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Gute Nachrichten für Amazon: der Edge-Tower kann kommen

Nun wird Friedrichshain wohl doch ein neues Bürohochhaus bekommen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lehnte, wie der Tagesspiegel am Wochenende berichtete, einen Rechtsstreit mit dem Bauherrn Coen van Oostrom und seiner Firma Edge ab. Damit scheint nun der Weg frei für das Edge East Side an der Warschauer Brücke und damit für deutlich mehr Präsenz des Onlineriesen Amazon in Berlin.

Absage an Baustadtrat Schmidt (Grüne)

Bis 2023 soll der Edge-Tower fertig gestellt werden. 28 der 35 Etagen will der Online-Händler Amazon mieten und dort rund 3.400 Mitarbeiter unterbringen. In der vergangenen Woche schien dieses Vorhaben jedoch zu scheitern. Florian Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg hatte eine Neuplanung des Hochhauses verlangt, weil der aktuelle Entwurf zu stark von den ursprünglichen Planungen abwich. Der Bauherr verstoße dadurch gegen den städtebaulichen Vertrag, sagte Schmidt.

Durch das Einschreiten der Senatsbaudirektorin erteilte sie dem Vorschlag des Baustadtrats ein Wettbewerbsverfahren durchzuführen und die bereits erteilte Baugenehmigung für das Gebäude an der Warschauer Straße anfechten, nun eine Absage. Es fehle, so Lüscher, eine einschlägige Rechtsgrundlage für eine nachträgliche Entziehung des Baurechts.

Amazon Tower: Berliner Hochhausleitbild nicht anwendbar

Auch das Gremium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in Fragen der architektonischen Gestaltung berät, hatte Zweifel an den Plänen für das 140 Meter hohe Bürohaus Edge East Side an der Warschauer Brücke geäußert. Das Baukollegium hielt sie nicht für gelungen. Denn gemäß der Berliner Hochhausleitline müsse ein Gebäude entstehen, das „eine besonders hohe städtebauliche und architektonische Qualität aufweist“.

Doch offenbar kann das Hochhausleitbild in diesem Fall nicht angewendet werden, da bereits rechtskräftige Baugenehmigung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg vorliegt. Diese ist dem Bezirk zufolge bereits Anfang September erlassen worden, weil dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegengestanden hatten. Eine finale Entscheidung scheint damit noch nicht getroffen. (aw)

Kleiner Bruder oder Musterknabe? Wohnungsbau Potsdam

Die brandenburgische Landeshauptstadt blickt gespannt nach Berlin. Dort wurde nach langem politischem Gezerre nun der Mietendeckel beschlossen. Auch wenn in juristischer Sicht das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, soll das neue Gesetz ab Anfang 2020 greifen. Was bedeutet das für den Wohnungsbau Potsdam? Wie ist in der Residenzstadt die aktuelle Wohnungssituation? Diese Fragen stellte sich die Immobilienbranche auf dem Potsdamer Immobilientag, der erstmals in dem neuen Gebäude der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) veranstaltet wurde.

Potsdam in den Top 10 der höchsten Preisanstiege

Alle Daten und Fakten zum Potsdamer Immobilienmarkt sollten auf den Tisch – so das Versprechen der Veranstalter. Und die Zahlen sprechen für sich: Die Postbank prognostizierte in ihrem Wohnatlas 2019 bis 2030 einen jährlichen Preisanstieg im Wohneigentum von 1,68 Prozent. Damit landet Potsdam direkt hinter München (1,7 Prozent), deutschlandweit auf dem siebten Platz der größten Preissteigerer.

Wohnungsbau Potsdam: Noch ist Luft nach oben

Auf dem Panel „Wohnen: Hidden Champions für Wohninvestments Ost“ diskutieren Branchenexperten über die hohen Grundstückspreise und die Entwicklungen im Wohnungsbau in Potsdam. Denn die Zahlen zeigen, dass trotz des hohen Bedarfs in den letzten beiden Jahren weniger Wohnungen fertiggestellt wurden, als in den Jahren zuvor. Aus Sicht von Immobilienprofi Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, ist diese Tatsache „saisonal bedingt“.

Prestigeprojekte Villa Tummeley und Brauhausberg

Das Unternehmen ist in Potsdam mit zwei absoluten Prestigeprojekten am Start: Die Villa Tummeley und der alte brandenburgische Landtag am Brauhausberg. Die Villa Tummeley, ein historisches Schmuckstück am Tiefen See, wird aktuell saniert und um eine Orangerie erweitert. Die Wohnungen gehören zu den teuersten in ganz Potsdam, aufgrund der Lage und Attraktivität des historischen Bauwerks, das hochwertig saniert wird, verwundert das nicht. Laut Siegfried Nehls sind die Käufer Potsdam eng verbunden und stammen aus der Stadt selbst oder dem unmittelbaren Umfeld. Die Wohnungen in der Villa sind bereits sämtlich verkauft. In der Orangerie sind noch Wohnungen zu haben. Am Brauhausberg sollen 130 Wohnungen, ein Hotel mit 100 Zimmern und Büros für das benachbarte Geoforschungszentrum entstehen. Die SANUS hat bereits einen Kaufvertrag geschlossen, um die Anteile der Eureka zu übernehmen. Die Kaufabwicklung soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Siegfried Nehls: „Als Residenzstadt bietet Potsdam eine hohe Lebensqualität und rechtfertigt auch höhere Preise.“ Foto: W&R, Tom Dachs

Aus Sicht von Simon Dietzfelbinger, Geschäftsführer von Drees & Sommer, erklären sich die steigenden Preise durch die Attraktivität des Standorts: „Die Preise bestimmen sich nicht zuletzt durch die Lage und die Qualität der Immobilie. Aus meiner Sicht ist in Potsdam noch Luft nach oben.“

