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Flughafen Tegel – Großes Chaos zum Ferienstart

Lange Wartezeiten, überforderte Mitarbeiter und verpasste Flüge – pünktlich zum Beginn der Osterferien ist am Flughafen Tegel großes Chaos angesagt. Und passend dazu kommen nun auch noch erneut Zweifel an dem Eröffnungstermin vom künftigen Hauptstadtflughafen BER.

20 Prozent mehr Passagiere als 2018

Im Laufe der letzten Woche wurde die Situation am Flughafen Tegel immer angespannter. Auch am heutigen Montagmorgen kommt es wegen der Sperrung des Flughafen-Tunnels auf der Autobahn A111 erneut zu Staus  und langen Wartezeiten. Bis Donnerstag müssen die Betroffenen noch mit Einschränkungen rechnen.

Vor allem in Terminal C kommt es aufgrund der langen Warteschlangen vor dem Check-in und dem Sicherheitscheck zu Gedrängel. Dies teilten auch zahlreiche Fluggäste auf sozialen Netzwerken mit. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg erwartet im Ostermonat rund 20 Prozent mehr Passagiere als im Jahr 2018. „Allein am ersten Ferienwochenende (12. bis 14. April) erwartet die Flughafengesellschaft mehr als 2.200 Flüge mit mehr als 240.000 Passagieren“, teilt ein Sprecher der Flughafengesellschaft mit.

Keine Kapazität für die vielen Reisenden

Für den Flughafen Tegel war ursprünglich eine Kapazität von 12 Millionen Fluggästen geplant. Die tatsächliche Zahl an Reisenden pro Jahr liegt bei weitem jedoch über 20 Millionen, was sich in diesem Jahr deutlich bemerkbar macht. Solange sich die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER weiterhin verzögert, müssen die Flughäfen Tegel und Schönefeld weiterhin deutlich oberhalb ihrer geplanten Kapazität arbeiten.

Umso verärgerter sind die Fluggäste über die Nachricht, dass der BER auch zum zuletzt angepeilten Eröffnungstermin im Oktober 2020 nicht fertig wird. In einem aktuellen Gutachten wurden über 10.000 Mängel aufgelistet. Mit so vielen Mängeln gibt es kein TÜV-Zertifikat und ohne Zertifikat beginnt keine Abnahme durch das Bauamt. Das Verkehrsministerium fordert bis Mittwoch den 17. April eine Stellungnahme der Verantwortlichen des BER zur aktuellen Lage.

Bis eine dauerhafte Lösung für das Problem vorliegt, sollen Reisende am besten auf Ausweichflughäfen in nahegelegenen Städten zurückzugreifen, empfehlen Experten. (tf)

Tarifkonflikt gelöst: Acht Prozent mehr Lohn für alle BVG-Mitarbeiter

Lange hat es gedauert, bis sich die Gewerkschaft Verdi und der kommunale Arbeitgeberverband  einig wurden. In den vergangenen Wochen kam es im Zusammenhang mit dem Tarifstreit zu drei Warnstreiks, bei denen Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe stillstanden. Gefordert wurden kürzere Wochenarbeitszeiten und eine Erhöhung der Gehälter. Nach mehreren Warnstreiks und einer Sitzung bis tief in die Nacht hinein, einigten sich die Verhandlungspartner gestern Abend schließlich auf einen zufriedenstellenden Tarifkompromiss.

BVG-Streik – Einigung mit Erfolg

Die rund 14.000 Mitarbeiter der BVG erhalten nach Einigung mit dem KAV Berlin eine monatliche Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro. Diese Erhöhung wird rückwirkend zum 01. Januar 2019 gezahlt. Zusätzlich steigt die Summe des Weihnachtsgeldes um 200 Euro. Auch bei der Einteilung in Tarifgruppen werden Änderungen vorgenommen. Im Zuge des Tarifstreits wurde kritisiert, dass die Gehälter zu weit auseinander gingen und somit ungerecht verteilt seien. Zahlreiche Tätigkeiten werden nun in höhere Tarifgruppen eingestuft und alle Berufsgruppen berücksichtigt. BVG-Vorstand Dirk Schulte ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, unter anderem auch weil die Attraktivität der BVG als Arbeitgeber steigt. Seiner Meinung nach leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbildliche Arbeit und tragen einen erheblichen Teil zur Mobilität der Stadt bei. Dieses Engagement müsse belohnt und geschätzt werden.

Nicht durchgesetzt wurde die Forderung von einer 36,5-Stunden-Woche für alle. Alle Mitarbeiter, die seit 2005 eingestellt wurden, arbeiten weiterhin 39 Stunden pro Woche.

Fahrkartenpreise steigen

Der Beschluss bringt durch die erhöhten Gehälter eine erhebliche Steigerung der Personalkosten mit sich. Doch wer finanziert das?

