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Innovation Leader aus Berlin: EURABUS-Chef Thomas-Christian Seitz ist Berliner Unternehmer des Jahres 2019

Elektromobilität ist das herausragende Innovationsthema der nächsten Jahre und aktuell in aller Munde. In Berlin sitzt einer der innovativsten Hersteller von Elektrobussen in Europa. Das EURABUS-Projekt wurde schon 2009 vom Firmeninhaber Thomas-Christian Seitz gestartet. EURABUS setzt die Benchmarks: mit bis zu 650 km die größte Reichweite aller Hersteller, das geringste Leergewicht und mit Preisen ab 470.000 Euro absolut konkurrenzfähig. Erst Mitte September 2019 hat EURABUS ein neues Kapitel in der noch jungen Erfolgsgeschichte aufgeschlagen: Das erste Montagewerk für Batteriebusse wurde in Almaty (Kasachstan) eröffnet. In der neuen Produktionshalle wird das neue EURABUS Modell 3.0 in Bausatzweise gefertigt.

Rollt mit Volt. Foto: EURABUS GmbH

Emissionsfreie Busse mit Zukunftspotenzial, denn die EU hat sich auf strengere Klimaschutzvorgaben für Busse und LKW geeinigt. Und Bundesverkehrsminister Scheuer kritisierte „Wir haben seit dem Jahr 2009 rund 5,2 Milliarden Euro für die technologieoffene Förderung der Antriebstechnologien ausgegeben. Ich bin verärgert, dass daraus keine Produkte entstehen“. Und: „Bis zum Jahresende 2019 werden alle im Rahmen des Sofortprogramms zur Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI eingegangenen Anträge mit einem Volumen von 175 Millionen Euro beschieden sein“, versprach der Minister. Nach Jahren der Halbherzigkeiten kommt langsam eine hohe Dynamik in dieses Zukunftsthema. Das ist auch dringend erforderlich, denn der weltweite Marktführer BYD aus China schickt sich an, die ganze Welt zu beliefern und seine Marktanteile auszubauen.

Pioniere der Elektromobilität

Thomas-Christian Seitz und sein Entwicklungsteam erreichen mit der ausgereiften dritten Generation der Elektrobusse über eine modulare internationale Fertigung eine Herstellungskapazität von einigen tausend Bussen. Prof. Sigurd Bauerecker von der renommierten TU Braunschweig attestiert den Berlinern in einer Studie „hervorragende technische Eigenschaften des Antriebssystems“. Bereits 2012, schickte die EURABUS GmbH, als erster Elektrobushersteller überhaupt einen vollelektrischen 12-Meter-Batteriebus in Deutschland in den Linienbetrieb. Eine echte Pionierleistung.

Busproduktion in Kasachstan. Foto: EURABUS GmbH

Für Thomas-Christian Seitz ist es ein Wettbewerbsvorteil, mit deutschen Technologiepartnern zu arbeiten. So hat der Batteriepartner, die BMZ ihren Sitz bei Frankfurt (Main) und beliefert zum Beispiel auch das StreetScooter-Projekt der Deutschen Post.

Große Nachfrage nach emissionsfreien Bussen

Über Nachfrage kann sich Seitz nicht beklagen. Und auf der Konferenz des Verbands der deutschen Verkehrsunternehmen (VDE) Mitte Februar hat die Mehrzahl der deutschen und europäischen Verkehrsbetriebe bekräftigt, bei der Neuanschaffung demnächst nur noch E-Busse kaufen zu wollen. Schon ab 2020 wird z.B. Hamburg nur noch emissionsfreie Busse anschaffen.

Eine andere richtungsweisende Nachricht kommt aus Frankreich. Premier Emmanuel Macron kündigte an, in den nächsten fünf Jahren 700 Millionen Euro in die europäische Batterieindustrie für Elektrofahrzeuge zu investieren. Zwei Fabriken für die Herstellung von Batterien sind geplant, eine davon in Deutschland. Damit will Europa dem asiatischen Markt Konkurrenz machen. Denn zurzeit kaufen die großen Automobilhersteller wie VW, Daimler und BMW ihre Zellen noch in Asien und lassen diese dann zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammenbauen.

Innovation Leader EURABUS

Thomas-Christian Seitz: „Wenn sich Deutschland und Frankreich zusammentun und Batteriezellen produzieren, dann ist das ein längst überfälliger Schritt, um eine wettbewerbsfähige Zellproduktion in Europa aufzubauen. Mehr Wettbewerb bringt auch günstige Preise, was die Akzeptanz von Elektrobussen weiter forcieren wird“.

