, wo man sie bauen soll.“ Ein weiteres Problem sind die nicht endenden Bebauungsplanverfahren, die bis zu neun Jahre andauern können. Ist dieser Prozess überstanden, können sich die Antragsteller aber immer noch nicht freuen. Denn im Anschluss muss noch ein langes Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, bis tatsächlich gebaut werden kann.

Die Krise im Wohnungsneubau macht sich zieht drastische Folgen nach sich. Immer weniger Investoren möchten ein Risiko eingehen und in der Hauptstadt investieren. Gemäß einer Umfrage des Landesverbandes Berlin-Brandenburg gab ein Großteil der Immobilienunternehmen an, geplante Investitionen gestoppt zu haben. Ibel warnt, dass Bauherren durch die zunehmend investorenfeindliche Stimmung, den Mietendeckel und die Enteignungsdiskussion verschreckt würden. (sz)

100-jähriges Jubiläum Groß-Berlin – Internationaler Städtebauwettbewerb „Berlin-Brandenburg 2070“

Groß-Berlin, so wie wir es heute kennen, wird im nächsten Jahr 100 Jahre. Anlässlich des Jubiläums plant die Stadt Berlin, im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs, innovative Ideen für die zukünftige Stadtentwicklung vorzustellen.

100 Jahre Groß-Berlin – eine Geschichte von Stadtentwicklern

Bereits 1910 widmeten sich ambitionierte Denker der Entwicklung des Stadtbilds und legten grundlegende Bausteine für die städtebauliche Gestaltung Berlins. Ziel des bevorstehenden Events ist es, nachhaltige Visionen für die rasant wachsende Metropolregion im Jahr 2070 zu entwickeln.

Der Wettbewerb wurde von dem Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) auf den Weg gebracht. Laut Vorsitzendem Tobias Nöfer läge die Wichtigkeit dieser Veranstaltung darin, dass die Großstadtregion von morgen nur mit vereinten Kräften lebenswert gestaltet werden könne.

Bis April nächsten Jahres müssen alle Beiträge und strategischen Überlegungen der Teilnehmenden zu den städtebaulichen Vorstellungen eingereicht werden.

Ausstellung „100 Jahre (Groß-)Berlin. Ein unvollendetes Projekt“

Mit der öffentlich zugänglichen Ausstellung „100 Jahre (Groß-)Berlin. Ein unvollendetes Projekt“ im Kronprinzenpalais in Berlin-Mitte ab dem 01. Oktober bis Ende des Jahres 2020 findet der internationale Städtebauwettbewerb seinen Höhepunkt. Neben der Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge sind hier Besonderheiten im Stadtbild der Metropole zu sehen. Zu bestaunen sind unter anderem die Berliner „Mietskasernen“, zahlreiche Grünflächen und UNESCO-Welterbesiedlungen. Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Gewinner des ersten Platzes bekannt gegeben, der sich über eine stattliche Summe von 70.000 Euro freuen kann.

Groß-Berlin 2020 – Städtebaulichen Herausforderungen mit nachhaltigen Ideen entgegentreten

Der Wettbewerb wird von einigen Kolloquien begleitet. Dort können Fragen zu relevanten Themen wie Mobilität in der Region, Klima und Energie, oder Wohnen und Arbeiten diskutiert werden. Mit Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung, den Klimawandel und das Städtewachstum debattieren fachliche und zivilgesellschaftliche Vertreter Ideen für die zukünftige Entwicklung der Metropole. Die Teilnehmenden stellen sich brennenden Fragen nach der Vereinbarkeit von Verkehr mit dem Ziel der Klimaneutralität Berlins, oder begeben sich auf die Suche nach der Umsetzung einer digitalen Vernetzung von Wohnen, Arbeiten und Wissenschaft.

