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Europacity Berlin: CA IMMO stellt CUBE BERLIN fertig

CA Immo hat das Bürogebäude cube berlin nach knapp 3 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Das Gebäude wurde in prominenter Lage direkt auf dem Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof als Solitärgebäude errichtet. Das architektonisch spektakuläre Gebäude wurde von CA Immo als „smartes“, volldigitalisiertes Gebäude entwickelt, um sowohl den Betrieb des Gebäudes deutlich effizienter gestalten zu können als auch zahlreiche zusätzliche Serviceangebote für die Büromieter zu ermöglichen. cube berlin war bereits vor der Fertigstellung vollständig vermietet. Die Investitionssumme der CA Immo in das Gebäude betrug rund 100 Millionen Euro. CA Immo hatte das Gebäude noch vor Baubeginn an den Investor Nuveen Real Estate veräußert.

Blick aus dem Gebäude in Richtung Spree und Regierungsviertel. Bildrechte: CA Immo

Cube Berlin: Neue Sehenswürdigkeit für die Hauptstadt

„Mit dem cube berlin hat die Bundeshauptstadt dank der einzigartigen Architektur von 3XN eine neue Sehenswürdigkeit erhalten“, so Matthias Schmidt, Geschäftsführer der CA Immo Deutschland GmbH und Leiter Development Deutschland: Schon während der Bauzeit blieben Passanten stehen, um sich in und vor der – die Umgebung widerspiegelnden – Fassade zu fotografieren. Aber wir haben mit dem cube berlin auch technisch innovatives Neuland betreten. Durch die Digitalisierung des Gebäudes und die Vernetzung der digitalen Bausteine in einem zentralen System – genannt „Brain“ – kann das Gebäude deutlich effizienter betrieben und von unseren Mietern genutzt werden. Wir haben den Anspruch, nicht nur hochwertige, sondern insbesondere auch nachhaltige, d. h. ressourcenschonende und energieeffiziente Gebäude zu entwickeln – der Einsatz von intelligenter, digitaler Sensorik und einer selbstlernenden Software, die aus der Umwelt und aus dem Verhalten der Nutzer lernt, wird dabei künftig ein entscheidender Erfolgsgarant sein.“

 

Europacity nimmt Gestalt an

Auch Berlins Senatsbaudirektorin, Regula Lüscher, betont die hohe architektonische und städtebauliche Qualität des Gebäudes: „Die Europacity nimmt mehr und mehr Gestalt an. Mit dem cube berlin wird an exponierter Position ein innovatives und architektonisch herausragendes Gebäude fertiggestellt. Die markante Glasfassade und die durchlässige Erdgeschosszone bereichern den öffentlichen Raum, gleichzeitig wird der Washingtonplatz städtebaulich komplettiert.“

Blick vom Washingtonplatz. Bildrechte: CA Immo/Andreas Muhs

 

Entwurf von 3XN aus Kopenhagen

Das Gebäude liegt direkt am Hauptbahnhof und Spreebogen, vis-à-vis vom Bundeskanzleramt und Regierungsviertel. Das würfelförmige Gebäude mit einer Kantenlänge von 42,5 Metern wirkt von außen wie eine abstrakte, moderne Skulptur. Der architektonische Entwurf stammt aus der Feder des renommierten Architekturbüros 3XN aus Kopenhagen. In der gläsernen, gefalteten Fassade spiegelt sich kaleidoskopartig die Umgebung. Je nach Lichteinfall verändert sich so das Aussehen des Gebäudes ständig. Aber auch die Umgebung wird immer wieder neu interpretiert. Durch dynamische Einschnitte in der Fassade entstehen auf den 10 Obergeschossen des Gebäudes Terrassen für die Mieter des Gebäudes. Die Einschnitte verlaufen jeweils über eine ganze Gebäudeseite, wobei die Himmelsrichtung von Stockwerk zu Stockwerk wechselt. So entsteht eine dialogische Beziehung zwischen der Umgebung und dem Gebäude. Die ebenfalls skulptural gestaltete Dachterrasse bietet zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für die Mieter des Gebäudes und ermöglicht Aus- und Weitblicke über ganz Berlin.

Während die zehn Obergeschosse und die Dachterrasse des Gebäudes ausschließlich den Büromietern vorbehalten sind, öffnet sich das Gebäude im Erdgeschoss der Öffentlichkeit. Hier wird auf einem Großteil der Fläche in den nächsten Monaten eine Art moderner Marktplatz mit zahlreichen und vielfältigen gastronomischen Angeboten entstehen. Zudem beherbergt das Erdgeschoss eine zweigeschossige Lobby für die Büronutzer.

Abendansicht aus Richtung des Regierungsviertels. Bildrechte: CA Immo/Andreas Muhs

„Smart Commercial Building“

CA Immo hat den cube berlin als sogenanntes „Smart Commercial Building“ realisiert. Ziel dieser innovativen und prototypischen Entwicklung war es, den Betrieb des Gebäudes durch den Einsatz von vernetzter, digitaler Technik effizienter zu gestalten und gleichzeitig den Mietern des Gebäudes zusätzliche Services anzubieten. Zentrales Bedienelement ist dabei das eigene Smartphone: alle für die Mieter relevanten Funktionen können über eine eigens entwickelte Gebäude-App bedient werden. Die Besonderheit der Entwicklung liegt jedoch in der Vernetzung der einzelnen Bausteine in einem zentralen System – dem sogenannten Brain. Dabei handelt es sich um ein selbstlernendes System, das die vielfältigen Daten, die durch Sensoren geliefert werden, auswertet. Die Sensoren erfassen dabei sowohl Informationen aus der Umwelt als auch aus dem Verhalten, den Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnissen der Mieter. Hierdurch kann der Betrieb fortwährend optimiert werden und die Nutzer erhalten individuelle Informationen und Angebote.

Vernetzte, digitale Technik

Über die App erfolgt so beispielsweise der schlüssellose und berührungsfreie Zutritt zum Gebäude, da das System schon bei Annäherung an das Gebäude erkennt, ob die jeweilige Person eine Zugangsberechtigung hat. Im positiven Fall öffnet das System den entsprechenden Zugang bei Annäherung. Auch die Aufzugssteuerung ist in das System integriert und kann so Aufzugsfahrten erheblich effizienter steuern und bereitstellen. Nutzer haben aber auch die Möglichkeit über die App Licht- und Raumklima sowie die außenliegenden Jalousien zu steuern, Räume- und Arbeitsplätze nach persönlichen Bedürfnissen schon aus der Ferne zu buchen oder auf zusätzliche Angebote, wie eine zentrale Paketstation im Gebäude oder auf externe Services wie Essenslieferungen oder Reinigungsdienstleistungen zuzugreifen.

