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E-Mobilität: Neue Ladeinfrastruktur im Wohnquartier „WATERKANT“

Am Montag startete in Berlin das EU-Förderprojekt MEISTER zur E-Mobilität. Das Wohnquartier „WATERKANT“ wird dabei versuchsweise um ein E-Mobilitätskonzept erweitert. Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Geschäftsmodellen rund um Ladeinfrastruktur.

EU-Förderprojekt MEISTER zu E-Mobilität startet in Berlin-Spandau

Bereits 2018 begann in westlichsten Bezirk der Hauptstadt durch die Gewobag am Ufer der Oberhavel der Bau des neuen Wohnquartiers. Doch bis 2024 sollen dort nicht nur 2.500 Wohnungen, sondern auch eine intelligente Ladeinfrastruktur mit Lade- und Lastmanagement entstehen, die von Energieversorger E.ON entwickelt wurde.

Von Anfang an spielte das Thema Mobilität bei der Entwicklung des Wohnquartiers eine zentrale Rolle. Für die künftigen Mieter dort sollen innovative Mobilitätsangebote wie E-Carsharing mit möglichst einfachem Zugang zu Ladesäulen bereitgestellt werden.

Mittel für die Umsetzung kommen von dem EU-Förderprojekt MEISTER

Das EU-Förderprojekt MEISTER ist ein Projekt aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont 2020“ der Europäischen Union. Die Abkürzung steht für: „Mobility Environmentally-friendly, Integrated and economically Sustainable Through innovative Electromobility Recharging infrastructure and new business models“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dies etwa: „Umweltfreundliche Mobilität, integriert und wirtschaftlich nachhaltig durch innovative Elektroladeinfrastruktur und neue Geschäftsmodelle“.

Ziel des Projekts ist es, mit intelligenter Ladeinfrastruktur Kosten zu senken und den Zugang zu Ladepunkten für Kunden zu erleichtern. In diesem Zusammenhang werden Plattformen und Dienstleistungen entwickelt, die die Nutzung von Elektromobilität vereinfachen und die Energieversorgung der Fahrzeuge optimieren. Die EU-Förderung für die Berliner Projektpartner beträgt rund 2,1 Millionen Euro.

E-Mobilitätsprojekt bringt große Akteure zusammen

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz begleitet das Projekt. Zudem sind an dem MEISTER-Projekt die Bauherrin der „WATERKANT Berlin“,  die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Gewobag und WBM sowie weitere Partner wie das unabhängige Forschungsinstitut IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie, Mobilität e. V., die Siemens-Tochter VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH und den Energieversorger E.ON beteiligt. (aw)

Gillette setzt weiterhin auf Berlin

Gut 820 Beschäftigte fertigen im Tempelhofer Werk Premium-Rasierer „Made in Berlin“ für den Konzern Procter & Gamble (P&G) ‒ und das wird auch so bleiben. Denn Gillette wird das Werk in Berlin erhalten.

Gillette in Berlin: Hightech aus der Hauptstadt hat Zukunft

Bereits seit mehr als 80 Jahren produziert Gillette in Berlin-Tempelhof. Nun waren Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, diese Woche eingeladen, einmal hinter die Kulissen der Produktionsstätte zu schauen.

Angelika Schöttler begrüßte die Entscheidung des Unternehmens, weiterhin in Tempelhof zu produzieren: „Ich bin stolz, dass wir im Bezirk Tempelhof-Schöneberg auch zukünftig die Produktionsstätte für Gillette-Premiumprodukte haben werden. P&G ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen konstruktiv und erfolgreich an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeitet und in jeder Hinsicht fit ist für zukünftige Herausforderungen. Mich freut besonders, dass wir hier eine integrierte Strategie präsentiert bekommen haben, die auch Start-up-Kooperationen und die gezielte Ausbildung von Mitarbeiter_innen berücksichtigt.“

Weitere Investitionen von Gillette am Standort Berlin

Laut der Gewerkschaft IG Metall wird P&G in den nächsten Jahren etwa 40 Millionen Euro in das Werk in Tempelhof investieren. Darüber hinaus möchte Gillette die Zusammenarbeit mit Berliner Start-ups weiter verstärken. Mithilfe eines umfangreiches Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramms werden die Mitarbeiter darüber hinaus für die Digitalisierung und die mit ihr verbundenen Veränderungen im Unternehmen fit gemacht.

„Berliner Start-up-Kooperationen und unser Ausbildungsprogramm Richtung Industrie 4.0 helfen uns dabei, diese Stärke und unsere Marktposition auszubauen – auch im verschärften Wettbewerb und im beschleunigten digitalen Wandel der industriellen Produktion. Gillette setzt auf Hightech in und aus Berlin“, erklärt Stefan Brünner, Werksleiter von Gillette in Berlin. Laut Gilette wird mehr als die Hälfte der weltweit ausgelieferten Premium-Rasierklingen von Gillette in Berlin hergestellt, was für die Expertise und die Leistungsstärke des Werks und seiner Mitarbeiter spricht. (aw)

Digitalwirtschaft – neue Initiative berlin.digital unterstützt bei der Fachkräftesicherung

Die Berliner Digitalwirtschaft und Gründerszene ist stark. Jedoch fällt es vielen Unternehmen schwer, geeignete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Aus diesem Grund hat das Branchennetzwerk media:net berlinbrandenburg eine neue Initiative ins Leben gerufen. Mit berlin.digital setzt sie sich für die Interessen der Digitalwirtschaft ein und unterstützt Berliner Unternehmen im Recruiting, Onboarding und in der Vernetzung von HR-Verantwortlichen.

