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IBB Wohnungsmarktbericht 2019: Wie wohnt Berlin?

Die Bevölkerung Berlins wächst nach wie vor, auch wenn sich die die drastischen Zuwächse der vergangenen Jahre etwas abgeflacht haben. 2018 lebten in der Hauptstadt 3.644.826 Menschen. Das ist der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg und ein Plus von 31.331 Menschen von 2017 auf 2018. So eines der Ergebnisse des aktuellen Wohnungsmarktberichts, der durch Bausenatorin Katrin Lompscher und IBB-Vorstand Dr. Jürgen Allerkamp vorgestellt wurde.

Berlin wächst kontinuierlich

Die steigende Bevölkerungszahl prägt demnach weiterhin die Lage am Berliner Wohnungsmarkt. Während das knappe Angebot an preisgünstigem Wohnraum vor wenigen Jahren noch ein Problem der Innenstadt darstellte, erstreckt es sich seit 2018 über das gesamte Stadtgebiet und teilweise auch über die Stadtgrenzen hinaus in das Berliner Umland. Dort wuchs die Bevölkerung von 2014 bis 2018 um 5,5 % und überstieg damit das Wachstum der Bundeshauptstadt (5,0 %).

Berlin reagiert auf den Nachfrageüberhang mit Wohnungsbau in steigenden Anzahlen. Die Baustatistik verzeichnete 2018 mit 16.706 fertiggestellten Wohnungen erneut einen Höchstwert innerhalb der letzten 20 Jahre (2017: 15.669, +6,6%). Betrachtet man die Bautätigkeit des Umlandes mit, wurden 2018 in der Hauptstadtregion 24.078 Wohnungen fertiggestellt. Doch das ist nicht genug, wie Dr. Jürgen Allerkamp festhält: „Obwohl sich die Bauintensität auf einem Rekordniveau befindet, fehlen weiterhin rund 145.000 Wohnungen in der Stadt, die durch weiteren Wohnungsbau entstehen müssen.“

Wir sprachen mit der Bausenatorin über Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Berlin.

Bausenatorin Katrin Lompscher | Foto: Thomas Hedrich, Fotostudio Charlottenburg

Steigende Mieten sind die Folge

Die Folge sind weiterhin steigende Mieten und Kaufpreise. Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass knapp 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres jeweiligen Nettoeinkommens für ihre Bruttokaltmiete aufwenden. Die besorgniserregende Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt sich hier überdeutlich, denn besonders hoch ist die Belastung für Haushalte, die ab 2015 ihre Wohnung bezogen haben. „Damit Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch diese Entwicklung nicht aus ihren Kiezen verdrängt werden, hat Berlin unter anderem den Milieuschutz stark ausgebaut und das Gesetz zur Einführung eines Mietendeckels beschlossen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. „Dieses verbietet überhöhte Mieten und verschafft den Mieterinnen und Mietern in unserer Stadt eine Atempause. Der IBB Wohnungsmarktbericht 2019 zeigt uns damit erneut, wie notwendig die wohnungspolitischen Maßnahmen des Senats für alle Berlinerinnen und Berliner sind.“

2019 leichte Stagnation der Angebotsmieten 

Immerhin stagnieren die Angebotsmieten 2019 erstmalig. Berlinweit wurde eine mittlere Angebotsmiete von 10,45 EUR/m² aufgerufen, was einem Anstieg von lediglich 0,13 EUR/m² bzw. 1,3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Jede zehnte Wohnung wurde für unter 7,00 EUR/m² (nettokalt) angeboten, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gleichkam (2018: 9 %). Nahezu flächendeckend lagen die mittleren Angebotsmieten in der Innenstadt bei 12,00 EUR/m² und mehr. Im Gegensatz zu den Angebotsmieten verzeichneten sowohl die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen als auch für Ein- und Zweifamilienhäuser weiterhin einen dynamischen Anstieg. Im Mittel wurden Eigentumswohnungen für 4.777 EUR/m² angeboten (2018: 4.200 EUR/m²). Die Verwirklichung eines Eigenheimes kostete 2019 im Durchschnitt 549.990 EUR (2018: 498.600 EUR). Erstmals gab es dabei keinen Unterschied mehr zwischen den angebotenen Kaufpreisen für Bestands- und Neubauobjekte.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

„Berlin braucht weiter zusätzliche Wohnungen“, sagte Dr. Jürgen Allerkamp. „Diese müssen bedarfsgerecht und bezahlbar sein. Wir tun alles dafür, hier Voraussetzungen zu schaffen, um unter schwieriger werdenden Bedingungen Anreize zu setzen, damit unterschiedlichste Investoren hier ihren Beitrag leisten können. Das scheint angesichts der Corona-Epidemie etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Dennoch bleibt es eine zentrale Aufgabe für unsere Stadt, gerade wenn die Corona-Krise überstanden sein wird.“

Miet- und Singlehaushalte überwiegen im Wohnungsmarkt

Berlin ist nach wie vor eine Mieterstadt: Rund 83 Prozent der Menschen leben in der Hauptstadt zur Miete, mehr als die Hälfte der Menschen leben in Einzelhaushalte, gefolgt wird die Gruppe von Zweipersonenhaushalten, meist Alleinerziehende oder kinderlose Paare. Tatsächlich gibt gerade die erste Fraktion im Schnitt am meisten Gehalt für seine Miete aus: Etwa jeder zehnte Singlehaushalt zahlt 50 Prozent seines Bruttoeinkommens an seinen Vermieter.

