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Berlin, New York, Australien – Ausnahmekünstlerin Claudia Chaseling eröffnet Soloausstellung auf dem fünften Kontinent

Morgen wird im Rahmen einer Soloausstellung in Wollongong, Australien (bei Sydney) die Ausstellung „Silent“ von Claudia Chaseling eröffnet. Sowohl in der Show SITE-MUTATIVE PAINTING in der Magic Beans Gallery in Berlin Mitte als auch in der Richard Taittinger Gallery in New York präsentiert die Künstlerin zur Zeit parallel ihre raumgreifenden und teilweise dreidimensionalen Werke.

Magic Beans Gallery Berlin: Galerist Christian Efremidis (l.), Claudia Chaseling (2.v.l.) und Gäste der Ausstellung, Copyright: Magic Beans

Die in München geborene Claudia Chaseling, war an der Universität der Künste in Berlin Meisterschülerin bei Professor Marwan Kassab-Bachi. Sie wird für die Eröffnung der australischen Ausstellung sogar persönlich vor Ort anwesend sein.

Wagemutig und ohne Scheu vor großen Themen verknüpft die in Berlin lebende Claudia Chaselings Malerei unterschiedliche Werkstoffe wie Ölfarbe, Eitempera oder auch Aluminium. „Meine Malerei benutzt Strukturen, die chaotisch anmuten aber regelmäßig auftreten“, sagt die Künstlerin selbst über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung in der Magic Beans Gallery in der Auguststraße 86 in Berlin Mitte läuft noch bis zum 5. November.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 12:00 bis 18:00 Uhr

Buchtipp: Claudia Chaseling – Spatial Painting – Verlag für zeitgenössische Kunst und Theorie, Berlin, 2016

(red)

Lufthansa-Übernahme von insolventer Air Berlin: Konsolidierungsprozess wird Monate dauern

  • Lufthansa übernimmt Air Berlin für 1,5 Mrd. EUR

  • 3000 Air Berlin-Mitarbeiter werden übernommen

Air Berlin ist Geschichte. Aber Air Berlin, das sind auch 8.000 Einzelschicksale, die nun durch Missmanagement und Größenwahn ihren Arbeitsplatz verlieren. Da können alle Beteiligten froh sein, dass im Insolvenzverfahren nicht ein weiterer Hasardeur zum Zuge kommt, sondern ein solider und verlässlicher Partner wie die Lufthansa mit Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, die 1926 in Berlin gegründet wurde, dem seinerzeit größten Luftverkehrsdrehkreuz der Welt.

Damit ist es seit Langem vorbei. Bedingt durch die deutsche Teilung durfte die Deutsche Lufthansa die Stadt Berlin über Jahrzehnte gar nicht anfliegen. Nach dem Fall der Mauer durfte der Kranich zwar wieder landen, aber Berlin war zu einem Provinzflughafen herabgestutzt worden. In diese Zeit fällt auch die Gründung von Air Berlin. Air Berlin war mit dem roten Logo ein großartiger Botschafter für die vereinte deutsche Hauptstadt. Mit Billig-Tickets hat sie Millionen Menschen ermöglicht, Fernreisen zu unternehmen. Fragil war das Geschäftsmodell von Air Berlin indes schon immer. Sehr bald traten erste Turbulenzen auf, die durch das Engagement von Etihad beruhigt wurden. Doch Verluste häuften sich an, die absurde Größen annahmen. Experten prognostizierten seit Jahren den wirtschaftlichen Exitus der Airline.

Lufthansa-CEO Carsten Spohr (Mitte) im Berlin Capital Club mit Club-Präsident
Jörg Woltmann (links) und Dieter R. Klostermann, Chairman, CCA International

Carsten Spohr mit BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup (links) und Digitalpionier Joachim Oehler,
Buy&Build Investments (rechts)

Positive Signale von der Lufthansa

Insofern ist der „historische Tag“ auch die Chance eines Neubeginns. Erste positive Signale konnte Spohr am Tag der Vertragsunterzeichnung bereits vor Unternehmern im Berlin Capital Club verkünden: Übernahme von 3000 Mitarbeitern, eine Investition von 1,5 Milliarden Euro, eine neue Direktflugverbindung nach New York, ein Jumbojet, den die Airline in Tegel stationieren wird. Der Luftfahrtmanager will „möglichst viel Verkehr aufrechterhalten“ – eine wichtige Botschaft für die durch hunderte von Flugausfällen der trudelnden Air Berlin gebeutelten Passagiere.