Hohe Baukosten- und Baulandpreise

Ein Faktor, der sich naturgemäß in den hohen Preisen niederschlägt sind die hohen Baukosten und die Preise für Bauland. Für Vincent Mulder von Kondor Wessels lohnt sich der Blick in die Niederlande: „Was die Reduzierung der Baukosten betrifft, ist man in den Niederlanden deutlich weiter als in Deutschland. Hierzulande gibt es 16 verschiedene Baugesetzbücher, in den Niederlanden genau eines, das dann für alle Regionen und Städte gilt. BIM und serielles Bauen sind an vielen Stellen Standard und können die Baukosten erheblich reduzieren. Was den Bau von Sozialwohnungen betrifft, könnte man den Bau beispielsweise von der Mehrwertsteuer befreien.“

Ist Potsdam ein Premiumstandort und sind Kaufinteressenten hier anspruchsvoller als anderswo? „Es gibt viel Lebensqualität in Potsdam: Viel Wasser, Kunst und Kultur, die Nähe zu Berlin“, so Vincent Mulder. „Potsdam ist eine Residenzstadt, insofern ist hier ein Luxussegment entsprechend nachgefragt.“

Regine Thorn sieht Verbesserungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur. Foto: W&R, Tom Dachs

Verbessungsbedarf gibt es aber auch. Regine Thorn, Geschäftsführerin von Thorn Immobilien, sieht diesen vor allem in der Verkehrsinfrastruktur: „Hier muss noch viel getan werden. Potsdam hat eine hohe Lebensqualität, diese sollte nicht durch ein verkorksten Verkehrskonzept gefährdet werden.“

Auswirkungen des Mietendeckels

Doch was sind nun die Auswirkungen des Berliner Mietendeckels auf Brandenburg im Allgemeinen und den Potsdamer Markt im Besonderen? Dazu waren sich die Experten einig. Sie sehen in dem Mietendeckel einen Wettbewerbsvorteil für Brandenburg. Für Vincent Mulder steht fest, dass „durch den Mietendeckel keine neuen Wohnungen entstehen. Der Druck auf den Berliner Speckgürtel wird steigen.“ Aus Sicht von Siegfried Nehls sind derlei Eingriffe generell schlecht für den Markt: „Investoren in Berlin werden aussteigen und sich nach lohnenderen Möglichkeiten umsehen, zum Beispiel im unmittelbaren Berliner Umland und auch in Potsdam.“ Chancen also für die brandenburgische Landeshauptstadt und viele Nachteile für Berlin? Schadenfreude bleibt bei den Experten jedenfalls aus: „Für die Berliner tut’s mir leid, doch viele Bauträger werden nun im Umland investieren, nicht mehr in Berlin. Potsdam wird davon profitieren“, fasst Regine Thorn die Situation zusammen. (ak)

Der Mietendeckel ist beschlossen – zumindest vorerst

Nach langem hin und her, zahlreichen Missverständnissen und geplatzten Senatssitzungen ist es endlich soweit: Der Mietendeckel ist beschlossene Sache – vorerst. Am Dienstag verkündete der rot-rot-grüne Senat den Gesetzentwurf, der zum 01. März in Kraft treten soll. Allerdings gibt es erneut Gegenwind von den Oppositionsparteien und Branchenverbänden. Sie kündigten an, gegen das Einfrieren der Mietpreise und weitere Regelungen des Gesetzentwurfs zu klagen.

Mietpreisbremse – fünf Jahre keine Mieterhöhung

Durch den beschlossenen Gesetzentwurf soll verhindert werden, dass sich die sowieso schon prekäre Mietsituation in Berlin weiter verschärft. Sollte das Abgeordnetenhaus das Gesetz verabschieden, dürfen Vermieter die Mieten von Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre nicht erhöhen. Außerdem soll es für Mieter möglich sein, ihre Miete senken zu lassen, wenn sie mehr als 20 Prozent über der vereinbarten Obergrenze liegt.

Das „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ betrifft künftig circa 1,5 Millionen Berliner Mietwohnungen. Nicht betroffen sind dagegen unter anderem Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Trägerwohnungen und Wohnheime.

Verschnaufpause für den rot-rot-grünen Senat

Für Senatorin Katrin Lompscher (Linke) ist die Einigung des rot-rot-grünen Senats ein großer Erfolg: „In den nächsten fünf Jahren muss keine Mieter*in mehr fürchten, wegen exorbitanter Mietsteigerungen oder hoher Modernisierungsumlagen das Dach über dem Kopf zu verlieren. Deutlich überhöhte Mieten werden gekappt, bei Wiedervermietung gilt die Vormiete bzw. der entsprechende Wert in der Mietentabelle, sofern die Vormiete darüber liegt. Der Neubau ab 2014 bleibt – wie versprochen – von der Regelung ausgenommen. Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieses wichtigen Projektes beigetragen haben, insbesondere bei den Expertinnen und Experten sowie bei den hochengagierten Initiativen der Stadtgesellschaft.“

Regelungen des Mietendeckels lassen Spielraum zu

Trotz des Mietendeckels sind Zuschläge für Wohnungen geplant, die über eine moderne Ausstattung, beispielsweise eine Einbauküche, wertigen Bodenbelag und einen geringen Energieverbrennungswert verfügen. Ist die Miete einer solchen Wohnung besonders niedrig (unter 5,02 Euro/qm), darf diese bei Wiedervermietung um maximal einen Euro pro Quadratmeter angehoben werden.

Auch wenn der Wohnraum in Gebäuden liegt, die über mehr als zwei Wohnungen verfügen, sind Zuschüsse möglich – die Mietobergrenze erhöht sich um einen Zuschlag von zehn Prozent. Neben Bau und Ausstattung sind Zu- und Abschläge aber auch von der Lage des Gebäudes abhängig. So können bei einer guten Lage 74 Cent pro Quadratmeter Zuschuss verlangt werden.