Einen Teil der benötigten finanziellen Mittel wird der Berliner Senat beisteuern. Nun steht aber auch die Frage im Raum: Inwieweit werden die Ticketpreise steigen? Die BVG ist auf das Fahrgeld angewiesen, da es neben den Staatszuschüssen ihre höchste und wichtigste Einnahmequelle ist. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember soll daher eine Erhöhung der Fahrkartenpreise erfolgen. In welcher Höhe und Ausführung diese erfolgen wird, ist aktuell noch unklar. (tf)

Neue Berlin-Partner

Die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH hat Zuwachs bekommen. Das sind die neuen Mitglieder…

Cinegramm GmbH – datenbasierter Content für Online und Social Media

Die Cinegramm GmbH ist eine moderne Produktionsfirma, bestehend aus kreativen Filmemachern und Produzenten. Sie produzieren hochwertigen Content in Form von Videos, Podcasts, Fotos und legen großen Wert auf eine kompetente und zielführende Beratung.

Citkar GmbH – Mobilität im Urbanen Lebensraum

Umweltbewusst, komfortabel und günstig. Das ist die citkar GmbH, eine Plattform für urbane Mobilität in unserer Großstadt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von innovativen Hardware-Produkten, wie dem Loadtser. Der Loadster  ist das erste E-Cargo-Bike mit den Funktionen eines Lieferautos. Es ist kompakt, radwegtauglich und kann führerscheinfrei genutzt werden.

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB)

Diese Bank ist auf neuste Technologien spezialisiert und Teil der digitalen Zukunft. Mithilfe der innovativen Banking-App können Privatkunden ihre Bankgeschäfte bequem und sicher von überall steuern. Im Geschäftskundenbereich haben Sie sich auf Zukunftsbranchen wie Gesundheit, Landwirtschaft und erneuerbare Energien fokussiert.

Gillette: die Schärfsten Klingen made in berlin

Auf höchstem Niveau produziert Gilette nun seit mehr als 80 Jahren in Berlin-Tempelhof scharfe Klingen, für eine individuelle Rasur. Die Marke steht für eine einzigartige Expertise und erstklassige, integrierte Fertigungstechnologien und bietet eine große Auswahl an innovativen Produkten.

INTEGR8 − kreative Full-Service Digital-Agentur

Mit ihrem langjährigen Know-how ist die Digital-Agentur ein absoluter Profi im Bereich des Online Marketings. Die Agentur ist spezialisiert auf Strategie, Design und innovative Technologien und zielt darauf ab, Emotionen und Erlebnisse zu schaffen.

LiangDao GmbH: Smart Test und Validierung für autonomes Fahren

Das chinesische Unternehmen LiangDao arbeitet neben Smart Tests und der Validierung für autonomes Fahren ebenfalls an Umgebungserkennung und Multi-Sensorfusion. Außerdem besitzt das Unternehmen eigene Software-Toolchains, umfassende Datenmanagement-Lösungen und erstellt seinen Kunden eine KPI-Analyse.

nok – Generate product experiences at scale

Nok positioniert sich als nachhaltiges Unternehmen, welches sich durch kostenlose Home Try-Outs von bereits retournierter Ware auszeichnet. Besonders daran ist die schnelle Auslieferung binnen 2 Stunden, die per Fahrradkurier erfolgt. Das Konzept schafft einen wirksamen Marketingeffekt, da jeder Tester als kostenloser Brand Ambassador und Werbeträger fungiert.

Polyprint – führender Dienstleister für multimediale Kommunikation

Spezialisiert ist das Unternehmen auf die Bereiche Print, Mail, Web, Fulfillment, Print on demand, klassische Werbemittel oder Großformatdruck. Durch personalisierte Marketingmaterialien ermöglichen sie ihren Kunden eine zielgruppengerechte Ansprache, sowie das Erreichen individueller Umsatzziele.

WLOUNGE

Seit 2016 sind die Gründer von WLounge darin bestrebt, Frauen in der Technologieszene zu ermutigen und zu fördern. Dies basiert auf dem Ansatz, dass Vielfalt ein entscheidender Faktor für große Veränderung und wahre Innovation sei. Sie unterstützen Frauen in jeglichen Geschäftsprozessen und helfen dabei sich selbstbewusst in die Technikszene zu integrieren. (tf)

Verkehrsstatistik 2019 – Deutschlands Verkehrsaufkommen im Überblick

Im Jahr 2018 wurden in Berlin insgesamt 144.325 Unfälle im Straßenverkehr registriert. 45 Personen sind dabei ums Leben gekommen, was zwar im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 25 Prozent bedeutet, jedoch immer noch deutlich unter den Zahlen von 2016 liegt. Jedes Jahr werden die Informationen rund um die Mobilität in Deutschland als Verkehrsstatistik veröffentlicht. Aus den sichtbaren Entwicklungen lassen sich Maßnahmen ergreifen und die Organisation und Planung im Hinblick auf den Verkehr verbessern. Neben den Unfallzahlen gibt es aber noch viele weitere Aspekte, die hier betrachtet werden.