Umfassendes Digitalisierungskonzept

Das Digitalisierungskonzept wurde von CA Immo mit Unterstützung des Beratungsunternehmens Drees & Sommer entwickelt. Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf der Definition der Anwendungsfelder (Use cases) sowie der Auswahl der digitalen Bausteine und Sensoren. Bereits ab Sommer 2017 erfolgten Tests der digitalen Komponenten, insbesondere im vernetzten Zusammenspiel. Hierzu wurde ein umfangreiches Testlabor an der RWTH Aachen aufgebaut. Ein weiterer Fokus galt der digitalen Sicherheit – der sogenannten Cyber Security. Um die Gefahren eines digitalen Angriffs durch Hacker auf das Gebäude zu minimieren, wurden erfolgreich mehrfache, intensive Penetrationstests durchgeführt.

cube berlin, Europacity. Bildrechte: CA Immo/Adam Mørk

 

Zur Entwicklung der Gebäude-App und der zentralen Steuerungssoftware hat CA Immo mit dem PropTech Startup Thing Technologies zusammengearbeitet. Die entwickelte Software kommt inzwischen auch in weiteren Bürogebäudeentwicklungen zum Einsatz und ist grundsätzlich unabhängig von den digitalen Bausteinen und Sensoren. CA Immo hat die Technologie inzwischen auch in der Mietfläche eines Bestandsobjekts in der Erprobung mit dem Ziel, künftig auch weitere Bürogebäude aus dem eigenen Portfolio damit ausstatten zu können.

Mietflächen bereits vermietet

cube berlin stieß am Berliner Büromarkt aufgrund seines überzeugenden Gesamtkonzepts auf eine sehr große Marktnachfrage. So wurden alle Mietflächen schon deutlich vor dem Fertigstellungstermin vermietet. Mieter sind die Anwaltskanzlei Gleiss Lutz, die Deutsche Bahn, RA-MICRO, Hering Schuppener, Gallup sowie Coffee Fellows. Coffee Fellows wird als Generalmieter die rund 1.000 m² umfassenden Gastronomieflächen im Erdgeschoss betreiben. Hierfür hat das Unternehmen ein Konzept nach dem Vorbild eines modernen Marktplatzes entwickelt und wird durch Untermietverträge ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot schaffen. Die ersten Büromieter werden bereits im März 2020 einziehen. Die restlichen Einzüge werden sich bis in den Sommer des Jahres hinziehen.

Mit dem cube berlin wurde nun auch der letzte Baustein des südlichen Bereichs der Europacity fertiggestellt. Bereits in den Jahren zuvor hatte die CA Immo hier das städtebauliche Konzept für fünf weitere Gebäude entwickelt. Davon hat CA Immo mit dem John F. Kennedy Haus und dem IntercityHotel am Hauptbahnhof zwei Gebäude selbst realisiert und in den Gebäudebestand übernommen. Die anderen drei Baufelder wurden an Investoren veräußert, die hier zwei weitere Hotels sowie ein Bürogebäude realisiert haben. (red)

Symbolpolitik des Berliner Senats – Hauptstadt erklärt Klimanotlage

Seit der gestrigen Sitzung des Senats im Roten Rathaus ist es endlich offiziell: Berlin erkennt als erstes Bundesland die Klimanotlage an. Auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, wurde beschlossen, künftig auf Landesebene noch stärker gegen den globalen Klimawandel vorzugehen.

Geplant sind eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen, eine Reform des Berliner Energiewendegesetzes und eine Überarbeitung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms. Konkreter wird es leider aber nicht. Was wann und wie tatsächlich umgesetzt wird, um der Erderwärmung entgegenzuwirken, hat die Senatorin bisher noch nicht verraten – also alles nur heiße Luft?

Sinnvolle Maßnahmen oder politische Show-Aktion?

Für viele ist die Ausrufung des Klimanotstands eine große Enttäuschung und einkalkulierte Show. „Reden allein hilft dem Klimaschutz nicht“, ließ Burkhard Dregger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, in den sozialen Medien verlauten und machte damit deutlich, was er von den Versprechungen der Umweltsenatorin hält.

Auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, sieht in den angekündigten Maßnahmen des Senats und der fehlenden Umsetzung einen Widerspruch: „Im Doppelhaushalt 2020/2021 fehlen die Mittel, die geeignet wären, eine echte Mobilitätswende voranzutreiben. Warum ist zum Beispiel kein einziger Euro für Planungen zum U-Bahn-Ausbau vorgesehen? Darüber hinaus bremst sich der Senat mit dem Mietendeckel selbst aus bei der energetischen Gebäudesanierung. Dabei liegt auch dort ein großer Hebel, um die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen.“

Klimanotlage soll das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm reformieren

Für Günther dagegen ist der Beschluss ein wichtiger Schritt: „Die Anerkennung der Klimanotlage ist ein sehr konkreter Handlungsauftrag: Das Land wird auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens handeln, Senatsbeschlüsse sollen künftig einen Klima-Check erhalten, und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm wird mit neuen Maßnahmen konsequent danach ausgerichtet. Nach wichtigen Weichenstellungen wie dem bereits beschlossenen Kohleausstieg bis 2030, dem Mobilitätsgesetz und der Grünbauoffensive wird Berlin seine Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimafolgen weiter beschleunigen.“

Klimahauptstadt Berlin muss jetzt handeln

Um ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter zu untergraben, muss die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bald konkrete Pläne vorlegen, wie der Maßnahmenkatalog möglichst zeitnah umgesetzt werden kann. Zwar hatte Günther angekündigt, „das Tempo zu erhöhen“, allerdings zeigte bereits das Mobilitätskonzept von Juli 2018, wie langwierig eine Realisierung geplanter Projekte sein kann. So ist von den versprochenen Radschnellwegen und barrierefreien Fußgängerwegen sowie dem Ausbau des Straßenbahnnetzes bis jetzt noch nicht viel zu sehen.