Der große Bedarf nach praxistauglichen Elektrobussen hat sich auch bei den Investoren herumgesprochen, sie stehen bei EURABUS Schlange. Seitz prüft gerade Standorte in verschiedenen Bundesländern für neue Produktionsstätten. Die Erfolgsgeschichte nimmt gerade kräftig Geschwindigkeit auf und EURABUS ist ganz vorne mit dabei. Damit hat sich Thomas-Christian Seitz mit seinem Innovation Leader EURABUS den Titel „Berliner Unternehmer des Jahres 2019“ redlich verdient. (red)

Symbolpolitik des Berliner Senats – Hauptstadt erklärt Klimanotlage

Seit der gestrigen Sitzung des Senats im Roten Rathaus ist es endlich offiziell: Berlin erkennt als erstes Bundesland die Klimanotlage an. Auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, wurde beschlossen, künftig auf Landesebene noch stärker gegen den globalen Klimawandel vorzugehen.

Geplant sind eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen, eine Reform des Berliner Energiewendegesetzes und eine Überarbeitung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms. Konkreter wird es leider aber nicht. Was wann und wie tatsächlich umgesetzt wird, um der Erderwärmung entgegenzuwirken, hat die Senatorin bisher noch nicht verraten – also alles nur heiße Luft?

Sinnvolle Maßnahmen oder politische Show-Aktion?

Für viele ist die Ausrufung des Klimanotstands eine große Enttäuschung und einkalkulierte Show. „Reden allein hilft dem Klimaschutz nicht“, ließ Burkhard Dregger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, in den sozialen Medien verlauten und machte damit deutlich, was er von den Versprechungen der Umweltsenatorin hält.

Auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, sieht in den angekündigten Maßnahmen des Senats und der fehlenden Umsetzung einen Widerspruch: „Im Doppelhaushalt 2020/2021 fehlen die Mittel, die geeignet wären, eine echte Mobilitätswende voranzutreiben. Warum ist zum Beispiel kein einziger Euro für Planungen zum U-Bahn-Ausbau vorgesehen? Darüber hinaus bremst sich der Senat mit dem Mietendeckel selbst aus bei der energetischen Gebäudesanierung. Dabei liegt auch dort ein großer Hebel, um die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen.“

Klimanotlage soll das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm reformieren

Für Günther dagegen ist der Beschluss ein wichtiger Schritt: „Die Anerkennung der Klimanotlage ist ein sehr konkreter Handlungsauftrag: Das Land wird auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens handeln, Senatsbeschlüsse sollen künftig einen Klima-Check erhalten, und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm wird mit neuen Maßnahmen konsequent danach ausgerichtet. Nach wichtigen Weichenstellungen wie dem bereits beschlossenen Kohleausstieg bis 2030, dem Mobilitätsgesetz und der Grünbauoffensive wird Berlin seine Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimafolgen weiter beschleunigen.“

Klimahauptstadt Berlin muss jetzt handeln

Um ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter zu untergraben, muss die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bald konkrete Pläne vorlegen, wie der Maßnahmenkatalog möglichst zeitnah umgesetzt werden kann. Zwar hatte Günther angekündigt, „das Tempo zu erhöhen“, allerdings zeigte bereits das Mobilitätskonzept von Juli 2018, wie langwierig eine Realisierung geplanter Projekte sein kann. So ist von den versprochenen Radschnellwegen und barrierefreien Fußgängerwegen sowie dem Ausbau des Straßenbahnnetzes bis jetzt noch nicht viel zu sehen.

Berliner Wirtschaft geht in Sachen Klima mit gutem Beispiel voran

Während der Senat noch darüber diskutiert, ob es wohl machbar ist, die CO2-Emissionen um 85 oder 95 Prozent zu senken, zeigt sich am Projekt der COPRO, wie einfach ein positiver Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden kann. Das moderne Zukunftslabor B-Part Am Gleisdreieck punktet mit seiner ressourcenschonenden und nachhaltigen Bauweise. Denn durch die Verwendung von Holz als zentrales Bauelement konnten 350 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. So geht Klimaschutz! (sz)

Promillegrenzen, Gehwegfahren und Co.: Was ist auf dem E-Scooter erlaubt?

Sie haben in Windeseile die Innenstädte erobert: E-Scooter. Während viele gern auf kurzen Strecken mit den praktischen Rollern cruisen, sind die neuen Leih-Scooter noch mehr Verkehrsteilnehmern ein Dorn im Auge. Und kein Wunder – erhöhte Unfallgefahr, unklare oder bewusst ignorierte Verkehrsregeln und ungenügende Abstellplätze machen die E-Scooter oft zum Ärgernis. Immer wieder werden von der Polizei alkoholisierte Fahrer gestoppt, aktuell wird über eine Null Promille Grenze diskutiert. Schon jetzt bietet der Gesetzgeber klare Vorgaben für Rollerfahrer.

