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Wie ein Berliner Start-up den Werbemarkt revolutioniert

Der Werbemarkt befindet sich in einem Transformationsprozess. Durch die Digitalisierung hat der Markt im Bereich der Online-Werbung in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Drei Jungunternehmer aus Berlin versuchen diesen Trend nun mittels eines globalen und digitalen Werbenetzwerks auch auf den Markt der Außenwerbung zu übertragen.

Hoch oben vom mondänen Tour To­­­tal Berlin Hochhaus aus revolutioniert das Berliner Start-up HYGH den Werbemarkt. Das Berliner Unternehmen um die Gründer Vincent Müller, Fritz Frey und Antonius Link hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch eine Blockchain-basierte P2P-Plattform Werbetreibende mit Besitzern von digitalen Werbedisplays zu verbinden. Mit Hilfe der Plattform ist es Werbetreibenden möglich, hyperlokal und vor allem in Echtzeit ihre Werbeanzeigen zu buchen und zielgerichtet zu schalten. Dadurch bekommen Werbetreibende die Möglichkeit, auf äußere Entwicklungen und Bedingungen zeitgenau zu reagieren und so Werbekonsumenten besser zu erreichen und abzuholen. Auf die Idee für HYGH kamen die drei Jungunternehmer, nachdem sie für ein anderes Projekt Außenwerbung schalten wollten, jedoch dabei an hohe Eintrittsbarrieren gebunden waren und nur sehr unflexibel Werbung schalten konnten.

Durch Blockchain-Crowdfunding zum neuen Unicorn

Um eine neue und effizientere Form der Außenwerbung zu schaffen und den DOOH Markt zu demokratisieren, entwickelten die Macher um den AdTech Pionier HYGH zudem ein eigenes Finanzierungskonzept, das perfekte auf die Ziele und Visionen des Unternehmens und seinen Shareholdern zugeschnitten ist. Sie entwickelten einen eigenen Security Token Offering (STO). Mit dem STO verhält es sich ähnlich wie mit klassischen Wertpapieren, die wie gewöhnlich auf Assets, in diesem Fall Token-Assets basieren. Anlegern ist es bereits ab 500 US-Dollar möglich in das Unternehmen zu investieren. HYGH, das Unterne­­hmen das schon jetzt als das „Airbnb der Werbebranche“ gilt, garantiert dafür jedem Investor eine Umsatzbeteiligung von neun Prozent pro Transaktion, die über die HYGH-Plattform abgewickelt wird. (red)

In Berliner Start-ups wird am meisten Geld investiert

Die Start-ups in Berlin bekommen deutschlandweit am meisten Geld. Die neu gegründeten Firmen mit innovativen Ideen und hohem Wachstumspotential haben in der Hauptstadt im ersten Halbjahr 2019 insgesamt eine Rekordsumme von 2,1 Milliarden Euro erhalten – ein Anstieg um 28 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Start-up-Barometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor, das halbjährlich erscheint. So wurden im ersten Halbjahr in 332 Investitionsrunden 2,8 Milliarden Euro investiert, 19 Prozent mehr als im Vorjahres-Vergleichszeitraum.

Drei Viertel des Wagniskapitals an Berlin

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V., Florian Nöll, zeigte sich erfreut. Berliner Start-ups würden mit 2,1 Milliarden Euro drei Viertel des gesamten Wagniskapitals in Deutschland erhalten. Das zeige, welches Potential Investoren aus aller Welt in den Berliner Start-ups sehen, sagte er gegenüber der Berliner Morgenpost. Entscheidend sei, dass diese Potentiale auch ausgeschöpft werden, so Nöll.

Trotzdem warnte der Vorsitzende des Bundesverbandes, dass die Knappheit an verfügbaren Büroräumen und jungen Talenten die positiven Entwicklungen zu bremsen drohe. Er meint: „Hier ist auch das Land Berlin aufgefordert, Lösungsvorschläge vorzulegen, damit die Hauptstadt, gerade auch im internationalen Vergleich, ihren Spitzenplatz behält und ausbaut.“

Nicht alle Branchen profitieren gleichermaßen

Doch dabei profitieren nicht alle Bereiche in der Branche gleichermaßen an dem Wachstum.  Laut den am heutigen Freitag veröffentlichten Zahlen verliert vor allem die E-Commerce-Sparte an Investitionen. Im ersten Halbjahr 2018 konnte in dem Bereich allein über eine Milliarde Euro eingesammelt werden. Dagegen gingen die Investitionen 2019 auf 200 Millionen Euro zurück. Allerdings konnte der Bereich Finanz- und Versicherungstechnologie mit 704 Millionen starke Gewinne erzielen. In der Branche der Mobilität konnten Start-ups mit 659 Millionen Euro sogar fünfmal so viel Kapital wie im Vorjahreszeitraum erhalten.

