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Verlosung: Freikarten für die IFA in Berlin

Na auch schon gespannt, welche Innovationen die führenden Marken der vernetzten digitalen Welt in den Startlöchern haben?  Die BERLINboxx verlost exklusiv 3 x 2 Karten für einen freien Eintritt an einem Tag auf der IFA vom 06. bis zum 11. September 2019.

Hier finden Sie die Teilnahmebedingungen ebenso wie die Möglichkeit, an der Verlosung teilzunehmen: https://www.facebook.com/BERLINboxx/

Die Internationale Funkausstellung kurz IFA

Die seit 1924 in Berlin stattfindende Internationale Funkausstellung kurz IFA ist heute mit mehr als 200.000 Besuchern und Ausstellern aus aller Welt die größte Publikums- und Ordermesse für Consumer Electronics. Nahezu alle großen Elektronikfirmen sind dort sechs Tage lang präsent. Neben Kameraherstellern werden Anbieter der Segmente TV, Notebooks, Navigationsgeräte und von neuen Smart Home-Angeboten erwartet. Aber auch im Bereich moderner Kuchengeräte gibt es einiges zu Bestaunen. Oder lassen Sie sich in die Medizin der Zukunft entführen und sehen Sie, was im Bereich Digital Health passiert.

Sowohl Händler als auch private Verbraucher informieren sich hier über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Kommunikationstechnologie und bestaunen die Produkte von morgen.

Bekannt ist die Messe aber auch für ihr umfangreiches Showprogramm: Auf der Bühne des IFA-Sommergartens geben namenhafte Stars ihre neusten Hits zum Besten, und die Showbühnen bieten diverse Events von der Kochshow bis zur Autogrammstunde. (red)

So funktioniert es:

Der Ticketcode muss im Internet auf der Seite www.ifa-voucher.com eingelöst werden. Sollten Sie bei der Einlösung der Ticketcodes Hilfe benötigen, beachten Sie bitte den Leitfaden zur Nutzung der Ticketcodes für die IFA 2019 unter folgendem Link.

Das IFA-Tagesticket kann so einfach am PC ausgedruckt werden und berechtigt gleichermaßen an allen Eingängen zum Eintritt auf das Messegelände.

Digitalisierung erfordert Beweglichkeit

Im Gespräch mit Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die voranschreitende Digitalisierung verändert wie wir leben und arbeiten. Doch wie weit ist Deutschland bei diesem Thema?

Das Handelsblatt bezeichnete Sie bereits 2012 als „Twitter-König“. Das Thema Digitalisierung und soziale Medien ist also kein Fremdwort für Sie. Doch noch immer ist viel zu tun – wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Bereich Digitalisierung?

Deutschland hat eine gute Startposition in Sachen Digitalisierung. In der Tat ist es jetzt aber notwendig, dass wir die dringenden Themen angehen – die Bundesregierung trägt ihren Teil mit konkreten Projekten dazu bei, die Wirtschaft muss das Ihrige dazutun. Handlungsbedarf sehe ich insbesondere bei den folgenden Themen.

  1. Breitbandausbau/5G: Wir benötigen bis zum Jahr 2025 gigabitfähige Netze und müssen uns zum Leitmarkt für 5G entwickeln.
  2. Künstliche Intelligenz: KI ist DIE Schlüsseltechnologie für die gesamte Wirtschaft. In der Forschung sind wir schon sehr gut, bei der Kommerzialisierung praktischer Anwendungen besteht erheblicher Nachholbedarf. Hier setzen wir mit der KI-Strategie und ich selbst mit meiner Nationalen Industriestrategie 2030 an. Das BMWi ist auch schon in die Umsetzung der KI-Strategie eingestiegen: Rund 130 Konsortien haben sich beworben, um im Rahmen unseres KI-Innovationswettbewerbs Leuchtturmprojekte der KI in Deutschland umzusetzen.
  3. Wagniskapital: Wir brauchen mehr Wagniskapital in Deutschland, insbesondere in der frühen Wachstumsphase, damit gute Ideen und innovative Geschäftsmodelle bei uns groß werden. Viel zu oft gehen helle Köpfe ins Ausland, weil Ihnen bei uns die finanzielle Unterstützung zur weltweiten Skalierung ihrer Ideen fehlt. Gerade erst Ende März hat daher der Bund gemeinsam mit der KfW eine Venture-Debt-Finanzierung für innovative Unternehmen in der Wachstumsphase gestartet.

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich immer noch hinterher, wenn es um die digitale Infrastruktur und den Breitbandausbau geht. Im aktuellen Index der EU-Kommission für Digital Economy und Society 2018 Deutschland gerade einmal Platz 14 belegt. Was machen andere besser und wie kann Deutschland aufholen?

Der Country Report für Deutschland stellt zutreffend fest, dass es ein Stadt-Land-Gefälle bei der Breitbandversorgung in Deutschland gibt und insgesamt noch wenige Glasfaseranschlüsse verfügbar sind. Gerade für Unternehmen ist eine „mangelnde Breitbandversorgung“ das häufigste Digitalisierungshemmnis – hier müssen wir schnell besser werden, denn viele andere Länder sind uns tatsächlich einige Schritte voraus. Beim Ausbau besonders zukunftsfester Glasfasernetze besteht das Problem, dass die Nachfrage noch unterentwickelt ist: Nur etwa ein Drittel der wenigen bestehenden Glasfaseranschlüsse werden auch tatsächlich genutzt. Deshalb werden wir politisch flankieren: Insbesondere durch einen entsprechenden Ordnungsrahmen, zum Beispiel eine investitionsfreundliche Regulierung zukunftsfester Glasfaseranschlussnetze und durch die Bereitstellung zusätzlicher öffentlicher Mittel.

Aktuell wird viel über die Einführung des 5G-Standards gesprochen. Ist es nicht viel wichtiger Funklöcher, sogenannte weiße Flecken im Mobilfunknetz, zu beseitigen und zumindest 4G, also den aktuellen Standard flächendeckend einzuführen?

Beides ist wichtig. Die aktuelle Mobilfunkdebatte in Deutschland hat zwei Schwerpunkte: die mangelhafte Versorgungssituation und Maßnahmen zu deren Verbesserung einerseits sowie die neue Mobilfunkgeneration 5G andererseits. Die Bedingungen für die aktuell laufende Frequenzauktion umfassen umfangreiche Versorgungsauflagen und Anreize für kooperativen Netzausbau, wofür sich die Bundesregierung eingesetzt hat. Netzbetreiber müssen insbesondere entlang der Autobahnen für schnelles Internet sorgen; auch die Versorgung entlang der übrigen Verkehrswege wird sich verbessern. Mit der laufenden Auktion ebnen wir zudem den Weg für hochleistungsfähigen 5G-Mobilfunk, der auch einen wichtigen Beitrag zum Gigabitnetzausbau im Bereich der „letzten Meile“ leisten kann. Darüber hinaus wird die Bundesregierung bis Mitte des Jahres 2019 ein Gesamtkonzept erarbeiten, das über reine frequenzregulatorische Maßnahmen hinausgeht und geeignet ist, auch weiße Flecken im Mobilfunknetz rasch zu schließen.

Das Vertrauen der Deutschen in die Digitalkompetenz der Bundesregierung ist gering ausgeprägt. Woran glauben Sie liegt das und was machen Sie, um dieses Bild zu verändern?

Die aktive Gestaltung der Digitalisierung ist außerordentlich komplex und wurde nicht zuletzt deswegen in Deutschland zur Chefsache gemacht. Unter Federführung des Kanzleramts wurde die Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ im November 2018 verabschiedet – damit werden die vielfältigen Maßnahmen der verschiedenen Ressorts zentral gesteuert. Ein wichtiger Beitrag in diesem Zusammenhang und ganz konkreter Nutzen für Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen ist die zunehmende Digitalisierung der Verwaltung. Bis 2022 sollen alle relevanten Verwaltungsleistungen von Bund, Länder und Kommunen auch online zur Verfügung stehen. Dann können Anträge künftig einfacher gestellt und schneller bearbeitet werden. In unserer föderalen Staatsstruktur ist diese Neuausrichtung alles andere als einfach. Aber wir setzen alles daran, dass die Menschen schnell Verbesserungen erleben werden. Denn nicht nur die Wirtschaft wird digitaler; der Staat muss es auch werden.