Corona und Mietendeckel: Prognosen für 2020 sind unklar

Der Blick in die Zukunft ist derzeit ungewiss. Sicher ist bisher nur, dass die derzeitige Corona-Krise einen enormen Einfluss auf den Wohnungsmarkt der nächsten Zeit haben wird. Lompscher betonte jedoch, dass die Auswirkungen der Pandemie zurzeit noch nicht vorhersehbar sind und sie sich daher mit Spekulationen zurückhalten wolle. „Die Corona-Krise wird sicher eine Delle in der allgemeinen Entwicklung zur Folge haben. Wie stark diese Delle im Jahresschnitt dann tatsächlich ausfallen wird, das ist im Moment noch vollkommen unklar“, so die Senatorin. Auch der Einfluss des seit Februar 2020 gültigen Mietendeckels ist noch nicht abzusehen, dazu ist aktuell schlicht die Datenlage noch nicht ausreichend. Wird der gebeutelte Berliner Wohnungsmarkt durch die Corona-Pandemie weiter in die Krise stürzen? Fortsetzung folgt…(aak)

Europacity Berlin: CA IMMO stellt CUBE BERLIN fertig

CA Immo hat das Bürogebäude cube berlin nach knapp 3 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Das Gebäude wurde in prominenter Lage direkt auf dem Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof als Solitärgebäude errichtet. Das architektonisch spektakuläre Gebäude wurde von CA Immo als „smartes“, volldigitalisiertes Gebäude entwickelt, um sowohl den Betrieb des Gebäudes deutlich effizienter gestalten zu können als auch zahlreiche zusätzliche Serviceangebote für die Büromieter zu ermöglichen. cube berlin war bereits vor der Fertigstellung vollständig vermietet. Die Investitionssumme der CA Immo in das Gebäude betrug rund 100 Millionen Euro. CA Immo hatte das Gebäude noch vor Baubeginn an den Investor Nuveen Real Estate veräußert.

Blick aus dem Gebäude in Richtung Spree und Regierungsviertel. Bildrechte: CA Immo

Cube Berlin: Neue Sehenswürdigkeit für die Hauptstadt

„Mit dem cube berlin hat die Bundeshauptstadt dank der einzigartigen Architektur von 3XN eine neue Sehenswürdigkeit erhalten“, so Matthias Schmidt, Geschäftsführer der CA Immo Deutschland GmbH und Leiter Development Deutschland: Schon während der Bauzeit blieben Passanten stehen, um sich in und vor der – die Umgebung widerspiegelnden – Fassade zu fotografieren. Aber wir haben mit dem cube berlin auch technisch innovatives Neuland betreten. Durch die Digitalisierung des Gebäudes und die Vernetzung der digitalen Bausteine in einem zentralen System – genannt „Brain“ – kann das Gebäude deutlich effizienter betrieben und von unseren Mietern genutzt werden. Wir haben den Anspruch, nicht nur hochwertige, sondern insbesondere auch nachhaltige, d. h. ressourcenschonende und energieeffiziente Gebäude zu entwickeln – der Einsatz von intelligenter, digitaler Sensorik und einer selbstlernenden Software, die aus der Umwelt und aus dem Verhalten der Nutzer lernt, wird dabei künftig ein entscheidender Erfolgsgarant sein.“

 

Europacity nimmt Gestalt an

Auch Berlins Senatsbaudirektorin, Regula Lüscher, betont die hohe architektonische und städtebauliche Qualität des Gebäudes: „Die Europacity nimmt mehr und mehr Gestalt an. Mit dem cube berlin wird an exponierter Position ein innovatives und architektonisch herausragendes Gebäude fertiggestellt. Die markante Glasfassade und die durchlässige Erdgeschosszone bereichern den öffentlichen Raum, gleichzeitig wird der Washingtonplatz städtebaulich komplettiert.“

Blick vom Washingtonplatz. Bildrechte: CA Immo/Andreas Muhs

 

Entwurf von 3XN aus Kopenhagen

Das Gebäude liegt direkt am Hauptbahnhof und Spreebogen, vis-à-vis vom Bundeskanzleramt und Regierungsviertel. Das würfelförmige Gebäude mit einer Kantenlänge von 42,5 Metern wirkt von außen wie eine abstrakte, moderne Skulptur. Der architektonische Entwurf stammt aus der Feder des renommierten Architekturbüros 3XN aus Kopenhagen. In der gläsernen, gefalteten Fassade spiegelt sich kaleidoskopartig die Umgebung. Je nach Lichteinfall verändert sich so das Aussehen des Gebäudes ständig. Aber auch die Umgebung wird immer wieder neu interpretiert. Durch dynamische Einschnitte in der Fassade entstehen auf den 10 Obergeschossen des Gebäudes Terrassen für die Mieter des Gebäudes. Die Einschnitte verlaufen jeweils über eine ganze Gebäudeseite, wobei die Himmelsrichtung von Stockwerk zu Stockwerk wechselt. So entsteht eine dialogische Beziehung zwischen der Umgebung und dem Gebäude. Die ebenfalls skulptural gestaltete Dachterrasse bietet zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für die Mieter des Gebäudes und ermöglicht Aus- und Weitblicke über ganz Berlin.

Während die zehn Obergeschosse und die Dachterrasse des Gebäudes ausschließlich den Büromietern vorbehalten sind, öffnet sich das Gebäude im Erdgeschoss der Öffentlichkeit. Hier wird auf einem Großteil der Fläche in den nächsten Monaten eine Art moderner Marktplatz mit zahlreichen und vielfältigen gastronomischen Angeboten entstehen. Zudem beherbergt das Erdgeschoss eine zweigeschossige Lobby für die Büronutzer.

