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SOS-Kinderdorf: „Botschaft für Kinder“ zieht Bilanz nach erstem Jahr

In Berlin gibt es 159 Botschaften von Staaten aus aller Welt. Eine weitere Gesandtschaft residiert nicht im vornehmen Botschaftsviertel, sondern in der Lehrter Straße 66 im ehemaligen Arbeiterquartier Moabit. Vielleicht ist es die wichtigste Vertretung in der Hauptstadt überhaupt: die „Botschaft für Kinder“. In der Eingangshalle präsentiert ein „Baum der Wünsche“ die Sehnsüchte nach einer Welt, in der sie es besser haben: „Alle bleiben gesund und haben mehr Freunde“, ist in bunter Kinderschrift aufs Papier gemalt.

Wir sind im  Inklusionshotel Rossi, ein Ausbildungsbetrieb für sozial benachteiligte Jugendliche. Das Rossi ist ein gemeinnütziger Betrieb der SOS Kinderdörfer. Ein Infozentrum in der Lobby stellt die Arbeit der Kinderdörfer vor. Diese etablieren das Hotel nicht nur als berufliche Chance, sondern auch als politisches Forum. Für viele ist das Haus solch ein Ort, an dem es im eigenen Tempo vorangeht und keiner fürchten muss, unterzugehen. Im Juli 2017 gründet SOS Kinderdorf e.V. die Botschaft mit Ausbildungsbetrieb. Nach einem Jahr zieht der Inklusionsbetrieb mit seiner sozialpolitischen Botschaft Bilanz. Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. Ein Großteil der Einrichtung und der regionalen, kulinarischen Genüsse produzieren andere SOS-Kinderdörfer. Wer in einem  der 28 Hotelzimmer übernachtet, fördert zugleich das Projekt.

 

Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jakowiak

Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jakowiak

 

Die „Botschaft für Kinder“ als gesellschaftlicher Schutzraum

„Kinder und Jugendliche sollen hier eine starke Stimme entwickeln und Botschafter in eigener Sache sein. Wir nehmen ihre Ideen, Wünsche und Interessen ernst“, erklärt Kirsten Spiewack, Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Berlin. Gegenseitiges Verständnis und Unterstützung beim Lernen im Betrieb spielen im Rossi eine wichtige Rolle. 40 Prozent der Mitarbeiter haben ein Handicap oder kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Heute arbeiten sie Seite an Seite mit einem Teamkollegen ohne Behinderung und können sich jederzeit an das Ausbildungspersonal oder die Sozialpädagogin wenden. Sie gehen selbstständig auf Gäste zu, haben Eselsbrücken für ihre Rechenschwäche oder Taktiken für den Umgang mit ihrer Nervosität entwickelt.

Eine Erwähnung des Hotels als Inklusionsbetrieb ist in den seltensten Fällen nötig. Das Gefühl aufgehoben zu sein schafft eine Arbeitsatmosphäre, in der zwar alle aufeinander achten, aber sich niemand mit Samthandschuhen angefasst fühlt. „Wir freuen uns besonders, dass wir ein halbes Jahr nach der Hoteleröffnung mit dem ersten Platz beim Förderpreis des Wirtschaftskreises Mitte für unsere integrative Arbeit ausgezeichnet wurden“, sagt Martina Rook, Hotelleiterin des Rossi.

 

Das Inklusionshotel Rossi erhielt bereits im ersten Betriebsjahr den Förderpreis des Wirtschaftskreises Mitte. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jankowski

 

Konferenz, Kultur und soziales Engagement

Das Hotel bietet auch Tagungsräume an. In direkter Nähe zum Hauptbahnhof möchte man hier sein Potenzial noch weiter ausschöpfen und sich als attraktiver Standort positionieren. Doch auch hauseigene Veranstaltungen zu Themen, denen im Rahmen der Kinderdörfer eine Bühne gegeben werden soll, werden hier in Zukunft stattfinden. Die Kunst ehemaliger oder aktueller Bewohner der gemeinnützigen Einrichtungen wird hier ausgestellt. Das Inklusionshotel Rossi ist umgeben von kulturellen Sehenswürdigkeiten: dem Geschichtspark Zellengefängnis, der Kulturfabrik Moabit und dem Museums für Gegenwart im Hamburger Bahnhof. Auch das Brandenburger Tor, das Schloss Bellevue und der Reichstag werden schnell zu Fuß erreicht.