E-Scooter sind Kraftfahrzeuge

Erst seit Mitte Juni sind die E-Scooter auf deutschen Straßen erlaubt – und dennoch längst zum regelrechten Trendfahrzeug geworden. Nicht nur die ungenügende Infrastruktur, sondern auch Nutzer, die Verkehrsregeln missachten, sorgen dabei immer wieder für Probleme. In der Praxis werden die Scooter oft auf dem Fußgängerweg gefahren. Das ist jedoch eindeutig untersagt: Die maximal 20 km/h schnellen Roller sind lediglich auf dem Fahrradweg oder alternativ auf der Fahrbahn zugelassen. Auf geteilten Rad- und Fußwegen haben zu Fuß gehende gegenüber Rollern den absoluten Vorrang. Wer auf einem E-Scooter unterwegs ist, muss also die eigene Geschwindigkeit und Fahrweise so anpassen, dass es zu keiner Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern kommt. Grundsätzlich wird kein Führerschein gefordert, der Fahrer muss aber mindestens 14 Jahre alt sein.

Bußgeld und Geldstrafen drohen

Beim E-Scooter gelten ähnliche Vorschriften und Strafbemessungen wie beim Fahrrad: Fahren auf dem Gehweg kostet 15 Euro, Fahren über eine rote Ampel ab 60 Euro aufwärts. Richtig teuer wird es bei Trunkenheit auf dem Roller: Ab 0,5 Promille sieht der Bußgeldkatalog 500 Euro Geldbuße, 2 Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot vor – bei Wiederholungstätern erhöhen sich die Raten drastisch. Schon unter dieser Grenze drohen allerdings Sanktionen:

„Bei E-Scootern handelt es sich rechtlich gesehen um Kleinkrafträder – Fahrten unter Alkohol und Drogeneinfluss können darum ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. In der Probezeit oder unter 21 Jahren gilt eine 0,0 Promillegrenze für E-Scooterfahrer, für alle anderen kann es sich schon bei einer Fahrt ab 0,3 Promille um eine Straftat handeln.“, erklärte hierzu Achim H. Feiertag, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Wer mit 0,3 Promille auffällig wird, kassiert bis zu 3 Punkte in Flensburg sowie Freiheits- und Geldstrafen. Gleiches droht in jedem Fall, wenn man sich mit 1,1 Promille erwischen lässt.

Übrigens: Auch Nebeneinanderfahren (15 Euro), freihändiges Fahren oder zu zweit auf einem Roller fahren (je 10 Euro) ist nicht erlaubt.

Verbotszonen für Roller

Nicht nur über Strafen, sondern auch mithilfe der Technik sollen Rollerfahrer zu rücksichtsvollerem Verhalten angehalten werden. Berlin hat schon seit August Verbotszonen für E-Roller aufgestellt. In diesen Zonen ist unter anderem die Parkfunktion in der App blockiert. Auf dem Gehweg dürfen die Leihgeräte nicht mehr abgestellt werden, Grünflächen sind ebenfalls tabu. Stattdessen sollen in Zukunft speziell ausgewiesene Abstellflächen hinzukommen. Das soll auch die Akzeptanz für die Roller erhöhen – E-Scooter bleiben weiterhin in der Kritik. Neben häufigen Unfällen werden vor allem die Abstellgewohnheiten der Nutzer ein Problem in Innenstädten. Den Gehweg blockierende Roller sind nicht nur störend für Passanten, sondern werden für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Sehbehinderung zum echten Sicherheitsrisiko. (red)

Hinweis: Die Bildunterschrift und den Fotocredit des ersten Bildes können Sie sehen, wenn Sie daraufklicken.

Berliner Senat will mehr in die Hauptstadt investieren

Nach Jahren des Sparkurses plant der Berliner Senat, wieder mehr Geld in Schulen, Behörden und den Verkehr zu stecken. Im „Jahrzehnt der Investitionen“ soll zudem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen und die Verwaltung modernisiert werden.

„Bis 2023 werden wir die Infrastruktur Berlins erneuern. Mit Mitteln aus dem Landeshaushalt und den Kassen der Landesbetriebe werden wir insgesamt 25 Milliarden Euro investieren – hauptsächlich in Schulen und Wohnungen“, verkündete Finanzsenator Matthias Kollatz zuversichtlich auf Facebook.

Langfristige Investitionen sollen die Hauptstadt stärken

Insgesamt möchte der Berliner Senat gemeinsam mit den Landesbetrieben zwischen 2019 und 2023 25 Milliarden Euro in die Hauptstadt investieren. Die aktuell geplanten Investitionen von rund fünf Milliarden Euro pro Jahr haben sich somit im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöht. Allein für die BVG plant das Land Berlin nun Investitionen in einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro – 2014 waren es gerade einmal 1,4 Milliarden Euro.

Außerdem profitieren Wissenschaft und Forschung zum Beispiel von einer Finanzspritze von 400 Millionen Euro – das sind 100 Millionen mehr als in den Jahren zuvor. Besonders stark wird überdies in Neubau und Sanierungen investiert. So soll in Lankwitz eine gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr entstehen und der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg sowie das Vivantes-Klinikum in Neukölln neu gebaut werden.

Besonders die Schulen profitieren

Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2018 sollen die Ausgaben für Schulen bis 2023 auf 3,2 Milliarden Euro ansteigen – ein exorbitanter Anstieg um 446 Prozent. Die Berliner Schulbauoffensive ist auf zehn Jahre angelegt und legt ihren Fokus sowohl auf die Sanierung vorhandener Schulen und als auch den Schulneubau.

