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Die umstrittene Begegnungszone Bergmannstraße

Am Dienstagabend trafen sich rund 280 Anwohner aus dem Bergmannkiez im Columbia Theater, um mit Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/ Die Grünen) und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos für die Grünen) über die Zukunft der Bergmannstraße zu diskutieren und erneut ihre Meinung zu äußern. In kleinen Gruppen sollten sich die Teilnehmer zu den wesentlichen Fragen der Begegnungszone äußern. Das Ergebnis zeigte, dass sich die meisten Anwohner eine komplett autofreie Straße wünschen.

Grüne Punkte auf der Bergmannstraße

Seit einiger Zeit beschäftigen sich der Berliner Senat und die Bezirke mit den Möglichkeiten der Begegnungszone Bergmannstraße. Zur Verkehrsberuhigung gilt momentan Tempo 20 und am Straßenrand stehen die umstrittenen Parklets. Auch die Abstellplätze für Fahrräder sind neu.

Seit Ostern kleben auch noch grüne Punkte auf dem Asphalt, ein weiteres Element der Verkehrsberuhigung. Die Straße wurde in verschiedene Felder wie „weitestgehend autofrei“, „Entschleunigung des Straßenverkehrsflusses“ und „Autoverkehr“ eingeteilt. Die Punkte sollen Autofahrer dazu animieren langsam zu fahren – die meisten halten diese Idee jedoch für reine Geldverschwendung.

Die Straße wurde zum Experimentierfeld

Baustadtrat Schmidt möchte die Bürgerbeteiligung ausbauen und plant weitere Zusammenkünfte. Gemeinsam mit den Anwohnern will er offen darüber diskutieren, ob die Bergmannstraße sogar komplett autofrei werden könne.

Das „Projekt Parklets“ wurde vom Baustadtrat selbst als gescheitert erklärt. „Das waren Rohrkrepierer“, gab er offen zu. Trotzdem werden die Holzpodeste vorerst nicht abgebaut und die Testphase läuft weiter. „Der große Andrang bei unserer Werkstatt zeigt, wie die Themen Begegnungszone und Mobilitätswende die Gemüter bewegen“, sagte Schmidt.

Auch Verkehrssenatorin Günther unterstützt das Projekt des  Grünen-Baustadtrats. Sieist gespannt auf neue Entwicklungen. „Die Bergmannstraße ist ein spannendes Experimentierfeld für die Verkehrswende“, sagte sie. Berlin sei bei weitem nicht die einzige Stadt, die in solchen Testphasen Neues im Straßenraum ausprobiert.

Im Fokus sollte laut Günther eine Neuverteilung des öffentlichen Straßenraums stehen, damit mehr Platz für Fußgänger sowie für den Radverkehr entsteht und ein sicheres Überqueren der Straße möglich ist. (tf)

 

„myBSR“ : die neue Mitarbeiter-App für interne Kommunikation

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist ein Dienstleistungsunternehmen des Landes Berlin welches seit 1951 verantwortungsvoll für die Stadtsauberkeit sowie für nachhaltige Entsorgung und Verwertung sorgt. Von den rund 5.600 Beschäftigten sind ca. 3.700 Mitarbeiter der BSR täglich auf den Straßen Berlins unterwegs um die Stadt sauber zu halten.

Eine große Herausforderung für das Unternehmen besteht darin, auch diese Mitarbeiter stets mit wichtigen Informationen zu versorgen.

In Zusammenarbeit mit Beekeeper, hat die BSR nun die Beschäftigten App „myBSR“ herausgebracht. Die App ermöglicht dem Unternehmen, jedes einzelne Teammitglied in Echtzeit mit wichtigen Informationen zu versorgen und den gesamten Betrieb miteinander zu vernetzen. Mit dieser Innovation hat die BSR gezeigt, dass auch sie sich als Traditionsunternehmen in Zeiten der Digitalisierung weiterentwickelt und offen für Neues ist.

Das Schwarze Brett von heute: Die Beekeeper-App | Foto: Beekeeper AG

 

Wunsch nach offener Kommunikation und schnellen Informationen

Bei einer Befragung der BSR kam heraus, dass kaum einer der Mitarbeiter das Angebot des bereits bestehenden Extranets nutze. Viel mehr äußerten die Mitarbeiter vermehrt den Wunsch nach offener Kommunikation und schnellen Informationen über Entwicklungen im Unternehmen. Auch zu alltäglichen Dingen wie Speiseplänen oder Job-Angeboten hätten die BSR-Mitarbeiter gerne leichter Zugriff – und zwar von möglichst von allen Geräten aus.

Zeitgleich informieren – egal ob auf der Straße oder im Büro

Seit Herbst 2018 können sich alle Mitarbeiter mithilfe der neuen „myBSR“- App problemlos bereichsübergreifend austauschen und permanent über wichtige Ereignisse im Unternehmen informieren – egal ob im Büro oder unterwegs. Die App basiert auf der Kommunikationslösung der Schweizer Beekeeper AG.

Die Beschäftigten-App «myBSR» (Quelle: Berliner Stadtreinigung)

Positive Bilanz

Rund sechs Monate nach Einführung der App nutzen ca. 35 Prozent aller Beschäftigten die Kommunikationsplattform zur Information und zum Austausch mit den Kollegen. „Der Austausch untereinander funktioniert viel besser als früher über WhatsApp-Gruppen und wir steigern das Verständnis für die Jobs der Kollegen. Es gibt mehr Transparenz und dadurch bessere Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens“, so Sebastian Gerth, Anwendungsorganisator bei der BSR.