Partner des Projekts sind die Technische Universität Berlin, das Leibnizinstitut für Raumbezogene Sozialforschung und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin. Zu den Sponsoren zählen bisher unter anderem die Berliner Volksbank, die Deutsche Bahn, die Copro-Gruppe und alle landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften. (sz)

 

Mietenwahnsinn Berlin: Studentenwohnungen sind Mangelware

Immer mehr junge Menschen streben nach dem Schulabschluss ein Hochschulstudium an. Im Wintersemester 2018/2019 waren stattliche 2.867.586 Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert. Ein weiteres Ansteigen der Zahlen wird für die Zukunft erwartet. Besonders begehrt sind Studienplätze in den großen Metropolen, wo in den Sommermonaten der Run auf eine Bleibe beginnt. Doch die Wohnungssituation in den deutschen Metropolregionen ist angespannt. Die Städte kämpfen mit steigenden Bevölkerungszahlen und einem Wohnungsbau, der nicht hinterherkommt. Ein Wunschziel für viele angehende Akademiker ist Berlin. Die Stadt, die aufgrund der extrem gestiegenen Preise in den letzten Jahren zum Sinnbild für den Mietenwahnsinn geworden ist. Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware in der Stadt! Gerade für junge Studenten, die meist mit einem schmalen Budget nach einer Unterkunft in Studentenwohnheimen, WGs oder Einzimmerwohnungen suchen, gibt es nur wenige Möglichkeiten.

Schwindelerregende Zahlen

Denn auch die Zahlen sind schwindelerregend. Fast 191.000 Menschen sind an den Hochschulen der Hauptstadt eingeschrieben. Viele dieser Studierenden hoffen, einen der begehrten Wohnheimplätze zu ergattern. Allerdings konnte das studierendenWERK BERLIN zu Beginn des Wintersemesters 2019/2020 nur 9.158 Wohnheimplätze zur Verfügung stellen – bei bereits über 3.500 Studierenden auf der Warteliste.

Die Lage wird sich voraussichtlich weiter verschärfen, da zum Wintersemester 2019/2020 über 20.000 Abiturienten erwartet werden. Es sind zwar neue Studentenwohnheime geplant, allerdings können diese nur ca. 50 bis 80 Studierende beherbergen. Angesichts der aktuellen Schließung des Wohnheims Hafenplatz in Kreuzburg mit über 400 Plätzen ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch auch wenn Studierende eine Zusage für einen Wohnheimplatz bekommen, kostet dieser im Durchschnitt monatlich immerhin 400 Euro.

Senat kann Versprechen zu Schaffung von Studentenwohnungen nicht halten

Aufgrund der prekären Lage in der Hauptstadt hat sich der Senat im Jahr 2015 das Schaffen von 5000 neuen Wohnungen in Berlin zum Ziel gesetzt. Allerdings wurden bisher nur knapp 1400 der versprochenen Wohnraumplätze zur Verfügung gestellt. Nun sollen die Verwaltungen effektivere Umsetzungsstrategien entwickeln. Auch die Wohnungsbaugesellschaften planen, zukünftig sechs Prozent der neugebauten Wohnungen an Studierende vermieten. Zusätzlich ist in Planung, aktuell an Geflüchtete bereitgestellte Wohncontainer schneller an Studenten zu vermieten. Durch diese Maßnahmen soll etwas Druck vom Kessel genommen werden.

Sicher ist: Studenten müssen weiterhin viel Geduld aufbringen und mit  hohen Mietpreisen sowie langen Wartezeiten rechnen. Das studierendenWERK BERLIN empfiehlt daher, gegebenenfalls vorerst auf Wohnungen am Stadtrand ausweichen. (sz)

Wohnraum – ein knappes Gut

Wohnraum ist ein knappes Gut. Insbesondere im preisgünstigen Segment fehlen vielerorts Wohnungen. Gleichzeitig sehen sich viele Branchen derzeit mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert, der Berufe verschiedener Qualifikation gleichermaßen betrifft. Bei der Akquise neuer Beschäftigter spielen also Zusatzleistungen – wie eine bezahlbare Wohnung – durchaus eine wichtige Rolle. Daher wird der Wohnungsmarkt für Unternehmen zum relevanten Standortfaktor.

Berliner Mittelständler haben jetzt ein innovatives Konzept entwickelt: Wer einen Arbeitsvertrag unterschreibt, bekommt eine bezahlbare Wohnung angeboten.