Zusätzliches Personal für den Mietendeckel

Die Umsetzung des Mietendeckels bedeutet natürlich auch mehr Arbeit für die Bezirke, die für die Einhaltung des Gesetzes und die Bearbeitung der Anträge verantwortlich sind. Deshalb sollen in Berlin insgesamt 250 neue, temporäre Stellen geschaffen werden, um dem Arbeitspensum gerecht zu werden. Härtefallanträge sollen dagegen künftig im Aufgabenbereich der Investitionsbank Berlin liegen.

Unzufriedenheit trotz Einigung?

Trotz des beschlossenen Gesetzes hat der Mietendeckel noch nicht alle Hürden überwunden. Der Gesetzentwurf wird nun dem Rat der Bürgermeister vorgelegt. Außerdem wird sich noch zeigen, ob die Klagen der Oppositionen vor dem Gericht durchgesetzt werden können.

Auch die Immobilienunternehmen und Verbände sind weiterhin skeptisch und sprechen sich gegen den Mietendeckel aus. Präsident des Zentralen Immobilienausschusses, Dr. Andreas Mattner, befürchtet negative Auswirkungen auf den Investitionsstandort Berlin: „Der Mietendeckel führt zu keiner neuen Wohnung in Berlin und er trifft Kleine und Große – vor allem aber trifft er die Stadt Berlin als eine der attraktivsten Städte Europas.“ Es würden ausgerechnet jene Marktteilnehmer getroffen, die sich fair und ausgleichend verhalten: Genossenschaften, kommunale und private Unternehmen und private Vermieter.“ (sz)

Weltklassearchitektur für Düsseldorf: Star-Architekt Tadao Ando plant international erstes CO2-neutrales Bürohochhaus

Düsseldorf soll um eine weltweit einzigartige Landmarke reicher werden: Am verkehrsreichen Stadteingang Nord plant die EuroAtlantic zusammen mit dem japanischen Star-Architekten und Pritzker-Preisträger Tadao Ando ein neues architektonisches Wahrzeichen: Den ersten Smart-Building-Tower Europas.

Städtebau der Zukunft

Auf der Brachfläche am Mörsenbroicher Ei entsteht mit dem TADAO ANDO Campus+Tower eine Metropolen-Architektur von Weltrang mit 34 Stockwerken, 125 Meter architektonischer Höhe und über 1.000 Arbeitsplätzen. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten wird der TADAO ANDO Campus+Tower ein Leuchtturmprojekt für den Städtebau der Zukunft. Städte werden weiter wachsen, vor allem nach oben. Gleichzeitig müssen Klimawandel und Luftverschmutzung eingedämmt werden. Der TADAO ANDO Campus+Tower setzt hier neue Maßstäbe. Er wird vollkommen CO2-neutral sein – und damit der erste klimaneutrale Büroturm der Welt.

Düsseldorfs neues Leuchtturmprojekt: Der Campus + Tower Tadao Ando. Foto: EuroAtlantic

„Der Tadao Ando Campus+ Tower ist zweifellos Weltklassearchitektur. Die nachhaltige Bauweise, Klimaneutralität und KI-basierte Smart-Office-Lösungen werden die Bedeutung Düsseldorfs und ganz Deutschlands als weltweit relevanten Technologiestandort unterstreichen,“ so Arnulf Damerau, Aufsichtsratsvorsitzender der EuroAtlantic.

Düsseldorf: Architektur- und Technologiestandort von Weltrang

Zusammen mit der EuroAtlantic AG geht Tadao Ando in Düsseldorf noch einmal einen neuen Weg mit der Planung seines ersten Hochhauses. Die Bedeutung des Gebäudes wird für die internationale Architekturszene herausragend sein, denn Düsseldorf steht damit in erster Reihe mit den Architekturmetropolen der Welt.

EuroAtlantic AG auf der Expo Real 2019 in München mit Thomas Geisel (l.), OB Düsseldorf, Arnulf Damerau (m.), EuroAtlantic AG, Friedrich Merz (r.) Foto:
Hannes Magerstaedt

Friedrich Merz, Vorsitzender des Wirtschaftsrats der CDU, und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel besuchten den Entwickler auf der EXPO REAL. „Wir sind bereit für das nächste Level. Das erste CO2-neutrale Hochhaus der Welt soll in Düsseldorf entstehen und wird neue Maßstäbe für städtische Architektur und Zukunftstechnologien setzen“, so Thomas Geisel. „Darüber werden an dem Standort über 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Tadao Ando Campus+Tower wird zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt, er wird der Skyline Düsseldorfs seinen Stempel aufdrücken wird, diese ergänzen und bereichern.“

Künstlerisches Gesamtwerk

Besonders charakteristisch für das Gebäude ist das auskragende Glasprisma, das jeweils aus den Hochhausseiten herausragt. Tadao Ando sagt dazu: „Das Glasprisma wird zum Katalysator für Kreativität und bietet Raum für Entspannung für Büroarbeiter und Besucher. Während Menschen hart arbeiten oder zwischen Meetings sind, ist es meine Hoffnung, dass dieser Ort eine Stätte für Inspiration und ein Geburtsort für neue Denkmethoden wird.“

Stadtentwicklung der Zukunft. Foto: EuroAtlantic

Arnulf Damerau sagt dazu: „Einer der bedeutendsten Architekten unserer Zeit krönt mit einem Architekturdenkmal für Düsseldorf sein Lebenswerk. Tadao Ando und EuroAtlantic schaffen ein künstlerisches Gesamtwerk.“

Brachfläche wird zu Anziehungspunkt für Menschen aus Wirtschaft, Kunst und Kultur

Durch das vielfältige Nutzungskonzept wird der bisher wenig belebte Stadtteil um den Verkehrsknotenpunkt Mörsenbroicher Ei erheblich aufgewertet. In Kombination mit der Hochschule Düsseldorf (HSD) und den Fachbereichen Architektur und Design (Peter Behrens School of Arts) auf der anderen Seite der Bahngleise entsteht ein Areal, das ein lebendiger und kreativer Anziehungspunkt für Menschen aus Wirtschaft, Kunst und Kultur gleichermaßen sein wird.