Unterstützung von den Landesunternehmen kommt vor allem von den Wasserbetrieben mit geplanten 2,2 Milliarden Euro und den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Diese wollen bis 2023 7,5 Milliarden Euro beisteuern.

Zweifel bestehen auf Seiten der Union

Kritik kommt von der Opposition. Zwar steht die CDU hinter den Investitionsstrategien, allerdings herrscht Skepsis bezüglich der Umsetzung. Die Union spekuliert sogar, dass lediglich die Hälfte der geplanten Investitionen später umgesetzt werden. (sz)

Eröffnet der BER doch noch 2020?

Am Flughafen BER prüft der TÜV aktuell die Technik. Von 41 angesetzten Tagen sind zweieinhalb bereits vorbei und bislang sollen die Prüfer zufrieden gestimmt sein.

Flughafenaufsichtsrat glaubt, dass der BER wie geplant 2020 eröffnet

Aktuell laufen am neuen Hauptstadtflughafen wichtige Technikprüfungen durch den TÜV. Ihr Ausgang bestimmt, ob der BER wirklich im Oktober 2020 eröffnet werden kann. „Der TÜV war mit den ersten zweieinhalb Prüftagen zufrieden“, bestätigt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Anschluss an eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg am vergangenen Montag.

Aufgrund des positiven Feedbacks geht es jetzt auch in die Feinplanung des ORAT-Programms (Operational Readiness an Airport Transfer). Neben einer Überprüfung aller Abläufe am neuen Flughafen gehört dazu auch der Umzug der Flughafeneinrichtung von Tegel nach Schönefeld.

Suche nach Komparsen für einen Test

Ende des Jahres soll klar stehen, ob der BER tatsächlich rechtzeitig im Herbst 2020 eröffnet wird. Und dann wollen die BER-Verantwortlichen damit beginnen, etwa 20.000 Menschen als Komparsen zu werben. Mit ihnen soll dann der Betrieb an einem ganz normalen Reisetag erprobt werden. Die Generalprobe mit den Testern findet nächsten Sommer statt. Dann sollen auch Geschäfte und Gastronomie fertig gestellt sein.

BER – eine Geschichte von Baumängeln und Technikproblemen

Der eine oder andere Berliner bzw. Brandenburger wird sich vielleicht erinnern, dass es im Februar 2012 bereits schon einmal einen ähnlichen Probelauf gab. Damals fanden parallel noch Bauarbeiten statt. Ob es nächsten Sommer wieder so sein wird? Die BER-Verantwortlichen werden jedenfalls nicht müde, zu versichern, dass nun alle Baumängel und Technikprobleme behoben seien.

Zwei große Probleme bestehen jedoch noch immer, die eine Eröffnung gefährden könnten. Zum einen ist die letzte von insgesamt zwölf Anlagen der Brandschutztechnik noch nicht fertig. Dabei handelt es sich um Tausend Kilometer lange Kabelsysteme die alle anderen Anlagen mit Informationen, Steuerbefehlen und Energie versorgen. Zum anderen sind Kabelschächte und andere Installationen damals mit Dübeln befestigt worden, die den zwischenzeitlich geänderten Bauvorschriften nicht mehr entsprechen.

Dennoch versichert Rainer Bretschneider, Aufsichtsrat-Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg: „Der Aufsichtsrat geht in Gänze davon aus, dass wir das letzte Ziel, Oktober 2020, halten.“

Wir bleiben gespannt. (aw)

Luftreinhalteplan – So will der Berliner Senat die Luftqualität verbessern

In der Senatssitzung am Dienstag hat der Berliner Senat auf Vorschlag der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Berlin beschlossen. Damit soll sich die Luftqualität in der Hauptstadt erheblich verbessern und die Vorgaben zum Schutz der menschlichen Gesundheit schnell erfüllt werden.

„Unsere Modellierungen zeigen, dass wir mit den Maßnahmen des vorliegenden Luftreinhalteplans die Grenzwerte bis Ende 2020 einhalten werden. Berlin nimmt den Gesundheitsschutz sehr ernst und wir setzen alles daran, schnell eine gute Luftqualität zu gewährleisten“, erklärt Umweltsenatorin Regine Günther.

Besser atmen in Berlin

Da die Grenzwerte Partikel PM 10 (Feinstaub) seit 2015 eingehalten werden konnten, sollen mit dem neuen Konzept vor allem die Stickstoffdioxid-Emissionen gemindert werden. Denn aufgrund der anhaltenden Überschreitung des Immissionsgrenzwertes für NO2 wurde das Land Berlin am 9. Oktober 2018 vom Verwaltungsgericht Berlin verurteilt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Grenzwerte bis Ende 2020 einzuhalten. Das Gericht hatte das Land Berlin auch verurteilt, Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge zu verhängen, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen.