„Die Lobby für Kinder in schwierigen Lebenssituationen ist nicht groß. Die jungen Menschen, die wir hier ausbilden, brauchen dieses Angebot sehr dringend – und das wollen wir immer wieder ins Bewusstsein rufen“, erklärt Spiewack. Ihre verborgenen Talente können die Auszubildenden bei Kulturveranstaltungen erproben. Damit verschafft die „Botschaft für Kinder“ dem Projekt die notwendige Öffentlichkeit, um uns allen immer wieder in Erinnerung zu rufen, welche Werte im Leben wirklich zählen. (cn)

Unternehmensengagement sichtbar weit verbreitet, jedoch selten anerkannt

Der Begriff „Corporate Citizenship“ beziehungsweise Unternehmensengagement beschreibt das bürgerschaftliche Engagement in und von Unternehmen über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus. In Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung erhob der Stifterverband die Daten für die „Corporate Citizenship Survey 2018“. Die 7.000 zahlenmäßig dargestellten Unternehmen geben eine repräsentative Übersicht der engagierten zwei Drittel an Unternehmen. Soziales Mitwirken ist jedoch selten organisiert und findet nicht regelmäßig statt. Laut der Studie, ist das auf den Charakter der Mithilfe zurückzuführen.

Ob im Bereich Sport, Bildung, Freizeit, Kultur oder Umwelt – viele Unternehmen engagieren sich neben der Schaffung von Arbeitsplätzen auch gesellschaftlich. Oft wird dabei eine langfristige Strategie verfolgt, die jedoch nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern auf Attraktivitätssteigerung und positiven Markenschutz. Dem guten Willen und Potenzial als wichtige, mittragende Akteure der Zivilgesellschaft ermangelt es bisher jedoch an Anerkennung der Politik.

Unternehmensengagement erfordert Netzwerke

Während größere Unternehmen vor allem Geld- und Sachspenden (80 und 70 Prozent) zur Verfügung stellen, engagieren sich kleine Betriebe häufig lokal in Vereinen (48 Prozent). Die Unterstützung findet hier oftmals mit persönlicher Bindung zu den Unterstützern statt, wie beispielsweise im ansässigen Sportverein oder bei Sommerfesten. Der okkasionelle Charakter dieser Termine trägt jedoch nicht zur regelmäßigen Organisation und genau definierten Zielsetzung des Engagements der Unternehmen bei. Ziele und Wirkung des Engagements müssen durch die Unternehmen genauer definiert werden. Ob in größeren Unternehmen, die vermehrt im Forschungs- und Bildungsbereich aktiv sind oder durch die Aktivität einzelner engagierter Mitarbeiter. In allen Fällen entstehen solche langfristigen Zielsetzungen, die eine Region betreffen vor allem durch Netzwerke. Ein Zusammenwirken untereinander kommt allerdings nur bei sieben Prozent der Unternehmen überhaupt zustande. So gibt nur ein geringer Teil (16 Prozent) der engagierten Betriebe an, ihre Reichweite, Resonanzen und Resultat zu kennen.

„Ohne die Unternehmen geht es eben nicht. Eine starke Zivilgesellschaft braucht engagierte Unternehmen. Dabei kommt es zu Kooperationen und auch mal zu Konfrontationen und beides ist für unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wichtig, Zusammenarbeit und Kritikfähigkeit”, so Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes.

Komplexitätsabbau als Wertschätzung

Im Gegensatz zur Unsicherheit über die tatsächliche Wirkung ihres Engagements, sind sich 76 Prozent einig, nicht genug Anerkennung zu bekommen. Diese Enttäuschung wird häufig an den Versäumnissen der Politik festgemacht, die Abläufe der Unternehmen nicht zu vereinfachen. So schätzen vor allem kleine Firmen einen Bürokratieabbau sowie eine geringere Dokumentationspflicht und auch Steuererleichterungen als hilfreich ein. Andererseits soll auch an die Kundschaft appelliert werden, ihre Kaufentscheidungen von dem gesellschaftlichen Verhalten der Unternehmen abhängig zu machen.