Berliner Wirtschaft geht in Sachen Klima mit gutem Beispiel voran

Während der Senat noch darüber diskutiert, ob es wohl machbar ist, die CO2-Emissionen um 85 oder 95 Prozent zu senken, zeigt sich am Projekt der COPRO, wie einfach ein positiver Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden kann. Das moderne Zukunftslabor B-Part Am Gleisdreieck punktet mit seiner ressourcenschonenden und nachhaltigen Bauweise. Denn durch die Verwendung von Holz als zentrales Bauelement konnten 350 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. So geht Klimaschutz! (sz)

Urban Ideation Lab – Präsentation der Zukunftsvisionen der aktuellen Fellows

Im Labor der Zukunft, dem Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck, werden regelmäßig innovative Visionen zur Mobilität, zukünftigem Arbeiten und der Digitalisierung diskutiert. Alle sechs Monate bekommen kreative Denker die Möglichkeit, ein halbes Jahr lang kostenfrei in den Räumen der Urbanen Mitte an ihren Ideen zu tüfteln, um die Hauptstadt auf die Zukunft vorzubereiten.

Am vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Die sechs aktuellen Lab Fellows stellten ihre Visionen und Forschungsergebnisse im Rahmen einer Lab Präsentation interessierten Besuchern im urbanen Stadtquartier vor. Sie ließen die letzten kreativen Arbeitsmonate noch einmal Revue passieren und läuteten somit das Ende der ersten Fellowrunde im Urban Ideation Lab ein.

Kreative Ideen im modernsten Coworking Space Berlins

Präsentation im Urban Ideation lab

Die Lab Fellows bei der Präsentation ihrer Arbeitsfortschritte der vergangenen sechs Monate am vergangenen Montag. | Foto: BERLINboxx

Zunächst begrüßte Lab Managerin Amira Sahr die rund 20 anwesenden Teilnehmer. Im Anschluss präsentierten die diesjährigen Lab Fellows Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin ihre Fortschritte und Arbeitsergebnisse der vergangenen Monate. Abschließend standen sie Interessierten für angeregte Diskussionen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Alle Fellows waren sich einig: Das B-Part hat eine gute Energie. Es herrschte stets eine neugierige, offene, tolerante und kommunikative Stimmung.

Während der Vorstellung wurde die thematisch weite Fächerung der unterschiedlichen Projekte deutlich, die von Gesundheit und Sport, Kunst und Kultur bis hin zu Nachhaltigkeit alle erdenklichen Zukunftsthemen bereithielten. So stellte die Masterstudentin Franziska Sahr den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeit vor, die sich rund um Nutzungskonzepte und Coworking in modernen Stadtquartieren drehte. Weitere Lab Fellows wie das Team von nexTT um Nicolas Bourquin und Sven Ehmann teilten ihre Erfahrungen im Bereich data privacy, während das Trio Tetrapix von seinen Erfolgen bei der Förderung digitaler Bildung im Schulunterricht berichtete.

Frischer Wind im Urban Ideation Lab

Bereits seit dieser Woche können sich bereits drei neue Lab Fellows auf einen der begehrten Plätze in der Ideenwerkstadt bewerben. Bis zum 31. Dezember haben sie noch Zeit, das Team der Urbanen Mitte von ihrem Vorhaben zu überzeugen, das sich dieses Mal rund um die nachhaltige Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume und der Erforschung neuer urbaner öffentlicher Lebensräume drehen soll.

Aber nicht nur neue Gesichter werden das Urban Ideation Lab im nächsten Jahr bereichern. Auch die drei Lab Fellows NexTT, Circular Berlin und das Urban Participation Lab bleiben dem Zukunftsquartier erhalten und werden in einer neuen Runde zukunftsorientierte Städteprojekte in Angriff nehmen. (sz)

 

 

Groẞ-Berlin entsteht in der Kaiserzeit – räumlich, wirtschaftlich, sozial, aber (noch) nicht politisch

Von Harald Bodenschatz

Groß-Berlin entsteht erst in der Kaiserzeit

Harald Bodenschatz. | Foto: Cynthia Rühmekorf

„Berlin ist viele Städte“! Darauf sind die meisten Berliner stolz, nicht nur die Spandauer und Köpenicker. Die legendäre Vielfalt Berlins ist Ausdruck seiner besonderen Geschichte, Produkt einer Zeit, die nicht länger als etwa 150 Jahre zurückliegt.

In den 1860er Jahren begann eine stürmische Entwicklung, die Berlin aus einer bescheidenen preußischen Hauptstadt zu einer der größten Städte der Welt, zu einer „Weltstadt“ machte. Das, was wir heute unter Berlin verstehen, entstand erst in der Kaiserzeit. In diesen etwa 50 Jahren wurde die soziale und städtebauliche Geografie von Berlin geschaffen, die sich bis heute zwar weiter verändert hat, aber nicht mehr revolutioniert wurde. Das war eine Zeit ungezügelten Wachstums voller Härten, ohne Schutz der Mieter, mit vornehmen Villenvierteln im Südwesten und hoffnungslos überbelegten Wohnungen in den Arbeitervierteln im Norden und Südosten Berlins. Doch in kommunaler Hinsicht war das alles schon nicht mehr Berlin. Denn Berlin war damals noch klein, es hatte nur  wenig mehr als die Größe der heutigen Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Das Wachstum vollzog sich vor allem um „Alt-Berlin“ herum, wo alte und neue Städte und Gemeinden, wie Rixdorf, Steglitz oder Weißensee, hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl explodierten.

