Beiträge

Neuer Stadtentwicklungsplan Zentren: Gute Grundlage für städtische Quartiere in Zeiten des Online-Shoppings

Mit dem aktuellen StEP Zentren hat der Senat heute die planerische Richtschnur für die Ansiedlung und Konzentration des Berliner Einzelhandelsangebots beschlossen. Aus Sicht der Wirtschaft ist die Aktualisierung des Stadtentwicklungsplan Zentren ein wichtiger Schritt, um auf maßgebliche Strukturveränderungen wie Onlinehandel, steigende Einwohnerzahlen, immer wertvoller und knapper werdende Flächen sowie neue Mobilitätsformen zu reagieren.

Jörg Nolte, Geschäftsführer der IHK Berlin: „Mit dem Stadtentwicklungsplan stellt der Senat wichtige Weichen für die nachhaltige Attraktivität Berlins. Er schafft Orientierung für Politik und Wirtschaft. Gerade die Unternehmen aus Handel und Dienstleistung brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sie den aktuellen Herausforderungen begegnen können. Jetzt kommt es darauf an, Themen wie attraktiver öffentlicher Straßenraum oder notwendige  Micro-Hubs auch zu realisieren. Der beste gesamtstädtische Plan nützt nichts, wenn nicht auf Bezirks-Ebene diese Ziele auch finanziert und vor Ort umgesetzt werden.“

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg e.V.: „Gerade vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen ist es für den stationären Einzelhandel immer wichtiger, sich in einem attraktiven Umfeld von Dienstleitstern, Freizeitangeboten und Gastronomie zu präsentieren. Denn auch wenn Einzelhandel sich auf Multichannel einstellt, braucht er attraktive Orte. Dazu dient der StEP Zentren, dessen Entwicklung wir gemeinsam mit der IHK Berlin eng begleitet haben.“

Der Beschluss des StEP Zentren bildet den Auftakt zu einer Reihe von insgesamt vier Stadtentwicklungsplänen, die aufeinander abgestimmt maßgeblich für die weitere Ausgestaltung Berlins sind. Parallel erarbeitet werden zudem die Pläne für Verkehr, Wirtschaft und Wohnen.
„Wir begrüßen, dass die für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins maßgeblichen Planwerke miteinander korrespondieren. Nur so können sie eine Hilfestellung bei der Bewältigung der bestehenden Flächenkonkurrenzen in der wachsenden Stadt sein“, so Jörg Nolte weiter. (red)

HD Handelsimmobilien GmbH: Shopping als Freizeiterlebnis

Der Onlinehandel boomt – ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Das stellt nicht nur Einzelhändler vor eine große Herausforderung, sondern auch die Besitzer und Betreiber von Handelsimmobilien. Was muss sich ändern? Und welche Ideen gibt es, um Kunden weiter in Shopping- Center zu locken?

Laut Prognosen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) war 2017 ein positives Jahr für den deutschen Einzelhandel. Er konnte seine Umsätze um rund vier Prozent steigern. Auch für 2018 rechnet der HDE weiterhin mit einem Umsatzplus – von ca. zwei Prozent zum Vorjahr. Vor allem der Onlinehandel wird weiter wachsen. Für den stationären Einzelhandel sieht es wenig rosig aus. Die Besucherfrequenz wird weiter abnehmen, nicht nur bedingt durch den demografischen Wandel. CBRE prognostiziert einschneidende Veränderungen im Retailbereich in den nächsten zehn Jahren. Statt des reinen Produkterwerbs wird demnach der Freizeitfaktor stärker in den Mittelpunkt des Aufenthalts in Einkaufszentren rücken. Darüber hinaus sind die stationären Einzelhändler gefordert, nicht nur ihre Onlineshops zu verbessern, sondern auch ihre Läden digitaler auszurichten.

F³-Konzept: Ansprüchen von Käufergenerationen gerecht werden

„Die Konkurrenz durch den Onlinehandel stellt den stationären Handel bereits seit einiger Zeit vor eine große Herausforderung und fordert neue Denkansätze, um Kunden an sich zu binden“, sagt Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH. „Der stationäre Handel muss sich stärker nach den Bedürfnissen und Anfordernissen seiner Kunden richten, wenn er mit dem Onlinehandel mithalten will. Bei unserem zukunftsorientierten F³-Konzept, mit dem wir Handelsimmobilien revitalisieren, legen wir genau auf diese Punkte den Fokus unserer Überlegungen. Man muss bedenken, dass es nicht nur einen Kundentyp, sondern verschiedene Käufergenerationen gibt. Die Altersgruppe 50+ hat ganz andere Ansprüche als die Unter-20-Jährigen. Während die erstgenannte Gruppe noch viel mehr Wert auf den Servicecharakter und die Beratung vor Ort legt, fordert die jüngere Generation vor allem digitale Connectivity und Kommunikationsqualität, Stichwort „Augmented Reality“. Die Herausforderung für Entwickler von Handelsimmobilien besteht darin, die verschiedenen Anspruchshaltungen miteinander zu vereinen“, so Blömke.

Individualität und Shoppingerlebnis statt Massenabfertigung bei Handelsimmobilien

Der stationäre Handel besitzt auch heute noch durchaus einen großen Stellenwert. Das entdecken verstärkt auch Onlinehändler. In den USA hat so zum Beispiel der Onlineriese Amazon stationäre Amazon books-Stores eröffnet. Whole Foods ist mit dem Internetgiganten eine Partnerschaft eingegangen, um mehr Kunden in den stationären Handel zu locken. Beim Sportartikelhersteller Nike können Kunden in ausgewählten Läden ihren eigenen Schuh vor Ort entwerfen. Für den Kunden stellt das ein völlig neues Einkaufserlebnis dar. Dem Wunsch nach Individualität, der insbesondere bei jüngeren Käufergenerationen stark ausgeprägt ist, kann so entsprochen werden. Handelsimmobilienexperte Nils Blömke fasst zusammen: „Der Besuch eines Shopping-Centers muss zum Erlebnis für den Kunden werden.

Neben einem guten Branchenmix und einer Flächenoptimierung muss auch das Entertainment sowie die Aufenthaltsqualität in Einkaufszentren erhöht werden. Die Retailbranche steht vor der Herausforderung, neue Denkansätze zu entwickeln. Statt einer bloßen Massenabfertigung muss der Kunde sich individuell betreut und wohl fühlen – und die digitale Komponente darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, um das Shoppingerlebnis von morgen attraktiv zu gestalten.“ (cr)

Veranstaltungen

Tag des Onlinehandels 2019

Gemeinsam mit Unternehmens­entscheidern werden zukunftsträchtige Themen zum Thema Onlinehandel diskutiert und Branchen-Insights aufgezeigt. Die Teilnehmer diskutieren mit Politikern  und arbeiten in Workshops mit.

(gebührenpflichtig)