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Hinter den Kulissen mit CCC Filmkunst

Im Gespräch mit Alice Brauner, Geschäftsführerin der CCC Filmkunst GmbH und Film-, Fernseh- und Web-Produzentin bei den CCC-Filmstudios

Die BERLINboxx traf Alice Brauner am Set von Matze, Kebab und Sauerkraut– so heißt der Film, den sie gerade in Berlin fürs ZDF produziert. 22 Drehtage sind für die Culture-Clash-Komödie geplant.

Die Frau hinter CCC Filmkunst

Nach ihrem Studium der Geschichte und Politologie arbeitete Alice Brauner zunächst als Redakteurin für verschiedene Printmedien und für die Stiftung Survivors of the Shoah Visual History Foundation. Es folgte die Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin über das Thema Antidemokratische und rassistische Tendenzen in der Neuen Rechten in Deutschland. 1999 wurde sie Fernseh-Moderatorin bei TV-Berlin, später bei n-tv.

Heute ist Alice Brauner in der Geschäftsführung der CCC Filmkunst GmbH und der CCC Filmstudios als Film-, Fernseh und Web-Produzentin tätig. Ihren ersten preisgekrönten Kinofilm, Der letzte Zug (2006), realisierte sie gemeinsam mit ihrem Vater. Es folgten weitere Produktionen wie Wunderkinder (2012) und Auf das Leben (2014). Außerdem kümmert sie sich um das Lizenzgeschäft, den digitalen Erhalt von Filmklassikern und die Vermarktung der Filmstudios in Berlin-Spandau. Aktuell entwickelt Alice Brauner mit dem WDR einen Event-Zweiteiler über Wernher von Braun.

Alice Brauner – die Produzentin

Als Geschäftsführerin der über 70 Jahre alten, seit kurzem sanierten CCC-Filmstudios konnte sie die erste deutsche Netflix-Serie Dark für ihre Ateliers gewinnen. Danach folgte eine Welle von herausragenden Serien- und Filmproduktionen wie Kudamm 59 für das ZDF, die Sky-Serie Acht Tage, sowie der Kinofilm Als Hitler das rosa Kaninchen stahl. Neben zahlreichen Preisen für ihre Filme, wie 2012 Die Romy als beste Produzentin eines deutschen Kinofilms, erhielt sie im November 2017 den Veuve Clicquot Business Woman Award als innovativste Unternehmerin Deutschlands. Dennoch, so sagt sie, kann sie nicht vom Produzieren allein leben. „Es braucht wahnsinnig viel Geld und noch mehr Zeit und Geduld, um gute Kinofilme zu realisieren. Oft werden Filmprojekte über Jahre entwickelt – der Drehbuchautor wechselt, man muss Klinken putzen, kämpft um Filmförderung, hat dabei zig wechselnde Ansprechpartner, die über staatliche Zuschüsse entscheiden. Bei Fernsehproduktionen wie Matze, Kebab und Sauerkraut ist das einfacher. Es gibt einen Redakteur und eine Redakteurin, in diesem Fall vom ZDF.“

Um das knapp bemessene Budget nicht zu überschreiten, ist Alice Brauner meist selbst am Set. Etwa viereinhalb bis sechs Minuten Film müssen pro Tag gedreht werden, das ist eine sportliche Herausforderung. In der nach wie vor von Männern dominierten Branche muss sie sich häufig verteidigen. „Oft muss ich denen klar machen, dass ich es bin, die von klein auf mit Film groß geworden und für die Finanzen verantwortlich ist.“

„Musik spielt bei vielen Filmen eine enorm wichtige Rolle,…“

Die CCC-Filmkunst-Geschäftsführerin kämpft um die Realisierung jedes einzelnen Films, zuletzt Crescendo #makemusicnotwar. Am 4. Juli konnte er auf dem 37. Filmfest München seine Weltpremiere feiern und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – für die Regisseurin ein unglaublicher Erfolg: „Ich wollte schon immer mal mit einem Film nach München, doch zwei unserer Produktionen wurden abgelehnt, daher hatte ich wenig Hoffnung. Aber sofort nach Ende der Sichtung von Crescendo #makemusicnotwar zeigten sich die Festival-Verantwortlichen so begeistert, dass sie uns noch vor Ort eine Zusage gaben. Das macht mich unsagbar stolz!“ Die Partnersuche für das Drama über ein Orchester aus arabischstämmigen und jüdischen Musikern aus Palästina und Israel gestaltete sich für Brauner ziemlich schwierig. „Mit voller Begeisterung war von Anfang an HessenFilm und Medien mit an Bord, genauso wie uns auch der IDM Südtirol sofort unterstützt hat. Aber einen deutschen TV-Sender dafür zu gewinnen, erwies sich schlicht als unmöglich, und das, obwohl Andreas Schreitmüller, dem ich diesbezüglich zu großem Dank verpflichtet bin, alles versucht hat, um den für Arte notwendigen Koproduktionspartner unter allen potentiellen öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden. Dem Projekt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Flügel’ verlieh dann das Red Bull Media House, eher eine Zufallsbekanntschaft auf einer Berlinale-Veranstaltung, die das Projekt mit der Gap-Finanzierung gerettet hat. Sie haben die Realisierung unserer Produktion eigentlich erst möglich gemacht.“

Matze, Kebab und Sauerkraut

Am Set: Gerade produziert Alice
Brauner den Film Matze, Kebab
und Sauerkraut fürs ZDF | Foto: ZDF/Daniela Incoronato

Auch der Dreh mit Musikern und Schauspielern in Ländern wie Israel war für Alice Brauner eine Herausforderung. „Ich denke, dass das für den brillanten Regisseur, Dror Zahavi, nicht ganz einfach war. 70 Prozent des jugendlichen Orchesters bestand aus Laienschauspielern, die er geschickt führen musste. Den professionellen Schauspielern mussten Coaches das Musizieren beibringen. Das haben aber alle ziemlich gut gelernt, wie man an den Nahaufnahmen im Film sehen kann. In drei Ländern zu drehen, ist nie einfach, aber wir haben durch die jeweiligen Teams vor Ort perfekte Bedingungen vorgefunden.“ Für die Filmproduzentin spielt die Musik auch persönlich eine zentrale Rolle. „Ich habe die Liebe zur Musik mit Sicherheit von meinem Vater geerbt, der ja eigentlich Opernsänger werden wollte, was das Schicksal glücklicherweise zu verhindern wusste, sonst wären wir wohl alle verhungert. Musik spielt bei vielen Filmen eine enorm wichtige Rolle, sie kann zum inszenatorischen i-Tüpfelchen werden. In unserem Fall ist sie das wichtigste Bindeglied für den Frieden.“