Die direkte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr über den S-Bahnhof Derendorf führt zu einer deutlichen Entlastung des Pkw-Verkehrs. Zukunftsweisend ist insbesondere die E-Mobilitätslösung. Gemeinsam mit namhaften Automobilherstellern wird ein CarSharing- und E-Charging-Konzept für Pkw und Fahrräder realisiert. (red)

EXPO REAL 2019: Immobilienbranche in Party-Stimmung

Die EXPO REAL in München ist nicht nur die größte Gewerbeimmobilienmesse Europas, sondern auch Trendbarometer und Taktgeber für die gesamte Branche. Drei Tage lang nutzten 2.190 Aussteller aus 45 Ländern und rund 46.000 Besucher die EXPO REAL als Plattform für Diskussionen, zum Netzwerken und – vor allem – für Business. Trotz Brexit, aufziehender Rezession und Handelsstreit war die Stimmung gut, es überwog realitätsbezogener Optimismus. Die Kombination aus niedrigen Leerstandsraten, boomender Wirtschaft und der Tiefstzinspolitik der EZB ist nach wie vor ein äußerst kraftvoller Antrieb für die Immobilienmärkte. Experten sehen angesichts der politischen Großwetterlage kein erhöhtes Risiko für die Immobilienwirtschaft in Deutschland.

Doch es gibt auch dunkle Wolken am Horizont: Stichwort Mietendeckel. Die Regulierungsideen aus der Politik sorgten für Diskussionen. Neben dem Mietendeckel, der in Berlin kurz vor seiner Umsetzung steht, fordern manche gar Enteignungen im großen Stil. Branchenexperten sind sich einig: Es reicht! IVD-Präsident Jürgen Michael Schick appellierte an die Politik, keine weiteren Änderungen im Mietrecht mehr vorzunehmen. „Die Investoren brauchen Planungssicherheit und nicht alle vier Wochen weitere Verschärfungen“, erklärte Schick.

Thema Wohnen: v.l.n.r. Mathias Gross, COO Polis Immobilien AG, Frank Schmeichel, Business Network, Nadir Guediri, Geschäftsführer COPRO Development GmbH, Thomas Bergander, Geschäftsführer Taurecon Real Estate Consulting GmbH. Foto: Business Network

Mietendeckel & Co.

Die deutsche Hauptstadt bleibt das Immobilien-Mekka Europas und ist nach wie vor Investor’s darling. Doch die Debatte um den Mietendeckel hat längst auch die Kapitalmärkte erreicht. Der Berliner Senat plant, einen landesweiten Mietendeckel einzuführen, der die Miete auf maximal sechs Euro pro Quadratmeter begrenzen soll – unabhängig von der Lage. Anleger reagieren nervös auf die Pläne aus der Hauptstadt. Obwohl die Zinsen aufs Baugeld historisch niedrig sind und Wohnraum weiterhin knapp ist, sorgen solche Diskussionen um Mietendeckel, Enteignung und Co. für Ärger und Unverständnis.

Branchenvertreter bezeichnen den Gesetzesentwurf als bizarr, realitätsfern und warnen vor katastrophalen Folgen für den Immobilienstandort Deutschland. Ein Mietendeckel, sollte er tatsächlich kommen, signalisiert Stillstand und einen Wechsel im politischen und wirtschaftlichen System der Bundesrepublik. Inländische wie internationale Investoren könnten sich aus dem Berliner Markt zurückziehen – mit gravierenden Folgen für den Wirtschaftsstandort. Mit einer Regulierung, die stranguliert, vernichtet der Senat Vertrauen und den Tatendrang der Menschen, die in die Hauptstadt kommen, um Neues zu schaffen – so einer der vielen Vorwürfe, die sich an die Berliner Verantwortlichen richten.

Der Berlin-Brandenburg-Stand auf der EXPO REAL 2019. Foto: Business Network

Experten befürchten, dass sich die ohnehin schon nicht ausreichende Neubautätigkeit deutlich reduziert. Die Folge: Es entstehen keine neuen Wohnungen. Immobilienprofi Siegfried Nehls, Vorstand des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, schätzt die Situation als riskant ein: „Die Berliner Politik spielt ein gefährliches Spiel. Wenn sich die Schaffung von Wohnraum in Berlin nicht mehr rechnet, dann weichen Entwickler und Investoren an andere Standorte aus. Letzten Endes stellt sich dann die Frage, wer in Berlin den dringend benötigen Wohnraum noch schaffen soll.“ Sein Unternehmen SANUS AG ist bereits im Ausland aktiv und realisiert neue Projekte in Mailand und Budapest.

Fachkräftemangel hemmt die Geschäftsentwicklung

Ein weiteres Sorgenkind der Immobilienwirtschaft ist der grassierende Fachkräftemangel. Viele sehen darin die größte Gefahr für die Geschäftsentwicklung. Es ist schwieriger geworden qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so der Tenor. Auch Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen kämpfen um Mitarbeiter. Um die besten Köpfe für das Unternehmen zu gewinnen, müssen diese sich strategisch überlegen, wie sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Doch was sind die Anforderungen junger Menschen an die Arbeitswelt? Bezahlung, Work-Life-Balance, Loyalität und Unternehmenskultur sind Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder als Motivationsfaktoren angeführt werden.

