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B-Part Am Gleisdreieck: Sechs Lab Fellows entwickeln das Berlin der Zukunft

Auf der einst brachen Fläche der Urbanen Mitte, ist mit dem B-Part Am Gleisdreieck einem temporären Multifunktionsgebäude aus Holz von über 1000 qm Fläche, Leben eingekehrt. In das Herz des Gebäudes, das sogenannte „Urban Ideation Lab“ – ein Labor für das Stadtquartier der Zukunft – sind für ein halbes Jahr die ersten sechs „Lab Fellows“ gezogen.

Die jungen Forscher und Start-up-Unternehmer entwickeln in einem interdisziplinären Think-Tank Lösungen für die Kernthemen des Stadtquartiers der Zukunft und das Berlin von morgen.

Die Urban Ideation Lab Fellows sind:

Circular Economy mit Circular Berlin: Circular Berlin ist ein Netzwerk von Experten mit dem Ziel, Berlin nach Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu transformieren. In unterschiedlichen Bereichen sollen Ressourcen und Rohstoffe möglichst regenerativ eingesetzt und dadurch Abfälle oder Verschwendung reduziert bzw. vermieden werden.

Digitale Bildung mit Tetrapix: Das Team um Marie-Luise Schade, Bastian Brabec und Denise Sengül bringt Schülern in Workshop-Formaten das Coding und Making spielerisch bei. Digitale Bildung im Unterricht verstehen sie als Teil der notwendigen digitalen Revolution an Schulen und möchten diese tiefer verankern.

Urbane Mobilität mit RCKT: Das Berliner Start-up legt den Fokus auf die junge Generation und wird im Urban Ideation Lab mit Schülern das Thema „Urbane Mobilität“ diskutieren, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Stadt der Zukunft aktiv mitzugestalten. Zu den Kunden von RCKT zählen u.a. die Commerzbank, die Deutschen Bahn und die Bundesregierung.

Innovative Stadtentwicklung mit Urban Participation Lab: Justus Schuchardt und Oskar Nikolas Lingk kombinieren stadtplanerisches Know-how mit moderner Technologie und unterstützen urbane Entwicklungsprojekte mit digitaler Partizipation. Konkret werden durch Umfragen Stimmungsbilder erstellt, die bauliche Situationen, die Bedeutung von urbanen Projekten und deren Potenzial analysieren, um konkrete Gestaltungsempfehlungen aufzuzeigen.

Gesellschaftsforschung mit nexTT: Das Team um Nicolas Bourquin und Sven Ehmann nutzt das Urban Ideation Lab Fellowship, um die Möglichkeiten eines klimapositiven urbanen Lifestyles in der Nachbarschaft rund um das Areal des Gleisdreiecks zu erforschen. Gemeinsam mit Experten*innen arbeiten sie an Konzepten, Szenarien und Prototypen, um die Gesellschaft zu inspirieren, bewusster und nachhaltiger zu handeln. Im Zentrum ihrer Arbeit steht dabei die kreative, visuelle Darstellung von Informationen und komplexen Zusammenhängen.

Wissenschaftliches Arbeiten mit Franziska Sahr: Die Masterstudentin im Studiengang Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit mit der Analyse von partizipativen Prozessen, Zwischennutzung sowie Co-Produktion und deren Auswirkung auf die Akzeptanz neuer Stadtquartiere. (dd)

Öffentliche Veranstaltungen zu allen Schwerpunkten und Arbeitsergebnissen finden statt.

Anmeldung unter

www.bpart.berlin/events/

B-Part Am Gleisdreieck

Luckenwalder Str. 6b

Berlin, 10963 Deutschland

www.bpart.berlin

Kulturtipp für den Sommer: „Your New Quarters“ von Thomas Ravens eröffnet Ausstellungsreihe Images of Architecture # 1

Das B-Part, dem neuen Stadtlabor und Think Tank für New Work and Life auf dem Gelände der zukünftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck, hat sich seit seiner Eröffnung Ende März als begehrte Adresse für Start-ups, Kunst und Dialog etabliert. Damit wirft das ökologisch richtungsweisende Holzgebäude einen Blick auf nachhaltige Quartiersentwicklung und urbane Mobilität in der sich stetig wandelnden Stadt. Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat dem Projekt denn auch eine „gesamtstädtischer Bedeutung“ zugesprochen.

