Beiträge

100-jähriges Jubiläum Groß-Berlin – Internationaler Städtebauwettbewerb „Berlin-Brandenburg 2070“

Groß-Berlin, so wie wir es heute kennen, wird im nächsten Jahr 100 Jahre. Anlässlich des Jubiläums plant die Stadt Berlin, im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs, innovative Ideen für die zukünftige Stadtentwicklung vorzustellen.

100 Jahre Groß-Berlin – eine Geschichte von Stadtentwicklern

Bereits 1910 widmeten sich ambitionierte Denker der Entwicklung des Stadtbilds und legten grundlegende Bausteine für die städtebauliche Gestaltung Berlins. Ziel des bevorstehenden Events ist es, nachhaltige Visionen für die rasant wachsende Metropolregion im Jahr 2070 zu entwickeln.

Der Wettbewerb wurde von dem Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) auf den Weg gebracht. Laut Vorsitzendem Tobias Nöfer läge die Wichtigkeit dieser Veranstaltung darin, dass die Großstadtregion von morgen nur mit vereinten Kräften lebenswert gestaltet werden könne.

Bis April nächsten Jahres müssen alle Beiträge und strategischen Überlegungen der Teilnehmenden zu den städtebaulichen Vorstellungen eingereicht werden.

Ausstellung „100 Jahre (Groß-)Berlin. Ein unvollendetes Projekt“

Mit der öffentlich zugänglichen Ausstellung „100 Jahre (Groß-)Berlin. Ein unvollendetes Projekt“ im Kronprinzenpalais in Berlin-Mitte ab dem 01. Oktober bis Ende des Jahres 2020 findet der internationale Städtebauwettbewerb seinen Höhepunkt. Neben der Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge sind hier Besonderheiten im Stadtbild der Metropole zu sehen. Zu bestaunen sind unter anderem die Berliner „Mietskasernen“, zahlreiche Grünflächen und UNESCO-Welterbesiedlungen. Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Gewinner des ersten Platzes bekannt gegeben, der sich über eine stattliche Summe von 70.000 Euro freuen kann.

Groß-Berlin 2020 – Städtebaulichen Herausforderungen mit nachhaltigen Ideen entgegentreten

Der Wettbewerb wird von einigen Kolloquien begleitet. Dort können Fragen zu relevanten Themen wie Mobilität in der Region, Klima und Energie, oder Wohnen und Arbeiten diskutiert werden. Mit Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung, den Klimawandel und das Städtewachstum debattieren fachliche und zivilgesellschaftliche Vertreter Ideen für die zukünftige Entwicklung der Metropole. Die Teilnehmenden stellen sich brennenden Fragen nach der Vereinbarkeit von Verkehr mit dem Ziel der Klimaneutralität Berlins, oder begeben sich auf die Suche nach der Umsetzung einer digitalen Vernetzung von Wohnen, Arbeiten und Wissenschaft.

Partner des Projekts sind die Technische Universität Berlin, das Leibnizinstitut für Raumbezogene Sozialforschung und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin. Zu den Sponsoren zählen bisher unter anderem die Berliner Volksbank, die Deutsche Bahn, die Copro-Gruppe und alle landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften. (sz)

 

Architektonisches Highlight in Charlottenburg: Richtfest der CG Gruppe am Ernst-Reuter-Platz

Nahezu im Monatstakt führt die CG Gruppe AG bundesweit Grundsteinlegungen, Richtfeste, Bezugsfertigkeiten und die Vorbereitung von großvolumigen Wohnungsneubauten und fertig sanierten Umnutzungen zu Wohnungen aus. Es wurden so im Durchschnitt jährlich mehr als 1.000 Wohneinheiten fertiggestellt und damit etwa drei Wohneinheiten pro Arbeitstag dem deutschen Wohnungsmarkt zugeführt. 

Als wirksame Antwort auf die drängenden Fragen zur Lösung des Wohnungsnotstandes in den deutschen Ballungszentren kündigt die CG Gruppe AG an, die Schlagzahl zur Herstellung von Mietwohnungen weiter zu steigern. Das nächste neue Mietwohnobjekt entsteht in Berlin-Charlotttenburg.