Nachwuchs für die Immobilienbranche: Susanne Tattersall im Gespräch mit Dr. Reinhard Kutscher. Foto: Business Network

Susanne Tattersall von TATTERSALL·LORENZ bestätigt, dass das Image und die unternehmerische Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen: „Die Reputation unseres Unternehmens ist ein entscheidendes Kriterium. Wir verwalten für interessante Kunden interessante Immobilien. Und wir sind im besten Sinne Mittelstand. Wer sich bei uns im Unternehmen wirklich einbringt, kann sich entwickeln und es weit bringen – anders als vielleicht in einem Konzern mit starren Strukturen.“

Klar ist, dass sich die Ansprüche des Nachwuchses in der Immobilienbranche verändert haben. Transparenz, attraktive Arbeitsmodelle und Unternehmen sowie eine angemessene Bezahlung – Unternehmen der Immobilienbranche werden nicht umhin kommen, geeignete Arbeitnehmer zu umwerben und die Angebote der Konkurrenz zu übertreffen.

Dauerbrenner Digitalisierung

Die Digitalisierung ist Dauerbrenner unter den Gesprächsthemen auf der EXPO REAL. Beim Immobiliendienstleister CBRE sieht man Big bzw. Smart Data als eines der großen Themen der Zukunft. Diskussionen über die Blockchain-Technologie und wie sich diese auf die Immobilienbranche auswirken wird, stießen auf reges Interesse auf der Messe. Eine Möglichkeit: Durch die Blockchain könnten globale Transaktionsfees eingedämmt werden.

Digitalisierung allerorten. Foto: © Copyright 2019, Messe München GmbH, all rights reserved

Als Erfolg verbucht die Messe die neue Halle A3, in der innovative Unternehmen und neue technische Lösungen gebündelt wurden. Hier präsentierten sich mehr als 60 Start-ups und weitere junge Technologieunternehmen dem Publikum. „Wir gehen davon aus, dass diese Innovations-Plattform auch in den kommenden Jahren ein großer Anziehungspunkt der Expo Real sein wird“, resümiert Projektleiterin Claudia Boymanns.

Es tut sich also etwas im Bereich Digitalisierung. Es herrschte zwar schon immer Einigkeit über die Bedeutung des Themas für die Immobilienwirtschaft, in der Vergangenheit waren das aber oft nur Lippenbekenntnisse. Nun kommt Schwung in die Angelegenheit. Themen wie BIM und serielles Bauen sind mittlerweile sind in der Branche angekommen. Auch die Bedeutung der sogenannten Prop-Techs hat stetig zugenommen. Experten sind sicher, dass die gesamte Immobilienwirtschaft immens profitieren wird, wenn die Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.

Topthema: Zukunftsweisende Projekte

Projekt Urbane Mitte am Gleisdreieck. Bildrechte: Urbane-Mitte-Entwicklungs-GmbH-Co.-KG

Baustellen allerorten – doch die Branche lässt sich die Laune nicht verderben. Beim networken zeigte sich, dass trotz aller Ungewissheiten und Zukunftsängsten der Optimismus deutlich überwiegt. Denn das wichtigste Thema in den Gesprächen waren dann doch neue und zukunftsweisende Bauprojekte wie etwa der Campus Mainview in Offenbach, Grand Central in Frankfurt, das Quartier Elbbrücken in Hamburg oder die Urbane Mitte am Gleisdreieck von COPRO in Berlin. Projekte, die sich um Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit drehen und die Ansprüche und Anforderungen der Menschen von vornherein mitdenken. Das Hauptziel dabei ist nicht Profit, sondern vor allem die Schaffung von Leuchtturmprojekten, architektonischen Highlights und ein Beitrag zur Stadtentwicklung der Zukunft. Das könnte auch möglicherweise ein Schlüssel sein, um den Baufrieden, den viele Branchenvertreter einfordern, wieder herzustellen. (ak)

WerkStadtForum City West erarbeitet gemeinsame Ziele und Strukturen für die City West

Wie geht es in Zukunft weiter mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf? Darauf möchte das WerkStadtForum City West eine Antwort finden.

Auf Initiative des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf, der AG City e.V., der IHK, dem VBKI und dem Werkbund startete deshalb am 09.09.2019 das WerkStadtForum City West mit der ersten Sitzung des Kuratoriums. Eingeladen wurden die Teilnehmer von Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Charlottenburg Wilmersdorf, Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. und Gottfried Kupsch Vorstand AG City e.V.

Aufbauend auf diese erste Veranstaltung fand am dann am 26.09.2019 der erste Workshop mit ca. 40 Vertretern der Stadtgesellschaft statt, zu denen auch Vertreter der Fraktionen der BVV des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gehörten. Dort sollten erste Ziele erarbeitet werden. Weitere Veranstaltungen sind für die kommenden Wochen und Monate geplant. Darüber hinaus soll im WerkStadtForum City West ein ständiger Dialog zum Thema Zukunftsgestaltung City West stattfinden, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

WerkStadtForum City West: Pläne für die Zukunft von Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf steht an einem wegweisenden Wendepunkt, an dem auf viele Fragen und Probleme Antworten gefunden werden müssen. Das Stadtleben muss für alle wieder attraktiver werden, indem die Aufenthaltsqualität zukunftsorientiert und nachhaltig verbessert wird. Jetzt kommt es darauf an, wie alle Beteiligten diese seltene Chance ergreifen und Charlottenburg-Wilmersdorf in die Zukunft führen.