Neben den Positivsignalen redet Carsten Spohr auch Klartext: Man rechne mit einem schwierigen Konsolidierungsprozess. Jedoch werde man den Fehler von Air Berlin, mit Dumpingangeboten Marktanteile gewinnen zu wollen, nicht wiederholen. Daher seien Preiserhöhungen auf bestimmten Strecken nicht vermeidbar. Diese klaren Worte sind wichtig nach der verlogenen Kommunikationspolitik von Air Berlin.

Vertrauen kann man haben zu dem Lufthanseaten Carsten Spohr, der die vor sich hin dümpelnde Lufthansa in seiner dreijährigen Amtszeit wieder voll auf Kurs gebracht hat. Wie kein anderer seiner Vorgänger verdient er den Namen Lufthanseat: Jahrelang saß er als Kapitän selbst im Cockpit und kennt die Welt der Airline aus der Binnensicht. Der letzte Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann war als Geschäftsführer der Lufthansa-Tochter Germanwings Mitarbeiter von Spohr. Offenbar eine gute Schule. Spohr zollte dem glücklosen Air Berlin-Chef seinen Respekt für den Parforceritt, die 150-Millionen-Euro-Bürgschaft innerhalb eines Wochenendes mit der Bundesregierung verhandelt zu haben. Das habe eine harte Landung oder gar einen Crash verhindert und die Lösung mit der Lufthansa erst ermöglicht.

Lars Göpfert, Geschäftsführer Aviation Power (links) und Carsten Spohr

Digitalisierung als Herausforderung

Fundiert ging Luftfahrtmanager Spohr auch auf Fragen nach langfristigen Perspektiven für die Lufthansa ein: Das Thema Digitalisierung sei eine gesamtunternehmerische Herausforderung für den Konzern. Hier werde mit Nachdruck zum Beispiel mit der Lufthansa Start-Up-Einheit „Innovation Hub“ an der Verbesserung und Individualisierung von Servicekomponenten gearbeitet. Innovative Unternehmen mit digitalen Strategien werden bewusst eingebunden und seien Teil der Strategie. Auch zum Forschungsbereich Luftinfrastrukturveränderungen wurde ein Unternehmen gegründet, das sich zum Beispiel mit der Entwicklung des Drohnenverkehrs beschäftige. Schon vor zwei Jahren wurde eine Kooperation mit dem Drohnenhersteller DJI geschlossen, mit der der Konzern Einsatzmöglichkeiten von UAVs im Luftverkehr erforschen wolle. Für diese Innovationsfelder rief Spohr die anwesenden Unternehmer auf, aktiv auf sein Unternehmen zuzukommen.

Einer von ihnen ist Digitalpionier Joachim Oehler, von Buy&Build Investments: „Wenn die Lufthansa ihr hohes innovatives Niveau halten will, muss sie auch das hohe Niveau für digitale Transformation, dass sie im Marketing und Technik hat, für alle Bereiche und Segmente weiterentwickeln. Diese digitale Kernkompetenz gelingt nur mittels Kooperationen und weiterer Engagements in der Digitalwirtschaft.“

Berlin Capital Club am Gendarmenmarkt: Carsten Spohr und Marcel Pelzer, Manpower Deutschland

Die Kassen der Lufthansa sind für diese nachhaltige Unternehmensentwicklung gut gefüllt. Für die Lufthansa war das erste Halbjahr mit einer Verdoppelung des Gewinns auf 1,04 Mrd. Euro das beste in der Unternehmensgeschichte. Im DAX ist die Aktie mit einem Plus von über 70 Prozent seit Anfang 2017 mit Abstand der größte Gewinner. (fs)

Fotos: © Dirk Lässig

Los Angeles und Berlin feierten mit mehr als 3000 Gästen in diesem Jahr 50 Jahre Städtepartnerschaft

Immobilienprofis von Rubina Real Estate waren vor Ort und informierten über den Berliner Markt.