Beliebte Verkehrsmittel der Deutschen

Aus der Zahl der in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge kann zum Beispiel geschlossen werden, welche Verkehrsmittel zur Fortbewegung hierzulande am beliebtesten sind. Die aktuellen Zahlen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), wonach insgesamt 54.602.441 motorisierte Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs waren. Aus der unten stehenden Tabelle ergibt sich, dass es sich dabei zum Großteil um Pkw handelt. Das bedeutet, dass die Menschen noch immer am liebsten mit dem eigenen Auto fahren anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder motorisierten Bikes.

PlatzKraftfahrzeugeAnzahl (Stand Januar 2016)
1Personenkraftwagen (Pkw)45.071.209
2Krafträder (z. B. Mororräder und Motorroller, aber auch E-Bikes und Pedelecs)4.228.238
3Lastkraftwagen (Lkw)2.800.780
4Zugmaschinen2.141.495
5Kraftomnibusse78.345

Dieselskandal sorgt für Abwärtstrends

Im Zuge vieler positiver Veränderungen in der Mobilität der letzten Jahre, wie etwa größerer individueller Bewegungsfreiheit und der Gewährleistung von Wirtschaft und Dienstleistungen, sollten diese Zahlen grundsätzlich weiterhin ansteigen. Gleichzeitig sind aber auch Negativtrends zu beobachten, wie z. B. aufgrund des Abgasskandals um Diesel-Pkw.

So konnte das KBA im Jahr 2018 für neu zugelassene Kraftfahrzeuge in Berlin insgesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent – das sind etwa 2.313 Kfz weniger als im Jahr 2017 – auf 100.087 Fahrzeuge verzeichnen. Laut den Angaben des Amtes für Statistik in Berlin-Brandenburg waren darunter 81.084 zugelassene Pkw vertreten, wovon lediglich 26,6 Prozent über einen Dieselmotor verfügten. Im Vorjahr waren es noch 31,9 Prozent und im Jahr 2016 sogar 36,6 Prozent.

Und auch die Neuzulassungen von Diesel-Pkw sind in Berlin weiterhin im Abwärtstrend. Gegenüber dem Jahr 2017 wurden 2018 beinahe 5.100 Neuzulassungen weniger registriert. Diese Entwicklung hat sicher zu weiten Teilen die im letzten Jahr viel diskutierten Dieselfahrverbote zur Ursache, welche mit der Gesetzesänderung 2019 bereits in vielen Großstädten praktiziert werden. Auch die Innenstadt Berlins ist streckenweise von Dieselfahrverboten betroffen.

FahrzeugartNeuzulassungen in Berlin im DezemberNeuzulassungen in Berlin von Januar bis Dezember

 

20182017Veränderung in Prozent20182017Veränderung in Prozent
Kraftfahrzeuge insgesamt7.2878.107– 10,1100.087102.400– 2,3
Krafträder86149– 42,34.0373.699+ 9,1
Personenkraftwagen5.9616.441– 7,581.08483.536– 2,9
Kraftomnibusse2140– 47,5206218– 5,5
Lastkraftwagen9981.238– 19,413.20112.790+ 3,2
Zugmaschinen180198– 9,11.0571.663– 36,4
Anhänger233219+ 6,43.9153.963– 1,2

Staus ohne Ende

Trotz der zuletzt sinkenden Zahlen für zugelassene Pkw ist in ganz Deutschland ein enorm hohes Verkehrsaufkommen zu beobachten gewesen, welches zu deutlich mehr Staus geführt hat. Der ADAC hat für das Jahr 2018 einen neuen Rekord von ungefähr 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen registriert. Im Jahr 2016 waren es „gerade mal“ 694.000 Staus und auch im Vergleich zu 2017 stieg die Staudatenbank um knapp drei Prozent an. Im Durchschnitt gab es bundesweit somit mehr als 2.000 Staus am Tag.

Und nicht nur die Zahl der Staus erhöht sich, sondern auch deren Länge. Die Gesamtstrecke aller Staus zusammengenommen betrug im letzten Jahr etwa 1,5 Kilometer, was einen Anstieg um circa fünf Prozent bedeutet. 459.000 Stunden mussten die deutschen Autofahrer dabei insgesamt auf der Autobahn stehen.

Der ADAC nannte in erster Linie zwei Gründe für den erheblichen Anstieg dieser Zahlen: Auf der einen Seite soll die um 0,4 Prozent gestiegene Fahrleistung der Kraftfahrzeuge schuld sein und auf der anderen Seite die leicht größere Menge von Baustellen, denn im Jahr 2018 wurden etwa drei Prozent mehr Nadelöhre als im Jahr 2017 verzeichnet. (red)