Am 22. Mai findet der Bundeskongress der kommunalen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung statt, wo die Beekeeper AG Teilnehmern zeigen wird, wie man für das eigene Unternehmen ein Führungskonzept zur Digitalisierung der internen Kommunikation erstellt. (tf)

HD Gruppe verstärkt mit Ralph Ziegler die Holding-Geschäftsführung

Seit dem 1. Mai 2019 hat die HD Gruppe die Geschäftsführung in der H.D. 1. Immobilien Holding GmbH durch Ralph Ziegler verstärkt. In dieser Position verantwortet Ziegler die Finanzierung der Projektgesellschaften, insbesondere durch den Ausbau von Beteiligungslösungen für private Investoren-Clubs und ergänzt die Unternehmensführung bei der Projektakquisition sowie bei der Umsetzung und Vermarktung bestehender Projektentwicklungen.

 Hybride Nutzungsformen als attraktive Geschäftschancen

„Ralph Ziegler weist langjährige Erfahrung bei der Umsetzung von Transaktionen und der Betreuung von Investoren auf und hat sich zuletzt auf die Akquisition von Projektentwicklungen mit Quartierscharakter fokussiert. Als Projektentwickler sieht die HD Gruppe zukünftig attraktive Geschäftschancen in hybriden Nutzungsformen, im Micro Living und in Gesundheits- und Pflegeimmobilien“, erläutert Herbert Dzial, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der HD Gruppe.

Ziegler weist fast 25 Jahre Berufserfahrung in der Immobilienbranche auf und war zuletzt als geschäftsführender Gesellschafter für die Capital Bay Transaction Management GmbH tätig. Zuvor war er unter anderem langjährig in Führungspositionen bei der Deutsche Wohnen Unternehmensgruppe und bei der Warburg-HIH im Transaktionsmanagement sowie im Business Development aktiv und hat dort Beteiligungslösungen für vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren erfolgreich umgesetzt.

Fachliche Kompetenz trifft auf breites Leistungsspektrum

Die HD Gruppe blickt als Projektentwickler und Investor auf über 30 Jahre Erfahrung in der Immobilienwirtschaft zurück. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Revitalisierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Mit tiefem Fachwissen sowie einem gewissenhaften Umgang mit der Stadtgesellschaft, dem urbanen Raum und der Umwelt widmet sich die HD Gruppe zusammen mit spezialisierten Kooperationspartnern verantwortungsvoll jeder ihrer Immobilienentwicklungen.
Das Leistungsspektrum reicht von der Akquisition, Markt- und Standortanalyse, Objektplanung und Konzeption, über Finanzierung, Ankauf, konzeptkonforme Vermietung, Baurechtschaffung, Controlling, Projektkalkulation und -management bis zum Asset Management (Strategisches Objektmanagement) und Verkauf. (red)

Rot-Grün fordert Rückbau der A103

Die SPD und die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg fordern in einem gemeinsamen Antrag den Rückbau der A103 in Steglitz. Ziel ist, Platz für Wohnungen und Gewerbe zu schaffen. Dafür wollen die Fraktionen laut SPD-Kreisvorstand an diesem Mittwoch einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Demnach soll die sechsspurige A103 zwischen dem Steglitzer Kreisel und Sachsendamm zu einer vierspurigen Straße mit Fahrradstreifen umgebaut und die A100 im Bereich des Kreuzes Schöneberg überbaut werden.

Weniger Lärm und mehr Fläche für neues Stadtquartier

Die SPD begründet diesen Vorschlag unter anderem mit der geringen Nutzung der sechsspurigen A103. Laut Christoph Götz-Geene, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, entspreche die Verkehrsbelastung auf dem Stück Autobahn zwischen Steglitz und Schöneberg mit 30.000 Fahrzeugen pro Tag eher einer vierspurigen Stadtstraße mittlerer Belastung.

„Mit der von uns vorgestellten Überdeckelung kann am Schöneberger Kreuz nicht nur eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes der Umgebung erreicht werden, sondern in erheblichem Umfang Fläche für ein ganzes neues Stadtquartier gewonnen werden“, erklärte Götz-Geene in der BVV.

Der 4,2 Kilometer lange Autobahnabschnitt war 1968 eröffnet worden, um eine Anbindung an die A111 nach Hamburg zu schaffen. Ursprünglich sollte eine Autobahnverbindung zwischen den Bezirken Schöneberg und Tiergarten bis nach Wedding errichtet werden. Aufgrund von heftigem Widerstand wurde das geplante Projekt nie realisiert.

CDU spricht sich gegen Rückbau aus

Die CDU kritisiert die Rückbaupläne der Bundesautobahn. „Es ist absurd, in einer wachsenden Stadt immerzu einen Rückbau von Straßen zu fordern. Den Vorschlag von Rot-Grün in Tempelhof-Schöneberg, die Westtangente der A103 mit nur noch vier Fahrspuren in eine Stau-Tangente zu verwandeln, lehnen wir daher ab“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici.

