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„Der internationale Glanz der Charité fällt auch auf unseren Bezirk”

Im Gespräch mit Stephan von Dassel (Bündnis 90/Die Grünen), Bezirksbürgermeister von Mitte

Die verschiedenen Ortsteile von Mitte sind so unterschiedlich wie ihre Bewohner. Der Bezirk lebt durch Gegensätze und Widersprüche. Und vor allem liegen zwei der vier Campi der Charité dort. Die BERLINboxx traf Bezirksbürgermeister von Dassel und sprach mit ihm über Herausforderungen im Bezirk und die Bedeutung der Charité.

Zwei von vier Campi der Charité sind in Mitte angesiedelt. Welche Bedeutung hat das Universitätsklinikum für den Bezirk?

Das Universitätsklinikum hat eine sehr große Bedeutung für den Bezirk. Von der medizinischen Bedeutung für die Menschen, nicht nur in Mitte, einmal abgesehen, strahlt die Charité im internationalen Glanz. Von diesem Glanz fällt auch ein bisschen auf unseren Bezirk. Die Charité mit ihren Einrichtungen gehört ebenso zu Mitte wie der Fernsehturm, das Brandenburger Tor oder der Tiergarten. Darauf sind wir natürlich sehr stolz.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller möchte Berlin zur Forschungsmetropole, zum Zentrum der Spitzenmedizin ausbauen. Wird diese Entwicklung auch den Bezirk verändern?

Natürlich wird dieser Ausbau Auswirkungen auf den Bezirk Mitte haben – vor allem für Wedding. Denn für den dortigen Standort, insbesondere das Deutsche Herzzentrum – das im Zusammenhang mit Spitzenmedizin immer zu nennen ist – gibt es ja Umbaupläne, die ihn, aber auch das Umfeld, nochmals deutlich aufwerten würden. Dies allerdings nicht nur in einem physikalischen, sondern auch in einem ideellen Sinne. Mitte ist ja schon jetzt das bevorzugte Ziel vieler Menschen, die aus anderen Teilen der Stadt, des Landes oder der Welt kommen. In einigen Jahren wird es dafür dann neben den klassisch touristischen Gründen, einen noch stärker als heute schon ausgeprägten medizinisch-wissenschaftlichen Grund geben. Und das ist großartig – für uns Patientinnen und Patienten genauso wie für Menschen, die in der medizinisch-wissenschaftlichen Branche in Berlin-Mitte beruflich tätig sind.

Nachverdichtung, E-Scooter, Leihräder und Co. an jeder Straßenecke, weitere Investitionen in die Charité – in Mitte passiert gerade sehr viel. Wo sehen Sie Ihren Bezirk in zehn Jahren?

Grundsätzlich gilt auch in Mitte: Veränderung ist Fortschritt. Es sind ja nicht nur die beabsichtigten Investitionen in die Charité, die wir im Bezirksamt mit großem Wohlwollen zur Kenntnis nehmen, weil sie den Bürgerinnen und Bürgern dienen und damit uns allen, die wir hier leben. Wir freuen uns auch über viele andere Investitionen: Wohnungsbau, Kita- und Schulbauten aber auch Investitionen in weitere Infrastruktur sowie Firmen und damit in Arbeitsplätze. Als Bezirksbürgermeister stehe ich ansonsten natürlich auch jeder Innovation, die Auswirkungen auf das Zusammenleben in unserem Bezirk hat, grundsätzlich sehr aufgeschlossen gegenüber. Wichtig für ein freiheitliches und tolerantes Zusammenleben ist allerdings die Einhaltung von Regeln, denn nur dann können sich Mitte und die gesamte Stadt diesen von vielen geschätzten Lebensstil bewahren. Das gilt für E-Scooter und Leihfahrräder genauso wie den normalen Autoverkehr, die Nutzung von Parks und öffentlichen Grünanlagen und das Verhalten im Öffentlichen Raum allgemein. Daran wird sich auch in zehn Jahren nichts geändert haben – Mitte wird dann genauso wie heute ein lebenswerter Bezirk sein, der seine Reize nicht zuletzt aus seiner bunten Vielfältigkeit bezieht. (aw)

Prof. Thomas Skutella: Ein Meilenstein in der Reproduktionsmedizin

Für viele Frauen ist es ein schweres Schicksal, wenn sie keine Kinder bekommen können.

Auch moderne Methoden der In-vitro-Fertilisation können manchen Frauen nicht helfen. Zum Beispiel helfen keine LH- oder FSH-Stimulanzien, wenn eine Frau sogenannte polyzystische Ovarien (PCO), Endometriose oder sogar das ovarielle Low-Responder-Syndrom hat. Zu wenige oder keine Eizellen können sich durch IVF aus dem Ovar entwickeln. Die bisherige Diagnose lautete unfruchtbar.

 

Durchbruch nach mehr als zehn Jahren intensiver Forschung

Dank neuer Forschungen kann jetzt – in einigen Fällen – geholfen werden. Das Labor von Prof. Dr. Thomas Skutella, Professor für Zellbiologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, hat in einem vom BMBF geförderten Kooperationsprojekt mit Prof. Irma Virant-Klun vom Universitätsklinikum in Ljubljana, Slowenien, nach mehr als 10 Jahren intensiver Forschung an weiblichen Oozyten einen Durchbruch geschafft.

Bei IVF-Patientinnen gibt es einen Anteil von etwa 15 – 20 % an unreifen Follikeln, die Keimbläschen (KB) genannt werden. Bisher konnten diese Keimbläschen nicht befruchtet werden und werden daher ausgesondert. Mit einer neuen Methode der sogenannten „In-vitro-Maturation“, kurz IVM, können die Progenitorzellen der Follikel jedoch in der Petrischale künstlich zur Reife gebracht werden.

 

Verfahren kann auch bei Krebspatientinnen angewendet werden

Die Forschungsgruppe um Prof. Skutella zeigte, dass es möglich ist, den In-vitro-Prozess der menschlichen Oozytenmaturation in einer Co-Kultur mit Kumuluszellen von reifen Eizellen derselben Frau zu verbessern, um ein klinisch erfolgreicheres und sichereres zukünftiges Verfahren zu generieren.

Dieses Verfahren kann auch bei Krebspatientinnen angewendet werden, die sich einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen, um ihre Fruchtbarkeit zu erhalten. In diesen Fällen wird das Material vor der Therapie entfernt und künstlich gereift. Es ist nicht mehr notwendig, dass die Patientinnen wie bisher wertvolle Zeit warten müssen, bis durch In-vivo-Stimulation reife Oozyten gewonnen werden können.