Künstliche Intelligenz, Sensorik, autonomes Fahren – wie innovativ ist die Bundesrepublik in Sachen Digitalisierung?

Deutschland verfügt über eine exzellente Forschungslandschaft, die viele digitale Innovationen hervorbringt. KI spielt hier eine besondere Rolle. Im Bereich der KI-Forschung ist Deutschland auf einem weltweit führenden Niveau. Dies gilt insbesondere für das maschinelle Lernen, eine der wichtigsten Grundlagen für das autonome Fahren. Bei der Umsetzung unserer vielversprechenden Forschungsansätze in innovative Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen hapert es aber noch etwas. Das können andere, wie die USA und zunehmend China, besser. Deshalb mache ich mich persönlich stark für den Transfer in die Wirtschaft und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft.

KI wird ein zentraler Wachstumstreiber sein. Laut einer unserer Studien liegt die zusätzliche Wertschöpfung durch KI allein im produzierenden Gewerbe bei rund 32 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. KI ist eine große Chance für Kernbereiche der deutschen Wirtschaft: Maschinenbau, Produktion, Logistik und Fahrzeugbau. Wir wollen Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien machen und eine gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherstellen. Ich glaube, wir benötigen einen strategischen Industrieakteur, einen Airbus für KI, also ein privatwirtschaftliches, länderübergreifendes Unternehmen, das finanziell und politisch von den Ländern unterstützt wird und die besten KI-Anwendungen marktreif macht.

Sie wollen Unternehmen größere Freiräume bei der Erprobung neuer Technologien geben. Welche Ziele verfolgt das BMWi mit seiner Reallabore-Strategie?

Die Digitalisierung legt ein Tempo vor, das auch vom Gesetzgeber eine neue Beweglichkeit erfordert. Heute wissen wir noch nicht, welche Regeln wir für Lieferroboter, Paketdrohnen und KI-Lösungen benötigen, daher müssen wir Dinge ausprobieren und Freiräume schaffen, auch in Sachen Regulierung. Das Personenbeförderungsrecht ist ein schönes Beispiel: Eine Experimentierklausel erlaubt es, Erfahrungen mit neuartigen Mobilitätsformen zu sammeln, die dann in eine Überarbeitung des rechtlichen Rahmens einfließen können. Mit unserer Reallabore-Strategie wollen wir diese Idee der Erprobung auch in anderen Bereichen viel stärker in Deutschland verankern. (aw)

Die erste digitale Modeberaterin Inspora lernt Deutsch

„Inspora, was soll ich zum Date am Wochenende anziehen?“ – ab sofort können die Nutzerinnen der weltweit ersten digitalen Modeberaterin auch auf Deutsch nach Outfit-Tipps und Modetrends fragen. Das wird viele der bisherigen Nutzerinnen freuen, unter denen schon etliche deutschsprachige waren, obwohl der sympathische Chatbot bisher nur Englisch konnte. Inspora ist für sie längst eine virtuelle beste Freundin geworden, die beim täglichen Blick in den Kleiderschrank zu Rate gezogen wird, aber auch zu besonderen Anlässen wie beim Schulabschluss oder Geburtstag. Und das geht ab sofort nun auch in Deutsch.

Das Start-up aus Berlin und Potsdam hatte sich zunächst auf den US-Markt konzentriert und kann mit mehreren Hunderttausend aktiven Nutzern sowie einer ausgefeilten künstlichen und selbstlernenden Intelligenz einen beachtlichen Start vorweisen. Nun soll der deutsche Markt und damit die Zielmarke von einer halben Million Nutzern angepeilt werden.

Mehr als eine Milliarde Nutzer auf Messaging-Plattformen

Doch die Pläne des KI-Spezialisten gehen noch weiter. „Wir wollen Mode ins Messaging- Zeitalter bringen und zur weltweit ersten globalen Messaging-Plattform für Mode werden“, sagt Mitgründer und CEO Willi Ibbeken. Denn Messaging ist der Mega-Trend 2019. Schon jetzt nutzen mehr als eine Milliarde Menschen in Europa und den USA Messaging-Plattformen – ein Großteil sogar bis zu drei Stunden pro Tag. „Die Mode-Industrie hat diesen Trend bisher nicht erkannt und findet auf Messaging- Plattformen derzeit so gut wie gar nicht statt“, sagt Ibbeken. „Dadurch bleibt das enorme Potenzial von Mode in Verbindung mit Messaging ungenutzt. Genau da wollen wir helfen sprechen derzeit mit Fashion-Retailern über Kooperationen.“ Mit dieser Vision hat das Dreiergespann auch Unternehmergrößen wie Wendelin Wiedeking überzeugt, der mit seinem Sohn bei dem Messaging-Start-up Inspora eingestiegen ist. (red)

Berlin auf Platz 11 der wichtigsten Technologiestandorte der Welt

Das Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank hat die 15 wichtigsten Technologiestandorte der Welt ermittelt. Laut dem Bericht soll die nächste Technologiewelle zwei wichtige Trends vorantreiben: Zum einen würde die Nachfrage des Sektors die Vermietungsmärkte entscheidend mitbestimmen, zum anderen soll sich der Innovationsgedanke der Branche zunehmend auf Unternehmen aus anderen Marktsegmenten übertragen.

Vor diesem Hintergrund müssten Unternehmen vor allem das Ziel verfolgen, die Experten für sich zu gewinnen, die in der Lage sind, das Wachstum anzukurbeln, den technologischen Wandel umzusetzen und zukunftsfähige Organisationen zu etablieren. Dementsprechend ist ein zunehmend wichtiger Aspekt die Identifizierung von Standorten, an denen kreative Talente zusammenkommen. Der Bericht prognostiziert, dass sich Unternehmen an diesen Orten ansiedeln werden, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Der Knight Frank Tech City Index

Diesen Prozess der Standortidentifikation will der Knight Frank Tech City Index unterstützen. Mit sechs unterschiedlichen Analysekategorien hat das internationale Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank die 15 bedeutendsten Technologiestädte ermittelt. Diese Städte stehen ganz oben auf der Liste potenzieller Standorte für diejenigen, die Zugang zu Spezialisten suchen, die in den kommenden fünf Jahren die nächste Technologiewelle vorantreiben und implementieren werden. Diese Städte verfügen über die Arbeitskräfte, die die Unternehmensumwandlung am besten unterstützen können. Berlin schafft es im Ranking auf Platz elf.

Berlin auf Platz 11 – mit Luft nach oben

Es ist nicht verwunderlich, dass Berlin unter den wichtigsten Technologiestandorten weltweit steht. „Die hervorragende Infrastruktur Berlins sowie das stetige Wachstum der Start-up Szene wurden viele Jahre nur als Begleiterscheinung angesehen. Heute sind dies die beiden wichtigsten Kriterien im Gesamtranking“, so Ole Sauer, Managing Partner von Knight Frank und verantwortlich für den Berliner Standort. „Ich bin mir sicher, dass Berlin das Potential für eine Position in den Top 6 hat und dies nicht erst in fünf Jahren, was die ungebremst starke Nachfrage von Tech-Unternehmen zeigt.“

Der Index basiert auf sechs für Technologiestandorte entscheidenden Schlüsselfaktoren: Bildungsinfrastruktur, der Präsenz von Spezialisten, der Start-up-Kultur, dem Tech-basierten Wachstum, der Innovationsfähigkeit und der Smart-City-Infrastruktur.

