Beiträge

Hochschulzulassung: Senat stimmt Entwurf des Staatsvertrages zu

Über ein Jahr lang wird nun schon bundesweit über die Abschaffung der Wartezeit und der Einführung einer Talentquote bei der Studienplatzvergabe im Fachbereich Medizin diskutiert. Jetzt hat der Berliner Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, beschlossen, dem Entwurf des Staatsvertrags über die Hochschulzulassung zuzustimmen.

Hochschulzulassung für Medizin zum Teil verfassungswidrig

Am 19. Dezember 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das die Verfahrensvorschriften zur Vergabe von Studienplätzen für Medizin teilweise verfassungswidrig sein. Daraufhin wurde eine Novellierung des bisher geltenden Staatsvertrages erforderlich, heißt es vom Berliner Senat. Der Gesetzgeber wurde daraufhin verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung zu schaffen.

Der neue Staatsvertragsentwurf über die Hochschulzulassung soll den bisher geltenden Staatsvertrag vom 5. Juni 2008 ersetzen. Mit dem neuen Vertrag soll erreicht werden, dass bei der Studienplatzvergabe im Bereich Medizin die Eignung der Bewerber stärker berücksichtigt wird.

Neuerungen des Staatsvertragsentwurfs zur Hochschulzulassung

Die Anforderungen für einen Studienplatz für Medizin sind hoch. In der Regel müssen die Bewerber im Auswahlverfahren der Hochschulen ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma vorweisen. Für viele Bewerber war daher die Wartezeit die einzige Alternative, um einen Studienplatz zu bekommen. Aktuell liegt diese bei mindestens 14 Semestern, also sieben Jahren. Doch genau diese wird nun mit dem neuen Entwurf des Staatsvertrags abgeschafft. Die Begründung: Bei der Auswahl nach Wartezeit handle es sich nicht um ein eignungsorientiertes Kriterium. Doch was bedeutet dies für diejenigen, die schon länger auf einen Studienplatz warten? Für diese soll es laut des Senats eine Übergangsregelung geben. „Für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit abnehmender Gewichtung wird die Zeitspanne seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Wartezeit) ergänzend zu anderen Auswahlkriterien berücksichtigt“, lautet der Vorschlag.

Darüber hinaus wird im neuen Staatsvertrag die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht. Außerdem soll es eine sogenannte zusätzliche Eignungsquote im Umfang von zehn Prozent geben. Damit würden sich für Bewerber unabhängig von der Abiturnote Chancen für einen Studienplatz eröffnen. Für das hochschuleigene Auswahlverfahren sollen einheitliche Vorgaben zur Standardisierung und Strukturierung festgelegt werden und es soll ein Verfahren eingeführt werden, das die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung länderübergreifend vergleichbar macht. Zudem bestimmt eine neue Regelung des Staatsvertragsentwurfs, dass die Hochschulen neben dem Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium mit erheblichem Gewicht, wie etwa eine abgeschlossene medizinische Ausbildung berücksichtigen müssen.

Langer Weg zum Inkrafttreten der neuen Regelungen

Bevor der neue Staatsvertrag in Kraft tritt, müssen sich jedoch die Finanzministerkonferenz sowie die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung befassen und die Länderparlamente zustimmen.

Der Entwurf sieht auch vor, dass der Staatsvertrag frühestens auf das Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 Anwendung findet. (aw)

Wissen was kommt: Migräne-Therapie mit der M-sense App

Kann eine Smartphone-App dazu beitragen Kopfschmerzen, speziell starke Migräne-Anfälle, zu lindern? Bereits 2013 stellte sich der Migräneforscher Dr. Markus Dahlem diese Frage als er mithilfe von mathematischen Analysen die Vorgänge von Migräneattacken belegen konnte.Seiner damaligen, von Migräne geplagten Mitbewohnerin, die erstmals sein Interesse am Thema weckte, konnte er nun auch helfen. Sie führt nun Kopfschmerz-Tagebuch mit der M-sense App.

Während anhaltende elektrische Entladungen von Nerven, den Kopf quälen, können Patienten oft weder das Haus noch ihr eigenes Zimmer verlassen. Von allem geplagt was Geräusche verursacht oder Licht verströmt, sind rund 12 Prozent der Deutschen von Migräne betroffen. Meist wurden sie jedoch nur medikamentös behandelt. Das Berliner Newsenselab-Team hat mit der Entwicklung der App M-Sense eine alternative Behandlung entwickelt, um die extremen Kopfschmerzepisoden für Betroffene vorhersehbar und vor allem kontrollierbar zu machen. Die App ist bereits ein zertifiziertes Medizinprodukt. Als erstes dieser Art, lernt der Algorithmus der App mithilfe künstlicher Intelligenz auch noch dazu und verbessert das Modell für die Benutzer somit stetig.