Das WerkStadtForum City West hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, im Dialog mit einem fachlich vielseitig aufgestellten Teilnehmerkreis, die Bedürfnisse der Stadt in einem Workshop Format zu diskutieren, Handlungsempfehlungen für ein notwendiges Leitbild zu erarbeiten und im Anschluss konkrete Umsetzungsempfehlungen für zukünftige Bauprojekte abzuleiten.

Schwerpunkte sind neben der räumlichen Orientierung auf die City West und ihre Bedeutung für die Gesamtstadt die Themen Verkehr und Mobilität, soziale Komponenten wie Wohnen und Versorgung, Stadtraum und Stadtökologie (Freiräume und deren Funktion, Städtebau, Stadtgrün, Energie, Nachhaltigkeit) Baugeschichte und Denkmalschutz, Kultur und Medien, sowie Gewerbe, zu dem die Entwicklung der Einzelhandelsflächen, Büroflächen und die Entwicklung des Tourismus gehören. Alles wird dabei immer unter der Prämisse betrachtet, dass die Identität der Stadt nicht verloren gehen darf.

Die Workshops des WerkStadtForum City West

Zu den Workshops des WerkStadtForum City West kommen ca. 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. „Wir haben nicht nur Unternehmer, Politiker und Verbände, sondern auch die Kirchengemeinde und Vertreter der Universitäten für eine Zusammenarbeit gewinnen können“, sagt Gottfried Kupsch, Vorstand der AG City e.V. „Damit haben wir die organisatorischen Voraussetzungen, um für die City West einen umfassenden Raumkonsens zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden, wie wir ihn im Grunde auch für ganz Berlin bräuchten.“

Dem 16-köpfigen Kuratorium gehören unter anderem Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Gottfried Kupsch von der AG City e.V., Jochen Brückmann von der IHK, Michael Knoll vom VBKI sowie Tim Heide vom Werkbund an.

Dem Kuratorium gehören ferner an:

  • Andreas Schulten (bulwiengesa)
  • Christoph Langhof (Langhof Architekt)
  • Stefan Jäckel (ST raum a)
  • Sebastian Seelig (BuroHappold Engineering)
  • Dr. Wolfgang Schäche (Beuth Hochschule)
  • Matthias Blessing (Fachanwalt für öffentliches Baurecht)
  • Stephan Allner (DIE WOHNKOMPANIE)
  • Benedikt Scholler (Drees & Sommer)

„Das Kuratorium soll als ein fachliches Gremium alle Prozesse des Forums begleiten und durch Anregungen und Hinweise verbessern sowie die Inhalte präzisieren und schärfen, um Ergebnisse zu erreichen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden können“, sagt Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. „Das Kuratorium ist jedoch nicht Entscheidungsträger hinsichtlich der Beurteilung und Genehmigung von Projekten.“ Diese Aufgabe stehe allein dem Bezirk zu. Die Organisation und Moderation des WerkStadtForum City West liegt in den Händen von Caroline Lehmann und Wolf Uwe Rilke. (red)

„Berliner, kauft Euch Eure Stadt!“

Im Gespräch mit Jörg Widhalm, Generalbevollmächtigter der Berliner Volksbank

Seit dem Jahr 2000 ist Jörg Widhalm, Leiter des Bereichs Immobilien und Infrastruktur, für die Berliner Volksbank tätig. Angesichts anhaltender Niedrigzinsen, einer nach wie vor angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt sowie der Diskussion zum „Mietendeckel“ hat die BERLINboxx mit ihm über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven des Berliner Immobilienmarkts gesprochen.

Die Mietpreisspirale in Berlin dreht sich zwar immer weiter, aber in den vergangenen drei Jahren nicht mehr ganz so schnell wie noch zuvor. Dennoch raten Sie zum Kauf von Wohneigentum. Warum?

Ganz einfach: Weil die Voraussetzungen dafür derzeit recht günstig sind. Zwar haben auch die Immobilienpreise in Berlin inzwischen einen historischen Höchststand erreicht – aber da man das zum Kauf benötigte Kapital derzeit für absolute Niedrigzinsen von deutlich unter zwei Prozent für 15 oder gar 20 Jahre angeboten bekommt, sollte man ernsthaft überlegen, eine Eigentumswohnung zu erwerben, statt weiter zu mieten.

Obwohl der „Mietendeckel“ dafür sorgen soll, dass die Mieten in den nächsten fünf Jahren nicht erhöht werden dürfen?

Ja – denn zum einen wissen wir heute noch nicht, wie es nach dem Ablauf der Fünf-Jahres-Frist weitergehen wird. Und zum anderen sprechen allein die nackten Zahlen für einen Immobilienkauf:  Ein Netto-Haushaltseinkommen von 3.200 Euro vorausgesetzt, zahlt man für eine 75 Quadratmeter-Neubauwohnung bei einem Preis von 5.000 bis 6.000 Euro pro Quadratmeter und einer Kreditlaufzeit von 15 Jahren letztlich nur rund zehn Euro pro Quadratmeter inkl. Warmen Hausnebenkosten. Davon können Käufer in Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder München nur träumen.

Angesichts der Wohnungsknappheit in Berlin fragt sich nur, wo solche Wohnungen zu finden sein sollen…

wir sind bei der Suche gerne behilflich. Wobei potenzielle Immobilienkäufer vor allem eines wissen sollten: Sie müssen bereit sein, auf eine gewisse Flexibilität zu verzichten und mindestens die nächsten zehn Jahre in der Stadt wohnen bleiben zu wollen. Andernfalls ergäbe ein Wohnungserwerb kaum Sinn. Wer aber sogar noch länger die eigene Immobilie bewohnt, der zahlt in 20 Jahren weniger als ein Mieter. Selbst das Zinsänderungsrisiko ist am Ende einer Laufzeit von 15 Jahren aufgrund der dann bereits erfolgen Tilgung relativ überschaubar.