Berlin goes Hollywood: Berlin und Los Angeles feierten 50 Jahre Städtepartnerschaft und dazu kam die Hauptstadt nach L.A. Im Berlin Lab Downtown L.A. haben die beiden Städte mit einem zweitägigen Berlin Festival das Goldene Partnerschaftsjubiläum gefeiert. An den beiden Tagen war hier zu sehen und zu erleben, was Berlin ausmacht: Technologie, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Musik und Essen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: „Los Angeles ist ebenso wie Berlin ein Sehnsuchtsort, ein Ort, der für seine vielfältigen Möglichkeiten berühmt ist. In beiden Städten können sie Ihre Träume leben und andere daran teilhaben lassen. Die Städte, aus denen die Träume sind, das sind und bleiben Los Angeles und Berlin.“

An den zwei Festivaltagen standen auf dem Programm Panel-Diskussionen zu Kultur- und Gesellschaftsthemen, Screenings und Workshops von und für junge Filmemacher, eine Tanz-Performance der Flying Steps, viel Musik, eine Virtual-Reality-Station und Kunst der Berliner Street Artists „Die Dixons“. Die Tech Open Air (TOA), Europas größte interdisziplinäre Technologie-Konferenz feierte hier ihren zweiten USA-Auftritt und eröffnete die Convention im Berlin Lab. An der „Langen Tafel“, einem Kunstprojekt aus Berlin, diskutierten die Besucher über Freiheit in Berlin und Los Angeles. Mehr als 3000 Gäste waren zu Gast im Berlin Lab in Los Angeles.

Johannes Masserer – Senior Major Gifts Officer bei United Way | Stefan Schulze, Head of Sales Rubina Real Estate | Erick Weiss – President Honeysweet Productions Inc. (v. l. n. r.)

Berlin wird als Wohn- und Anlagestandort weltweit immer bedeutender. Immer mehr Menschen strömen in die Stadt. Berlin gilt als hip, schick und stylish – ein Hotspot insbesondere für junge Menschen. Berlin Partner Rubina Real Estate war mit der Delegation angereist, um über den Markt zu informieren und Werbung für die Stadt zu machen. Stefan Schulze, Head of Sales Rubina Real Estate, freut sich über den großen Andrang in der amerikanischen Westküstenmetropole und die Nachfrage nach dem Berliner Immobilienmarkt: „Berlin boomt und wird zunehmend internationaler. Daher ist es so wichtig, über den Berliner Immobilienmarkt zu informieren. Rubina Real Estate ist spezialisiert auf ausländische Investoren und wir freuen uns, Berlin in diesem Umfeld repräsentieren zu dürfen.“

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner: „Berlin kann man nur schwer beschreiben, Berlin muss man erleben. Und genau das ist mit und in unseren Berlin Labs möglich: Wir ziehen mit der Hauptstadt und dem, was sie ausmacht, ihren Menschen und ihrer Vielfalt, in die Welt hinaus. Der Auftritt in Los Angeles lag uns dabei besonders am Herzen. 50 Jahre existiert die Städtepartnerschaft der beiden Städte nun schon. Das ist ein Grund zum Feiern – die Partnerschaft, aber auch das, was die beiden Städte verbindet: ihre Lebendigkeit und die Freiheit, in der das alles möglich ist.“

Berlin und L.A. eine Städtepartnerschaft mit Tradition und Zukunft. (ak)

Von Südkorea nach Kanada: das Sony Center wechselt seinen Besitzer

Der Hype um den Immobilienstandort Berlin nimmt nicht ab. Nachdem immer mehr Menschen ihren beruflichen und auch privaten Sitz in die Hauptstadt verlegen, ziehen jetzt auch die Arbeitgeber nach. Das Interesse am Bürosektor in Berlin steigt und ist so groß wie nie zuvor.

Paukenschlag nach sieben Jahren

Kurz vor der Expo Real, der größten Immobilienmesse Europas, erklingt eine Nachricht wie ein Paukenschlag auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt: Nach sieben Jahren hat das Sony Center am Potsdamer Platz Anfang Oktober seinen Besitzer gewechselt. Der ehemalige südkoreanische Besitzer National Pension Service (NPS) verkauft das Immobilienensemble an den kanadischen Pensionsfonds Omers bzw. an dessen Immobilientochter Oxford Properties. Mit einem Verkaufspreis von rund 1,1 Milliarden Euro machen die Südkoreaner einen Gewinn von über 500 Millionen Euro im Vergleich zum Kaufpreis von 2010. Neben Omers-Immobilientochter ist die New Yorker Immobilieninvestmentgesellschaft Madison International Realty Co-Käufer des Objektes.