„Erfolgreiches gesellschaftliches Engagement von Unternehmern lebt von deren intensiver Vernet­zung mit der Region und seinen Bürgern sowie dem Dialog zwischen den Inte­ressensvertretungen. Durch Vertrauen, Verantwortung und Wert­schätzung erhält das Unternehmen ein Gesicht in der eigenen Region”, so Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung.

Standortfaktor Engagement

Mit Blick auf die zahlenmäßige Verteilung geben immerhin 41 Prozent an, die Standortattraktivität erhöhen zu wollen. 66 Prozent erhoffen sich davon einen guten Ruf. Daher erscheint es sinnvoll, wenn das Engagement bis zu den Unternehmen in der Region zurückverfolgt werden kann. Das Engagement in kleineren Vereinen, zu denen bestimmte Mitarbeiter möglicherweise persönliche Kontakte pflegen, ist in vielerlei Hinsicht wünschenswert. Den Unternehmenstitel allerdings unter die Förderung von größeren Bildungseinrichtungen oder Projekten der lokalen Umweltentlastung zu setzen, generiert stärkere Aufmerksamkeit. (cn)

Wer ist Berlins familienfreundlichstes Unternehmen?

Unter der Obhut des regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, findet am 1. März 2018 der Auftakt des diesjährigen Landeswettbewerbs   „Unternehmen für Familie“ statt.

Familie oder Karriere?

Es ist allgemein bekannt, dass es insbesondere für Frauen ein schwieriger Spagat ist sowohl der Familie als auch der Karriere gerecht zu werden. Die Berliner Unternehmen müssen hier auf ihre Arbeitnehmer zugehen und Konzepte entwickeln die es ermöglichen die Familie und den Beruf miteinander zu vereinbaren.

Um die Familienfreundlichkeit der Arbeitgeber zu stärken,bereits erfolgreichen Unternehmen für ihr Engagement zu danken und andere Unternehmen positiv zu inspirieren, gibt es alle zwei Jahre den Landeswettbewerb „Unternehmen für Familien“. Gegründet wurde der Wettbewerb im Jahr 2010 von dem Berliner Beirat für Familienfragen, dem DGB Berlin-Brandenburg und der Wirtschaftsorganisation.

Eines der vergangenen Preisträgerunternehmen ist der Deutsche Rentenversicherungsbund, bei dem der diesjährige presseöffentliche Auftakt am 1. März 2018 stattfinden wird. Der Vorsitzende des Berliner Familienbeirates Karlheinz Nolte, die Senatorin Sandra Scheeres und die Vertretung der Preisträgerunternehmen der letzten Wettbewerbsrunde  werden Bilanz ziehen und sich intensiv mit der Integration der Familie in das Berufsleben beschäftigen.

Wie können sich Unternehmen bewerben?

Die Bewerbungsfrist  für den Landeswettbewerb „Unternehmen für Familie“ findet zwischen dem 1. März und dem 30. April 2018 statt. Nicht nur Großunternehmen haben die Chance sich zu bewerben. Jeder Betrieb, Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie Unternehmensnetzwerke mit mindestens drei Beschäftigten sind herzlich eingeladen, sich für den Titel des familienfreundlichsten Unternehmen Berlin 2018 zu bewerben. Die Bewerbungsfragebögen werden von einer qualifizierten und hochrangig besetzten Jury nach Betriebsgröße sortiert.

Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihres Erachtens in einem familienfreundlichen Betrieb arbeiten, können ihr Unternehmen bei dem Wettbewerb anmelden.

Jedes Unternehmen, das sich für den Titel „Unternehmen für Familie“ beworben hat, wird zu einem kostenlosen Workshop eingeladen in dem alle Bewerberinnen und Bewerber intensiv mit dem Thema Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf vertraut gemacht werden.

Der Gewinner des Landeswettbewerbs darf sich die nächsten zwei Jahre mit dem Titel „Unternehmen für Familie.Berlin2018“ schmücken und erhält in einer feierlichen Preisverleihung eine Urkunde sowie Öffentlichkeitsmaterial.

Rot-rot-grüner Senat investiert in Bildung, Mobilität und Co.

