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Grundsteinlegung der CG Gruppe am Ernst-Reuter-Platz

Die CG Gruppe, größter Mietwohnungsentwickler Deutschlands, feiert Grundsteinlegung für die Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Dort sollen  insgesamt 141 attraktive, Wohnungen entstehen. Die Größe der Apartments wird zwischen 35 und 161 Quadratmetern variieren.

Auf dem 4.300 Quadratmeter großen Grundstück im Herzen Berlins sollen knapp 11.000 Quadratmeter Wohnfläche und eine Tiefgarage entstehen. Die Residenz wird den hauptsächlich den durch Forschung, Arbeit und Gewerbe geprägten zentralen Stadtraum um das dringend benötigte Segment Wohnen bereichern.

CG Gruppe feiert Grundsteinlegung am Ernst-Reuter-Platz. Foto: BERLINboxx

Obwohl der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu den einkommensstärkeren Stadtteilen gehört, entstehen am Ernst-Reuter-Platz keine überteuerten Luxuswohnungen. „Eine Wohnung ab 600 oder 700 Euro hat mit Luxuswohnung nichts zu tun“, betont Christoph Gröner, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe. „Ein Luxus, den wir uns gerne leisten, ist die Einsparung von CO2“, ergänzt Gröner. Denn die CG Gruppe nutzt umweltfreundliche Innovationen, wie CO2-neutrale Heizungssysteme und ökologische Dämm- und Baustoffe in ihren Bauprojekten. Neben der Einsparung von Heiz- und Stromkosten leistet das zukunftsorientierte Bauen so auch einen Beitrag für nachfolgende Generationen. Der Vorstandsvorsitzende der CG Gruppe ist sich sicher: „Wir stehen in der Pflicht, etwas für unsere Gesellschaft zu tun.“

Wohnen am Ernst-Reuter-Platz

Standortspezifisch zeichnet sich der Ernst-Reuter-Platz vor allem durch seine zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung aus. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Kurfürstendamm, der umfassende Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Entspannungssuchende können sich über die Nähe zum Tiergarten freuen und auch die Technische Universität Berlin, eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands, befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Christoph Gröner (l.), Vorstandsvorsitzender CG Gruppe, neben Klaus Betz und Claudia Haushahn von der Württembergischen Lebensversicherung. Foto: BERLINboxx

„Die meisten Menschen verbinden den Ernst-Reuter-Platz vor allem mit der Technischen Universität. Wir freuen uns, dass wir diesem Standort mit der Residenz am Ernst-Reuter-Platz nun auch qualitativ hochwertigen Wohnraum hinzufügen“, so Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe. „Der Planungs- und Ausführungsprozess liegt im Zeitplan und wir freuen uns bereits auf das Richtfest im Sommer nächsten Jahres.“

Architektonisches Highlight in Charlottenburg

Der Entwurf des renommierten Architekturbüros Hemprich Tophof sieht einen 8-geschossigen, U-förmigen Gebäudekomplex mit geschwungenen Balkonen und großzügigen Fensterflächen zum grünen Innenhof vor, die assoziativ an den Namensgeber der Straße, den Optiker und Physiker Joseph Fraunhofer erinnern. Dieser hatte schon Anfang des 19. Jahrhunderts Experimente zur Wellenförmigkeit und Beugung des Lichts durchgeführt.

Visualisierung der Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Quelle: Hemprich Tophof Architekten

Visualisierung der Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Quelle: Hemprich Tophof Architekten

Für die Fertigstellung des Gebäudes ist der Sommer 2020 avisiert. (ke)

Wasserstadt 2.0: Bau erster Häuser hat begonnen

Ob aus Arbeits- oder Bildungsgründen, Berlin ist für viele Menschen ein attraktiver Standort. Im Zuge des Bevölkerungswachstums wird die Wohnungsnot in der Hauptstadt allerdings immer größer. Die Wasserstadt 2.0 soll nun Abhilfe schaffen. Heute beginnt in Spandau am östlichen Havelufer der Bau der Wasserstadt 2.0. Zum Spatenstich kamen die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank sowie die Vorstände der Wohnungsbaugenossenschaften Gewobag und WBM.

Mit dem Projekt Waterkant der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag sowie der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) ensteht bis 2025 ein neues Viertel mit rund 2.500 Wohnungen in der Wasserstadt.

Erste Planungen entstanden in den 90er Jahren

Die Idee, eine Wasserstadt zu bauen, gab es bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch der befürchtete Bevölkerungszuwachs war damals nicht eingetreten, weshalb das Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde. 20 Jahre später wird das Projekt wieder aufgenommen. Denn derzeit hat die Hauptstadt stark mit dem dramatischen Bevölkerungswachstum zu kämpfen. Neue Wohnungen müssen her.

In der Projektplanung sind insgesamt sechs Bauphasen vorgesehen. Für den ersten Bauabschnitt sind 14 Häuser mit zunächst 362 Wohnungen geplant. Die Häuser sind vorwiegend viergeschossig angedacht. Daneben sollen 95 Stellplätze in einer Tiefgarage mit E-Auto-Ladeplätzen sowie Dach-, Gemeinschafts- und Steingärten entstehen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 vorgesehen. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren in einem Zwei-Kilometer-Radius rund um die Wasserstadt 8.000 Wohnungen gebaut werden. Damit gäbe es im Bezirk zusätzlichen Wohnraum für rund 16.000 Menschen.