 

Besseres Verständnis der molekularen Grundlagen der weiblichen Fruchtbarkeit

Die Forschungsgruppen von Prof. Skutella und Virant Klun arbeiten derzeit daran, die Rate der Oozytenmaturation in Gonadotropinen (FSH, hCG und AMH) im Verhältnis zum Alter der Oozytenspender auf Einzelzellenebene besser zu verstehen. Sie untersuchen die Expression von Transkriptionsfaktoren, die zuvor in einer Pilotstudie zur In-vitro-Maturation menschlicher Oozyten identifiziert wurden, einschließlich der oozytenspezifischen Gene FIGLA und H1FOO in einzelnen in-vitro gereiften Eizellen. Darüber hinaus analysieren die Forschungsgruppen den Einfluss von Gonadotropinen und dem weiblichen Alter auf die Regulationsmechanismen von miRNAs auf die Expression von Transkriptionsfaktoren und anderen wichtigen identifizierten Genen in einzelnen Oozyten und vergleichen die exosomale miRNA von in-vivo und in-vitro gereiften Oozyten. Sie erwarten, dass die Ergebnisse ein besseres zukünftiges Verständnis der molekularen Grundlagen der weiblichen Fruchtbarkeit liefern und eine Grundlage für die mögliche Entwicklung neuer Medikamente und Therapien zur Stimulation der Ovarialhormone bei IVM bilden werden.

 

Qualität der menschlichen Eizelle bestimmt den Erfolg der Fertilisation

Ein weiterer Durchbruch in der Reproduktionsmedizin ist die Möglichkeit der genetischen Präimplantationsdiagnostik. Kinderlose Paare gehen oft einen langen Leidensweg von unzähligen IVF-Versuchen. Ein Grund, warum die In-vitro-Fertilisation oft scheitert, ist die schlechte Qualität der befruchteten Oozyten. Schlechte Qualität heißt in der medizinischen Fachsprache Aneuploidie, also schwerste Chromosomenstörungen, die nicht lebensverträglich sind. Von „außen“ kann aufgrund der Morphologie die Qualität des Eis oft nicht erkannt werden, was dazu führen kann, dass der gesamte Prozess der künstlichen Befruchtung und Implantation praktisch vergeblich durchgeführt wird.

Die Qualität der menschlichen Eizelle bestimmt den Erfolg der Fertilisation und beeinflusst die daraus resultierende Embryonalentwicklung, Schwangerschaft und Geburt. Sie dient damit als Grundlage für die menschliche Fortpflanzung und Fruchtbarkeit. Die Möglichkeit, die Qualität der Oozyten im Rahmen des In-vitro-Fertilisationsprogramms zu bewerten, ist sehr eingeschränkt.  Abgesehen von der Beurteilung des Aussehens des Oozyten haben die Ärzte keine weiteren Kriterien zur Verfügung.

Entwicklung neuartiger Behandlungsparadigmen

Genexpressionsprofile von einzelnen Oozyten bieten neue und klarere Einblicke in die Qualität und Genese der Oozyten und werden in naher Zukunft in die klinische Praxis einfließen.
Die Ergebnisse sollen neue grundlegende Informationen über den menschlichen Oozyten, seine Vielfalt und ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen der menschlichen Eizelle während der In-vitro-Maturation liefern. Letztendlich trägt dies auch zur Entwicklung neuartiger Behandlungsparadigmen und zur genaueren Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Krebspatientinnen bei. (red)

Patientenversorgung: „Der Patient muss Herr seiner Daten bleiben“

Im Gespräch mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

Unser Gesundheitswesen steht vor einer Wende. Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle. Doch wo bleibt die Patientin/der Patient auf diesem Weg? Die BERLINboxx sprach mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke über die Patientenversorgung in Deutschland, den digitalen Wandel in der Medizin und Hürden einer alternden Gesellschaft.

Ein gutes halbes Jahr sind Sie jetzt im Amt: Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ich möchte dazu beigetragen, dass sich die Patientinnen und Patienten auf eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung verlassen können. Aufgrund unseres komplexen   Gesundheitssystems kommt es dabei zudem auf Transparenz und die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten an. Ziel muss eine gleichberechtigte Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Leistungserbringern, Kostenträgern sowie den Patientinnen und Patienten sein.

Große Potentiale – auch bezüglich der Steigerung der Gesundheitskompetenz – sehe ich in der Digitalisierung. Hier sind beispielsweise Gesundheits-Apps oder die vielfältigen medizinischen Informationen, die im Internet leicht zugänglich zur Verfügung stehen, zu erwähnen. Im Prozess der Digitalisierung kommt es darauf an, die Interessen der Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen, etwa beim Thema Datenschutz. Zudem müssen sie darin unterstützt werden, die richtigen Informationen in der digitalen Welt zu finden sowie Nutzen und Risiken digitaler Angebote abwägen zu können.

Wie bewerten Sie die Patientenversorgung in Deutschland im Allgemeinen, wo bestehen noch Lücken?

Zunächst einmal: Unser Gesundheitssystem ist ein sehr gutes. Das zeigt insbesondere der internationale Vergleich. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden zudem bereits eine Vielzahl von Gesetzen beschlossen oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten ganz konkret weiter zu verbessern.

Eine Lücke sehe ich als Herzchirurgin allerdings noch bei der Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie sind Volkskrankheit Nummer eins. Jedes Jahr sind in Deutschland 300.000 Todesfälle darauf zurückzuführen. Dagegen müssen wir mehr tun. Ich setze mich daher für eine Strategie gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten ein, die von der Grundlagenforschung über die Prävention bis hin zur Rehabilitation alle Bereiche umfasst.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn drückt gerade in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens mächtig auf die Tube. Welche Auswirkungen haben Gesetze wie das Digitale-Versorgung-Gesetz auf die Patientenversorgung?

Es ist gut, dass Minister Spahn hier Tempo macht. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Digitalisierung des Gesundheitswesens im Sinne der Patientinnen und Patienten gestalten sollten. Das Digitale-Versorgung-Gesetz soll die Rahmenbedingungen setzen und ist ein deutliches Signal an alle Beteiligten, dass digitale Anwendungen und Innovationen ausdrücklich gewünscht und unterstützt werden. Das Ziel muss sein, den digitalen Angeboten einen Weg in die Regelversorgung zu ermöglichen, die einen konkreten Mehrwert für eine leistungsfähige und effiziente Versorgung der Patienten bieten und zu der Erhöhung ihrer Lebensqualität beitragen.

Um die Forschung in der Medizin voranzubringen, werden möglichst viele Daten benötigt.  Gleichzeitig unterliegen patientenbezogene Daten der Vertraulichkeit des Arzt-Patienten-Verhältnisses und sollten geschützt werden. Welche Lösungsansätze gibt es, um diesen Konflikt zu lösen und eine Entwicklung zum „gläsernen Patienten“ zu verhindern?