Einer Deckelung der Autobahn hingegen stimme die CDU grundsätzlich zu. Das Abgeordnetenhaus hatte erst letzten Donnerstag die Verkehrsverwaltung beauftragt, die Machbarkeit einer streckenweise Deckelung von Autobahnabschnitten oder Gleisanlagen zu prüfen. Damit wird auf den wachsenden Bedarf an Flächen reagiert, die bebaut werden können. Der Beschluss wurde im Verkehrsausschuss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD, Grüne und Linke sowie der oppositionellen CDU gefasst.

Laut Friederici wolle die CDU die initiierte Machbarkeitsstudie für den Teilabschnitt der A100 am Dreieck Funkturm abwarten. „Daraus könnten sich neue spannende städtebauliche Perspektiven entwickeln“, so Friederici. (lb)

 

Berliner Wedding wird als neuer Bürostandort immer attraktiver

Durch den begrenzten Platz in der beliebten Berliner Innenstadt entstehen immer mehr Wohnungen und Gewerbebauten in den benachbarten Bezirken. Auch ehemals unattraktive Bezirke haben inzwischen viel zu bieten und sind bei Berlinerinnen und Berlinern deutlich beliebter. Vor allem der multikulturelle Ortsteil Wedding wird laut des global agierenden Immobilienberatungsunternehmens Colliers International immer attraktiver.

Positiver Umbruch nicht nur in der Brunnenstraße

Der Wedding gilt schon seit einigen Jahren als Szeneviertel. Nicht nur als Wohnlage, sondern auch als Bürolage ist er gefragter denn je. Das weiß auch Marcus Lehmann, Head of Office Letting in Berlin bei Colliers International: „Der Wedding als Ortsteil des seit Jahren stark nachgefragten Bezirks Mitte bietet vielen Unternehmen die Möglichkeit, noch freie Büroflächen zu finden.“

So haben neben Sanierungen und Neubauentwicklungen in den letzten Jahren einige Aufwertungen an bestehenden Bürogebäuden stattgefunden. Die Brunnenstraße gilt heute nicht mehr nur als „Verlängerung“ von Mitte, sondern als etablierte Szenegegend und interessante Anlaufstelle für Unternehmen. Auch die Scheringstraße hat mit dem Bürohaus „Grow Berlin“ den aufstrebenden Standort bereichert. Der Bezirk Wedding stelle laut Lehmann eine unglaublich spannende Umgebung dar, die aktuell einen positiven Umbruch erfährt.

Die Beuth Hochschule für Technik Berlin hat zudem in Wedding das größte ingenieurwissenschaftliche Studienangebot in Berlin und Brandenburg und zieht zahlreiche junge Talente in den Bezirk.

Wedding als neue Mitte

In den nächsten Jahren ist laut Lehmann neben den bereits vorhandenen Geschäften, Restaurants und Cafés mit vielen weiteren Projektentwicklungen für den Standort Wedding zu rechnen: „Das urbane Umfeld und die hervorragende Verkehrsanbindung bieten den zukünftigen Nutzern alle Annehmlichkeiten, die man auch in Mitte hat.“ .

Die Planung von Büroneubauten weiterer Eigentümer und Projektentwickler bewegen sich laut Lehmann weiter südlich in der Müllerstraße. In der benachbarten Gerichtsstraße wird der 20.000 Quadratmeter große Bürocampus New Courts zu einem Mietpreis ab 20 Euro pro Quadratmeter entwickelt. (tf)

Neubauprognose bis 2021: das geschätzte Fertigstellungsvolumen wurde deutlich erhöht

In Berlin gibt es rund 300.000 landeseigene Wohnungen, die von sechs Gesellschaften verwaltet und vermietet werden: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM. Gemeinsam bewirtschaften sie momentan fast jede fünfte Mietwohnung in Berlin und zeigen stets soziales Engagement. Die Tendenz der geplanten Projekte steigt, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am 7. Mai 2019 mitteilte.

Senatorin Katrin Lompscher zeigt sich erfreut

Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben eine Prognose zu den Neubauten bis 2021 abgegeben und die Zahl deutlich nach oben korrigiert. Das geschätzte Fertigstellungsvolumen liegt nun bei 26.149 Wohnungen und wurde somit um mehr als 2.000 Wohnungseinheiten erhöht. Im gesamten Zeitraum von 2017 bis 2021 wurde eine Anzahl von Baubeginnen von 31.566 Wohneinheiten prognostiziert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen ist mit dem vorgestellten Ergebnis mehr als zufrieden. „Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind unsere wichtigsten Partner bei der Realisierung und dem Erhalt von leistbarem Wohnraum in unserer Stadt. Ich begrüße das heute vorgestellte Ergebnis deshalb außerordentlich.“ Die Erhöhung sei auf die Beschleunigung von Vorhaben, die Aufnahme neuer Projekte sowie die Einbeziehung Modularer Unterkünfte zurückzuführen. „Mittlerweile haben die sechs Landeseigenen 49.616 Wohnungen in der Planung. Durch vorausschauende Planung sorgen wir so gemeinsam dafür, dass die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften auch 2021 langfristig leistbaren Wohnraum in Größenordnung errichten können und werden.“

100 Jahre Gewobag

Eine der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ist die Gewobag. Sie gehört zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit und plant auch für die nächsten Jahre große Investitionen und Projekte. Rund 12.000 neue Wohnungen will die Wohnungsbaugesellschaft in den nächsten zehn Jahren bauen.