Auf den Landeshaushalt, der am 14. Dezember für die kommenden zwei Jahre beschlossen wird, legt der rot-rot-grüne Senat noch einmal 460 Millionen Euro drauf. Im letzten Jahr betrug der Landeshaushalt 25 Milliarden Euro und in diesem Jahr sogar 26 Milliarden Euro. Allein für Bildung, Mobilität und die Bekämpfung von Armut sieht der Berliner Senat im Doppelhaushalt 2018/2019 zusätzliche Mittel in Höhe von 150 Millionen vor. Dieses Konzept stellten gestern die SPD, Die Linke und das Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam vor.

Berlin möchte Bildung mehr fördern

Marode Schulgebäude, wenige Schulplätze und fehlende Lehrkräfte – das ist leider die Realität an den Schulen der Hauptstadt. Um gegenzusteuern, leitete das Land Berlin Anfang dieses Jahres schon die ersten Maßnahmen ein: Durch eine digitale Schulplatzvergabe wurden bereits einige Bezirke entlastet. Neue Schulen und umfangreiche Schulsanierungen wurden ebenfalls vom Senat auf den Weg gebracht. Nun fördert der rot-rot-grüne Senat langfristig die Berliner Bildung mit einer Millioneninvestition. Es mangelt vor allem an Lehrkräften, insbesondere im Grundschulbereich. Um der Abwanderung von Lehramtsstudenten und Lehrkräften aus der Hauptstadt vorzubeugen, müssen auch die Gehälter angepasst werden. Im bundesweiten Ranking der Einstiegsgehälter von Lehrern sind die Berliner Besoldungsgruppen A 12 und A 13 auf dem vorletzten Platz. Durch die zusätzlichen Mittel sollen nun schneller die Gehälter von erfahrenen Grundschullehrern erhöht werden können, um sie so auch langfristig binden zu können. Außerdem soll ein Qualitätspaket für Quereinsteiger finanziell unterstützt werden. Um die Lehrqualität an Berliner Schulen zu verbessern, sollen zudem Quereinsteiger durch einen vierwöchiger Crashkurs besser auf ihre Lehrtätigkeit vorbereitet werden.

Finanzspritze für die Mobilität

Vor allem Schüler und Auszubildende werden von der Förderung im Mobilitätsbereich profitieren. Geplant sind Ausgaben von 250 Millionen pro Jahr für kostenlose Schüler- und Azubitickets. Weitere Gelder werden in den Ausbau der Tramstrecken, der Sanierung von Gehwegen sowie in den Kauf von E-Bussen fließen, um das Berliner Mobilitätsnetz weiter auszubauen. Zusätzlich werden dem Projekt „InklusionsTaxi“ finanzielle Mittel zugutekommen. Zukünftig benötigt die Hauptstadt außerdem kreative Mobilitätsideen, um beispielsweise die Verkehrssicherheit mit neuen Technologien zu optimieren. Aus diesem Grund richtet der Doppelhaushalt 2018/2019 eigens dafür einen Fördertopf ein. Die Höhe der Fördergelder wird erst mit dem Beschluss des Landeshaushaltes am 14. Dezember bekannt gegeben.

Bekämpfung von Armut ist notwendig

Auch in die Bekämpfung von Armut und Obdachlosigkeit wird der Berliner Senat in den kommenden Jahren investieren. So soll das Sozialticket der BVG, S-Bahn und DB Regio zukünftig nicht mehr nur Beziehern von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustehen, sondern auch Wohngeldbeziehern und Bürgern, die eine DDR-Opferrente beziehen. Ebenso laufen bereits Verhandlungen, um für Jobtickets günstigere Konditionen auszuhandeln. Des Weiteren sind 500 zusätzliche Plätze in den Notquartieren der Berliner Kältehilfe geplant. Diese sollen Obdachlosen zukünftig länger – von Oktober bis April – zur Verfügung stehen. Um Obdachlosigkeit schon frühzeitig zu bekämpfen, fördert der Senat zukünftig Modellprojekte, wie die Bahnhofsmission sowie Beratungen mit Schulden- und Insolvenzberatern. (red)