Titelblatt der Werbe-Broschüre „für
Gross-Berlin“ des Propaganda-ausschusses Groß-Berlin, 1912. Die Zeichnung links ist von Käthe Kollwitz. Der Propaganda-Ausschuss war eine wichtige zivilgesellschaftliche Initiative zur Überwindung der schädlichen Konkurrenz der vielen Gemeinden
des Großraums Berlin. | Foto: Sammlung Harald Bodenschatz

Das Wachstum Berlins in der Kaiserzeit vollzog sich in einer höchst komplexen Konkurrenz mächtiger Akteure, vor allem der verschiedenen Städte und Gemeinden der Großstadtregion, aber auch der verschiedenen privaten Verkehrsunternehmen, der einflussreichen Terraingesellschaften und der Großbanken, die hinter den Terraingesellschaften und den privaten Verkehrsunternehmen standen. Diese Akteure gingen ständig wechselnde Koalitionen ein. In diesem Chaos entstanden die heftig kritisierten „Mietkasernen“, aber auch manche Bauten und Viertel, die bis heute sehr beliebt sind, etwa das Rheinische Viertel und Frohnau. Eine interkommunale Planung gab es dagegen nicht, mit Ausnahme des zu Unrecht später so geschmähten Hobrecht-Plans aus dem Jahr 1862, der am Anfang der Entwicklung stand und vor allem die unmittelbar an „Alt-Berlin“ angrenzenden Gebiete betraf.

Bereits in der Kaiserzeit gab es mehrere Initiativen, ein Groß-Berlin zu schaffen. Um 1906 startete die Vereinigung Berliner Architekten zusammen mit dem Architektenverein zu Berlin einen neuen Versuch, der durch einen Wettbewerb Groß-Berlin (1908-1910) begleitet wurde. Dieser hatte u.a. die Bildung des Zweckverbands Groß-Berlin zur Folge, der am 1. April 1912 in Kraft trat. In diesem Verband wurden die Städte Berlin, Charlottenburg, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau und Wilmersdorf mit den Landkreisen Teltow und Niederbarn im zusammengelegt. Seine Aufgaben betrafen die Zusammenführung des Verkehrs, das Bebauungsplanwesen und die Schaffung von Freiflächen. Die Verdienste des Verbandes lagen insbesondere in der Sicherung von Grünflächen, die im Dauerwald-Vertrag vom 27. März 1915 ihren spektakulären Ausdruck fanden.

Promillegrenzen, Gehwegfahren und Co.: Was ist auf dem E-Scooter erlaubt?

Sie haben in Windeseile die Innenstädte erobert: E-Scooter. Während viele gern auf kurzen Strecken mit den praktischen Rollern cruisen, sind die neuen Leih-Scooter noch mehr Verkehrsteilnehmern ein Dorn im Auge. Und kein Wunder – erhöhte Unfallgefahr, unklare oder bewusst ignorierte Verkehrsregeln und ungenügende Abstellplätze machen die E-Scooter oft zum Ärgernis. Immer wieder werden von der Polizei alkoholisierte Fahrer gestoppt, aktuell wird über eine Null Promille Grenze diskutiert. Schon jetzt bietet der Gesetzgeber klare Vorgaben für Rollerfahrer.

E-Scooter sind Kraftfahrzeuge

Erst seit Mitte Juni sind die E-Scooter auf deutschen Straßen erlaubt – und dennoch längst zum regelrechten Trendfahrzeug geworden. Nicht nur die ungenügende Infrastruktur, sondern auch Nutzer, die Verkehrsregeln missachten, sorgen dabei immer wieder für Probleme. In der Praxis werden die Scooter oft auf dem Fußgängerweg gefahren. Das ist jedoch eindeutig untersagt: Die maximal 20 km/h schnellen Roller sind lediglich auf dem Fahrradweg oder alternativ auf der Fahrbahn zugelassen. Auf geteilten Rad- und Fußwegen haben zu Fuß gehende gegenüber Rollern den absoluten Vorrang. Wer auf einem E-Scooter unterwegs ist, muss also die eigene Geschwindigkeit und Fahrweise so anpassen, dass es zu keiner Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern kommt. Grundsätzlich wird kein Führerschein gefordert, der Fahrer muss aber mindestens 14 Jahre alt sein.

Bußgeld und Geldstrafen drohen

Beim E-Scooter gelten ähnliche Vorschriften und Strafbemessungen wie beim Fahrrad: Fahren auf dem Gehweg kostet 15 Euro, Fahren über eine rote Ampel ab 60 Euro aufwärts. Richtig teuer wird es bei Trunkenheit auf dem Roller: Ab 0,5 Promille sieht der Bußgeldkatalog 500 Euro Geldbuße, 2 Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot vor – bei Wiederholungstätern erhöhen sich die Raten drastisch. Schon unter dieser Grenze drohen allerdings Sanktionen:

„Bei E-Scootern handelt es sich rechtlich gesehen um Kleinkrafträder – Fahrten unter Alkohol und Drogeneinfluss können darum ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. In der Probezeit oder unter 21 Jahren gilt eine 0,0 Promillegrenze für E-Scooterfahrer, für alle anderen kann es sich schon bei einer Fahrt ab 0,3 Promille um eine Straftat handeln.“, erklärte hierzu Achim H. Feiertag, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Wer mit 0,3 Promille auffällig wird, kassiert bis zu 3 Punkte in Flensburg sowie Freiheits- und Geldstrafen. Gleiches droht in jedem Fall, wenn man sich mit 1,1 Promille erwischen lässt.

Übrigens: Auch Nebeneinanderfahren (15 Euro), freihändiges Fahren oder zu zweit auf einem Roller fahren (je 10 Euro) ist nicht erlaubt.

Verbotszonen für Roller

Nicht nur über Strafen, sondern auch mithilfe der Technik sollen Rollerfahrer zu rücksichtsvollerem Verhalten angehalten werden. Berlin hat schon seit August Verbotszonen für E-Roller aufgestellt. In diesen Zonen ist unter anderem die Parkfunktion in der App blockiert. Auf dem Gehweg dürfen die Leihgeräte nicht mehr abgestellt werden, Grünflächen sind ebenfalls tabu. Stattdessen sollen in Zukunft speziell ausgewiesene Abstellflächen hinzukommen. Das soll auch die Akzeptanz für die Roller erhöhen – E-Scooter bleiben weiterhin in der Kritik. Neben häufigen Unfällen werden vor allem die Abstellgewohnheiten der Nutzer ein Problem in Innenstädten. Den Gehweg blockierende Roller sind nicht nur störend für Passanten, sondern werden für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Sehbehinderung zum echten Sicherheitsrisiko. (red)

Hinweis: Die Bildunterschrift und den Fotocredit des ersten Bildes können Sie sehen, wenn Sie daraufklicken.