Nächste Woche wird die Gewobag 100 Jahre alt und startet zu diesem Anlass zahlreiche soziale und kulturelle Projekte. Auch Katrin Lompscher ist zur Vorstellung der Projekte erschienen um einen Ausblick auf die Planung der kommenden Jahre zu bekommen. (tf)

 

 

 

 

100 Jahre Gewobag

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag feiert nächste Woche ihr 100-jähriges Jubiläum. Los ging alles mit der Gründung am 14. Mai 1919 in Spandau. Damals noch unter dem Namen Heimstätten AG Groß-Berlin, besitzt das Unternehmen heute mehr als 62.000 Wohnungen und rund 1.750 Gewerbeeinheiten in der Hauptstadt. Damit zählt Gewobag zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit. Anlässlich des Jubiläums feiert das Unternehmen mit zahlreichen sozialen und kulturellen Projekten und gibt einen Ausblick auf die Planung für die kommenden Jahre.

Gewobags Ziel: Bauen, Bauen, Bauen

In den nächsten zehn Jahren will die Gewobag 12.000 neue Wohnungen bauen. Zusätzlich sollen 3.000 durch Ankäufe in den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft kommen. Gewobag-Vorstandsmitglied Snezana Michaelis betonte am Dienstag, dass die Gewobag die gesunde wirtschaftliche Basis und die Unterstützung der richtigen Menschen hätte, um dieses Vorhaben umzusetzen. „Wir halten nicht viel davon Ankündigungen zu machen, die wir später nicht halten können.“, kommentierte Michaelis Bedenken aus dem Publikum.

Rund vier Milliarden Euro will die Wohnungsbaugesellschaft in den kommenden Jahren in die Bestandserweiterung investieren. Schon in den kommenden zwei Jahren ist der Baubeginn für 5.000 Wohnungen geplant. Das Ziel des Unternehmens ist bis 2030, 80.000 Wohnungen im Bestand zu haben.

Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat Markus Terboven erklärte, dass diese weiterhin zu angemessenen Preisen vermietet werden sollen. Die Durchschnittsmiete betrage derzeit 6,09 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt) und diesen Wert wolle man halten.

Besonders in Spandau sind große Projekte geplant. Das festgefahrene Projekt „Gartenfeld“ soll sich nun endlich weiterentwickeln. Mehr als 3.500 Wohnungen werden auf der Insel in einem Gemeinschaftsprojekt mit einem privaten Bauherrn entstehen – 1.300 davon wird die Gewobag später übernehmen.

Senatorin lobt Gewobag

Auch Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, ist am Dienstag anlässlich des Jubiläums zur Vorstellung der Projekte erschienen. Sie gab einen historischen Überblick und lobte vermehrt wie gut das Unternehmen die Berliner Mischung hinbekommen würde. Seit 100 Jahren sei das erste Ziel des Unternehmens, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Gute Nachrichten vermeldete sie über das „Gartenfeld“-Projekt, dass lange Zeit still stand. Auf der früher von Industriebetrieben genutzten Insel sollen tausende neue Wohnungen entstehen. Damit die zukünftigen Bewohner die Insel verlassen und anreisen können, und nicht im Stau verweilen, muss eine neue Brücke gebaut werden. Für eine bessere Nahverkehrsanbindung wird zudem die Siemensbahn bis 2030 reaktiviert.

Highlights für 2019

Anlässlich des Jubiläums plant die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft verschiedene Veranstaltung über das Jahr verteilt.

Ab Juli 2019 geht es los mit Stadtteilführungen, die die Atmosphäre der unterschiedlichen Kieze einfangen und Teilnehmer versteckte Orte zeigt. Geführt wird durch sechs Berliner Kieze. Teil der Touren ist der „Comedy-Bus“, mit dem Comedian Ades Zabel, durch seinen alten Heimatskiez Haselhorst führt.

Weiterhin sollen neue Projekte zwischen Gewobag und dem Mitmachmuseum entstehen. Eine Zusammenarbeit mit dem Extavium zeigte wie erfolgreich diese Projekte Kinder und Jugendliche spielerisch an sonst eher unbeliebte Themenfelder heranführte. Besonders wichtig ist es der Gewobag, die nächsten Generationen schon im frühen Alter auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufmerksam zu machen sowie ein Interesse für Naturwissenschaften zu wecken.

Vom 13.-15. September präsentiert die kommunale Wohnungsbaugesellschaft zudem das künstlerische Freiluftfestival UCA Biennale (Urban Contemporary Art), als größter Vermieter. Dafür wandeln verschiedene Künstler einen 200 Meter langen Straßenabschnitt in einen Kunst-Parcours um. Besucherinnen und Besucher können auf vielfältige Plastiken, interaktive Installationen und Live- Performances gespannt sein.

Zudem wird es ab dem 14. Mai neben Twitter und YouTube nun auch einen offiziellen Facebook- und Instagram-Account geben. Dort werden dann über alle spannenden und wichtigen Informationen des Unternehmens informiert.