In direkter Nachbarschaft zum BRLO Brauhaus gibt das B-Part einen weiteren Vorgeschmack darauf, welches Potenzial in der Stadtentwicklung am Gleisdreieck steckt: als sinnstiftendes und inspirierendes Quartier für Nachbarn, Parkbesucher und alle in Zukunft hier arbeitenden Menschen.

Kunst ist dabei integraler Bestandteil des Konzeptes und wechselnde Ausstellungen zeigen ein breites Spektrum an Sichtweisen und Stilen. Bis zum 13. August zeigt der in Berlin lebende Künstler Thomas Ravens in der Ausstellungsreihe Images of Architecture bei B-Part Exhibition seine ausdrucksstarken wie surreal-düsteren urbanen Landschaften.

Die „New Quarters“ in Ravens‘ Bildern scheinen teils futuristisch und visionär, sind dies jedoch nur im Sinn eines historischen Echos aus einer Le Corbusier-Moderne, die längst von einem Konzept wie dem „Anthropozän“ überrollt wurde. Man ahnt, alle von Ravens abgebildete Architektur wird zerstört werden, existiert vielleicht schon gar nicht mehr oder befindet sich in einem dauerhaft eingefrorenen, paradoxen Zustand der Auslöschung. Man kann hier an Walter Benjamins Sturm des Fortschritts denken, jener „Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft“ – während der verlaufende Himmel im Hintergrund Albrecht Dürers „Traumgesicht“ zu zitieren scheint, jene so eindringliche Manifestation unbewusster Ängste.

Ravens Bilder, meist – auch farblich eindringliche – Tuschezeichnungen, stellen so zeitgenössische Fragen mit hoher Dringlichkeit. Dass neue Quartiere nicht auf neutralem Grund stehen, ist seinen Bildern anzusehen. (red)

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck | Foto: BERLINboxx

Images of Architecture #1

Thomas Ravens – “Your New Quaters”
Ausstellung: 13. Juli bis 3. August 2019
B-Part Exhibition curated by loop
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14-18 Uhr

Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Visionen für die Hauptstadt – Berlin Partner Lunch Break im B-Part Am Gleisdreieck

Das Thema Stadtentwicklung 2019 in Berlin in Verbindung mit einem unaufgeregt konstruktiven Optimismus anzugehen ist aktuell in der Hauptstadt eher ungewöhnlich. Dem Vorstandsvorsitzenden der Copro AG, Marc F. Kimmich gelingt dieser Spagat jedoch: Die perfekte Voraussetzung für das aktuelle Copro-Projekt, die Urbane Mitte Am Gleisdreieck und damit auch für Berlin. Als Gastgeber – gemeinsam mit Annabell Dörksen von Berlin Partner – begrüßte Kimmich die Teilnehmer des Berlin Partner Lunch Breaks im neuen Labor für die Stadt der Zukunft, dem B-Part Am Gleisdreieck und nutzte die Gelegenheit, den Gesprächsteilnehmern seine positive Grundhaltung mit auf den Weg zu geben.

Zum Thema „Flächenmanagement in Berlin“ diskutierten Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa AG, Unternehmensberater Dr. Markus Vogel und Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke mit Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Das rapide Wachstum der Hauptstadt fordert nicht nur Berlins Bewohner, sondern vor allem auch die politischen Entscheider und die Entwickler. Gibt es überhaupt noch genügend Flächen, um die Spree-Metropole auch morgen noch weiter zu bauen? Sind Hochhäuser vielleicht die Lösung für die steigende Nachfrage? Wie funktioniert Verdichtung in Berlin ohne die ebenfalls dringend benötigten Freiräume zuzubauen?

Angebot und Nachfrage in der wachsenden Stadt

Dr. Stefan Franzke beobachtet den Wohnungsmarkt aus einer ökonomischen Perspektive. Das Flächenangebot kann aus seiner Sicht mit der Nachfrage nicht mithalten. Ältere Menschen suchen erfolglos kleinere Wohnungen, junge Familien wollen sich vergrößern, auch hier sei der Markt nicht in der Lage, der Nachfrage gerecht zu werden.

