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Expresszüge der Berliner S-Bahn sollen Pendler entlasten

Zwischen acht und neun Uhr machen sich jeden Morgen tausende Berufstätige in Berlin auf den Weg zur Arbeit. Viele nutzen dafür, aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf den Straßen, die öffentlichen Verkehrsmittel, um ihr Ziel zu erreichen. Doch auch Bus, U- und S-Bahn können der steigenden Anzahl von Fahrgästen inzwischen kaum mehr gerecht werden – so nutzten 2018 über 20 Prozent mehr Menschen die städtischen Bahnverbindungen als im Jahr 2012.

Berliner S-Bahn plant Verbesserungen ab dem 15. Dezember

Daher plant die Bahn aktuell Zusatzangebote, um die angespannte Verkehrslage zu verbessern. Ab Ende des Jahres sollen auf der Linie S3 (Erkner-Spandau) Expresszüge mit jeweils vier Wagen zwischen den Haltestellen Friedrichshagen und Ostbahnhof eingesetzt werden. Die Zusatzfahrten bedeuten nicht nur mehr Plätze für Reisende und Pendler, sondern auch kürzere Fahrzeiten.

Um das Versprechen von bis zu vier Minuten schnelleren Fahrten einzuhalten, wird die Berliner Expressbahn an vier Haltestellen der regulären Verbindung – Hirschgarten, Wuhlheide, Betriebsbahnhof Rummelsburg und Rummelsburg – nicht halten. Da die künftige S3X den regulären Schienenverkehr aber nicht ersetzt, sondern eine Zusatzoption in der Hauptverkehrszeit ist, können Fahrgäste die ausgelassenen Haltestellen weiterhin mit der regulären Verbindung erreichen.

Express-S-Bahn und zusätzliche Wagen

Auch auf weiteren Strecken sollen zukünftig Verstärker eingesetzt werden. Zusätzliche Entlastungsfahrten sind für die S5 (Strausberg Nord–Westkreuz) und die S75 (Wartenberg–Ostbahnhof) geplant. Während die Linie S85 (Pankow-Grünau) ab Ende des Jahres zwei Waggons mehr erhält, müssen bei der Linie S75 Wagen gestrichen werden – wie die Morgenpost berichtet, für S-Bahn Chef Buchner ein unvermeidlicher Kompromiss: „Wenn wir irgendwo mehr Wagen einsetzen, müssen wir sie anderswo wieder wegnehmen“.

Die bald eingesetzten Zusatzfahrten überbrücken aktuell geplante Verbesserungen der Berliner S-Bahn bis zu ihrer Umsetzung. Erst ab 2021 soll die Bahn nämlich zusätzliche Züge erhalten, die den Alltagsbetrieb dauerhaft unterstützen. Der erste Zug der neuen Baureihe 483/484 ist bereits Anfang September im S-Bahn-Netz gefahren. Die bisher zehn gebauten Prototypen werden momentan noch im Berliner Netz getestet. Es wird unter anderem die Funktion der Zugsicherungssysteme und der Fahrkomfort kontrolliert. (sz)

WerkStadtForum City West erarbeitet gemeinsame Ziele und Strukturen für die City West

Wie geht es in Zukunft weiter mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf? Darauf möchte das WerkStadtForum City West eine Antwort finden.

Auf Initiative des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf, der AG City e.V., der IHK, dem VBKI und dem Werkbund startete deshalb am 09.09.2019 das WerkStadtForum City West mit der ersten Sitzung des Kuratoriums. Eingeladen wurden die Teilnehmer von Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Charlottenburg Wilmersdorf, Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. und Gottfried Kupsch Vorstand AG City e.V.

Aufbauend auf diese erste Veranstaltung fand am dann am 26.09.2019 der erste Workshop mit ca. 40 Vertretern der Stadtgesellschaft statt, zu denen auch Vertreter der Fraktionen der BVV des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gehörten. Dort sollten erste Ziele erarbeitet werden. Weitere Veranstaltungen sind für die kommenden Wochen und Monate geplant. Darüber hinaus soll im WerkStadtForum City West ein ständiger Dialog zum Thema Zukunftsgestaltung City West stattfinden, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

WerkStadtForum City West: Pläne für die Zukunft von Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf steht an einem wegweisenden Wendepunkt, an dem auf viele Fragen und Probleme Antworten gefunden werden müssen. Das Stadtleben muss für alle wieder attraktiver werden, indem die Aufenthaltsqualität zukunftsorientiert und nachhaltig verbessert wird. Jetzt kommt es darauf an, wie alle Beteiligten diese seltene Chance ergreifen und Charlottenburg-Wilmersdorf in die Zukunft führen.