Digitalwirtschaft immer wichtiger für die Hauptstadt

Mittlerweile ist jeder achte Arbeitsplatz in Berlin in der Digitalwirtschaft zu finden. Damit umfasst die lokale Digitalwirtschaft mehr als 77.000 Arbeitsplätze in über 9.000 Unternehmen. Jedoch sind viele Stellen unbesetzt, da ein starker Fachkräftemangel herrscht. Dieser hemmt das Wachstum und lähmt auf lange Sicht die Innovationskraft, sagen die Initiatoren von berlin.digital. Genau bei diesem Problem setzt daher die neugegründete Initiative an.

Andrea Peters, CEO media:net berlinbrandenburg, betont: „Die Stadt ist ein Gewinner der digitalen Transformation. Die Digitalbranche trägt massiv zum Wirtschaftswachstum in Berlin bei. Damit das so bleiben kann, unterstützen wir die Unternehmen aus der Digitalbranche vor allem auf der Suche nach Talenten und möchten viele Prozesse – darunter auch behördliche – für sie vereinfacht wissen.“

Die größte Herausforderung der Berliner Digitalwirtschaft: Fachkräfte finden!

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat eine Umfrage möglich gemacht, in der das Hauptproblem der Unternehmen deutlich wurde. So wünschen sich viele vor allem Unterstützung bei der Rekrutierung und dem Onboarding neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Mithilfe von Jobbörsen, Jobnewslettern, Recruitingtagen und Messeständen auf Fachkonferenzen im In- und Ausland sollen die Firmen nun die Möglichkeit bekommen, besser mit potentiellen Bewerbern in Kontakt zu kommen.

„Das digitale Ökosystem in Berlin bietet alles, was das Gründerherz begehrt: zunehmende Präsenz von Investoren, immer noch vertretbare Mietpreise und eine hohe Lebensqualität, was viele exzellente Arbeitskräfte aus der ganzen Welt anzieht. Diese wertvollen Fachkräfte mit verlässlichen Prozessen zu begrüßen und sie zügig mit den richtigen Unternehmen zusammenzubringen, ist entscheidend. Hier kann berlin.digital einen relevanten Beitrag leisten“, so Florian Heinemann, Investor und CEO von Project A Ventures sowie Aufsichtsrat von media:net.

Weitere Schwerpunkte der Initiative berlin.digital werden der Erfahrungsaustausch und die Professionalisierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Human Ressources sein. „berlin.digital setzt da an, wo die Digitalwirtschaft aktuell die meisten Herausforderungen bewältigen muss: beim Recruiting geeigneter Fachkräfte. Gemeinsam mit der Initiative und weiteren Berliner Unternehmen möchten auch wir noch mehr Talente erreichen und für die Berliner Digitalszene begeistern“, heißt es von Claudia Frese, CEO MyHammer. (aw)

Start-ups in Berlin: Warum sich Gründer eine andere Stadt suchen sollten

Die deutsche Hauptstadt liegt im internationalen Wettbewerb hinten. Andere Städte haben attraktivere Bedingungen für junge Unternehmen. Die Gründer von Start-ups in Berlin müssen auf Vorteile verzichten, die andere internationale Städte bieten, eine davon ist München.

Der Global Talent Competitiveness Index (GTCI) erhebt jährlich anhand von fünf Kategorien die Performance von 114 Städten und 125 Ländern. Aus den verrechneten Kennzahlen für Forschung, Internationalität, Attraktivität, Entwicklungschancen und die Bedingungen im Umfeld geht die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. als Siegerin auf Stadtebene hervor, im internationalen Ländervergleich bietet die Schweiz die beste Ausgangslage für Gründer.

Das europäische Niveau ist hoch

Die besten Voraussetzungen für den globalen Wettbewerb um Talente finden sich größtenteils in Europa. Innerhalb der Top Ten landen außer Singapur und den USA (immerhin Platz zwei und drei) nur europäische Länder. Deutschland belegt den 14. Rang, musste sich 2018 allerdings noch mit dem 19. Platz zufrieden geben. Bei kleinen Volkswirtschaften mit hohem Einkommen sehen die Autoren ein gutes Klima. Kopenhagen, Oslo, Wien und Zürich vervollständigen hinter Washington die Top Fünf. München belegt Platz 20, Berlin erreicht nur Platz 32.