Wirtschaftssenatorin zeigt sich optimistisch

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) kommentiert das Ergebnis des aktuellen Start-up-Barometers: „Berlin ist und bleibt die Start-up-Metropole Deutschlands“. Start-ups bräuchten Freiheit, Vielfalt und Talente, all das würden sie in Berlin finden, so Pop. Sie sagt: „Wir bieten beste Rahmenbedingungen, die Nähe zu europäischen Märkten und ein einzigartiges Start-up-Ökosystem. Wir setzen Impulse für Innovation und bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen – das ist der Schlüssel.“ (lb)

Zalando eröffnet neuen Firmensitz in Friedrichshain

Der Modehändler Zalando eröffnet am Mittwoch seinen neuen Firmensitz in Friedrichshain. Das Unternehmen wurde 2008 von Robert Gentz sowie David Schneider und mit Kapital von Rocket Internet als Start-up in Berlin gegründet. Seit 2012 zählt das Unternehmen zu den 20 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland – und befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Das neue Gebäude ist ein Zeichen des Aufbruchs.

Zalandos neue Zentrale: inspiriert von Berlin

Die neue Zentrale des Berliner Unternehmens besteht aus zwei Gebäuden, einem x-förmigen und einem o-förmigen Haus. Der x-förmigen-Bau verfügt mit circa 30.000 Quadratmetern die größere Fläche. Dort können bis zu 1.500 Angestellte einen Arbeitsplatz finden. Am heutigen Mittwoch wird der Neubau offiziell eröffnet. Allerdings sind die ersten Beschäftigen bereits vor drei Monaten eingezogen. Zur Einweihungsfeier am Mittwochabend sind 250 Gäste eingeladen. Vorstand Rubin Ritter und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werden Grußworte sprechen.

Sehr zentral gelegen – nahe der East-Side-Gallery –  liegt Zalandos neuer Hauptsitz. Das Gebäude ist mit hohen Glasfronten sehr modern designt. Bei der Gestaltung der Fassade und den Innenräumen hat sich der Modehändler nach eigenen Angaben von der Hauptstadt inspirieren lassen. Das Designkonzept des Hauses spiegele Berliner Flair wider, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die minimalistische Glasfassade, Betonsäulen im hohen Atrium oder schlichte Holztreppen sollen für die Offenheit und Kreativität der Stadt stehen.

Zalando

Zalandos neue Zentrale | Foto: Zalando SE

Berlins Vorzeigeunternehmen

Zalando gilt in der Hauptstadt als Vorzeigeunternehmen, dass sich seit der Gründung 2008 von einem Start-up zu einem international tätigen Unternehmen entwickelt hat. Gerne schmücken sich Politiker mit der erfolgreichen Entwicklung des Modehändlers.

So sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) etwa, dass die Entwicklung von Zalando seit der Gründung beispielhaft für die Talente der Hauptstadt stehe: „Zalando ist Berlin. Zalandos Erfolgsgeschichte spiegelt Berlins Stärken Innovation, Kreativität und Offenheit. Aus dem kleinen Berliner Schuhversand-Start-Up ist innerhalb weniger Jahre ein führendes Technologieunternehmen mit mittlerweile über 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstanden“, so Pop. Die dynamische Wirtschaftsentwicklung Berlins passe zu dieser Wachstumskurve, heißt weiter. Die Politikerin erklärt: „Digitalunternehmen wie Zalando sind Wachstumstreiber für unsere Stadt. Der neue Campus bietet für die weitere positive Entwicklung die besten Voraussetzungen. Wir unterstützen die erfolgreiche Digitalwirtschaft unserer Stadt, denn daraus entsteht Zukunft.“

Ambitionierte Ziele

„Zalando hat sich ambitionierte Ziele gesetzt“, sagt Retail-Kenner Jochen Krisch. Verschiedene Einzelhandelsexperten sehen in dem Neubau ein Zeichen für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung. In den kommenden Jahren werde der Fokus des Modehändlers auf der Entwicklung zu einem starken Marktplatz liegen, so Krisch. Bereits heute bieten Modemarken den Direktverkauf über Zalando an. Laut Kirsch, ist die Kooperation für beide Seiten vorteilhaft, da Marken von den zahlreichen Zalando-Kunden profitieren würden. Zudem kümmere sich das Unternehmen um Verpackung, Logistik und den Service, so der Experte. Ziel ist es, dass der Umsatz jedes Jahr um mindestens 20 Prozent wächst. Wenn der Plan aufgeht, könnte Zalando vielleicht schon 2020 die Marke von zehn Milliarden Euro Umsatz erreichen. (lb)

Social Startup definiert Luxus neu

Die klassischen Statussymbole kommen aus der Mode. Immer weniger Menschen begeistern sich für schnelle Autos, teure Uhren oder Markenklamotten. Der neue Luxus ist Individualität, Entschleunigung und Nachhaltigkeit. So zumindest die These von Jochen Baumeister, der 2015 das Urban Change Lab ins Leben gerufen hat. Die  Grundidee des Unternehmens, individuelle Einzelstücke in Auftragsarbeit anfertigen zu lassen, gibt es schon seit Jahrtausenden. Aber das konkrete Geschäftsmodell, das eine Brücke zwischen Afrika und Europa schlägt, ist erst durch die Digitalisierung möglich geworden. Wir haben mit dem Gründer über sein einzigartiges Business und seine Visionen gesprochen.

Beim Urban Change Lab können Kunden handgearbeitete Produkte in Afrika anfertigen lassen. Wie genau funktioniert das?