Laughing Hearts Gala: Unternehmer spenden 1.350.000 EUR für Heimkinder

Auf der Bühne des Hyatt am Potsdamer Platz der britische Superstar Marlon Roudette mit dem Welthit „When the Beat Drops out“, unter den Gästen Laughing Hearts-Schirmherrin Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, Berliner Sparkasse-Vorstandsmitglied Tanja Müller-Ziegler, der Immobilienunternehmer Christoph Gröner, Boxweltmeister Arthur Abraham, AG-City-Chef Klaus-Jürgen Meyer, Stararchitekt Prof. Stephan Braunfels, BERLINboxx-Verlegerin Dr. Angela Wiechula, Laughing Hearts-Vorstandsvorsitzender Dr. Nidal Al Saadi. Die Gewinner des Gala-Spenden-Dinners waren eindeutig die 2000 Heimkinder, die seit fast 10 Jahren von Laughing-Hearts gefördert werden. Am Ende dieses in jeder Beziehung außergewöhnlichen Abends spendeten die großherzigen Unternehmer 1.350.000 EUR für den guten Zweck.

Christoph-Gröner, Arthur-Abraham und Dr. Nidal-Al-Saadi (v.l.n.r.) machen sich für Kinder stark | Foto: Marius Schwarz

Dilek Kolat, Christoph Gröner und Nidal Al-Saadi gelingt ein Spendenrekord

1.350.000 EUR Spendenaufkommen an einem Abend ist eine absolute Rekordsumme. Im Vergleich: Die Operngala für die Deutsche Aids Stiftung in der Deutschen Oper erzielte in diesem Jahr mit Großspenden von Konzernen eine Summe von 500.000 EUR.

Was die mittelständischen Unternehmer, die den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts 2009 gegründet haben, erreicht haben, verdient eine besondere Auszeichnung und Wertschätzung.

Alle Vereinsmitglieder engagieren sich nicht nur finanziell sondern auch ganz persönlich.

Top-Sponsor Christoph Gröner mit seiner Ehefrau Anja Gröner | Foto: Marius Schwarz

Unermüdlich im Einsatz auch Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Projektentwicklers CG Gruppe, der sich mit Überzeugungskraft und persönlichem Engagement für die soziale Gleichstellung und Chancengleichheit von Heimkindern in unserer Gesellschaft einsetzt. Schirmherrin Senatorin Dilek Kolat zeigte sich beeindruckt von der Spendenfreundlichkeit der Gäste: „Für mich stehen die Perspektiven, die mit dieser Initiative für Kinder geschaffen werden, im Fokus und es ist mir ein besonderes Anliegen, es den Kindern mit schönen Erlebnissen zu erlauben, den oft schwierigen Alltag für kurze Zeit zu vergessen“.

Insgesamt sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Armut betroffen – in Berlin fast jedes dritte Kind. Dieser soziale Missstand stellt ein ernstzunehmendes Problem in der Hauptstadt dar. Häufig fehlt es in den betreuenden Einrichtungen an Geld für ärztliche Zusatzbehandlungen, Nachhilfe und Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht. Geringere Bildungschancen, Ausgrenzung oder Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche sind häufig die Folge.

Engagement für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

Um dem Missstand der sozialen Benachteiligung bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen, gründeten Berliner Unternehmer im Mai 2009 den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts e. V. Ziel des Vereins ist es, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich zu stärken, sie aktiv in ihr gesellschaftliches Umfeld zu integrieren und ihnen durch Aufzeigen von sozialen wie beruflichen Perspektiven einen gleichberechtigten Werdegang zu ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit Berliner Heimen, Betreuern und vielen Partnern werden derzeit 22 Kinderheime in Berlin mit ca. 2.200 Kindern und Jugendlichen betreut.