 

Gründungsgesellschafter der Newsenselab GmbH (vl.n.r.): Simon Scholler, Stefan Greiner, Dr. Markus Dahlem und Martin Späth. | Foto: Newsenselab GmbH / Johannes Windolph

 

Studie zur digitalen Prävention gestartet

„Unser Ziel ist es, die Kopfschmerztage der Betroffenen um mindestens 50 Prozent zu reduzieren“, erklärt CEO und Mitgründer Stefan Greiner. Um dieses Vorhaben zu fundieren, kooperieren die BARMER-Krankenkasse und die Deutsche Telekom, unter wissenschaftlicher Betreuung der Charité für ein gemeinsames Projekt. Hierzu bewerten 1.000 von Kopfschmerzen und Migräne betroffene Mitarbeiter_innen der Deutschen Telekom, ihre Erfahrungen mit M-sense für neun Monate. Die Studie soll das Potenzial der personalisierten und mobilen Migränetherapie von M-sense sichtbar machen, mit der bis zu 40 Prozent der Schmerzattacken nicht-medikamentös reduziert werden können.

Nachdem Benutzer die App mit möglichen Einflussfaktoren der eigenen Migräne gefüttert haben, beobachtet und analysiert M-sense das Krankheitsbild. Anhand mathematischer Modelle warnt M-sense anschließend vor Trigger-Faktoren. Ziel ist es nicht nur die Häufigkeit der Attacken langfristig zu verringern, sondern auch ein individuell abgestimmtes Therapiemodell zu erstellen. Durch Entspannungs- und Bewegungstraining sowie präventive Maßnahmen kann nachgewiesen sogar der Medikamentenkonsum der Migränepatienten reduziert werden. Die von der App automatisch festgestellten Wetterverhältnisse und weitere äußere Einflussfaktoren tragen zum sogenannten Biofeedback der Patienten bei.

 

Nach der Eingabe möglicher Einflussfaktoren der eigenen Migräne, warnt die App anschließend vor Trigger-Faktoren. | Foto: M-sense

 

Arznei durch M-sense Analyse

Im Zuge etlicher Datenskandale der Plattformen und Apps von Internetriesen und kleineren Anbietern, deren Nutzungen erst möglich sind, wenn man der Speicherung und Weiterverwendung jeglicher eigener Daten zustimmt, ist das Konzept von M-sense bereits fortschrittlicher. „Wir werden [mithilfe der Patientendaten] neue biologische Zyklen ausmachen können. Man muss Patienten jedoch auch davor schützen, dass ihre Daten ungenutzt bleiben. Daten sind der Schlüssel zur personalisierten Therapie“, so Dahlem. Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten.

 

Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten. | Foto: M-sense / Johannes Windolph

Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten. | Foto: M-sense / Johannes Windolph

 

Was bei Kopfschmerzen und Migräne beginnt soll sich mit den mathematischen Analysemodellen auch auf andere chronische Krankheiten übertragen lassen. Das vierköpfige Gründerteam von Newsenselab macht es sich zum erklärten Ziel, chronische Krankheiten für Betroffene kontrollierbar zu machen. Sodass diese sie nicht in wiederholtem Maße im Alltag außer Gefecht setzen. (cn)

Berlin bekommt ein Zentrum für Herzmedizin

Noch im Dezember letzten Jahres wurde das Projekt „Universitäres Herzzentrum Berlin (UHZB)“ für gescheitert erklärt. Nun wird das Vorhaben doch umgesetzt. Denn die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) konnten sich auf ein Konstrukt einigen.

Nach dem ersten gescheiterten Anlauf im Dezember gaben die Spitzen beider Einrichtungen sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nun bekannt, dass das neue Kompetenzzentrum doch entstehen wird. „Ich bin extrem erleichtert und glücklich, dass diese Vereinigung zustande gekommen ist“, so der Vorstandsvorsitzende der Charité, Karl Max Einhäupl. Das zukünftige Universitäre Herzzentrum Berlin wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf dem Campus der Charité vorgestellt.

Das Vorhaben drohte zu scheitern

Pläne für den Aufbau eines großen Kompetenzzentrums für Herzchirurgie in Berlin gab es bereits vor mehr als sechs Jahren. Nun soll das Vorhaben endlich verwirklicht werden. Noch vor Weihnachten sah dies jedoch ganz anders aus. Denn die Verhandlungen drohten zu scheitern. So konnten sich die Beteiligten zunächst nicht auf eine Gesellschaftsstruktur einigen. Das DHZB befürchtet nämlich, dass die Charité den finanziellen Ton angeben würde,

Nachdem sich die Verhandlungspartner einigen konnten, ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH noch in diesem Jahr geplant. Dabei soll die Charité 51 Prozent und das DHZB 49 Prozent der Anteile erhalten. Die DHZB wird mit dieser Fusion zu einer universitären Einrichtung.

Berlin bekommt ein großes Herzzentrum

Das neue Herzzentrum wird in Berlin drei Standorte haben: Den Campus Charité in Mitte, den Campus Benjamin Franklin in Steglitz und den Campus Virchow-Klinikum in Wedding.

Schwerpunktstandort soll das Virchow-Klinikum der Charité in Wedding werden. Insgesamt wird das UHZB 1.800 Mitarbeiter und mehr als 500 Betten haben.