 

Perspektive Uferpromenade | Foto: Planung 4 Berlin/Architekt Eike Becker

 

Auch die Infrastruktur muss aufgebaut werden

„Tausende Wohnungen sind nur das eine“, sagt der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. „Das andere ist die Infrastruktur, die wir erweitern müssen – Verkehr und Schule.“ In diesem Hinblick steht die Gewobag bereits in engem Kontakt mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und mit der Verkehrsverwaltung. Durch das Grundkonzept des Projekts aus den 90er Jahren gibt es allerdings schon einige der vorgesehenen Straßen.

Zudem ist neben den zusätzlichen Wohnungen auch die Gewährleistung von sozialen Infrastrukturen wie Kindergärten und Schulen notwendig. Hierzu gab Spandaus Baustadtrat Frank Bewig bekannt, dass zusätzliche Kitaplätze im Gebiet selbst und in Nachbargebieten vorgesehen seien. Gerade jetzt in Zeiten der Kitaplatznot sind Kindergarteneinrichtungen dringend erforderlich. Deren Bau ist allerdings erst für einen späteren Bauabschnitt vorgesehen. (dn)

Berliner Flugverkehr: Neue Langstreckenflüge nach Nordamerika

Gute Nachrichten für Touristen aus den USA und Kanada sowie Nordamerika-Fans: Die Fluggesellschaft Primera Air kündigte vier neue Langstreckenflüge für den Flughafen Berlin-Tegel an. Ab Juni 2019 sollen Angaben von visitBerlin zufolge mehrere Male pro Woche die Metropolen Toronto, Philadelphia und Boston angeflogen werden. Zudem wird eine neue Strecke eingerichtet, die täglich Passagiere in die Weltstadt New York City bringen soll.

Berlin bei Langstreckenflügen auf den hinteren Plätzen

Sowohl als Start-up– als auch als Tourismusmetropole gewinnt Berlin zunehmend an internationaler Bedeutung. Dennoch verfügt der Flughafen TXL nur über sechs interkontinentale Flüge. Damit liegt er im Ranking der Hauptstädte auf einem der letzten Plätze. Nur fünf andere Städte, wie Kiew oder Bratislava, bieten noch weniger Flüge an. Im Vergleich: An Londons Flughafen Heathrow können sich Reisende über 155 Langstreckenflüge freuen. Sogar Frankfurt am Main zählt 109 Langstreckenflügen und liegt somit deutlich vor der Hauptstadt.

Nun erkannte die dänische Fluggesellschaft Primera Air die Lücke im Flugverkehr. „Die Ansiedlung von Primera Air ist ein weiterer Erfolg für Berlin“, freut sich Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. „Besonders Boston und Toronto sind zwei gute Ergänzungen unserer interkontinentalen Anbindungen. Die Airline nutzt die Chancen unserer Stadt.“

Lufthansa: Langstreckenflüge von und nach Berlin unprofitabel

Vor allem den Cheflobbyist der Lufthansa, Kay Lindemann, dürften die neuen Strecken des Konkurrenten ärgern. Noch vor wenigen Wochen erklärte die größte deutsche Fluggesellschaft, sie habe nicht die Absicht Langstreckenflüge von Berlin aus anzubieten. Die Stadt sei nur eine „überschaubare wirtschaftliche Kraft“, so Lindemann. „Wir binden die Hauptstadt gut an. Dennoch hat Berlin keine Dax-Konzerne, ist auch sonst kein Wirtschaftszentrum“, rechtfertigte er das Vorgehen seines Konzerns. Diese Einschätzung stieß in Wirtschaft und Politik aus vehementen Widerspruch. „Berlin ist die Hauptstadt der größten und wichtigsten Volkswirtschaft wie auch der wissenschaftliche Hotspot Europas“, verteidigte IHK-Vizegeschäftsführer Christoph Irrgang Berlins internationale Bedeutung.

Nicht zum ersten Mal stehen Anschuldigungen im Raum, dass die Lufthansa die Hauptstadt vernachlässige. Schon nach Einstellen der Direktverbindung Berlin – New York City im März kritisierte der regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), die Maßnahmen der deutschen Fluggesellschaft. „Berlin zieht immer mehr Menschen aus beruflichen, aber auch aus touristischen Gründen an. Das Einstellen der Direktverbindung nach New York ist deshalb falsch und gegen den langfristigen Entwicklungstrend der Stadt“, sagte er dem Tagesspiegel. In den folgenden Monaten bestätigte sich Müllers Einschätzung: Die Zahl der Geschäftsreisenden kletterte im ersten Halbjahr 2018 auf über 5 Millionen und auch die Anzahl der Touristen blieb mit 6,4 Millionen hoch.