Die durch die Digitalisierung zur Verfügung stehenden großen Mengen an Gesundheitsdaten bieten für die Gesundheitsforschung enorme Chancen, auf die wir in unserem ureigenen Interesse nicht verzichten sollten. Wichtige Voraussetzung ist allerdings der richtige datenschutzrechtliche Rahmen, der einen Datenmissbrauch verhindert und es Patientinnen und Patienten dennoch ermöglicht, ihre Daten zur Verfügung zu stellen – wenn sie dies wünschen. Die Überlegung, die elektronische Patientenakte so zu gestalten, dass der Patient seine Daten freiwillig für die medizinische Forschung zur Verfügung stellen kann, halte ich hier für einen guten Ansatz, um die richtige Balance zu finden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bereits angekündigt, zeitnah ein Datenschutzgesetz für die elektronische Patientenakte vorzulegen. Dies begrüße ich ausdrücklich. Der Patient muss Herr seiner Daten bleiben. Das hat für mich oberste Priorität bei der fortschreitenden Digitalisierung des Gesundheitswesens. Aber wenn Patientinnen und Patienten zustimmen, sollten wir ihre Daten auch für die Forschung verwenden.

Videosprechstunden, digitale Rezepte und elektronische Patientenakten – die Digitalisierung der Medizin schreitet immer weiter voran. Wie digital wird künftig ein Arztbesuch aus Ihrer Sicht sein?

Der Arztbesuch der Zukunft sollte – immer dann, wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht – so digital sein, wie es die Patientin oder der Patient möchte. Keine Frage: Auch in Zukunft wird es in vielen Fällen für die Versorgung der Patientinnen und Patienten das Beste sein, wenn sie persönlich mit ihrem Arzt vor Ort sprechen. Dennoch bietet die Digitalisierung der Medizin vielfältige Möglichkeiten für eine schnellere, bessere und einfachere Patientenversorgung. Als Patientenbeauftragte werde ich darauf achten, dass Patientinnen und Patienten die Wahl haben, ob sie digitale oder weiterhin analoge Angebote nutzen wollen. Denn gerade ältere Menschen, aber auch schwer oder chronisch Kranke haben zunehmend Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Ihnen dürfen daraus keine Nachteile entstehen.

Demografischer Wandel Patientenversorgung

Bestimmt der demografische Wandel in Zukunft die Patientenversorgung? | Foto: „Designed by Freepik“

2030 wird knapp ein Drittel (29 Prozent) der Bundesbürger über 65 Jahre sein. Dadurch wächst auch die Zahl pflegebedürftiger Menschen. Inwieweit ist unser Gesundheitswesen auf die rasche Alterung der Gesellschaft vorbereitet?

Die Zahl älterer Menschen in Deutschland wächst. Angesichts der steigenden Lebenswartung bedeutet dies jedoch nicht gleichzeitig, dass jede oder jeder über 65 Jahren pflegebedürftig sein wird. Dennoch ist es richtig, dass der Bedarf an gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung steigen wird. In den letzten Jahren wurde daher mit gleich drei Pflegestärkungsgesetzen diese Problematik angegangen – unter anderem wurden die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich ausgeweitet. Mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ wurde zudem vor einigen Wochen ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, um dem zunehmenden Bedarf an Pflegekräften gerecht werden zu können. Dazu gehört die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs, beispielsweise durch bessere Rahmenbedingungen inklusive besserer Vergütung, genauso wie eine verstärkte Werbung um Auszubildende und die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland. Meine Aufgabe besteht in erster Linie in der Vertretung berechtigter Interessen von Patientinnen und Patienten in diesem Prozess. So muss aus meiner Warte darauf geachtet werden, dass sämtliche Pflegekräfte hinreichend qualifiziert sind und eine problemlose Kommunikation mit Pflegebedürftigen und Kolleginnen und Kollegen vor Ort gegeben ist. (aw)

Digitalisierung erfordert Beweglichkeit

Im Gespräch mit Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die voranschreitende Digitalisierung verändert wie wir leben und arbeiten. Doch wie weit ist Deutschland bei diesem Thema?

Das Handelsblatt bezeichnete Sie bereits 2012 als „Twitter-König“. Das Thema Digitalisierung und soziale Medien ist also kein Fremdwort für Sie. Doch noch immer ist viel zu tun – wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Bereich Digitalisierung?

Deutschland hat eine gute Startposition in Sachen Digitalisierung. In der Tat ist es jetzt aber notwendig, dass wir die dringenden Themen angehen – die Bundesregierung trägt ihren Teil mit konkreten Projekten dazu bei, die Wirtschaft muss das Ihrige dazutun. Handlungsbedarf sehe ich insbesondere bei den folgenden Themen.

  1. Breitbandausbau/5G: Wir benötigen bis zum Jahr 2025 gigabitfähige Netze und müssen uns zum Leitmarkt für 5G entwickeln.
  2. Künstliche Intelligenz: KI ist DIE Schlüsseltechnologie für die gesamte Wirtschaft. In der Forschung sind wir schon sehr gut, bei der Kommerzialisierung praktischer Anwendungen besteht erheblicher Nachholbedarf. Hier setzen wir mit der KI-Strategie und ich selbst mit meiner Nationalen Industriestrategie 2030 an. Das BMWi ist auch schon in die Umsetzung der KI-Strategie eingestiegen: Rund 130 Konsortien haben sich beworben, um im Rahmen unseres KI-Innovationswettbewerbs Leuchtturmprojekte der KI in Deutschland umzusetzen.
  3. Wagniskapital: Wir brauchen mehr Wagniskapital in Deutschland, insbesondere in der frühen Wachstumsphase, damit gute Ideen und innovative Geschäftsmodelle bei uns groß werden. Viel zu oft gehen helle Köpfe ins Ausland, weil Ihnen bei uns die finanzielle Unterstützung zur weltweiten Skalierung ihrer Ideen fehlt. Gerade erst Ende März hat daher der Bund gemeinsam mit der KfW eine Venture-Debt-Finanzierung für innovative Unternehmen in der Wachstumsphase gestartet.

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich immer noch hinterher, wenn es um die digitale Infrastruktur und den Breitbandausbau geht. Im aktuellen Index der EU-Kommission für Digital Economy und Society 2018 Deutschland gerade einmal Platz 14 belegt. Was machen andere besser und wie kann Deutschland aufholen?