Gewobag wird Sponsor des Vereins Wasserfreunde Spandau 04

Anlässlich des Jubiläums hat sich das Unternehmen noch etwas Besonderes einfallen lassen – es wird Hauptsponsor der Wasserfreunde Spandau 04. Ziel sei es vor allem soziale Projekte wie das Kitaschwimmen und Schwimmkurse für Flüchtlingskinder zu unterstützen, so Terboven. Dazu war auch Hagen Stamm, Präsident der Wasserfreunde Spandau 04 am Dienstag geladen. Er sprach über den Vereinsgeschichte des 1904 gerundeten Sportvereins und bedankte sich für die Unterstützung der Gewobag: „Danke für das Engagement – wir werden ein guter Partner sein.“ (lb)

 

Großprojekt Prenzlauer Berg: Vorstellung 1.200 virtueller Wohnungen

Eine Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße zeigt das Zukunftsmodell der Michelangelostraße in Berlin-Prenzlauer Berg. 1.200 neue Wohnungen sollen bis 2030 Prenzlauer Berg bereichern. In der digitalen Welt können sich die Bewohner bereits heute detaillierte Entwürfe anschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Ergebnis aussehen könnte. Durchgeführt wird das Bauvorhaben als Beteiligungsverfahren zwischen Anwohnern, Bezirksamt und Senat.

Viele Anwohner sowie der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. stehen der Planung kritisch gegenüber und bringen sich deshalb aktiv in den Prozess ein.

Zukunftssimulator als Highlight der Ausstellung

Die Ausstellung informiert die Einwohner über das geplante Stadtquartier und zeigt, wie die  Michelangelostraße im Jahre 2030 aussehen könnte. Geplant ist ein komplett neues Quartier mit vielen neuen Wohnungen, die virtuell bereits fertiggestellt wurden. Teil der Ausstellung ist der Zukunftssimulator, mit dessen Hilfe Interessierte die geplanten Wohnungen schon jetzt aus allen Blickwinkeln und zu jeder Jahreszeit betrachten können. Es gibt insgesamt drei sogenannte Prinzipienentwürfe, mit Modellen aus Bauwürfeln und Tafeln. Dazu bekommen die Besucher und Anwohner genaue Erklärungen und Informationen zum bisherigen Verfahren.

Kritik richtet sich gegen zu wenige Parkplätze und neue Straßenbahntrasse

Laut Klaus Risken, Leiter des Pankower Stadtentwicklungsamts, habe es ein Verfahren in dieser Form in Berlin noch nicht gegeben. Die Anwohner sollen durch die Ausstellung „ein Gespür dafür bekommen, wie das Ergebnis wirken wird“, auch wenn der virtuelle Entwurf noch lange nicht endgültig ist.

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußert positiv sich zum Beteiligungsverfahren. „Es mag zwar länger dauern, aber die Akzeptanz für das Projekt wird steigen. Dem Projekt ist nicht geholfen, wenn wir das Vorhaben gegen den Widerstand der Bevölkerung vorantreiben“, sagt die Leiterin der Wohnungsbauleitstelle, Grit Schade.

Trotz der umfangreichen Bürgerbeteiligung, sind viele Berlinerinnen und Berliner noch immer unzufrieden. Bei den regelmäßigen Treffen bezüglich des Bauvorhabens wurden beispielweise wegfallende Parkplätze und die Platzierung einer neuen Straßenbahntrasse kritisiert.

Der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. fordert eine Idee wie die „erhebliche Reduzierung von Freiflächen“ ausgeglichen werden kann. Auch eine Lösung für das Pkw-Stellplatzproblem müsse her. Um die Einwohner auf ihre Sicht des Beteiligungsverfahrens aufmerksam zu machen, hat der Verein seine Argumente auf Schautafeln festgehalten. Am Donnerstag, den 9. Mai ab 18 Uhr findet eine Podiumsdiskussion statt, die die Haltung der Siedlung nochmals verdeutlichen wird. (tf)

Bis zum 12. Mai können sich Interessenten die Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße 93 noch anschauen.

Kreative Ideen für die Stadt von morgen im B-Part entwickeln: Bewerbungsstart für sechs Coworking-Stipendien im Urban Ideation Lab

Visionen gesucht: Das Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck vergibt geförderte Plätze für Forschung am Stadtquartier der Zukunft. Sechs Kreative, die an Konzepten für die Stadt von morgen arbeiten, können mit dem Stipendium Teil des Urban Ideation Lab-Netzwerkes werden. Diesen Fellows in Residence steht für ein halbes Jahr die Coworking-Infrastruktur von B-Part Am Gleisdreieck kostenlos zur Verfügung. Die Bewerbungsphase hat begonnen und endet am 2. Juni 2019.

Vorbote für die Urbane Mitte Am Gleisdreieck

B-Part Am Gleisdreieck ist ein Gemeinschaftsprojekt des Investors und Immobilienentwicklers COPRO und den Berliner Coworking-Pionieren vom St. Oberholz. Der 1.000 Quadratmeter große zweistöckige Holzbau wurde speziell für diese Nutzung entworfen und neu errichtet. Er steht auf einer Brachfläche am Gleisdreieck auf der das neue Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird. B-Part als Vorbote der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck schafft im Zentrum Berlins einen Raum für neue Ideen. Es steht fest, dass Städte sich stets weiterentwickeln. Das Urban Ideation Lab sucht Fellows in Residence, die diesen Wandel mitgestalten wollen.