Schließung einer städtebaulichen Lücke

Der größte Mietwohnungsentwickler Deutschlands, die CG Gruppe, feierte das Richtfest an der Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Das architektonische Highlight inmitten des beliebten Berliner Innenstadtbezirks Charlottenburg schließt eine städtebauliche Lücke an dem durch Forschung, Arbeit und Gewerbe geprägten zentralen Stadtraum. Der Standort wird vervollständigt und um das dringend benötigte Segment Wohnen bereichert. Mit dem Objekt entstehen 141 attraktive Mietwohnungen zwischen 46 und 165 Quadratmetern sowie 52 Tiefgaragenplätze. Fertig gestellt werden soll das im kommenden Jahr; das Verkaufsvolumen beträgt 57 Mio. EUR.

Richtfest an der Residenz am Ernst-Reuter-Platz: V.l.n.r.: Uwe Hallas, Geschäftsführer CG Bauprojekte GmbH, Klaus Hüpping, Niederlassungsleiter Berlin CG Gruppe AG, Jürgen Kutz, Vorstand CG Gruppe AG. Foto: CG Gruppe AG, MIKA-Fotografie | Berlin

Die Residenz am Ernst-Reuter-Platz liegt in direkter Nachbarschaft zum TU Campus Berlin, der mit rund 15.000 Beschäftigten einer der größten innerstädtischen Universitätsstandorte Europas ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem der zwischen Otto-Suhr-Allee und Fraunhoferstraße gelegene Campus der Deutschen Bank, auf dem rund 2.500 Mitarbeiter arbeiten. Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe, betont: „Neubau ist die effektivste Maßnahme, die zu einer dauerhaften Entlastung am Wohnungsmarkt führt und den Belangen aller Marktteilnehmer, also insbesondere Bauherren, Vermietern und Mietern, gerecht wird.“

Richtfest an der Residenz am Ernst-Reuter-Platz: V.l.n.r.: Richard Reiher, Projektleiter CG Gruppe AG, Uwe Hallas, Geschäftsführer CG Bauprojekte GmbH, Klaus Hüpping, Niederlassungsleiter Berlin CG Gruppe AG, Olaf Göbel, Senior Projektleiter CG Gruppe AG. Foto: CG Gruppe AG, MIKA-Fotografie | Berlin

 

Residenz am Ernst-Reuter-Platz: Zentrales architektonisches Highlight mit nachhaltiger Bauweise 

Der Entwurf des renommierten Architekturbüros Hemprich Tophof sieht einen 8-geschossigen, U-förmigen Gebäudekomplex mit geschwungenen Balkonen und großzügigen Fensterflächen zum grünen Innenhof vor, die assoziativ an den Namensgeber der Straße, den Optiker und Physiker Joseph Fraunhofer erinnern. Dieser hatte schon Anfang des 19. Jahrhunderts Experimente zur Wellenförmigkeit und Beugung des Lichts durchgeführt.

Visualisierung: Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Bildquelle: CG Gruppe AG

Ein besonderer Schwerpunkt der Residenz am Ernst-Reuter-Platz liegt auf der Einsparung von CO2. Die CG Gruppe nutzt dafür umweltfreundliche Innovationen, wie Photovoltaikmodule auf dem Flachdach, eine effiziente Wohnraumlüftung, CO2-schonende Heizungssysteme und ökologische Dämm- und Baustoffe. Wie auch bei anderen Bauprojekten steht für das Unternehmen neben der Einsparung von Heiz- und Stromkosten das zukunftsorientierte Bauen im Vordergrund. Ziel ist es, so einen nachhaltigen Beitrag für kommende Generationen zu leisten.

Zentrale Lage mitten in Charlottenburg

Standortspezifisch zeichnet sich der Ernst-Reuter-Platz vor allem durch seine zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung aus. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Kurfürstendamm, der umfassende Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Entspannungssuchende können sich über die Nähe zum Tiergarten oder zum Berliner Zoo freuen und auch die Technische Universität Berlin, eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands, befindet sich in unmittelbarer Nähe. (red)

Eröffnet der BER doch noch 2020?

Am Flughafen BER prüft der TÜV aktuell die Technik. Von 41 angesetzten Tagen sind zweieinhalb bereits vorbei und bislang sollen die Prüfer zufrieden gestimmt sein.