Der Country Report für Deutschland stellt zutreffend fest, dass es ein Stadt-Land-Gefälle bei der Breitbandversorgung in Deutschland gibt und insgesamt noch wenige Glasfaseranschlüsse verfügbar sind. Gerade für Unternehmen ist eine „mangelnde Breitbandversorgung“ das häufigste Digitalisierungshemmnis – hier müssen wir schnell besser werden, denn viele andere Länder sind uns tatsächlich einige Schritte voraus. Beim Ausbau besonders zukunftsfester Glasfasernetze besteht das Problem, dass die Nachfrage noch unterentwickelt ist: Nur etwa ein Drittel der wenigen bestehenden Glasfaseranschlüsse werden auch tatsächlich genutzt. Deshalb werden wir politisch flankieren: Insbesondere durch einen entsprechenden Ordnungsrahmen, zum Beispiel eine investitionsfreundliche Regulierung zukunftsfester Glasfaseranschlussnetze und durch die Bereitstellung zusätzlicher öffentlicher Mittel.

Aktuell wird viel über die Einführung des 5G-Standards gesprochen. Ist es nicht viel wichtiger Funklöcher, sogenannte weiße Flecken im Mobilfunknetz, zu beseitigen und zumindest 4G, also den aktuellen Standard flächendeckend einzuführen?

Beides ist wichtig. Die aktuelle Mobilfunkdebatte in Deutschland hat zwei Schwerpunkte: die mangelhafte Versorgungssituation und Maßnahmen zu deren Verbesserung einerseits sowie die neue Mobilfunkgeneration 5G andererseits. Die Bedingungen für die aktuell laufende Frequenzauktion umfassen umfangreiche Versorgungsauflagen und Anreize für kooperativen Netzausbau, wofür sich die Bundesregierung eingesetzt hat. Netzbetreiber müssen insbesondere entlang der Autobahnen für schnelles Internet sorgen; auch die Versorgung entlang der übrigen Verkehrswege wird sich verbessern. Mit der laufenden Auktion ebnen wir zudem den Weg für hochleistungsfähigen 5G-Mobilfunk, der auch einen wichtigen Beitrag zum Gigabitnetzausbau im Bereich der „letzten Meile“ leisten kann. Darüber hinaus wird die Bundesregierung bis Mitte des Jahres 2019 ein Gesamtkonzept erarbeiten, das über reine frequenzregulatorische Maßnahmen hinausgeht und geeignet ist, auch weiße Flecken im Mobilfunknetz rasch zu schließen.

Das Vertrauen der Deutschen in die Digitalkompetenz der Bundesregierung ist gering ausgeprägt. Woran glauben Sie liegt das und was machen Sie, um dieses Bild zu verändern?

Die aktive Gestaltung der Digitalisierung ist außerordentlich komplex und wurde nicht zuletzt deswegen in Deutschland zur Chefsache gemacht. Unter Federführung des Kanzleramts wurde die Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ im November 2018 verabschiedet – damit werden die vielfältigen Maßnahmen der verschiedenen Ressorts zentral gesteuert. Ein wichtiger Beitrag in diesem Zusammenhang und ganz konkreter Nutzen für Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen ist die zunehmende Digitalisierung der Verwaltung. Bis 2022 sollen alle relevanten Verwaltungsleistungen von Bund, Länder und Kommunen auch online zur Verfügung stehen. Dann können Anträge künftig einfacher gestellt und schneller bearbeitet werden. In unserer föderalen Staatsstruktur ist diese Neuausrichtung alles andere als einfach. Aber wir setzen alles daran, dass die Menschen schnell Verbesserungen erleben werden. Denn nicht nur die Wirtschaft wird digitaler; der Staat muss es auch werden.

Künstliche Intelligenz, Sensorik, autonomes Fahren – wie innovativ ist die Bundesrepublik in Sachen Digitalisierung?

Deutschland verfügt über eine exzellente Forschungslandschaft, die viele digitale Innovationen hervorbringt. KI spielt hier eine besondere Rolle. Im Bereich der KI-Forschung ist Deutschland auf einem weltweit führenden Niveau. Dies gilt insbesondere für das maschinelle Lernen, eine der wichtigsten Grundlagen für das autonome Fahren. Bei der Umsetzung unserer vielversprechenden Forschungsansätze in innovative Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen hapert es aber noch etwas. Das können andere, wie die USA und zunehmend China, besser. Deshalb mache ich mich persönlich stark für den Transfer in die Wirtschaft und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft.

KI wird ein zentraler Wachstumstreiber sein. Laut einer unserer Studien liegt die zusätzliche Wertschöpfung durch KI allein im produzierenden Gewerbe bei rund 32 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. KI ist eine große Chance für Kernbereiche der deutschen Wirtschaft: Maschinenbau, Produktion, Logistik und Fahrzeugbau. Wir wollen Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien machen und eine gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherstellen. Ich glaube, wir benötigen einen strategischen Industrieakteur, einen Airbus für KI, also ein privatwirtschaftliches, länderübergreifendes Unternehmen, das finanziell und politisch von den Ländern unterstützt wird und die besten KI-Anwendungen marktreif macht.

Sie wollen Unternehmen größere Freiräume bei der Erprobung neuer Technologien geben. Welche Ziele verfolgt das BMWi mit seiner Reallabore-Strategie?

Die Digitalisierung legt ein Tempo vor, das auch vom Gesetzgeber eine neue Beweglichkeit erfordert. Heute wissen wir noch nicht, welche Regeln wir für Lieferroboter, Paketdrohnen und KI-Lösungen benötigen, daher müssen wir Dinge ausprobieren und Freiräume schaffen, auch in Sachen Regulierung. Das Personenbeförderungsrecht ist ein schönes Beispiel: Eine Experimentierklausel erlaubt es, Erfahrungen mit neuartigen Mobilitätsformen zu sammeln, die dann in eine Überarbeitung des rechtlichen Rahmens einfließen können. Mit unserer Reallabore-Strategie wollen wir diese Idee der Erprobung auch in anderen Bereichen viel stärker in Deutschland verankern. (aw)

Google Deutschland erweitert Zentrale in Berlin

Der Internetriese Google baut seine Präsenz in Berlin aus und hat dafür das Bürogebäude Johannishof in Mitte gekauft. Erst Anfang des Jahres hatte Google seine neue Zentrale in Berlin Mitte eröffnet, doch die Expansionspläne reichen weiter. Mit dem neuen Bürogebäude will das Unternehmen mehrere hundert neue Stellen schaffen.

Google baut Aktivität in Berlin aus

Mit dem Erwerb des Johannishofs will Google den Standort Berlin weiter ausnutzen und ausbauen. Der Johannishof war einst Sitz von Rocket Internet, das 2016 aber in den früheren GSW-Turm in Kreuzberg umgezogen war. Das neue Bürogebäude hat eine Nutzfläche von 11.000 m² und ist lediglich 300 Meter von der ebenfalls brandneuen Hauptzentrale entfernt, in der momentan 140 Mitarbeiter arbeiten. In Zukunft soll die Zahl der Angestellten auf 300 ansteigen. Mit der geplanten Expansion werden weitere hunderte Stellen hinzukommen. Zunächst muss das Gebäude allerdings saniert werden.