Geschichtsunterricht in B-Part Am Gleisdreieck

Obwohl Platzprobleme erst seit Kurzem eine Rolle spielen, die Situation ist in Berlin nicht ohne historisches Beispiel. Bereits vor 100 Jahren erforderte Berlins rasantes Wachstum schon einmal große Veränderungen. Dr. Stefan Franzke sieht die Schaffung von Großberlin als Vorbild für eine gelungene Stadtentwicklung. Der gesamtgestalterische Anspruch könnte in der heutigen Entwicklung als Beispiel dienen. Andreas Schulten hingegen sieht die destruktive öffentliche Auseinandersetzung als großes Problem: „Stadtentwicklung wird für die lauten Bürger gemacht. Das ist falsch, wir müssen Politik für unsere nächste Generation machen.“

Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist vonnöten

Meist dauert es nicht lange, bis in einer Diskussion über Berliner Bauflächen das Tempelhofer Feld zur Sprache kommt. Die Entscheidungsfindung zur Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes halten die Diskutanten für nicht endgültig abgeschlossen. Aber auch über das Tempelhofer Feld hinaus ist sich Dr. Markus Vogel sicher, dass Berlin genügend Flächen besitzt, um gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerungszuwächsen zu begegnen. Mit der dezentralen Stadt bringt er einen wichtigen Punkt in die Debatte ein: Orte außerhalb des S-Bahn-Rings wie Reinickendorf oder Adlersdorf haben erhebliche Potentiale und einen wichtigen Stellenwert im Stadtgefüge. Eine nachhaltige Stadtentwicklung sei jedoch zu lange verschlafen worden und müsse jetzt vorangebracht werden, auch im Austausch und Dialog mit der Zivilgesellschaft.  Nur eine offene Stadt mit einem breiten gesellschaftlichen Spektrum könne auch den Zuzug von Kapital leisten, den Berlin benötigt.

Als Denkanstöße konnten die Teilnehmer des Lunch Breaks darüber hinaus innovative Wohnformen und -konzepte wie Coworking und Mikrowohnen, das Konzept von Quartieren für 24 Stunden und eine Anpassung der Berliner Traufhöhe auf bis zu 60 Meter, mit in den Nachmittag nehmen.

Holz gewordener Optimismus

Gastgeber Kimmich bleibt dennoch weiter optimistisch. Das Konzept von B-Part Am Gleisdreieck löst seine Versprechen ein. Der luftige Holzbau zeigte sich als Location für Zukunftsdiskussionen, denn B-Part wurde gestaltet, um in der Stadt von morgen zu arbeiten. Der Holzbau steht auf dem Gelände, auf dem die Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird und wird als Coworkingspace genutzt. (mw)

Urbane Mitte am Gleisdreieck: Gespräche über die Stadt der Gegenwart

Wie können wir Städte abseits ferner Zukunftsszenarien anders denken, bauen und gestalten? Unter diesem Leitsatz luden die Urbane Mitte Am Gleisdreieck, COPRO, das Architekturbüro O&O Baukunst sowie das künftige Urban Ideation Lab „B-Part“ am 1. Juli zum Dialog ein. Mit Experten aus dem Transportwesen, der Start-up-Szene, der Nighttime Economy, der Kunstszene und der Literatur wurden über Zukunftsszenarien Berlins diskutiert.

Zu den Speakern der Veranstaltung zählten Markus Penell, Leiter des Architekturbüros O&O Baukunst, und der Berliner Künstler Christian Awe. Erster hat gemeinsam mit seinem Büro den Masterplan für das künftige Stadtquartier „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ entwickelt. Darüber hinaus diskutierten u.a. Dr. Meike Niedbal, Head of Business Development DB Station & Service und Project Lead Smart Cities, und Tresor-Gründer Dimitri Hegemann über die Themen Mobilität, Start-ups, Kunst und Kultur sowie das Nachtleben Berlins. Durch das Panel führte der Journalist und Sachbuchautor Dr. Christian Ankowitsch.