Abendansicht aus Richtung des Regierungsviertels. Bildrechte: CA Immo/Andreas Muhs

„Smart Commercial Building“

CA Immo hat den cube berlin als sogenanntes „Smart Commercial Building“ realisiert. Ziel dieser innovativen und prototypischen Entwicklung war es, den Betrieb des Gebäudes durch den Einsatz von vernetzter, digitaler Technik effizienter zu gestalten und gleichzeitig den Mietern des Gebäudes zusätzliche Services anzubieten. Zentrales Bedienelement ist dabei das eigene Smartphone: alle für die Mieter relevanten Funktionen können über eine eigens entwickelte Gebäude-App bedient werden. Die Besonderheit der Entwicklung liegt jedoch in der Vernetzung der einzelnen Bausteine in einem zentralen System – dem sogenannten Brain. Dabei handelt es sich um ein selbstlernendes System, das die vielfältigen Daten, die durch Sensoren geliefert werden, auswertet. Die Sensoren erfassen dabei sowohl Informationen aus der Umwelt als auch aus dem Verhalten, den Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnissen der Mieter. Hierdurch kann der Betrieb fortwährend optimiert werden und die Nutzer erhalten individuelle Informationen und Angebote.

Vernetzte, digitale Technik

Über die App erfolgt so beispielsweise der schlüssellose und berührungsfreie Zutritt zum Gebäude, da das System schon bei Annäherung an das Gebäude erkennt, ob die jeweilige Person eine Zugangsberechtigung hat. Im positiven Fall öffnet das System den entsprechenden Zugang bei Annäherung. Auch die Aufzugssteuerung ist in das System integriert und kann so Aufzugsfahrten erheblich effizienter steuern und bereitstellen. Nutzer haben aber auch die Möglichkeit über die App Licht- und Raumklima sowie die außenliegenden Jalousien zu steuern, Räume- und Arbeitsplätze nach persönlichen Bedürfnissen schon aus der Ferne zu buchen oder auf zusätzliche Angebote, wie eine zentrale Paketstation im Gebäude oder auf externe Services wie Essenslieferungen oder Reinigungsdienstleistungen zuzugreifen.

Umfassendes Digitalisierungskonzept

Das Digitalisierungskonzept wurde von CA Immo mit Unterstützung des Beratungsunternehmens Drees & Sommer entwickelt. Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf der Definition der Anwendungsfelder (Use cases) sowie der Auswahl der digitalen Bausteine und Sensoren. Bereits ab Sommer 2017 erfolgten Tests der digitalen Komponenten, insbesondere im vernetzten Zusammenspiel. Hierzu wurde ein umfangreiches Testlabor an der RWTH Aachen aufgebaut. Ein weiterer Fokus galt der digitalen Sicherheit – der sogenannten Cyber Security. Um die Gefahren eines digitalen Angriffs durch Hacker auf das Gebäude zu minimieren, wurden erfolgreich mehrfache, intensive Penetrationstests durchgeführt.

cube berlin, Europacity. Bildrechte: CA Immo/Adam Mørk

 

Zur Entwicklung der Gebäude-App und der zentralen Steuerungssoftware hat CA Immo mit dem PropTech Startup Thing Technologies zusammengearbeitet. Die entwickelte Software kommt inzwischen auch in weiteren Bürogebäudeentwicklungen zum Einsatz und ist grundsätzlich unabhängig von den digitalen Bausteinen und Sensoren. CA Immo hat die Technologie inzwischen auch in der Mietfläche eines Bestandsobjekts in der Erprobung mit dem Ziel, künftig auch weitere Bürogebäude aus dem eigenen Portfolio damit ausstatten zu können.

Mietflächen bereits vermietet

cube berlin stieß am Berliner Büromarkt aufgrund seines überzeugenden Gesamtkonzepts auf eine sehr große Marktnachfrage. So wurden alle Mietflächen schon deutlich vor dem Fertigstellungstermin vermietet. Mieter sind die Anwaltskanzlei Gleiss Lutz, die Deutsche Bahn, RA-MICRO, Hering Schuppener, Gallup sowie Coffee Fellows. Coffee Fellows wird als Generalmieter die rund 1.000 m² umfassenden Gastronomieflächen im Erdgeschoss betreiben. Hierfür hat das Unternehmen ein Konzept nach dem Vorbild eines modernen Marktplatzes entwickelt und wird durch Untermietverträge ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot schaffen. Die ersten Büromieter werden bereits im März 2020 einziehen. Die restlichen Einzüge werden sich bis in den Sommer des Jahres hinziehen.

Mit dem cube berlin wurde nun auch der letzte Baustein des südlichen Bereichs der Europacity fertiggestellt. Bereits in den Jahren zuvor hatte die CA Immo hier das städtebauliche Konzept für fünf weitere Gebäude entwickelt. Davon hat CA Immo mit dem John F. Kennedy Haus und dem IntercityHotel am Hauptbahnhof zwei Gebäude selbst realisiert und in den Gebäudebestand übernommen. Die anderen drei Baufelder wurden an Investoren veräußert, die hier zwei weitere Hotels sowie ein Bürogebäude realisiert haben. (red)

Symbolpolitik des Berliner Senats – Hauptstadt erklärt Klimanotlage

Seit der gestrigen Sitzung des Senats im Roten Rathaus ist es endlich offiziell: Berlin erkennt als erstes Bundesland die Klimanotlage an. Auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, wurde beschlossen, künftig auf Landesebene noch stärker gegen den globalen Klimawandel vorzugehen.

Geplant sind eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen, eine Reform des Berliner Energiewendegesetzes und eine Überarbeitung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms. Konkreter wird es leider aber nicht. Was wann und wie tatsächlich umgesetzt wird, um der Erderwärmung entgegenzuwirken, hat die Senatorin bisher noch nicht verraten – also alles nur heiße Luft?

Sinnvolle Maßnahmen oder politische Show-Aktion?

Für viele ist die Ausrufung des Klimanotstands eine große Enttäuschung und einkalkulierte Show. „Reden allein hilft dem Klimaschutz nicht“, ließ Burkhard Dregger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, in den sozialen Medien verlauten und machte damit deutlich, was er von den Versprechungen der Umweltsenatorin hält.

Auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, sieht in den angekündigten Maßnahmen des Senats und der fehlenden Umsetzung einen Widerspruch: „Im Doppelhaushalt 2020/2021 fehlen die Mittel, die geeignet wären, eine echte Mobilitätswende voranzutreiben. Warum ist zum Beispiel kein einziger Euro für Planungen zum U-Bahn-Ausbau vorgesehen? Darüber hinaus bremst sich der Senat mit dem Mietendeckel selbst aus bei der energetischen Gebäudesanierung. Dabei liegt auch dort ein großer Hebel, um die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen.“

Klimanotlage soll das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm reformieren

Für Günther dagegen ist der Beschluss ein wichtiger Schritt: „Die Anerkennung der Klimanotlage ist ein sehr konkreter Handlungsauftrag: Das Land wird auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens handeln, Senatsbeschlüsse sollen künftig einen Klima-Check erhalten, und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm wird mit neuen Maßnahmen konsequent danach ausgerichtet. Nach wichtigen Weichenstellungen wie dem bereits beschlossenen Kohleausstieg bis 2030, dem Mobilitätsgesetz und der Grünbauoffensive wird Berlin seine Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimafolgen weiter beschleunigen.“

Klimahauptstadt Berlin muss jetzt handeln

Um ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter zu untergraben, muss die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bald konkrete Pläne vorlegen, wie der Maßnahmenkatalog möglichst zeitnah umgesetzt werden kann. Zwar hatte Günther angekündigt, „das Tempo zu erhöhen“, allerdings zeigte bereits das Mobilitätskonzept von Juli 2018, wie langwierig eine Realisierung geplanter Projekte sein kann. So ist von den versprochenen Radschnellwegen und barrierefreien Fußgängerwegen sowie dem Ausbau des Straßenbahnnetzes bis jetzt noch nicht viel zu sehen.

Berliner Wirtschaft geht in Sachen Klima mit gutem Beispiel voran

Während der Senat noch darüber diskutiert, ob es wohl machbar ist, die CO2-Emissionen um 85 oder 95 Prozent zu senken, zeigt sich am Projekt der COPRO, wie einfach ein positiver Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden kann. Das moderne Zukunftslabor B-Part Am Gleisdreieck punktet mit seiner ressourcenschonenden und nachhaltigen Bauweise. Denn durch die Verwendung von Holz als zentrales Bauelement konnten 350 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. So geht Klimaschutz! (sz)

SPD greift in der Wohnungspolitik durch – Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel

Mit ihrem Bundesparteitag hat die SPD am vergangenen Wochenende einen Aufbruch „In die neue Zeit“ gewagt. Das neu gewählte Duo an der Parteispitze, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, gab sich zuversichtlich und kündigte zahlreiche geplante Reformen wie die Erhöhung des Mindestlohns und die Abkehr von Hartz IV an.

Aber auch in der Wohnungspolitik scheint mit dem Führungswechsel nun ein neuer Wind zu wehen. Die SPD möchte eine Neubauoffensive starten und einen bundesweiten Mietendeckel durchsetzen. Dieser soll in Zukunft in Städten mit einer angespannten Wohnraumpolitik angewendet werden können.

Bezahlbares Wohnen in ganz Deutschland – „Dreiklang aus Bauen, Kaufen und Deckeln“

Begründet wird das Vorhaben im Forderungskatalog der Partei mit dem gestiegenen Wohnungsmangel an attraktiven Standorten bei gleichzeitigem Wohnungsleerstand in strukturschwachen Regionen. Nicht nur Berlin sei von exorbitanten Wuchermieten und fehlendem Wohnraum betroffen, sondern auch zahlreiche weitere Ballungsräume in Deutschland. Demnach sollen die Mieten in Städten mit einer angespannten Wohnraumpolitik nur noch im Rahmen der Inflationsrate steigen. Außerdem möchte die SPD durchsetzen, dass Mieter nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens bezahlen müssen.

Generell könne die aktuelle wohnungspolitische Lage nur durch „einen Dreiklang aus Bauen, Kaufen und Deckeln“ gelöst werden. So fordert die Partei in ihrem Katalog auch ein 10-Jahres-Programm „Neues Soziales Wohnen“. In diesem Zuge soll umfassender in den Neubau investiert werden und der Bau von rund 1,5 Millionen neuen und bezahlbaren Wohnungen gefördert werden. Als weiteres zentrales Ziel hat sich die SPD vorgenommen, der Spekulation mit Wohnraum und Böden entgegenzuwirken. So sollen in Zukunft Eigentümer unter anderem dazu verpflichtet werden, ihre leerstehenden Wohnungen zu vermieten.

Grünes Licht von der Rosa-Luxemburg-Stiftung für Berlin

Während das CDU-geführte Innenministerium weiterhin davon ausgeht, dass der Berliner Mietendeckel eine juristische Mogelpackung ist, hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung jetzt ein Rechtsgutachten veröffentlicht, in dem der Gesetzesentwurf für verfassungskonform erklärt wird. Die geplanten landesrechtlichen Maßnahmen seien zulässig, „vorausgesetzt ihr Ansatz sei mietverwaltungsrechtlich und diene der öffentlich-rechtlichen Regulierung. Damit seien beispielsweise ein Mietpreismoratorium, eine Mietpreisobergrenze und eine Möglichkeit der Mietpreisabsenkung statthaft.“ Das Vorhaben des Senats sei „weder vom Bundesrecht ausgeschlossen noch diesem gegenläufig. Der Landesgesetzgeber hat dementsprechend die Kompetenz, entsprechende Vorschriften einzuführen.“

Demonstrationen gegen den Mietendeckel

Während die SPD neue Pläne für den Mietendeckel schmiedet, gehen die Protestaktionen gegen das geplante Vorhaben der rot-rot-grünen Koalition weiter. Am Montagmorgen kam es in Berlin-Mitte zu Demonstrationen gegen den von Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, vorgelegten Gesetzesentwurf. Rund 1.500 Menschen aus der Bauwirtschaft und von Immobilienunternehmen positionierten sich mit ihren Fahrzeugen auf der Straße des 17. Junis. (sz)

 

Urban Ideation Lab – Präsentation der Zukunftsvisionen der aktuellen Fellows

Im Labor der Zukunft, dem Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck, werden regelmäßig innovative Visionen zur Mobilität, zukünftigem Arbeiten und der Digitalisierung diskutiert. Alle sechs Monate bekommen kreative Denker die Möglichkeit, ein halbes Jahr lang kostenfrei in den Räumen der Urbanen Mitte an ihren Ideen zu tüfteln, um die Hauptstadt auf die Zukunft vorzubereiten.