Das WerkStadtForum City West hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, im Dialog mit einem fachlich vielseitig aufgestellten Teilnehmerkreis, die Bedürfnisse der Stadt in einem Workshop Format zu diskutieren, Handlungsempfehlungen für ein notwendiges Leitbild zu erarbeiten und im Anschluss konkrete Umsetzungsempfehlungen für zukünftige Bauprojekte abzuleiten.

Schwerpunkte sind neben der räumlichen Orientierung auf die City West und ihre Bedeutung für die Gesamtstadt die Themen Verkehr und Mobilität, soziale Komponenten wie Wohnen und Versorgung, Stadtraum und Stadtökologie (Freiräume und deren Funktion, Städtebau, Stadtgrün, Energie, Nachhaltigkeit) Baugeschichte und Denkmalschutz, Kultur und Medien, sowie Gewerbe, zu dem die Entwicklung der Einzelhandelsflächen, Büroflächen und die Entwicklung des Tourismus gehören. Alles wird dabei immer unter der Prämisse betrachtet, dass die Identität der Stadt nicht verloren gehen darf.

Die Workshops des WerkStadtForum City West

Zu den Workshops des WerkStadtForum City West kommen ca. 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. „Wir haben nicht nur Unternehmer, Politiker und Verbände, sondern auch die Kirchengemeinde und Vertreter der Universitäten für eine Zusammenarbeit gewinnen können“, sagt Gottfried Kupsch, Vorstand der AG City e.V. „Damit haben wir die organisatorischen Voraussetzungen, um für die City West einen umfassenden Raumkonsens zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden, wie wir ihn im Grunde auch für ganz Berlin bräuchten.“

Dem 16-köpfigen Kuratorium gehören unter anderem Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Gottfried Kupsch von der AG City e.V., Jochen Brückmann von der IHK, Michael Knoll vom VBKI sowie Tim Heide vom Werkbund an.

Dem Kuratorium gehören ferner an:

  • Andreas Schulten (bulwiengesa)
  • Christoph Langhof (Langhof Architekt)
  • Stefan Jäckel (ST raum a)
  • Sebastian Seelig (BuroHappold Engineering)
  • Dr. Wolfgang Schäche (Beuth Hochschule)
  • Matthias Blessing (Fachanwalt für öffentliches Baurecht)
  • Stephan Allner (DIE WOHNKOMPANIE)
  • Benedikt Scholler (Drees & Sommer)

„Das Kuratorium soll als ein fachliches Gremium alle Prozesse des Forums begleiten und durch Anregungen und Hinweise verbessern sowie die Inhalte präzisieren und schärfen, um Ergebnisse zu erreichen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden können“, sagt Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. „Das Kuratorium ist jedoch nicht Entscheidungsträger hinsichtlich der Beurteilung und Genehmigung von Projekten.“ Diese Aufgabe stehe allein dem Bezirk zu. Die Organisation und Moderation des WerkStadtForum City West liegt in den Händen von Caroline Lehmann und Wolf Uwe Rilke. (red)

Wirtschaftssenatorin Pop kommt nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurück – Berliner Senat sagt Sitzung am Dienstag ab

Die Uneinigkeiten der rot-rot-grünen Koalition bezüglich der Umsetzung des geplanten Mietendeckels dauern weiterhin an. Besonders die Diskussion um die Rechtmäßigkeit des Vorschlags von Bausenatorin Katrin Lompscher, die Mieten nachträglich zu senken, beschäftigt die Regierung.

Ursprünglich war vom Berliner Senat eine Sitzung am Dienstag geplant, um sich einer Lösung der nicht enden wollenden Debatte zu nähern. Allerdings ist es so weit nicht gekommen – aufgrund fehlender Senatsmitglieder konnten keine Beschlüsse getroffen werden.