Aktuell arbeitet Alice Brauner mit CCC Filmkunst an einer historischen Geschichte, die unter dem Titel Der Mann, der Hitler besiegte im Kino anlaufen soll. Die Produktion entsteht auf Wunsch ihres Vaters, für den es womöglich der letzte Film ist: „Eine wahre historische Geschichte, die kaum jemand kennt, die aber die Welt verändert hat. Arbeitstitel ist Der Mann, der Hitler besiegte und es geht um den Journalisten Rudolf Roessler, der Informationen der Wehrmacht an Russland weitergab.“ Auch wenn damit der Weg ihres Vaters als Produzent endet, werden wir von Alice Brauner sicher noch einiges hören. (dd)

Informationen

Mit einem Paukenschlag wird die langjährige Freundschaft von Noah (Franz Dinda) und Hakim (Omar El Saeidi) einer harten Prüfung unterzogen. Dummerweise verknallen sie sich in dieselbe Frau, die hippe Fotografin Charlotte (Christine Eixenberger). Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Männern ist ihre Religion. Der eine ist Jude, der andere Muslim. Um die Traumfrau, die noch dazu Christin ist, entspinnt sich zwischen den „best buddies“ ein erbittertes Duell. Die befreundeten Familien geraten in Streit, denn die Angebetete ist blond, blauäugig, deutsch und katholisch. Ein No-Go für die assimilierten Familien Hirschman und Abu Yazid.

Bundespresseball 2019: Glamour und Klimaneutralität

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ –  so lautete das Motto des diesjährigen Bundespresseballs. Und zumindest dem Klimawandel wurde in diesem Jahr Rechnung getragen, denn die glamouröse Veranstaltung im Berliner Hotel Adlon stand ganz im Zeichen der Klimaneutralität, was bedeutete, dass erstmals sämtliche CO2-Emissionen des Balls kompensiert wurden. Berücksichtigt wurden unter anderem die Anreise der Gäste, die Anlieferungen von Möbeln, Getränken und Speisen sowie der Energieverbrauch des Hotels Adlon. Zum vollständigen Ausgleich der Emissionen von insgesamt 316.800 Kilogramm Kohlenstoffdioxid beteiligt sich der Bundespresseball an Klimaschutzprojekten in Asien und Südamerika.  „Getreu unserem diesjährigen Motto ‚Wandel‘ ist es unser Ziel, den Bundespresseball in den kommenden Jahren immer stärker ressourcensparend und klimafreundlich auszurichten“, so die Geschäftsführer der Bundespresseball GmbH, Mathis Feldhoff und Tim Szent-Iványi.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender. Foto: Bundespresseball

Auszeichnung für polnischen Journalisten

Der Preis der Bundespressekonferenz ging in diesem Jahr an den polnischen Journalisten Jacek Lepiarz. „Jacek Lepiarz hat mit seiner langjährigen Arbeit als Journalist einen großartigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis von Polen und Deutschen geleistet.“, sagte der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz. „Wir zeichnen einen Kollegen aus, der nicht gewillt war, sich den Veränderungen der Medien in Polen einfach zu beugen. Wir wollen zum 70-jährigen Bestehen der Bundespressekonferenz ein Zeichen setzen und mit diesem Preis auch diejenigen würdigen, die zunehmend unter Druck ihrer Regierungen stehen und sich mutig für die Pressefreiheit einsetzen.”, so Mayntz.

Preisträger Jacek Lepiarz. Foto: Bundespresseball

Die Bundespressekonferenz feierte 70. Geburtstag

Darüber hinaus stand der Bundespresseball in diesem Jahr im Zeichen eines ganz besonderen Jubiläums: Die Bundespressekonferenz wurde 70 Jahre alt. Und auch zum Jubiläum verwandelte sich das geschichtsträchtige Haus am Pariser Platz zu einem glamourösen Treffpunkt für Parlaments- und Auslandskorrespondenten mit den Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Eröffnet wurde die Ballnacht traditionell mit einem Walzer durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und den Vorsitzenden der Bundespressekonferenz Gregor Mayntz mit ihren Ehefrauen. Zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Showbiz folgten dem Beispiel und bevölkerten im Anschluss die Tanzfläche. Neben Schauspielerehepaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel gaben sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder mit Gattin Soyeon Kim, Grünen-Chefin Annalena Baerbock im eleganten grünen Abendkleid, Gesundheitsminister Jens Spahn, Arbeitsminister Hubertus Heil und Familienministerin Franziska Giffey die Ehre.

Spiel, Spaß und Spannung: Katarina Barley beim Blackjack. Foto: Agency People Image (c) Daniel Hinz

 

Spielbank Berlin begrüßt Katarina Barley zum Blackjack-Spiel

Dicht belagert war auch der Auftritt der Spielbank Berlin. Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europaparlaments und ehemalige Bundesjustizministerin, ließ es sich nicht nehmen, beim Blackjack die Karten fliegen zu lassen. „Eine große Leidenschaft“, wie die Europapolitikerin zugab.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) mit Gattin Elke Büdenbender (2.v.l) neben Spielbank-Geschäftsführer Gerhard Wilhelm (r.) und Gattin Carola Wilhelm (l.). Foto. Daniel Hinz

Die Spielbank-Geschäftsführer Gerhard Wilhelm und David Schnabel sowie Manfred Stoffers, Vorstand der Gauselmann AG, lobten nicht nur die Veranstaltung, sondern ganz besonders den dahinterstehenden Gedanken. „Der Bundespresseball gehört zu den absoluten Highlights im Eventkalender der Hauptstadt“, so Gerhard Wilhelm. „Pressefreiheit ist ein Gut, das nicht zu hoch eingeschätzt werden darf. Wir freuen uns, der Bundespressekonferenz partnerschaftlich zur Seite stehen zu dürfen.“

 

V.l.n.r.: David Schnabel, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Georg Stecker, Sprecher des Vorstandes Die deutsche Automatenwirtschaft, Manfred Stoffers, Vorstand Gauselmann AG. Foto: Agency People Image (c) Daniel Hinz

 

Die Spielbank Berlin ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner des Landes Berlin und Mitglied in wichtigen Netzwerken der Hauptstadt. Darüber hinaus unterstützt die Spielbank zahlreiche soziale, kulturelle und sportliche Institutionen in Berlin.