Am vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Die sechs aktuellen Lab Fellows stellten ihre Visionen und Forschungsergebnisse im Rahmen einer Lab Präsentation interessierten Besuchern im urbanen Stadtquartier vor. Sie ließen die letzten kreativen Arbeitsmonate noch einmal Revue passieren und läuteten somit das Ende der ersten Fellowrunde im Urban Ideation Lab ein.

Kreative Ideen im modernsten Coworking Space Berlins

Präsentation im Urban Ideation lab

Die Lab Fellows bei der Präsentation ihrer Arbeitsfortschritte der vergangenen sechs Monate am vergangenen Montag. | Foto: BERLINboxx

Zunächst begrüßte Lab Managerin Amira Sahr die rund 20 anwesenden Teilnehmer. Im Anschluss präsentierten die diesjährigen Lab Fellows Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin ihre Fortschritte und Arbeitsergebnisse der vergangenen Monate. Abschließend standen sie Interessierten für angeregte Diskussionen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Alle Fellows waren sich einig: Das B-Part hat eine gute Energie. Es herrschte stets eine neugierige, offene, tolerante und kommunikative Stimmung.

Während der Vorstellung wurde die thematisch weite Fächerung der unterschiedlichen Projekte deutlich, die von Gesundheit und Sport, Kunst und Kultur bis hin zu Nachhaltigkeit alle erdenklichen Zukunftsthemen bereithielten. So stellte die Masterstudentin Franziska Sahr den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeit vor, die sich rund um Nutzungskonzepte und Coworking in modernen Stadtquartieren drehte. Weitere Lab Fellows wie das Team von nexTT um Nicolas Bourquin und Sven Ehmann teilten ihre Erfahrungen im Bereich data privacy, während das Trio Tetrapix von seinen Erfolgen bei der Förderung digitaler Bildung im Schulunterricht berichtete.

Frischer Wind im Urban Ideation Lab

Bereits seit dieser Woche können sich bereits drei neue Lab Fellows auf einen der begehrten Plätze in der Ideenwerkstadt bewerben. Bis zum 31. Dezember haben sie noch Zeit, das Team der Urbanen Mitte von ihrem Vorhaben zu überzeugen, das sich dieses Mal rund um die nachhaltige Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume und der Erforschung neuer urbaner öffentlicher Lebensräume drehen soll.

Aber nicht nur neue Gesichter werden das Urban Ideation Lab im nächsten Jahr bereichern. Auch die drei Lab Fellows NexTT, Circular Berlin und das Urban Participation Lab bleiben dem Zukunftsquartier erhalten und werden in einer neuen Runde zukunftsorientierte Städteprojekte in Angriff nehmen. (sz)

 

 

Groẞ-Berlin entsteht in der Kaiserzeit – räumlich, wirtschaftlich, sozial, aber (noch) nicht politisch

Von Harald Bodenschatz

Groß-Berlin entsteht erst in der Kaiserzeit

Harald Bodenschatz. | Foto: Cynthia Rühmekorf

„Berlin ist viele Städte“! Darauf sind die meisten Berliner stolz, nicht nur die Spandauer und Köpenicker. Die legendäre Vielfalt Berlins ist Ausdruck seiner besonderen Geschichte, Produkt einer Zeit, die nicht länger als etwa 150 Jahre zurückliegt.

In den 1860er Jahren begann eine stürmische Entwicklung, die Berlin aus einer bescheidenen preußischen Hauptstadt zu einer der größten Städte der Welt, zu einer „Weltstadt“ machte. Das, was wir heute unter Berlin verstehen, entstand erst in der Kaiserzeit. In diesen etwa 50 Jahren wurde die soziale und städtebauliche Geografie von Berlin geschaffen, die sich bis heute zwar weiter verändert hat, aber nicht mehr revolutioniert wurde. Das war eine Zeit ungezügelten Wachstums voller Härten, ohne Schutz der Mieter, mit vornehmen Villenvierteln im Südwesten und hoffnungslos überbelegten Wohnungen in den Arbeitervierteln im Norden und Südosten Berlins. Doch in kommunaler Hinsicht war das alles schon nicht mehr Berlin. Denn Berlin war damals noch klein, es hatte nur  wenig mehr als die Größe der heutigen Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Das Wachstum vollzog sich vor allem um „Alt-Berlin“ herum, wo alte und neue Städte und Gemeinden, wie Rixdorf, Steglitz oder Weißensee, hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl explodierten.