Sozialen Einrichtungen steht für die Freizeitgestaltung eines Kindes pro Jahr meist nur ein knappes Budget zur Verfügung. Laughing Hearts-Präsident, der Internist Dr. Nidal Al-Saadi: „Das Anliegen von Laughing Hearts ist es, Heimkinder in individuellen Belangen zu unterstützen, die über die generelle Grundversorgung hinausgehen. Den Kindern soll, ihren Wünschen entsprechend, die Integration in bestehende, einrichtungsexterne Freizeit- und Bildungsangebote ermöglicht werden. Die individuelle Förderung erfolgt im Rahmen des Leistungskataloges, der die vier wesentlichen Themenbereiche Sport, Bildung, Gesundheit und Freizeit umfasst“. Ohne Zweifel war die 9. Laughing Hearts-Gala wieder ein Lichtblick für bürgerschaftliches Engagement. (FS)

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam für eine soziale und wirtschaftlich starke Stadt

Auf dem 9. Berliner Quartiersrätekongress wird die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt diskutiert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, lädt am Freitag, den 10. November zum 9. Berliner Quartiersrätekongress ein. Die Veranstaltung ist eine besondere Kooperation zwischen dem Berliner Parlament, den Quartiersräten als Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft und der Verwaltung. Im Abgeordnetenhaus von Berlin werden sie sich den komplexen Aufgaben zur Verbesserung der Bildung, der Integration und der Lebenssituation der Menschen in den Quartieren widmen. Im März 2019 jährt sich der Senatsbeschluss zum Programm „Soziale Stadt mit der Einführung“ des Berliner Quartiersmanagements zum 20. Mal.

Gemeinsam für eine soziale Stadt

Schon im Vorfeld des diesjährigen Kongresses wurde das Programm „Soziale Stadt“ proaktiv durch Fragebögen mitgestaltet. Das Ziel ist, das Programm auch 2018 fortzuführen. Das Motto der Veranstaltung lautet „Mitmachen-Mitentscheiden-Selbermachen: Quartiersräte gestalten Stadt“. Gemeinsam sollen wichtige Impulse für die weitere Programmausrichtung gewonnen werden.

Ehrenamtliches Engagement für die Stadtteile

„Ich schätze die ehrenamtliche Arbeit der Quartiersräte, weil sie den Menschen im Quartier eine Stimme geben. Lassen sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie die Fördermittel des ProgrammsSoziale Stadt‘ dort eingesetzt werden können, wo sie am dringendsten gebraucht werden und wo sie den größten Nutzen für möglichst viele Menschen in den Quartieren bringen. Für die weitere Ausgestaltung des Programms ‚Soziale Stadt‘ in Berlin ist mir das Wort der lokalen Spezialisten, die Quartiersräte ja sind, besonders wichtig“, so die Senatorin Lompscher.

Derzeit engagieren sich über 1.000 Quartiersräte in den 34 Quartiersmanagementgebieten der Stadt. Die Gremien werden alle zwei Jahre neu gewählt. Das Hauptanliegen der Räte ist es, den Stadtteil attraktiver zu machen, die Chancen der Kinder auf Bildung zu erhöhen, die Kommunikation untereinander herzustellen und das Zusammenleben der Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft im Quartier zu stärken.

Städtebau wird aktiv mit Projekten gefördert

Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt die Stabilisierung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Stadtteile. Mit gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum wird das Wohnumfeld aufgewertet. Für die Umsetzung der Programmpunkte hat der Berliner Senat ein Quartiersmanagementverfahren ins Leben gerufen und setzt es in Zusammenarbeit mit den Bezirken um. Die jeweiligen Quartiersmanagement-Teams unterstützen lokale Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner, vernetzen und kooperieren mit verschiedenen Initiativen. In diesem Jahr wird das Programm mit finanziellen Mitteln in Höhe von 26,8 Millionen Euro  gefördert. Mittlerweile umfasst das Programm „Soziale Stadt“ 230 Einzelprojekte. (red)

 

 

Karl-Marx-Allee: Lebenslanger Schutz vor Eigenbedarfskündigungen

Ingo Müller und Peter Mayknecht haben eine Klausel gefunden, die es im Berliner Mietrecht wahrscheinlich kein zweites Mal gibt: Im Jahr 1993 wurde den Mietern in der Karl-Marx-Allee ein dauerhafter Schutz vor Eigenbedarfskündigungen garantiert.

Die Männer, die diese Klausel gefunden haben, heißen Ingo Müller und Peter Mayenknecht. Müller ist Mieter in der Karl-Marx-Allee, Mayenknecht arbeitete in den 1990ern für die Grundstückabteilung der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain und ist heute für die DGfI tätig, eine Dienstleistungsgesellschaft für Immobilien.