Die Vordenkerin: Regine Günther überzeugt mit Weitsicht und Zielstrebigkeit

Wie leben und arbeiten wir 2030, wie bewegen wir uns in zehn Jahren fort? Regine Günther versucht auf diese Zukunftsfragen zu antworten und zwar jenseits von Tages- und Klientelpolitik. Das provoziert dann schon mal, zum Beispiel wenn Sie die Berliner auffordert, ihre Autos abzuschaffen. Aber Berlins Verkehrssenatorin ist eben konsequent, wenn sie nach siebzig Jahren Fokussierung auf das Auto Auto neue Mobilitätskonzepte fordert und umzusetzen versucht. Und dabei ist sie weniger revolutionär als mancher Kritiker denkt, denn Megatrends weisen in genau diese Richtung. Das Umweltbewusstsein ist signifikant gestiegen, Elektromobilität ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen und dabei, in den nächsten Jahren einen historischen Wandel im Individualverkehr und öffentlichen Verkehr zu vollziehen. Das Denken der Generation Y ist nicht mehr auf Besitzstand fokussiert, sondern stützt sich auf Kategorien des Teilens und gemeinsamen Nutzens. Neue Verkehrsmittel, von Elektrorollern über Sammeltaxis bis E-Scooter, stehen vor dem Durchbruch und werden das Thema kombinierte Verkehre forcieren.

Stadtraum für Wohnen, Büros und Grün statt für Autos

Der Tanz um das goldene Kalb Auto ist passé, der Deutschen liebstes Kind – zumindest für die jungen Generationen – ist nicht mehr das Auto. Die Senatorin hat also eigentlich gute Argumente auf ihrer Seite, wenn sie eine neue Mobilität auf der Basis des ÖPNV fordert. Dafür hat sie ein Mobilitätskonzept für die Hauptstadt entwickelt, es ist bisher das einzige einer deutschen Großstadt. Das Ende der autogerechten Stadt also ein fossiles Konzept? Günther plädiert für Freiwilligkeit, wenn es um die Abschaffung des Autos geht und setzt auf Vernunft. „Der Stadtraum ist zu wertvoll, um ihn für Autos zu reservieren“, und „auf den Flächen, die die 1,4 Millionen Kraftfahrzeuge beanspruchen, kann Wohnen, Büros und Grün entstehen“, so zwei überzeugende Thesen der Senatorin, die erst zwei Jahre im Amt ist und schon viel bewegt hat. Dennoch weiß sie, dass auch wenn das Verständnis für ihre Politik gewachsen ist, diese Veränderung nur langfristig vollzogen werden muss. Realistisch resümiert sie: „Wir haben jetzt die Fundamente für eine neue Mobilität gelegt.“ Und in der Tat, bis die neue Mobilität Realität geworden ist, wird es noch viele Jahre brauchen. Die Menschen müssen dabei mitgenommen werden, die Industrie muss den Wandel mitgestalten und – ganz wichtig – die Angebote im ÖPNV müssen attraktiver werden, damit ein „Umsteigen“ auch funktioniert.

Infrastruktur für den Siemens-Campus und die Urbane Mitte am Gleisdreieck

Es stehen gewaltige Aufgaben an: Die Infrastrukturnetze von S- und U-Bahn müssen ertüchtigt werden. Schienen und Straßennetze erneuert oder neu gebaut werden. Die neu entstehenden Stadtquartiere wie den Siemens-Campus oder die Urbane Mitte am Gleisdreieck müssen Mobilitätsangebote machen. Mit der Siemens-Bahn oder dem Neubau der S21 am Gleisdreieck sind die richtigen Weichen gestellt worden. Hier arbeitet das Land Berlin konstruktiv und mit guten Resultaten mit der Deutschen Bahn zusammen. Daneben sind allein elf Wohnquartiere in Planung, die von der Verkehrsinfrastruktur angeschlossen werden müssen. Es ist eine gewaltige Aufgabe. Und diese Projekte müssen nicht nur finanziert werden, sie müssen auch fachmännisch bearbeitet werden. Die Finanzmittel seien nicht das drängende Problem in Zeiten von vollen Kassen, aber eine arbeitsfähige Verwaltung muss nach Jahren des Personalabbaus wieder aufgebaut werden, so Regine Günther zu den organisatorischen Herausforderungen dieses gesellschaftspolitischen Wandels in der Metropolregion.

Günther will die lebenswerte Stadt der Zukunft

Man spürt die klare Strategie, die die weitsichtige – und doch häufig unterschätzte – Senatorin im Kopf hat, und erkennt ebenso klar die Zukunft unserer Städte, die so sauberer und lebenswerter werden. Und ebenso erkennt man das für das Gelingen dieses Verkehrskonzeptes 2030 zwingend erforderliche Erfolgskriterium der wachsenden Infrastruktur. Hier müssen die verschiedenen Akteure der Politik und Stadtgesellschaft gemeinsam und konstruktiv mitwirken, damit wir eine neue Ära der lebenswerten Stadt der Zukunft begründen können. Der TourismusDialog.Berlin hat mit der Veranstaltung „Unterwegs in Berlin – heute und morgen mobil genug?“ dazu einen wertvollen Beitrag geleistet. (red)

Neuer Stadtentwicklungsplan Zentren: Gute Grundlage für städtische Quartiere in Zeiten des Online-Shoppings

Mit dem aktuellen StEP Zentren hat der Senat heute die planerische Richtschnur für die Ansiedlung und Konzentration des Berliner Einzelhandelsangebots beschlossen. Aus Sicht der Wirtschaft ist die Aktualisierung des Stadtentwicklungsplan Zentren ein wichtiger Schritt, um auf maßgebliche Strukturveränderungen wie Onlinehandel, steigende Einwohnerzahlen, immer wertvoller und knapper werdende Flächen sowie neue Mobilitätsformen zu reagieren.