Dennoch ist Google Berlin die bisher kleinste Niederlassung des Konzerns in Deutschland. Im Hauptsitz in Hamburg arbeiten circa 600 Mitarbeiter und auch in München sind aktuell 700 Angestellte beschäftigt. Es sei aber nicht geplant, die Deutschland-Zentrale nach Berlin zu verlegen, sagte Google-Sprecher Ralf Bremer gegenüber der Berliner Zeitung.

„Neuerliches Bekenntnis Googles zum Standort Berlin“

Berlin gilt weltweit als wichtige Metropole der Digitalwirtschaft. Start-ups sind hier so aktiv, wie kaum woanders und Investoren wagen immer mehr in junge Unternehmen zu investieren. Mit Paris und London führt die Hauptstadt die Spitze der Liste an, wenn es um Start-ups geht. Großkonzerne wie Google hielten sich bisher zurück. Das solle sich nun ändern, erklärte Bremer der Berliner Zeitung. „Unsere Investition ist ein neuerliches Bekenntnis Googles zum Standort Berlin.“

Welche Projekte dort künftig bearbeitet werden, sei noch nicht festgelegt worden, so Bremer. Allerdings werde sich die Arbeit an den bestehenden Aufgabenfeldern orientieren. „Aktuell arbeiten im Berliner Büro unterschiedliche Teams aus den Bereichen Cloud, Google for Start-ups, Google Play, Marketing, Politik, Software-Engineering, Vertrieb und YouTube.“, erklärte Bremer. (lb)

Automatisierung bedroht deutsche Wirtschaft – Politiker setzen auf Weiterbildung

Fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung bewirken große Veränderungen in der Wirtschaft. Immer mehr Arbeitsplätze werden inzwischen durch Computer und Maschinen ersetzt. Vor allem Deutschland wird infolgedessen einen tiefgreifenden Wandel auf dem Arbeitsmarkt erleben. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert in ihrem Beschäftigungsausblick 2019 eine Bedrohung mehrerer tausend Arbeitsplätze als Folge der Automatisierung.

Besonders gefährdet seien laut OECD-Forscher Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Eine Vorbeugungsmaßnahme ist die Weiterbildung und Umschulung der Beschäftigten.

Keine Massenarbeitslosigkeit trotz Veränderung auf dem Jobmarkt

Aus dem am Donnerstag in Berlin präsentierten OECD-Beschäftigungsausblick 2019 geht hervor, dass die technologischen Veränderungen hauptsächlich den deutschen Arbeitsmarkt betreffen. Grund dafür ist die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie in Deutschland. Ganze 36 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland würden sich laut der OECD durch die digitale Technik verändern. 18 Prozent der Arbeitsplätze seien durch Automatisierung vollständig bedroht.

Trotz der bevorstehenden Herausforderungen sei keine Massenarbeitslosigkeit zu befürchten, entwarnt OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Neben den technologischen Veränderungen entstehen gleichzeitig viele neue Jobs. Gerade im Bereich der sozialen Dienstleistungsberufe wachse der Bedarf an zusätzlicher Beschäftigung.

Geringfügig Qualifizierte sind gefährdeter

Besonders bedroht seien laut OECD die Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, deren Tätigkeiten problemlos von Maschinen übernommen werden könnten. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent werden diese Jobs automatisiert, insbesondere weil moderne Maschinen immer komplexere Tätigkeiten übernehmen können, während es den Beschäftigten immer häufiger an wichtigen Kompetenzen fehlt.

In der Studie der OECD heißt es, dass nur 50 Prozent der Arbeitnehmer für den technologischen Wandel qualifiziert und vorbereitet sind, weshalb die Arbeiter verstärkt geschult werden sollten. Besonders betroffen sind Geringqualifizierte. Für sie ist der Zugang zu Weiterbildungen erschwert und sie sind noch eher der Gefahr ausgesetzt, von Maschinen ersetzt zu werden.

Auch Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ist der Meinung, die Politik müsse öffentlich geförderte Weiterbildung sowie Umschulung zum Schwerpunkt machen. Heil möchte noch im Sommer konkrete Maßnahmen vorschlagen und zieht in diesem Zusammenhang sogar einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung in Erwägung. (tf)

Ergebnisbericht der Zukunftskommission „Gesundheitsstadt Berlin 2030“ vorgestellt

Die vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, einberufene Zukunftskommission „Gesundheitsstadt Berlin 2030“ hat gestern ihren Ergebnisbericht vorgestellt. Darin spricht sich das elfköpfige Expertengremium unter Vorsitz von Prof. Dr. Karl Lauterbach für die Entwicklung abgestimmter Strategien und gemeinsamer Strukturen zwischen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der landeseigenen Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH aus. Vorgeschlagen wird konkret ein Aufgabenverbund, der eine koordinierte Standortplanung und Aufgabenteilung ermöglicht. Eine engere Kooperation wird bei Forschung und Transfer und in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften angeregt. Mit einer gemeinsamen IT- und Dateninfrastruktur sollen zudem wichtige Fortschritte in der Digitalisierung erzielt werden, wie etwa die Einführung einer digitalen Patientenakte. Hinsichtlich der biomedizinischen Forschung schlägt der Bericht die Entwicklung einer übergreifenden Forschungsstrategie unter Berücksichtigung der verschiedenen Akteure am Wissenschaftsstandort Berlin vor.

Die Etablierung des Berlin Institute of Health als Exzellenzsäule innerhalb der Charité wird von der Kommission ausdrücklich begrüßt. Detaillierte Vorschläge liefert der Bericht auch für Weiterentwicklungen beim wissenschaftlichen, medizinischen und administrativen Personal, von der Ausbildung bis hin zur Verbesserung von Karrierewegen. Die Empfehlungen der Kommission haben zum Ziel, Berlin zu einem in der stationären Krankenversorgung und medizinischen Forschung international führenden Standort weiterzuentwickeln und den wachsenden Fachkräftebedarf im Gesundheitswesen nachhaltig zu sichern.