San Francisco ist Spitzenreiter

Diese Städte stehen sollen vor allem für Unternehmen interessant sein, die einen Zugang zu Innovationstreibern suchen:

01. San Francisco
02. London
03. Singapur
04. New York
05. Boston
06. Los Angeles
07. Amsterdam
08. Tokyo
09. Zürich
10. Seoul
11. Berlin
12. Paris
13. Stockholm
14. Sydney
15. Toronto

Anja Karliczek: Künstliche Intelligenz hält Einzug in unseren Alltag

Technologieförderung, aber mit Strategie: Die Bundesregierung hat ihre Eckpunkte für eine Strategie Künstliche Intelligenz (KI) im Juli beschlossen. Auf dem Digitalgipfel in Nürnberg soll am 3. und 4. Dezember 2018 die offizielle Vorstellung der Strategie erfolgen. Hier eine kleine Zusammenfassung der Zukunftspläne.

Mit den Eckpunkten für KI strebt die Bundesregierung die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz in Deutschland an. Ziel ist es, die Technologie auf ein weltweit führendes Niveau zu bringen. Die Eckpunkte dienen hierbei als Grundlage für die Strategie KI, die in den nächsten Monaten noch ausgearbeitet wird. Geschehen wird das in den folgenden Wochen über einen von der Bundesregierung initiierten Konsultationsprozess. Dazu werden bundesweit arbeitende Organisationen, Verbände und Institutionen verschiedene Expertenworkshops sowie Fachforen gemeinsam durchführen.

Gemeinsinn im Fokus

Geplant ist, die Nutzung von KI verantwortungsvoll und zum Wohle der Gesellschaft voranzubringen sowie neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen. Die Kabinettvorlage wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet. „Künstliche Intelligenz hält Einzug in unseren Alltag und wir wollen, dass diese Technik den Menschen hilft. Daher stellen wir den Nutzen für den Menschen in unserem Lande in den Mittelpunkt unserer KI Strategie. Richtig gestaltet ist KI ein wichtiger Schlüssel für Wachstum und Wohlstand“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Ambitioniertes Vorhaben

Darüber hinaus soll die Forschungslandschaft in Deutschland mit Kompetenzzentren ausgebaut werden. Insbesondere deutsche Großstädte sollen sich mehr mit Europa vernetzen können. Außerdem kann auf diese Weise auch nach passenden Fachkräften aus der Wissenschaft Ausschau gehalten werden. Aber auch die Arbeitsbedingungen des Wissenschaftsnachwuchses sollen attraktiver gestaltet werden, unter anderem durch zusätzliche Professuren für KI. Zudem wird sich die Forschungsförderung wandeln: Eine Agentur für Sprunginnovationen soll gegründet werden, die sich auch dem Thema Künstliche Intelligenz annehmen wird.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fasst es folgendermaßen zusammen: „Künstliche Intelligenz ist nicht irgendeine Innovation – sie ist eine Basis- Innovation, die unsere Wirtschaft und unser Leben insgesamt verändern und verbessern wird. Deshalb wollen wir, dass Anwendungen von Künstlicher Intelligenz auch nicht irgendwo auf der Welt entwickelt und umgesetzt werden, sondern hier bei uns in Deutschland und Europa. Die Eckpunkte für eine Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung legen dafür den Grundstein. Wir senden ein Aufbruchssignal an Unternehmen und Gründer, denn es geht vor allem darum, unsere hervorragenden Forschungsergebnisse auch in Produkten und Dienstleistungen anzubieten und Deutschland so zu einem weltweit führenden Standort für KI zu machen. Künstliche Intelligenz zu entwickeln und zu beherrschen – sei es beim autonomen Fahren, in der Krebsdiagnostik oder bei den Produktionsprozessen der Zukunft – ist eine Schlüsselfrage für Deutschland und Europa. Mit unserer KI-Strategie werden wir schlagkräftige Antworten geben.“ (lj)

Berlin – Living Lab des digitalen Wandels

Allein eine Vision zu entwerfen, genügt nicht. „Wir können nur eine kurze Distanz in die Zukunft blicken, aber dort können wir eine Menge sehen, was getan werden muss“, sagte der Erfinder des maschinellen Lernens, Alan Turing. Fakt ist: Wir bewegen uns längst im technischen Zeitalter. Ob in der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Gesellschaft, Berlin ist ein Living Lab des digitalen Wandels. Hier werden internationale Tendenzen und Entwicklungen der technischen Megatrends sichtbar und eigene Trends ausgelöst. Das macht die Hauptstadt zu einem Entwicklungszentrum und Testlabor zugleich.

Vernetzung, Mobilität, Künstliche Intelligenz (KI) und nachhaltige Energieversorgung sind die Hauptthemen der Stadt der Zukunft. So wird bereits jetzt an neuen Technologien der Themenfelder geforscht, getüftelt und ihre Anwendbarkeit in der Stadt selbst ausprobiert. Aber es liegt bei den Entscheidern aus Politik und Wirtschaft, den Raum für Bildung, Innovation, Kreativität, sozialen Austausch und eine umfassende Einbindung in Entscheidungsprozesse zu schaffen. Profitieren sollen schließlich alle aus dem gewonnenen Wissen. Daher ist es umso wichtiger zu fragen: Wie ist Berlin aufgestellt? Wo wird geforscht und was muss in Zukunft noch getan werden?

Brain City Berlin

Als Stadt der Gründer hat sich Berlin europaweit einen Namen gemacht. Doch Innovationen sind nicht nur in der Wirtschaft zu finden, auch in Sachen Forschung ist die Hauptstadt gut auf-gestellt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, nannte die Hauptstadt einen „Showroom für Wissenschaft und Forschung“ und das nicht ohne Grund. Abgesehen von international anerkannten Hochschulen verfügt Berlin über zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die vom Bund und den Ländern mitfinanziert werden. Laut dem Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2018 gibt es in keinem anderen Bundesland so viele verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen wie in Berlin.

Vorbildliches leistet zum Beispiel das europaweit größte Universitätskrankenhaus Charité. Hier wird akribisch geforscht, ausgebildet und der Grundstein für eine moderne Gesundheitswirtschaft gelegt. Sie gilt als Herzstück und Motor der Gesundheitsforschung in der Hauptstadtregion. Das liegt unter anderem an der Vielzahl an Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie sowie interdisziplinären Projekten, die von der Charité initiiert werden. Zurzeit sind dort mehr als 3.700 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an über 1.000 Forschungsprojekten tätig. Nennenswert sind auch die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), das bereits 1988 gegründet wurde, und ein Projektbüro in Berlin besitzt. Das DFKI ist eine der führenden wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen Deutschlands auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien auf Basis von KI. Außerdem ist es bundesweit gut vernetzt und gilt in der internationalen Wissenschaftswelt als eines der wichtigsten „Centers of Excellence“. Beispielhaftes leistet auch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Es ist Deutschlands bekanntestes universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering. Neben zukunftsweisenden Softwarelösungen bietet das HPI die interaktive Bildungsplattform openHPI an, die einen Gratis-Zugang zu aktuellem Hochschulwissen gewährleistet. Für sich schnell verändernde Berufsgruppen, etwa aus den Bereichen Informationstechnologie und Innovation, kann auf diese Weise ein ständiger Wissenstransfer garantiert werden. Berlin verfügt über mehr als eine respektable Forschungslandschaft. Mit dem Aufkommen der Gründerszene und der Ansiedlung vieler internationaler Großkonzerne ist die Hauptstadt nicht nur eine Brain City, sondern zu einem lebendenden Labor geworden.