Jörg Nolte, Geschäftsführer der IHK Berlin: „Mit dem Stadtentwicklungsplan stellt der Senat wichtige Weichen für die nachhaltige Attraktivität Berlins. Er schafft Orientierung für Politik und Wirtschaft. Gerade die Unternehmen aus Handel und Dienstleistung brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sie den aktuellen Herausforderungen begegnen können. Jetzt kommt es darauf an, Themen wie attraktiver öffentlicher Straßenraum oder notwendige  Micro-Hubs auch zu realisieren. Der beste gesamtstädtische Plan nützt nichts, wenn nicht auf Bezirks-Ebene diese Ziele auch finanziert und vor Ort umgesetzt werden.“

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg e.V.: „Gerade vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen ist es für den stationären Einzelhandel immer wichtiger, sich in einem attraktiven Umfeld von Dienstleitstern, Freizeitangeboten und Gastronomie zu präsentieren. Denn auch wenn Einzelhandel sich auf Multichannel einstellt, braucht er attraktive Orte. Dazu dient der StEP Zentren, dessen Entwicklung wir gemeinsam mit der IHK Berlin eng begleitet haben.“

Der Beschluss des StEP Zentren bildet den Auftakt zu einer Reihe von insgesamt vier Stadtentwicklungsplänen, die aufeinander abgestimmt maßgeblich für die weitere Ausgestaltung Berlins sind. Parallel erarbeitet werden zudem die Pläne für Verkehr, Wirtschaft und Wohnen.
„Wir begrüßen, dass die für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins maßgeblichen Planwerke miteinander korrespondieren. Nur so können sie eine Hilfestellung bei der Bewältigung der bestehenden Flächenkonkurrenzen in der wachsenden Stadt sein“, so Jörg Nolte weiter. (red)

Blackout in Berlin bricht alle Rekorde!

Für 31 Stunden blieben im Berliner Stadtteil Köpenick die Lichter aus. Wie es zum größten Stromausfall der jüngeren Berliner Geschichte kommen konnte und wie sich der Blackout auf die Berliner ausgewirkt hat, erfahren Sie im Folgenden.

Am Dienstag, den 19.02.2019 um 14:10 Uhr, fiel im Berliner Stadtteil Köpenick für 31 Stunden der Strom aus. Grund dafür waren zwei 110 Kilovolt-Stromleitungen, die bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke durchtrennt worden sind.

Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH, die für das Stromnetz verantwortlich ist, meldete Erstaunen und bekundete, dass diese Situation ein Novum sei. Am selben Abend des Vorfalles begann die Stromnetz-Berlin GmbH die Reparaturarbeiten und konnte diese am folgenden Tag um 21:22 Uhr erfolgreich beenden.

Da die Stromleitung direkt beschädigt worden ist, waren alle Haushalte, Gewerbe und Straßenzüge von dem Stromausfall betroffen. Die einzelnen Stromanbieter trifft keine Schuld. Wie es genau zu dem Unfall gekommen ist, muss noch untersucht werden. Anzunehmen ist, dass das Bauunternehmen zu wenige Informationen bezüglich des Trassenverlaufs eingeholt hat oder dass die Informationen fehlerhaft waren.

Laut Verkehrsverwaltung-Berlin wurde das Bauunternehmen auf die Leitungen hingewiesen. Vattenfall hingegen gab bekannt, dass die Baufirma keine Trassenauskunft zu dem Verlauf der Stromleitungen eingeholt habe. Dies wäre aber regelwidrig und könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein Stadtteil im Ausnahmezustand

Der plötzliche Stromausfall hat die Bewohner des Stadtteils Köpenick kalt erwischt. Die Lichter gingen aus, das Straßenbahnnetz versagte, Kühlanlagen liefen nicht mehr und auch die Warmwasser-Versorgung fiel für einige Zeit aus, da von dem Blackout auch zwei Heizkraftwerke betroffen waren.

Zusätzlich wirkte sich der Stromausfall auch auf einige Handynetze im Stadtteil aus, wodurch es für die Betroffenen schwierig war, an Informationen zu gelangen und Angehörige zu benachrichtigen. Die einzige zuverlässige Informationsquelle bestand in batteriebetriebenen Radios und Funksprechanlagen von Polizei und Rettungswagen.