Berliner Senat will mehr in die Hauptstadt investieren

Nach Jahren des Sparkurses plant der Berliner Senat, wieder mehr Geld in Schulen, Behörden und den Verkehr zu stecken. Im „Jahrzehnt der Investitionen“ soll zudem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen und die Verwaltung modernisiert werden.

„Bis 2023 werden wir die Infrastruktur Berlins erneuern. Mit Mitteln aus dem Landeshaushalt und den Kassen der Landesbetriebe werden wir insgesamt 25 Milliarden Euro investieren – hauptsächlich in Schulen und Wohnungen“, verkündete Finanzsenator Matthias Kollatz zuversichtlich auf Facebook.

Langfristige Investitionen sollen die Hauptstadt stärken

Insgesamt möchte der Berliner Senat gemeinsam mit den Landesbetrieben zwischen 2019 und 2023 25 Milliarden Euro in die Hauptstadt investieren. Die aktuell geplanten Investitionen von rund fünf Milliarden Euro pro Jahr haben sich somit im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöht. Allein für die BVG plant das Land Berlin nun Investitionen in einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro – 2014 waren es gerade einmal 1,4 Milliarden Euro.

Außerdem profitieren Wissenschaft und Forschung zum Beispiel von einer Finanzspritze von 400 Millionen Euro – das sind 100 Millionen mehr als in den Jahren zuvor. Besonders stark wird überdies in Neubau und Sanierungen investiert. So soll in Lankwitz eine gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr entstehen und der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg sowie das Vivantes-Klinikum in Neukölln neu gebaut werden.

Besonders die Schulen profitieren

Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2018 sollen die Ausgaben für Schulen bis 2023 auf 3,2 Milliarden Euro ansteigen – ein exorbitanter Anstieg um 446 Prozent. Die Berliner Schulbauoffensive ist auf zehn Jahre angelegt und legt ihren Fokus sowohl auf die Sanierung vorhandener Schulen und als auch den Schulneubau.

Unterstützung von den Landesunternehmen kommt vor allem von den Wasserbetrieben mit geplanten 2,2 Milliarden Euro und den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Diese wollen bis 2023 7,5 Milliarden Euro beisteuern.

Zweifel bestehen auf Seiten der Union

Kritik kommt von der Opposition. Zwar steht die CDU hinter den Investitionsstrategien, allerdings herrscht Skepsis bezüglich der Umsetzung. Die Union spekuliert sogar, dass lediglich die Hälfte der geplanten Investitionen später umgesetzt werden. (sz)

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion feiert 30 Jahre Mauerfall

Beim traditionellen Jahresempfang der Unternehmensverbände Berlin/Brandenburg (UVB) wurde mit 600 Gästen im KaDeWe das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls und die Verbundenheit der Hauptstadtregion gefeiert. Fazit des Abends: Präsident Dr. Büchner sieht noch großes Wachstumspotenzial für Berlin und Brandenburg.

Hauptstadtregion – Landesgrenze keine Trennungslinie

Vor dem 30. Jubiläum des Mauerfalls haben die Unternehmen in der Hauptstadtregion dazu aufgerufen, das erfolgreiche Zusammenwachsen des Landes stärker zu würdigen. „Berlin und Brandenburg sind heute eine der spannendsten und dynamischsten Regionen in Deutschland. Wir sollten stolz auf das sein, was wir seit 1989 gemeinsam erreicht haben, statt das Trennende zu betonen“, sagte Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), bei der Eröffnung des traditionsreichen Bierabends am Mittwochabend im KaDeWe.

„Wirtschaftlich ging es vielen Menschen noch nie so gut.“ Mutige Unternehmer und ihre Beschäftigten in Berlin wie in Brandenburg hätten nach dem Fall der Mauer zusammen die Soziale Marktwirtschaft aufgebaut, befand Dr. Büchner weiter. „Vor allem mittelständische Betriebe aus den Bereichen Industrie, Digitalwirtschaft, Bau, Handel, Logistik, Gesundheitswirtschaft oder Tourismus haben die Region in den vergangenen Jahren wieder ganz nach vorne gebracht“, sagte der Präsident des Spitzenverbands. „Ich bin mir sicher, dass wir in Sachen Produktivität und Innovationen noch vieles erreichen können, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.“ Berlin und Brandenburg sollten hier noch viel intensiver zusammenarbeiten, die Landesgrenze dürfe keine Hürde sein.

Wirtschaft und Politik aus der Hauptstadtregion zu Gast im KaDeWe

Zu dem Jahresempfang begrüßte er zusammen mit UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Medien. Der UVB-Jahresempfang ist eines der wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt. Gekommen waren in diesem Jahr der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, die Mitglieder des Berliner Senats sowie der brandenburgischen Landesregierung.

Bierabend des UVB – Harmonie zwischen Politik und Wirtschaft

Besonders begrüßte Dr. Büchner die neu gewählten Abgeordneten des Landtags und wünschte den künftigen Koalitionspartnern SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen viel Glück und Erfolg für ihre Arbeit. Durch verstärkte Investitionen in die Infrastruktur und in die Digitalisierung könne es zukünftig besser gelingen, dass der wachsende Wohlstand überall im Land ankomme. Mit Blick auf Berlin wies Dr. Büchner auf die wirtschaftliche Abschwächung und die konjunkturellen Risiken hin. Im Hinblick darauf müsse das Land alles vermeiden, was den Investitionsstandort belastet. „Angesichts der Beschlüsse zum Mietendeckel sind viele Unternehmen besorgt und verunsichert.“

Die Gäste

Bundes- und Landespolitik waren prominent vertreten u. a. mit: Dr. Franziska Giffey (SPD),  Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Thomas Heilmann (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, Kai Wegner (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages; Landesvorsitzender CDU Berlin, Christoph Meyer (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesvorsitzender FDP Berlin, Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, Ralf Wieland (SPD), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ramona Pop (Bü90/Die Grünen), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Jugend, Bildung und Familie, Regula Lüscher, Staatssekretärin im Ressort Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsbaudirektorin, Raled Saleh (SPD), Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Der UVB konnte wichtige Wirtschaftsvertreter aus seinem „herbstlichen Gipfeltreffen“ begrüßen: Markus Voigt, Präsident VBKI, Udo Marin, Geschäftsführer VBKI, Werner Gegenbauer, Aufsichtsratsvorsitzender Unternehmensgruppe Gegenbauer; Präsident Hertha BSC, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Engelbert Lütke Daldrup, Flughafen-Chef, FBB Flughafen Berlin Brandenburg, Matthias Trunk, Vorstandsmitglied GASAG AG, Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Berlin GmbH, Frank Schmeichel, Gründer Business Network und Verleger BERLINboxx-Wirtschaftsmagazin, Christian Andresen, Inhaber The Mandala Hotel, Präsident Hotel- und Gaststättenverband Berlin (DEHOGA), Vera Gäde-Butzlaff, Vorsitzende des Aufsichtsrats von Vivantes, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Berlin (red)

Trotz harter Debatten im politischen Tagesgeschäft: Beim Bierabend des UVB an der Fotowand einhellige Harmonie zwischen Wirtschaft und Politik – auch die Bundespolitik gab sich die Ehre!