Das Ganze beginnt mit einer Idee des Kunden. Die kann sehr konkret oder aber auch gerade erst im Entstehen sein. Wir suchen dann einen passenden Handwerker in Ghana, Kenia oder Nigeria. Mit dem tritt der Kunde online über unsere Plattform in Kontakt. Fortan kann er den Entstehungsprozess von der Materialauswahl bis zum letzten Schliff durch Nachrichten, Fotos und Videos verfolgen. Jeder Arbeitsschritt muss erst vom Kunden freigegeben werden, bevor der nächste beginnt. So entsteht also in einem kommunikativen Ping Pong aus der Idee des Kunden und der Expertise des Handwerkers ein Einzelstück. Dank der Digitalisierung sind die 6.000 km Entfernung kein Hindernis. Smartphones sind in den meisten afrikanischen Regionen genauso verbreitet wie hier. Wir vom Urban Change Lab kümmern uns dann um Versand, Zoll und Geldtransfer.

Das hört sich aber deutlich zeitaufwendiger an als ein normaler Einkauf.

Auf jeden Fall, und das ist auch genau so gewollt. Dafür kann der Kunde seine Vorstellungen in den Entstehungsprozess einbringen. Er bekommt nicht nur eine neue Perspektive auf seine individuellen Bedürfnisse, sondern auch ein Gefühl dafür, wie lange es dauert, etwas herzustellen. Der persönliche Wert eines Produkts steigt, wenn man es mitgestalten kann. Wir vom Urban Change Lab empfinden das als den größten Luxus überhaupt. Und selbst ungeduldige Menschen müssen doch zugeben, dass es die besten Dinge sind, auf die man ein bisschen mit freudiger Neugier warten muss. Das gilt natürlich nicht für sowas wie Druckerpatronen, wohl aber für Sachen, die Bestand haben sollen, wie Lederhandtaschen, Schmuck oder Möbel.

Damentasche aus Leder | Foto: Urban Change Lab

Was kann man denn außerdem noch bei Euch anfertigen lassen?

Eigentlich alles, was man aus Holz, Stein, Metall oder Stoff herstellen kann. Zum Beispiel Portemonnaies, Skulpturen, Kleider, Tischdecken oder auch Besteckkästen. Die sind im Moment der Renner bei uns. Auf unserer Webseite gibt es alle der bisher angefertigten Produkte zu sehen, und auch deren Entstehungsgeschichte, da unser System für jeden Kunde zu seinem Projekt eine Webseite und einen Film zur Entstehungsgeschichte generiert. Außerdem kann man haargenau nachvollziehen, wie sich der Preis der Produkte zusammensetzt: wieviel Geld an den Handwerker geht und wie hoch der Anteil für Versand, Steuer und nicht zuletzt auch uns ist. Mehr Transparenz ist kaum möglich. Kleiner Spoiler: der Handwerker bekommt immer am meisten und der deutsche Staat mehr als das Urban Change Lab.

Konntet ihr bisher alle Kundenwünsche umsetzen?

Fast alle. Der einzige Wunsch, den wir trotz aller Bemühungen nicht realisierten konnten, war eine Ukulele. Dafür haben wir noch keinen passenden Handwerker finden können. Aber wir mögen kreative Herausforderungen und sind uns sicher, dass die spannendsten Produkte noch in den Köpfen unserer Kunden schlummern.

Wie sieht es denn mit Reklamationen aus? Ich kann ja nicht einfach so in Kenia in die Werkstatt laufen und mich beschweren.

Ja, das wird schwierig, und deswegen übernehmen das Beschweren wir, wenn es sein muss. Unser Office in Berlin ist jederzeit erreichbar. Wir kuratieren den gesamten Prozess und greifen bei Missverständnissen auch ein. Außerdem haben wir eigene Mitarbeiter vor Ort, die vor Versand der Ware eine Qualitätsprüfung durchführen. So können Mängel festgestellt werden, die der Kunde vorher auf Fotos oder Videos übersehen haben könnte. Das kommt allerdings nur sehr selten vor. Wenn das Produkt die Prüfung nicht besteht, wird nachgebessert oder sogar ein komplett neues Stück angefertigt. Die erste Version kann dann meist trotzdem noch auf dem afrikanischen Markt mit Abschlag verkauft werden. So geht nichts verloren.

Erscheinen die Wünsche der Kunden den Handwerkern teilweise skurril, oder sind das alles Sachen, die sie auch so für ihre Landsleute herstellen würden?

Die meisten Produkte sind in Afrika verbreitet oder zumindest bekannt. Doch auch dort kaufen die meisten Menschen eher einen Plastikbesteckkasten als einen maßgefertigten aus Zedernholz. Ab und zu gab es aber auch schon Ideen, die für die Handwerker neu waren. Ein Kunde hat z. B. im letzten Januar einen Adventskalender bestellt. Das kannte dort keiner, obwohl viele Menschen in Afrika natürlich Weihnachten feiern. Ein anderer Kunde wollte einen Buddha geschnitzt bekommen. Das fand er spannend, denn wer hat schon einen afrikanischen Buddha? Das war neu, ist aber auf große Begeisterung gestoßen. Der Handwerker hat im Anschluss noch zwei weitere Aufträge für einen afrikanischen Buddha für den kenianischen Markt bekommen. Mit der richtigen Idee kann man also von Deutschland aus Trendsetter in Afrika werden.