Geplatzte Sitzung sorgt für neues Konfliktpotenzial im Berliner Senat

Die abgesagte Sitzung könnte weitere Konflikte innerhalb der Regierung provozieren. Besonders Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) gerät in Erklärungsnot. Während der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und vier weitere Senatoren entschuldigt fehlten, teilte Pop ihre Abwesenheit erst sehr kurzfristig am Tag der geplanten Sitzung mit. In einem Brief an den Senat begründete sie ihr Fehlen in Berlin mit einem verpassten Rückflug aus Kroatien.

Dabei soll der Urlaub der Wirtschaftssenatorin, die als Vertretung für Müller geplant war, überhaupt nicht genehmigt gewesen sein. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, sei Pop bei den Absprachen ein Fehler unterlaufen: „Ich bitte Sie um Entschuldigung, dass es mir trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen ist, an der heutigen Senatssitzung teilzunehmen. Ich hatte übersehen, nochmals den verkürzten Urlaub anzuzeigen. Das war ein formaler Fehler, den ich sehr bedauere.“

Erneute Verschiebung des Mietendeckel-Beschlusses

Die abgesagte Sitzung am Dienstag verzögert einen Beschluss des Mietendeckels nun erneut. Für die Absegnung eines gültigen Beschlusses hätten mindestens sechs Senatoren vor Ort sein müssen. Stadtentwicklungssenatorin Lompscher (Linke) führte nach der geplatzten Tagung noch Gespräche mit den erschienenen Senatoren. Es zeigte sich, dass die geplante Absenkung der Mieten weiterhin kritisch gesehen wird. Dennoch steht Innensenator Andreas Geisel einer Mietsenkung in Einzelfällen offen gegenüber: „Was wir für möglich halten, ist selbstverständlich die Absenkung von Wuchermieten“.

Aufgrund der unsicheren Rechtslage des Mietendeckels ist ein Sonderkoalitionsausschuss für den 10. und 11. Oktober angesetzt. Allerdings muss sich noch zeigen, ob sich die Regierenden nach dem Vorfall am Dienstag endlich einigen können. (sz)

„Extinction Rebellion“: Straßenblockaden für den Klimaschutz?

Während die Bundesregierung am Montag beim Klima-Forum in Sinsheim über Treibhausgaskontrollen diskutiert, protestieren seit den frühen Morgenstunden tausende Aktivisten in Berlin gegen den Klimawandel. Die Anhänger der ursprünglich britischen Organisation „Extinction Rebellion“ haben vorerst nicht vor, das Feld zu räumen – im Verlauf der Woche sind weitere Aktionen geplant.

„Rauf mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle!“

Sitzblockaden, Gesang, eine selbst gebaute Holzarche und rote Verkleidung – die Aktivisten von „Extinction Rebellion“ setzten bereits am Montag deutliche Zeichen für den Klimaschutz. Die Demonstranten versammelten sich am Großen Stern und dem Potsdamer Platz. Dort blockierten sie unter dem Motto „Rauf mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle!“ den Verkehr, der von der Polizei umgeleitet werden musste.

„Extinction Rebellion“ – Proteste verlaufen bisher friedlich

Unter den Teilnehmenden befinden sich junge Menschen und Familien mit Kindern, aber auch linksradikale Aktivisten. Bisher verliefen jedoch alle Aktionen friedlich – sowohl Demonstranten als auch polizeiliche Behörden verhielten sich ruhig und übten keine Gewalt aus. Auch die Befürchtung, Bahnhöfe und Flughäfen könnten von den Blockaden betroffen sein, hat sich vorerst nicht bestätigt.

Ab Montagnachmittag begannen mit regelmäßigen Unterbrechungen die Räumungen der Polizei. Mehrere hundert Menschen wurden bis zum späten Abend von den besetzten Knotenpunkten weggetragen. Allerdings verblieben immerhin einige wenige Demonstranten am Potsdamer Platz – teils selbst angekettet an Betonwannen, um einem Platzverweis durch die Behörden zu entgehen.