 

Der „grüne“ Teppich

Der rote Teppich des Bundespresseballs wurde übrigens aus gesammeltem Meeresmüll gefertigt, und zwar aus recyceltem Plastik und alten Fischernetzen. Die Einlassbändchen für die Gäste wurden aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Durch den Einsatz von wiederverwendbaren Glastrinkhalmen werden beim Ball zudem rund 20.000 Einweg-Plastiktrinkhalme eingespart. Am Schluss war der Beweis erbracht, dass sich Klimaneutralität und eine rauschende Ballnacht nicht gegenseitig ausschließen –  es wird zwar traditionell ausgelassen gefeiert, aber nicht auf Kosten der Umwelt. (ak)

 

 

 

EXW: Kryptowährung für schnelles und sicheres Bezahlen mit interessanten Features

Die Kurse der Kryptowährungen gehen wieder bergauf. Die sogenannten Altcoins befinden sich im Wachstum und der Bitcoin pendelt wieder zwischen 8.000 und 9.000. Fans von digitalen Währungen sind durch die neuen Konzepte und User-Cases Feuer und Flamme. All das spiegelt sich auch in den Kursen wieder. Wer sich einmal genauer mit dem Krypto-Markt auseinandergesetzt hat, weiß wie volatil dieser Markt sein kann. Mit einer ganz besonderen digitalen Währung, abseits der Volatilität, lässt sich eine besonders schöne Rendite erzielen: EXW.

EXW bietet innovative Zahlungsmöglichkeiten

EXW, die Kryptowährung wird als das Zahlungsmittel der Zukunft gehandelt. Sie gehört zu den ERC-20-Token und läuft daher auf der Ethereum-Plattform. EXW bietet hierbei nicht nur eine Kryptowährung, die für schnelles und sicheres Bezahlen über ein dezentrales Netzwerk abgewickelt wird, sondern noch einige andere hochinteressante Features.

Die größte Besonderheit liegt bei EXW in den Bonuszahlungen, die Nutzer erhalten können. Für die Anzahl der Token die man hält, bekommt der Nutzer eine tägliche Rendite gutgeschrieben. Um an diese zu gelangen, sind keine aufwendigen Tätigkeiten notwendig, was bei vielen anderen Kryptowährungen oft anders ist. EXW-Token werden von den Nutzern gekauft und im zugehörigen EXW Wallet gelagert. Daraufhin werden täglich die Bonuszahlungen automatisch gutgeschrieben. Die Höhe der Rendite liegt zwischen 0 und 0,32 Prozent, so dass innerhalb eines Monats die Anzahl der Token bereits um 9,6 Prozent steigen kann.

Viele neue Ideen

Bislang ist das EXW Car Program als weiteres Feature online. Kunden können hier ein Auto unkompliziert leasen und mit EXW-Token bezahlen. Dabei sind neben der Leasingrate auch Versicherungen und Service enthalten. Selbst bei Pannen und Unfällen wird Hilfe angeboten, wodurch das Car Program anderen Leasingmodellen in nichts nachsteht. Einen Mercedes oder Mercedes mit Kryptowährungen zu bezahlen, ist also keine Zukunftsmusik mehr. (red)

Potsdam als erste deutsche UNESCO Creative City of Film

Bereits im März war sich Mike Schubert, Oberbürgermeister von Potsdam, sicher, dass seine Stadt den Titel UNESCO Creative City of Film verdient hat. Am 30. Juni hatte die Stadt dann ihre Bewerbung auf den Filmtitel gemeinsam mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, dem Filmpark Babelsberg sowie dem Medienboard Berlin-Brandenburg eingereicht.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren und zu Potsdam als Filmstadt finden Sie auch in unserem aktuellen Printmagazin!

Die November/Dezember-Ausgabe der BERLINboxx ist jetzt erhältlich.

Jetzt ist es endlich offiziell: Potsdam ist die erste und einzige deutsche UNESCO Creative City of Film. Dies teilte die UNESCO während des World Cities Day Meetings in Paris mit. Und das zu Recht – die Filmstadt in Brandenburg ist mit seinem Studio Babelsberg, dem größten Filmstudio Europas, der UFA und der Deutschen Film AG (DEFA) ein bedeutender Filmstandort.

Die UFA freut sich über die Entscheidung

Der Titel UNESCO Creative City ist in Deutschland eine Premiere. Zwar tragen bereits vier deutsche Städte einen Titel des UNESCO Creative Cities Netzwerks – Berlin als Stadt des Designs, Heidelberg als Stadt der Literatur und Hannover sowie Mannheim als Städte der Musik – allerdings ist Potsdam die erste deutsche Stadt des Films.

Auch die UFA, Deutschlands bedeutendstes Filmunternehmen mit Hauptsitz in Babelsberg, ist begeistert, dass Potsdam den Titel für sich gewinnen konnte. Nico Hofmann, CEO der UFA, äußerte sich stolz: „Wir freuen uns sehr, dass die UNESCO Potsdam zur Creative City of Film ernannt hat. Potsdam ist die Wiege des deutschen Films und damit auch der UFA. Als heutiger führender Programmanbieter mit Sitz in Potsdam werden wir diesen Titel mit Stolz tragen und auch mit Leben füllen.“

Zusammenarbeit mit weiteren Städten des UNESCO Creative Cities Netzwerk

Neben der Landeshauptstadt Brandenburgs erhielten dieses Jahr auch Mumbai in Indien, Valladolid in Spanien sowie Wellington in Neuseeland den Titel. Das 2004 gegründete UNESCO Creative Cities Netzwerk besteht inzwischen aus 180 internationalen Städten in 72 Ländern. Diese Kulturzentren überzeugen in einem der sieben kreativen Bereiche Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Durch ihre Kooperationen stärken sie die Kulturwirtschaft auf lokaler und internationaler Ebene.

Auch Potsdam will in Zukunft eng mit weiteren Städten des UNESCO Creative Cities Netzwerks zusammenarbeiten. Außerdem sind bereits Termine und weitere Schritte geplant. So soll das Creative Cities Büro seinen Standort an der Filmuniversität erhalten, damit Lehre und Forschung direkt in das Netzwerk fließen können. Die Stadt hat also noch viel vor. Friedhelm Schatz, Chef des Filmparks, ist zuversichtlich, dass Potsdam seine Ideen umsetzen wird: „Wir sind vorbereitet und wollen und können zeigen, dass wir Deutschlands Filmstadt Nr. 1 sind.“ (sz)

Wie ein Berliner Start-up den Werbemarkt revolutioniert

Der Werbemarkt befindet sich in einem Transformationsprozess. Durch die Digitalisierung hat der Markt im Bereich der Online-Werbung in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Drei Jungunternehmer aus Berlin versuchen diesen Trend nun mittels eines globalen und digitalen Werbenetzwerks auch auf den Markt der Außenwerbung zu übertragen.