Das Urban Ideation Lab sucht Zukunftsgestalter aller Branchen

Der Standort wirft damit zahlreiche Fragen auf. Im Urban Ideation Lab finden sie einen idealen Raum für ihre Bearbeitung. Wie modellieren wir den Verkehr, wie mobilisieren wir nachhaltige Konzepte, wie arbeiten wir morgen? Es geht um die Suche nach Ansätzen für eine Zukunft in lebenswerten Städten mit sinnvollen Tätigkeiten – nicht nur für eine globale Kreativ-Elite, sondern für alle. Die Fellows des Urban Ideation Labs sind Zukunftsgestalter und können aus allen Bereichen kommen. Für sechs Monate dürfen sie kostenlos die Räumlichkeiten und das Netzwerk des B-Part Am Gleisdreieck nutzen. Im Gegenzug stellen die Stipendiaten ihre Entwicklung für Portraits, Arbeitsergebnisse, Insights oder Studien zur Verfügung.

Sechs Monate Fellow in Residence im B-Part – Zukunftsnetzwerk für immer

Das Urban Ideation Lab ist räumlich in das B-Part Coworking-Space integriert. Ein Verwischen der Grenzen und ein Vermischen der Akteure zählen ausdrücklich zum Konzept. Im Fokus des Urban Ideation Lab stehen die Kernthemen des Stadtquartiers der Zukunft – der künftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck: Arbeiten und Mobilität der Zukunft, Sport & Gesundheit, Kunst & Kultur sowie Verantwortungsbewusstsein.

Berücksichtigt werden alle Bewerbungen, die bis zum 02. Juni eingehen, die Auswahl erfolgt durch die Jury des Urban Ideation Lab, die sich bis Mitte Juni entscheiden wird. Das Konzept des Urban Ideation Lab ist langfristig angelegt, die Stipendiaten werden auch nach ihrem Fellowship und über das räumlich Bestehen von B-Part hinaus Teil des Zukunftsnetzwerk für das ideale Stadtquartier sein. (mw)

Wie funktioniert eine Bewerbung als Fellow in Residence?

Bewerben können sich alle, die sich mit Ideen beschäftigen wollen, wie in Zukunft in der Stadt gelebt werden könnte. Zur Bewerbung gehören ein Lebenslauf und jeweils eine Seite Motivationsschreiben und eine Darstellung des geplanten Vorhabens.

Bewerbungsschluss: 02. Juni 2019

Kontakt und Bewerbung: lab@bpart.berlin

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden bis Mitte Juni feststehen.

Neue Express-S-Bahn für Berliner Nahverkehr

Die für ihre Verspätung bekannte Berliner S-Bahn führt noch dieses Jahr eine Express-S-Bahn ein. Ab Dezember 2019 werden zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof Züge verkehren, die nur an Stationen mit hohem Fahrgastbetrieb halten und andere Stopps dafür auslassen. Der neue Fahrplan gilt für die Linie S3.

Konzept „Express-S-Bahn“

Laut dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wird das neue Fahrbahnangebot ab dem neuen Fahrplanwechsel gelten. Dabei wird die S-Bahn wie gewohnt in Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst, Ostkreuz, Warschauer Straße und Ostbahnhof halten. Demzufolge werden die Stationen Hirschgarten, Rummelsburg, Wuhlheide und Betriebsbahnhof Rummelsburg nicht angefahren. Die zusätzlichen Expressbahnen werden von montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 14 und 19 Uhr im 20-Minuten-Takt fahren. Drei Zuggarnituren mit jeweils vier Wägen werden dafür benötigt.

Bisher gibt es in Berlin kaum Expressverkehr. Was für Großstädte, wie New York, selbstverständlich ist, ist in der Hauptstadt nur schwer umsetzbar. Zumeist muss es zusätzliche Gleise geben, da der reguläre Zugverkehr sonst gestört wird.

Schneller zum Ziel

Momentan benötigt die S-Bahn noch 17 Minuten, um von Friedrichshagen zum Ostbahnhof zu fahren. Mit den neuen Expresszügen werden vier Minuten davon wegfallen, da sich die Fahrtzeit auf 13 Minuten verkürzt. Von Köpenick bis zum Ostkreuz benötigt man sogar nur noch zehn Minuten.

Schon vor dem 2006 begonnenen Umbau des Ostkreuzes fuhren auf der Linie der S3 verstärkt Züge, die dem großen Bedarf zu Hauptverkehrszeiten nachkamen. Als die Arbeiten intensiver wurden, war das nicht mehr möglich, weil die entsprechende Gleiskapazität fehlte. Mit der Fertigstellung im letzten Jahr können die zusätzlichen Fahrten wieder angeboten werden.

Das bisher bestehende Zusatzangebot wird durch die Expresszüge nicht beeinträchtigt, heißt es laut VBB. Die S3 wird auch weiterhin regulär alle zehn Minuten verkehren und dabei keinen Halt auslassen.

Mögliche Verwirrung

Das neue Konzept hat aber auch seine Kritiker. Ihr Hauptargument: Das Modell Express-S-Bahn könnte zu Verwirrungen führen. Viele Fahrgäste sind mittlerweile mit Kopfhörern unterwegs. Auf Lautsprecherdurchsagen hört kaum noch einer und wenn sind diese meist so undeutlich, dass sowieso kein Wort verstanden wird. Auch Schilder werden meist nicht beachtet. Wie also will der VBB seine Fahrgäste über das neue Zusatzangebot informieren?