„Gesundheitsstadt Berlin 2030“ – Berlin kann ein europäischer Spitzenstandort in der Medizin werden

Der Vorsitzende der Zukunftskommission, Prof. Dr. Karl Lauterbach, erklärte bei der Vorstellung des Berichts: „Ich bin begeistert von der Qualität und der Intensität der Diskussionen mit den Sachverständigen und den Kolleginnen und Kollegen, und ich bedanke mich bei allen ganz herzlich. Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Ergebnis vorlegen. Werden die Vorschläge umgesetzt, kann Berlin ein europäischer Spitzenstandort in der Medizin werden.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller: „Ich danke Prof. Karl Lauterbach und allen Mitgliedern der Kommission ganz herzlich. Ihr Bericht gibt detaillierte Vorschläge, wie wir den Gesundheitsstandort Berlin in der medizinischen Forschung und Versorgung gemeinsam an die internationale Spitze führen können. Er bestätigt das immense Potenzial, das wir mit der Charité und Vivantes in unserer Stadt haben und bestärkt uns darin, ihre strukturelle Zusammenarbeit voranzutreiben. Das ist ein Mammutvorhaben, das eine breite Beteiligung, gute Koordination und einen langen Atem benötigen wird. Damit legen wir die Weichen für die nächsten Jahrzehnte am Gesundheitsstandort Berlin.“

Die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kolat, betont: „Der Bericht zur Gesundheitsstadt Berlin 2030 gibt dem Berliner Senat wichtige Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung der Zukunft in der wachsenden Stadt. Schon jetzt verfügt Berlin über eine einzigartige medizinische Versorgung. In Zukunft wird es um eine noch bessere Zusammenarbeit der Kliniken gehen. Wir wollen, dass die Krankenhäuser Berlins miteinander daran arbeiten, die Menschen in der wachsenden Stadt erstklassig zu versorgen. Dabei wird es um eine Kooperationsstruktur in der Forschung, Digitalisierung und in der Ausbildung gehen.“

Zur Kommission: Die unabhängige Zukunftskommission „Gesundheitsstadt 2030“ bestand aus elf externen Sachkundigen aus Wissenschaft, Verbänden, Kliniken, Unternehmen und Patientenvertretungen. Die Mitglieder arbeiteten auf ehrenamtlicher Basis und haben seit Mai 2018 insgesamt sieben Mal getagt. In die Formulierung ihrer Empfehlungen flossen auch Erkenntnisse aus Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern in diversen Verantwortlichkeiten von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, dem Deutschen Herzzentrum Berlin und dem Berlin Institute of Health mit ein. (red)

GASAG: Treiber der Energiewende

1998 unterschrieb die GASAG die erste Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin. Was ist seitdem erreicht worden?

Die Vereinbarung wird alle fünf Jahre verlängert. Wir haben sie also schon viermal unterschrieben und werden sie auch gern ein weiteres Mal unterzeichnen. Bis 2015 haben wir fast 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Erneuerbare Energien wie Windkraft und Bio-Erdgas tragen einen großen Teil dazu bei. So haben wir alte Heizungen, die noch mit Öl und Kohle betrieben wurden, ausgetauscht. Wir sehen uns nicht nur als Treiber der Energiewende in Berlin, sondern auch als Partner für alle Stakeholder. Wir können andere Unternehmen nur aufrichtig ermuntern, über solche Vereinbarungen nachzudenken. Klimaschutz wird auf diese Weise auch ein Teil von Geschäftsmodellen.

Was sind Ihre Milestones für 2019?

Als Energieunternehmen planen wir langfristiger. Insgesamt wollen wir in unsere Kerngeschäftsfelder Netz, Vertrieb und Dienstleistungen weiter ausbauen und unseren Kundenstamm erweitern. Unser erklärtes Ziel ist es, eine CO2-neutrale Zukunft mitzugestalten. Um dies zu erreichen, werden wir in den kommenden drei Jahren 400 Millionen Euro investieren. Des Weiteren wird unser Portfolio durch die Produktion erneuerbarer Energien ergänzt. All das sind Bestandteile unserer Strategie GASAG 2025.

Wie positioniert sich die GASAG als Infrastrukturdienstleister in einem sich dramatisch wandelnden Energiemarkt?

Erdgas ist in Berlin mit über 50 Prozent der wichtigste Brennstoff für die Wärmeversorgung. Fast jedes zweite Gebäude ist bereits an das Erdgasnetz angeschlossen. Unser Ziel ist, dass auch unsere Kunden den Klimaschutz stärker fokussieren und zum Beispiel durch die Klimaprämie zum Wechsel von Öl auf Gas motiviert werden. Es gibt immer noch 20 Prozent Ölheizungen, da müssen wir ran.

Welche Strategien verfolgt die GASAG als breit aufgestellter Energieerzeuger und -dienstleister im Bereich Digitalisierung? Wo sind noch Potenziale, die Sie heben wollen?

Wer die Kunden da abholen will, wo sie stehen, kommt um digitale Konzepte nicht herum. Die Technik hilft uns dabei, den Kunden immer stärker in den Mittelpunkt zu stellen, ihn besser zu verstehen und den Kontakt in beide Richtungen zu intensivieren. Viele wollen halt nicht mehr ins Kundenzentrum kommen, erwarten aber trotzdem zeitgemäßen Service. Zudem hat Digitalisierung bereits jetzt in zahlreichen Prozessen, bei Produkten oder in der Kommunikation zu effizienten und intelligenten Abläufen beigetragen.

In Zukunft werden in Städten und Quartieren ganz andere Energie- und Mobilitätsvoraussetzungen herrschen. Welchen Beitrag für nachhaltige Stadtquartiere kann die GASAG dabei leisten?

Der EUREF-Campus beweist eindrucksvoll, was wir dank unserer Erfahrung und unserem fachlichen Know-how zur Energiewende in Quartieren beitragen können. Der Campus wird bereits seit 2014 CO2-neutral versorgt und das zu marktgerechten Preisen. Auch unser Tochterunternehmen GASAG Solution Plus hat viele Projekte, in denen Klimaschutz und Erneuerbare Energien ein Thema sind.

Langfristig sollten in den Städten Energiespeicherlösungen eingeplant werden. Die GASAG hat nahe des Olympiastadions einen großen Erdgasspeicher, der bis 2023 stillgelegt werden soll. Ich sehe hier die Möglichkeit, den Speicher sinnvoll zu nutzen und darin zum Beispiel Wasserstoff, umgewandelt aus Erneuerbaren Energien, einzuspeichern. Generell kann das Gasnetz auf diese Weise ein starkes Instrument für die Energiewende werden.

Sie gehen ja bereits vielfältige Partnerschaften ein, ich nenne nur Gegenbauer und die CG Gruppe. Welche Rolle wird die GASAG im Jahr 2030 spielen?

Wichtig ist mir, dass beide Seiten lernen und von Partnerschaften profitieren können. Grundsätzlich sind wir mit unseren Angeboten schon sehr gut aufgestellt. Aber wir wissen, dass sich die Immobilienwirtschaft weiter verändern wird, wo wir 2030 stehen werden, wissen wir dementsprechend jetzt noch nicht final. Aber die Richtung ist klar: Vom Dach bis in den Keller, vom Einfamilienhaus bis zum Quartier können wir dem Kunden liefern, was er braucht. Ob Wärme, Kälte, Versorgungskonzepte, Erneuerbare Energien oder Mobilitätslösungen.