Flughafenaufsichtsrat glaubt, dass der BER wie geplant 2020 eröffnet

Aktuell laufen am neuen Hauptstadtflughafen wichtige Technikprüfungen durch den TÜV. Ihr Ausgang bestimmt, ob der BER wirklich im Oktober 2020 eröffnet werden kann. „Der TÜV war mit den ersten zweieinhalb Prüftagen zufrieden“, bestätigt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Anschluss an eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg am vergangenen Montag.

Aufgrund des positiven Feedbacks geht es jetzt auch in die Feinplanung des ORAT-Programms (Operational Readiness an Airport Transfer). Neben einer Überprüfung aller Abläufe am neuen Flughafen gehört dazu auch der Umzug der Flughafeneinrichtung von Tegel nach Schönefeld.

Suche nach Komparsen für einen Test

Ende des Jahres soll klar stehen, ob der BER tatsächlich rechtzeitig im Herbst 2020 eröffnet wird. Und dann wollen die BER-Verantwortlichen damit beginnen, etwa 20.000 Menschen als Komparsen zu werben. Mit ihnen soll dann der Betrieb an einem ganz normalen Reisetag erprobt werden. Die Generalprobe mit den Testern findet nächsten Sommer statt. Dann sollen auch Geschäfte und Gastronomie fertig gestellt sein.

BER – eine Geschichte von Baumängeln und Technikproblemen

Der eine oder andere Berliner bzw. Brandenburger wird sich vielleicht erinnern, dass es im Februar 2012 bereits schon einmal einen ähnlichen Probelauf gab. Damals fanden parallel noch Bauarbeiten statt. Ob es nächsten Sommer wieder so sein wird? Die BER-Verantwortlichen werden jedenfalls nicht müde, zu versichern, dass nun alle Baumängel und Technikprobleme behoben seien.

Zwei große Probleme bestehen jedoch noch immer, die eine Eröffnung gefährden könnten. Zum einen ist die letzte von insgesamt zwölf Anlagen der Brandschutztechnik noch nicht fertig. Dabei handelt es sich um Tausend Kilometer lange Kabelsysteme die alle anderen Anlagen mit Informationen, Steuerbefehlen und Energie versorgen. Zum anderen sind Kabelschächte und andere Installationen damals mit Dübeln befestigt worden, die den zwischenzeitlich geänderten Bauvorschriften nicht mehr entsprechen.

Dennoch versichert Rainer Bretschneider, Aufsichtsrat-Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg: „Der Aufsichtsrat geht in Gänze davon aus, dass wir das letzte Ziel, Oktober 2020, halten.“

Wir bleiben gespannt. (aw)

Solaranlagen: Leipzig hat dank GASAG und CG Gruppe eine neue Fotovoltaik-Dachanlage

In den vergangenen Wochen hat die Berliner GASAG gemeinsam mit der CG Gruppe dafür gesorgt, dass es neue Solaranlagen in Leipzip gibt. Auf den Dächern der Kultur- und Gewerbehöfe im Leipziger Stadtteil Plagwitz ist nun eine Fotovoltaik-Dachanlage mit einer Leistung von 1,6 MW ans Netz gegangen.

Nach Aussage der beiden Unternehmen sei dies die größte Dachanlage in der sächsischen Metropole. Die Solaranlage besteht aus knapp 5.700 einzelnen Modulen und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von rund 9.600 Quadratmetern.

Partnerschaft mit einem Hang zu Nachhaltigkeit

Bereits seit Mai 2017 arbeiten die GASAG mit dem Wohnungs- und Quartiersentwickler CG Gruppe an gemeinsamen Projekten. Zusammen entwickeln die Berliner Unternehmen Versorgungskonzepte zur Bereitstellung von Strom, Wärme und Kälte, die eine dezentrale und autarke Energieversorgung ermöglichen.

„Die enge Partnerschaft zwischen Entwickler und Energiedienstleister ist beispielgebend in Deutschland“, betont Matthias Trunk, Vorstand der GASAG AG. Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe, hob zudem die Relevanz von Nachhaltigkeit und der Nutzung erneuerbarer Energien in der Wohnungs- und Quartiersentwicklung hervor. „Gemeinsam mit unserem Partner GASAG prüfen wir Entwicklungsvorhaben auf entsprechende Potenziale und entwickeln passende Lösungen zur dezentralen Energieerzeugung“, so Kutz.