Nach monatelanger Recherche zusammen mit der Berliner Zeitung haben sie zahlreiche Belege für die Klausel gefunden. Sie gilt für alle Mieter, die zum Zeitpunkt des Verkaufs einen gültigen Mietvertrag hatten.

Paragraf 17 des Kaufvertrages zwischen der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain und der DepFa Immobilienmanagement AG geht weit über die Zehn-Jahres-Regelung hinaus, die seit 2013 allgemein für Berlin gilt.

„Die Erbbauberechtigte verpflichtet sich, die Mietwohnungen dauerhaft entweder nicht in Eigentumswohnungen (…) umzuwandeln oder auf Eigenbedarfskündigungen (…) zu verzichten.“ – Paragraph 17 des Kaufvertrages

Auch Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher bestätigte den Mieterschutz ebenso wie die Verpflichtung des Eigentümers, die Klausel bei künftigen Verkäufen weiterzugeben.

Bezirksstadtrat Tobias Dollase: Mehr Frauen in Vorstände von Vereinen

Stadtrat Tobias Dollase setzt sich für mehr Frauen in Führungspositionen in Vereinen ein. Um auf erfolgreiche Projekte hinzuweisen, lobt der Bezirk in diesem Jahr zum ersten Mal den Reinickendorfer Preis für Sportvereine „Gold für Frauen“ aus. Der Wettbewerb lenkt den Blick auf die aktive Beteiligung von Mädchen und Frauen in den Vereinen, insbesondere im Bereich der Vorstandsarbeit. „Vorbilder sind eine gute Motivation.“ so Dollase. (mg)

Foto: © Pexels

Landeshaushalt 2017: Berlin mit 700 Millionen im Plus

Die Steuereinnahmen in der Republik steigen – die Wirtschaft boomt. Trotz steigender Sozialausgaben und hoher Kosten für die Flüchtlingsbetreuung, ist laut der Finanzverwaltung des Senats mit einem Überschuss von 716 Millionen Euro zu rechnen. Laut Tagesspiegel betrifft dies aber nicht nur die Steuern, sondern auch Verwaltungseinnahmen und Erträge öffentlicher Unternehmen.

Ganz besonders bei den Ausgaben für das öffentliche Personal bleibt Berlin sogar unter den geplanten Ausgaben von 8,28 Milliarden Euro. Auch dank der so unbeliebten Buß- und Strafgelder, fließen mehr als 14 Millionen Euro in die Landeskasse.

Berlins positive Finanzlage könnte sogar zur Tilgung der Schulden eingesetzt werden, denn diese betrugen Anfang des Jahres noch 59,4 Millionen Euro. (mg)

Berliner Wohnungsnot – Neubau muss her

Der Berlin-Boom ist ungebrochen: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten kommen nach Berlin und bringen Ideen, Kultur und Unternehmertum mit. Einen Platz zum Leben brauchen sie alle. Seit einigen Jahren jedoch verkompliziert sich der ohnehin schon schwierige Berliner Immobilienmarkt. Denn anders als in den meisten Städten Deutschlands ist Berlin nicht homogen gewachsen. Dies ist vor allem historisch in der Teilung der Stadt und auch der Bildung von zwei unterschiedlichen Stadtzentren begründet.

Bei der Veranstaltung Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt und Politik wurde gestern Abend über den aktuellen und zukünftigen Wohnungsmarkt Berlins diskutiert. Die von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit organisierte Diskussionsrunde im Roten Rathaus behandelte Themen wie Wohnen in Berlin aus Anbieter-und Verbrauchersicht oder die Themen Mietpreisbremse und Zweckentfremdung.

Zu den Sprechern gehörten Wibke Werner (Stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Mietvereins), Klaus-Peter Hesse (Geschäftsführer des ZIA Zentraler Immobilien Ausschusses), Iris Spranger (Sprecherin für Bauen, Wohnen, Mieten, SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus), Nina Stahr (Landesvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen), Stefan Förster (Sprecher für Bauen, Wohnen und Denkmalschutz, FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus). Moderiert wurde das Ganze von Gerd Nowakowski (Der Tagesspiegel).