Bild 1: Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey fankiert von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner

Bild 2: Wirtschaftssenatorin Ramona Pop umrahmt von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

Bild 3: Wirtschaft im Einklang! (v.l.n.r.) Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB)

Der Alexanderplatz: Geschichte und Zukunft

1969 wurde der weltberühmte Berliner Alexanderplatz zum 20. Geburtstag der DDR neugestaltet und in die Zukunft geführt. Diese war damals freilich eine ganz andere. Der Platz, dem schon durch Alfred Döblins Roman ein Denkmal gesetzt wurde, bekam im Sinne der sozialistischen Moderne ein neues Gesicht. Der Öffentlichkeit wurden damals der Fernsehturm, der Brunnen der Völkerfreundschaft und die Weltzeituhr übergeben.

Der Alexanderplatz: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Auch nach der Wiedervereinigung ist die ikonische Weltzeituhr ein beliebter Treffpunkt geblieben. So auch für den VBKI, der dort auf Carsten Kollmeier traf. Ihm hatte der Designer der Uhr, Erich John,  das Werbe- und Vermarktungsrecht übertragen. Nach einem Blick zurück in die sozialistische Geschichte schaute man in die nicht immer gelungene Gegenwart und wagte zudem einen Blick in die Zukunft des Alexanderplatzes. Architektonisch ist der Platz geprägt durch die Nachkriegsmoderne, den Fernsehturm, das Park Inn Hotel, aber auch die Bauten des Architekten Peter Behrens. Diese sind bereits in den zwanziger Jahren entstanden. Für manche eine Ost-Berliner Betonwüste, für andere ein Abbild der Berliner Geschichte.

Carsten Kollmeier ist Chef der Weltzeituhr Vertriebs UG. Foto: vbki

Magnet für Besucher aus aller Welt

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, kennt die Probleme des Platzes, glaubt aber fest an seine Zukunft. Schließlich ist der Alexanderplatz ein Touristenmagnet, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte und einer der belebtesten Plätze Europas -trotz seines negativen Images. Auch Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, bestätigt die Anziehungskraft des Alexanderplatzes. Die Spielbank betreibt neben ihrer Hautptniederlassung am Potsdamer Platz auch eine Spielbank an dem zentralen Stadtplatz. „Der Alexanderplatz gehört zu den Zentren der Hauptstadt. Nach wie vor ist er ein Anziehungspunkt für Berlinerinnen und Berliner wie auch für Besucher aus aller Welt“, so Wilhelm. „Sicher trägt der Platz seine deutlich sichtbaren Narben, die ihm die Geschichte zugefügt hat. Die Zukunft des Alexanderplatzes sieht für mich aber ganz anders aus. Mit visionären Konzepten und gestalterischem Mut wird der Platz zu neuer Blüte gelangen.“

Austausch über die Zukunft des Alexanderplatzes: Benjamin Albrecht, Leiter Projektentwicklung TLG AG, Nicole Grummini, Bereichsleiterin U-Bahn BVG, Sebastian Peichl, Head of Marketing&Communications SIGNA, Frank Schmeichel, Business Network und Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin. Foto: vbki

Drei Top-Projektentwickler planen Stadtkrone aus Hochhäusern

An die Zukunft des Alexanderplatzes glauben auch Norman Weichhardt, Timo Herzberg und Benjamin Albrecht. Ersterer vertritt das französische Unternehmen Covivo, Herzberg den deutschen Zweig von Signa, Albrecht das Immobilienunternehmen TLG. Alle drei möchte Teile dessen realisieren, was 1993 die Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann als Masterplan vorgelegt hatten: Ein Stadtzentrum nach amerikanischem Vorbild mit einer „Stadtkrone“ von Wolkenkratzern, die Berlin eine neue alte Mitte geben sollte. Das Bauvorhaben, dessen Fertigstellung bis 2023 das französische Immobilienunternehmen Covivio plant, ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: Nach der Fertigstellung des Gebäudes soll der Alexanderplatz nach Jahrzehnten wieder als Wohnadresse dienen. Rund 220 Wohnungen sind vorgesehen. Weichhardt möchte mit dem Turm die Lücke schließen, die sich zwischen Park Inn Hotel und Saturn aufmacht. Signa plant, auf dem eigenen Gelände der Galeria Kaufhof ein Hochhaus errichten.

Markante Bauten sollen das Gesicht des Alexanderplatzes verändern

Nach Plänen des Architekturbüros Gewers-Pudewill soll der Turm auf einem Grundstück an der Tamara-Danz-Straße Ecke Wanda-Kallenbach-Straße nahe der Mercedes-Benz Arena entstehen. 90 Meter hoch soll das Hochhaus werden, an dem schon Zalando Interesse bekundet hat. Der markante Bau mit seinen an einen Schiffsbug gemahnenden Vorsprüngen und Terrassen und einer Bruttogeschossfläche von rund 50.000 Quadratmetern soll den Namen „Stream-Tower“ tragen. Für die Hochhäuser, die die TLG Immobilien AG  entwickeln will, soll der gesamte Gebäuderiegel des ehemaligen Hauses der Elektroindustrie aus den späten 60er-Jahren abgerissen werden. Auch das flachere Gebäude an der Karl-Liebknecht-Straße 30, in dem noch das Hofbräuhaus untergebracht ist, soll Platz machen für die insgesamt drei neuen Gebäude vis-à-vis vom Hotel Park Inn. Insgesamt soll das Ensemble gemäß dem geltenden Bebauungsplan ein Flächenpotenzial von 149.500 Quadratmetern haben. Viele Pläne für den altehrwürdigen Stadtplatz.