 

Frank Wiethoff, Regionalvorstand Ost, KPMG AG | Foto: Peter Adamit/KPMG AG

Frank Wiethoff, Regionalvorstand Ost, KPMG AG | Foto: Peter Adamit/KPMG AG

 

Living Lab

Wissenschaft und Forschung sind das Fundament unserer Zukunft. Anfang der 2000er Jahre war es erstmals möglich, mehr Informationen digital statt analog zu speichern und somit nahm die digitale Revolution ihren Lauf. Seitdem haben sich die informationstechnischen Prozesse deutlich beschleunigt. Die Digitalisierung griff in alle gesellschaftlichen Bereiche ein und veränderte sie maßgeblich. Entstanden sind Begriffe wie Bildung 2.0 sowie Arbeit und Industrie 4.0, die aus der Stadt ein Experimentierfeld machen. Auch Robotik ist in der Hauptstadt ein Thema, dennoch ist der Ausbau auf diesem Technologieschwerpunkt vergleichsweise gering. Wenige auf Robotik spezialisierte Unternehmen nutzen die vom Bund und Land geförderten Programme. Fehlen die Spezialisten? Wegweisende Rahmenbedingungen?

 

Forscher mit Kittel und Mikroskop gehören zum Teil der Vergangenheit an: Mittlerweile arbeiten Berlins Forscher überwiegend mit Computern | Foto: pexels.com

Forscher mit Kittel und Mikroskop gehören zum Teil der Vergangenheit an: Mittlerweile arbeiten Berlins Forscher überwiegend mit Computern | Foto: pexels.com

 

Die Innovationsschwerpunkte der Berliner Verwaltung sind derzeit immer noch die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse sowie die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Jedenfalls so der Tenor bei der Veranstaltung PoliTisch mit Sabine Smentek, Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik, im Juni. Zukünftig sollen jährlich 80 bis 100 Millionen Euro allein dafür aufgewandt werden. Die Roboter müssen noch warten.

Zeitgleich sollen die Neuerungen aber auch der Gesellschaft Nutzen bringen. Immer mehr Berliner Projekte bestehen aus Kooperationen, die Wissenschaft, Wirtschaft und die breite Öffentlichkeit einbeziehen. Zu nennen ist Open Data Berlin, gefördert durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Dieses Kooperationsprojekt macht nützliche Daten der Öffentlichkeit zugänglich. Die vielfachen Anwendungsmöglichkeiten von Daten werden auf der Website durch die interaktive Kitasuche, das FlatMatch und den Landeshaushaltsplan ersichtlich. Löblich sind auch die Initiativen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastrukturen, das regelmäßige Start-up-Pitchs zur Förderung neuer Technologien initiiert.

 

Ramona Pop, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe | Foto: Hoffotografen

Ramona Pop, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe | Foto: Hoffotografen

 

Zu den Triebkräften des Hauptstadtlabors zählen aber vor allem Innovations- und Forschungseinrichtungen, darunter das Berlin Center for Digital Transformation. Unaufhörlich etablieren sich immer mehr Labs, Hubs und ähnliches, die in kürzester Zeit erbaut und in Betrieb genommen werden. Internet der Dinge (IoT), Vernetzung, Mobilität, Energieversorgung, Nachhaltigkeit, KI und Smart Data sind die Hauptthemen der Stadt der Zukunft. Um diese Technologien zu fördern, sind Kollaborationen unumgänglich. Vorbildhaft ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen Next Big Thing AG und Fraunhofer-Forschung in Berlin. Der IoT Company Builder zwischen der Next Big Thing AG, und das „Leistungszentrum Digitale Vernetzung“ haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel der Kooperation ist die wissenschaftliche und wirtschaftliche Förderung von technologischen Innovationen am Standort. Zentral hierfür sind der Austausch und Technologietransfer zu Themen der digitalen Transformation, vor allem zu IoT und zur Sensorik.

Factory Berlin ist der erste und größte Start-up-Campus Deutschlands. Auf über 16.000 Quadratmetern Bürofläche bringt Factory etablierte Technologieunternehmen mit early-stage Start-ups zusammen. Dabei zeichnet sich der Campus durch die außergewöhnliche Arbeitsumgebung, die lebendige Community aus Gründern und den Events aus. Viele Innovationslabs arbeiten bereits eng mit der Wirtschaft zusammen.

Smart-City-Strategie

Berlin ist gut vernetzt. Die unterschiedlichen Schichten sowie Strukturen finden sich alle an einem Punkt zusammen: Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie. Seit 1994 engagiert sich die öffentlich-private Partnerschaft für die Interessen der Hauptstadt und hat damit maßgeblichen Erfolg. Berlin boomt und ist eine der wichtigsten Gründermetropolen Europas. Mittlerweile gehören zu Berlin Partner über 280 Unternehmen und selbst der Senat ist an der Fördergesellschaft beteiligt. Vernetzung und weitreichende Förderstrukturen sind zentrale Faktoren für Urbanität, Lebensqualität und Wandlungsfähigkeit einer Stadt und machen sie zu einem Inkubator für den gesellschaftlichen und technischen Fortschritt. Seit 2015 ist die Berliner Smart-City-Strategie aktiv, mit der sechs Handlungsfelder verfolgt werden: Smarte Infrastrukturen, smarte Wirtschaft, smarte Verwaltung und Stadtgesellschaft, öffentliche Sicherheit, smartes Wohnen und smarte Mobilität.

 

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH | Foto: Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH | Foto: Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

 

Neben dem Bürgernutzen sind dabei Klimaschutz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung. Die Schaffung organisatorischer Rahmenbedingungen sowie die Vernetzung von Entscheidungsprozessen in den Städten sind Voraussetzung für die Etablierung smarter Technologien. Doch auch neue Zukunftsthemen wie 3-D-Druck, Technologietransfer, aber auch die Fachkräfte- und Gewerbeflächensicherung müssen berücksichtigt werden. Das sind alles Aufgaben, die von der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam gelöst werden müssen. Dass ein Zusammenspiel verschiedener Akteure funktionieren kann, beweist unter anderem das Euref-Campus. Bereits 2014 konnte der Campus das Klimaschutzziel der Bundesregierung für 2050 erreichen. Mit seinen ca. 5,5 Hektar gilt das Stadtquartier als Symbol für die Energiewende in Deutschland. Außerdem ist der Euref-Campus Standort für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität. Er ist der Referenzort für die Smart-City-Strategie des Landes Berlin.

Digitale Hürden

KI-Vorreiter und IoT-Landschaft Berlin klingen futuristisch und nach einem politischen Masterplan für die Zukunft. Entscheidend sind die Grundlagen auf denen aufgebaut wird, denn ein Wort kann den Masterplan zum Wanken bringen: Breitbandausbau. Trotz der Berliner Smart-City-Strategie hapert es am Ausbau digitaler Infrastrukturen. Senat und Netzbetreiber schafften es bisher nicht, den Glasfaserausbau voranzutreiben. Eigentlich sollten sich private Anbieter und landeseigene Unternehmen darum kümmern. Von der Digitalisierung der Berliner Verwaltung darf erst gar nicht gesprochen werden.

Derzeit greift eine noch ganz andere Angst um sich: Berlin, als Deutschlands einzige Metropole, muss im Wettbewerb mit dem Silicon Valley oder Shezan bestehen können. Es fehlt der Wagemut, offensiver in der Forschung, KI-Entwicklungen und vor allem im Bereich Investition vorzugehen. Statt Digitalisierungs- oder Energiegipfeln gibt es jetzt KI-Gipfel. Es heißt: Tempo machen! Sonst droht ein Wettbewerbsnachteil. Appelliert wird vor allem an die Politik und die antwortet mit den Eckdaten zu einem Masterplan für Künstliche Intelligenz. Geplant sind Maßnahmen für einen verbesserten Technologietransfer in die Wirtschaft, aber auch die Start-ups in diesem Bereich stärker zu fördern. Pläne sind gut, Umsetzungen besser.

Neben der Grundlagenforschung fehlen die Gelder eben auch in Forschungssektoren wie KI. Nordamerika investiert zum Beispiel fünf bis sechs Mal mehr Kapital in Zukunftstechnologien als Europa. Zwar heißt es überall, dass dringend wirtschaftsnahe Förderprogramme benötigt werden, um mehr Geld im privaten Sektor zu mobilisieren, aber das trifft nur teilweise zu. Es fehlt vor allem an der konstanten Weiterfinanzierung und Förderung von Zukunftsprojekten.