So wird in einem weiteren Vorhaben in Offenbach gerade ein Geothermieanlage direkt in ein Städtebauprojekt integriert. (red)

Highspeed für Berliner Schulen

Berliner Schulen sollen schnelleres Internet bekommen. Mit Fördergeld vom Bund möchte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) die digitale Ausstattung an rund 700 öffentlichen Schulen verbessern.

Schnelles Netz an Berliner Schulen

Bisher konnten die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrenden davon nur träumen. Doch mit den rund 170 Millionen Euro, die dafür in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung stehen, soll sich dies ändern. „Die Digitalisierung ist mich das Topthema neben Schulbau und Qualitätssicherung“, sagt Bildungssenatorin Scheeres. Zunächst sollen so alle etwa 700 öffentlichen Schulen mit einem leistungsstarken Breitbandanschluss für schnelleres Internet ausgestattet werden, verspricht sie.

Für die Berufsschulen soll dies schon in diesem Jahr umgesetzt werden. Alle allgemeinbildenden Schulen müssen jedoch noch bis 2023 warten.

Breitband-Glasfasernetz ist vielen Berliner Schulen ein großes Problem

Der DigitalPakt, mit dem Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen möchten, startete am 19. Mai diesen Jahres. Damit Lehrerinnen und Lehrer jedoch die digitalen Medien nutzen und so digitale Kompetenzen vermitteln können, braucht es in den meisten Berliner Schulen erst einmal ein funktionierendes Breitband-Glasfasernetz. Für die digitale Ausstattung stehen nun rund 82 Millionen Euro für das Jahr 2020 und nochmal etwa 88 Millionen Euro für 2021 bereit.

Berliner Schulen: Erst schnelles Internet, dann bessere Technik

Die Berliner Schulen sollen im Zuge des Investitionsprogramms neben einem leistungsstarken Breitbandanschluss auch bessere Server, LAN-Verbindungen und WLAN bekommen. Außerdem sind die Fördergelder dafür gedacht, die Berliner Schulen mit interaktiven Tafeln, digitalen Arbeitsgeräten und mobilen Endgeräten wie Notebooks und Tablets auszustatten.

Unterstützung durch technische Fachkräfte

Damit sich später nicht die Lehrkräfte um die technischen Probleme kümmern, sondern weiterhin um pädagogische Konzepte, sollen bis 2022 alle Schulen mit zusätzlichen IT-Kräften ausgestattet werden. Hierfür arbeite man mit externen IT-Dienstleistern zusammen, hieß es aus dem Berliner Senat. Deren Mitarbeiter sollen später als feste Ansprechpartner zur Verfügung stehen. (aw)

Berliner Bäder: Dr. Johannes Kleinsorg wird neuer Vorstandsvorsitzender

Der Aufsichtsrat der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) hat seinen Vorstandsvorsitz neu besetzt. Ab dem 1. September 2019 wird Dr. Johannes Kleinsorg die Berliner Bäder als Vorstandsvorsitzender leiten. Damit übernimmt er die Nachfolge von Andreas Scholz-Fleischmann, der den Vorstandsvorsitz der Anstalt des öffentlichen Rechts bis zum 14.04.2019 innehatte.

Von Göttingen über Leipzig nach Berlin

Dr. Johannis Kleinsorg (57) ist in Göttingen geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre, Politologie und Soziologie und war seit 1998 in der Energiewirtschaft tätig. Zuletzt war er von 2014 bis 2019 als Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig GmbH.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe, der Senator für Inneres und Sport, Andreas Geisel, sagte bei der Vorstellung des neuen Bäderchefs: „Dr. Kleinsorg hat vielfältige Erfahrungen im Managementbereich und ist mit den nachgewiesenen Vorstandsqualitäten in mehreren großen Unternehmen eine ausgezeichnete Wahl. Die Berliner Bäder Betriebe sind für unsere Stadt von enormer Bedeutung. Wir wollen sie noch leistungsfähiger, noch verlässlicher und noch gästefreundlicher machen. Das sind große Aufgaben, für deren Erfüllung ich dem neuen Vorstandsvorsitzenden viel Erfolg wünsche.“

Dank an den Vorgänger

Zudem bedankte sich Innensenator Andreas Geisel bei der Ernennung bei Andreas Scholz-Fleischmann, der die BBB seit April 2016 geführt hatte und nun altersbedingt ausgeschieden ist. Der Dank des Sportsenators ging auch an Annette Siering, Vorständin der Berliner Bäder-Betriebe. Denn sie hatte nach der Abberufung von Andreas Scholz-Fleischmann die Berliner Bäder-Betriebe übergangsweise allein geleitet.