Immer mehr Flugverkehr zwischen Berlin und New York City

Die Zahlen sprechen jedenfalls für sich: Mit 200.000 Touristen im ersten Halbjahr 2018, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr, liegen die USA nur knapp hinter Großbritannien bei der Zahl der internationalen Berlin-Besucher. Auch von deutscher Seite aus sind die USA ein beliebtes Reiseziel. Im Jahr 2017 wurden auf der Strecke von Berlin-Tegel zum New Yorker JFK Airport 430 Flüge mit einem Fahrgastaufkommen von 93.297 Passagieren gezählt. Das sind knapp 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Es zeigt sich, dass das Interesse der Berliner an Flügen in die USA steigt, und umgekehrt. Nun wird eben ein dänisches, statt eines deutschen Unternehmens die Bedürfnisse der Passagiere erfüllen. (ke)

Land und Bezirke lassen 221 Millionen für Bau-Investitionen liegen

„Bauen, bauen, bauen“ – ist derzeit das Mantra der Berliner Politik und Wirtschaft. Alle Bereiche des Berliner Lebens werden von der Wohnungsnot und dem Sanierungsstau betroffen. Dennoch bleiben in diesem Jahr voraussichtlich 221 Millionen Euro für Bau-Investitionen des Landes ungenutzt. Wie passt das zusammen?

Laut Angaben des aktuellen Berichtes der Finanzverwaltung ist das Land Berlin hier der Übeltäter. Es nutzt in diesem Jahr voraussichtlich 163 Millionen Euro – angesetzt waren Ausgaben für Investitionen in Höhe von 377 Millionen Euro. Bei den Bezirken ist die Lücke weniger dramatisch: Sie nutzten von veranschlagten 168 Millionen immerhin 110 Millionen. Die finanziellen Mittel sind für Bau-Investitionen, beispielsweise die Instandsetzung von Schulen, Straßen und Brücken, vorgesehen.

Investitionen kommen aus mehreren Töpfen

Es gibt mehrere Gründe, die die Diskrepanz zwischen verfügbaren Mitteln und Realisierung ebendieser erklären. Viele größere Projekte werden so nicht nur aus einem Topf finanziert. Zum Beispiel soll der Fonds für Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeit (Siwana) Sanierungsprojekte und infrastrukturelle Neubauten finanzieren. Für diesen Zweck ist seit 2014 eine gigantische Summe in den Fonds geflossen – etwa 2,75 Milliarden Euro. Doch auch dieser Fonds ist von einer vollen Ausschöpfung der Mittel weit entfernt. Bis Ende 2017 investierte das Land nur 393 Millionen Euro.

Zwischen dem Geld, was zur Verfügung steht, und den tatsächlichen Investitionen tut sich auch in diesem Jahr eine Lücke auf: Obwohl 350 Millionen Euro im Siwana-Topf zur Verfügung stehen, nutzte das Land bisher nur 61 Millionen. Damit zerfällt das Argument, Investitionen werden bereits genügend durch andere Fonds finanziert. Am aktuellen Beispiel der Berliner Schulen zeigt sich, dass das Argument nicht stichhaltig ist – der Sanierungsstau ist hier förmlich spürbar.

Bauunternehmen sind voll ausgelastet

Eine weitere Rechtfertigung ist die momentane Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft. Unternehmen investieren, überall in Berlin sind Projektentwickler am Werk. Durch die Flut an Aufträgen müssen viele Firmen Aufträge ablehnen oder sie bewerben sich nicht auf Ausschreibungen des Landes. Sollten sie sich doch bewerben, liegt die geforderte Summe häufig deutlich über den amtlich errechneten Baukosten – laut Tagesspiegel durchschnittlich um 30%. In solchen Fällen schreibt das Land neu aus, was unnötig Zeit kostet.

Vor allem werden Verzögerungen dramatisch, da der Winter naht. „Baufortschritte im Winter sind häufig nicht sehr groß“, erklärte Finanzsenator Andreas Kollatz (SPD). Dadurch können sich Projekte über lange Zeiträume ziehen und so das sowieso schon knappe Personal in Beschlag nehmen. Denn der Fachkräftemangel ist ein weiterer Verzögerungsfaktor bei Bauprojekten. Nicht nur auf dem Bau selbst fehlt es an Personal – auch in den Behörden ziehen sich die Genehmigungsvorgänge in die Länge. Umplanungen werden durch viele Auflagen des Landes erforderlich und verzögern den Bau erheblich. Am Ende kommen all diese Faktoren zusammen. So wurde beispielsweise von 300 Investitionsprojekten der Siwana-Liste der letzten drei Jahre nur jedes Vierte vollendet. Das Problem ist klar ersichtlich und es fordert Maßnahmen an vielen verschiedenen Stellen: so müssen Verfahren beschleunigt, Gelder investiert und das Personal aufgestockt werden. (ke)

S21: Berliner Hauptbahnhof wird zur Großbaustelle

Der Berliner Hauptbahnhof wird schon wieder zur Großbaustelle – und das bis 2022. Ab sofort ist der östliche Teil des Europaplatzes am Hauptbahnhof für umfangreiche Bauarbeiten abgesperrt. Dort baut die S-Bahn die S21-Strecke, die das Berliner S-Bahn-Netz erweitern soll. Mit dem Bau der neuen Nord-Süd-Achse wird der bisherige Umsteigeknoten an der Friedrichstraße entlastet. So wird eine dringend benötigte Direktverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Potsdamer Platz möglich. Die S21 wird vom Nordring über den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz hin zur Yorckstraße.