Siehst Du Eure Arbeit als eine Art von Entwicklungshilfe an?

Nein, zumindest nicht im klassischen Sinn. Hilfe heißt, dass der Mensch die Aktion dringend braucht. Das ist bei unseren Handwerkern in der Regel nicht der Fall. Sie sind allesamt Experten in ihrem Bereich, die in Afrika bereits ihr eigenes Business haben. Natürlich läuft das Geschäft bei dem einen besser als beim anderen. Die Lebenssituationen unserer Handwerker sind sehr unterschiedlich. Genau wie überall in der Welt. Aber auf existentielle Hilfe sind sie nicht angewiesen. Der Kunde soll nicht bestellen, weil er helfen möchte, sondern weil er ein hochwertiges, maßgefertigtes Produkt haben will, das in einem fairen Austausch entsteht.

Aber einen sozialen Anspruch hat das Urban Change Lab schon?

Sicher, wir sehen uns als Social Entrepreneurs. Unser Engagement ist auch politisch. Dafür steht das Change in unserem Namen.Wir wollen etwas verändern. Wir wollen eine bessere Welt. Und eine bessere Welt ist nur durch mehr Fairness zu erreichen. Allen Menschen auf der Welt soll es gleich gut gehen. Wir möchten gemeinsam mit unseren Kunden zeigen, wie man da hinkommen kann. (red)

Gründer Jochen Baumeister erklärt die Arbeit von Urban Change Lab vor Ort | Foto: Urban Change Lab

Berlin ist Coworking-Vorreiter in Deutschland

Gemeinsam alleine arbeiten – so lautete das Motto des Coworkings. Aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern finden sich hier Menschen zusammen. In der Kurzstudie „Coworking kompakt – Überblick und Trends“ hat die Berlin Hyp zusammen mit Studenten der IREBS Immobilienakademie Studierende über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatz befragt. Dabei kam raus, dass Berlin als Vorreiter des Coworkings in Deutschland gilt.

Coworking HotSpot Berlin

Berlin gilt weltweit nach wie vor als Start-up-Metropole und damit auch als Coworking-Vorreiter in Deutschland. Nirgendwo sonst gibt es so viele neue Coworking-Büroflächen wie in Berlin. 2018 wurden 84.000 Quadratmeter in der Hauptstadt umgesetzt. Die wichtigsten Standorte sind die Szenebezirke Mitte, Friedrichhain/Kreuzberg und Tempelhof/Schöneberg.

Momentan gibt es 307.000 Quadratmeter angemietete Fläche an 163 Standorten von 95 Betreibern. Allein 2019 sollen weitere 60.000 Quadratmeter eröffnet werden. Größter Betreiber ist zurzeit WeWork mit 47.000 Quadratmetern. Mit einem Durchschnittspreis von 170 Euro im Monat kostet ein sogenannter *Hot Desk in Berlin, verglichen mit Deutschlands anderen Großstädten, am wenigsten. Dagegen kostet ein fester Arbeitsplatz in einem offenen Arbeitsbereich in der Hauptstadt im Schnitt circa 250 Euro im Monat. Ein Arbeitsplatz im Privatbüro sogar 540 Euro.

Umfrageergebnisse der Kurzstudie

Es wurden 66 Personen im Alter zwischen 19 und 22 über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatzes befragt. Dabei gaben 47 Prozent an, dass sie flexible Arbeitszeiten anstelle eines klassischen Nine-to-Five-Jobs bevorzugen. Weiterhin legen 78,8 Prozent einen hohen bis sehr hohen Wert auf eine gute Service-Infrastruktur und 72,7 Prozent schätzen Verpflegungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Auffällig ist, dass die Mehrheit der Befragten die Interaktion mit branchenfremden Experten als neutral bewertet. Der branchenübergreifende Austausch ist dabei kein Muss, sondern eher ein netter Zusatz. Außerdem sprechen sich 76 Prozent der Befragten, also mehr als zwei Drittel für einen festen Arbeitsplatz aus.

Steigende Umsatzzahlen und das wachsende Interesse zeigen, dass Coworking mehr als eine Eintagsfliege ist. Die Transformation von einem klassischen Büro in einen geteilten Arbeitsplatz wird immer gängiger. Erfolgreich kann dies jedoch nur sein, wenn die Bedürfnisse der Nutzer langfristig erfüllt werden und der Markt sich weiter anpasst. (lb)

*Hot Desk bedeutet, dass sich verschiede Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten einen Büroarbeitsplatz teilen.

 

Google Deutschland erweitert Zentrale in Berlin

Der Internetriese Google baut seine Präsenz in Berlin aus und hat dafür das Bürogebäude Johannishof in Mitte gekauft. Erst Anfang des Jahres hatte Google seine neue Zentrale in Berlin Mitte eröffnet, doch die Expansionspläne reichen weiter. Mit dem neuen Bürogebäude will das Unternehmen mehrere hundert neue Stellen schaffen.