Kritik an aktueller Klimapolitik der Bundesregierung

Die aktuellen Proteste der „Extinction Rebellion“ in Berlin kommen nicht von ungefähr. Die „Fridays for Future“-Demonstrationen und die aktuelle Besprechung der Bundesregierung zur geplanten Klimapolitik bis zum Jahr 2030 am Montag gaben den Aktivisten neuen Aufwind. Im Raum stand außerdem der Vorwurf an die Bundesregierung, das Klimagesetz durch zu schwache Regelungen und fehlende Sanktionen aufzuweichen.

Da die Gruppierung im Verlauf der Woche weitere Aktionen angekündigt hat, ist abzuwarten, wie die Behörden mit den geplanten Protesten umgehen. Für die Umweltaktivistin und Kapitänin Carola Rackete, die sich in einer Rede am Mittwoch an alle Teilnehmenden wandte, steht bereits fest: „Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und ökologischen Notstand ausruft“. (sz)

Nach erbittertem Streit in der rot-rot-grünen Koalition – Mietendeckel wird durchgesetzt

Der monatelange Kampf von SPD, Linken und Grünen um den geplanten Mietendeckel scheint gewonnen – zumindest in Teilen. Noch im September hatte der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, den landesrechtlichen Mietendeckel als verfassungswidrig beschrieben. Nun schätzt die Senatsverwaltung für Inneres den Gesetzesentwurf größtenteils als verfassungskonform ein.

SPD, Linke und Grüne bekommen ihren Mietendeckel

Die Durchsetzung der Mietobergrenzen sind für die rot-rot-grüne Koalition ein großer Erfolg. Durch den Mietendeckel soll eine Erhöhung der Wohnraumpreise rückwirkend ab dem 18. Juni 2019 für fünf Jahre pausiert werden. Dennoch ist eine jährliche Mieterhöhung um 1,3 Prozent künftig dann möglich, wenn die betroffenen Wohnungen unter den geplanten Mietobergrenzen liegen.

Auch die mietrechtlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bestätigen eine Verfassungskonformität des Gesetzesentwurfs. So existieren keine preisrechtlichen Vorgaben, die dem Mietendeckel im Weg stehen könnten.

Forderung nach Mietsenkung wird abgelehnt

Kritisch sieht die Senatsverwaltung für Inneres aber die rückwirkende Einfrierung der Mieten. Die Umsetzung dieses Vorhabens erweist sich vor allem bei Staffelmieten, deren regelmäßige Erhöhung bereits fest im Mietvertrag verankert ist, als schwierig.

Auch der Gesetzentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zur Mietsenkung bleibt weiterhin in der Kritik. Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Senatsverwaltung für Inneres halten den Plan Lompschers für verfassungswidrig.

Wohnungswirtschaft mit dem Mietendeckel auf Kriegsfuß

Weniger glücklich über den geplanten Mietendeckel zeigt sich die Wohnungswirtschaft (GdW). Für den Präsidenten des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, Axel Gedaschko, stellen die Pläne der SPD eine Gefahr für das Wohnen in der Hauptstadt dar: „Die Positionen der SPD-Fraktion zum Thema Mietrecht sind keine Basis dafür, mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen und hätten negative Folgen für Vermieter und Mieter“.

Aus diesem Grund möchte die GdW eine Öffentlichkeitskampagne auf den Weg bringen, um sich gegen den Mietendeckel auszusprechen. Laut einem Schreiben der GdW, das der Berliner Zeitung vorliegt, sei es das erklärte Ziel, „die Wohnungswirtschaft nicht länger von denjenigen diskreditieren zu lassen, die uns als Miethai sehen wollen, der sich am schmalen Einkommen der Mieterinnen und Mieter mästet“. (sz)

Erbitterter Streit um den Mietendeckel: R2G am Scheideweg?

Der geplante Mietendeckel sollte eigentlich zu einer Entschärfung der angespannten Wohnsituation in der Hauptstadt führen. Das Ziel: Keine Mieterhöhung für fünf aufeinanderfolgende Jahre, um den explodierenden Wohnraumpreisen entgegenzuwirken.

Nun diskutieren SPD, Linke und Grüne schon seit Monaten über eine Umsetzung des Vorhabens. Eine Einigung der rot-rot-grünen Koalition ist allerdings immer noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil – insbesondere der Entwurf zur Absenkung der Mieten führt zu einer Verhärtung der Differenzen zwischen den Parteien.