Großbaustelle am Europaplatz

Am Europaplatz entsteht ein unterirdischer Bahnsteig für die neue Nord-Süd-Verbindung. Dazu muss eine umfangreiche Grube im Bereich des Friedrich-List-Ufers ausgehoben werden. Betroffen ist unter anderem der gut besuchte östliche Teil des Europaplatzes.

Europaplatz am Hauptbahnhof Berlin: Hier wird bis 2022 gebaut | Foto: pixabay.com

Glücklicherweise ist der Verkehr nicht stark betroffen. Allerdings ist die Zufahrt zum Nordeingang des Bahnhofs über das Friedrich-List-Ufer nicht mehr möglich. Auch gibt es Einschränkungen bei der Parkmöglichkeit für Taxistände und die Behindertenparkplätze. Voraussichtlich wird das Baufeld bis Dezember 2022 bestehen bleiben.

S21 – aus alt mach neu

Schon seit 75 Jahren gibt es den Tunnel vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Doch zukünftig wird der Tunnel durch die neue Linie S21 befahren werden. Die neue Baugrube ist erforderlich, weil beim Bau des Hauptbahnhofs Vorleistungen für den S-Bahn-Tunnel nicht nach Plan ausgeführt worden waren. Dadurch ist es nicht möglich, die gesetzlich vorgeschriebene Bauweise für den Tunnel als auch den Bahnsteig durchzuführen. Auch der vorhandene U-Bahn-Eingang am Ufer musste bereits abgerissen werden. Daher wird an der Invalidenstraße ein provisorischer Bahnsteig entstehen, der 2020 fertig sein soll.

Bauprojekt S21

Die S-Bahn hat vorgesehen, das Projekt jeweils in drei Bauabschnitten durchzuführen: Der 1. Bauabschnitt wird dabei durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin finanziert. Den 2. und 3. Bauabschnitt finanziert das Land Berlin. Ziel des Projekts ist unter anderem eine einfache und bequeme Umsteigemöglichkeit. Dann können die Fahrgäste den Berliner Hauptbahnhof von allen vier Himmelsrichtungen erreichen. Das wertet den ÖPNV in Berlin deutlich auf. (red)

Nach Genua-Drama: Keine absolute Sicherheit auf Berliner Brücken

Nach dem Brückeneinsturz in Genua, Italien sorgen sich auch in Berlin immer mehr Bürger um den Zustand der Infrastruktur. Doch der Senat beschwichtigt – die Berliner Brücken seien „sehr sichere Bauwerke“. Durch regelmäßige Kontrollen und Begehungen werde die Sicherheit garantiert.

Berlin, die Stadt der Brücken. In der Hauptstadt gibt es 1085 Brücken, für den Rad-, Fuß-, Schienen-, und Automobilverkehr. Obwohl der Senat die Sicherheit der Brücken garantiert, gab es 2017 in der Stadt 42 landeseigene Brücken, die sich nur in einem ausreichenden, und zwei, die sich sogar in einem ungenügenden Zustand befanden. Nur etwa ein Viertel, 230 Brücken, bewerteten die Prüfer als gut oder sehr gut. Besorgniserregend ist auch die Bilanz bei den bundeseigenen Brücken. Bei diesen, meistens sind es Autobahnbrücken, befinden sich drei Viertel nur in einem befriedigenden oder ausreichenden Zustand. Bei einer Schulklasse mit solch einer Leistung wären vermutlich schon längst Konsequenzen gezogen worden. Wieso dann nicht auch bei der Infrastruktur?

Sperrungen und Beschränkungen auf Berliner Brücken

Der Zustand der Brücken ist das Ergebnis jahrelanger Sparpolitik. Das Personal in den entsprechenden Ämtern wurde abgebaut, Sanierungen erhielten kaum Mittel. Dennoch gehe von den Brücken keine akute Gefahr aus. Lutz Adam, Leiter der Tiefbauabteilung in der Senatsverwaltung für Verkehr betonte dem rbb gegenüber, dass Brücken es durch Risse „ankündigen“ würden, wenn sie in einen bedenklichen Zustand geraten. Sollte das geschehen, werde unverzüglich gehandelt. Jährlich werden etwa 100 kurzfristige Reparaturen an Berliner Brücken durchgeführt. Hinzu kommen langfristige, umfangreiche Sanierungsarbeiten an derzeit 20 Brücken.

Bei alten Brücken rechnet das Tiefbauamt die Statik nach, um zu überprüfen, ob die Brücke noch den Anforderungen des heutigen Verkehrs entspreche. Beispielsweise hat sich der Einsatz von LKWs erheblich erhöht. Außerdem finden alle drei Jahre ausführliche Kontrollen, und mehrmals jährlich Begehungen durch die Behörden statt. Bei Bedenken werden Verkehrsbeschränkungen oder Sperrungen eingesetzt, aktuell sind etwa 80 aktiv. So kann beispielsweise eine Brücke am Autobahndreieck Funkturm im Westen der Stadt nur noch einspurig von PKWs befahren werden. Auf anderen Brücken des Berliner Rings gilt vorsorglich Tempo 60 oder ein Überholverbot für LKWs.