So soll die Luftqualität verbessert werden

Wer das Klima schützen und die Luftqualität verbessern will, muss sich auch auf höhere Kosten und Einschränkungen einstellen. Denn künftig wird auf 33 weiteren Straßen in Berlin Tempo 30 gelten, um die Luft reinzuhalten. Außerdem dürfen auf Insgesamt acht Straßen ältere Dieselfahrzeuge (bis einschließlich Euronorm 5) nicht mehr fahren.

Des Weiteren wird die Nachrüstung und Flottenerneuerung bei Linienbussen und kommunalen Fahrzeugen fortgesetzt und es sollen noch mehr Dieselbusse der BVG durch Elektrobusse ersetzt werden. Im Zuge des Luftreinhalteplans wurden zudem fünf Berliner Fahrgastschiffe mit Abgasreinigung nachgerüstet.

Ein weiterer Punkt des Luftreinhalteplans betrifft die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt. Innerhalb des S-Bahn-Rings wird diese von 40 auf 75 Prozent ausgeweitet.

Reaktion auf den Luftreinhalteplan gemischt

Die Berliner Wirtschaft bewertet das Konzept positiv. Dazu erklärt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin:

„Dass nun ein Weg gefunden wurde, in Berlin die NOx-Grenzwerte ohne flächenhafte Verbotszonen einzuhalten, ist sehr zu begrüßen. Aus unserer Sicht werden vor allem die Modernisierung und Erweiterung des BVG Fuhrparks, die Schüler-, Azubi- und Jobtickets sowie die Förderung der Elektromobilität spürbare Effekte bringen. Auch die bereits im Koalitionsvertrag verankerte Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung ist sinnvoll, solange sie auch die Bedarfe der ansässigen Unternehmen berücksichtigt. Für die konkrete Umsetzung gilt es allerdings noch einige Punkte zu beachten. So werden die lokalen Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge bis Euro-V die nahen Umfahrungsstrecken stark belasten, genauso wie auch viele Berliner Unternehmen. Deshalb müssen sie sofort wieder zurückgenommen werden, sobald sie nicht mehr erforderlich sind.“

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus hingegen steht (CDU, FDP, AfD) den Maßnahmen kritisch gegenüber. (aw)

Straßen, auf denen aus Gründen der Luftreinhaltung auf Abschnitten Tempo 30 angeordnet wird:

StraßeTempo-30-Strecke zwischen
Albrechtstr.Robert-Lück-Straße bis Neue Filandastraße
Badstr.Behmstraße bis Exerzierstraße
Breite Str./Schönholzer Str.Grabbeallee bis Mühlenstr.
Danziger Str.Schönhauser Allee bis Schliemannstraße
Dominicusstr.Ebersstr. bis Hauptstr.
Dorotheenstr.Wilhelmstr. bis Friedrich-Ebert-Platz
Elsenstr.Treptower Park bis Karl-Kunger-Straße
Erkstr.Karl-Marx-Str. bis Sonnenallee
Hermannstr.Mariendorfer Weg bis Silbersteinstr. (im Anschluss an Durchfahrtverbot Silbersteinstr. bis Emser Straße mit T30)
Invalidenstr.Alexanderufer bis Scharnhorststraße
Joachimstaler Str.Hardenbergplatz bis Kurfürstendamm
Kaiser-Friedrich-Str.Kantstraße bis Otto-Suhr-Allee
Klosterstr.Brunsbüttler Damm bis Pichelsdorfer Straße
Leonorenstr.Bernkastlerstr. bis Kaiser-Wilhelm Str.
Luxemburger Str.Genter Straße bis Müllerstraße
Mariendorfer DammWestphalweg bis Eisenacher Str.
Martin-Luther-Str.Lietzenburger Straße bis Motzstraße
MehringdammYorckstraße bis Bergmannstraße
MüllerstraßeSeestraße bis Antonstraße
Oranienburger Str.Roedernallee bis Wilhelmsruher Damm
Oranienstr.Moritzplatz bis Oranienplatz
Potsdamer Str.*Potsdamer Platz bis Kleistpark
Residenzstr.Amende Straße bis Lindauer Allee
Saarstr.Rheinstraße bis Autobahnbrücke
Scharnweberstr.Kapweg bis Afrikanische Straße
Schönholzer Str.Wollankstraße bis Parkstraße
SonnenalleeThiemannstr. bis Reuterstr.
Spandauer DammKlausener Platz bis Königin-Elisabeth-Str.
Tempelhofer Damm*Ordensmeisterstr. bis Alt-Tempelhof
Torstr.Prenzlauer Allee bis Chausseestraße
Turmstr.Stromstraße bis Beusselstraße
Wildenbruchstr.Sonnenallee bis Weserstraße
Wilhelmstr.Unter den Linden bis Dorotheenstr.