Die Hauptstadt hat nicht die besten Voraussetzungen für Talente

Ein genauer Blick auf die erhobenen Kennzahlen zeigt, dass sich die deutsche Konkurrentin München vor allem bei den Forschungsausgaben, dem wirtschaftliches Umfeld und dem Einkommensniveau profilieren kann. Auch die Sicherheitslage und die Flughafensituation sorgen für Pluspunkte für die bayerische Landeshauptstadt. In Sachen Bezahlbarkeit und Lebensqualität hat Berlin die Vorteile auf ihrer Seite, genauso sieht es mit der Ärztezahl und der Zahl der Studierenden aus.

Der größte Unterschied zwischen Berlin und der europäischen Spitzenreiterin Kopenhagen ist die Ansiedlung von intergouvernementalen Organisationen. Weitere deutliche Abweichungen finden sich bei der Reichweite von sozialen Netzwerken und dem wirtschaftlichen Umfeld. Einzig bei der Ausstattung mit Ärzten und der Bezahlbarkeit kann sich Berlin merkbar absetzen.

Start-up-Standort Berlin

Circa alle 20 Stunden wird ein neues Start-up in Berlin gegründet. 84 Prozent von ihnen werden von einem Team ins Leben gerufen. Die Hälfte der Berliner Start-ups ist mit sieben oder mehr Mitarbeitern dazu vergleichsweise groß.

Im vergangenen Jahr musste sich Berlin im deutschlandweiten Vergleich das erste Mal geschlagen geben.  Laut des Deutschen Start-up Monitors 2018 hat jedes fünfte Start-up seinen Sitz in NRW. In Berlin waren es nur rund 16 Prozent aller Start-ups.

Welche Bedingungen können für Start-ups in Berlin geschaffen werden?

In der Langzeitanalyse des GTCI zeigt sich, dass im Wettbewerb um Talente die Kluft größer wird. Städte haben die Möglichkeit, als Talent-Knotenpunkte zu fungieren. Auf kommunaler Ebene sehen die Autoren der Studie ein höheres Potential kurzfristig auf Trends zu reagieren. Für die Berliner Regierung und Verwaltung hat diese Beobachtung Appellcharakter.

Washingtons Spitzenreiterposition leiten sie von ihrer stabilen Wirtschaft, der dynamische Bevölkerung, der herausragenden Infrastruktur und Konnektivität ab. Die Kompetenz der Arbeitskräfte ist hoch, die Bildungsinstitutionen der Region hochkarätig. Viele Punkte davon erfüllt Berlin, zur Infrastruktur gehört allerdings mehr als die geplanten Modellversuche für 5G.

Die digitale Transformation verlangt nach unternehmerischer Innovation

Der Autor der Studie Felipe Monteiro betont die gewachsene Bedeutung von Innovation als Wirtschaftsfaktor: „Sämtliche Arten von Organisationen müssen unternehmerisches Talent anziehen, und zwar in einem Zeitalter, in dem Ökosysteme rund um den Globus durch die digitale Transformation radikal umgestaltet werden.“ (mw)

Schnelles Internet für Berlin: Deutsche Telekom baut 5G-Netz aus

Während der Rest der Republik noch eine Weile auf das schnelle 5G-Mobilfunknetz warten muss, soll in Berlin noch in diesem Jahr der Ausbau beginnen. So haben es der Berliner Senat und die Deutsche Telekom beschlossen. Damit wird die Hauptstadt zur urbanen 5G-Modellregion.

Deutsche Telekom und Berliner Senat bringen schnelles Internet in die Hauptstadt

Wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betrieb bekannt gab, wird das 5G-Netzwerk jetzt früher als geplant in Berlin ausgebaut. Bereits vor dem offiziellen Start im Jahr 2021 soll das schnelle Internet in die Hauptstadt kommen. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zu dem Vorhaben:

„Wir machen Tempo beim 5G-Ausbau und schaffen hierfür mit unseren Partnern die Voraussetzungen. Der 5G-Mobilfunkausbau setzt eine erfolgreiche Frequenzvergabe der Bundesregierung voraus. Für urbane Mobilitätskonzepte, Smart City, innovative Industrieanlagen oder klimafreundliche Verkehrswende ist der Mobilfunkstandard 5G notwendig. Ein früher 5G-Mobilfunkausbau erlaubt es der Vielzahl unserer innovativen Berliner Unternehmen 5G-Anwendungen zu entwickeln und in einem realen Umfeld mit realen Nutzern zu erproben. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zum 5G-Mobilfunkausbau in Berlin stellt einen wichtigen Meilenstein zur frühzeitigen Versorgung Berlins mit dem Mobilfunk der Zukunft dar.“

Berliner Senat sichert Unterstützung beim Ausbau

Nach intensiven Gesprächen beschlossen die Senatsverwaltung für Wirtschaft und die Deutsche Telekom den frühzeitigen 5G-Mobilfunkausbau gemeinsam voranzubringen. Dabei erklärte sich das Land Berlin bereit, die öffentliche Infrastruktur in Form von sogenannten „Small-Cells“ zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um Trägerstrukturen für Basisstationen geringer Sendeleistung etwa auf Lichtmasten,  Werbe-Uhren oder BVG-Säulen. Darüber hinaus möchte Berlin Absperrungen für Baustellen zügiger genehmigen, um den Ausbau zu beschleunigen. Zusätzlich haben auch die Bezirke, die städtischen Betriebe, das Grünflächenamt und betroffene Unternehmen ihre Unterstützung zugesichert.