Senat investiert in Sanierungsarbeiten

Aber was tut die Politik, um den Zustand der Infrastruktur zu verbessern? Der Senat kündigte umfassende Investitionen in die Sanierung von maroden Brücken an, die noch im laufenden Jahr aktiv werden sollen. Dorothee Winden, von der Senatsverwaltung für Verkehr, bezifferte die geplante Investitionssumme auf 41,5 Millionen Euro für Brücken, die dem Land gehören. Auch die Bundesbrücken wurden nicht vergessen: Für diese stehen 13,7 Millionen Euro bereit. „Berlin investiert nach Jahren des Sparens in erheblichem Umfang in die Sanierung und in den Neubau von Brücken“, erklärte Winden die Maßnahmen.

Die Investitionen sind zwar dringend notwendig, aber nicht zwingend ausreichend. Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) schätzte 2017 die erforderliche Summe für Sanierungen der vorhandenen Brücken auf 1,3 Milliarden Euro. Auch von der Opposition wird die Aussage, die Berliner Brücken seien generell sicher, angezweifelt. Frank Scholtysek, verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, kritisiert beispielsweise die erhebliche Anzahl von Brücken, die von den Prüfern schlecht bewertet wurden: „Das bedeutet, die Konstruktionen haben einen nicht ausreichenden Bauwerkszustand.“ Immerhin – die derzeit geplanten Investitionen sind ein Anfang für eine dringend erforderliche Instandsetzung. (ke)

Berliner Senat plant massive Veränderungen im Nahverkehr

Langes Warten, überfüllte Züge. Vor allem im Sommer können Bahnfahrten zur Tortur werden. Doch genau das soll jetzt besser werden. Im Berliner Nahverkehr soll ein 10-Minuten-Grundtakt zukünftig die Regel sein. Das ist das formulierte Ziel des Entwurfs für den Nahverkehrsplan 2019-2023 des Senats. Neben der Optimierung in den Fahrtzeiten soll auch die Busflotte modernisiert werden. Dieselfahrzeuge sollen durch Elektrobusse ersetzt werden. Autonome Kleinbusse werden bereits getestet.

Auch Pendler können aufatmen. Nach langem Stillstand sollen nun auch die stetig wachsenden Berliner Randbezirke besser angebunden werden. Durch den starken Zuzug in den Berliner Speckgürtel muss der Nahverkehr ausgebaut werden. CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici fasst die Anforderungen treffend als „Berlin braucht mehr U-Bahn“ zusammen. Allerdings wird der Ausbau des U-Bahn-Netzes in der Politik noch rege diskutiert. Während der Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung dem Ausbau des Straßenbahn- und Fahrradnetzes höchste Priorität einräumt, plädiert Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) nachdrücklich für den Ausbau des U-Bahn-Netzes. Die Senatorin betont, dass eine langfristige Planung notwendig sei. „Es muss vermieden werden dass alle auf das Auto umsteigen, die nicht direkt innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen“, so die Senatorin, „daher brauchen wir entsprechende Anschlüsse.“

Was soll sich laut Nahverkehrsplan ändern?

Beim U-Bahn-Netz ist bisher eine Erweiterung der vorhandenen Linien geplant. Für den Ausbau der Linien U6, U7 und U8 laufen bereits Machbarkeitsprüfungen. Geplant ist eine Verlängerung der U6 Richtung Norden bis zum Flughafen Tegel. Zudem soll die U7 besser an den zukünftigen Flughafen BER angebunden werden, um nach dessen Öffnung erwartete Passagierströme zu transportieren. Auch wird seit vielen Jahren über eine Verlängerung der U8 bis in Märkische Viertel diskutiert.  Bei der S-Bahn konzentriert man sich auf den Ausbau der Linie S21 auf der Nord-Süd-Strecke. Sie soll den Nordring mit dem Hauptbahnhof verbinden. Bis 2030 sind zusätzliche Verlängerungen bestehender S-Bahn-Linien geplant, um die Berliner Randgebiete besser an den ÖPNV anzuschließen

Geplant ist auch der weitere Ausbau des Tram- und Busnetzes. Neue Metro- und Express-Buslinien sollen bestehende Lücken im Fahrplan schließen. Insgesamt prüft der Senat die Machbarkeit von über 10 neuen Metro- und Expressbuslinien. Zudem sind bei der Straßenbahn Netzerweiterungen in alle Richtungen geplant. Die heute hauptsächlich im Ostteil der Stadt verkehrende Straßenbahn soll zukünftig vermehrt auch in der City-West fahren. Die Strecken sind zum Teil schon im Bau und sollen bis 2021 in Betrieb genommen werden.