Titelblatt der Werbe-Broschüre „für
Gross-Berlin“ des Propaganda-ausschusses Groß-Berlin, 1912. Die Zeichnung links ist von Käthe Kollwitz. Der Propaganda-Ausschuss war eine wichtige zivilgesellschaftliche Initiative zur Überwindung der schädlichen Konkurrenz der vielen Gemeinden
des Großraums Berlin. | Foto: Sammlung Harald Bodenschatz

Das Wachstum Berlins in der Kaiserzeit vollzog sich in einer höchst komplexen Konkurrenz mächtiger Akteure, vor allem der verschiedenen Städte und Gemeinden der Großstadtregion, aber auch der verschiedenen privaten Verkehrsunternehmen, der einflussreichen Terraingesellschaften und der Großbanken, die hinter den Terraingesellschaften und den privaten Verkehrsunternehmen standen. Diese Akteure gingen ständig wechselnde Koalitionen ein. In diesem Chaos entstanden die heftig kritisierten „Mietkasernen“, aber auch manche Bauten und Viertel, die bis heute sehr beliebt sind, etwa das Rheinische Viertel und Frohnau. Eine interkommunale Planung gab es dagegen nicht, mit Ausnahme des zu Unrecht später so geschmähten Hobrecht-Plans aus dem Jahr 1862, der am Anfang der Entwicklung stand und vor allem die unmittelbar an „Alt-Berlin“ angrenzenden Gebiete betraf.

Bereits in der Kaiserzeit gab es mehrere Initiativen, ein Groß-Berlin zu schaffen. Um 1906 startete die Vereinigung Berliner Architekten zusammen mit dem Architektenverein zu Berlin einen neuen Versuch, der durch einen Wettbewerb Groß-Berlin (1908-1910) begleitet wurde. Dieser hatte u.a. die Bildung des Zweckverbands Groß-Berlin zur Folge, der am 1. April 1912 in Kraft trat. In diesem Verband wurden die Städte Berlin, Charlottenburg, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau und Wilmersdorf mit den Landkreisen Teltow und Niederbarn im zusammengelegt. Seine Aufgaben betrafen die Zusammenführung des Verkehrs, das Bebauungsplanwesen und die Schaffung von Freiflächen. Die Verdienste des Verbandes lagen insbesondere in der Sicherung von Grünflächen, die im Dauerwald-Vertrag vom 27. März 1915 ihren spektakulären Ausdruck fanden.

IHK Branchenausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft zu Gast im B-Part Am Gleisdreieck

Das B-Part am Gleisdreieck hat sich bereits fest als Labor für das Stadtquartier der Zukunft etabliert und lockt regelmäßig Kreative an, die im modernen Coworking-Space Ideen für die Stadt von morgen entwickeln. Interessierte sind nicht nur eingeladen, als Fellow Teil des Zukunftsnetzwerks zu werden, sondern können auch Kunstausstellungen, Workshops und Panels besuchen, um sich selbst ein Bild von dem nachhaltigen Experimentierstandort zu machen.

Auch der IHK Branchenausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft zeigte Interesse an dem Projekt, das St. Oberholz gemeinsam mit der COPRO entwickelte. Am 28. November waren daher zahlreicher Ausschussmitglieder in den Räumlichkeiten des B-Part zu Gast, um über das Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck zu diskutieren.

Diskussionsrunde des IHK zum Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck

Begrüßt wurden die Ausschussmitglieder und Gäste am vergangenen Donnerstag von Herrn Rupert Reinhardt (Reinhardt Real Estate), Vorsitzender des Branchenausschusses Bau- und Immobilienwirtschaft der IHK Berlin. Im Anschluss folgte ein kurzer Erklärfilm, der das Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck präsentierte. COPRO CEO Marc F. Kimmich hieß dann die Teilnehmerrunde im B-Part herzlich willkommen und ging inhaltlich stärker auf den Pionier der Urbanen Mitte – das B-Part Am Gleisdreieck – ein.

Eine Vielzahl der IHK Ausschussmitglieder zeigte reges Interesse an dem Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck. In einer ausführlichen Frage-Antwortrunde mit Marc F. Kimmich konnten schließlich Fragen rund um den Bauprozess, Werkstattverfahren, subventionierte Flächen für Manufakturen und die Unterstützung des Berliner Senats erläutert werden.

Urban Ideation Lab als Stadtlabor der Zukunft

Bereits bei der Eröffnung des Zukunftslabors Ende März verkündete Kimmich die Vision des Projekts: „Mit B-Part haben wir unser Ziel, neben der Brauerei BRLO einen weiteren standortbereichernden Pionier auf dem Areal ins Leben zu rufen, erreicht. Dahinter steht die Leitidee der Inspiration durch Partizipation. Mit B-Part wollen wir einen positiven Beitrag für die Entwicklung für das Berlin von heute und morgen leisten.“

Der partizipative Charakter des B-Part offenbart sich dabei besonders im Urban Ideation Lab, dem Herzen des B-Part. Dort werden im sechsmonatigen Turnus Arbeitsplätze für kreative Denker vergeben, die das Coworking Space dann für diesen begrenzten Zeitraum nutzen können, um sich zentralen Themen wie der Mobilität, Digitalisierung und Arbeiten in der Zukunft zu widmen. Aktuell sind Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin die sechs kreativen Fellows im Urban Ideation Lab – und tüfteln gerade an einer besseren Zukunft. (red)

Vorweihnachtliches Highlight: ÜBERLIN Tower wird zum weltweit höchsten Adventskalender

Passend zur Vorweihnachtszeit wird der ÜBERLIN Tower im Bezirk Steglitz bis zum 24. Dezember in festlichem Glanz erstrahlen. Mit einer beachtlichen Höhe von 120 Metern ist der ehemalige Steglitzer Kreisel vermutlich der weltweit größte Adventskalender.

Bereits seit dem ersten Advent, der gleichzeitig der erste Dezember ist, können Interessierte die Beleuchtung des Towers bestaunen, die täglich um 16:30 Uhr beginnt. Bis Heiligabend werden dann nacheinander alle Zahlen vom Sockel bis zur Spitze aufleuchten.