Die Wohneigentumsquote liegt bundesweit bei 45 Prozent, in Berlin bei lediglich 18 Prozent. Sollte und könnte die Politik insofern vielleicht etwas nachhelfen?

Es ist nicht die Aufgabe der Berliner Volksbank, in dieser Richtung entsprechende Empfehlungen zu geben. Doch würde die eine oder andere Maßnahme gewiss nicht schaden — wie beispielsweise das Bereitstellen brachliegender Flächen als Bauland. Denn was auch nicht zu unterschätzen ist: Wenn Menschen Wohneigentum kaufen und selbst bewohnen, dann bleiben sie ihrer Region treu. Man könnte auch sagen: Berliner, kauft Euch Eure Stadt! Denn auf diese Weise gehört Berlin auf lange Sicht hin den Eigentümern – die auch in Berlin wohnen. Das Thema Mietsteigerungen hätte sich dann mehr oder weniger erledigt.

Manche Experten warnen bereits vor einer drohenden Immobilienblase…

Das halte ich für Unsinn. Denn eine Immobilienblase droht nur dann, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt – und tatsächlich ist es genau andersherum. Außerdem zeichnet sich eine Blase dann ab, wenn Immobilien innerhalb relativ kurzer Zeit weiterveräußert werden. Auch das ist in Berlin derzeit bei Eigentumswohnungen nicht der Fall. Wer sich heutzutage eine Wohnimmobilie kauft, der behält sie auch.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen sollten: Wie wird es um den Berliner Immobilienmarkt in zehn Jahren bestellt sein?

Da bin ich nach wie vor optimistisch. Vorausgesetzt, dass die Politik nicht durch drastische Maßnahmen in den Markt eingreift, erscheint mir eine Wertsteigerung von 20 Prozent in den nächsten zehn Jahren durchaus realistisch. Das wäre immer noch deutlich weniger Wachstum, als wir es bereits in den zurückliegenden vier Jahrzehnten zu verzeichnen hatten. (fs)

Nach erbittertem Streit in der rot-rot-grünen Koalition – Mietendeckel wird durchgesetzt

Der monatelange Kampf von SPD, Linken und Grünen um den geplanten Mietendeckel scheint gewonnen – zumindest in Teilen. Noch im September hatte der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, den landesrechtlichen Mietendeckel als verfassungswidrig beschrieben. Nun schätzt die Senatsverwaltung für Inneres den Gesetzesentwurf größtenteils als verfassungskonform ein.

SPD, Linke und Grüne bekommen ihren Mietendeckel

Die Durchsetzung der Mietobergrenzen sind für die rot-rot-grüne Koalition ein großer Erfolg. Durch den Mietendeckel soll eine Erhöhung der Wohnraumpreise rückwirkend ab dem 18. Juni 2019 für fünf Jahre pausiert werden. Dennoch ist eine jährliche Mieterhöhung um 1,3 Prozent künftig dann möglich, wenn die betroffenen Wohnungen unter den geplanten Mietobergrenzen liegen.

Auch die mietrechtlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bestätigen eine Verfassungskonformität des Gesetzesentwurfs. So existieren keine preisrechtlichen Vorgaben, die dem Mietendeckel im Weg stehen könnten.

Forderung nach Mietsenkung wird abgelehnt

Kritisch sieht die Senatsverwaltung für Inneres aber die rückwirkende Einfrierung der Mieten. Die Umsetzung dieses Vorhabens erweist sich vor allem bei Staffelmieten, deren regelmäßige Erhöhung bereits fest im Mietvertrag verankert ist, als schwierig.

Auch der Gesetzentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zur Mietsenkung bleibt weiterhin in der Kritik. Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Senatsverwaltung für Inneres halten den Plan Lompschers für verfassungswidrig.

Wohnungswirtschaft mit dem Mietendeckel auf Kriegsfuß

Weniger glücklich über den geplanten Mietendeckel zeigt sich die Wohnungswirtschaft (GdW). Für den Präsidenten des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, Axel Gedaschko, stellen die Pläne der SPD eine Gefahr für das Wohnen in der Hauptstadt dar: „Die Positionen der SPD-Fraktion zum Thema Mietrecht sind keine Basis dafür, mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen und hätten negative Folgen für Vermieter und Mieter“.

Aus diesem Grund möchte die GdW eine Öffentlichkeitskampagne auf den Weg bringen, um sich gegen den Mietendeckel auszusprechen. Laut einem Schreiben der GdW, das der Berliner Zeitung vorliegt, sei es das erklärte Ziel, „die Wohnungswirtschaft nicht länger von denjenigen diskreditieren zu lassen, die uns als Miethai sehen wollen, der sich am schmalen Einkommen der Mieterinnen und Mieter mästet“. (sz)

Erbitterter Streit um den Mietendeckel: R2G am Scheideweg?

Der geplante Mietendeckel sollte eigentlich zu einer Entschärfung der angespannten Wohnsituation in der Hauptstadt führen. Das Ziel: Keine Mieterhöhung für fünf aufeinanderfolgende Jahre, um den explodierenden Wohnraumpreisen entgegenzuwirken.

Nun diskutieren SPD, Linke und Grüne schon seit Monaten über eine Umsetzung des Vorhabens. Eine Einigung der rot-rot-grünen Koalition ist allerdings immer noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil – insbesondere der Entwurf zur Absenkung der Mieten führt zu einer Verhärtung der Differenzen zwischen den Parteien.

Geplanter Mietendeckel spaltet die Koalition

Aktueller Zündstoff ist der Gesetzesentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die LINKE), der bis zum kommenden Montag von den Senatsverwaltungen unterschrieben werden sollte. Senatskanzlei als auch Senatsinnenverwaltung, beide SPD-geführt, stören sich insbesondere an der geplanten Absenkung der Mieten. Die Umsetzung des Vorhabens sei rechtlich unsicher und sehr aufwendig.