Google baut Aktivität in Berlin aus

Mit dem Erwerb des Johannishofs will Google den Standort Berlin weiter ausnutzen und ausbauen. Der Johannishof war einst Sitz von Rocket Internet, das 2016 aber in den früheren GSW-Turm in Kreuzberg umgezogen war. Das neue Bürogebäude hat eine Nutzfläche von 11.000 m² und ist lediglich 300 Meter von der ebenfalls brandneuen Hauptzentrale entfernt, in der momentan 140 Mitarbeiter arbeiten. In Zukunft soll die Zahl der Angestellten auf 300 ansteigen. Mit der geplanten Expansion werden weitere hunderte Stellen hinzukommen. Zunächst muss das Gebäude allerdings saniert werden.

Dennoch ist Google Berlin die bisher kleinste Niederlassung des Konzerns in Deutschland. Im Hauptsitz in Hamburg arbeiten circa 600 Mitarbeiter und auch in München sind aktuell 700 Angestellte beschäftigt. Es sei aber nicht geplant, die Deutschland-Zentrale nach Berlin zu verlegen, sagte Google-Sprecher Ralf Bremer gegenüber der Berliner Zeitung.

„Neuerliches Bekenntnis Googles zum Standort Berlin“

Berlin gilt weltweit als wichtige Metropole der Digitalwirtschaft. Start-ups sind hier so aktiv, wie kaum woanders und Investoren wagen immer mehr in junge Unternehmen zu investieren. Mit Paris und London führt die Hauptstadt die Spitze der Liste an, wenn es um Start-ups geht. Großkonzerne wie Google hielten sich bisher zurück. Das solle sich nun ändern, erklärte Bremer der Berliner Zeitung. „Unsere Investition ist ein neuerliches Bekenntnis Googles zum Standort Berlin.“

Welche Projekte dort künftig bearbeitet werden, sei noch nicht festgelegt worden, so Bremer. Allerdings werde sich die Arbeit an den bestehenden Aufgabenfeldern orientieren. „Aktuell arbeiten im Berliner Büro unterschiedliche Teams aus den Bereichen Cloud, Google for Start-ups, Google Play, Marketing, Politik, Software-Engineering, Vertrieb und YouTube.“, erklärte Bremer. (lb)

Die erste digitale Modeberaterin Inspora lernt Deutsch

„Inspora, was soll ich zum Date am Wochenende anziehen?“ – ab sofort können die Nutzerinnen der weltweit ersten digitalen Modeberaterin auch auf Deutsch nach Outfit-Tipps und Modetrends fragen. Das wird viele der bisherigen Nutzerinnen freuen, unter denen schon etliche deutschsprachige waren, obwohl der sympathische Chatbot bisher nur Englisch konnte. Inspora ist für sie längst eine virtuelle beste Freundin geworden, die beim täglichen Blick in den Kleiderschrank zu Rate gezogen wird, aber auch zu besonderen Anlässen wie beim Schulabschluss oder Geburtstag. Und das geht ab sofort nun auch in Deutsch.

Das Start-up aus Berlin und Potsdam hatte sich zunächst auf den US-Markt konzentriert und kann mit mehreren Hunderttausend aktiven Nutzern sowie einer ausgefeilten künstlichen und selbstlernenden Intelligenz einen beachtlichen Start vorweisen. Nun soll der deutsche Markt und damit die Zielmarke von einer halben Million Nutzern angepeilt werden.

Mehr als eine Milliarde Nutzer auf Messaging-Plattformen

Doch die Pläne des KI-Spezialisten gehen noch weiter. „Wir wollen Mode ins Messaging- Zeitalter bringen und zur weltweit ersten globalen Messaging-Plattform für Mode werden“, sagt Mitgründer und CEO Willi Ibbeken. Denn Messaging ist der Mega-Trend 2019. Schon jetzt nutzen mehr als eine Milliarde Menschen in Europa und den USA Messaging-Plattformen – ein Großteil sogar bis zu drei Stunden pro Tag. „Die Mode-Industrie hat diesen Trend bisher nicht erkannt und findet auf Messaging- Plattformen derzeit so gut wie gar nicht statt“, sagt Ibbeken. „Dadurch bleibt das enorme Potenzial von Mode in Verbindung mit Messaging ungenutzt. Genau da wollen wir helfen sprechen derzeit mit Fashion-Retailern über Kooperationen.“ Mit dieser Vision hat das Dreiergespann auch Unternehmergrößen wie Wendelin Wiedeking überzeugt, der mit seinem Sohn bei dem Messaging-Start-up Inspora eingestiegen ist. (red)

Wirtschaftswachstum: „Berlin ist international wettbewerbsfähig“

Im Gespräch mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) Die BERLINboxx sprach mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop über das anhaltende Wirtschaftswachstum Berlins, welche Bedeutung die Ansiedlung des Siemens Innovations-Campus für die Stadt hat und wie die Berliner Wirtschaft langfristig vom jetzigen Boom profitieren kann.

Frau Pop, Berlin hat sich im Wettbewerb um Siemens gegen internationale Standorte wie Singapur durchgesetzt. Was genau waren die Standortvorteile von Berlin?