„Die Fahrgastinformation wird derzeit zwischen VBB und S-Bahn abgestimmt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor“, so Eike Arnold, Sprecher des VBB, auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Spannend bleibt also die Frage, wie die Fahrgäste auf die neuen Express-S-Bahnen reagieren werden. Ob sie es erst merken, wenn sich die Türen an ihrem Wunschhalt nicht öffnen und der Zug einfach vorbei fährt. (lb)

 

 

Veranstaltungen

GRÜNBAU BERLIN

Bereits zum siebten Mal findet die GRÜNBAU BERLIN im Rahmen der bautec statt und stößt durch die Zukunftsdiskussion um die Grüne Stadt auf großes Interesse. Unter dem Motto Außenräume gestalten, bauen und pflegenpräsentieren sich Hersteller, Dienstleister und Händler, um der Wohnungs- und Bauwirtschaft ihre Ideen und Produkte vorzustellen und mit den Fachbesuchern in einen Dialog zu treten.

Berlin. Smart City Berlin: Stadt der Zukunft – Herausforderungen und Chancen für die Stadtentwicklung.

Selbstfahrende Autos, geschlossene Versorgungkreisläufe durch Urban Gardening, intelligente Ampelanlagen: Die Stadt der Zukunft ist autonom, digital, vernetzt, nutzungsfreundlich, nachhaltig.. – so sind zumindest die Versprechen, die sich mit dem Begriff Smart City verbinden. Je nach Perspektive werden Smart Cities als Städte verstanden, in denen intelligente Instrumente in Echtzeit verwendet oder aber auch Ressourcen sinnvoll und ökologisch verwendet werden.

Ziel ist es die Effizienz, die Sicherheit und eine höhere Lebensqualität für alle Berliner und Berlinerinnen zu steigern. Gleichzeitig verbindet man auch mit Smart Cities die Verheißungen von Emanzipation und Nachhaltigkeit. Doch auf der anderen Seite geht mit Smart Cities auch die Angst vor Überwachung und Kontrolle einher. Eine solche Smart City soll Berlin bis 2030 werden.

Dieses Spannungsfeld ist politisch brisant, weil es abzuwägen gilt, welche Technologien wie verwendet werden sollen und wer darüber entscheidet.

Wir lernen bei diesem Bildungsurlaub die Entwicklungskonzepte kennen, die darauf abzielen, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Wir werden diese Konzepte nach folgenden Kriterien analysieren, hinterfragen und diskutieren. Erreichen Smart Cities sozial ausgewogene Lebensqualität für jeden? Stehen technologische, wirtschaftliche, ökologische und politische Chancen sowie Herausforderungen für Berlin bevor? Wo ist Berlin schon smart? Welche Auswirkungen haben diese Konzepte für die Stadtentwicklung? Herrscht eine digitale Souveränität? Stehen Smart Cities im Konflikt mit dem Schutz von personenbezogenen Daten? Wie stehen die Berliner/innen zum Smart City Berlin?

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Wirtschaftsverkehr bewältigen – Lösungen für innerstädtische Quartierslogistik

Wohnquartiere sind sensible Gebiete der Stadt. Der Verkehr stellt eine erhebliche Störgröße dar. Dabei ist es nicht nur der private Kfz-Verkehr. Auch der zunehmende Wirtschaftsverkehr mit vielen unkoordinierten Fahrten führt zu ansteigenden Belastungen in eng bebauten Wohnvierteln. Insbesondere der zunehmende Online-Handel erzeugte immer mehr Lieferverkehre. Die Zunahmen der Lieferungen auch für private Besteller führen zu Überlastungen des Straßennetzes. Lieferfahrzeuge parken in der 2. Reihe, auf Gehwegen und in Kreuzungsbereichen. So werden Verkehrsteilnehmende behindert und mitunter gefährdet. Die Lieferverkehre induzieren Luftschadstoff- und Klimagasemissionen sowie Lärm, auch durch erhöhten Parksuchverkehr. Auch andere Wirtschaftsverkehre wie Lkw-Verkehr und Entsorgungsverkehre stellen für eng bebaute Gebiete eine Belastung dar. Hier ist es vor allem die Größe der Fahrzeuge, die zu Platz-, Lärm- und Luftschadstoff-Problemen führen.

Um diesen Belastungen zu vermindern müssen Kommunen die Belange des Wirtschaftsverkehrs in ihre Verkehrsplanung integrieren. Dazu fehlt Kommunen oft ein Verständnis für diese Verkehrsart. Belastbare Datengrundlagen um den Wirtschaftsverkehr detailliert für unterschiedliche räumliche Bereiche und Auflösungen darzustellen sind meist nicht vorhanden. Auch mangelt oft an Erfahrungen im Umgang mit den Akteuren in dieser Verkehrsart und möglichen Maßnahmen zur stadtverträglichen Gestaltung des Wirtschaftsverkehrs. Somit finden sich kommunale Konzepte für die Quartierslogistik, die sich dem Problembereich umfassend widmen, in der kommunalen Praxis bisher selten.