KI-Engagement

Vorbildliches leistet seit Jahren das Tech-Unternehmen Microsoft. Mit dem Hashtag #digitalfueralle präsentierte sich Microsoft im Juli bei einem selbstorganisierten parlamentarischen Abend zu KI. Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, stellte den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Plan der Microsoft Deutschland GmbH vor und erläuterte vor allem, dass KI ein enormes wirtschaftliches Potenzial bedeutet. Allerdings müssen ähnlich wie bereits bei der Digitalisierung viele politische und wirtschaftliche Hebel gleichzeitig in Bewegung gesetzt werden.

Seit Jahren pflegt Microsoft in Berlin eine enge Zusammenarbeit mit dem DFKI und anderen Digital- und Tech-Pionieren. Doch wurde diesen Partnerschaften wenig Aufmerksamkeit zuteil. Erst jetzt, mit medialem Interesse und politischem Interesse, bekommen Innovationen und Forschungsarbeiten wieder eine Plattform. „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, sagte bereits Physiker Albert Einstein. Und die Zukunft heißt in Berlin KI. Als erster Schritt muss die breite Öffentlichkeit informiert werden.

Zukunftsängste

Geträumt wird von einem weltweit anerkannten Gütesiegel „Artificial intelligence (AI) made in Germany“. Der Wunsch nach einer internationalen Führungsrolle im Bereich KI, der Entwicklung anerkannter Kompetenzzentren, regem Fachkräftezuzug sowie der Modernisierung der Verwaltung. Die Politik ist am entscheidenden Zug etwas zu tun. Mit der Digitalisierung und den nachfolgenden Datenskandalen entwickelte sich aber auch das Bewusstsein für Datenschutz (Stichwort „gläserner Mensch“), Privatsphäre und digitale Entrechtung. Rein wirtschaftlich ist das technische Zeitalter aber eine lösbare Aufgabe. Prognosen zufolge wird die fortschreitende Technologisierung und Robotisierung trotz vieler Relativierungen Berlin eine Vielzahl an Jobs kosten. Stark betroffen sind Berufsfelder, die automatisierbare Tätigkeiten ausführen, beispielsweise Verkäuferinnen im Einzelhandel, die schon jetzt durch teilautomatisierte Kassensysteme ersetzt werden. Künstliche Intelligenz und Robotik wecken dagegen ganz andere Ängste. Früher war es Science Fiction und heute ist die Debatte aktueller denn je: Mensch versus Maschine. „Es gibt nicht nur die ewig Gestrigen, es gibt auch die ewig Morgigen“, merkte Autor Erich Kästner an. Gegen Zukunftsängste hilft nur Aufklärung und Bildung.

 

Keine Angst vor Robotik und Künstlicher Intelligenz: Beides kann mit politi- schen Zielvorgaben zum Wirtschaftswachstum beitragen | Foto: pixabay.com

Keine Angst vor Robotik und Künstlicher Intelligenz: Beides kann mit politischen Zielvorgaben zum Wirtschaftswachstum beitragen | Foto: pixabay.com

 

Die Gesundheitsbranche, der öffentliche Sektor, Kommunikation, Medien und Dienstleistungen, Einzelhandel und Großhandel werden stark von KI profitieren, ohne je einen jährlichen Nettoarbeitsplatzverlust zu erleiden. Dagegen werden IT-Dienstleistungen 2018 einen massiven Stellenabbau verzeichnen: Zwar werden 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, aber wiederum 80.000 Arbeitsplätze eingebüßt. Über 2025 hinaus werden neue Branchen und Arbeitsplätze entstehen, aber diese sind schwer vorauszusehen. Ähnlich wie bereits bei dem rasanten Aufstieg von Smartphones oder sozialen Netzwerken ist es derzeit schwer abzuschätzen und vorauszusehen, wohin sich der Trend entwickelt. Vorsichtsmaßnahmen müssen trotzdem ergriffen werden, auch wenn die Auswirkungen für die Dienstleistungs- und Servicebranche bisher als gering eingestuft wurden. Mittlerweile sind aber auch die Experten uneinig. Gegenstimmen prognostizieren, dass KI-bezogene Arbeitsplätze ab 2020 stetig wachsen werden. 2021 wird der Geschäftswert von KI demnach rund 2,9 Billionen Dollar erreichen und circa 6,2 Milliarden Stunden Arbeitsproduktivität einsparen. Das würde fatale Folgen auf den Arbeitsmarkt haben. Jede Technologie bringt Vor- sowie Nachteile mit sich. Die Kunst wird es sein, in Berlin die Balance zu finden.

Mobilität der Zukunft

Ein klarer Vorteil ist die Mobilität. Für eine moderne Stadtgesellschaft bedeutet der digitale Wandel in erster Linie mehr und vor allem unterschiedliche Kommunikation. Dazu gehört unter anderem eine intelligente Vernetzung aller Bereiche des öffentlichen Lebens. So ermöglicht die Digitalisierung auch die automatisierte Verkehrsüberwachung und -steuerung und dies nicht nur im Bereich der Automobile. Sowohl der öffentliche Personennahverkehr als auch alternative Angebote wie Car-, Bike- und Ridesharing profitieren von den neuen digitalen Möglichkeiten. Es findet etwa eine Verknüpfung von unterschiedlichen Informationen für die Nutzer statt. KI und Smart-Data-Technologien ermöglichen so, die Verkehrsteilnehmer mit Echtzeitdaten aus der Verkehrsüberwachung zu versorgen. Das wiederum ist eine innerstädtische Stauprävention. Berlin hat bereits die nötigen Start-ups und das notwendige Know-how. Das, was noch fehlt, ist der Mut, neue Wege zu gehen.

Die Hauptstadt ist allgemein ein Vorbild für intelligente Mobilität und doch stockt der Einsatz von neuen Technologien. Elektromobilität ist nach wie vor ein wichtiges Zukunftsthema. In Berlin vollzieht sich die Ausweitung der Ladestationen für E-Autos, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) testen autonome Busse, die S-Bahn setzt hochmoderne Züge ein und auf dem Gelände der Charité fahren schon autonome Shuttles Patienten von A nach B. Allerdings fehlt noch der entscheidende letzte Schritt, ganz auf die neuen Technologien umzuschwenken. In Nürnberg fahren bereits seit Jahren einige U-Bahn-Linien autonom, in Berlin ist das derzeit noch nicht denkbar. Warum eigentlich? Liegt das an dem US-Skandal rundum Uber und die potenzielle Gefahr von technischem Versagen? Oder eher an Vorbehalten?

Urbaner Lebensraum

In der Immobilienwirtschaft beginnt erst ein Umdenken. Herausforderungen sind der demografische Wandel, das steigende Umweltbewusstsein, die zunehmenden Anforderungen an die Energieeffizenz, die wachsenden Städte und die nicht abnehmenden Nachfrage nach smarten Technologien. Berliner Unternehmen im Bereich Property-Technology (PropTech) waren noch nie so gefragt. Mit dem internationalen Prop-Tech Innovation Award 2018 möchte die Hauptstadt als Gastgeber zukünftig auf sich aufmerksam machen. Als international attraktiver PropTech-Standort kann Berlin auch die Innovationspotentiale der eigenen Immobilienbranche stärker fördern. Aber wie ist der aktuelle Stand? Gerade ist die Immobilienwirtschaft stark von zwei unterschiedlichen Strömungen erfasst: Technologie und Nachhaltigkeit. Für mehr Technologie spricht sich zum Beispiel Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG, aus. Allerdings möchte er nicht nur die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft vorantreiben, sondern auch die Immobilienunternehmen dazu animieren, selbst aktiv zu werden. Wie das geht, zeigt er mit seiner BIM-Strategie (Building Intelligence by CG), eine Wertschöpfungskette für die Immobilie. Diese steigert einerseits die Risikoreduzierung und andererseits die Qualität der Wohnobjekte. Darüber hinaus setzt sich die CG Gruppe unter anderem für einen digitalen Immobilienzyklus, neue Konzepte sowie Immobilienkonzepte für den urbanen Wohnraum ein.