Dr. Peter Diedrich und Birgit Zoschnick, sind innerhalb der Hauptstadt und des BVMW die Initiatoren, die mit ihren Mitstreitern im Verband über den Tellerrand gedacht und zwei gesellschaftspolitische Themen, die auf den Nägeln brennen, zusammengeführt haben. Mit dem Thema „Genossenschaft für Werkswohnen“ wollen sich Berliner Mittelständler zu einer Genossenschaft bündeln, um für ihre Mitarbeiter günstige Wohnungen zu bauen. Das Thema bezahlbare Wohnungen wird so intelligent verknüpft mit dem in allen Wirtschaftsbereichen akuten Thema Fachkräftemangel. Selbst gut bezahlte und qualifizierte Fachkräfte bleiben bei der Bewerbung um eine Wohnung häufig chancenlos.

Die Städte werden wachsen

Wohnungsmangel ist in allen Ballungsräumen zu beobachten. In München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und anderen Großstädten wird Wohnraum immer knapper und teurer. Im Jahr 2050 werden mehr als 80 Prozent aller Menschen in Städten leben. Der Wohnungsmangel nimmt zu. In der Politik hat man das Problem zwar erkannt, aber bislang nicht lösen können. Weil Mittelständler allein meist nicht die Mittel haben, um für ihre Fachkräfte bezahlbare Mitarbeiterwohnungen zu bauen, hat der BVMW eine Initiative gestartet, die an den traditionellen Werkswohnungsbau anknüpft. Mit dem Angebot „Job plus Unterkunft“ wird es möglich, gesuchte Fachkräfte zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden.

Genossenschaftsmodell statt Gewinn

In Berlin sind aktuell drei Pilotprojekte in Planung, eines in Spandau, die anderen beiden im Osten und in der Rummelsburg. Das Berliner Architekturbüro dkg Architekten plant vier Standardgrößen, ein, zwei, drei und vier Zimmer. Die Mieten werden bei 6,50 € (preisgebunden) und 8,50 € (nicht preisgebunden) liegen, also günstiger als auf dem normalen Mietmarkt. Eine modulare, serielle Bauweise und standardisierte Wohndesigns machen einen kalkulierten Quadratmeterpreis von 2350 € brutto im Vergleich zu sonst bei Neubauten üblichen 4000 € möglich. Verdient werden soll an den Gebäuden nichts. Die Mieter erwerben Genossenschaftsanteile und eventuelle Überschüsse fließen an sie zurück. Der erste Spatenstich erfolgt noch in diesem Jahr. Ende September 2020 sollen die ersten 421 Fachkräfte ihre Wohnungen beziehen. Weitere Städte werden folgen. (dd)

Interessierte Unternehmen haben noch die Chance, sich um den Beitritt zu der Genossenschaft zu bemühen und auf diesem Weg die Zuteilung von Belegungsrechten an Wohnungen zu sichern. Bei Interesse können diese sich noch an Birgit Zoschnik, BVMW Hauptstadtregion Süd, wenden: info@bvmw.de

 

Ateliernot in Berlin: Künstler in den Uferhallen haben „Eigenbedarf“

Die Angst vor Eigenbedarf und Immobilienverkauf raubt derzeit nicht nur vielen Berliner Mietern den Schlaf. Auch die Künstler in den Weddinger Uferhallen sorgen sich und machen eine Ausstellung zum Thema. Die Investorengruppe Augustus Capital hat das ursprünglich denkmalgeschützte Areal 2017 aufgekauft. Seitdem ist die Zukunft des Kunst- und Kulturstandortes ungewiss. Die Hauptstadt pflegt zwar das Image einer Creative City, aber die Realität sieht anders aus. Raumnot, steigende Mieten, immer weniger bezahlbare Ateliers und Privatisierungen lassen kreative Orte in der Stadt verschwinden.

Um auf diese Problematik hinzuweisen, haben die in den Uferhallen arbeitenden Künstler und Künstlerinnen die Ausstellung „Eigenbedarf“ konzipiert. Was – Für – Wen? So lautet die Frage auf drei im Wind wehenden Fahnen von Peter Droboschke am Eingangstor. Antje Blumenstein predigt von einer weißen Styroporkanzel „die Schaffung einer schönen neuen Welt“ und Lena von Goedeke lässt überdimensionale Banknoten flattern.