Das 24.000 Quadratmeter große Sony Center umfasst 85.000 Quadratmeter Bürofläche, 67 Wohnungen und 20.000 Quadratmeter Einzelhandels- und Freizeitflächen, darunter ein Kino. Unter den Hauptmietern finden sich Firmen wie die Deutsche Bahn oder auch Facebook.

Die Kanadier haben in der Vergangenheit ihre Investments in Europa stark gesteigert. Mit dem Kauf des Sony Centers gelingt ihnen die erste Transaktion in Deutschland. Mit 2,3 Milliarden Euro Immobilienvermögen auf Kontinentaleuropa und einem Gesamtvermögen von 26 Milliarden Euro sind die Kanadier in der Immobilienbranche weltweit gut aufgestellt.

Die Immobilienbranche boomt

Das steigende Interesse von Immobilienfirmen und Arbeitgebern in den Bürosektor zu investieren nimmt nicht ab, im Gegenteil. Das Internationale Maklerhaus Knight Frank führt seit neuestem den Potsdamer Platz auf Platz 15 der weltweit teuersten Bürostandorte für Technologiefirmen auf. Auch die Immobilienberater von BNP Paribas Real Estate sehen positiv in die Zukunft. Sie prognostizieren, dass das Vorjahresinvestitionsvolumen von 5,4 Milliarden in diesem Jahr in Berlin weit überboten werden wird. (red)

vPE Bank: FinTechs zeigen Banken den Weg in die Zukunft

Das Geschäftsmodell konservativer Banken scheint auszulaufen, neue Tech-Unternehmen erhöhen immer mehr den Druck auf die Geldhäuser. Noch halten Banken das Monopol in Geldangelegenheiten. Finanzberatungen und Dienstleistungen erfolgten zumeist vor Ort in der Filiale. Das Vertrauen in die Institute war hoch. Der neue Trend geht dahin, dass Kunden ihre Gelder bei den Geldhäusern abziehen. Die Bankenbranche ist global gesehen sehr anfällig dafür geworden, ihre Kunden an moderne Finanzdienstleister zu verlieren, denn Kunden suchen nach Alternativen.

Richard Giessel, Executive Relationship Manager bei der traditionsreichen vPE Bank am Potsdamer Platz in Berlin, sieht in dem neuen Trend kein Problem für klassische Bankhäuser – unter einer Voraussetzung: „Wie in anderen Branchen auch, müssen sich Banken den neuen technischen Möglichkeiten anpassen. Sofern es gelingt, das Angebot durch Kooperationen und Digitalisierung der Dienstleistungen zu erweitern, sehe ich, auch für klassische Bankhäuser, in den aktuellen Entwicklungen eher eine Chance, als eine Gefahr.“

Die vPE Bank ist ein global tätiges Finanzinstitut und hat sich auf den Börsen- und außerbörslichen Handel für private und institutionelle Anleger spezialisiert. Das Bankhaus hat sich selbst auf die Fahnen geschrieben, mit Innovationsgeist und Kompetenz voranzugehen, um seinen Kunden den bestmöglichen Service anzubieten.

Thomas Kickermann, Managing Direktor der vPE Bank, sieht keinen Widerspruch in Tradition und Innovation: „Langjährige Expertise und Erfahrung führen zu Vertrauen, die Basis einer Kundenbeziehung. Wenn man die Zeichen der Zeit erkennt und vorhandene Vorzüge und etablierte Vorgehensweisen intelligent mit den neuen Möglichkeiten kombiniert, dann können wir auf schnell ändernde Kundenwünsche und –erwartungen reagieren.“

Die vPE Bank unterhält Kooperationen mit FinTech-Unternehmen, um dadurch neue Wege beschreiten zu können. Die Kurzform FinTechs steht für „Financial Technologies“ und bezeichnet Unternehmen, die meist mit Hilfe von IT-Lösungen neue und innovative Umsetzungen in die Finanzbranche einbringen. Im Prinzip erstreckt sich die Bezeichnung FinTech für Unternehmen auf alle Aktivitäten, die etwas mit Bezahlen, Finanzieren, Anlegen, Versichern oder auch Geldschöpfung im allgemeinen Sinne zu tun haben.