Straßen, für die auf Straßenabschnitten Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge (einschließlich Euro 5 Abgasnorm) eingeführt werden:

Straße von bis
Leipziger StraßeLeipziger Platz (Ostseite)Charlottenstraße
BrückenstraßeKöpenicker StraßeHolzmarktstraße
ReinhardtstraßeCharitéstraßeKapelle-Ufer
Alt-MoabitGotzkowskystraßeBeusselstraße
FriedrichstraßeUnter den LindenDorotheenstraße
StromstraßeBugenhagenstraßeTurmstraße
HermannstraßeSilbersteinstraßeEmser Straße
SilbersteinstraßeHermannstraßeKarl-Marx-Straße

Michael Müller will ein Jahresticket für 365 Euro

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will in Berlin ein Jahresticket für 365 Euro einführen. Ganz nach dem „Wiener Modell“ soll das Ticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr gelten. Pro Tag würde das Ticket demnach nur ein Euro kosten.

Michael Müller hat sich von Wien anstecken lassen

In einem gemeinsamen Interview mit seinen Amtskollegen aus Wien und Zürich in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), sagte Müller: „Tatsächlich habe ich mich von diesem 365-Euro-Jahresticket in Wien anstecken lassen.“ Er wolle für Berlin „Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können.“

Bereits im vergangenen November haben die Sozialdemokraten auf ihrem Landesparteitag beschlossen, dass der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das „Wiener Modell“ übernimmt. In der österreichischen Hauptstadt wird das Jahresticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr seit 2012 für 365 Euro angeboten. Die Zahl der Jahresabonnementen hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: In Berlin kostet ein Jahresticket für die Zonen AB momentan 728 Euro. Für die Zonen ABC 961 Euro.

Jahreskarte würde Berlin 100 Millionen Euro kosten

Die radikale Preissenkung konnte bei der Koalitionsverhandlung zwischen Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und SPD damals nicht durchgesetzt werden. Denn das „Wiener Modell“ würde dem Land Berlin 100 Millionen Euro kosten, die als Ausgleich an die Berliner Verkehrsbetriebe und die S-Bahn gezahlt werden müssten. Zudem ist zu vermuten, dass dadurch die Zahl der Fahrgäste erheblich steigt. Das hätte wiederum entsprechende Auswirkungen auf Infrastruktur, Wagenpark und Personal.

CDU: Interessant aber unbezahlbar

Die Opposition äußert sich zu Müllers Idee kritisch. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Oliver Friederici sagt: „Wir finden das Wiener Modell interessant. Allerdings ist Berlins Nahverkehr unterfinanziert, daher wird jeder Euro gebraucht. So lange im Entwurf des neuen Doppelhaushalts keine zusätzlichen Gelder für die BVG dafür vorgesehen sind, muss sich Berlins Regierender Bürgermeister fragen lassen, ob er die Berliner wirklich entlasten oder doch nur Sommertheater spielen will.“ (lb)

BVG optimiert Buslinien in der Innenstadt

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat neue Fahrplanänderungen veröffentlicht. Zum Ende der Berliner Sommerferien werden einige der wichtigsten Buslinien in der Innenstadt neu sortiert – die Flughafenlinie TXL wird geteilt und es soll eine neue Linie für Touristen kommen. Mit diesen Änderungen möchte die BVG Verspätungen künftig minimieren und ihr Angebot erweitern.

BVG kürzt TXL-Linie

Ab dem 04. August wird die Flughafenlinie TXL geteilt. Als TXL wird sie dann nur noch zwischen Flughafen Tegel und Hauptbahnhof verkehren.

Der östlich vom Hauptbahnhof gelegene Streckenabschnitt bis zum Alexanderplatz wird vom 245er übernommen, der momentan nur zwischen Zoologischem Garten und Hauptbahnhof fährt. Der Anlass für die Umstrukturierung ist, dass der TXL-Bus in den vergangenen Monaten vermehrt wegen übermäßiger Staus und Falschparker auf diesem Streckenabschnitt ausfiel. Zudem hat der Abschnitt eine relativ schwache Nachfrage und dafür verhältnismäßig zu viel Verspätung.

Ähnliche Gedanken stecken hinter der Änderung der Linie M84. Von Zehlendorf und Steglitz aus fährt sie künftig nur noch bis zum Potsdamer Platz und wendet an der Mohrenstraße, statt wie bisher am Alexanderplatz. Der Dauerstau an der Leipziger Straße wird damit vermieden.

Neue Touristenlinie 300

Der 300er wird als weitere „Touristenlinie“ erstmals durch den östlichen Teil der Hauptstadt fahren. Von der Philharmonie über den Potsdamer Platz durch die Wilhelmstraße, Unter den Linden entlang zum Alexanderplatz und weiter an der Jannowitzbrücke und East Side Gallery vorbei zum Bahnhof Warschauer Straße wird der 300er in Zukunft fahren.

Auf der Linie werden dann auch Elektrobusse verkehren. Denn das massive Schadstoffproblem der Leipziger Straße, wo stadtweit die höchsten Stickoxid-Werte gemessen werden, soll vermindert werden. Zu Anfang werden dort nur noch relativ saubere Euro-VI-Dieselbusse fahren und ab dem nächsten Frühjahr die elektrischen Gelenkbusse, die die BVG kürzlich beim polnischen Hersteller Solaris bestellt hat.