Schnelles Internet mit 5G Vorteil für Berliner Firmen

Der Berliner Senat bringt den Aufbau zunächst vor allem für die industrielle Nutzung voran. Viele innovative Firmen der Hauptstadt können von diesem Vorhaben profitieren. Daher werden primär Berliner Zukunftsorte wie die Technologieparks Adlershof, CHIC und FUBIC oder der SIEMENS-Innovationscampus unterstützt. Der deutlich schnellere Mobilfunkstandard könnte die Entwicklung des autonomen Fahrens, die Steuerung von Robotern, Smart Cities und intelligente Industrieanlagen voranbringen. Außerdem ermöglicht der frühe Ausbau den Berliner Unternehmen 5G-Anwendungen zu entwickeln und in einem realen Umfeld mit Nutzern zu testen.

Folgen sollen dann Veranstaltungsorte wie die Messe Berlin und Verkehrswege etwa die Stadtautobahn und die Berliner U-Bahn. Denn erst in diesem Jahr sollen Smartphones für den 5G-Mobilfunkstand auf den Markt kommen. (aw)

Berlin auf Platz 11 der wichtigsten Technologiestandorte der Welt

Das Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank hat die 15 wichtigsten Technologiestandorte der Welt ermittelt. Laut dem Bericht soll die nächste Technologiewelle zwei wichtige Trends vorantreiben: Zum einen würde die Nachfrage des Sektors die Vermietungsmärkte entscheidend mitbestimmen, zum anderen soll sich der Innovationsgedanke der Branche zunehmend auf Unternehmen aus anderen Marktsegmenten übertragen.

Vor diesem Hintergrund müssten Unternehmen vor allem das Ziel verfolgen, die Experten für sich zu gewinnen, die in der Lage sind, das Wachstum anzukurbeln, den technologischen Wandel umzusetzen und zukunftsfähige Organisationen zu etablieren. Dementsprechend ist ein zunehmend wichtiger Aspekt die Identifizierung von Standorten, an denen kreative Talente zusammenkommen. Der Bericht prognostiziert, dass sich Unternehmen an diesen Orten ansiedeln werden, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Der Knight Frank Tech City Index

Diesen Prozess der Standortidentifikation will der Knight Frank Tech City Index unterstützen. Mit sechs unterschiedlichen Analysekategorien hat das internationale Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank die 15 bedeutendsten Technologiestädte ermittelt. Diese Städte stehen ganz oben auf der Liste potenzieller Standorte für diejenigen, die Zugang zu Spezialisten suchen, die in den kommenden fünf Jahren die nächste Technologiewelle vorantreiben und implementieren werden. Diese Städte verfügen über die Arbeitskräfte, die die Unternehmensumwandlung am besten unterstützen können. Berlin schafft es im Ranking auf Platz elf.

Berlin auf Platz 11 – mit Luft nach oben

Es ist nicht verwunderlich, dass Berlin unter den wichtigsten Technologiestandorten weltweit steht. „Die hervorragende Infrastruktur Berlins sowie das stetige Wachstum der Start-up Szene wurden viele Jahre nur als Begleiterscheinung angesehen. Heute sind dies die beiden wichtigsten Kriterien im Gesamtranking“, so Ole Sauer, Managing Partner von Knight Frank und verantwortlich für den Berliner Standort. „Ich bin mir sicher, dass Berlin das Potential für eine Position in den Top 6 hat und dies nicht erst in fünf Jahren, was die ungebremst starke Nachfrage von Tech-Unternehmen zeigt.“

Der Index basiert auf sechs für Technologiestandorte entscheidenden Schlüsselfaktoren: Bildungsinfrastruktur, der Präsenz von Spezialisten, der Start-up-Kultur, dem Tech-basierten Wachstum, der Innovationsfähigkeit und der Smart-City-Infrastruktur.

San Francisco ist Spitzenreiter

Diese Städte stehen sollen vor allem für Unternehmen interessant sein, die einen Zugang zu Innovationstreibern suchen:

01. San Francisco
02. London
03. Singapur
04. New York
05. Boston
06. Los Angeles
07. Amsterdam
08. Tokyo
09. Zürich
10. Seoul
11. Berlin
12. Paris
13. Stockholm
14. Sydney
15. Toronto

Siemens errichtet Innovations-Campus in der Hauptstadt

Der von Siemens geplante Innovationscampus mit Investitionen von bis zu 600 Millionen Euro wird in Berlin verwirklicht. Eine Investition dieses Umfangs durch ein einzelnes Unternehmen hat es in Berlin seit Jahrzehnten nicht gegeben. Diese Standort-Entscheidung hat Siemens getroffen, mit der Berliner Landesregierung wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Der Konzern plant, auf einem Areal von 35 Hektar einen Campus mit Büros, Labors, Forschungsflächen und Wohnungen und ein Hotel zu errichten. Die Forschungsbereiche Energiesysteme, Elektromobilität, Industrie 4.0, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz sollen an dem Standort angesiedelt werden. Es handelt sich um die größte Investition des deutschen Weltkonzerns an seinem Gründungsort.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sprach von einem „sehr guten Tag für Berlin“, nicht nur für den Wissenschaftsstandort, sondern für alle Bürger. Siemens-Chef Joe Kaeser sagte, es gehe darum, „Arbeiten und Leben an einem Ort zu verbinden.“

Enge Zusammenarbeit mit dem Bezirk Spandau

Zur Wahl stand entweder eine große Investition am historischen Standort Berlin an der Nonnendammallee oder ein Zukunftscampus auf der grünen Wiese am Rande einer asiatischen Metropole. Wenn es nicht Berlin würde, wäre das Projekt international ausgeschrieben worden.