Weihnachtliche Illumination in Steglitz

Nachdem Christoph Gröner, Vorstand CG Gruppe, erst kürzlich die Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm durch eine großzügige Finanzspritze ermöglicht hat, folgt mit dem ÜBERLIN-Adventskalender nun das nächste vorweihnachtliche Highlight von Seiten des Unternehmens. „Die Vorweihnachtszeit ist die schönste Zeit des Jahres und hat immer einen ganz besonderen Zauber“, so Gröner. „Der ÜBERLIN Tower bietet sich geradezu an, um dort einen Adventskalender zu schaffen, den die Menschen schon von weitem sehen können. Ein vorweihnachtliches Glanzlicht im wahrsten Sinne des Wortes. Die Illumination des Turms ist spektakulär, soll eine vorweihnachtliche und besinnliche Stimmung erzeugen und die Vorfreude der Menschen auf das Weihnachtsfest steigern.“

Realisiert wird die weihnachtliche Beleuchtung durch Boehlke Beleuchtungstechnik, die auch die weltberühmte Illumination am Kurfürstendamm umsetzen. „Wir haben eine langjährige und umfassende Erfahrung, was Weihnachtsbeleuchtung in der Hauptstadt betrifft“, so Geschäftsführer Andreas Boehlke. „Doch die Illumination des ÜBERLIN Towers ist etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der CG Gruppe hier den höchsten Adventskalender der Welt geschaffen haben.“

ÜBERLIN Tower bereichert Berliner Skyline

Im ÜBERLIN Tower sollen insgesamt 330 Eigentumswohnungen mit einer Größe von 30 bis zu 320 Quadratmetern entstehen. Außerdem umfasst das spektakuläre Gebäude 30 Etagen, von denen sich 27 im Wohnturm und drei im Sockelgeschoss befinden. In den zwei oberen Stockwerken sind luxuriöse Penthouse-Etagen geplant, die einen guten Ausblick über die deutsche Hauptstadt bieten.

Aktuell rüstet die CG Gruppe den Turm ein und plant eine umfassende Umwandlung des Gebäudes, um im Februar 2020 dann mit den Fassadenarbeiten beginnen zu können. Neben der modernen Fassade, die aus Glas, Stahl und Aluminium bestehen soll, werden zusätzlich zu den Panoramafenstern Balkone angebracht und mit transparenten Brüstungen versehen. Ende 2021 sollen die Eigentumswohnungen dann fertiggestellt. (red)

Update zu: BER-Eröffnungstermin – wann kommt der neue Flughafen?

Update: Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat heute verkündet, dass der Flughafen BER am 31. Oktober 2020 offiziell eröffnet. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist optimistisch und betonte heute in Potsdam: „Dieses Datum gibt allen Beteiligten Planungssicherheit. Der Countdown läuft. Ich habe großes Vertrauen in die Geschäftsführung, dass der BER in elf Monaten tatsächlich an den Start gehen wird. Sie wird alles tun, um eine sicheren, nachhaltigen und kundenfreundlichen Betrieb des BER ab Ende Oktober 2020 zu gewährleisten.“


Neben dem Mietendeckel ist wohl die Fertigstellung des Flughafens Berlin-Brandenburg aktuell das größte Sorgenkind der Hauptstadt. Trotz jahrelanger Planung und Bauarbeiten an der Flughafenbaustelle im brandenburgischen Schönefeld wurde der Eröffnungstermin immer wieder verschoben.

Am heutigen Freitag, 2 736 Tage seit der Nichteröffnung, will BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup nach der Aufsichtsratssitzung endlich verkünden, wann der Flughafen startklar für die Betriebsaufnahme ist. Trotz erneuter Komplikationen hielten die Verantwortlichen des Projekts bisher an dem anstrebten Fertigstellungstermin im Oktober 2020 fest – Skeptiker halten dieses Ziel für utopisch.

Bangen um den BER

Die Zitterpartie um den Flughafen geht weiter. Neun Jahre nach der geplanten Eröffnung wünscht sich am heutigen Freitag kein Berliner, dass die BER-Eröffnung – nun bereits zum siebten Mal – verschoben wird. Im November 2011 sollte der Flughafen Berlin-Brandenburg eigentlich eröffnet werden. Doch grobe Fehlkonstruktionen im Bau, falsch berechnete Rohre und weitere technische Schwierigkeiten verhinderten das Vorhaben immer wieder aufs Neue.

Mit BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup versucht nun schon der vierte im Bunde das Dauerprojekt BER fertigzustellen. Der Stadtplaner steht vor der großen Aufgabe, das scheinbar unbezwingbare und bereits sechs Milliarden teure Projekt in Schöneberg nicht erneut in den Sand zu setzen.

Produktionsfehler bei Stromschienen gefährdet den Eröffnungstermin

Nicht nur das jahrelange vergebliche Warten lässt an dem angestrebten Eröffnungstermin im Herbst nächsten Jahres zweifeln. Auch eine aktuelle Rückrufaktion von zentralen Baubestandteilen stellt eine zeitnahe Fertigstellung des BER in Frage. Wie die Morgenpost berichtete, liege laut Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf ein Fabrikationsfehler bei einigen Stromschienen vor. Diese müssten nun zur Behebung wieder aus den Zwischendecken herausgenommen werden, da es sonst womöglich zu Kurzschlüssen gekommen wäre.

Zwischen Zuversicht und Ungläubigkeit

Rainer Bretschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, zeigte sich trotzdem zuversichtlich. Mitte Oktober ließ er noch verlauten, „dass aus früheren Planungen gelernt wurde und die FBB gewillt ist, planerische Fehler nicht zu wiederholen.“

Kritiker sind jedoch weiterhin skeptisch, ob der Eröffnungstermin nicht doch wieder verschoben werden muss Es bleibt abzuwarten, was der BER-Chef heute zu verkünden hat – und ob vielleicht doch schon früher als gedacht das erste Flugzeug am „modernsten Flughafen Europas“ abheben wird. (sz)

 

Der Mietendeckel ist beschlossene Sache

Wieder einmal war der Mietendeckel in der gestrigen Senatssitzung das Thema der Stunde. Am Dienstag hatte sich die rot-rot-grüne Koalition beraten und schließlich dem Gesetzesentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zugestimmt. Darin ist unter anderem festgelegt, dass Bestandsmieten rückwirkend ab dem 18. Juni für fünf Jahre eingefroren werden. Nach der Einigung im Senat kann der Mietendeckel nun dem Abgeordnetenhaus zur Prüfung vorgelegt werden.