Es zeigte sich, dass ein grundlegender Konsens unter allen Beteiligten bestand: Es muss gebaut werden – und zwar dringend. Seit 2010 sind 240.000 Neu-Berliner hinzugekommen, gebaut wurden jedoch nur 40.000 Wohnungen. Platz genug ist vorhanden, verfügt Berlin doch über viele Freiflächen, die schätzungsweise Platz für 240.000 Wohnungen bieten würden.

Viele Investoren sind verunsichert durch hohe Grundstückskosten, langwierige Bauverfahren, mangelnde Akzeptanz für Neubauvorlagen und teure Auflagen. Ein weiterer Aspekt sind die Bürger selbst. Es werden zwar Wohnungen gefordert, wenn es jedoch um die Umsetzung von Neubauten geht, fürchten viele um ihren Kiez, die Preisstruktur oder die Aussicht. Die Rede ist auch meist von den beiden Extremen Luxuswohnungen und preisgebundenem Wohnraum. Auf der Strecke bleibt dabei oft der Bedarf der Mittelschicht, für die es zunehmend schwieriger wird, passenden Wohnraum zu finden.

Dabei gilt Berlin immer noch als vergleichswiese günstig. Schaut man jedoch genauer hin, lässt sich diese Behauptung kaum aufrechterhalten: Seit 2010 sind die Mietpreise in Berlin um 94% gestiegen, das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen beträgt 1.600 Euro, 22,4% der Haushalte, also fast ein Viertel, sind armutsgefährdet. Dies führt dazu, dass trotz der vergleichsweise noch relativ niedrigen Mieten, die Wohnkostenbelastung vergleichbar mit der in München ist.

Foto: © Peter Baumgärtner - Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Alle wollen das Gleiche: Berlins Wohnungen müssen bezahlbar sein und bleiben. Viele Bürger fordern daher eine stärkere Regulierung des Immobilienmarktes durch die Politik. Klaus-Peter Hesse, Geschäftsführer des ZIA, sieht das jedoch kritisch: „ Natürlich müssen Bund und Länder rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, starke Eingriffe durch die Politik sind aber in den meisten Fällen wenig bis gar nicht hilfreich, wie man auch an der Mietpreisbremse sieht.“ Dem widerspricht Iris Spranger, Sprecherin für Bauen, Wohnen, Mieten der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, die die Mietpreisbremse durchaus als ein zielführendes Instrument ansieht, um zu verhindern, dass Mieten willkürlich angehoben werden können.

Neubau ist also die Antwort auf alle Fragen? Nicht ganz, denn viele werfen Investoren vor, am Bedarf vorbei zu bauen und nur den eigenen Profit im Blick zu haben. Tatsächlich ist Berlin eine Mieterstadt, 85 Prozent der Einwohner leben zur Miete. Entwickelt werden aber auch viele Eigentumswohnungen. Aus Sich von Klaus-Peter Hesse ist das kein Problem: „Mittlerweile denken viele über Wohnungskauf nach. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist das nun für viele eine Option, hinzu kommt die positive Wertentwicklung. Außerdem nicht zu vergessen die zahlreichen Investoren aus dem Ausland, für die Berlin eine große Strahlkraft besitzt.“

Einige Ansätze werden durchweg positiv gesehen, so etwa die kooperative Baulandentwicklung. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften können den Bedarf nicht alleine decken, private Investoren müssen also dringend unterstützen. Grundsätzlich vorgeschrieben ist dann auch, 30 Prozent der Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten abzugeben.

Es bleibt also zu hoffen, dass solche vielversprechenden Ansätze verbessert und fortgeführt werden. Denn alle eint das gleiche Ziel: Die Urbanität und die Vielfältigkeit Berlins müssen erhalten bleiben. Schließlich sind das die Gründe für die internationale Attraktivität Berlins, die nicht nur zahlreiche Touristen, sondern auch Unternehmen und Arbeitskräfte in die Stadt zieht. Denn auch in diesem Punkt sind sich alle einig: Berlin steht eine rosige Zukunft bevor. Die Stadt wird weiterhin wachsen und auch zunehmend an Internationalität gewinnen. Eine Immobilienblase oder eine „tote“ Innenstadt sind aus Sicht der Diskutanten nicht zu befürchten. (mg)

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