Für die Dauer des Stromausfalls musste der Betrieb von vier Straßenbahnlinien teilweise eingestellt werden, auch die S-Bahnen fuhren unregelmäßig und hielten nicht an allen Bahnhöfen. Betriebe mussten schließen und hatten Probleme, verderbliche Ware zu kühlen. Auch einige Kitas und Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Katastrophenschutz hat Schlimmeres verhindert

Drei mobile Wachen und Bereitschaftspolizisten zum Streifendienst wurden am Dienstagabend nach Köpenick verlegt. Die Polizisten kümmerten sich um den Verkehr an großen Kreuzungen, die vom Stromausfall betroffen waren, und sorgten dafür, dass niemand das Chaos des Stromausfalls ausnutzte, um Läden und Wohnungen zu plündern.

Das Krankenhaus Köpenick wurde vom Stromausfall nicht direkt betroffen, da ein Notstromaggregat dafür Sorge trug, die nötigste Stromversorgung zu gewährleisten. Dennoch wurden vorsorglich 23 Patienten der Intensivstation in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt.

Darüber hinaus wurde am Archenhold-Gymnasium eine Notunterkunft eingerichtet, um Menschen einen warmen Unterschlupf zu bieten. Auch parkte ein Lkw des Katastrophenschutzes vor dem Rathaus Köpenick, um die anliegenden Bewohner zu informieren und ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Handys aufzuladen.

Auch in Rudow fiel der Strom aus

Am Mittwochabend fiel dann auch noch im Berliner Stadtteil Rudow der Strom aus. Der Vorfall habe laut Stromnetz Berlin GmbH jedoch nichts mit dem Stromausfall in Köpenick zu tun. Hierbei handelte es sich um einen gewöhnlichen Kabelfehler, der relativ schnell ausgemacht und repariert werden konnte. (red)

Uber vs. Taxi: Widerstand gegen Deregulierung des Personenbeförderungsgesetzes wächst

Bereits im Januar hatte sich die SPD-Fraktion in ihrer Jahresresolution klar zum besonderen Schutz des Taxiwesens als Teil des ÖPNV bekannt. Nun hat sich auch die Linksfraktion den Förderungen der SPD und der Taxifahrer angeschlossen.

Personenbeförderungsgesetz: Taxifahrer erhalten Unterstützung aus der Politik

Am vergangenen Donnerstag versammelten sich etwa 1.500 Taxifahrer vor dem Bundesverkehrsministerium, um unter dem Motto: „Bleibt fair! Unsere Taxis + Unsere Jobs = Deine Mobilität“ gegen die jüngsten Pläne des Bundesverkehrsministeriums zu demonstrieren. Nachdem bekannt wurde, dass das Bundesverkehrsministerium unter CSU-Minister Andreas Scheuer eine Deregulierung des Personenbeförderungsgesetzes fordert, wurde Widerstand laut. Nicht nur die Taxifahrer selbst stellen sich vehement gegen die Pläne. Auch aus der Politik bekommen sie Unterstützung. Allem voran richtet sich die Kritik gegen ein weiteres Vordringen der Plattform Uber in den deutschen Markt und damit eine Verdrängung von Taxiunternehmen.

Uber beutet Fahrer aus

Von der SPD heißt es, das Geschäftsmodell von Uber basiere auf Rechtsbrüchen und der Ausbeutung der Fahrerinnen und Fahrer. Uber-Fahrer würden als Selbständige weniger als Mindestlohn verdienen, nichts in die sozialen Systeme einzahlen und so im Ruhestand leicht zu Sozialhilfeempfänger werden, so die Befürchtungen der Sozialdemokraten. Dazu erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Lars Düsterhöft: „Die nun vorliegenden Eckpunkte zur Reform des Personenförderungsgesetzes sind absurd. Anstatt das Taxigewerbe vor globalen Unternehmen zu schützen, werden hier in Berlin ca. 16.000 Arbeitsplätze massiv gefährdet. Das ist verantwortungslos. Ich erwarte eine klare Positionierung der Senatsverwaltung und eine Durchsetzung der bestehenden Gesetze, wie z.B. die Einhaltung der Rückkehrpflicht für Mietwagen. Gesetzesbrüche dürfen nicht legalisiert werden, sie gehören bestraft.“

„Bleibt fair“

Die SPD und nun auch die Linke sprechen sich daher klar gegen die Pläne von Minister Scheuer, die Versorgung in der Personenbeförderung allein dem Markt zu überlassen. Die zu erwartenden Verwerfungen und Nachteile für die Bürgerinnen und Bürger seien nicht hinnehmbar, kommentiert die SPD die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Bleibt fair, heißt es von den Taxifahrern. Aber ist dies nicht genau das, was Minister Scheuer schaffen will, einen fairen Wettbewerb? Auch aus der FDP kommen ähnliche Stimmen. Das Taxigewerbe gehöre zu den letzten verbliebenen Dienstleistungsmärkten, in denen eine strenge Regulierung freien Wettbewerb verhindere. Die Deregulierung des Personenbeförderungsgesetzes hilft das bisher starre Preisgefüge aufzuheben.