Erleichterung im Senat

Das Gesetz betrifft rund 1,5 Millionen Mietwohnungen in der Hauptstadt und soll/wird die Mieter um 2,5 Milliarden Euro entlasten. Michael Müller, Regierender Bürgermeister gab sich auf Twitter sichtlich erleichtert – die Einigung des Senats sei ein „wichtiger Meilenstein“.

Auch die Stadtentwicklungssenatorin freute sich über die Zustimmung innerhalb der rot-rot-grünen Koalition: „Der Senat hat sich heute mit dem Gesetzentwurf zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung, kurz Mietendeckel, befasst und diesen dem Abgeordnetenhaus zur weiteren Beratung und Verabschiedung zugeleitet. Damit ist ein wichtiger Meilenstein zur Einführung des Mietendeckels geschafft. Nun ist das Abgeordnetenhaus am Zug, um schnell den Schutz der Mieterinnen und Mieter vor Mieterhöhungen und Verdrängung in Berlin wirkungsvoll zu verbessern.“

Proteste aus Wirtschaft und CDU

Von Erleichterung kann allerdings nicht auf allen Seiten gesprochen werden. Kritiker aus der Wirtschaft sehen in dem Mietendeckel den misslungenen Versuch, die angespannte Wohnraumsituation in der Hauptstadt zu verbessern. Sie befürchten, dass Berlin als Wirtschaftsstandort unter den Neuerungen zu leiden hat und private Investoren sich zurückziehen werden.

Auch Kai Wegner, Landesvorsitzender der CDU Berlin, hält den Gesetzesentwurf für eine Mogelpackung: „Das rot-rot-grüne Chaos um den Mietendeckel wird immer größer.“ Und weiter: „Hier wird tausenden Mieterinnen und Mietern Sand in die Augen gestreut. Am Ende zahlen nämlich die Berlinerinnen und Berliner die Zeche für dieses rechtswidrige Gesetz. Genau deshalb werden wir vom ersten Tag an für die Mieterinnen und Mieter vor den Verfassungsgerichten für Rechtssicherheit kämpfen. Wir wollen nicht, dass Tausende Berliner am Ende hohe Nachzahlungen leisten müssen.“

Mietendeckel – Mogelpackung oder Chance für Berlin?

Sollte das Gesetz ab Februar in Kraft treten, kann die Hauptstadt mit einem fünfjährigen Mieterhöhungsstopp und festgelegten Mietobergrenzen rechnen. Außerdem könnten Mieter künftig im Falle von einer Überschreitung der zulässigen Mietobergrenze um 20 Prozent auch Mietsenkungen beantragen. Werden vom Vermieter Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen, sind sie darüber hinaus nur noch bis zu einer Gesamthöhe von einem Euro pro Quadratmeter verpflichtet, Kosten für die Renovierung mitzutragen.

Ob der Mietendeckel dem Land tatsächlich etwas bringt und Mieter entlastet, lässt sich bisher schwer einschätzen. Zu verworren ist die Gesetzeslage und die unterschiedlichen Positionen. Wird es, wie Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin, glaubt, dem Standort und der Baubranche schaden? Oder ist der Gesetzesentwurf eine notwendige Maßnahme, um gegen die Wuchermieten vorzugehen? Und was passiert, wenn der Mietendeckel nach fünf Jahren wieder aufgehoben wird? Werden dann die Mieter durch exorbitante Mieterhöhungen bestraft? Eines steht fest: Ob der Mietendeckel sich als Mogelpackung entpuppt, wird sich frühestens im nächsten Jahr herausstellen. (sz)

Veranstaltungen

4. Bau-Vergabetag

Die Vergabe von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen sind ein spannendes und komplexes Gebiet des öffentlichen Auftragswesens – nicht erst und nicht nur in Zeiten der Hochjunktur und somit knapper Ressourcen in diesen Bereichen.

Nachhaltiges Errichten von Neubauten oder Modernisierung im Bestand, Inklusion, die Förderung der Baukultur und Realisierung baulicher Innovationen, Infrastrukturmaßnahmen etc. – Öffentliches Planen und Bauen hat viele Facetten und ist ohne Frage von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Öffentliche Auftraggeber haben folglich viel zu beachten und in Vergabeverfahren optimal umzusetzen.

Für die anbietenden Unternehmen und Büros stellen öffentliche Aufträge nicht selten eine Chance dar – der Weg dorthin ist jedoch nicht selten eine Herausforderung. Es gilt Formalien in den Vergabeverfahren zu verstehen und zu beachten, sich aber auch über die Leistungen so zu verständigen, dass letztendlich das Optimum im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele verwirklicht werden kann. Letztlich gilt, dass öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer über Vergabeverfahren in eine funktionierende vertragliche Partnerschaft finden.

Der mittlerweile 4. Bau-Vergabetag des DVNW bietet als Dialogveranstaltung vielen Themen ein angemessenes Forum – sowohl öffentliche Auftraggeber als auch Auftragnehmer profitieren von den Inhalten der Agenda, den Gesprächen und Diskussionen.

In aktuellen Vorträgen zur Entwicklung des Rechts und in praxisorientierten Workshops bietet die interdisziplinär ausgerichtete Fachtagung eine große Landkarte zur Beschaffung von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen an.

(Anmeldung erforderlich)