„Diese Entscheidung ist gut für Siemens, für Berlin und für Spandau“, so der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. „Damit wird die Siemensstadt wieder das, was sie einmal war: Ein Ort für Erfindergeist in Verbindung mit wirtschaftlichem Erfolg. Dafür stand und steht zukünftig wieder der Gründungsort des Weltkonzerns Siemens.“

Mit dem Innovationscampus erweitert sich das Entwicklungsband West noch einmal beträchtlich. In den Fragen der Infrastruktur erwartet Spandau nun vom Berliner Senat, dass er die offenen Fragen des öffentlichen Personennahverkehrs für das gesamte Entwicklungsband West schnell beantwortet und die notwendigen Maßnahmen mit höchster Priorität vorantreibt. Dazu zählen z. B. der Wiederaufbau der Siemensbahn oder eine schneller Anschluss des Innovationscampus an das zukünftige Entwicklungsgebiet Tegel. Dabei sollte im Sinne des Innovationscampus geprüft werden, ob neue zukunftsträchtige Technologien zum Einsatz kommen könnten.

Ein Zeichen für die starke Wirtschaftsentwicklung der Stadt

Das Bezirksamt war von Anfang an in die ressortübergreifende Arbeitsgruppe eingebunden. Es wird die Entwicklung des Innovationscampus mit großer Intensität und in ressortübergreifender Zusammenarbeit unterstützen. Dies betrifft etwa die Entwicklung des Planungsrechtes und die Fragen der Infrastruktur. Damit setzt Spandau die Tradition der guten und intensiven Zusammenarbeit mit Siemens fort. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe hat einmal mehr gezeigt: Berlin kann sehr viel mehr, als der Stadt derzeit nachgesagt wird. Der gemeinsame Wille hat zum Erfolg geführt. Dennoch: Jetzt erst beginnt die Arbeit so richtig.

Applaus kommt auch von der IHK Berlin: „Die Entscheidung des Siemens-Vorstandes, den geplanten Innovationscampus in Berlin zu verwirklichen, ist ein großartiger Beleg für die starke Wirtschaftsentwicklung der Stadt“, so IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm. „Berlin ist ein herausragender Standort für Forschung, Entwicklung und Produktion. Unternehmen wie Siemens vereinen diesen Dreiklang und finden in der Hauptstadt den Nährboden dafür. Denn die Industrie der Zukunft setzt auf Kreativität, Internationalität und digitale Vernetzung – allesamt Qualitäten, die sich an wenigen Standorten weltweit so dynamisch entwickeln wie in Berlin. Die Siemens-Entscheidung zeigt außerdem, dass sich aktive Wirtschaftspolitik und konstruktives Entgegenkommen für Unternehmen, Senat und damit die ganze Stadt lohnen.“

Siemens statt Google: Pluspunkt für Spandau

Letztlich haben wohl mehrere Gründe die Siemens-Vorstände von Berlin überzeugt. Der Konzern muss sowieso etwas anfangen mit seinen nicht voll ausgenutzten Flächen in der Siemensstadt. Zudem ist Berlin als Ort für die Rekrutierung von jungen Talenten wirklich eine gute Wahl. Außerdem verhandelt der Konzern völlig unabhängig von dem großen Immobilieninvestment seit Monaten mit dem Land Berlin über einen Forschungs- und Entwicklungscampus für 60 Millionen Euro.

„Das ist in dieser Woche ein gutes Signal, nachdem das mit Google passiert ist“ sagte der CDU-Wirtschaftsexperte Christian Gräff. Er bezog sich auf die Entscheidung des amerikanischen Internet-Giganten, auf ein geplantes Start-up-Zentrum in Kreuzberg nach Protesten aus der Nachbarschaft zu verzichten.

Siemens hat lange Tradition in Berlin

Das deutsche Traditionsunternehmen Siemens hat seine Wurzeln in Berlin. Die Stadt ist der Gründungsort des Konzerns, im Bezirk Spandau entstand ab 1900 der nach dem Unternehmen benannte Stadtteil Siemensstadt mit Fabriken und Werkssiedlungen. Der Innovationscampus soll auf dem Gelände entstehen, auf dem sich das alte Dynamowerk und das Schaltwerk befinden. Berlin ist noch heute der größte Produktionsstandort von Siemens mit mehr als 11.000 Mitarbeitern. (ak)

Green Economy Start-ups: Berlin ist Spitzenreiter

Berlin als Start-up-Hauptstadt Deutschlands kann sich ab sofort auch grüne Start-up-Hauptstadt nennen: Denn hier sind mit knapp einem Drittel die meisten Green Economy Start-ups aus dem Energiebereich beheimatet, deutlich mehr als in jedem anderen Bundesland in Deutschland. Die Start-ups haben hier zudem die größte Auswahl an Unterstützern: Die Hälfte aller deutschen Inkubatoren für Greentech und Energie sitzt in Berlin.