Timo Herzberg (r.), Deutschlandchef von Signa, im Gespräch mit Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel. Foto: vbki

Optimismus für die Zukunft

Dass der Weg seit 1993 ein langer, nicht unproblematischer, manchmal frustrierender und oft überraschender ist, fasste einer der Diskutanten in die schöne Formel: „Wir hatten in den letzten Jahren oft keine großen Erfolge, aber immer vertiefte Erkenntnisse.“

Städteplanerisch sei die Neugestaltung sinnvoll, um den bisher strukturlosen Alexanderplatz zu fassen, so die Meinung der gesamten Runde. Und dass Carsten Sellschopf, der inspirierend und sympathisch moderierte, auf seine abschließende Frage, wie die Diskutanten denn die Zukunft des Alexanderplatzes sehen, nur positive Antworten erhielt, überraschte keinen. Aber alle machten Lust auf das, was im nächsten Jahrzehnt in der Nachbarschaft von Fernsehturm, Park Inn Hotel und Weltzeituhr entstehen wird. (red)

Neues Stadion für Hertha BSC: die ewige Suche nach einem passenden Grundstück

Am Rande des Olympiaparks, auf dem Gelände des Flughafen Tegel, auf dem zentrale Festplatz – der Fußballverein Hertha BSC wird bei seiner Suche nach einem Grundstück für ein neues Stadion nicht müde. Doch auch bei dem zentralen Festplatz im Norden von Berlin als Standort scheinen die Gegenargumente zu überwiegen.

Ausweichplan: Zentraler Festplatz

Nachdem die Pläne von Hertha BSC, am Rand des Olympiaparks eine Arena zu bauen, vorerst gescheitert sind, hatte die Landesregierung vier mögliche Alternativen für ein neues Stadion prüfen lassen. Die Mieter einer kleinen Genossenschafts-Siedlung wollten dem Bauprojekt nicht weichen.

Von den vier Alternativen liegen drei auf dem Gelände des heutigen Flughafens Berlin-Tegel (westlich der Landebahn, auf der Landebahn nahe dem TXL-Terminal und auf dem nördlichen Rollfeld in der Nähe des Flughafensees) und eines auf dem zentralen Festplatz. Die Senatsverwaltung prüft die Standorte seit Mitte September. An den Gesprächen sind sowohl die landeseigene Tegel Projekt GmbH, die fachlich zuständigen Senatsverwaltungen und der Profiverein selbst beteiligt.

Neues Stadion für Hertha BSC: noch ist alles offen

Ob es dem Berliner Senat jedoch gelingt, Hertha BSC am Flughafen Tegel ein Grundstück für die gewünschte neue Fußballarena zu ermöglichen, ist nach wie vor offen. Denn statt ursprünglich bis Ende Oktober wird jetzt doch länger geprüft. „Das war nicht Thema in der Staatssekretärskonferenz“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Dienstag gegenüber der Berliner Zeitung. „Aber es gab eine interne Runde, die sich mit dem Thema befasst hat. Das ist aber noch kein Anlass für öffentliche Mitteilungen.“ Bisher wurde nur bekannt, dass die Verhandlungen „konstruktiv“ verliefen, aber noch kein Ergebnis vorliege. Auch die nach Bericht des Bild-Zeitung bevorzugte Variante „Zentraler Festplatz“ östlich der Stadtautobahn A111 wurde von Seiten des Berliner Senats bisher nicht bestätigt.

Uneinigkeit bei der Eignung

Zwischen dem Profiverein Hertha BSC und dem Berliner Senat herrscht noch Uneinigkeit über die Eignung des zentralen Festplatzes. Der Bundesligaverein ist bisher der Ansicht, dass dieses Grundstück für das geplante Stadion einschließlich der notwendigen Infrastruktur zu klein sei. Entsprechende Sportexperten der rot-rot-grünen Regierung sind an diesem Punkt anderer Meinung.

Unabhängig davon hat der Standort Tegel ein generelles Problem: Es gibt nur eine mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Zudem sind die Flächen auf dem heutigen Flughafen Tegel (TXL), der im nächsten Herbst stillgelegt werden und zu einem Wissenschafts- und Industriepark plus Wohnquartier entwickelt werden soll, weitgehend verplant. Soll hier noch ein Stadion entstehen, müssten weit vorangeschrittene Bebauungspläne korrigiert werden.

Wohin mit den Schaustellern?

Eine weitere Frage: Was passiert mit Schaustellern? Bisher wurde der zentrale Festplatz für verschiedene Volksfeste und andere Veranstaltungen genutzt. Diese wären dann nicht mehr möglich und die Schausteller müssten weichen. Hinzukommt: Auch zu diesen Anlässen gab es immer wieder Überlastungen des öffentlichen Nahverkehrs. (aw)

Weltklassearchitektur für Düsseldorf: Star-Architekt Tadao Ando plant international erstes CO2-neutrales Bürohochhaus

Düsseldorf soll um eine weltweit einzigartige Landmarke reicher werden: Am verkehrsreichen Stadteingang Nord plant die EuroAtlantic zusammen mit dem japanischen Star-Architekten und Pritzker-Preisträger Tadao Ando ein neues architektonisches Wahrzeichen: Den ersten Smart-Building-Tower Europas.

Städtebau der Zukunft

Auf der Brachfläche am Mörsenbroicher Ei entsteht mit dem TADAO ANDO Campus+Tower eine Metropolen-Architektur von Weltrang mit 34 Stockwerken, 125 Meter architektonischer Höhe und über 1.000 Arbeitsplätzen. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten wird der TADAO ANDO Campus+Tower ein Leuchtturmprojekt für den Städtebau der Zukunft. Städte werden weiter wachsen, vor allem nach oben. Gleichzeitig müssen Klimawandel und Luftverschmutzung eingedämmt werden. Der TADAO ANDO Campus+Tower setzt hier neue Maßstäbe. Er wird vollkommen CO2-neutral sein – und damit der erste klimaneutrale Büroturm der Welt.