Was sind die aktuellen Forschungsfelder der GASAG und mit welchen Institutionen kooperieren Sie?

Wir haben als Unternehmen selber keinen eigenen Forschungsbereich. Umso wichtiger ist für uns, auch als Berlin Partner, die Kooperation mit anderen Berliner Institutionen. Ein gutes Beispiel ist das InfraLab Berlin, ein Co-Working- und Co-Creation-Projekt der sechs großen Infrastrukturunternehmen, BSR, BVG, BWB, Vattenfall, Veolia und der GASAG, auf dem EUREF-Campus. Gemeinsam wollen wir einen Beitrag für die Entwicklung Berlins leisten, indem wir in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie und Wissenschaft Smart City-Projekte realisieren.

Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit der GASAG aus?

Derzeit sind wir wirtschaftlich gut aufgestellt. Mit dem Jahr 2018 waren wir zufrieden. Um jedoch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir strategische Veränderungen vornehmen. Dazu gehört auch, dass wir das Unternehmen etwas verschlanken müssen.

Sie spielen auch im Markt der Elektromobilität eine Rolle. Wie sehen Sie hier die Perspektiven und was ist Ihr Beitrag für eine flächendeckende Versorgung?

Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema, das sich sehr gut mit dem Thema Energie koppeln lässt. Das Stichwort Eco-Mobilität spielt hier eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sehe ich die Elektromobilität im Bereich Stadtverkehr angesiedelt. Hier bringen wir uns als Unternehmen deutlich ein. Unser Leasingangebot mit einem E-Smart lief sehr gut, was uns darin bestätigt, neue Angebote in diesem Bereich zu schaffen. Gemeinsam mit ubitricity bieten wir Ladelösungen für zu Hause. Und auch in neuen Stadtquartieren entwickeln wir neue Energielösungen, wie etwa in der Tiefgarage installierte E-Ladesäulen. Außerdem arbeiten wir derzeit an einem konkreten Angebot für das Handwerk und die Taxibranche. Unser Ziel wird esdabei sein, gemeinsam mit einem Automobilhersteller Erdgasfahrzeuge in nennenswerter Größenordnungen in den Markt zu bringen, als Alternative zum Diesel. Damit haben wir schon früher gute Erfahrungen gemacht, ich erinnere an die Aktion „1000 Umwelttaxis“.

Potenzial sehe ich zum Beispiel auch im ÖPNV. So könnten die Fahrzeuge mit Biogas betrieben werden, was der Umwelt zugutekommt. Auch im Schwerlastverkehr wäre der Einsatz von Erdgas eine Alternative zum Diesel, um schnell etwas für den Klimaschutz und für die Luftreinhaltung zu tun. Und deutlich leiser sind diese Fahrzeuge auch. Das Berliner Erdgas-Tankstellennetz könnte aus dem Stand 10.000 zusätzliche Fahrzeuge versorgen.

Die GASAG ist ja traditionell ein Good Corporate Citizen. Welche Schwerpunkte beim bürgerschaftlichen Engagement wollen Sie persönlich setzen?

In der Hauptstadtregion haben wir tiefe Wurzeln und hier sind wir zuhause. Deshalb legen wir auf Partnerschaften sehr viel Wert. Unser längstes und größtes Sponsoring ist und bleibt das für die Eisbären Berlin. Dieses Engagement besteht schon seit 22 Jahren, wodurch natürlich auch eine emotionale Bindung entstanden ist. Neben dem Sport unterstützen wir aber auch andere kulturelle Vereine oder Veranstaltungen, wie etwa die Einheitsfeier im vergangenen Jahr rund ums Brandenburger Tor. Wir sehen uns als Partner der Bürger und sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst. (cr)

Hochschulzulassung: Senat stimmt Entwurf des Staatsvertrages zu

Über ein Jahr lang wird nun schon bundesweit über die Abschaffung der Wartezeit und der Einführung einer Talentquote bei der Studienplatzvergabe im Fachbereich Medizin diskutiert. Jetzt hat der Berliner Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, beschlossen, dem Entwurf des Staatsvertrags über die Hochschulzulassung zuzustimmen.

Hochschulzulassung für Medizin zum Teil verfassungswidrig

Am 19. Dezember 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das die Verfahrensvorschriften zur Vergabe von Studienplätzen für Medizin teilweise verfassungswidrig sein. Daraufhin wurde eine Novellierung des bisher geltenden Staatsvertrages erforderlich, heißt es vom Berliner Senat. Der Gesetzgeber wurde daraufhin verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung zu schaffen.

Der neue Staatsvertragsentwurf über die Hochschulzulassung soll den bisher geltenden Staatsvertrag vom 5. Juni 2008 ersetzen. Mit dem neuen Vertrag soll erreicht werden, dass bei der Studienplatzvergabe im Bereich Medizin die Eignung der Bewerber stärker berücksichtigt wird.

Neuerungen des Staatsvertragsentwurfs zur Hochschulzulassung

Die Anforderungen für einen Studienplatz für Medizin sind hoch. In der Regel müssen die Bewerber im Auswahlverfahren der Hochschulen ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma vorweisen. Für viele Bewerber war daher die Wartezeit die einzige Alternative, um einen Studienplatz zu bekommen. Aktuell liegt diese bei mindestens 14 Semestern, also sieben Jahren. Doch genau diese wird nun mit dem neuen Entwurf des Staatsvertrags abgeschafft. Die Begründung: Bei der Auswahl nach Wartezeit handle es sich nicht um ein eignungsorientiertes Kriterium. Doch was bedeutet dies für diejenigen, die schon länger auf einen Studienplatz warten? Für diese soll es laut des Senats eine Übergangsregelung geben. „Für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit abnehmender Gewichtung wird die Zeitspanne seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Wartezeit) ergänzend zu anderen Auswahlkriterien berücksichtigt“, lautet der Vorschlag.

Darüber hinaus wird im neuen Staatsvertrag die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht. Außerdem soll es eine sogenannte zusätzliche Eignungsquote im Umfang von zehn Prozent geben. Damit würden sich für Bewerber unabhängig von der Abiturnote Chancen für einen Studienplatz eröffnen. Für das hochschuleigene Auswahlverfahren sollen einheitliche Vorgaben zur Standardisierung und Strukturierung festgelegt werden und es soll ein Verfahren eingeführt werden, das die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung länderübergreifend vergleichbar macht. Zudem bestimmt eine neue Regelung des Staatsvertragsentwurfs, dass die Hochschulen neben dem Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium mit erheblichem Gewicht, wie etwa eine abgeschlossene medizinische Ausbildung berücksichtigen müssen.

Langer Weg zum Inkrafttreten der neuen Regelungen

Bevor der neue Staatsvertrag in Kraft tritt, müssen sich jedoch die Finanzministerkonferenz sowie die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung befassen und die Länderparlamente zustimmen.