Diese und weitere Erkenntnisse sind Ergebnis der Studie „Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft“, die das Borderstep Institut für Nachhaltigkeit und Innovation in Kooperation mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Schaufensters für intelligente Energie aus Nordostdeutschland, WindNODE, durchgeführt hat. Die deutschlandweite Studie betrachtet sogenannte Inkubatoren zur Förderung von Start-ups im Bereich der Green Economy.

30 Prozent der Green Economy Start-ups in Berlin

Für die Untersuchung wurden zwölf Inkubatoren identifiziert, die einen Förderschwerpunkt im Bereich Green Economy aufweisen. Sechs davon haben ihren Hauptsitz in Berlin. Insgesamt 270 Start-ups haben seit 2011 bundesweit an Programmen in den untersuchten Inkubatoren teilgenommen. Davon sind 81 Start-ups (30 Prozent) in Berlin beheimatet. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 27 Gründerteams (9,6 Prozent), knapp vor Sachsen mit 26 Teams (8,5 Prozent). Insgesamt können den 270 Start-ups über 2.200 Arbeitsplätze zugerechnet werden.

„Inkubatoren siedeln sich dort an, wo die Start-ups zu finden sind – und das ist auch im Bereich der Green Economy: Berlin. Hier entstehen Ideen für die Energiewende, die Start-ups und Unternehmen gemeinsam erfolgreich zur Marktreife bringen. In Berlin wird Zukunft grün geschrieben“, findet Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.

Unterstützung findet Franzkes Aussage von Prof. Dr. Klaus Fichter, Direktor des Borderstep Instituts für Nachhaltigkeit und Innovation. „Inkubationsprogramme stellen einen wichtigen Faktor im Gründungszyklus von Start-ups dar. In den vergangenen Jahren sind eine Vielzahl an Inkubatoren im Bereich der Green Economy entstanden. Mit unserer Studie wurden diese erstmalig wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse dürften nicht nur für die Programmmanager der einzelnen Programme, sondern insbesondere auch für Start-ups von besonderem Interesse sein“, so Fichter.

Weitere Ergebnisse der Studie

Bei den zwölf untersuchten Inkubatoren werden Gründerteams im Durchschnitt mit 20.000 Euro in direkten Geldzahlungen sowie weiteren Sachleistungen über einen Zeitraum von acht Monaten gefördert. Hierbei ist die Förderspanne mit zwischen 6.000 und 500.000 Euro sehr groß. Eine Mehrheit der Programme nimmt zwei Ko­horten im Jahr auf und eine Kohorte umfasst im Durchschnitt sechs Start-ups. Für diese zählen die Vermittlung von Kontakten und die Bereitstellung von finanzieller Unterstützung  zu den wichtigsten Leistungen eines Inkubators. Hingegen sehen die Teams Verbesserungsbedarf im Bereich der Rechtsberatung und dem Abbau von Hemmnissen durch Regulierung. Viele Teams siedeln sich zudem nach dem Abschluss eines Programmes in relativer Nähe zum Standort des Inkubators an.

Im Detail sind die 270 untersuchten Start-ups in unterschiedlichen Bereichen der Energiewirtschaft aktiv. Hierbei sind die Bereiche Energieeffizienz (58 Start-ups), Energie & Daten (56 Start-ups) sowie Erneuerbare Energien (54 Start-ups) am häufigsten vertreten.  (red)

Digitales Bauen auf der EXPO: Wegbereiter CG Gruppe

Es ist wieder so weit: Die EXPO REAL, Europas größte B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen, lockt auch dieses Jahr Tausende Besucher in die bayerische Landeshauptstadt. Hier treffen sich die Fachleute, Planer, Ingenieure, Städtebauer, Finanzinstitute, Vertreter der Städte, Makler und Berater aus aller Welt, um ihre Ideen und Projekte zu präsentieren. Mit über 40.000 Teilnehmern aus 75 Ländern ist die EXPO REAL Treffpunkt der gesamten Wertschöpfungskette der Immobilienbranche. In diesem Jahr kann die Messeleitung wieder einen neuen Rekord vermelden: Mit 2.041 Ausstellern sind rund 40 mehr vertreten als noch im Vorjahr. Zum ersten Mal dabei sind Aviva Investors, der Managementarm des britischen Versicherungskonzerns Aviva, der US-Immobilienmanager Heitman und das Immobilienberatungsunternehmen Avison Young.