Düsseldorfs neues Leuchtturmprojekt: Der Campus + Tower Tadao Ando. Foto: EuroAtlantic

„Der Tadao Ando Campus+ Tower ist zweifellos Weltklassearchitektur. Die nachhaltige Bauweise, Klimaneutralität und KI-basierte Smart-Office-Lösungen werden die Bedeutung Düsseldorfs und ganz Deutschlands als weltweit relevanten Technologiestandort unterstreichen,“ so Arnulf Damerau, Aufsichtsratsvorsitzender der EuroAtlantic.

Düsseldorf: Architektur- und Technologiestandort von Weltrang

Zusammen mit der EuroAtlantic AG geht Tadao Ando in Düsseldorf noch einmal einen neuen Weg mit der Planung seines ersten Hochhauses. Die Bedeutung des Gebäudes wird für die internationale Architekturszene herausragend sein, denn Düsseldorf steht damit in erster Reihe mit den Architekturmetropolen der Welt.

EuroAtlantic AG auf der Expo Real 2019 in München mit Thomas Geisel (l.), OB Düsseldorf, Arnulf Damerau (m.), EuroAtlantic AG, Friedrich Merz (r.) Foto:
Hannes Magerstaedt

Friedrich Merz, Vorsitzender des Wirtschaftsrats der CDU, und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel besuchten den Entwickler auf der EXPO REAL. „Wir sind bereit für das nächste Level. Das erste CO2-neutrale Hochhaus der Welt soll in Düsseldorf entstehen und wird neue Maßstäbe für städtische Architektur und Zukunftstechnologien setzen“, so Thomas Geisel. „Darüber werden an dem Standort über 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Tadao Ando Campus+Tower wird zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt, er wird der Skyline Düsseldorfs seinen Stempel aufdrücken wird, diese ergänzen und bereichern.“

Künstlerisches Gesamtwerk

Besonders charakteristisch für das Gebäude ist das auskragende Glasprisma, das jeweils aus den Hochhausseiten herausragt. Tadao Ando sagt dazu: „Das Glasprisma wird zum Katalysator für Kreativität und bietet Raum für Entspannung für Büroarbeiter und Besucher. Während Menschen hart arbeiten oder zwischen Meetings sind, ist es meine Hoffnung, dass dieser Ort eine Stätte für Inspiration und ein Geburtsort für neue Denkmethoden wird.“

Stadtentwicklung der Zukunft. Foto: EuroAtlantic

Arnulf Damerau sagt dazu: „Einer der bedeutendsten Architekten unserer Zeit krönt mit einem Architekturdenkmal für Düsseldorf sein Lebenswerk. Tadao Ando und EuroAtlantic schaffen ein künstlerisches Gesamtwerk.“

Brachfläche wird zu Anziehungspunkt für Menschen aus Wirtschaft, Kunst und Kultur

Durch das vielfältige Nutzungskonzept wird der bisher wenig belebte Stadtteil um den Verkehrsknotenpunkt Mörsenbroicher Ei erheblich aufgewertet. In Kombination mit der Hochschule Düsseldorf (HSD) und den Fachbereichen Architektur und Design (Peter Behrens School of Arts) auf der anderen Seite der Bahngleise entsteht ein Areal, das ein lebendiger und kreativer Anziehungspunkt für Menschen aus Wirtschaft, Kunst und Kultur gleichermaßen sein wird.

Die direkte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr über den S-Bahnhof Derendorf führt zu einer deutlichen Entlastung des Pkw-Verkehrs. Zukunftsweisend ist insbesondere die E-Mobilitätslösung. Gemeinsam mit namhaften Automobilherstellern wird ein CarSharing- und E-Charging-Konzept für Pkw und Fahrräder realisiert. (red)

Veranstaltungen

Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur

Eine effiziente, nachhaltige Infrastruktur ist der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und für die Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Dazu bedarf es eines durchdachten Miteinanders der Verkehrsträger und dem planvollen Ausbau der Verkehrswege, der Bildungs- und der Kommunikationsinfrastruktur. Hier bieten sich unterschiedliche Strategien an. Allen gemein ist die Planung und Beschaffung. Digitale Methoden ziehen ein, das für und wider zu Planen und Bauen/Sanieren aus einer Hand ist abzuwägen bis hin zu Fragen der Finanzierung und Abrechnung von Leistungen.

Das alles ist nicht allein zu schaffen, sondern nur in vernetzter und kooperativer Form. Der 14. Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur liefert Angebote, um Kommunen, Länder und den Bund mit einer zukunftsweisenden öffentlichen Infrastruktur aufzustellen. Die Veranstaltung adressiert Entscheider und Experten aus Ämtern, Fachbehörden, kommunalen Zweckverbänden, öffentlichen Unternehmen und Ministerien.

4. Bau-Vergabetag

Die Vergabe von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen sind ein spannendes und komplexes Gebiet des öffentlichen Auftragswesens – nicht erst und nicht nur in Zeiten der Hochjunktur und somit knapper Ressourcen in diesen Bereichen.

Nachhaltiges Errichten von Neubauten oder Modernisierung im Bestand, Inklusion, die Förderung der Baukultur und Realisierung baulicher Innovationen, Infrastrukturmaßnahmen etc. – Öffentliches Planen und Bauen hat viele Facetten und ist ohne Frage von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Öffentliche Auftraggeber haben folglich viel zu beachten und in Vergabeverfahren optimal umzusetzen.

Für die anbietenden Unternehmen und Büros stellen öffentliche Aufträge nicht selten eine Chance dar – der Weg dorthin ist jedoch nicht selten eine Herausforderung. Es gilt Formalien in den Vergabeverfahren zu verstehen und zu beachten, sich aber auch über die Leistungen so zu verständigen, dass letztendlich das Optimum im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele verwirklicht werden kann. Letztlich gilt, dass öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer über Vergabeverfahren in eine funktionierende vertragliche Partnerschaft finden.

Der mittlerweile 4. Bau-Vergabetag des DVNW bietet als Dialogveranstaltung vielen Themen ein angemessenes Forum – sowohl öffentliche Auftraggeber als auch Auftragnehmer profitieren von den Inhalten der Agenda, den Gesprächen und Diskussionen.

In aktuellen Vorträgen zur Entwicklung des Rechts und in praxisorientierten Workshops bietet die interdisziplinär ausgerichtete Fachtagung eine große Landkarte zur Beschaffung von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen an.

(Anmeldung erforderlich)