Hoch oben vom mondänen Tour To­­­tal Berlin Hochhaus aus revolutioniert das Berliner Start-up HYGH den Werbemarkt. Das Berliner Unternehmen um die Gründer Vincent Müller, Fritz Frey und Antonius Link hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch eine Blockchain-basierte P2P-Plattform Werbetreibende mit Besitzern von digitalen Werbedisplays zu verbinden. Mit Hilfe der Plattform ist es Werbetreibenden möglich, hyperlokal und vor allem in Echtzeit ihre Werbeanzeigen zu buchen und zielgerichtet zu schalten. Dadurch bekommen Werbetreibende die Möglichkeit, auf äußere Entwicklungen und Bedingungen zeitgenau zu reagieren und so Werbekonsumenten besser zu erreichen und abzuholen. Auf die Idee für HYGH kamen die drei Jungunternehmer, nachdem sie für ein anderes Projekt Außenwerbung schalten wollten, jedoch dabei an hohe Eintrittsbarrieren gebunden waren und nur sehr unflexibel Werbung schalten konnten.

Durch Blockchain-Crowdfunding zum neuen Unicorn

Um eine neue und effizientere Form der Außenwerbung zu schaffen und den DOOH Markt zu demokratisieren, entwickelten die Macher um den AdTech Pionier HYGH zudem ein eigenes Finanzierungskonzept, das perfekte auf die Ziele und Visionen des Unternehmens und seinen Shareholdern zugeschnitten ist. Sie entwickelten einen eigenen Security Token Offering (STO). Mit dem STO verhält es sich ähnlich wie mit klassischen Wertpapieren, die wie gewöhnlich auf Assets, in diesem Fall Token-Assets basieren. Anlegern ist es bereits ab 500 US-Dollar möglich in das Unternehmen zu investieren. HYGH, das Unterne­­hmen das schon jetzt als das „Airbnb der Werbebranche“ gilt, garantiert dafür jedem Investor eine Umsatzbeteiligung von neun Prozent pro Transaktion, die über die HYGH-Plattform abgewickelt wird. (red)

Digitalkonferenz re:publica: Steinmeier fordert vernünftigere Debattenkultur und mehr Regeln im Netz

Am Montagvormittag eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erstmals die Digitalkonferenz re:publica in Berlin und appellierte an Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. etwas zur Sicherung der Debattenqualität im Internet beizutragen. Er wünscht sich sachlichere Debatten und eine Demokratie, die auch digital gelingt.

Soziale Netzwerke und Großkonzerne müssen sich an Spielregeln halten

„Soziale Netzwerke müssen  ihre Verantwortung für die Demokratie endlich wahrnehmen und endlich in die Tat umsetzen“, betont Steinmeier in seiner Eröffnungsrede und spricht sich für eine vernünftigere und zivilisiertere Debattenkultur im Internet aus. „Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie – ob er es will oder nicht“, sagt er und wirft den Onlineplattformen mangelnden Einsatz vor.

Gerade politische Debatten im Internet würden derzeit oft dazu neigen „toxisch“ zu werden. „Wir brauchen glasklare Herkunftssiegel für Informationen – und das vor allem, wenn es um politische Werbung geht.“ Hetzer und Demagogen haben es seiner Meinung nach viel zu einfach, Lügen und unseriöse Informationen zu verbreiten, weshalb demokratische Regulierungen dringend nötig seien. Der effektivste Weg sei laut Steinmeier Transparenz über Geldflüsse und Abhängigkeiten – notfalls könne man die Plattformen per Gesetz zu dieser Transparenz zwingen. Wer sich nicht an die Regeln halte, der müsse mit Konsequenzen und Strafen rechnen.

Motto: „too long didnt read“

Auch an die demokratische Mehrheit appellierte Steinmeier und forderte dazu auf, mehr Engagement zu zeigen. Die Zivilgesellschaft dürfe sich nicht zurückziehen oder einschüchtern lassen.

Die dreitägige Konferenz steht diesmal unter dem Motto „too long didnt read“ (übersetzt: zu lang, habe ich nicht gelesen). Angespielt wird damit auf „das Kleingedruckte“ und fehlende inhaltliche Tiefe. Steinmeier interpretiert das Motto nicht nur als Weckruf an die politische Debattenkultur im Netz, sondern ganz allgemein. „Ein notwendiger Weckruf, wie ich finde, gegen den Zeitgeist von Verkürzung und Vereinfachung.“ (tf)

„Immer noch sehr sexy, aber nicht mehr ganz so arm“

Im Gespräch mit Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin


Zum neuen Jahr sprach die BERLINboxx mit dem Regierenden Bürgermeister über Berlins Image, Erfolge und Herausforderungen der vergangenen zwei Jahre, die aktuelle angespannte Lage des Wohnungsmarktes sowie Berlins wirtschaftliche Entwicklung.

Herr Müller, es ist Halbzeit für die rot-rot-grüne Koalition in Berlin. Wie sieht Ihr Zwischenfazit aus? Was waren Erfolge? An welchen Punkten hakt es noch? Und was haben Sie sich für die zweite Halbzeit vorgenommen?

Ab Februar 2019 sind wir in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode. Wir werden dann in einer Klausur die Schwerpunkte durchgehen und miteinander verabreden, wo wir auf dem begonnenen Weg weitergehen und wo es notwendig ist, nachzusteuern oder neue Initiativen zu ergreifen.

Unbestreitbar gibt es ja sichtbare Erfolge wie zum Beispiel die Ansiedlung von Siemens, verbunden mit einer Investition von 660 Millionen Euro oder unseren großartigen Erfolg bei der Exzellenzinitiative. Sieben von neun Clustern, die wir im Rennen hatten, sind aufgenommen worden. Das ist bundesweite Spitze. Und nicht zu vergessen ist auch, dass wir einen so großen Investitionshaushalt haben wie nie zuvor.