Fahrgast- und umweltfreundliche Maßnahmen

Umwelttechnisch setzt der Senat auf Ökostrom. Die Busse sollen bis 2030 auf Elektromobilität umgerüstet werden. Bis 2023 plant die BVG, Elektrobusse zu kaufen, die in Betriebshöfen geladen werden können. Oberleitungsbusse, einst für tot erklärt, erleben ein Revival: bis 2030 sollen sogenannte „Streckenlader“-Busse auf den Straßen unterwegs sein. Diese laden während der Fahrt ihre Batterien auf, sodass sie Teilstrecken ohne Oberleitungen überbrücken können. Der Senat geht dennoch von einem erforderlichen Neubau von 240 Kilometern Leitungen aus.  Entsprechende Netze sollen bald in Spandau getestet werden

Bei all den neuen Maßnahmen kommen auch die Fahrgäste nicht zu kurz. Denn für diese plant der Senat, längere Fahrzeuge einzusetzen und die Taktung der Fahrten zu verkürzen. So sollen überfüllte Bahnen vermieden werden. Außerdem arbeitet die S-Bahn an neuen Informationssystemen, um besser bei Störfällen zu informieren. Sie sollen verhindern, dass Fahrgäste ratlos am Gleis stehen, wenn ihr Zug ausfällt.  Der Nahverkehrsplan muss jedoch zuerst  von den einzelnen Ressorts überarbeitet werden. Es wird sich zeigen, ob die Probleme der verkehrlichen Infrastruktur durch die geplanten Maßnahmen überwunden werden können. (ke)

AGROMEX feiert Richtfest für 135 Wohnungen in Köpenick

Der Berliner Projektentwickler AGROMEX feierte gestern Richtfest für sein Bauvorhaben in der Alten Kaulsdorfer Straße 25 in Köpenick. Nur wenige Monate, nachdem im März 2018 das Bodenplattenfest begangen wurde, sind nun bereits die Rohbauarbeiten für das Projekt abgeschlossen.

AGROMEX realisiert in der Alten Kaulsdorfer Straße drei Wohngebäude mit insgesamt 135 modernen Wohnungen, sowie einer gemeinsamen Tiefgarage mit 70 PKW- und 310 Fahrradstellplätzen. Gebaut werden die drei Wohnblöcke von Ed. Züblin. Die Entwürfe stammen von Fuchshuber Architekten. Ausführendes Architektenbüro sind die renommierten Berliner Planer von Scheidt Kasprusch. Die Wohnungen werden insgesamt ca. 9.900 m² vermietbare Fläche bieten. Die Bezugsfertigkeit ist für Sommer 2019 geplant. Primevest Capital Partners mit Sitz in Utrecht und Berlin, hat das Wohnungsbauprojekt bereits im Dezember 2017 für einen offenen Spezialfonds angekauft.

Vermietung der Wohnungen startet im Oktober 2018

Das Interesse an dem Objekt ist groß: Schon jetzt werden die Wohnungen rege angefragt. Wiederum startet die Vermietung im Oktober 2018.

Das Objekt ist günstig gelegen und infrastrukturell perfekt angebunden. In fußläufiger Entfernung befindet sich das Forum Köpenick mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, ein Ärztehaus und die S-Bahnstation Berlin Köpenick. Mit dem Auto benötigt man etwa 30 Minuten bis Berlin-Zentrum, mit der S-Bahn sogar nur 19 Minuten.

Der Stadtteil Köpenick boomt enorm

Das rund 8.152 m² große Grundstück in der Alten Kaulsdorfer Straße liegt im Herzen des entwicklungsstärksten Bezirks von Berlin.Der Bezirk Treptow Köpenick punktet durch die zahlreichen Grünflächen und Erholungsmöglichkeiten. Keine andere Region Berlins weist so viele Wald- und Grünflächen auf wie Treptow-Köpenick. Das vorhandene Freizeitangebot enthält alle Facetten von Fahrradrouten über attraktive Sehenswürdigkeiten bis hin zu gastronomischen Highlights. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise in Treptow-Köpenick noch vergleichsweise niedrig sind.

Für Franz Rembold, Geschäftsführer von AGROMEX, ist entscheidend, den Charakter des Bezirks zu erhalten. „Wir legen besonderen Wert darauf, unsere Projekte in bestehende Kiezstrukturen einzupassen und qualitätsvollen Wohnraum mit intelligenten Grundrissen zu schaffen.“ (red)

Doppelmoral bei senatseigenen Unternehmen: Wohnraumpolitik ist verbindlich – nur nicht für Berlinovo?

Schon seit Jahren fällt die senatseigene Berlinovo immer wieder wegen ihres umstrittenen Negativ-Beitrags zur Berliner Wohnungspolitik auf. Nun gefährdet das Unternehmen den Senat auch noch durch die drohende Schadensersatzforderung eines privaten Wohnungsunternehmens wegen vertragswidriger gewerblicher Zwischenvermietung.

Berlins Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz steht dem Aufsichtsrat der Berlinovo vor und repräsentiert das Unternehmen in dieser Funktion regelmäßig auf der internationalen Immobilienmesse MIPIM in Cannes. Ein Vorzeigeunternehmen ist die Berlinovo allerdings nicht, auch weil sie sich im Gegensatz zu allen anderen landeseigenen Wohnungsgesellschaften weigert, Teil des Mietenbündnisses zu werden und der Kooperationsvereinbarung zwischen den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und dem Senat beizutreten.

 

Unbefristete Mietverträge mit boarding house services?