Innovative Maßnahmen wie beispielsweise Mikro-Depots, mit denen Pakete von KEP-(Kurier-, Express- und Paketdiensten)-Unternehmen in Quartieren überbetrieblich konsolidiert werden, Verlagerung auf Lastenräder, Lkw-Routennetze, Umweltzonen, Förderung von emissionsarmen Fahrzeugen sind einige von vielen Ansätzen, die in den Kommunen zur Bewältigung der genannten Belastungen umsetzen. Die Umsetzungserfahrungen und Wirkungen solcher z.T. noch pilothafte Ansätze soll im Seminar diskutiert werden. Dabei stehen planerische, rechtliche (Ordnungsrecht, Städtebaurecht), politische und organisatorische Aspekte im Vordergrund.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Leistbare Stadt – zwischen Wohnungsbau und Bestandspolitik

Bezahlbarer Wohnraum wird trotz Bautätigkeit immer knapper. Welche Strategien gibt es für Neubau- und Bestandspolitik, welche Konzepte haben Kommunen, welche Akteurskoalitionen versprechen Erfolg?

Vor wenigen Jahren betrafen Engpässe bei bezahlbaren Wohnungen noch eine überschaubare Anzahl von Städten. Bis heute ist deren Zahl jedoch stetig gestiegen. Und es handelt sich bei weitem um keine exklusive Herausforderung für Groß- und Universitätsstädte mehr, die sich zudem sukzessive auch in das Umland der betroffenen Städte fortpflanzt. Fokussiert man den Blick einerseits auf die betroffenen Personengruppen, in erster Linie die unteren Einkommensschichten sowie die Empfänger von Transferleistungen, und andererseits auf die bezahlbaren Segmente des Wohnungsmarktes, dann muss ein zunehmendes Ungleichgewicht konstatiert werden: Die Zahl der gebundenen Wohnungen sinkt seit Jahren, während die Angebotsmieten immer neue Rekorde erreichen.

Dagegen hilft das immer wieder beschworene Rezept „Bauen, Bauen, Bauen“ erst einmal wenig, da überwiegend teure und nur vergleichsweise wenige geförderte Wohnungen gebaut werden. Einen so großen Wohnungsüberhang zu erzeugen, dass die Marktpreise nach unten korrigiert würden, erscheint dagegen in der derzeitigen Situation illusorisch. Der oft gehörten Binsenweisheit, dass eben nicht jeder im Stadtzentrum wohnen könne, muss entgegnet werden, dass die zunehmende räumliche Ausdifferenzierung nicht nur das soziale „Gewissen“ der Stadtgesellschaft berührt, sondern auch deren ökonomische Grundfesten erschüttert. Denn von den städtischen Dienstleistungen über Gewerbebetriebe bis hin zur Polizei, zu Krankenhäusern oder den Stadtverwaltungen selbst verdienen viele Beschäftigte nicht genug für die teurer werdenden Städte.

In dieser Situation richtet sich die Hoffnung auf eigene Wohnungsbaugesellschaften, auf Genossenschaften und auch wieder den Werkswohnungsbau großer Unternehmen. Gleichzeitig wird versucht, den Anstieg der Bestandsmieten zu bremsen. Im Seminar werden sowohl grundsätzliche Fragestellungen als auch verschiedene konzeptionelle Ansätze aus der kommunalen Praxis diskutiert.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Zukunft Bau: Wissenschaft für Planung und Praxis

Das Innovationsprogramm Zukunft Bau setzt in Architektur und Ingenieurwesen Impulse für den Klimaschutz, die Energie- und Ressourceneffizienz, das klimagerechte und bezahlbare Bauen sowie für den Umgang mit dem demografischen Wandel. Die Ausstellung im CLB präsentiert einen Ausschnitt aus den vielfältigen Ergebnissen und Ideen, die mit der Zukunft Bau Forschungsförderung entstanden sind. Zukunft Bau ist eine Programm des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Grünflächen unter Nutzungsdruck – Konflikte, Akteure, Lösungsansätze

Viele Städte begegnen der wachsenden Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen mit Neubau auf bislang unbebauten Flächen und mit Nachverdichtung im Innenbereich. Hierfür werden nicht selten Grünflächen beansprucht, die in der Folge Zwecken der Erholung, der Biodiversität, für die Bildung von Frischluft sowie als Retentionsflächen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wächst der Nutzungsdruck auf die verbleibenden Grünflächen. Häufig konkurrieren Ansprüche unterschiedlicher Nutzungen und verschiedener Nutzergruppen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche quantitative Mindestausstattung mit Grünflächen in unseren Städten erforderlich ist. Auch ist zu klären, welche Anforderungen – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich – an öffentliche Grünflächen zu stellen sind, um dem zunehmenden Nutzungsdruck in der wachsenden und nachverdichteten Stadt gerecht zu werden, und welche Möglichkeiten bestehen, die Multifunktionalität und Mehrfachnutzung von Grünflächen zu verbessern.

Diese und weitere Aspekte (u.a. Auswirkungen des zunehmenden Nutzungsdrucks auf Pflege- und Unterhaltungserfordernisse, Einbindung halböffentlicher Grünflächen in ein sozial gerechtes und multifunktionales Nutzungskonzept) sollen im Seminar an konkreten Beispielen aus der kommunalen Praxis und unter Einbeziehung der Erfahrungen der Teilnehmenden diskutiert werden.

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Stadterneuerung im Dialog – 49. Interkommunaler Erfahrungsaustausch

Die Themen im Berliner Bezirk Lichtenberg reichen von Konversion und Nachnutzung bis zu Stadtumbau und Wohnungsneubau. Wie immer stehen zudem Fragen rund um die Städtebauförderung im Fokus.

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