Das neu entstandene Viertel um die Mercedes-Benz-Arena herum hat die Nachfrage dort deutlich erhöht, meinte BVG-Sprecher Markus Falkner. Mit dem 300er bekomme die Gegend einen Zehnminutentakt – als Ersatz für den 248er, der alle 20 Minuten vom Breitenbachplatz über Südkreuz dann nur noch bis zum Alex fährt, so Falkner.

Stabilerer Fahrplan

Insgesamt ergibt sich durch die Neusortierung der Buslinien nach Auskunft von Falkner eine minimale Erweiterung des Angebots. Allerdings wird der wesentliche Effekt ein stabilerer Fahrplan sein, so Falkner weiter. (lb)

Die umstrittene Begegnungszone Bergmannstraße

Am Dienstagabend trafen sich rund 280 Anwohner aus dem Bergmannkiez im Columbia Theater, um mit Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/ Die Grünen) und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos für die Grünen) über die Zukunft der Bergmannstraße zu diskutieren und erneut ihre Meinung zu äußern. In kleinen Gruppen sollten sich die Teilnehmer zu den wesentlichen Fragen der Begegnungszone äußern. Das Ergebnis zeigte, dass sich die meisten Anwohner eine komplett autofreie Straße wünschen.

Grüne Punkte auf der Bergmannstraße

Seit einiger Zeit beschäftigen sich der Berliner Senat und die Bezirke mit den Möglichkeiten der Begegnungszone Bergmannstraße. Zur Verkehrsberuhigung gilt momentan Tempo 20 und am Straßenrand stehen die umstrittenen Parklets. Auch die Abstellplätze für Fahrräder sind neu.

Seit Ostern kleben auch noch grüne Punkte auf dem Asphalt, ein weiteres Element der Verkehrsberuhigung. Die Straße wurde in verschiedene Felder wie „weitestgehend autofrei“, „Entschleunigung des Straßenverkehrsflusses“ und „Autoverkehr“ eingeteilt. Die Punkte sollen Autofahrer dazu animieren langsam zu fahren – die meisten halten diese Idee jedoch für reine Geldverschwendung.

Die Straße wurde zum Experimentierfeld

Baustadtrat Schmidt möchte die Bürgerbeteiligung ausbauen und plant weitere Zusammenkünfte. Gemeinsam mit den Anwohnern will er offen darüber diskutieren, ob die Bergmannstraße sogar komplett autofrei werden könne.

Das „Projekt Parklets“ wurde vom Baustadtrat selbst als gescheitert erklärt. „Das waren Rohrkrepierer“, gab er offen zu. Trotzdem werden die Holzpodeste vorerst nicht abgebaut und die Testphase läuft weiter. „Der große Andrang bei unserer Werkstatt zeigt, wie die Themen Begegnungszone und Mobilitätswende die Gemüter bewegen“, sagte Schmidt.

Auch Verkehrssenatorin Günther unterstützt das Projekt des  Grünen-Baustadtrats. Sieist gespannt auf neue Entwicklungen. „Die Bergmannstraße ist ein spannendes Experimentierfeld für die Verkehrswende“, sagte sie. Berlin sei bei weitem nicht die einzige Stadt, die in solchen Testphasen Neues im Straßenraum ausprobiert.

Im Fokus sollte laut Günther eine Neuverteilung des öffentlichen Straßenraums stehen, damit mehr Platz für Fußgänger sowie für den Radverkehr entsteht und ein sicheres Überqueren der Straße möglich ist. (tf)

 

Neue Express-S-Bahn für Berliner Nahverkehr

Die für ihre Verspätung bekannte Berliner S-Bahn führt noch dieses Jahr eine Express-S-Bahn ein. Ab Dezember 2019 werden zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof Züge verkehren, die nur an Stationen mit hohem Fahrgastbetrieb halten und andere Stopps dafür auslassen. Der neue Fahrplan gilt für die Linie S3.

Konzept „Express-S-Bahn“

Laut dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wird das neue Fahrbahnangebot ab dem neuen Fahrplanwechsel gelten. Dabei wird die S-Bahn wie gewohnt in Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst, Ostkreuz, Warschauer Straße und Ostbahnhof halten. Demzufolge werden die Stationen Hirschgarten, Rummelsburg, Wuhlheide und Betriebsbahnhof Rummelsburg nicht angefahren. Die zusätzlichen Expressbahnen werden von montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 14 und 19 Uhr im 20-Minuten-Takt fahren. Drei Zuggarnituren mit jeweils vier Wägen werden dafür benötigt.

Bisher gibt es in Berlin kaum Expressverkehr. Was für Großstädte, wie New York, selbstverständlich ist, ist in der Hauptstadt nur schwer umsetzbar. Zumeist muss es zusätzliche Gleise geben, da der reguläre Zugverkehr sonst gestört wird.