90 Künstler auf 19.000 Quadratmetern

In der Ausstellung gibt es künstlerische Gedankenspiele zur Zukunft des Areals: Zum Beispiel ein Modell der „neuen Uferhallen“ von Peter Klare, das mit einem in die alten Bestände eingefügten, kreisrunden Einbau alle einbinden will. Unter den Künstlern sind auch bekannte Namen wie Monica Bonvicini, Maria Eichhorn und Katharina Grosse. Viele Beiträge der von Isabelle Meiffert kuratierten Ausstellung setzen sich mit dem Gebäudeensemble auseinander, stehen im räumlichen Kontext, zeigen Visionen oder reflektieren die aktuellen Prozesse.

Die Linien scheinen in der Uferstraße 8 gezogen: auf der einen Seite die Künstler, die Angst um ihre hier beheimateten Ateliers haben, auf der anderen die Käufer. Findet im Wedding die nächste große Gentrifizierung statt? Droht einem Kulturstandort erster Güte mit mehr Ateliers als überall sonst in der Stadt, der außerdem Konzerträume, Tanzprojekte, Theaterinszenierungen, Tonstudios und Probenräume beherbergt, der Ausverkauf? Oder könnte es zu einer gütlichen Einigung kommen?

Kunst oder Kommerz?

Aktuell sitzen Ephraim Gothe, der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, seine Denkmalpfleger, die neuen Besitzer und deren Architekten, das Büro Ortner + Ortner, am Tisch, um eine Lösung zu finden. Mit einem Trick verschafften sich die Künstler ebenfalls Zugang zu den Verhandlungen, indem sie bei der Bilanzpressekonferenz des Kultursenators im April einfach dazwischenfragten, warum sie als Nutzer nicht beteiligt werden, die Gespräche seit einem Dreivierteljahr ohne sie laufen. Jetzt dürfen sie dabeisitzen, wenn auch ohne Stimmrecht. Entschieden ist offiziell noch nichts. (dd)

Zu sehen sind die Arbeiten noch bis zum 1. September.

Ausstellung in den Uferhallen, Uferstraße 8, Berlin-Wedding

Öffnungszeiten: 16-20 Uhr, Montag geschlossen

IW-Studie: Großstädter haben im Schnitt drei Quadratmeter weniger Wohnfläche

Großstädter in Deutschland haben immer weniger Platz zum Wohnen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Kooperation mit dem Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung.  Die IW-Studie wurde vom Themenbereich Integrierende Stadtentwicklung des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) gefördert.

Mieter in Großstädten rücken zusammen

In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern wohnten Mieter, laut der IW-Studie, 2017 im Durchschnitt auf 51 Quadratmetern pro Kopf. Im Vergleich zu 2010 handelt es sich hierbei um einen Rückgang um etwa drei Quadratmeter.

Darüber hinaus käme es in großen Städten wie Berlin, Hamburg, München oder Köln zum sogenannten Crowding-Phänomen. Dabei ist die Anzahl der Bewohner einer Wohnung höher als die Anzahl der Räume. Das käme vor allem dadurch, dass zum Beispiel junge Familien seltener bei der Geburt eines Kindes, aufgrund der hohen Neuvertragsmieten, in eine größere Wohnung umziehen.

Neue Wohnungen oft zu groß

Hinzukomme das Problem, dass die neugebauten Wohnungen meist nur einen bestimmten Teil der Nachfrage decken. Der überwiegende Teil der Wohnungssuchenden kann sich die oftmals großen und teuren Wohnungen gar nicht leisten, so die IW-Studie. „Um das Problem in den Griff zu bekommen, muss in den Großstädten und Ballungsräumen mehr adäquater Wohnraum geschaffen werden“, sagt auch IW-Immobilienexperte Pekka Sagner. (aw)

Förderprogramm GründachPLUS sorgt für grüne Dächer in Berlin

Sie lassen die graue Stadt schöner erscheinen und sind gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – grüne Dächer. Der Berliner Senat stellt jetzt 2,7 Millionen Euro Fördermittel für eine Begrünung in luftiger Höhe bereit.

Grüne Oasen für Berlin

Mit der Bepflanzung der Dächer möchte Umweltsenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen) Berlin grüner und vor allem ökologischer gestalten. Dafür hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das neue Förderprogramm GründachPLUS gestartet. Insgesamt stehen bis 2023 2,7 Millionen Euro Fördermitteln für eine Dachbegrünung auf Berlins Dächern mit mehr als 100 Quadratmetern auf bestehenden Gebäuden für zur Verfügung.