Berlin wächst, der Wirtschaftstrend ist positiv. Lange war Berlin „arm aber sexy“. Wie sollte der Slogan heute lauten?

Es ist schwierig, diese Stadt mit einem griffigen Slogan zu versehen. Berlin macht eine so grundlegende Entwicklung durch, dass das nicht mehr mit einem Einzeiler zu fassen ist. Wir entwickeln uns zu einem Wissenschafts- und Gesundheits-Hotspot, wir sind Start-up-Hauptstadt, wir wollen zeigen, wie Digitalisierung und Arbeit, also die 4. Industrielle Revolution gut funktioniert. Alles das ist Berlin und natürlich noch viel mehr. Schon be Berlin, die Dachmarke der Stadt, hat ja deutlich gemacht, dass man in Berlin seine Ideen verwirklichen kann und dass das alles zusammen die Hauptstadt ausmacht. Man könnte sagen: Immer noch sehr sexy, aber nicht mehr ganz so arm!

Stichwort Verdrängung: Wie kann verhindert werden, dass die Berliner Mischung zerstört und der „Otto-Normal-Berliner“ aus den innerstädtischen Kiezen verdrängt wird?

Wohnen ist eine Frage der sozialen Sicherheit. Deshalb wird der Senat weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, zum Beispiel der Mietpreisbremse oder dem Neubau durch städtische

Wohnungsbaugesellschaften, für genügend bezahlbaren Wohnraum in der Stadt sorgen. Natürlich möchte jeder Berliner und jede Berlinerin, auch die Neuberlinerinnen und Neuberliner am liebsten in unmittelbarer Nähe zu Alexanderplatz, Kudamm oder der Schlossstraße wohnen. Der Druck auf innerstädtische Quartiere ist deshalb enorm hoch. Wir setzen uns darum im Bundesrat unter anderem für eine Verschärfung der Mietgesetzgebung ein. So wollen wir zum Beispiel, dass die Modernisierungsumlage weiter auf höchstens sechs Prozent gesenkt wird. Auch bei Gewerbemieten macht Berlin Vorschläge im Bundesrat, die den Anstieg abmildern können.

Zusammen mit den Bezirken wollen wir den spekulativen Kauf von Häusern, Grundstücken oder Wohnungen möglichst unterbinden. Ich habe gesagt, wir kaufen jedes Grundstück oder Wohnhaus, das uns der Bund, der ja über einige Immobilien in Berlin verfügt, anbietet. Dazu stehe ich. Weiterhin möchten wir kommunale Baugrundstücke nur noch in Erbbaurecht an sozial orientierte Bauträger vergeben. Sollten Private die Bedingungen für sozialen Wohnungsbau erfüllen, können auch sie zum Zuge kommen.

Alles das soll dafür sorgen, dass Wohnen in Berlin bezahlbar bleibt. Es ist jedoch, wie in allen anderen großen Städten so, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt trotz dieser Maßnahmen zunimmt, insbesondere dadurch, dass seit einigen Jahren und immer noch jedes Jahr mehr als 40.000 Menschen in diese Stadt ziehen.

Eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes zur Schaffung von Wohnraum ist wieder im Gespräch. Die SPD hat sich jüngst dafür ausgesprochen. Wäre damit der Volksentscheid von 2014 gekippt? Viele haben sich gegen eine Bebauung ausgesprochen, da sie befürchteten, das Tempelhofer Feld werde zubetoniert. Sind die Ängste begründet? Und kann sich Berlin eine Freifläche wie diese überhaupt noch leisten, während die Stadt gleichzeitig unter steigenden Miet- und Kaufpreisen für Gewerbe-, Büro- und Wohnflächen ächzt?

Es gibt ein Gesetz, das klar definiert, was auf dem Tempelhofer Feld geht und was nicht. Aber eine Ewigkeitsgarantie für Gesetze gibt es auch nicht. Durch das Parlament oder einen Volksentscheid können Gesetze geändert werden. Ich gehe davon aus, dass mit dem Druck, der weiterhin im Wohnungsmarkt besteht, die Diskussion um eine mögliche Randbebauung am Tempelhofer Feld, genauso wie um die Elisabeth-Aue wieder beginnt. Ich denke, das wird zum Ende der Legislaturperiode oder in der nächsten der Fall sein. Wer sich mit der Wohnungssituation in der Stadt ernsthaft auseinandersetzt, muss alle Möglichkeiten prüfen können, ohne Denkverbote. Das sind wir den Berlinerinnen und Berlinern schuldig.

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran. Gleichzeitig wird etwa der Berliner Verwaltung vorgeworfen, sie sei noch zu analog. Wieso geht es an dieser Stelle nicht voran?

In der letzten Legislaturperiode ist hier nicht genug geschehen. Das war der Grund, warum wir im Dezember 2016 die Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik ernannt haben. Seitdem geht es voran, aber es ist eben nicht so, dass von einem Tag auf den anderen jede Dienstleistung elektronisch verfügbar ist und wir in papierlosen Büros arbeiten. Alleine die unterschiedlichen Standards in den Behörden, vom Bürgeramt bis zur Senatskanzlei, stellen eine große Herausforderung dar. Der Anfang ist aber gemacht. Mit dem E-Government-Gesetz, das 2016 beschlossen wurde, haben wir das IT Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) zum zentralen Betreuer aller IT-Systeme in den einzelnen Behörden gemacht. Das ITDZ hat momentan rund 700 Mitarbeiter. Für 2019 sind 140 neue Stellen dort bewilligt und in fünf Jahren werden es bis zu 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein.

Man muss aber auch wissen, der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute ist sehr umkämpft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist eine Herausforderung. Insbesondere auch deshalb, weil Berlin nicht das einzige Bundesland ist, das die Digitalisierung vorantreiben will. Trotzdem herrscht hier kein Stillstand. Vieles bei der Umstellung zum E-Government spielt sich erstmal nicht sichtbar für die Bürgerinnen und Bürger ab. An einigen wenigen Stellen ist es aber schon konkret: Seit März 2018 haben wir das Servicekonto eingerichtet, für das sich jeder Bürger registrieren kann. Da geht es darum, alle Onlinedienstleistungen für alle Berlinerinnen und Berliner einheitlich und personalisiert verfügbar zu machen. Jetzt haben wir mit der Ausstellung der Anwohner-Parkvignette und der Beantragung des Kita-Gutscheins begonnen. Langfristig werden dies rund 100 Onlinedienstleistungen sein.