Highlight: Empfang der CG Gruppe

Ein Highlight der diesjährigen EXPO steht jetzt bereits fest. Auf dem Empfang der CG Gruppe, dem größten Mietwohnungsentwickler Deutschlands, ging es auf dem hochkarätig besetzten Podium um eines der dringlichsten Themen der Immobilienwelt. Stichwort: BIM und digitales Bauen. Wolfgang Tiefensee (Wirtschaftsminister Thüringen) Thomas Geisel (Oberbürgermeister Düsseldorf) und GASAG-Chef Gerhard Holtmeier diskutierten mit Christoph Gröner, Vorstand und Gründer der CG Gruppe, über den Wohnungsbau der Zukunft.

Christoph Gröner wurde seinem Ruf als der unumstrittene Treiber und Innovator der Immobilienbranche gerecht. So betonte er erneut, dass die CG Gruppe angemessenen Wohnraum für alle schaffen will. „Um erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, müssen die Digitalisierung und die Industrialisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft deutlich vorangetrieben werden“, so Gröner. Der Gründer der CG Gruppe ist überzeugt, dass BIM (Building Information Modeling) zum Selbstverständnis der Bau- und Immobilienindustrie gehören muss. Das Ziel, die Produktion von Wohnflächen ohne Abstriche an der Qualität industriell zu schaffen, könne nur durch BIM gelingen. Denn durch das digitale Verfahren seien Transparenz und Darstellbarkeit gewährleistet.

Innovator der Immobilienbrnache Christoph Gröner. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Vordenker Christoph Gröner. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

BIM-Pilotprojekt der CG Gruppe

Gröner hat bereits eindrucksvoll bewiesen, dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt. Erst vor wenigen Tagen gab die CG Gruppe bekannt, dass sie das Bahrenfelder Carré in Hamburg als BIM-Pilotprojekt realisiert. Es ist damit das erste Projekt der CG Gruppe, dessen Prozesskette von der Planung bis zur Bauausführung vollkommen digital ist. „BIM ist der Schlüssel für innovatives, schnelles, kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben von Immobilien“, so Gröner.

Einen weiteren Schlüssel zur Zukunft des Bauens sieht Christoph Gröner außerdem in der Vorfertigung von Bauteilen:„Bei guter Planung wäre ein Haus mit Fertigteilen in einem Viertel der Zeit gebaut. Wenn dann auch die Innenwände noch als Teilfertigwände erstellt würden, dann wäre ein Haus ohne irgendwelche qualitativen Einbußen in sechs bis neun Monaten gebaut.“ Laut Gröner kann die Vorfertigung die Produktivität um das Sechsfache erhöhen. Wenn in der Halle vorproduziert wird, auch mithilfe von Robotern, könne der Lohnanteil am fertigen Gebäude um bis zu 60 Prozent reduzieren werden.

Fertigteilwerk in Erfurt

In Erfurt baut die Unternehmensgruppe gerade ein Fertigteilwerk. Hier sollen ab dem kommenden Jahr die ersten Fertigteile vom Band laufen, und zwar Betonwände und -decken, alles ab der Bodenplatte. Bei bis zu 97 % Vorfertigung sei dann kaum noch Handarbeit nötig. Bis zu 2000 Wohnungen sollen auf diese Weise jährlich gebaut werden können. Die Gefahr der Typisierung und der Wiederholung sieht Gröner nicht. Im Gegenteil: „Weil wir hier in Mitteleuropa eine Stadtentwicklung pflegen, sollte in der Stadt alles aufeinander abgestimmt sein, beispielsweise die Fassaden. Das entspricht unserer Wohnkultur, wir brauchen Vielfalt.“

Bei der Digitalisierung müsse die Politik eine Vorreiterrolle spielen, beispielsweise bei Bauanträgen. Wenn Genehmigungsverfahren digitalisiert würden, so Gröner, könnten die Sachbearbeiter das Doppelte abarbeiten. Aber: „Die Digitalisierung wird von der Politik leider vernachlässigt.“

Thomas Geisel, OB Düsseldorf. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Thomas Geisel, OB Düsseldorf. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Laut Thomas Geisel, OB Düsseldorf, „kann man die digitale Transformation der Immobilienbranche von den Verwaltungen nicht erwarten. Da müssen innovative Unternehmen wie die CG Gruppe nach vorne.“

Digitale Baubranche ist in Asien schon viel weiter

Dabei schaut Christoph Gröner schon lange über den Tellerrand hinaus. Er sprach über die aktuellen Entwicklungen der digitalen Baubranche in Hongkong und Singapur: „Dort ist man schon jetzt viel weiter und erhält auch staatliche Förderung.“

Feiern und Networken gehören auf der EXPO dazu. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Feiern und Networken gehören auf der EXPO dazu. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Auf der EXPO REAL ist das Thema jedenfalls längst angekommen. Real-Estate-IT spielt hier eine immer größere Rolle. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr mit dem Real Estate Innovation Network Forum sind in diesem Jahr knapp 40 Startups sowie auch bereits etablierte PropTech-Unternehmen versammelt. Hier finden die Diskussionen über Entwicklungen und Trends in den verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft statt. Dabei bleibt zu hoffen, dass sich weitere Akteure aus der Branche ein Beispiel an der CG Gruppe nehmen. So könnten sie Ideen und Vision wahr werden lassen, um der Immobilienwelt die notwendigen Impulse für die Zukunft liefern. (ak)

 

 

Innovationscampus: Einigung erzielt – vorerst

Ein neuer Innovationscampus des Konzerns Siemens könnte dem Land Berlin zufallen, oder weltweit ausgeschrieben werden. Es geht um eine Investition von 600 Millionen Euro. Der Kampf um das Millionenprojekt geht weiter: Am Donnerstag gingen die entsprechenden Verhandlungen in die nächste Runde. Das Land Berlin hofft, ohne eine allgemeine, internationale Ausschreibung das Projekt an Land ziehen zu können. Hingegen Siemens fordert für sein Entgegenkommen Zugeständnisse des Senats.