Umgesetzt wird das Förderprogramm von der IBB Business Team GmbH, eine 100prozentige Tochter der Investitionsbank Berlin (IBB). Die Erstberatung für Interessenten übernimmt die Berliner Regenwasseragentur.

„Gründächer wirken gleich mehrfach: sie sind grüne Oasen für die Bewohner*innen, sie helfen gegen Hitzestress, verbessern durch ihre kühlende Wirkung das Mikroklima und sie speichern Regenwasser wie ein Schwamm – auch bei Starkregen. Damit sind Gründächer ein wichtiger Baustein, um die Stadt an den Klimawandel anzupassen“, erklärt Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Grüne Dächer – dem Klimawandel begegnen

Der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Berlin, Dr. Jürgen Allerkamp, betont: „GründachPLUS trägt dazu bei, den Herausforderungen des Klimawandels mit einer nachhaltigen Maßnahme entgegenzutreten und gleichzeitig die Zukunft Berlins als grüne Metropole sicherzustellen. Wir freuen uns auf das neue Programm in unserem Angebot!“

Zudem seien die Gründächer eine notwendige Maßnahme des nachhaltigen Umgangs mit Regenwasser, so Dr. Darla Nickel, Leiterin der Berliner Regenwasseragentur. Denn die begrünten Dächer können 60 bis 80 Prozent des Regens zurückhalten, das später verdunstet. Durch die Wasserverdunstung entsteht dann ein Kühlungseffekt. Grüne Dächer erwärmen sich nur um 10 bis 20 Grad Celsius, wohingegen ein unbegrüntes Dach über 50 Grad heiß werden kann. Dadurch kann auf Klimaanlagen verzichtet werden und gleichzeitig entsteht auch eine dämmende Wirkung.

Anträge für eine Förderung können sowohl von Grundeigentümerinnen und -eigentümern gestellt werden als auch von Initiativ- und Interessengruppen, Vereinen, Begegnungsstätten, Seniorenheimen oder ähnliche Einrichtungen. (aw)

 

Zum Förderprogramm GründachPLUS

Die IBB Business Team GmbH hat das Förderprogramm GründachPLUS in eine neue Sparte ihres Portfolios eingegliedert: Die Fördergruppe „PLUS“. Insgesamt werden drei neue Förderprogramme für den Klimaschutz im Land Berlin diesen Namenszusatz erhalten. Diese richten sich an Grundeigentümerinnen und -eigentümer und unterstützen mit Kostenzuschüssen die Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen an Berliner Immobilien.

Mietpreisbremse verstößt nicht gegen das Grundgesetz

Vor zwei Tagen hatte die große Koalition eine Verlängerung der Mietpreisbremse beschlossen. Heute hat hieß es vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe: Die Mietpreisbremse verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Das bedeutet, dass Vermieter damit einen Eingriff in ihr Wohneigentum grundsätzlich dulden müssen.

Verfassungsgerichtsurteil zur Mietpreisbremse: Rechtlich möglich, politisch gescheitert

„Selbst wenn nun feststeht, dass die einmalige Mietpreisbremse rechtlich möglich war, ist das Instrument politisch gescheitert. Das gilt insbesondere für die kürzlich beschlossene Verlängerung auf zehn Jahre und die beabsichtigten Mietspiegelmanipulationen“, bewertet Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 18. Juli.

In der heute veröffentlichten Entscheidung erklärt das höchste deutsche Gericht die Mietpreisbremse in ihrer bisherigen Form vereinbar mit der Eigentumsgarantie, der Vertragsfreiheit und dem allgemeinen Gleichheitssatz.

Gericht hebt auch negative Folgen hervor

Allerdings hebt es auch eine Vielzahl an unerwünschten und negativen Wirkungen der Bremse hervor: Dazu zählen eine weitere Verknappung des Marktes, die überwiegende Bevorteilung von Besserverdienern und die Gefahr der Aufgabe von Vermietungen. Das Gericht führt anschließend aus, es sei jedenfalls „nicht vollkommen unwahrscheinlich“, dass auch einkommensschwache Haushalte Vorteile haben könnten.