Wie kann es sein, dass Ansiedlungen wie die der Google-Stiftung in Kreuzberg durch Anwohner und Initiativen zunichte gemacht werden? Kann Berlin sich so etwas leisten und kann das abschreckend auf zukünftige Unternehmensplanungen wirken? Wie lässt sich die Weltoffenheit Berlins erhalten?

Am Ende ist es die Entscheidung des Unternehmens gewesen, den Campus dort nicht einzurichten. Gleich zu sagen, dass die Politik schuld ist, ist etwas zu einfach. Was Politik tun muss, ist die Bedingungen dafür zu schaffen, dass beides möglich ist: Erhalt der Kieze und gleichzeitig Offenheit für Neues. Ich war im letzten Jahr dort und habe mir das Konzept zeigen lassen, das aus meiner Sicht tragfähig und spannend war und gut zu Berlin, auch nach Kreuzberg, gepasst hätte. Insofern bedauere ich die Unternehmensentscheidung, glaube aber nicht, dass damit andere abgeschreckt werden, in die Stadt zu kommen und hier zu investieren. Die Zahlen sprechen dagegen. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit schrumpft. Die seit vier Jahren anhaltende Phase der Hochkonjunktur erweist sich als stabil. Das wirtschaftliche Wachstum lag 2017 bei 3,1 Prozent. Für 2018 wird ein ähnlicher Wert prognostiziert. Berlin hat weiterhin von allen Bundesländern das höchste Beschäftigungswachstum. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr gut 41.000 Neugründungen, rund 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist bundesweite Spitze. In Berlin werden fast so viele neue Digitalunternehmen gegründet wie in Hamburg und München zusammen. Seit vier Jahren entsteht im Schnitt alle 20 Stunden ein neues Digitalunternehmen. Und wir sind immer noch Start-up-Hauptstadt. (cr)

Weltbürger mit Kurpfälzer Dialekt

Im Gespräch mit Nico Hofmann, CEO, UFA GmbH

Nico Hofmann ist bei seinen Antworten fokussiert, schnell, präzise und offen. Seine Heimatverbundenheit macht sich nicht nur an seinem Kurpfälzischen Dialekt bemerkbar.

Kann man davon sprechen, dass Filme wieder lokaler werden?

Nationale Identität punktet. Unsere Produktionen, darunter z. B. Dresden, Die Flucht, Unsere Mütter, unsere Väter, die Kudamm-Reihe, aber auch Serien von anderen Produktionsfirmen wie Babylon Berlin oder Dark … das alles sind erfolgreiche und auch im Ausland viel beachtete Produktionen.

Also stimmt es nicht, dass der deutsche Film international fast keine Rolle spielt?

Weltbürger mit Kurpfälzer Dialekt

Deutscher Film international: Unsere Mütter, unsere Väter wurde in 148 Länder verkauft | Foto: ZDF_UFA Fiction

Unsere Mütter, unsere Väter wurde in 148 Länder verkauft. Deutschland 83/86 haben international Preise gewonnen und Zuschauer auf der ganzen Welt begeistert. Viele Filme, die fürs deutsche Fernsehen produziert wurden, laufen auf Plattformen wie Netflix oder Amazon. Man kann bestimmt sagen, dass deutsche Filme immer internationaler werden.

Wie hat sich der Film in den letzten Jahren verändert?

Der Markt hat sich internationalisiert, die Finanzierung wird immer komplexer. Es gibt neue Player, wie z. B. TVNow, aber auch junge, sehr schnell erfolgreiche Start-ups von Studenten und Jungregisseuren, die am Markt erfolgreich reüssieren. Ich verfolge das alles sehr genau, auch weil viele der Regisseurinnen und Regisseure bei mir an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert haben.

Was braucht es in diesem Business?

Es braucht Risikofreude, Individualität und viel Leidenschaft.

Was waren die größten Flops in Ihrer Karriere?

Dutschke und Der Rücktritt über die Christian Wulff-Affäre, aber nur bei der Quote.

Tut die Filmförderung genug für den Deutschen Film?

Ja, es wird viel für den Deutschen und Internationalen Film in Deutschland getan. Es gibt zahlreiche verschiedene Töpfe und das Gesamtvolumen der Filmförderung ist hoch.

Sie haben zusammen mit Ihrem Chefdramaturgen Thomas Laue ein Buch geschrieben: „Mehr Haltung bitte! Wozu uns unsere Geschichte verpflichtet.“ Darin denken Sie auch über ihre eigene gesellschaftliche Verantwortung nach.

Die innere Haltung, der innere Kompass ist in allen Themen wichtig. Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um? Wie lebe ich meinen Alltag als Chef und als Bürger? Welche Filme produziere ich und wie setze ich mich mit den zeitgeschichtlichen Ereignissen auseinander? Oder z. B. das Thema Klimaschutz: Auf meine Initiative hin begleitet die UFA Show & Factual in Person von Philipp Grieß und seinem Kamerateamaktuell die größte Arktis-Expedition aller Zeiten, um den Klimawandel besser zu verstehen. Wir sind als exklusiver Bewegtbild-Produzent für die gesamte Dauer der Expedition mit an Bord als Filmteam. Die Dokumentation wird im Herbst 2020im Ersten zu sehen sein.

Lieber Kino, Fernsehen oder Netflix auf dem Sofa?

Alles. Ich gehe viel ins Kino, schaue mir aber auch sonst sehr viel an, ob im Fernsehen, in der Mediathek, auf TVNow oder auf verschiedenen Plattformen. Gerade begeistert mich auf Netflix Skylines, eine Serie bei der Soleen Yusef, eine ehemalige Studentin, mit Regie geführt hat.

Welche zukünftigen Projekte stehen an?

Da gibt es einige, so z. B. Die Porsche-Saga. Das Projekt wird viel Energie benötigen. (dd)

Andreas Schrobback: Darum ist Pressefreiheit wichtig

Alljährlich lädt die Berliner Pressekonferenz Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien zum traditionellen Spargelessen ein.  Zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins hatte er rund 150 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien ins Restaurant „Hugos“ geladen. Doch die Veranstaltung ist mehr als ein Get-Together von wichtigen Vertretern Berlins. Um die Verankerung der Pressefreiheit ging es schon vor 100 Jahren, als die Berliner Pressekonferenz gegründet wurde – das Thema ist weiterhin hochaktuell. So lädt Thomas Klein, Vorsitzender der Berliner Pressekonferenz, jedes Jahr einen Ehrengast ein, der seine Sicht auf das Thema darlegt.