Auf dem Gelände des Virchow-Klinikums sind zwei Bauabschnitte geplant. Der erste Bauabschnitt mit fünf Operationssälen und fünf Herzkatheterlaboren soll 110 Millionen Euro kosten. Davon wird das Land Berlin 90 Millionen und das DHZB 20 Millionen Euro beitragen. Der Bau soll schnellstmöglich begonnen werden und wird fünf Jahre dauern. Im zweiten Bauabschnitt hingegen sollen Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie unterkommen. Das gesamte Zentrum wird dann in sieben bis zehn Jahren fertiggestellt.

Ein Leuchtturmprojekt für die Gesundheitsversorgung

Durch die Fusion werden beide Einrichtungen, die Charité und das DHZB, zu einer wissenschaftlich, klinischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit. Mit dem Bündnis werden die beiden Disziplinen, die Kardiologie und die Herzchirurgie, fachübergreifend zusammenarbeiten und so neue Therapien entwickeln können.

„Durch das Zusammengehen können wir mit anderen europäischen Herzzentren in Konkurrenz treten“, so der Charité-Chef Karl Max Einhäupl. Zudem sieht der Regierende Bürgermeister Michael Müller im UHZB „Potenzial für einen weiteren Berliner Leuchtturm in der Gesundheitsversorgung“. Weiterhin sagt Müller, dass es das gemeinsame Ziel sei, die bestmögliche medizinische Versorgung für die Menschen in Berlin zu sichern. (dn)

Neuer Ansatz bei Parkinson: Innovatives Sprühpflaster aus Berlin kann helfen

Parkinson-Patienten stehen bislang Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die kaum effizient sind und diverse Nebenwirkungen mit sich bringen. Das Berliner Unternehmen epinamics hat mit Liqui-Patch das weltweit erste Wirkstoff-Sprühpflaster entwickelt, das den Wirkungsgrad im Vergleich zur konventionellen Wirkstoffpflastern um bis zum Fünffachen erhöht und gleichzeitig die Umweltbelastung senkt . In neun Ländern sowie in Europa und den Vereinigten Staaten ist die Technologie bereits patentiert.

Eine hautverträgliche, bequeme und unsichtbare Alternative zu klassischen Wirkstoffpflastern bieten zu können – das ist die Mission des Berliner Unternehmens epinamics. Die bisherige Behandlung mit einem klassischen Wirkstoffpflaster führte oft zu schmerzhaften Hautreaktionen und eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Wirkstoffpflaster versorgen den Träger, anders als normale Wundpflaster, über die Haut mit Arzneistoffen. Verwendung finden diese beispielsweise in der Schmerz- oder Hormontherapie sowie in der Behandlung der Parkinson’schen Erkrankung.

Zukunft der Behandlung von Parkinson: Schonend und einfach

Mit Liqui-Patch® gibt es nun eine Alternative, die viele der klassischen Nebenwirkungen vermeidet. Das transparente Liqui-Patch® soll ganz einfach auf die Haut gesprüht werden, innerhalb von 90 Sekunden bildet sich ein stabiler, reißfester und flexibler Film, aus dem der jeweilige Wirkstoff freigesetzt wird. Die Anwendung ist einfach und hautschonend. Außerdem wird der Patient nicht in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, da das Liqui-Patch® fast unsichtbar und somit absolut alltagstauglich ist.

Über einen Pumpspray-Applikator kann eine genaue Dosierung der benötigten Wirkstoffmenge erzielt werden. Dies ermöglicht den effizienten Einsatz von Wirkstoffen in nahezu allen Krankheitsgebieten. Einerseits erhöht sich Wirkungsgrad daher verglichen mit herkömmlichen Lösungen bis um das Fünffache und andererseits sorgt die damit verbundene Ressourcenschonung für eine deutlich geringere Umweltbelastung. Zunächst konzentriert sich epinamics – ein Kofferwort aus “Epidermis” und “Dynamics” – auf die Krankheitsgebiete Parkinson und Vitamin D3-Mangel.

“Der Liqui-Patch® ist über zahlreiche Applikationen und Wirkstoffklassen einsetzbar und eignet sich sogar zur Selbstmedikation”, äußert sich Prof. Dr. Wolfgang Kehr, Geschäftsführer, über die richtungsweisende Technologie. Damit kann die therapeutische Versorgung individuell an Patientenbedürfnisse und Krankheitsbilder angepasst werden.

Liqui-Patch® im Crowdinvesting

Die Gründer haben bisher mehr als eine Million Euro aus Eigenmitteln in das Unternehmen investiert. Zur Umsetzung bereits ausgereifter klinischer Studienprogramme mit zwei Liqui-Patch® -Produkten führt epinamics momentan eine Finanzierungsrunde auf der Bio-Tech-Crowdinvesting-Plattform aescuvest (www.aescuvest.de/liqui-patch) durch. Private Anleger können sich hier mit Summen ab 250 Euro beteiligen und von der Unternehmensentwicklung profitieren. (red)

Veranstaltungen

Es konnte leider nichts gefunden werden

Entschuldigung, aber kein Eintrag erfüllt ihre Suchkriterien