„Für den verfassungsrechtlichen Bestand der Regelung mag diese Mutmaßung zwar gerade noch genügen. Politisch ist dieses Auseinanderfallen von Absicht und Wirkung aber nicht mehr haltbar! Die Mietpreisbremse öffnet die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter“, kritisierte BFW-Präsident Ibel.

Zeitliche Begrenzung eines der Hauptargumente

Als wesentliches Argument bei der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes tauchen immer wieder die Befristung der Bremse und die Orientierung an dem bestehenden Vergleichsmietensystem mit dem Bezugszeitraum von vier Jahren auf.

Scharfe Kritik vom BFW

„Hätte das Gericht seine schon am 18. Juli 2019 getroffene Entscheidung am letzten Freitag veröffentlicht, hätte der Koalitionsausschuss weder die Verlängerung der Mietpreisbremse noch die Verlängerung des Betrachtungszeitraums des Mietspiegels beschlossen. Wir hoffen, dass die Ministerien, die Bundesregierung und die Abgeordneten das Urteil im weiteren Verfahren berücksichtigen. Die Farce um die Mietpreisbremse muss ein Ende haben“, forderte Ibel. „So große Hoffnungen das Gesetz suggeriert, so wirkungslos ist es in der Praxis!“ (red)

Deutsche Wohnen – in Berlin sollen 3.000 Wohnungen verkauft werden

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen (DW) hat am Dienstag den Verkauf von tausendenden Wohnungen angekündigt. 3.000 davon werden allein in Berlin veräußert.

Deutsche Wohnen in der Rolle des Verkäufers

Mit dem Verkauf von 3.000 Wohnungen in der Hauptstadt, den Vorstandschef der Deutsche Wohnen, Michael Zahn, am Dienstag angekündigt hatte, passe man sich an die Situation auf dem Markt an, so Zahn. „Es ist total klar, dass es mehr und mehr Sinn macht, die Rolle des Verkäufers zu übernehmen“, sagte der Vorstandschef der Deutsche Wohnen in einer Analystenkonferenz. „Wir sehen im Markt eine Menge billiges Geld und eine steigende Nachfrage“, so Zahn weiter.

Diese Entscheidung sei außerdem unabhängig von dem in Berlin geplanten Mietendeckel geschehen. Angaben darüber, in welchem Bezirk wie viele Wohnungen zu welchem Preis angeboten werden und ob als Paket oder einzeln wurden jedoch noch nicht gemacht.

Großes Interesse beim Berliner Senat

Bereits im Januar hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) das Interesse Berlins bekundet, Wohnungen von der Deutsche Wohnen (DW) zu kaufen. Doch vor einem Kauf wolle man das Angebot zunächst genau prüfen. Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) hält den Ankauf von Wohnbeständen durchaus für eine Option. Jedoch würde das Land Berlin keine Mondpreise zahlen, betonte der Finanzsenator. Die Käufe müssen wirtschaftlich vertretbar sein.

„Am liebsten würden wir natürlich alles kaufen“, sagte auch Daniel Buchholz, Sprecher für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Wir haben ein großes Interesse und werden uns das Angebot ganz besonders genau ansehen.“

Positives Zeichen auch von CDU und dem Berliner Mieterverein

So erklärte der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Gräff: „Wenn der Preis stimmt, dann sind wir dafür.“ Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins betonte zudem: „Wenn das Unternehmen mit einem fairen Preis, der nicht den überhöhten Marktpreisen entspricht, an das Land Berlin herantreten würde, wäre das ein deutliches Signal.“ Für ihn sei der Verkauf der 3.000 Wohnungen ein Schritt in die richtige Richtung. Zugleich bremste er aber auch zu hohen Erwartungen. „Das kann lediglich langfristig zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt führen. Die aktuellen Mieten der Wohnungen werden gleich bleiben.“(aw)

Wohnungsbau in Berlin scheitert an Baugenehmigungen

Jetzt ist es amtlich – in der Hauptstadt werden zu wenige Baugenehmigungen erteilt und dadurch der Wohnungsbau stark behindert. In Berlin lag die Zahl der erfolgreich durchgeführten Genehmigungsverfahren für Wohnungsneubauten im ersten Halbjahr 2019 um rund 17 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums.