Siemens wurde 1847 in Berlin gegründet – diese Berliner Erfolgsgeschichte werden wir nun zusammen weiterentwickeln. Gemeinsam mit dem Berliner Traditionsunternehmen wollen wir Zukunft gestalten. Berlin und Siemens sind starke und verlässliche Partner. Wir haben in den letzten Monaten erfolgreich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Siemens in den Wirtschaftsstandort Berlin investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt: Wir haben uns gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt, Siemens wird 600 Millionen Euro in den Innovations-Campus investieren. Siemens findet hier in Berlin alles für die Zukunftsthemen Smart Infrastructures, Energie und Mobilität. Unsere Stadt ist mit der boomenden Digitalwirtschaft, den internationalen Talenten, unserer Forschungsdichte und der modernen Industrie der passende Standort für den Campus.

Was versprechen Sie sich von der Ansiedlung? Welche gesamtstädtische Bedeutung hat sie?

Auf dem Siemens Innovations-Campus werden Synergien durch das Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen, die in bestimmten, für Siemens und Berlin wichtigen Innovationsfeldern und Schlüsseltechnologien zum Tragen kommen. Damit wird der Industriestandort gestärkt und gleichzeitig der Weg zur Smart City fortgesetzt. Der Innovations- Campus sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern schafft auch neue. Dieses zukunftsweisende Projekt ist bedeutend für Siemens, die Siemensstadt und ganz Berlin. Auch die Signalwirkung ist nicht zu unterschätzen: Dass Siemens sagt, wir bleiben und investieren in Deutschland und gehen nicht nach Asien oder die USA zeigt, dass Berlin international wettbewerbsfähig ist.

Berlin gilt als Start-up-Hauptstadt Europas. Städte wie Lissabon oder Warschau wollen zu ebendieser werden. Wie wollen Sie den Titel „verteidigen“?

Berlin hat weltweit eine enorme Strahlkraft als Digital- und Start-up-Metropole. Deutschlandweit liegt die Hauptstadt bei den Neugründungen auf dem Spitzenplatz. Zwei Drittel des Risikokapitals, das 2017 in Deutschland von Start-ups akquiriert werden konnte, landete bei Berliner Unternehmen – insgesamt drei Milliarden Euro. Wir setzen Impulse für Innovation und bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Wir bieten beste Rahmenbedingungen, nach wie vor vergleichsweise geringe Lebenshaltungskosten, die Nähe zu europäischen Märkten und Fachkräfte in den schnell wachsenden Branchen Fintech, Gesundheit und der Digitalindustrie. Wir ruhen uns auf dieser positiven Entwicklung nicht aus, sondern arbeiten stetig weiter an vielen Projekten, um das erfolgreiche Ökosystem zu stärken.

Günstige Mieten, Freiräume und eine besondere Kultur haben Berlin früher ausgemacht. Die Stadt wird immer teurer, Gewerbeflächen sind Mangelware. Das schreckt Unternehmen/Start-ups mehr und mehr ab. Wird Berlin dem Wachstum noch gerecht? Welche Standortvorteile können in Zukunft überzeugen?

Um die Potenziale unseres dynamischen Wirtschaftswachstums weiterhin ausschöpfen und in weiteren Arbeitsplatzzuwachs umsetzen zu können, ist ein ausreichendes Flächenangebot für die Sicherung, Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen wichtig. Bei aller Unterstützung für die Anstrengungen zur Schaffung neuen Wohnraums dürfen wir die Arbeitsplatzentwicklung nicht aus dem Blick verlieren. Arbeitsplätze können nur erhalten oder neu geschaffen werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Daher verfolgen wir eine engagierte Gewerbeflächenpolitik, der in Zeiten der wachsenden Stadt eine ständig steigende Bedeutung zukommt.

Wie wollen Sie die Umsetzung des „Masterplans Industrie“ vorantreiben?

Auch die Entscheidung von Siemens, in Berlin den Innovations-Campus zu entwickeln, bestätigt: Berlin hat sich als innovativer Industriestandort etabliert. Unsere Industrie ist sehr stark, wo industrielle Produktion und industrienahe Dienstleistungen verschmelzen, insbesondere an der Schnittstelle von Forschung und Digitalisierung. Mit dem Masterplan Industrie stärken wir diese neuen Industriebereiche, da sie zu einer nachhaltigen, ökologischen Modernisierung der Wirtschaft beitragen. Der Masterplan Industriestadt Berlin ist eine gemeinsam getragene Strategie des Senats, des Netzwerks Industriepolitik sowie der Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft. Wir stellen über die neue Geschäftsstelle Masterplan Industrie ein zentrales Projektmanagement für den Masterplan insgesamt sicher.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Berliner Wirtschaft nicht nur jetzt boomt, sondern auch nachhaltiger wird und Berlin perspektivisch auch etwas vom jetzigen Boom hat?

Die Krisenjahre Berlins blieben nicht ohne Folgen für die Stadt. Und die Folgen sind immer noch spürbar. Aber wir holen nun Versäumtes nach und investieren in die Zukunft. Wir haben ein entschlossenes Investitionsprogramm für Berlin gestartet: für Schulen und Kitas, Krankenhäuser, ein Stadtwerk für die Energiewende; wir bauen den öffentlichen Nahverkehr aus und fördern die Fahrradinfrastruktur.