Geplanter Mietendeckel spaltet die Koalition

Aktueller Zündstoff ist der Gesetzesentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die LINKE), der bis zum kommenden Montag von den Senatsverwaltungen unterschrieben werden sollte. Senatskanzlei als auch Senatsinnenverwaltung, beide SPD-geführt, stören sich insbesondere an der geplanten Absenkung der Mieten. Die Umsetzung des Vorhabens sei rechtlich unsicher und sehr aufwendig.

Die Senatskanzlei äußerte bezüglich der rechtlichen Lage deutliche Zweifel. „Weiterhin sehe ich die vorgesehene Möglichkeit, Mieten in bestehenden Verträgen abzusenken, in verschiedener Hinsicht kritisch“, so der Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach.

Uneinigkeiten bezüglich der Mietsenkung – rot-rot-grüne Regierungskoalition in Zeitnot

Während die SPD die geplante Mietsenkung geschlossen ablehnt, will Die LINKE das Vorhaben weiterhin umsetzen. Die Grünen geben sich nach wie vor distanziert. So äußerte sich Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung, Ende Juni noch kritisch zum Thema Mietendeckel: „Dass der Bund nun einen Mietendeckel für bundeseigene Wohnungen einführen will, löst das Problem nicht.“

Die Diskrepanzen zwischen den Parteien verlangen nach weiteren Gesprächen und Diskussionen. Dafür ist aber nicht mehr viel Zeit. Eine Einigung des Senats war für den 15. Oktober angesetzt, damit bis zum geplanten Inkrafttreten des Mietendeckels im Januar 2020 alle notwendigen Schritte abgeschlossen sein können – in Anbetracht der aktuellen Lage ein utopisches Ziel.

Wird der geplante Mietendeckel zur Gefahr für das Koalitionsbündnis?

Michael Müller, der sich zunächst noch für den Mietendeckel ausgesprochen hatte, aber keine Zukunft für die geplanten Mietsenkungen sieht, erfährt von seinen Koalitionskollegen aktuell viel Gegenwind. Kultursenator Klaus Lederer von den Linken spricht auf Facebook sogar von einem Bruch „gemeinsamer Verabredungen“.

Die aktuellen Konflikte der rot-rot-grünen Koalition lassen auch die Frage nach dem Bestehen des Bündnisses laut werden. Zwar stehen Neuwahlen momentan (noch) nicht zur Debatte, allerdings stellt das Streitpotenzial des Mietendeckels die Koalitionspartner auf eine harte Belastungsprobe. (sz)

Höhere Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte – Wohnungslosigkeit in Berlin bekämpfen

Wer in Berlin aktuell eine Wohnung sucht, muss sich in Geduld, Beharrlichkeit und Belastbarkeit üben. Hohe Mieten und ein genereller Wohnraummangel sind in der Hauptstadt seit Jahren ein großes Problem.

Besonders hart trifft der angespannte Wohnungsmarkt allerdings sozial benachteiligte Menschen, die oft keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, ist sich sicher, dass eine Erhöhung der Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte zum 1. Oktober die Lage entschärfen wird: „Mit der jetzigen Anhebung der Mietzuschüsse müssen sich noch weniger Menschen sorgen, dass ihre Miete nicht mehr vollständig vom Jobcenter oder vom Sozialamt übernommen wird. Wir wollen, dass auch die Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, in ihren Wohnungen bleiben können und nicht an den Rand der Stadt gedrängt werden.“

Positive Entwicklung bereits im ersten Halbjahr 2019

Die Mietzuschüsse und generellen Verbesserungen der Ausführungsvorschrift Wohnen (AV-Wohnen) zeigten bereits im ersten Halbjahr 2019 ihre Wirkung. Acht Prozent weniger Menschen mussten aus finanziellen Gründen ihre Wohnungen verlassen. Dazu haben auch Sonder- und Härtefallzuschläge sowie der Umzugsvermeidungszuschlag beigetragen, in deren Fällen die Miete vollständig übernommen wird.

Mietzuschüsse – Erhöhung der Richtwerte und Klimabonus

Die Richtwerte der Bruttokaltmiete steigen abhängig von der Größe des Haushalts um drei bis sieben Prozent an. Berechtigte erhalten also zukünftig mehr Geld, um weiterhin ihre Wohnung finanzieren zu können. Außerdem bekommen Menschen, die energetisch sanierte Wohnungen beziehen, einen Klimabonus – der Richtwert erhöht sich in diesem Fall also nochmal.