Bisher handelt es sich bei dem Eckpunktepapier lediglich um Vorschläge des Bundesverkehrsministers. Dennoch ist auch klar, dass künftig notwendig sein wird, das Personenbeförderungsgesetz anzupassen um die Attraktivität der Personenbeförderung zu stärken – jedoch ohne dass die Fahrer darunter leiden. (aw)

Appgefahren: BVG-App „Jelbi“ bietet mobile Services aus einer Hand

Bus, Bahn, Leihfahrräder, Carsharing – all diese Angebote können die Berliner künftig über eine BVG-App nutzen. Am Montag stellten Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) und BVG-Chefin Sigrid Nikutta die neue Anwendung namens „Jelbi“ vor.

Vom Taxi in die U-Bahn aufs Leihrad – alles über die BVG-App „Jelbi“

1928 revolutionierte der damalige Verkehrsstadtrat Ernst Reuter mit dem Fahrschein für alle öffentlichen Verkehrsmittel den Nahverkehr in der Hauptstadt. Doch heute nutzen die Berliner nicht mehr nur Bus und Bahn, um in der Stadt von A nach B zu kommen. Das Angebot mobiler Optionen ist deutlich großer geworden. Da noch zu wissen, wie man am besten fährt, ist gar nicht so leicht. Um diese Angebote an Leihräder, Motorrollern, Autos und Taxis künftig besser zu vernetzen, soll im Sommer die neue Plattform „Jelbi“ an den Start gehen. Extra-Anmeldungen auf zehn verschiedenen Apps, stundenlanges Suchen nach der besten Option und eine gesonderte Abrechnung bei verschiedenen Anbietern werden so überflüssig. Denn die App soll Routenplanung, Reservierung und Bezahlung für alle angebotenen Mobilitätsdienste vereinen.

Transportdienste zünftig zentral über BVG-App „Jelbi“

Dass die neue BVG-App ausgerechnet „Jelbi“ heißen wird, kommt nicht von ungefähr. Der Name leitet sich von dem Berlinerischen Jelb ab, inspiriert von der BVG-Erkennungsfarbe Gelb. Die Verkehrsbetriebe hatten vor gut zwei Jahren mit der Entwicklung einer neuen Mobilitätsplattform begonnen. Im Januar suchten sie dann nach entsprechenden Partnern. Und sind auch fündig geworden: Angebote von gut 25 Anbietern werden über die BVG-App abrufbar sein. Mit dabei sind unter anderem: der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg, Leihräder von Deezer-Nextbike und Call a Bike, Elektroroller vom Berliner Start-up Emmy, Mietwagen von Clever-Shuttle, Greenwheels DB-Flinkster sowie Berliner Taxi-Unternehmen. Die großen Carsharing-Unternehmen Car2GO und DriveNow werden allerdings nicht von der Partie sein.

Erster Mobilitätshub in Kreuzberg

Neben der App soll es sogenannte Mobilitätshubs geben, an denen in naher Zukunft umgestiegen wird. An diesen Sammelstellen stehen dann eine große Auswahl verschiedener Sharing-Fahrzeuge wie Autos, Fahrräder oder Motorroller bereit. Der erste Standort wird im Sommer am U-Bahnhof Prinzenstraße in Kreuzberg entstehen. Geplant sind weitere Hubs am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz sowie an den Straßenbahnkonten Landsberger Allee/Petersburger Straße. Dafür arbeitet die BVG mit der landeseigenen Gewobag zusammen, die die Flächen für Sammelstellen zur Verfügung stellt. (aw)

Nach Germania-Pleite – mehr Schutz für Reisende gefordert

Rund 60.000 Passagiere, die in den kommenden zwei Wochen mit der Berliner Fluggesellschaft Germania fliegen wollten, sind von der Insolvenz betroffen. Nun werden die Stimmen lauter, betroffene Passagiere besser zu schützen.

Germania-Pleite: Keine Entschädigung für Individualreisende

In der Nacht von Montag auf Dienstag verkündete die Berliner Fluggesellschaft Germania, dass die zentralen Teilgesellschaften Germania Fluggesellschaft mbH, Germania Technik Brandenburg GmbH und Germania Flugdienste GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingereicht hätten. In der gleichen Nacht wurde der Flugbetrieb eingestellt. Der Berliner Anwalt Rüdiger Wienberg hat vorläufig die Aufgabe des Insolvenzverwalters übernommen.

Von den insgesamt 18 gestrichenen Flügen sind vor allem Reisende klassischer Fernziele wie die Kanaren, die Türkei oder Ägypten. Individualbucher, die nicht über einen Reiseveranstalter ihren Flug gebucht haben, bleiben auf den Kosten für den ausgefallenen Flug nach der Germania-Pleite sitzen. Sie müssen sich selbst eine Alternative organisieren.

Forderung nach Insolvenzabsicherung bei Fluggesellschaften

Germania ist nun schon die dritte Berliner Fluggesellschaft, die ihren Flugbetrieb einstellen muss. Nachdem bereits Ende Oktober 2017 Air Berlin, damals die zweitgrößte Fluggesellschaft in Deutschland, ihren Flugbetrieb einstellen musste, traf es ein Jahr später die Charterfluggesellschaft Small Planet Airlines. Nun fordert Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), die Verbraucherrechte von Individualreisenden besser zu schützen.