 

v.l.n.r. Christian Awe, Darius Moeini, Markus Penell, Dr. Meike Niebdal, Jackie Thomae | Foto: HGEsch Photography

v.l.n.r. Christian Awe, Darius Moeini, Markus Penell, Dr. Meike Niebdal, Jackie Thomae | Foto: HGEsch Photography

 

B-Part: Das Urban Ideation Lab zum Mitgestalten der Lebens- und Arbeitswelten von morgen

Den Startschuss zur Veranstaltung gab Ansgar Oberholz, Gründer des Co-Working-Pioniers „St. Oberholz“. Dort, wo zukünftig die „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ eine der letzten großen Lücken Berlins schließen soll, wird bereits Anfang 2019 ein temporäres Gebäude in modularer Holzbauweise errichtet. So bietet B-Part auf circa 1.000 Quadratmeter direkt am Park ein Innovation Space für Menschen, die die Lebens- und Arbeitswelten von morgen mitgestalten möchten. Zudem entstehen im B-Part rund 100 Plätze für flexibles, gesundes und inspirierendes Arbeiten. Damit wird B-Part eine Schnittstelle aus Kreativwerkstatt, Experimentierlabor und Ideenschmiede.

Ob Industrie oder Start-ups – das Urban Ideation Lab wird eine Plattform, die Know-how und Content von unterschiedlichsten Ideen und Menschen generiert und zugänglich macht. „Es soll als Pionier für die Quartiersentwicklung der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck und das menschliche Zusammenleben von morgen fungieren“, erklärt Oberholz, der das Projekt bis zu seiner Eröffnung als Ambassador begleiten wird.

Urbane Mitte Am Gleisdreieck: Stadtquartier der Zukunft im Herzen Berlins

Danach stellte Markus Penell von O&O Baukunst unter dem Motto „Stein“ den über 150 BesucherInnen die Themen Architektur und Städtebau in der heutigen Zeit an jenem Ort vor, wo das Stadtquartier entstehen wird. Penell präsentierte in seiner Keynote u.a. das städtebauliche Konzept der „Urbanen Mitte Am Gleisdreieck“. Dort werden in Zukunft lokales Handwerk und regionale Produktion mit kollaborativen Arbeitswelten und neuen Mobilitätsideen verbunden. Die Panelgäste konnten die Gebäudekörper, die auf dem Areal entstehen werden, in Miniatur vor Ort hautnah erleben. Denn eigens für das Festival wurde ein begeh- und erlebbares Holzmodell des Stadtquartiers im Maßstab 1:20 gebaut, das als Bühne für die Veranstaltung diente.

 

Panel „Zufall, Stein und Hyperloop“ auf der Urbanen Mitte Am Gleisdreick | Foto: HGEsch Photography

 

Kultclub Tresor: Mut zu Unfertigem und Zufälligem

Dimitri Hegemann erzählte zum Element „Zufall“. So erklärte er, wie er durch eine unvorhergesehene Situation die richtige Lokalität für seinen späteren Technoclub „Tresor“ fand. Dieser entwickelte sich mit seinem unfertigen und authentischen Charme schließlich zu einem wichtigen Bestandteil der Nighttime Economy in Berlin.

Nachdem der Mauerfall die Stadt zum Explodieren brachte, entstanden viele neue Räume und kreative Ideen. Menschen feierten die unkontrollierte Eigendynamik und verliehen Berlin neue Energie. Die gereifte Subkultur wurde umbenannt in Kreativwirtschaft. In diesem Kontext plädierte er dafür, dass in der heutigen Zeit mehr Experimentierraum gegeben werden muss, um diesen Spirit auch künftig beizubehalten.

Mobilitätkonzepte: von der Stadt zur Smart City

Zum Abschluss der Veranstaltung verriet Dr. Meike Niedbal, Head of Business Development DB Station & Service, im Panel „Bewegung“, wie die Deutsche Bahn Mobilität als städteformendes Element erkennt und welche Rolle die Menschen bei der Gestaltung von intelligenten und flexiblen Mobilitätslösungen spielen. Sie eröffnete in ihrer Keynote „Smart Cities: Logistik, Mobilität und Bahnhöfe“ neue Blickwinkel auf innerstädtische Verkehrskonzepte der Gegenwart und Zukunft. (red)