Innovativ ist aber auch diese Software: Mit Asset-Check haben Norman Meyer (Leiter Digitale Geschäftsmodelle bei Drees & Sommer) und Björn Bordscheck (Bereichsleiter Daten und digitale Geschäftsprozesse bei Bulwiengesa) eine Möglichkeit für Investoren, Banken und Projektentwickler gefunden, eine digitale, unabhängige Erstbewertung einer Immobilie auf Knopfdruck zu erhalten. Neben den reinen Marktdaten berücksichtigt die Software auch makroökomische Faktoren wie Beschäftigung und Kaufkraft in einem Quartier sowie Angaben zu Investitionsausgaben und operativem Betrieb der Immobilie. Vorreiter für smarte Haustechnologien ist dagegen das Berliner Start-up KIWI, dem Erfinder eines schlüssellosen Zugangssystems für Haus- und Wohnungstüren von Mehrfamilienhäusern. Über das KIWI Portal können Zutrittsberechtigungen zentral verwaltet werden.

Der Trend zur Nachhaltigkeit wird stark von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen vorangetrieben. Hierbei lassen sich neue Technologien und ökologisches Bauen sehr gut miteinander vereinbaren. So wird der Lebenszyklus eines Bauwerks – Planung, Errichtung, Nutzung, Betrieb und Rückbau – von Beginn an mit in den Bauplan integriert. Energieeffizente Lösungen und smarte Haustechnik müssen jedoch immer weiter entwickelt und den technologischen Standards angepasst werden. Hier funktioniert das Zukunftslabor Berlin als Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft noch mit Zeitverzögerung.

Technologische Aufholjagd

Hinsichtlich der Rahmenbedingungen, die für den internationalen Tech-Standort Berlin berücksichtigt werden müssen, wird es in der Politik zu langwierigen Planungsphasen kommen. Allein weil sich Wirtschaft und Wissenschaft zum Teil bereits in der Umsetzung neuer digitaler und technologischer Verfahren befinden. Insbesondere die Technologisierung – allen voran Künstliche Intelligenz, digitale Transformation und Robotik – des Mittelstandes wird ohne politische Zielvorgaben ein mühseliges Unterfangen. Zügig wird nun geplant, gefördert, kooperiert und weiter geplant. Am 18. Juli 2018 wurden sogar die Eckpunkte für eine Strategie Künstliche Intelligenz von der Bundesregierung herausgegeben, die ausgefeilte Strategie wird bald folgen. Auffällig sind die darin großen Erwartungen, die an KI und die damit verbundenen Technologien geknüpft werden. Die Bundesregierung plant und organisiert akribisch, lotet Anwendungsfelder aus und erstellt fein säuberlich Ordnungsrahmen. Dabei verschenkt die Politik wertvolle Zeit, um sich auf dem bereits florierenden Tech-Markt einen Namen zu machen. Abgesehen davon, dass die Berliner noch mit der Digitalisierung und den Neuerungen durch Bildung 2.0, Arbeit 4.0, Industrie 4.0 und der Energiewende zu kämpfen haben.

Vorerst bleibt es also noch bei den derzeit beliebtesten Schlagworten im Entwurf der Strategie Künstliche Intelligenz: Potenziale, Möglichkeiten und Chancen. Hightech-Strategien werden angekündigt und Digitalgipfel organisiert, aber wo bleibt der dringend benötigte Aktionismus? Die detailliert aufgelisteten Handlungsfelder ihrer Hightech-Strategie ersetzen nicht die Handlung selbst. Wichtiger ist es weiterhin, Labs, Hubs und Technologiezentren zu fördern, um die Innovationen in die Berliner Wirtschaft zu integrieren.

 

Robert Bukvic, Gründer und Geschäftsführer der rent24 GmbH | Foto: rent24 GmbH

Robert Bukvic, Gründer und Geschäftsführer der rent24 GmbH | Foto: rent24 GmbH

 

Synergien schaffen

Berlin als Gründermetropole steht vor ihren ganz eigenen Herausforderungen. Für das eine oder andere Problem mag mehr Forschung, KI-Technologie oder Smart Data die richtige Lösung sein. Aber das, was oftmals vergessen wird, ist, dass die Basis stimmen muss. Nur mit den richtigen Werkzeugen können die Technologien zielgerichtet und effektiv eingesetzt werden. Es heißt nicht Mensch versus Maschine, sondern der Mensch mit der Maschine. Maschinelle Möglichkeiten und das Erfahrungswissen sowie die lokalen Kenntnisse der Experten machen Berlin erst zu einem Zukunftslabor.

Gotthold Ephraim Lessing brachte schon vor rund 250 Jahren genau auf den Punkt: „Beide schaden sich selbst: der, der zu viel verspricht und der, der zu viel erwartet.“ Die Intelligenz des Menschen ist trotz KI gefordert, die Politik braucht nichts zu überstürzen und die Forschung muss auch Lösungen für die Probleme der Zukunft finden. Technik ist letztlich nur ein von Menschen erdachtes Hilfsmittel, um die eigenen Probleme lösen zu können. Umso wichtiger sind Synergien aus Verwaltung, Wissenschaft und Forschung. Berliner Unternehmen müssen aktiv werden und neue digitale und technologische Chancen nutzen. Weniger planen, mehr machen – das gilt auch für die Politik.

Die Hauptstadt hat ihre Standortpotenziale für Energietechnik, Verkehr, Mobilität, Logistik, Informations- und Kommunikationstechnologien, Gesundheitswirtschaft, Smart Data, KI und Optik schon längst erkannt. Visionäre Ideen gibt es genug, noch fehlt das Ökosystem, um sie schnellstmöglich umzusetzen. (lj)

Startupnight 2018: Deutschlands größte Start-up-Messe

Heute findet die Startupnight in Berlin zum sechsten Mal statt. Bei einem der größten Start-up-Events Europas stellen sich mehr als 250 internationale Start-ups vor. Sie stammen überwiegend aus Zukunftsbranchen wie Mobilität, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, Blockchain und FinTech. Hierbei wollen die jungen Unternehmer nicht nur rund 5.000 Besucher von ihrem Start-up überzeugen, sondern auch Vertreter von Risikokapitalgebern und Großkonzernen.

Die Startupnight ist eine Initiative des Telekom Open Space der Deutschen Telekom als Ort für Co-Innovationen, Co-Kreationen und Intrapreneurship. Partner sind unter anderem Berlin Partner, Volkswagen, E.ON, Investitionsbank Berlin (IBB), Commerzbank, Alibaba und Technology Review.

Netzwerk Startupnight

Schon vor der offiziellen Eröffnung können die Gründer an Workshops der Partnerkonzerne Deutsche Telekom, E.ON, Volkswagen und der IBB teilnehmen. Die Konzerne setzen dabei auf das Know-how und Engagement der Gründer, um für zukünftige Herausforderungen gemeinsame Lösungen zu finden. Gleichzeitig können die Start-ups in diesem Rahmen wertvolle Kontakte knüpfen. Aber auch die Besucher erhalten einen Rundumblick über die internationale Gründerszene und aktuelle Trends und Entwicklungen diverser Branchen. Neben den Räumen von Microsoft, Telekom und Volkswagen ist in diesem Jahr auch die Commerzbank am Brandenburger Tor als vierte Location Teil der Startupnight.

Big in Japan: Partnerland Japan präsentiert seine Technologieszene

Nach Israel und den USA ist in diesem Jahr Japan als Partnerland zu Gast. Im Rahmen der Eröffnung der Startupnight wird der japanische Botschafter Takeshi Yagi erklären, wie Wachstum durch Innovation insbesondere in Deutschland und Japan gefördert werden kann. Organisiert wird die Partnerschaft von Jetro. Das Unternehmen ist eine gemeinnützigen Organisation des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie, um nach Japan expandierende Unternehmen zu unterstützen. Mit Japan präsentiert eine der größten Industrien weltweit humanoide Roboter, Technologien künstlicher Intelligenz und autonome Systeme. Die japanischen Start-ups sind im Jetro Pavillon in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom zu sehen.