Fanal für die Pressefreiheit

Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, war Ehrengast der diesjährigen Veranstaltung. Der 56-Jährige wurde 2015 in der Türkei der Spionage und des Landesverrats angeklagt. Die Strafandrohung liegt für ihn bei mehreren Jahren Haft. Aktuell lebt er daher in Deutschland.

„Wenn sich in der Türkei so viele wertvolle Journalisten an einem Ort treffen wollen würden, müsste das wahrscheinlich im Gefängnis stattfinden“, so Dündar. „Seien Sie solidarisch mit den Kollegen, die in der Türkei um die Meinungsfreiheit kämpfen“, forderte er die Anwesenden auf. Dündar hofft, dass er eines Tages mit seinen Kollegen in einer freien Türkei zusammen kommen könne. Nach seinem Plädoyer für Meinungs- und Pressefreiheit erhielt der Journalist minutenlange Standing Ovations von den anwesenden Gästen.

 

Mit standing ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

Mit Standing Ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

 

Das hohe Gut der Pressefreiheit

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller betonte in seiner Rede, dass man es bewusst als Glück zu empfinden sollte, „dass wir so offen und frei zusammen leben können“. Die Staatsministerin für Kultur, Monika Grütters, lobte aus diesem Grund auch das einmalige Format der Selbstorganisation von Journalisten in der Berliner Pressekonferenz.

Andreas Schrobback, Gründer und Geschäftsführer der AS Unternehmensgruppe, ist seit Jahren Förderer der traditionsreichen Journalistenvereinigung „Berliner Pressekonferenz“. „Gerade wenn in unseren Nachbarländern die Pressefreiheit eingeschränkt wird, ist es doch umso mehr unsere Pflicht, das hohe Gut der Pressefreiheit hochzuhalten“, so Schrobback. „Aus diesem Grund ist es mir ein persönliches Anliegen, die Berliner Pressekonferenz in ihrem Wirken zu unterstützen.“

Andreas Schrobback (l.) gemeinsam mit Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, beim letztjährigen Event | Foto: Dirk Lässig

(red)

100 Jahre Berliner Pressekonferenz: Fanal für die Pressefreiheit

Um die Verankerung der Pressefreiheit ging es schon vor 100 Jahren, als die Berliner Pressekonferenz gegründet wurde – das Thema ist weiterhin hochaktuell. Der Vorsitzende der Berliner Pressekonferenz, Thomas Klein, hatte zum 100-jährigen Jubiläum der Berliner Pressekonferenz Can Dündar, den ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, als Ehrengast ins Restaurant „Hugos“ im 14. Stock des Hotels „Intercontinental“ an der Budapester Straße geladen. Der 56-Jährige, der aktuell in Deutschland lebt, wurde 2015 in der Türkei der Spionage und des Landesverrats angeklagt. Die Strafandrohung liegt für ihn bei mehreren Jahren Haft.

„Wenn sich in der Türkei so viele wertvolle Journalisten an einem Ort treffen wollen würden, müsste das wahrscheinlich im Gefängnis stattfinden“, so Dündar. „Seien Sie solidarisch mit den Kollegen, die in der Türkei um die Meinungsfreiheit kämpfen“, forderte er die Anwesenden auf und äußerte die Hoffnung, dass man eines Tages in einer freien Türkei zusammen kommen könne. Nach seinem flammenden Plädoyer für Meinungsfreiheit, das Recht auf kritische Berichterstattung und eine freie Presse erhielt der Journalist minutenlange standing ovations von den anwesenden Gästen aus der Berliner Politik, Wirtschaft und natürlich den Medien.

 

Mit standing ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

Mit standing ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

 

Politiker loben die Pressekonferenz als Instanz der Pressefreiheit

„Es ist erschreckend, dass so etwas in einem befreundeten Land passiert“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und warb darum, es bewusst als Glück zu empfinden, „dass wir so offen und frei zusammen leben können“. Zu den Gratulanten zum 100-jährigen Jubiläum zählte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die das im internationalen Vergleich einmalige Format der Selbstorganisation von Journalisten lobte und frei nach Voltaire zitierte: „Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters attestierte der Berliner Pressekonferenz ein ausgeprägtes journalistisches Selbstbewusstsein „sich zur Feier dieses Jubiläums auch Redner aus der Politik auf die Bühne zu holen.“ Foto: Charles Yunck

Kulturstaatsministerin Monika Grütters attestierte der Berliner Pressekonferenz ein ausgeprägtes journalistisches Selbstbewusstsein „sich zur Feier dieses Jubiläums auch Redner aus der Politik auf die Bühne zu holen.“ | Foto: Charles Yunck

 

Aus Sicht von Thomas Klein gehören Demokratie und eine freie Presse unweigerlich zusammen. „Dass wir aktuell immer noch über Themen wie Presse- und Meinungsfreiheit sprechen müssen, hätten wir uns nicht träumen lassen.“ Doch auch der digitale Umbruch ist für den Qualitätsjournalismus nicht nur Chance, sondern ebenso eine Herausforderung. „In Zeiten von Facebook, Newsfeeds und Fake News braucht es engagierte Journalisten, die sich für eine unabhängige und qualitätsvolle Berichterstattung einsetzen“, so Klein.

 

Gastgeber Thomas Klein (l.) neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem Unternehmer Nadir Guediri (r.), COPRO Projektentwicklungs GmbH | Foto: Charles Yunck

Gastgeber Thomas Klein (l.) neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem Unternehmer Nadir Guediri (r.), COPRO Projektentwicklung GmbH | Foto: Charles Yunck

 

Spargelessen mit langer Tradition

Das traditionelle Spargelessen der Berliner Pressekonferenz ist das Frühlings-Highlight im Terminkalender der Top-Entscheider Berlins. Dementsprechend hoch war die Dichte an Senatoren und wichtigen Repräsentanten der Berliner Wirtschaft. An den lebhaften Tischgesprächen nahmen neben den Senatsmitgliedern Regine Günther, Dilek Kolat, Katrin Lompscher, Andreas Geisel und Ramona Pop, Landessportbundpräsident Klaus Böger, Lotto-Vorstand Marion Bleß, Handelsverbandschef Nils Busch-Petersen, Polizeipräsidentin Barbara Slowik, Rabbiner Yehuda Teichtal, Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland, Erzbischof Heiner Koch und der frühere Regierende Bürgermeister Walter Momper teil.