Digitale Authentifizierungslösungen, persönliches Finanzmanagement (PFM), die einfache und komfortable Kontoführung per Smartphone, wird in Zukunft für uns alle ein Muss sein. In naher Zukunft wird die vPE Bank den Robo-Advisor, einen automatisierten Anlagemanager vorstellen.

„Wir sind uns sicher, auch in Zukunft den Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden zu können. Die Kunden fragen immer stärker nach digitalen Diensten, leicht zugänglichen Informationen und maßgeschneiderten Produkten. Und selbstverständlich bleiben wir neben unserer strategischen und notwendigen Positionierung im digitalen Wandel mit unseren erfahrenen Beratern unserer Kernkompetenz treu, stets eine persönliche und vertrauensvolle Kundenbindung zu pflegen. Wir verbinden einesmit dem anderen – zum Vorteil unserer Kunden“, so Karen Terpogossov, Managing Direktor der vPE Bank. (ak)

Liberale Immobilienrunde mit Alexander Graf Lambsdorff

Am gestrigen Abend lud die Liberale Immobilienrunde in die Deutsch Parlamentarische Gesellschaft am Friedrich-Ebert-Platz ein. Gastreferent war kein geringerer als Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Mitglied des Präsidiums der FDP.

Veranstaltung der Liberalen Immobilienrunde e.V. (LIR) Gastreferent: Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments & Mitglied des Präsidiums der FDP

Nicht nur in Hinblick auf den Immobilienmarkt gab es seitens Graf Lambsdorffs interessante Anekdoten, sondern auch zur außenpolitischen Lage mit Bezug auf Straßburg, Brüssel und Luxemburg. Ganz besonders die immer näher rückende Bundestagswahl sorgte für reichlich Gesprächsstoff und diverse Einblicke.

Alexander Graf Lambsdorff (FDP): „Steuerliche Erleichterungen beim Immobilienerwerb“

In der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft erklärte der Spitzenpolitiker der FDP in Berlin die Politik seiner Partei. Ziel der FDP seien unter anderem steuerliche Erleichterungen bei dem Erwerb von Wohneigentum, sollte es zu einer Regierungsbeteiligung kommen. Die Liberale Immobilienrunde bietet hochrangigen Vertretern des Bau- und Immobilienbereichs regelmäßig eine Plattform für Austausch und Kontakte.

Ernst Wilhelm, HFK Rechtsanwälte und Vorstand der Liberalen Immobilienrunde mit Frank Schmeichel, Verleger (li.) und Thomas Klein, baurechtaktuell.de

Alexandra Meyder-Cyrus, Apleona, Alexander Graf Lambsdorff, Katja Dobberow, KPMG (v.l.n.r.)

„Gerade bei der Enge der Termine im Endspurt zur Bundestagswahl freuen wir uns ganz besonders einen Politiker wie Herrn Graf Lambsdorff gewinnen zu können“, sagte Veranstalter Ernst Wilhelm, Wirtschaftsmediator und Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht. (mg)

© Dirk Lässig

Bargeld: Viele Menschen wollen nicht darauf verzichten

Die Hauptstadt wird immer schneller, immer digitaler, immer neuer. Alles ist im Umbruch. Wirklich alles? Wir haben mit Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) darüber gesprochen, was mit unserem guten, alten Bargeld passieren wird.

Herr Senator, braucht eine Metropole wie Berlin noch Bargeldverkehr?

Ja. Allerdings ist das keine Frage der Notwendigkeit. Bargeld ist nach wie vor ein sehr beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland. Viele Menschen wollen nicht darauf verzichten. Daher wird man sich in Berlin auch weiterhin zwischen Bar- und Kartenzahlung entscheiden können. Konkret geht es der Politik aber nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um Obergrenzen. Barzahlungen ab einer Höhe von 10.000 Euro sind ausweispflichtig und nicht mehr anonym möglich. Mit dieser Maßnahme werden Steuerhinterziehung und Geldwäsche bekämpft. Eine Herabsetzung dieser Obergrenze auf 5.000 Euro wäre sicherlich noch effektiver.