Wie solche Zugeständnisse aussehen könnten, darüber einigten sich die Verhandlungsparteien im sogenannten „Konzept- und Eckpunktepapier für den Standort Berlin.“ Allerdings ist dessen Inhalt vertraulich. Berlins großer Vorteil ist die bereits vorhandene, geschichtsträchtige Siemensstadt. Sie müsste lediglich umgebaut und modernisiert werden. Denn schon seit 170 Jahren ist der Konzern in der Hauptstadt tätig. Daher hält Cedrik Neike, Siemens-Digitalisierungsvorstandschef, die Siemensstadt für eine „tragfähige Grundlage für unser Konzept.“

Wirtschaftsstandort Berlin

Die Berliner Politik sieht das ähnlich. Eine Neuerrichtung der Siemensstadt könnte ein wichtiger Meilenstein für die Berliner Wirtschaft sein. Von einem „Ankerpunkt“ sprach sogar Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), der notwendig sei, um die „Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Berlin international zu stärken und zu sichern.“ Zuspruch findet die Einschätzung Müllers auch von seiner Koalitionspartnerin, Ramona Pop (Grüne), Senatorin für Wirtschaft und Energie. „Wir wollen den Innovationscampus auf den Weg bringen, ein zukunftsweisendes Projekt für Siemens, die Siemensstadt und ganz Berlin“, sagte Pop.

Siemens erwägt, in Spandau einen Campus für Innovation und Entwicklung einzurichten. Für Berlin spricht der Status als Start-up-Metropole und Universitätsstadt, denn das bietet den Nährboden für zukünftige Innovation. Zudem ist Berlin als Hauptstadt ein Fenster zur Welt, was das international agierende Unternehmen Siemens für lukrative neue Aufträge nutzen könnte. Darüber hinaus bietet die Siemensstadt wortwörtlich Platz für Innovationen: Auf knapp 950.000 Quadratmetern können nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch dringend benötigte Wohnfläche geschaffen werden.

Verhandlungen über Innovationscampus stocken

Knackpunkt der stockenden Verhandlungen ist der Denkmalschutz. Viele Gebäude der Siemensstadt, wie das Umspannwerk, stammen noch aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Daher gestaltet es sich ihre Sanierung als schwierig. Immerhin herrscht Einigkeit zwischen dem Senat und Konzern darüber, wie der zukünftige Campus aussehen soll. Berichten des Tagesspiegels zufolge sollen sogar die alten Fassaden erhalten, dahinter aber moderne Innovation Labs errichtet werden.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Verkehrsanbindung des Innovationscampus. Zwar ist eine S-Bahntrasse vorhanden; diese liegt allerdings seit 1980 still. Sie wieder aufzubauen wäre sehr zeit- und kostenintensiv, aber möglich. Außerdem würde der Wiederaufbau der Siemensbahn noch einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Nur wenige Kilometer von der Siemensstadt entfernt entstehen derzeit am Waterkant in Spandau tausende Wohnungen. Auch diese benötigen einen Zugang zum Nahverkehr. Die Lösung für zukünftige Infrastrukturprobleme könnte die Siemensbahn sein.

Entscheidung steht noch aus

Noch ist ungewiss, ob Berlin die Zusage für das Projekt erhält. Bereits am Donnerstag sprach Siemens-Manager Neike von einem großen Interesse an einem Innovationscampus aus dem In- und Ausland. Doch mit den gegenwärtigen Zugeständnissen stehen die Chancen gut, dass der Innovationscampus nach Berlin kommt. „Wir werden jetzt zeitnah alle Optionen im Vorstand prüfen und zügig eine Entscheidung treffen, um die nächsten Schritte einzuleiten“, versprach Neike. Da beide Seiten mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten, könnte schon bald eine Wahl feststehen. (ke)

Veranstaltungen

Stage Set Scenery

Die internationale Fach- und Kongressmesse für Veranstaltungstechnik ist ein Branchentreff für Fachleute und Entscheidungsträger, Einkäufer sowie technisches Personal aus Film, Theater, Oper, Museen und Event.

Die „International Stage Technology Conference“ ist Bestandteil der Messe und bietet Teilnehmern Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Fachleuten sowie Gelegenheit zum Wissens- und Gedankenaustausch. Das dreitägige Kongressprogramm beinhaltet neben Workshops auch Präsentationen, Seminare sowie Round Tables zu technischen Lösungen und innovativen Produkten. Diese können bei Live-Vorführungen vor Ort im Einsatz erlebt werden.