Die Senatskanzlei äußerte bezüglich der rechtlichen Lage deutliche Zweifel. „Weiterhin sehe ich die vorgesehene Möglichkeit, Mieten in bestehenden Verträgen abzusenken, in verschiedener Hinsicht kritisch“, so der Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach.

Uneinigkeiten bezüglich der Mietsenkung – rot-rot-grüne Regierungskoalition in Zeitnot

Während die SPD die geplante Mietsenkung geschlossen ablehnt, will Die LINKE das Vorhaben weiterhin umsetzen. Die Grünen geben sich nach wie vor distanziert. So äußerte sich Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung, Ende Juni noch kritisch zum Thema Mietendeckel: „Dass der Bund nun einen Mietendeckel für bundeseigene Wohnungen einführen will, löst das Problem nicht.“

Die Diskrepanzen zwischen den Parteien verlangen nach weiteren Gesprächen und Diskussionen. Dafür ist aber nicht mehr viel Zeit. Eine Einigung des Senats war für den 15. Oktober angesetzt, damit bis zum geplanten Inkrafttreten des Mietendeckels im Januar 2020 alle notwendigen Schritte abgeschlossen sein können – in Anbetracht der aktuellen Lage ein utopisches Ziel.

Wird der geplante Mietendeckel zur Gefahr für das Koalitionsbündnis?

Michael Müller, der sich zunächst noch für den Mietendeckel ausgesprochen hatte, aber keine Zukunft für die geplanten Mietsenkungen sieht, erfährt von seinen Koalitionskollegen aktuell viel Gegenwind. Kultursenator Klaus Lederer von den Linken spricht auf Facebook sogar von einem Bruch „gemeinsamer Verabredungen“.

Die aktuellen Konflikte der rot-rot-grünen Koalition lassen auch die Frage nach dem Bestehen des Bündnisses laut werden. Zwar stehen Neuwahlen momentan (noch) nicht zur Debatte, allerdings stellt das Streitpotenzial des Mietendeckels die Koalitionspartner auf eine harte Belastungsprobe. (sz)

Hochhausbau in Berlin – doch nicht grenzenlos?

Berlin ist seit Jahren ein Magnet für Menschen aus aller Welt, die es zum Urlauben, aber auch zum Leben und Arbeiten in die deutsche Metropole zieht. Der Beliebtheitsstatus der Hauptstadt macht aber gleichzeitig die Frage nach neuem Wohn- und Arbeitsraum zu einem dringlichen Problem. Deswegen wird seit einiger Zeit diskutiert, ob zukünftig mehr in die Höhe gebaut werden sollte, um andere Freiflächen und Grünanlagen zu schützen.

Allerdings stehen die Regulierungen des im Juli vorgelegten „Hochhausleitbilds für Berlin“ der Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher dem uneingeschränkten Hochhausbau doch mehr im Weg, als zuvor gedacht.

„Wachstum nach oben“ – aber nur unter bestimmten Bedingungen

Zwar bekenne sich Berlin, so Lüscher, „zum Wachstum nach oben“, allerdings ist der Hochhausbau in der Hauptstadt künftig mit bestimmten Kriterien verbunden. Eine ausdrückliche Vorschrift bezüglich der Höhe der Gebäude gibt es aktuell zwar noch nicht. Dennoch müssen bestimmte Punkte beim Bau erfüllt sein. So wurde festgelegt, dass die Räumlichkeiten in Hochhäusern ab 60 Metern in Zukunft sowohl als Wohn- als auch als Arbeitsfläche genutzt werden müssen. Für jedes neue Gebäude sind knapp drei Viertel der Fläche für Büros angesetzt, der Rest soll als Wohnraum vermietet werden.

Auch was die Zugänglichkeit zu den Gebäuden angeht, müssen bestimmte Vorschriften erfüllt sein. Das Erdgeschoss und der oberste Stock sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Diese Vorgaben erschweren natürlich eine schnelle Umsetzung der geplanten Gebäude. Auch mehrjährige Genehmigungsverfahren und der Einbezug der Anwohner entschleunigen möglicherweise den Bauprozess künftig.

Kritik am „Hochhausleitbild für Berlin“

Vorsitzender des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin, Tobias Nöfer, steht dem Vorschlag der Berliner Senatsbaudirektorin kritisch gegenüber: „Wir fürchten, dass die Frage der Hochhausstandorte weiterhin von der Durchsetzungskraft einzelner Investoren, der Stärke oder Schwäche von Bürgerinitiativen, der Abwägungsfähigkeit der öffentlichen Hand und dem Zufall abhängen werden.“ Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin sehe insbesondere die Vorschriften für die Nutzung der Fläche als problematisch. Die Vorgaben für die räumliche Aufteilung in Wohn- und Arbeitsraum seien so nicht immer umsetzbar.

Hochhausbau in Berlin – geplante Projekte und Zukunftsvisionen

Andererseits laufen aktuell zahlreiche Projekte, die auf eine Baugenehmigung hoffen. So ist Architekt Helmut Jahn, der für den Bau des Bahntowers am Potsdamer Platzes verantwortlich war, in der Planung eines 300 Meter hohen Gebäudes am Europacenter.

Darüber hinaus will Baufachmann Christoph Langhof an der Avus neun neue Hochhäuser bauen. Langhof sehe den Vorteil seiner geplanten Gebäude in der Einsparung von freien Flächen. Außerdem sei auch die Lage am Messegelände aufgrund der guten Anbindungsmöglichkeiten ideal, sagt er. Ob die geplanten Projekte allerdings umgesetzt werden können, steht noch offen. (sz)

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