Was ist geschehen? Die Unternehmenstochter Berlinovo-Apartment GmbH/Central Home bietet „möbliertes Wohnen auf Zeit“ im Objekt Fischerinsel 13-15 in Berlin-Mitte zu einem Wuchermietpreis von bis zu 28 EUR/m2 an. Nebenbei wird auch gleich elegant die Mietpreisbremse umgegangen, in dem die Wohnungen kurzerhand in boarding houses umgewandelt wurden. Auf Anfrage bestreitet die Pressestelle von Berlinovo diesen Sachverhalt jedoch. Man behauptet, dass „die Apartments auf Basis üblicher – unbefristeter – Wohnungsmietverträge vermietet und zu Wohnzwecken genutzt werden. Es liegt keine Zweckentfremdung im Sinne der Zweckentfremdungsvorschriften vor.“

Tatsächlich aber vermietet die Berlinovo-Tochter Central Home laut eigener Internetseite die Wohnungen als Kurzzeitunterkünfte. Hierbei wird der Slogan „Wohnsinnig Berlin – möbliertes Wohnen auf Zeit“ verwendet. Darüber hinaus werden diverse Services, wie ein 24-Stunden-Check-in, Frühstück, Endreinigung oder ein wöchentlicher Reinigungs- und Wäscheservice angeboten. Dafür wird eine stolze Mietsumme für ein Ein-Zimmer-Apartment verlangt, die die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als das Doppelte überschreitet. Diese angebotenen Leistungen – und auch die Preise – sind charakteristisch für boarding houses, also das Wohnen auf Zeit.

 

Hohe Schadensersatzforderungen nach Klage gegen die Berlinovo

Gegen diese Vertragsverstöße hat nun der Vermieter des Objekts Fischerinsel geklagt. Ein Gerichtstermin ist kurzfristig angesetzt. Obwohl der Sachverhalt eindeutig und nicht zu widerlegen ist, ignoriert Berlinovo die bereits ausgesprochene Abmahnung und Kündigung des Vermieters und riskiert in der Folge hohe Schadensersatzforderungen. Der Vermieter wollte sich wegen des schwebenden Verfahrens zu dem Sachverhalt nicht äußern. Experten gehen jedoch von einem hohen Schadensersatzrisiko aus.

Profitmaximierung leicht gemacht, denn das Risiko trägt der Gesellschafter, das Land Berlin. Damit nicht genug, verstößt hier ein senatseigenes Unternehmen eklatant gegen die Senatspolitik, die strikt gegen Zweckentfremdung oder sozial schädliche Fehlnutzung vorgeht – sofern dies von anderen Marktteilnehmern praktiziert wird. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Auch die Koalitionspartner  sollten die Duldung dieses sozialschädlichen Verhalten durch Dr. Kollatz (SPD) bereits auf dem Schirm haben. Hier wird die Glaubwürdigkeit der Mietenpolitik verspielt.

 

Kreatives Umgehen von Mietenbündnis und Kooperationsvereinbarung

Stattdessen wird von der Berlinovo fadenscheinig argumentiert, dass sie nur begrenzt mit anderen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften vergleichbar sei, da für diese andere rechtliche Gegebenheiten vorliegen würden. Denn Eigentümer der Immobilien sei nicht die Berlinovo selbst, sondern diverse von der ehemaligen Bankgesellschaft aufgelegte Fonds, an denen das Land und die Berlinovo (als Treuhänder für das Land und aus eigenem Recht) als Mehrheitsanteilseigner beteiligt seien.

An nahezu allen Fonds seien daneben noch externe Drittzeichner beteiligt. Ein Konstrukt, um Verpflichtungen wie das Mietenbündnis und die Kooperationsvereinbarung zu umgehen? Diese fordern „leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“, um damit die Verdrängung von mittleren und geringen Einkommenshaushalten zu vermeiden. Schöne Worte – für die landeseigene Berlinovo gelten diese jedoch offenbar nicht.

 

„Unternehmerische Vision und Verantwortung“ à la Berlinovo

Denn es geht hier nicht nur um einen Verstoß gegen vertragliche Bedingungen, die mögliche Schadensersatzforderungen nach sich ziehen können. Es kommt natürlich noch die politische und moralische Komponente hinzu, die in Berlin in diesem Zusammenhang immer wieder angeführt wird. Diese Politik der Koalition im Hinblick auf die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und Mieterschutz wird von der – man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen – senatseigenen Berlinovo mit Füßen getreten.

Es ist zumindest erstaunlich, dass ein laut Selbstdarstellung für „unternehmerische Vision und Verantwortung“ stehendes landeseigenes Unternehmen – dem durch die Landesregierung selbst festgestellten angespannten Wohnungsmarkt zum Trotz – Wohnraum mitten in Berlin, entgegen ausdrücklichen und vertraglich bindenden Vereinbarungen, dazu nutzt, den eigenen Profit zu maximieren und dadurch Wohnraum dem Markt zu entziehen. Erschütternd ist jedoch geradezu, mit welcher Selbstverständlichkeit sich ein landeseigenes Unternehmen nicht nur über das Recht, sondern auch über die Ziele und die erklärten politischen Vorgaben seines Gesellschafters und des Aufsichtsrats hinwegsetzt. Es bleibt nur der Schluss, dass Begriffe wie „Profitmaximierung“ und „sozial schädliche Fehlnutzung“ gerne in Bezug auf andere verwendet werden. Man selbst nimmt sich als senatseigenes Unternehmen aber die Freiheit heraus, auf Kosten anderer den großen Reibach zu machen! (red)

Bündnis für Wasserstraßen: Volle Fahrt voraus?