Zuvor hatten sich das Bundesjustizministerium und die SPD bereits für bessere Fluggastrechte ausgesprochen. Bei der Forderung geht es um eine europaweite Lösung, ähnlich der EU-Pauschalreiserichtlinie. Die Rechte von Flugpassagieren bei Airline-Insolvenzen sollen gestärkt werden. „Wenn Verbraucher schon den vollen Flugpreis gezahlt haben, müssen sie die Garantie haben, auch fliegen zu können“, fordert der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, gegenüber dem Handelsblatt. (aw)

Veranstaltungen

Digital Mobility Conference

Die vernetzte Welt wird immer mobiler – und die Mobilität immer vernetzter. Diese Entwicklung erfordert neue integrierte Mobilitätsangebote, bei denen nicht länger das eigene Fahrzeug im Zentrum steht. Wohin steuert die Mobilität in der Digitalen Transformation? Wo müssen etablierte Player heute Gas geben? Und wer sitzt überhaupt noch selbst am Steuer?

Um Fragen rund um autonomes Fahren, intermodale Verkehrsdaten und den rechtlichen Rahmen der neuen Mobilität geht es auf der Digital Mobility Conference 2019 in Berlin. Rund 300 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Mobilitätssektors diskutieren die Digitalherausforderungen der Branche.

Wirtschaftsverkehr bewältigen – Lösungen für innerstädtische Quartierslogistik

Wohnquartiere sind sensible Gebiete der Stadt. Der Verkehr stellt eine erhebliche Störgröße dar. Dabei ist es nicht nur der private Kfz-Verkehr. Auch der zunehmende Wirtschaftsverkehr mit vielen unkoordinierten Fahrten führt zu ansteigenden Belastungen in eng bebauten Wohnvierteln. Insbesondere der zunehmende Online-Handel erzeugte immer mehr Lieferverkehre. Die Zunahmen der Lieferungen auch für private Besteller führen zu Überlastungen des Straßennetzes. Lieferfahrzeuge parken in der 2. Reihe, auf Gehwegen und in Kreuzungsbereichen. So werden Verkehrsteilnehmende behindert und mitunter gefährdet. Die Lieferverkehre induzieren Luftschadstoff- und Klimagasemissionen sowie Lärm, auch durch erhöhten Parksuchverkehr. Auch andere Wirtschaftsverkehre wie Lkw-Verkehr und Entsorgungsverkehre stellen für eng bebaute Gebiete eine Belastung dar. Hier ist es vor allem die Größe der Fahrzeuge, die zu Platz-, Lärm- und Luftschadstoff-Problemen führen.

Um diesen Belastungen zu vermindern müssen Kommunen die Belange des Wirtschaftsverkehrs in ihre Verkehrsplanung integrieren. Dazu fehlt Kommunen oft ein Verständnis für diese Verkehrsart. Belastbare Datengrundlagen um den Wirtschaftsverkehr detailliert für unterschiedliche räumliche Bereiche und Auflösungen darzustellen sind meist nicht vorhanden. Auch mangelt oft an Erfahrungen im Umgang mit den Akteuren in dieser Verkehrsart und möglichen Maßnahmen zur stadtverträglichen Gestaltung des Wirtschaftsverkehrs. Somit finden sich kommunale Konzepte für die Quartierslogistik, die sich dem Problembereich umfassend widmen, in der kommunalen Praxis bisher selten.

Innovative Maßnahmen wie beispielsweise Mikro-Depots, mit denen Pakete von KEP-(Kurier-, Express- und Paketdiensten)-Unternehmen in Quartieren überbetrieblich konsolidiert werden, Verlagerung auf Lastenräder, Lkw-Routennetze, Umweltzonen, Förderung von emissionsarmen Fahrzeugen sind einige von vielen Ansätzen, die in den Kommunen zur Bewältigung der genannten Belastungen umsetzen. Die Umsetzungserfahrungen und Wirkungen solcher z.T. noch pilothafte Ansätze soll im Seminar diskutiert werden. Dabei stehen planerische, rechtliche (Ordnungsrecht, Städtebaurecht), politische und organisatorische Aspekte im Vordergrund.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Railway Forum Berlin

Auf der Fachkonferenz diskutieren Führungskräfte der Bahnindustrie über aktuelle Trends, neue Produktlösungen und zukünftige Strategien im Schienenverkehr.

Rund 500 Manager aus den Bereichen Beschaffung und Technik der Deutschen Bahn, Systemhersteller, Zulieferer, politische Entscheider und Wissenschaftler tauschen sich bei Keynotes, Vorträgen und Workshops aus. Eine Ausstellung innerhalb der Konferenz zeigt Produkt- und Prozessinnovationen von rund 80 Zulieferfirmen der Bahnindustrie. Bei Werksführungen an mehreren Standorten in Berlin erhalten Teilnehmer zudem praktische Einblicke in die Produktionsabläufe des Gesamtsystems Bahn.

(Anmeldung erforderlich)