Ist es vorstellbar, dass Bargeld aus unserem Leben völlig verschwindet?

Ja, andere Länder sind Deutschland bereits voraus. Die schwedische Zentralbank hat beispielsweise konkrete Pläne für eine digitale Währung vorgestellt. Die Schweden tätigen schon heute fast alle Alltagsgeschäfte bargeldlos. Dem digitalen Zeitalter wird sich auch in Deutschland niemand verweigern können. Aber es ist eben auch eine Mentalitätsfrage. Für Deutschland gilt: Bargeld hat noch nicht ausgedient.

Wo liegen die Risiken, nur noch virtuell mit Geld umzugehen?

Diese Debatte ist ja alt. John Maynard Keynes schrieb bereits vor knapp 100 Jahren, dass die Abschaffung des Bargeldes das Risiko eines Geldmengenwachstums und damit die Gefahr von steigenden Preisen erhöhen würde. Banken könnten theoretisch unendlich viel Geld erschaffen. So wichtig die Steuerung der Geld- und Kreditmenge ist, sie hängt nur zum geringsten Teil vom Bargeld ab. Gehortetes Geld, das unter der Matratze liegt, verkleinert theoretisch das Kreditvolumen der Banken. Aber gerade die große Finanzkrise 2007 und in den Folgejahren hat gezeigt, dass das Kreditvolumen einer Volkswirtschaft eben nur noch lose mit den Ersparnissen verkoppelt ist. Daher ist es umso wichtiger, dass die Europäische Zentralbank das Ziel der Preisstabilität verfolgt, aber auch Kreditvolumen, Geldmenge und deren Umlaufgeschwindigkeit im Blick hat.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) kennt die Bargeldbedürfnisse der Berliner

Fallen mit weniger Barzahlungen nicht auch viele Jobs weg?

Diese Annahme ist sehr pauschal. Unterschiedliche Zahlungsmethoden im Einzelhandel sollten keine Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze haben – mit Ausnahme des zunehmenden Internethandels. Weniger zu bestellen und vor Ort einzukaufen, ist für den Einzelhandel sicherlich von Vorteil. Viel wichtiger ist mir als Finanzsenator allerdings die ordentliche Abrechnung und Versteuerung. Im Internet tummeln sich viele Firmen, die weder Steuernummern haben noch Steuern entrichten, also betrügen. Im Bargeldbereich geht es leider manchmal um Geldwäsche dessen, was nicht mit ehrlicher Arbeit erwirtschaftet wurde. Aus diesem Grund müssen wir noch enger mit anderen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um Bargeldgeschäfte stärker kontrollieren und Steuerhinterziehung oder Geldwäsche effektiver bekämpfen zu können. Davon profitieren am Arbeitsmarkt schließlich diejenigen, die sich an Recht und Gesetz halten. (aw)

Grenell wird neuer US-Botschafter in Berlin

Außenpolitik-Kommentator Richard Grenell (50) wurde durch den US-Präsident Donald Trump für den Posten des US-Botschafters nominiert – jetzt muss nur noch der US-Senat zustimmen.

Grenell gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer des außenpolitischen Kurses von Donald Trump

Seit dem Ausscheiden von John Emerson mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar war die Stelle des US-Botschafters in Berlin verwaist. Alle Geschäfte wurden vertretungsweise von Kent Logsdon übernommen. Schon lange warten deutsche Diplomaten auf eine feste Besetzung der Stelle, um den diplomatischen Draht zwischen beiden Staaten nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch um ihn zu verbessern. (mg)

Foto: © Pexels

 

Wir brauchen mehr finanzielle Bildung

Einer der wichtigsten politischen Player bei Geldfragen in der Bundesrepublik ist Staatssekretär Jens Spahn (CDU). Mit ihm haben wir über die Digitalisierung unsere Zahlungsmittel und -Wege gesprochen.

Herr Staatssekretär, Bargeld bleibt uns vorerst erhalten. Das ist die Prognose vieler Entscheidungsträger und auch die der Deutschen Bundesbank. Allerdings ist der 500 Euroschein bereits verschwunden. Wieso sind digitale Bezahlsysteme so stark im Kommen?