Neben dem allgemeinen Anstieg der Richtwerte wurde die AV-Wohnen auch in anderen Punkten verbessert. Besonders für die rund 36.000 Wohnungslosen, die aktuell darauf warten, bezahlbare Wohnungen zu beziehen, soll sich die Situation jetzt verbessern. Sie dürfen die Richtwerte zukünftig um mehr als 20 Prozent überschreiten. Gewinner der Neuerungen sind neben Familien auch Alleinerziehende. Aufgrund der Erhöhung der Grenzwerte liegen inzwischen fast 60 Prozent der Bestandmieten von Alleinversorgern innerhalb der Richtwerte. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um die Wohnungslosigkeit in der Hauptstadt weiter zu reduzieren. (sz)

Berliner Senat für mehr nachhaltiges Bauen – Berlin steigt zukünftig auf Holz um

Die Proteste der Fridays for Future-Bewegung und der Beginn des UN-Klimagipfels 2019 zeigen – das Thema Klimawandel ist in der Gesellschaft so brandaktuell wie noch nie. Debatten über einen verbesserten Klimaschutz und das Ziels des Berliner Senats, die Hauptstadt bis 2050 klimaneutral zu machen, wirken sich auch auf den Neubau aus. So soll künftig Nachhaltigkeit auf dem Bau stärker gefördert werden.

Dass die Hauptstadt Vorreiter in diesem Bereich ist, offenbart sich an dem zu Beginn des Jahres eröffneten B-Part am Gleisdreieck. Das partizipative Experimentierlabor ist vollständig aus Holz hergestellt und somit ein wichtiges Beispiel für eine nachhaltige Städteentwicklung.

Klimaschutz durch nachhaltiges Bauen – Berlin geht mit Vorbildfunktion voraus

In seiner Sitzung am 24. September verabschiedete der Senat den Bericht an das Abgeordnetenhaus über „Nachhaltigkeit auf dem Bau: Berlin baut mit Holz“. Um Gebäude zukünftig nachhaltiger zu bauen, sollen Alternativen zum Stahlbetonbau geschaffen und Holz als Ressource stärker genutzt werden. Der größte Vorteil des natürlichen Materials liegt auf der Hand: Durch die Verwendung des nachwachsenden Baustoffs können unglaubliche Mengen an CO2-Abgasen eingespart werden.

Laut der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, soll Berlin vorrangehen und als Beispiel dienen: „Das Land Berlin will bei den eigenen Bauprojekten noch mehr mit Holz bauen. Damit will Berlin seiner Vorbildfunktion gerecht werden und möglichst viele Unternehmen zur Nachahmung motivieren. Mehr Holzbau ist ein wichtiges Element für den Klimaschutz.“

Die Weichen für den nachhaltigen Gebäudebau sind gestellt

Einer Umsetzung des geplanten Vorhabens steht bald nichts mehr im Weg. So wurde bereits eine rechtliche Grundlage für den Holzbau gelegt und die Berliner Bauordnung nach dem Senatsbeschluss modifiziert. Außerdem sensibilisieren Bildungsangebote der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel in Form von Fachdialogen regelmäßig Architekten, Holzbaufirmen und bauende Verwaltungsbehörden für dieser Thematik.

Förderprojekte sollen nachhaltiges Bauen voranbringen

Darüber hinaus haben die Senatsverwaltungen bereits ein neues Projekt im Visier. In Berlin-Marzahn tüfteln Architekten aktuell an einem 25 Millionen Euro Schulbau, der ausschließlich mit Holz umgesetzt werden soll. Forschende untersuchen in diesem Kontext, welche ökologischen und ökonomischen Vorteile, aber möglicherweise auch Einschränkungen der Holzbau mit sich bringt.