Und wir handeln vorsorglich: Zum Jahreswechsel werden wir die 3,7 Milliarden Euro Schulden aus den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise getilgt haben. Wir halten also die Schuldenbremse bereits im laufenden Konjunkturzyklus ein. Das können andere Bundesländer nicht von sich behaupten. Wir haben Berlin gut vorbereitet auf schwächere Phasen, schließlich werden auch internationale Risiken größer. Wir haben hohe Investitionsmittel für die nächsten Jahre gesichert und können damit trotz Schuldenbremse Konjunkturimpulse setzen.

Geht der Aufwärtstrend auch 2019 so weiter? Welches Wirtschaftswachstum erwarten Sie?

Die Berliner Wirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort und schafft in einem überdurchschnittlichen Maße neue Arbeitsplätze. In der Hauptstadt behalten die Wachstumskräfte die Oberhand. Taktgeber ist der Branchenmix aus stark wachsenden Dienstleistungsbranchen und robustem Produzierenden Gewerbe. Ich rechne für das Jahr 2018 mit einem Wachstum von etwa 2,7 Prozent. Trotz internationaler Risiken erwarten wir für 2019 zurzeit 2,3 Prozent Wachstum. Damit liegen wir weiter über dem Bundesdurchschnitt. Jetzt gilt es, diesen Prozess zu verstetigen und die Weichen für eine mittel- und langfristig erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung zu stellen. (cr)

Gillette setzt weiterhin auf Berlin

Gut 820 Beschäftigte fertigen im Tempelhofer Werk Premium-Rasierer „Made in Berlin“ für den Konzern Procter & Gamble (P&G) ‒ und das wird auch so bleiben. Denn Gillette wird das Werk in Berlin erhalten.

Gillette in Berlin: Hightech aus der Hauptstadt hat Zukunft

Bereits seit mehr als 80 Jahren produziert Gillette in Berlin-Tempelhof. Nun waren Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, diese Woche eingeladen, einmal hinter die Kulissen der Produktionsstätte zu schauen.

Angelika Schöttler begrüßte die Entscheidung des Unternehmens, weiterhin in Tempelhof zu produzieren: „Ich bin stolz, dass wir im Bezirk Tempelhof-Schöneberg auch zukünftig die Produktionsstätte für Gillette-Premiumprodukte haben werden. P&G ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen konstruktiv und erfolgreich an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeitet und in jeder Hinsicht fit ist für zukünftige Herausforderungen. Mich freut besonders, dass wir hier eine integrierte Strategie präsentiert bekommen haben, die auch Start-up-Kooperationen und die gezielte Ausbildung von Mitarbeiter_innen berücksichtigt.“

Weitere Investitionen von Gillette am Standort Berlin

Laut der Gewerkschaft IG Metall wird P&G in den nächsten Jahren etwa 40 Millionen Euro in das Werk in Tempelhof investieren. Darüber hinaus möchte Gillette die Zusammenarbeit mit Berliner Start-ups weiter verstärken. Mithilfe eines umfangreiches Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramms werden die Mitarbeiter darüber hinaus für die Digitalisierung und die mit ihr verbundenen Veränderungen im Unternehmen fit gemacht.

„Berliner Start-up-Kooperationen und unser Ausbildungsprogramm Richtung Industrie 4.0 helfen uns dabei, diese Stärke und unsere Marktposition auszubauen – auch im verschärften Wettbewerb und im beschleunigten digitalen Wandel der industriellen Produktion. Gillette setzt auf Hightech in und aus Berlin“, erklärt Stefan Brünner, Werksleiter von Gillette in Berlin. Laut Gilette wird mehr als die Hälfte der weltweit ausgelieferten Premium-Rasierklingen von Gillette in Berlin hergestellt, was für die Expertise und die Leistungsstärke des Werks und seiner Mitarbeiter spricht. (aw)

Start-ups in Berlin: Warum sich Gründer eine andere Stadt suchen sollten

Die deutsche Hauptstadt liegt im internationalen Wettbewerb hinten. Andere Städte haben attraktivere Bedingungen für junge Unternehmen. Die Gründer von Start-ups in Berlin müssen auf Vorteile verzichten, die andere internationale Städte bieten, eine davon ist München.

Der Global Talent Competitiveness Index (GTCI) erhebt jährlich anhand von fünf Kategorien die Performance von 114 Städten und 125 Ländern. Aus den verrechneten Kennzahlen für Forschung, Internationalität, Attraktivität, Entwicklungschancen und die Bedingungen im Umfeld geht die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. als Siegerin auf Stadtebene hervor, im internationalen Ländervergleich bietet die Schweiz die beste Ausgangslage für Gründer.

Das europäische Niveau ist hoch

Die besten Voraussetzungen für den globalen Wettbewerb um Talente finden sich größtenteils in Europa. Innerhalb der Top Ten landen außer Singapur und den USA (immerhin Platz zwei und drei) nur europäische Länder. Deutschland belegt den 14. Rang, musste sich 2018 allerdings noch mit dem 19. Platz zufrieden geben. Bei kleinen Volkswirtschaften mit hohem Einkommen sehen die Autoren ein gutes Klima. Kopenhagen, Oslo, Wien und Zürich vervollständigen hinter Washington die Top Fünf. München belegt Platz 20, Berlin erreicht nur Platz 32.