Klar, das Bargeld spielt nach wie vor eine wichtige Rolle und das wird auch so bleiben. Gleichzeitig steigt die Attraktivität digitaler Bezahlsysteme. Dafür gibt es mehrere Gründe: Onlinehandel und digitale Dienstleistungen wachsen deutlich. In diesen Bereichen wird häufiger bargeldlos bezahlt. Das wird immer einfacher, schneller und bequemer, beispielsweise durch die kontaktlose Zahlung an der Ladenkasse. Die demografische Entwicklung spielt ebenfalls eine Rolle. Die junge Generation der Digital Natives, die mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist, ist besonders offen für neue Bezahlverfahren, etwa mit dem Smartphone.

Wie bewerten Sie sogenannte Krypto-Währungen und fördern oder blockieren diese organisierte Kriminalität und Terrorismus? Wird Geldwäsche erleichtert oder erschwert?

Wir haben die Risiken, die mit der Anonymität von virtuellen Währungen einhergehen, selbstverständlich genau im Blick. Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus dürfen nirgends eine Chance haben. Aus diesem Grund sollen Umtauschplattformen und sog. Wallet-Provider durch die aktualisierten EU-Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche, über die wir in Brüssel derzeit beraten, erstmals geldwäscherechtlich reguliert werden. In Deutschland sind bereits heute Plattformen und Börsen erlaubnispflichtig, an denen virtuelle Währungen gehandelt und in gesetzliche Währungen getauscht werden können. Dass wir hier Missbrauchsmöglichkeiten entgegentreten, ist gut und richtig. Gleichwohl dürfen wir uns nicht in einer Diskussion über Risiken verheddern. Grundsätzlich sehe ich technologischen Fortschritt positiv. Entscheidend ist doch, was mit einer neuen Technologie gemacht wird. Wenn virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum oder die dahinter steckende Technologie, die Blockchain, als Vehikel genutzt werden, um beispielsweise internationale Zahlungen über Währungsräume hinweg schneller und günstiger zu machen, dann ist das etwas Gutes.

Welche Vorteile haben Ihrer Meinung nach Fintechs gegenüber traditionellen Banken?

Ein Vorteil ist: FinTechs können einfach bei Null anfangen. Sie starten mit einer Geschäftsidee, die zunächst oft auf einzelne Teilbereiche beschränkt bleibt. Dadurch sind sie agil und schlank, sie können schnell auf neue Marktbedingungen eingehen. Außerdem verstehen sie sich darin, Produkte oder Dienstleistungen passgenau auf die Kundenbedürfnisse zuzuschneiden. Denn häufig geht es bei technologischen Innovationen im Finanzbereich nicht um gänzlich neue Produkte, sondern um die Art und Weise, wie der Zugang zu altbekannten Dienstleistungen einfacher gestaltet wird. Die Etablierten haben demgegenüber andere Vorteile. Sie bringen langjährige Erfahrung mit, eine große Kundenbasis, regulatorisches Knowhow und auch immer noch einen gewissen Vertrauensvorsprung. Daher sehen wir derzeit auch den Trend zur Kooperation zwischen Fin- Techs und Etablierten. Das ist aus meiner Sicht der richtige Ansatz. Im Team sind sie oftmals stärker als alleine. Wie stark ist der Einfluss der Berliner Fintech- Szene auf bundesweite, europäische und internationale Entwicklungen?

Foto: Bundesministerium für Finanzen

Jens Spahn ist sich sicher: FinTechs und Banken werden künftig miteinander kooperieren

Hat die Szene ihren Höhepunkt erreicht oder geht es jetzt erst richtig los?

Berlin ist derzeit sicherlich einer der wichtigsten deutschen FinTech-Standorte. Das hängt auch mit der Stadt zusammen, die attraktiv ist für junge kreative Köpfe. Die mittlerweile beträchtliche Größe des FinTech-Standorts Berlin hat auch eine gewisse Sogwirkung für neue Player in dem Bereich. In Berlin hat sich über die vergangenen Jahre ein echtes Ökosystem für FinTechs entwickelt. Insofern hat die Berliner FinTech-Szene auf jeden Fall Strahlkraft über die Landesgrenzen hinweg. Die Szene ist international sehr gut vernetzt. Was mich freut: In Deutschland entwickeln sich an mehreren Standorten starke FinTech- „Ökosysteme“. So wird Frankfurt im B2B-Segment immer stärker und auch München, Hamburg und das Rheinland mit Köln und Düsseldorf müssen sich nicht verstecken. Das zeigt, dass wir in Deutschland „in der Breite“ gut aufgestellt sind und die verschiedenen Regionen
ihre individuellen Stärken ausspielen können.