Brandenburg fördert mit starken Bündnispartnern den Wassertourismus. Jährlich werden in der Hauptstadtregion rund 200 Millionen Euro Bruttoumsatz erwirtschaftet. Allerdings nur, wenn die Wasserstraßen weiterhin befahrbar bleiben.

Eine Region der Superlative: Berlin, Brandenburg und das angrenzende Mecklenburg Vorpommern verfügen über Europas größtes zusammenhängendes Seen- und Flussnetzwerk. Entsprechend floriert hier der Wassertourismus, wovon natürlich die ansässigen Unternehmen profitieren. Viele Firmen entwickeln jetzt innovative Geschäftskonzepte und wollen auch in Zukunft in den Brandenburgs Wasserstraßen investieren. Voraussetzung ist allerdings eine funktionierende maritime Infrastruktur.

Bündnis für Wasserstraßen

Ein Regionalkonzept des „Bündnisses für Wasserstraßen“, bestehend aus 18 Partnern, sieht vor, zukünftig ein dynamisches Seen- und Flussnetzwerk in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern zu gewährleisten. Hierzu diskutierten am 5. Juni 2018 gemeinsam Vertreter der Bundes- und Landespolitik über den neuen Kurs fürs deutsche Wasserstraßennetz. Auf dem Seminarschiff Orca ten Broke in Berlin-Mitte wurden die neuen wirtschaftlichen Dimensionen des Wassertourismus ausgelotet.

Da Wasserwege nicht an Bundeslandgrenzen enden, müssen die Rahmenbedingungen für eine vorwärtsgewandte Entwicklung des Wassertourismus in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis Wasserstraßen“ absteckt werden. Die Industrie -und Handelskammern, Verbände, Wassertourismusinitiativen sowie weitere Partner erstellten dazu ein Konzept zum Erhalt und wirtschaftlichen Ausbau des Seen- und Flussnetzwerks.

Herausforderungen

Tatsache ist: Investitionsstaus und stockende Sanierungsprojekte, insbesondere Wartungen und Sanierungen von Schleusen, könnten gravierende Folgen nach sich ziehen. „Mecklenburg- Vorpommern und Brandenburg bieten ihren Gästen ein einzigartiges Erlebnis mit dem größten vernetzten Wassersportrevier Deutschlands. Die Gäste kommen genau deswegen und das sollte man nicht gefährden“, sagt der Stellvertretende Geschäftsführer und Marketingleiter der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Mathias Knospe.

Ein Sinken der Touristenzahlen wäre ein herber Verlust für den gesamten ländlichen Raum Brandenburg und die dort ansässigen Unternehmen. Um weiterhin im europäischen Wettbewerb bestehen zu können, sind Investitionen notwendig – und gerade in die beliebten Nebenwasserstraßen. Dort brummt dank vieler Freizeitkapitäne der Tourismussektor. „Wenn wir es nicht schaffen, unsere mehr als 30.000 Kilometer Wasserstraßen mit seinen 3.000 Seen als attraktives Sport- und Tourismusrevier zu erhalten, dann wandern unsere Gäste ab“, befürchtet Potsdams IHK-Präsident Peter Heydenbluth, der zugleich Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg für das Bündnis für Wasserstraßen ist. Ein jährliches Umsatzvolumen von 200 Millionen Euro steht auf dem Spiel. (lj)

Veranstaltungen

Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur 2018

Schulbau, Wohn-Integration, Fernstraßenbau, Energie- und Mobilitätswende. Und Digitalisierung. Deutschlandweit gibt es in Bund, Ländern und Kommunen mehr “Baustellen” denn je. Noch im Wahljahr 2017, spätestens aber Anfang 2018 müssen die Weichen für die grundsätzliche Ausrichtung der kommenden vier Jahre gestellt werden: Wo soll es infrastrukturell hingehen?

Der Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur 2018 liefert Angebote, um Kommunen, Länder und den Bund mit einer zukunftsweisenden öffentlichen Infrastruktur aufzustellen. Die Veranstaltung adressiert Entscheider und Experten aus Ämtern, Fachbehörden, kommunalen Zweckverbänden, öffentlichen Unternehmen und Ministerien. Bedarfsdecker, Berater und Geldgeber bieten Wissen und Lösungen an, um die Knoten bei Investitionsstau und -effizienz zu lösen.

Kommunikationsstrategien für Infrastrukturprojekte – Durch Partizipation zum Erfolg

Der Windpark auf kommunaler Gemarkung, die geplante Stromtrasse in der Nähe von Wohnbebauung oder die Erweiterung des Einkaufszentrums im innerstädtischen Bereich – Proteste der betroffenen Anwohner sind hier vorprogrammiert.

Unternehmen und Kommunen, die sich nicht frühzeitig um Akzeptanz bemühen, laufen Gefahr zu scheitern, denn gegen die Öffentlichkeit lässt sich mittlerweile kein großes  Bauvorhaben oder Infrastrukturprojekt mehr realisieren. Das Seminar vermittelt eine anschauliche konzeptionelle Vorgehensweise und praxisnahe Instrumente für die kommunikative Begleitung von Infrastrukturprojekten.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Die Hauptstadtregion wächst – wächst die Infrastruktur mit?

Zu Gast sind Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin, und Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg.

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