Der Entwurf sieht auch vor, dass der Staatsvertrag frühestens auf das Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 Anwendung findet. (aw)

Start-ups in Berlin: Warum sich Gründer eine andere Stadt suchen sollten

Die deutsche Hauptstadt liegt im internationalen Wettbewerb hinten. Andere Städte haben attraktivere Bedingungen für junge Unternehmen. Die Gründer von Start-ups in Berlin müssen auf Vorteile verzichten, die andere internationale Städte bieten, eine davon ist München.

Der Global Talent Competitiveness Index (GTCI) erhebt jährlich anhand von fünf Kategorien die Performance von 114 Städten und 125 Ländern. Aus den verrechneten Kennzahlen für Forschung, Internationalität, Attraktivität, Entwicklungschancen und die Bedingungen im Umfeld geht die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. als Siegerin auf Stadtebene hervor, im internationalen Ländervergleich bietet die Schweiz die beste Ausgangslage für Gründer.

Das europäische Niveau ist hoch

Die besten Voraussetzungen für den globalen Wettbewerb um Talente finden sich größtenteils in Europa. Innerhalb der Top Ten landen außer Singapur und den USA (immerhin Platz zwei und drei) nur europäische Länder. Deutschland belegt den 14. Rang, musste sich 2018 allerdings noch mit dem 19. Platz zufrieden geben. Bei kleinen Volkswirtschaften mit hohem Einkommen sehen die Autoren ein gutes Klima. Kopenhagen, Oslo, Wien und Zürich vervollständigen hinter Washington die Top Fünf. München belegt Platz 20, Berlin erreicht nur Platz 32.

Die Hauptstadt hat nicht die besten Voraussetzungen für Talente

Ein genauer Blick auf die erhobenen Kennzahlen zeigt, dass sich die deutsche Konkurrentin München vor allem bei den Forschungsausgaben, dem wirtschaftliches Umfeld und dem Einkommensniveau profilieren kann. Auch die Sicherheitslage und die Flughafensituation sorgen für Pluspunkte für die bayerische Landeshauptstadt. In Sachen Bezahlbarkeit und Lebensqualität hat Berlin die Vorteile auf ihrer Seite, genauso sieht es mit der Ärztezahl und der Zahl der Studierenden aus.

Der größte Unterschied zwischen Berlin und der europäischen Spitzenreiterin Kopenhagen ist die Ansiedlung von intergouvernementalen Organisationen. Weitere deutliche Abweichungen finden sich bei der Reichweite von sozialen Netzwerken und dem wirtschaftlichen Umfeld. Einzig bei der Ausstattung mit Ärzten und der Bezahlbarkeit kann sich Berlin merkbar absetzen.

Start-up-Standort Berlin

Circa alle 20 Stunden wird ein neues Start-up in Berlin gegründet. 84 Prozent von ihnen werden von einem Team ins Leben gerufen. Die Hälfte der Berliner Start-ups ist mit sieben oder mehr Mitarbeitern dazu vergleichsweise groß.

Im vergangenen Jahr musste sich Berlin im deutschlandweiten Vergleich das erste Mal geschlagen geben.  Laut des Deutschen Start-up Monitors 2018 hat jedes fünfte Start-up seinen Sitz in NRW. In Berlin waren es nur rund 16 Prozent aller Start-ups.

Welche Bedingungen können für Start-ups in Berlin geschaffen werden?

In der Langzeitanalyse des GTCI zeigt sich, dass im Wettbewerb um Talente die Kluft größer wird. Städte haben die Möglichkeit, als Talent-Knotenpunkte zu fungieren. Auf kommunaler Ebene sehen die Autoren der Studie ein höheres Potential kurzfristig auf Trends zu reagieren. Für die Berliner Regierung und Verwaltung hat diese Beobachtung Appellcharakter.

Washingtons Spitzenreiterposition leiten sie von ihrer stabilen Wirtschaft, der dynamische Bevölkerung, der herausragenden Infrastruktur und Konnektivität ab. Die Kompetenz der Arbeitskräfte ist hoch, die Bildungsinstitutionen der Region hochkarätig. Viele Punkte davon erfüllt Berlin, zur Infrastruktur gehört allerdings mehr als die geplanten Modellversuche für 5G.

Die digitale Transformation verlangt nach unternehmerischer Innovation

Der Autor der Studie Felipe Monteiro betont die gewachsene Bedeutung von Innovation als Wirtschaftsfaktor: „Sämtliche Arten von Organisationen müssen unternehmerisches Talent anziehen, und zwar in einem Zeitalter, in dem Ökosysteme rund um den Globus durch die digitale Transformation radikal umgestaltet werden.“ (mw)

Veranstaltungen

Konferenz Bildung Digitalisierung 2020

Die Konferenz Bildung Digitalisierung ist die Leitkonferenz für gute Schule in der digitalen Welt im deutschsprachigen Raum. Auch in diesem Jahr lädt das Forum Bildung Digitalisierung 700 interessierte Teilnehmende aus Bildungspraxis, Bildungsverwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik nach Berlin ein, um sich gemeinsam über Schulentwicklung in der digitalen Welt und Visionen für die Schule der Zukunft auszutauschen, innovative Ansätze für Bildung und Digitalisierung zu diskutieren und entscheidende Impulse für digitale Schulentwicklung zu setzen.

(Anmeldung erforderlich)

Forschungsgipfel 2020

Der Forschungsgipfel 2020 beschäftigt sich mit der ungleichen Verteilung von Innovationspotentialen und Innovationsleistung innerhalb Deutschlands.

Die Chancen, das Wissen und die Kompetenzen, Innovationen zu generieren und zu nutzen, unterscheiden sich zum Teil erheblich zwischen verschiedenen Regionen, Unternehmen und Bevölkerungsgruppen. Der Forschungsgipfel möchte der Frage nachgehen, wie diese Disparitäten entstehen und wie wir mit ihnen umgehen müssen, damit nicht nur das Innovationssystem, sondern mit ihm auch die Bevölkerung Deutschlands profitiert.

Auf dem Forschungsgipfel versammeln sich rund 400 persönlich geladene Entscheider, Experten, Vordenker und Newcomer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik, um gemeinsam Antworten auf diese großen Fragen der Forschungs- und Innovationspolitik zu finden.

Mittels der hochrangig besetzten Veranstaltung sollen weitere Impulse für den Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gesetzt werden. Erstmals werden nun auch die auf dem Forschungsgipfel ausgetauschten Argumente und entwickelten Lösungen von den Initiatoren in einem Ergebnispapier zusammengefasst und veröffentlicht. Es soll einen Beitrag leisten, um der Politik Orientierung in strategischen Entscheidungsprozessen zu geben.

(auf Einladung)