Gemeinsam mit Annette Siering wird Dr. Johannes Kleinsorg gleichzeitig die Geschäftsführung der BBB Infrastruktur-Verwaltungs GmbH, als Eigentümergesellschaft der Bäder übernehmen.

Jetzt müssen nur noch die dringenden Sanierungen der Berliner Bäder vollzogen werden und der Bädespaß kann losgehen. (aw)

 

Der Bezirk verändert sich

Im Gespräch mit Monika Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen), Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg

Begegnungszone, grüne Punkte auf dem Asphalt, Gentrifizierung – aus Friedrichshain-Kreuzberg kommen täglich neue, teils kuriose Meldungen. Er ist der kleinste Bezirk Berlins und hat zugleich die höchste Bevölkerungsdichte. Die BERLINboxx traf Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, um über die Stimmung in den Kiezen, große Herausforderungen und – passend zu unserem Titelthema – über Messen zu sprechen.

Sie sind bereits seit 1990 in Friedrichshain-Kreuzberg tätig, fast sechs Jahre davon als Bezirksbürgermeisterin. Wie hat sich die Stimmung im Bezirk in dieser Zeit verändert?

Der Bezirk verändert sich, genau wie ganz Berlin, kontinuierlich. Er wächst (in Einwohner*innenzahlen) und verdichtet sich. Damit gehen natürlich auch Konflikte einher, vor allem Nutzungskonflikte des immer knapper werdenden öffentlichen Raumes hier in der Innenstadt. Außerdem hat sich die Bevölkerungsstruktur in vielen Kiezen in den vergangenen Jahren massiv verändert. Was sich seit 1990 in Friedrichshain-Kreuzberg nicht geändert hat, ist der Wunsch und Wille zur Gestaltung. Unsere Bürger*innen möchten mitreden und mitgestalten. Dazu geben wir ihnen, wann immer es geht, die Möglichkeit.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für den Bezirk in den nächsten, sagen wir 3 Jahren?

Wir sind der am dichtesten besiedelte Bezirk in ganz Berlin. Weiterhin wird hier viel gebaut, sowohl Wohnungen als auch Gewerbe, und die Geburtenrate bleibt hoch.

Das heißt, wir werden immer mehr Menschen. Die Bürger*innen brauchen nicht nur bezahlbaren Wohnraum, sondern auch die passende öffentliche Infrastruktur: Kitas, Schulen, Grünflächen, Fahrradwege.

Eine weitere Herausforderung in vielen Kiezen ist die Verdrängung durch steigende Mieten. Viele Alteingesessene wurden in den letzten Jahren Opfer der Gentrifizierung und dieser Wandel hält noch immer an. Mit Milieuschutz und Vorkaufsrecht versuchen wir, dieser Verdrängung Einhalt zu gebieten.

Passend zum Bild von Friedrichshain-Kreuzberg finden hier viele Messen zu jungen, hippen und grünen Themen statt. Ist das Zufall oder gewollt?

Wir prägen dieses Bild des Bezirks als Bezirksamt nicht aktiv. Denn genau dieses Image führt ja seit Jahren zu massivem Tourismus in unseren Kiezen, unter dessen Folgen die Anwohner*innen teilweise sehr leiden. Im Gegenteil versuchen wir, einen Weg zu einem stadtverträglichen Tourismus zu finden. Aber es ist in der Tat so, dass die Einwohner*innen bei uns im Bezirk mit einem Durchschnittsalter von 37,8 Jahren die jüngsten sind.