Wie werden wir im Jahr 2050 unsere Finanzgeschäfte mit Aktien und Anlagen abwickeln? Wie werden wir im Alltag bezahlen? Sind die Start-Ups und Fintechs in dieser Hinsicht unterwegs in eine Zukunft, in der jede vorstellbarem Zahlung per App und Knopfdruck funktioniert?

Leider bin ich kein Hellseher. Was technologisch im Jahr 2050 möglich sei wird, kann heute letztlich niemand verlässlich vorhersagen. Wer etwa hätte sich vor einigen Jahrzehnten vorstellen können, was heute für uns selbstverständlich ist: Onlineplattformen ermöglichen die Kreditvergabe direkt zwischen Personen, Smartphones ersetzen die Geldbörse und Robo- Adviser den Anlageberater. Darüber hinaus stehen neue Technologien wie die Blockchain und Künstliche Intelligenz in den Startlöchern. Schon heute können per Sprachbefehl Zahlungen über KI-gestützte Assistenzsysteme initiiert werden. Auch Virtual Reality ist sicherlich eine interessante Entwicklung für die Finanzwirtschaft. Vorstellbar ist da in Zukunft vieles, was heute nach Science Fiction klingt. Ich bin mir sicher, dass wir da in den kommenden Jahren noch viele spannende Entwicklungen sehen werden.

Mit der Digitalisierung wird der Zugang zum internationalen Aktiengeschäft für jedermann immer einfacher, aber die wenigsten kennen sich aus. Gibt es nicht einen großen Nachholbedarf an Informationen und Bildung für diesen Bereich, auch zum Selbstschutz der Anleger? Muss der Staat hier „Nachhilfe“ leisten?

Finanzielle Bildung ist eine wichtige Schlüsselkompetenz. Der Umgang mit dem eigenen Geld, der Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge sind wichtige und komplexe Themengebiete. Darin allen Bürgerinnen und Bürgern eine Grundkompetenz zu vermitteln, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Staat leistet einen Beitrag, indem er selbst Informationen bereitstellt oder indem er über gesetzliche Regelungen dafür sorgt, dass Finanzdienstleister bestimmte Informationspflichten auferlegt bekommen, wenn sie einzelne Produkte anbieten. Auch die Digitalisierung schafft hier Möglichkeiten, beispielsweise über entsprechende Apps die eigenen Finanzen besser im Blick zu behalten.

IFA 2017: Haushaltsgeräte die mitdenken

Der Prozess der Digitalisierung nimmt kein Ende, denn dieser macht auch vor den Schwergewichten unter den Elektronikgeräten nicht halt. Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder der Toaster – alles kann mit dem Smartphone oder Tablet verbunden werden. Auf der Internationalen Funkausstellung 2017 (IFA) präsentieren Hersteller wie Siemens, Miele und Bosch nun vernetzte Haushaltsgeräte. Der Fokus der Hersteller richtet sich auf einen digitalen Mehrwert für den Kunden.

Alles muss vernetzt sein

Die Waschmaschine wird von unterwegs per App angeschaltet, die Kamera im eigenen Kühlschrank verrät einem während des Einkaufs, was noch fehlt und der Backofen regelt die Temperatur selbst – Zeitersparnis ist die Philosophie der Hersteller. Die entscheidende Voraussetzung ist hierfür ein gut ausgebautes Datennetz, denn ohne eine ausreichende Internetverbindung, bleiben die Geräte analog.

Aber nicht nur werden unsere Geräte digitaler, sondern auch in Sachen Stil wird sich einiges verändern. So bieten Firmen wie Bosch zum Beispiel wechselbare Türen für ihren „Vario Style“ Kühlschrank in 13 verschiedenen Farben an. Die Firmen legen Wert auf ihre eigene Designsprache – weg von schwarz, weiß und grau.

Neue Farben, neue Techniken und viel mehr Möglichkeiten. Der Fortschritt der Digitalisierung scheint unaufhaltsam zu sein. Wir freuen uns bereits jetzt auf die IFA, die morgen startet. (ao)