 

Investor Dr. Harry van Caem mit Bausenatorin Lompscher | Foto: Charles Yunck

Investor Dr. Harry van Caem mit Bausenatorin Lompscher | Foto: Charles Yunck

 

Neben Medienprominenz wie Gaby Papenburg, Ulrich Meyer oder Christine Richter, zukünftige Chefredakteurin der Berliner Morgenpost, waren zahlreiche Größen aus der Wirtschaft wie Carsten Heinrich vom Immobilien-Branchenprimus Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate, Andreas Knierim, Berliner Zoo, Hartmut Engler, Gegenbauer Unternehmensgruppe, Nadir Guediri, COPRO Projektentwicklung GmbH, Charité-Vorstand Karl Max Einhäupl, Bernhard Hansen, SSN Group, Herbert Dzial, HD Gruppe, Susanne Tattersall, Tattersall•Lorenz, und der niederländische Investor Dr. Harry van Caem gekommen. (ak)

 

Engagiert in Berlin: SSN Group Deutschlandchef Bernhard Hansen mit dem Regierenden Bürgermeister | Foto: Charles Yunck

Engagiert in Berlin: SSN Group Deutschlandchef Bernhard Hansen mit dem Regierenden Bürgermeister | Foto: Charles Yunck

Veranstaltungen

Kongress der Deutschen Fachpresse

Was Fachmedienanbieter und B2B-Kommunikationsdienstleister erfolgreich macht, zeigt jährlich der Kongress der Deutschen Fachpresse. Mit insgesamt rund 500 Teilnehmern ist der Kongress eine der größten B2B-Medien-Konferenzen in Europa. Allein der deutsche B2B-Medien und -Informationsmarkt hat ein Volumen von über 28 Milliarden Euro. Nationale und internationale Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien informieren in Vorträgen, Workshops und Start-up-Slots über neueste Entwicklungen in der Branche.

In der begleitenden Dienstleisterausstellung gibt es umfassende Informationen zu Produkten und Services für Fachmedienhäuser. Networking wird auf dem Kongress groß geschrieben. Ob in den zahlreichen Pausen, in der Sponsoren-Lounge, dem Speed-Networking oder bei der B2B-Media-Night, Gelegenheiten für Gespräche gibt es viele.

(Anmeldung erforderlich)

MEDIA CONVENTION Berlin

Die MEDIA CONVENTION Berlin ist der internationale Medienkongress in der Hauptstadtregion. Rund 100 nationale und internationale Experten aus Film und Fernsehen sowie Politik und Forschung treffen bei der Berliner MEDIA CONVENTION auf Entscheider der digitalen Wirtschaft und diskutieren über aktuelle Themen der Medien- und Netzpolitik, die Entwicklungen der Mediengesellschaft und Trends im Medienmarkt.

(gebührenpflichtig)

Wem kann ich trauen? – Realpolitik und alternative Medien

Im dritten Teil der Urania kontrovers Reihe wird das Spannungsverhältnis zwischen Realpolitik und alternativen Medien diskutiert.

Was bedeutet es, wenn die politische Meinungsbildung zunehmend auf Visualität, Impulsen und Skandalen in der Medienberichterstattung beruht? Wenn ein Präsident Fake News Awards vergibt und somit die vierte Säule einer Demokratie in Frage stellt?

(Anmeldung erforderlich)

„Fake News“ und Reputation

Nicht nur die Politik, sondern auch Unternehmen geraten in das Visier von „Fake News“.

Hintergrundrecherchen sind dabei ein wichtiger Bestandteil im Umgang mit inflationär verwendeten Behauptungen und kritischen Stimmungslagen im Web und den Sozialen Medien. Informationen und Fakten werden aussagekräftiger, wenn wir sie in den richtigen Kontext setzen können. Dafür müssen Sie wissen, welche Tipps, Tricks und Tools Sie ganz einfach ohne spezielle Software nutzen können, um die Faktenlage zu verifizieren und entsprechend aufzubereiten.

Zum Einstieg erfahren die Teilnehmer, aus welchen Motiven falsche Behauptungen über die Sozialen Netzwerke verbreitet werden. Im nächsten Schritt lernen sie Fakes im Netz zu erkennen und den Urhebern auf die Spur zu kommen. Der Referent vermittelt Grundtechniken des Monitorings und der Verifikation. Darüber hinaus gibt er einen Einblick in die Techniken, wie man User, Influencer und Botschafter mit ganz speziellen Interessen, Fähigkeiten und Know-how finden kann.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

THINK PUBLISHING 2020

Die Medienwirtschaft befindet sich in einem gewaltigen Umbruchsprozess. Redaktionen werden verschlankt und zusammengelegt, Geschäftsmodelle brechen weg. Doch inmitten dieses disruptiven Wandels entstehen wieder zahlreiche zukunftsfähige Business-Modelle für Verlage. Die Roadshow „Think Publishing“ widmet sich diesem Thema bereits im dritten Jahr und lädt auch 2020 wieder zum Informationsaustausch und Networking ein.

Unter dem Motto „Business-Optimierung für Publisher“ präsentieren innovative Unternehmen aus der Verlagsdienstleistungsbranche spannende Einblicke in Zukunftstechnologien, Geschäftsmodelle und neu entstehende Märkte, die durch digitale Technologien Chancen für Verlage eröffnen.

Newsroom Day: So arbeiten digitale Medienmarken

Die schnelle Entwicklung der Kommunikationstechniken sowie die globale Vernetzung führen unter anderem dazu, dass wir in der heutigen Zeit das Gefühl haben das Weltgeschehen nahezu live miterleben zu können. Neben den klassischen Printmedien erreichen uns verschiedene Online-Meldungen, diverse Newsletter, Informationsschnipsel oder auch Postings über Social Media Kanäle und informieren uns über die täglichen Geschehnisse. Doch sind wir dadurch gut informiert? Der britische Schriftsteller Aldous Huxley nannte den Zustand einst „We all are overnewsed but underinformed.“ Hier ist guter Journalismus gefragt, der die Zusammenhänge erklärt, einordnet und die notwenigen Hintergrundinformationen liefert.

Doch wie arbeiten Redaktionen in der Zeit, in welcher Informationen in Überfülle vorhanden sind? Wie sieht ein redaktioneller Workflow aus und welche Tools kommen dabei zum Einsatz?

Bei dem Newsroom Day wird im Newsroom von t-online.de und Microsoft News (eine Kooperation mit C3) hinter die Kulissen geschaut.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)