„Die Startupnight bietet Gründern die Möglichkeit, auf nur einer Veranstaltung mit ihren wichtigsten Zielgruppen in Kontakt zu treten. Seit Bestehen der Startupnight ist das Rahmenprogramm dieses Jahr noch vielfältiger. Um bei dieser Fülle der Angebote nicht die Übersicht zu verlieren, bieten wir Besuchern geführte Touren zu Themen wie Mobility oder Energy an”, so Cem Ergün-Müller, Gründer der Startupnight.

Ausstellung und vielfältiges Rahmenprogramm

Die Start-up-Ausstellung wird auch in diesem Jahr von einer Fachkonferenz und einer Vielfalt an Talks und Wettbewerben begleitet. In mehreren einstündigen Vorträgen, die sich nicht nur an die Start-ups, sondern auch an das interessierte Publikum richten, geben unter anderem internationale Größen wie Dr. Trent McConaghy und Dr. Aljoscha Burchardt einen Einblick in komplexe Themen, zum Beispiel die Zukunft von Künstlicher Intelligenz oder Blockchain.

Auf der Hauptbühne in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom wird es außerdem verschiedene Pitch Sessions geben.  Dabei müssen die jungen Gründer in kurzer Zeit das Publikum von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Bei der Start Jerusalem Competition, organisiert vom Auswärtigen Amt und der Jerusalem Development Authority, hat das Gewinner-Start-up die Chance auf eine einwöchige Jerusalem-Reise, voll gepackt mit Workshops und Networking. Dem Gewinnerteam der Start Alliance Competition von Berlin Partner winkt außerdem als Gewinn eine New York-Reise, um Ideen auf dem amerikanischen Markt zu testen. (red)

KI-Studie: Im Wirtschaftsleben der Hauptstadtregion angekommen

Künstliche Intelligenz (KI) treibt die technologische Entwicklung zurzeit branchenübergreifend voran. Die Region Berlin-Brandenburg profitiert von dieser Entwicklung. Dies zeigt die Studie „Künstliche Intelligenz in Berlin und Brandenburg“, die die  Technologiestiftung Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe durchführte, auf. Demnach erfolgt fast die Hälfte aller deutschen KI-Gründungen hier. Mittlerweile entwickeln mehr als 200 Unternehmen in Berlin und Brandenburg Innovationen mit Künstlicher Intelligenz und erwirtschaften rund acht Prozent des Umsatzes im Bereich der Daten- & Softwaredienstleister.

KI-Studie

Die Technologiestiftung Berlin hat diese und viele weitere Zahlen und Fakten für die erste branchenübergreifende Studie zu Künstlicher Intelligenz in Berlin-Brandenburg ermittelt. Ergänzt wurden die Zahlen von der Wirtschaftsförderung Brandenburg.

„Die Studie bietet eine erste richtige Vermessung zum Thema KI als Bestandteil unseres erfolgreichen digitalen Ökosystems. Berlin ist der maßgebliche Standort für Künstliche Intelligenz. Diese dynamische Entwicklung wollen wir strategisch begleiten und stärken. Zudem helfen wir den Bezirken und Behörden, ihre Datensätze zu öffnen und anwendbar zu machen“, so Christian Rickerts, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Anwendungsbereiche

Einst galt KI als ein Nischenfach der Informatik. Das hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Sprach- und bildverstehende, autonome und kollaborative Systeme: Wo die Umgebung über Sensoren oder Zähler in Form von digitalen Daten erfasst werden kann, verarbeiten die Systeme die Daten immer schneller. Mittlerweile „lernen“ Datenverarbeitungssysteme, treffen auf Grundlage der Daten Entscheidungen, kommunizieren mit anderen Maschinen und imitieren in einem allerdings noch stark eingegrenzten Bereich menschliche Intelligenz.

„Von den Unternehmen, die sich in unserer Region mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, wurden fast die Hälfte erst 2014 und später gegründet. Das zeigt, wie dynamisch sich die Entwicklung vollzieht. Berlin-Brandenburg sollte den Bereich strategisch weiterentwickeln. Mehr Studienplätze, Leuchtturmprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und auch mit den Verwaltungen sowie mehr öffentliche Sichtbarkeit des Themas würden die wichtige technologische Entwicklung noch stärker in der Region verankern und auch die traditionelle Wirtschaftsunternehmen für diesen wichtigen Zukunftstrend fit machen“, sagt Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin.

Veränderungen durch KI

Selbst die Gesundheitswirtschaft wird von KI-Anwendungen revolutioniert. So gibt es bereits Gesundheitsapps, die Vitaldaten ihrer Nutzer auswerten und auf dieser Datenbasis Gesundheitstipps weitergeben, oder Internetsuchmaschinen, die die Bilder im Netz immer besser „lesen“ können. Das sind zwei Beispiele für KI, die beim Endverbraucher ankommen. Zurzeit verändert KI aber vor allem Geschäfts- und Produktionprozesse.

Hier liegt auch der Schwerpunkt der Berliner KI-Unternehmen. Rund 36 Prozent arbeiten im Bereich Business Intelligence/Prozessmanagement und erwirtschaften 43 Prozent des Umsatzes der KI-Unternehmen. Erst dann folgen die Bereiche Health, in dem 10 Prozent der Unternehmen tätig sind und 15 Prozent des Umsatzes erwirtschaften. Dann folgt der Mobilitätsbereich mit neun Prozent der Unternehmen und einem Umsatzanteil von 14 Prozent.

Wirtschaftszweig KI

Vor allem die KI-Unternehmen ziehen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, die in den letzten Jahren sehr erfolgreich Venture Capital (VC) eingeworben haben. Außerdem haben die KI-Unternehmen dafür gesorgt, dass in Berlin ein auch im Vergleich mit Frankreich und Großbritannien deutlich über dem Durchschnitt liegendes VC-Engagement zu verzeichnen ist (6,4 Millionen Euro pro Unternehmen in Berlin-Brandenburg gegenüber 6,1 Millionen in Deutschland und 5,1 Millionen in Großbritannien). Dabei entfielen 70 Prozent des VC auf fünf Unternehmen. Von denen sind drei im Bereich Business Intelligence und Prozessmanagement tätig und zwei gehören dem Gesundheitsbereich an.

Diese fünf VC-finanzierten Unternehmen sind allerdings keine typischen Repräsentanten des Berliner KI-Bereiches. Insgesamt sind die Berliner KI-Unternehmen eher klein, was auch damit zu tun hat, dass sie sehr jung sind. Fast die Hälfte (49 Prozent) beschäftigen zwischen ein und zehn Mitarbeiter. Sie entwickeln vor allem wissensbasierte Expertensysteme (26 Prozent), Sprach- (21 Prozent) sowie bildverstehende Systeme (15 Prozent).

Prognosen und Voraussetzungen

Die Prognosen der Studie zur weiteren Umsatzentwicklung gehen zwar auseinander, je nachdem wie die Experten die allgemeine Entwicklung einschätzen. Alle stimmen aber darin überein, dass der Umsatz in diesem Bereich stetig anwachsen wird.

Darüber hinaus erfüllt Berlin-Brandenburg alle Voraussetzungen, um die Chancen zu nutzen. Die Region hat im KI-Bereich exzellente universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Diese beeinflussen die technologische Weiterentwicklung wesentlich. Außerdem sorgen die Forschungseinrichtungen für qualifizierte Hochschulabsolventen, die den Technologietransfer über Köpfe sicherstellen. Überdies sind sie wesentlich daran beteiligt, dass öffentliche Fördergelder in den Bereich fließen. 2017 waren es fast 20 Millionen Euro. (red)

 

Nyris: Berliner Start-up unter den 25 besten Deep-Tech Innovationen Europas

Gute Nachricht für Berlin: Das Start-up Nyris hat es in das Finale der europaweiten EIT Digital Challenge geschafft und zählt damit zu den 25 besten Deep Tech Innovationen Europas. Das Jungunternehmen setzte sich mit seiner auf künstlicher Intelligenz basierten Software in der Kategorie Digital Industry gegen zahlreiche Konkurrenten durch.