Wohnungsbau in Berlin: Hohe Kosten, wenige Genehmigungen

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldete aus den Bezirken, dass die Bauämter im ersten Halbjahr 2019 gerade einmal Genehmigungen für den Bau von 11.346 Wohnungen erteilten. Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018 sind es 2,2 Prozent weniger.

Am weitesten abgeschlagen ist dabei Pankow. Hier sanken die genehmigten Neubauten von fast 2.300 in 2018 auf 1.126. Das einzige Glanzlicht sind die Großprojekte in Treptow-Köpenick, die die Bilanz aufpolieren. Hier stieg die Zahl geplanter Wohnungen von 1.690 auf 2.526 im Halbjahr 2019.

Kritik von den Bauindustrieverbänden

Der Bauindustrieverband Ost e. V. kritisiert vor allem die überdurchschnittlichen langen Genehmigungsverfahren bei hohen bürokratischen Hürden, die hinter den Zahlen des Amts für Statistik stehen.

Dadurch verzögert sich natürlich auch die Fertigstellung der Neubauten. „Beim gegenwärtigen Tempo im Wohnungsbau wird es Jahre dauern, bis dieses Ziel auch nur annähernd erreicht wird, zwischenzeitlich erhöht sich der Nachholbedarf weiter. Bisher ist eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Berlin nicht einmal in Sichtweite. Statt alle Kraft in die Bereitstellung von Bauland und die Erleichterung von Bauvorschriften zu stecken, verliert sich der Senat in einer Debatte um Mietendeckel und Enteignung. Damit entsteht nicht eine zusätzliche Wohnung“, so Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V.

Plus bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden

Lediglich beim Ausbau von Dachgeschossen oder der Änderung der Nutzung von Immobilien gibt es eine positive Entwicklung. So entstanden knapp 1.400 Wohnungen durch diese Art der Umbauten. Es gab in diesem Bereich also ein Plus von 10,4 Prozent. (aw)

Veranstaltungen

Wohn-Dialog Berlin

Die Stimmung in Berlin ist aufgeheizter denn je – es fehlt an bezahlbarem Wohnraum und die Politik hat bisweilen keine Antworten gefunden, die Situation zu entschärften. Forderung nach Enteignung und öffentlicher Begrenzung der Mietpreise werden immer lauter. Um die Situation zu entschärfen braucht es Lösungen, die wir auf im Dialog mit Experten beider Seiten – Investoren als auch Betroffenen finden wollen.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

BFW-Seminar Wohnungsmietrecht – aktuelle Rechtsprechung 2019

Der Referent , Rechtsanwalt Martin Heide, sichtet für die neuesten Rechtsentscheidungen des BGH und der Mietberufungskammer des Landgerichts Berlin und filtert für die tägliche Praxis relevanten Urteile heraus.

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter von privaten Wohnungsunternehmen, die mit der Verwaltung von Mietwohnungen betraut sind, Bauträger, Projektentwickler und Rechtsanwälte.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Nachhaltige Projektentwicklung als Beitrag zum Städtebau

Der größte Teil des jährlichen Neubaus von Immobilien wird mittlerweile von spezialisierten Projektentwicklern ausgeführt bzw. planerisch vorbereitet. Damit leisten sie mit ihrer über viele Jahre aufgebauten Expertise einen entscheidenden Beitrag zum Wachstum der Städte in Deutschland. Besonders deutlich zeigt sich die Qualität dieses Beitrags im Segment der funktionsgemischten Quartiersentwicklung, wo neue Anforderungen an das Wohnen mit zukunftsfähigen Konzepten zeitgenössischen Städtebaus verbunden werden.

Dabei geht es um die stärkere Verbindung von Wohnen und Arbeiten, das Zusammenleben von Alt und Jung, um Themen wie Sport und Freizeit sowie Mobilität und die Integration städtischer Infrastruktur in diese neuen Quartiere.

In diesem Sinne ist Wohnungsbau heute mehr denn je auch Städtebau und bündelt dabei die Anforderungen unterschiedlicher Fachpolitiken und Ressorts in den jeweiligen Bauvorhaben.

Das Seminar beschäftigt sich sehr praxisnah anhand von konkreten Beispielen mit den wesentlichen Aspekten einer nachhaltigen Quartiersentwicklung.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)