Schneller zum Ziel

Momentan benötigt die S-Bahn noch 17 Minuten, um von Friedrichshagen zum Ostbahnhof zu fahren. Mit den neuen Expresszügen werden vier Minuten davon wegfallen, da sich die Fahrtzeit auf 13 Minuten verkürzt. Von Köpenick bis zum Ostkreuz benötigt man sogar nur noch zehn Minuten.

Schon vor dem 2006 begonnenen Umbau des Ostkreuzes fuhren auf der Linie der S3 verstärkt Züge, die dem großen Bedarf zu Hauptverkehrszeiten nachkamen. Als die Arbeiten intensiver wurden, war das nicht mehr möglich, weil die entsprechende Gleiskapazität fehlte. Mit der Fertigstellung im letzten Jahr können die zusätzlichen Fahrten wieder angeboten werden.

Das bisher bestehende Zusatzangebot wird durch die Expresszüge nicht beeinträchtigt, heißt es laut VBB. Die S3 wird auch weiterhin regulär alle zehn Minuten verkehren und dabei keinen Halt auslassen.

Mögliche Verwirrung

Das neue Konzept hat aber auch seine Kritiker. Ihr Hauptargument: Das Modell Express-S-Bahn könnte zu Verwirrungen führen. Viele Fahrgäste sind mittlerweile mit Kopfhörern unterwegs. Auf Lautsprecherdurchsagen hört kaum noch einer und wenn sind diese meist so undeutlich, dass sowieso kein Wort verstanden wird. Auch Schilder werden meist nicht beachtet. Wie also will der VBB seine Fahrgäste über das neue Zusatzangebot informieren?

„Die Fahrgastinformation wird derzeit zwischen VBB und S-Bahn abgestimmt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor“, so Eike Arnold, Sprecher des VBB, auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Spannend bleibt also die Frage, wie die Fahrgäste auf die neuen Express-S-Bahnen reagieren werden. Ob sie es erst merken, wenn sich die Türen an ihrem Wunschhalt nicht öffnen und der Zug einfach vorbei fährt. (lb)

 

 

Veranstaltungen

Bus2Bus

Die Bus2Bus ist Fachkongress und Messe der Busbranche. Auf dem Messegelände Berlin diskutieren Bushersteller und Zulieferer sowie Busbetreiber und Verkehrsexperten über aktuelle Themen sowie innovative Geschäftsansätze.

Bushersteller, Zulieferer und Dienstleister kommen hier mit Verkehrsunternehmen und Verkehrsexperten zusammen.

Neben Businessmodellen stehen Themen wie neue Antriebstechniken, Speicherkapazität, moderne Designs und Connectivity auf der Agenda. Innovationen werden über die Aussteller-Exponate sowie in Keynotes, Workshops und Foren vorgestellt.

Digital Mobility Conference

Digitale Mobilitätskonzepte und innovative technologische Entwicklungen im Bereich Mobility prägen immer wieder die öffentliche Diskussion. Das automatisierte Fahren oder Ridesharing-Dienste verändern unser Verständnis von Mobilität bereits heute. Auch das zukünftige Potenzial digitaler Mobilitätskonzepte steht im Zentrum der Debatte.

Die Digital Mobility Conference widmet sich – neben neuen Formen der Fortbewegung – unter anderem dem Beitrag digitaler Mobilitätskonzepte zum Klimaschutz sowie der Rolle von Kommunen bei der Organisation von Mobilität.

Wie können alle Anbieter vom Ridesharing über den ÖPNV bis zum Taxi in einem gemeinsamen System zusammenwirken, um so das beste Angebot für Kommunen und Bürger zu machen? Welchen Beitrag zum Klimaschutz kann digitale Mobilität liefern? Welche Rolle spielt dabei das automatisierte und vernetzte Fahren? Über diese und viele weitere Fragen diskutieren wir auch 2020 mit führenden Expertinnen und Experten aus der Verkehrspolitik und von Verkehrsbehörden sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen, Startups, Plattform- und Infrastrukturanbietern.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

InnoTrans 2020

Die Messe InnoTrans Berlin ist die internationale Leitmesse für Verkehrstechnik, Innovative Komponenten, Fahrzeuge und Systeme. Mehr als 3.000 Aussteller aus 60 Ländern präsentieren auf der InnoTrans Messe Berlin ihre aktuellen Produkte, Dienstleistungen und Innovationen rund um die Schienenverkehrstechnik, aufgeteilt in die fünf Messesegmente Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors und Tunnel Construction. Ein Alleinstellungsmerkmal ist zudem das Gleis- und Freigelände mit 3.500 laufenden Metern Schienen, auf denen vom Kesselwagen bis zum Hochgeschwindigkeitszug alles vertreten ist. Ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit der InnoTrans Convention, Dialogforen, Ausstellerpräsentationen in der Speakers Corner und CEO Rundgängen sowie verschiedenen Konferenzen rundet die InnoTrans Berlin Messe ab.