Weitere Maßnahmen für nachhaltiges Bauen sind bereits in Planung. Wie im Abschlussbericht des Senats angekündigt, unterstützt das Förderungsprogramm des Landes Berlin zukünftig Pilot- und Innovationsprojekte zum Holzbau. In diesem Zusammenhang ist es auch ein zentrales Ziel, die Strukturen des Holzbaus zu verbessern, um einen effizienten Einsatz der Ressource voranzutreiben. (sz)

Weihnachtsgeschenk von Christoph Gröner: Senat und private Sponsoren finanzieren gemeinsam Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm

Der Kudamm ohne Weihnachtsbeleuchtung – das wäre für die meisten Menschen unvorstellbar! Nun führte eine konzertierte Aktion von Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD), AG City-Chef Klaus-Jürgen Meier und Wirtschaftsstaatssekretär Christian Rickerts zum Erfolg.

Verantwortung für die Stadt

Stolz verkündete das Trio eine Lösung für die Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm, nachdem Wall nicht mehr als Hauptsponsor der spektakulären Illumination zur Verfügung steht. Deutschlands größter Mietwohnungsentwickler Christoph Gröner mit seiner in Berlin-Charlottenburg beheimateten CG Gruppe ist mit stattlichen 200.000 EUR beigesprungen und zeigte so wieder mal Verantwortung für seine Stadt. Die Motivation von Christoph Gröner, das Lichter-Highlight zu unterstützen, ist ganz einfach. Er kann sich den Kurfürstendamm ohne Illumination in der Adventszeit „einfach nicht vorstellen.“

Kennengelernt hatten sich Klaus-Jürgen Meier und Christoph Gröner über deren gemeinsames Engagement bei Laughing Hearts. Eine Einrichtung, die Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen unterstützt, indem gezielt Talente und Interessen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Freizeit gefördert werden. Damit möchte der Verein soziale wie berufliche Perspektiven aufzeigen und den Schützlingen die Chance auf eine positive Entwicklung geben. Aktuell unterstützt Laughing Hearts etwa 2.300 Kinder und Jugendliche in 22 Einrichtungen in Berlin. Christoph Gröner unterstützt Laughing Hearts seit vielen Jahren und ist Vorstandsmitglied in dem Verein. Auch die Off Road Kids können auf die Unterstützung des Unternehmers zählen. Die Stiftung ist seit 1993 die erste und einzige bundesweit arbeitende Hilfsorganisation für Straßenkinder, Ausreißer und junge Obdachlose in Deutschland.

Wohnungsbau am Ernst-Reuter-Platz

Christoph Gröner hat aber nicht nur seinen Firmensitz in der Wilmersdorfer Straße, er ist auch in Charlottenburg-Wilmersdorf vielfältig engagiert. So feierte die CG Gruppe erst vor 2 Wochen Richtfest für die Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Dort entstehen 141 Wohnungen auf insgesamt 11.000 Quadratmetern sowie 52 Tiefgaragenplätze. Die Größe der Apartments wird zwischen 35 und 161 Quadratmetern liegen. Das Projekt liegt in direkter Nachbarschaft zum TU Campus Charlottenburg. Das Areal wird damit um das dringend benötigte Segment Wohnen bereichert.

Es geht – wenn alle wollen!

Das weit über die Grenzen Berlins ausstrahlende weihnachtliche Lichterfest wäre nicht möglich geworden, wenn Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann nicht bereits 2017 begonnen hätte, sich Gedanken über die Finanzierung zu machen. Mit Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG-City und insgesamt stark engagiert für die Hauptstadt, hat er einen starken Partner der Wirtschaft an seiner Seite, der es versteht, Mittel in der Wirtschaft für den guten Zweck zu mobilisieren. Auch Wall ist in diesem Jahr mit 150.000 Euro einer der Unterstützer. Und auch der Dritte im Bunde der Macher, Staatsekretär Christian Rickerts, hat in extrem kurzer Zeit Mittel der Wirtschaftsverwaltung in Höhe von 295.000 EUR zur Verfügung gestellt. Dieses Dreamteam für den Kudamm hat eindrucksvoll gezeigt, dass in Berlin was geht, wenn man nur will.

Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm ist weltweit einmalig

Die Berliner und ihre Besucher können sich also auch in diesem Jahr wieder freuen auf die berühmte und weltweit einmalige Beleuchtung zur Adventszeit am Kurfürstendamm. Auf einer Länge von 4,8 Kilometern, mehr als 570 illuminierten Bäumen und zahlreichen großen Figuren, sind der Kudamm und die Tauentzien der längste beleuchtete Boulevard der Welt. Nun soll eine neuartige und moderne LED Technik erstmals zum Einsatz, die Stromkosten einspart und keine technische Erwärmung erzeugt. (red)

Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm ist gerettet

Besonders in der Weihnachtszeit wird der Kurfürstendamm zum Highlight für viele Einheimische und Berlinbesucher. Schon seit Jahren erleuchten zahlreiche Lichterketten und geschmückte Bäume die Flaniermeile in den Wochen vor Heiligabend und versetzen damit die Hauptstadt in eine festliche Stimmung. Allerdings hatte die Wall AG angekündigt hatte, 2018 zum letzten Mal die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung übernommen zu haben. Daher war zunächst unklar, ob der Ku’damm in diesem Jahr erneut in festlicher Beleuchtung erstrahlen wird. Nun steht jedoch fest, dass sich die Senatsverwaltung, die Berliner CG Gruppe und die Wall AG an der Finanzierung beteiligen und so das geplante Vorhaben möglich machen.

600.000 Euro für einen weihnachtlichen Kurfürstendamm

Die Gesamtkosten für die Weihnachtsbeleuchtung belaufen sich in diesem Jahr auf knapp 600.000 Euro. Die Berliner Senatsverwaltung steuert 295.000 Euro bei. Außerdem ist es auch der CG Gruppe ein wichtiges Anliegen, den Kurfürstendamm weihnachtlich zu gestalten. Als Hauptsponsor übernimmt die Immobilienentwicklungsgesellschaft daher 200.000 Euro für die besinnliche Dekoration. Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Gröner steht ein unbeleuchteter Kurfürstendamm nicht zur Debatte: „Es war für mich einfach unvorstellbar, dass der Ku’damm in der Adventszeit dunkel bleiben sollte.“

Erleichterung im Bezirk – Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm ist gesichert

Auch die Wall AG hat sich überraschendweise dazu bereit erklärt, doch nochmal 150.000 Euro beizusteuern. Sprecherin Frauke Bank begründet das Engagement ähnlich wie Gröner: „Es war uns aber nach all den Jahren ein tiefes Anliegen, dass der Ku’damm nicht dunkel bleibt.“ Allerdings hat das Unternehmen noch keine Angaben dazu gemacht, ob sie die weihnachtliche Gestaltung auch im nächsten Jahr unterstützen werden. Es ist also abzuwarten, wie sich die Finanzierungspläne für 2020 weiterentwickeln.

Zumindest in diesem Jahr können Liebhaber der Weihnachtsbeleuchtung aufatmen. Die finanzielle Unsicherheit hatte für viel Aufregung und Unmut im Bezirk gesorgt. Auch Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann gibt sich erleichtert: „Wir freuen uns, dass es nun doch noch klappt und die City West nicht dunkel bleibt.“ Die Illuminationen des Lichtgestalters Andreas Boehlke werden also ab Ende November, kurz nach dem Totensonntag, bis Anfang Januar erneut den Ku’damm erleuchten. (sz)

Veranstaltungen

Deutscher Arbeitgebertag

Der Deutsche Arbeitgebertag ist der bedeutendste wirtschafts- und sozialpolitische Kongress der gesamten deutschen Wirtschaft.

Die Arbeitswelt von morgen muss die digitalen Herausforderungen der Zukunft meistern. Das neue Zeitalter fordert einen offenen Austausch und eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb lädt die BDA auch 2019 wieder zum Arbeitgebertag ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden beim diesjährigen Arbeitgebertag aufeinandertreffen, um über aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.

(Anmeldung erforderlich)

6. Deutscher Vergabetag 2019

Der 6. Deutsche Vergabetag des Deutschen Vergabenetzwerks (DVNW) bringt als Dialogveranstaltung öffentliche EinkäuferInnen, MitarbeiterInnen in Vergabestellen, VertreterInnen der Rechtspflege, der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu den aktuellen und wichtigen Fragen der öffentlichen Beschaffung zusammen.

Die Teilnehmer erwarten aktuelle Entwicklungen aus Vergaberecht und Politik, neueste Rechtsprechung, fundierte Praxisworkshops, Erfahrungsaustausch und Netzwerkarbeit.

(Anmeldung erforderlich)