Der angesehene Digitalwettbewerb sucht zum fünften Mal in Folge nach den europäischen besten Deep-Tech Technologien. Deep-Tech steht für hochkomplexe Technologien, die auf wissenschaftlicher Forschung oder technischen Innovationen basieren und digitale Transformation befeuern. Star-tups in der Wachstumsphase – sogenannte Scaleups – konnten sich in fünf Kategorien bewerben.

Eine Software mithilfe künstlicher Intelligenz

Nyris tritt in der Kategorie Digital Industry an. Das 2015 gegründete Unternehmen hat eine Software entwickelt, die mithilfe künstlicher Intelligenz Objekte auf Bildern wiedererkennt. Diese „visuelle Suchmaschine“ ermöglicht es zum Beispiel, Produkte in einem Online-Store mithilfe eines Bildes anstelle von Text zu suchen. Das einzigartige Konzept liefert in den Bereichen 1D (Codes), 2D (print2web) und 3D (reale Produkte) sehr genaue Ergebnisse, die in weniger als einer Sekunde angezeigt werden. Die Lösung steht Kunden – z.B. aus Einzelhandel und Industrie – als Software-as-a-Service zur Verfügung.

„Wir haben die Scaleups sehr sorgfältig im Hinblick auf ihre Technologie, ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein schnelles Wachstum ausgewählt“, sagt Dominik Krabbe, EIT Digital Challenge Lead. “Jetzt freuen wir uns, in der Endrunde noch mehr über Nyris zu erfahren.“

EIT Digital ruft zum dritten Mal den europaweiten Wettbewerb EIT Digital Challenge aus

Die Endrunde findet am 18. Oktober 2018 in Brüssel statt. Hier hat Nyris die Chance, sich vor einer international besetzen Expertenjury gegen vier andere europäische Scaleups in der Kategorie Digital Industry durchzusetzen. Dem Gewinner winkt ein Preis im Wert von 100.000 Euro. Dieser setzt sich zusammen aus einem vollen Jahr Wachstumsunterstützung durch den EIT Digital Accelerator im Wert von 50.000 und einem Preisgeld von 50.000 Euro. (red)

Rasante Umbrüche durch Digitalisierung in Berlin

Wie hoch ist die Bedeutung der Digitalisierung für Großstädte wie Berlin? In die Hauptstadt zieht es neue Kompetenzzentren für maschinelles Lernen und von künstlicher Intelligenz profitierende Start-ups, die für ein neu gestaltetes Arbeitsumfeld sorgen. Deutschland, vor allem aber Berlin als Gründermetropole, will in der Entwicklung von KI nicht hinter großen Investoren der digitalen Zukunft wie China und den USA zurückbleiben. Zum Auftakt des 21. Bundeskongresses des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fordern Politiker ein nachhaltiges Geschäftsmodell und befürworten Investitionen in digitale Bildung.

 

Schneller und effizienter durch KI? | Foto: pexels.com

Schneller und effizienter durch KI? | Foto: pexels.com

 

Menschliche Arbeit wird austauschbar

Etwa 70.000 Berliner arbeiten im digitalen Umfeld der Hauptstadt. In der Eröffnungsrede des 21. DGB-Bundeskongresses sprach Bundespräsident Frank Walter Steinmeier unter anderem über die Neugestaltungen durch die Digitalisierung der letzten Jahre. Neben einer geforderten „Ethik der Digitalisierung“,thematisierte er auch die Gestaltung dieser für eine zukünftige Arbeit mit der KI. „Wir müssen die Digitalisierung so gestalten, dass sie Arbeit aufwertet und nicht ersetzt“, so Steinmeier.

Der Unterschied zu vergangenen technologischen und industriellen Umwälzungen sei die Betroffenheit aller Berufsfelder von einem eventuellen Austausch durch intelligente Systeme. Diese können dann Busse selbst fahren lassen, Bücher katalogisieren oder das Postsystem revolutionieren. Die große Menge an heutzutage zu verarbeitenden Daten treibt auch die maschinelle Innovation hierfür voran.

Digitalisierung der Arbeitsplätze

Nachhaltige Digitalisierung ist nicht nur aus Material- und Umweltsicht bisher fragwürdig, sondern auch in Bezug auf die Schaffung und Kürzung von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig sorgen die zunehmende Nutzung des Internets und mehrerer Devices für eine starke Erhöhung der Stromnachfrage. Materiell betrachtet ist die Basis der Geräte, die uns mit dem schnellen Internet verbinden, schon aufgrund ihrer Produktionsprozesse nicht konstruktiv. Doch auch die zunehmenden Aufgaben, die von mit KI arbeitenden Systemen gelöst werden können, betreffen alle Berufsgruppen. So wird von einer Wegrationalisierung der Arbeitsplätze und größer werdenden Einkommensschere der kommenden 20 Jahre gesprochen.

Gerade für die Start-up Branche sind diese selbstdenkenden – zum Teil auch selbstständig lernenden – Systeme attraktiv und Berlin als Standort einträglich. Rund die Hälfte aller auf KI setzenden deutschen Start-ups siedelt sich derzeit in Berlin an. Grund dafür ist, abgesehen von der hohen Lebensqualität trotz verhältnismäßig niedriger Gewerbemieten, auch die einfache Rekrutierung guter Mitarbeiter.  Als IT-Standort und europäische Gründermetropole hat sich Berlin einen internationalen Namen gemacht.

 

Der Arbeitsplatz von Heute. | Foto: pexels.com

Der Arbeitsplatz von Heute. | Foto: pexels.com

 

Den Nachwuchs zieht es an die Spree

Für Oktober ist die Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums für maschinelles Lernen in Berlin geplant.Von dessen Angebot können Informatikinteressierte für ihre Jobs der Zukunft profitieren. Schon 2017 wurde das von den großen Berliner Universitäten getragene Einstein Center Digital Future im Robert-Koch-Forum (Mitte) in Betrieb genommen. Es wurde zu Forschungszwecken rund um Themen wie Smart Housing und Mobilität sowie zur digitalen Bildung des Nachwuchses, gegründet. Ziel ist es digitalen Nachwuchs zu gewinnen und abseits von großen Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook, wieder eine Vorreiter-Position einzunehmen.

Weitere Projekte, wie ein Internet-Institut, sind in Planung. Den Standort hierfür gewann Berlin in einer Ausschreibung des Bildungsministeriums vor anderen deutschen Städten. Auch die EU-Kommission erhöhte ihre Förderung für die KI im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. In diesem wird vorgesehen bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro zu investieren und 2,5 Milliarden Euro mit Co-Investitionen zu mobilisieren. (cn)

Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz und deren Einsatz in Unternehmen setzt ausgeprägte Digitale Kompetenz voraus. Im Seminar Künstliche Intelligenz – Chancen, Risiken, Trends. erklären wir die Buzzwords wie Virtual Assistants, Machine Learning, Business Intelligence, Data Science, Cognitive Computing und ihre Einsatzgebiete anhand verständlicher Beispiele. In diesem Seminar werden grundlegende Fragen zu Methoden beantwortet und Orientierung zum Einsatz in einem Unternehmen gegeben.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz und deren Einsatz in Unternehmen setzt ausgeprägte Digitale Kompetenz voraus. Im Seminar Künstliche Intelligenz – Chancen, Risiken, Trends. erklären wir die Buzzwords wie Virtual Assistants, Machine Learning, Business Intelligence, Data Science, Cognitive Computing und ihre Einsatzgebiete anhand verständlicher Beispiele. In diesem Seminar werden grundlegende Fragen zu Methoden beantwortet und Orientierung zum Einsatz in einem Unternehmen gegeben.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)