Die Hauptstadt hat nicht die besten Voraussetzungen für Talente

Ein genauer Blick auf die erhobenen Kennzahlen zeigt, dass sich die deutsche Konkurrentin München vor allem bei den Forschungsausgaben, dem wirtschaftliches Umfeld und dem Einkommensniveau profilieren kann. Auch die Sicherheitslage und die Flughafensituation sorgen für Pluspunkte für die bayerische Landeshauptstadt. In Sachen Bezahlbarkeit und Lebensqualität hat Berlin die Vorteile auf ihrer Seite, genauso sieht es mit der Ärztezahl und der Zahl der Studierenden aus.

Der größte Unterschied zwischen Berlin und der europäischen Spitzenreiterin Kopenhagen ist die Ansiedlung von intergouvernementalen Organisationen. Weitere deutliche Abweichungen finden sich bei der Reichweite von sozialen Netzwerken und dem wirtschaftlichen Umfeld. Einzig bei der Ausstattung mit Ärzten und der Bezahlbarkeit kann sich Berlin merkbar absetzen.

Start-up-Standort Berlin

Circa alle 20 Stunden wird ein neues Start-up in Berlin gegründet. 84 Prozent von ihnen werden von einem Team ins Leben gerufen. Die Hälfte der Berliner Start-ups ist mit sieben oder mehr Mitarbeitern dazu vergleichsweise groß.

Im vergangenen Jahr musste sich Berlin im deutschlandweiten Vergleich das erste Mal geschlagen geben.  Laut des Deutschen Start-up Monitors 2018 hat jedes fünfte Start-up seinen Sitz in NRW. In Berlin waren es nur rund 16 Prozent aller Start-ups.

Welche Bedingungen können für Start-ups in Berlin geschaffen werden?

In der Langzeitanalyse des GTCI zeigt sich, dass im Wettbewerb um Talente die Kluft größer wird. Städte haben die Möglichkeit, als Talent-Knotenpunkte zu fungieren. Auf kommunaler Ebene sehen die Autoren der Studie ein höheres Potential kurzfristig auf Trends zu reagieren. Für die Berliner Regierung und Verwaltung hat diese Beobachtung Appellcharakter.

Washingtons Spitzenreiterposition leiten sie von ihrer stabilen Wirtschaft, der dynamische Bevölkerung, der herausragenden Infrastruktur und Konnektivität ab. Die Kompetenz der Arbeitskräfte ist hoch, die Bildungsinstitutionen der Region hochkarätig. Viele Punkte davon erfüllt Berlin, zur Infrastruktur gehört allerdings mehr als die geplanten Modellversuche für 5G.

Die digitale Transformation verlangt nach unternehmerischer Innovation

Der Autor der Studie Felipe Monteiro betont die gewachsene Bedeutung von Innovation als Wirtschaftsfaktor: „Sämtliche Arten von Organisationen müssen unternehmerisches Talent anziehen, und zwar in einem Zeitalter, in dem Ökosysteme rund um den Globus durch die digitale Transformation radikal umgestaltet werden.“ (mw)

Veranstaltungen

Lean Innovation

Die Digitalisierung von Produkten und die Transformation zu Services beschleunigt zunehmend auch die Innovationszyklen im Bereich der zugrundeliegenden Geschäftsmodelle. Die rapide sinkenden initialen Kosten für die Infrastruktur einer digitalen Wertschöpfung schafft den idealen Rahmen für Start-ups, bestehende Geschäftsmodelle durch Innovationen aus den Angeln zu heben. Nicht nur Startups aus dem Silicon Valley stellen damit ernstzunehmende Konkurrenten für etablierte Organisationen dar. Deren Erfolg basiert nicht allein auf digitaler Produkt- und Service-Innovation sondern auch im Schaffen innovativer Geschäftsmodelle. Innovatives Design von Geschäftsmodellen wird zu einer Kernkompetenz eines jeden Innovationsteams.

Mit Business Model Innovation und Lean Start-up hat das agile Mindset Einzug in die Unternehmensstrategie gehalten. Um sich vor der digitalen Disruption ihrer Geschäftsmodelle zu schützen, adaptieren etablierte Unternehmen die Innovationsmethode Lean Startup und Business Model Innovation für ihre Innovationsprojekte. Visuelles Design und Management von Ideen, agiles iteratives Prototyping und Testen von neuen Geschäftsmodellen mit Design Thinking und Lean Startup gehört mittlerweile zum Status Quo eines jeden Startups. Von dieser Praxis und Arbeitskultur können Innovationsvorhaben in größeren Unternehmen viel lernen.

Zweck des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Einblick in die Werkzeuge, den Prozess und die Innovationskultur von Start-ups zu vermitteln. Das Seminar richtet sich an Innovations-Manager und Führungskräfte, die ihren Unternehmen helfen, auf die digitale Disruption mit eigenen Innovationen zu reagieren. Ein Schwerpunkt des Seminars ist Innovation mit den Mitteln der Business Model Innovation und Lean Start-up im Kontext großer Unternehmen.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)