STATION Berlin ist von einem Ort städtischer Industrie zu einer viel genutzten, hippen Event-Location geworden. Welchen Einfluss hat der Veranstaltungsort auf den Bezirk? Erhöhen sich dadurch die Lebenshaltungskosten und wird die soziale Verdrängung beflügelt?

Die STATION Berlin ist ein wirklich schöner Veranstaltungsort in unserem Bezirk, aber natürlich nicht der einzige. Die Gegend um die STATION Berlin, vor allem am Gleisdreieckpark, hat sich in den vorigen Jahren wahnsinnig verändert. Am Gleisdreieck ist ein großer Park mit vielen Angeboten entstanden. Rundherum wurden Neubauwohnungen, vor allem Eigentumswohnungen, gebaut. Diese Entwicklungen stehen aber nicht im direkten Zusammenhang mit dem Veranstaltungsort.

STATION Berlin im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Das historische Ensemble des ehemaligen Dresdner
Bahnhofs wird heute als Veranstaltungsort genutzt.    | Foto: Sebastian Greuner

Keine Platzplätze für Taxis, keine Fahrradstellplätze, schmale Bürgersteige – die Zugänglichkeit zur STATION Berlin ist durch verschiedene Faktoren erschwert. Hat der Bezirk Ihrer Meinung nach eine gewisse Verantwortung, die Situation zu verbessern?

Bislang sind mir zur Situation an der STATION Berlin keine Beschwerden oder Verbesserungsvorschläge zu Ohren gekommen. Unser Straßen- und Grünflächenamt ist in den Bereichen seiner Zuständigkeit sicher für Gestaltungsvorschläge offen. Die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur ist uns ein wichtiges Anliegen. (aw)

Luftreinhalteplan – So will der Berliner Senat die Luftqualität verbessern

In der Senatssitzung am Dienstag hat der Berliner Senat auf Vorschlag der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Berlin beschlossen. Damit soll sich die Luftqualität in der Hauptstadt erheblich verbessern und die Vorgaben zum Schutz der menschlichen Gesundheit schnell erfüllt werden.

„Unsere Modellierungen zeigen, dass wir mit den Maßnahmen des vorliegenden Luftreinhalteplans die Grenzwerte bis Ende 2020 einhalten werden. Berlin nimmt den Gesundheitsschutz sehr ernst und wir setzen alles daran, schnell eine gute Luftqualität zu gewährleisten“, erklärt Umweltsenatorin Regine Günther.

Besser atmen in Berlin

Da die Grenzwerte Partikel PM 10 (Feinstaub) seit 2015 eingehalten werden konnten, sollen mit dem neuen Konzept vor allem die Stickstoffdioxid-Emissionen gemindert werden. Denn aufgrund der anhaltenden Überschreitung des Immissionsgrenzwertes für NO2 wurde das Land Berlin am 9. Oktober 2018 vom Verwaltungsgericht Berlin verurteilt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Grenzwerte bis Ende 2020 einzuhalten. Das Gericht hatte das Land Berlin auch verurteilt, Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge zu verhängen, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen.

So soll die Luftqualität verbessert werden

Wer das Klima schützen und die Luftqualität verbessern will, muss sich auch auf höhere Kosten und Einschränkungen einstellen. Denn künftig wird auf 33 weiteren Straßen in Berlin Tempo 30 gelten, um die Luft reinzuhalten. Außerdem dürfen auf Insgesamt acht Straßen ältere Dieselfahrzeuge (bis einschließlich Euronorm 5) nicht mehr fahren.

Des Weiteren wird die Nachrüstung und Flottenerneuerung bei Linienbussen und kommunalen Fahrzeugen fortgesetzt und es sollen noch mehr Dieselbusse der BVG durch Elektrobusse ersetzt werden. Im Zuge des Luftreinhalteplans wurden zudem fünf Berliner Fahrgastschiffe mit Abgasreinigung nachgerüstet.

Ein weiterer Punkt des Luftreinhalteplans betrifft die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt. Innerhalb des S-Bahn-Rings wird diese von 40 auf 75 Prozent ausgeweitet.

Reaktion auf den Luftreinhalteplan gemischt

Die Berliner Wirtschaft bewertet das Konzept positiv. Dazu erklärt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin:

„Dass nun ein Weg gefunden wurde, in Berlin die NOx-Grenzwerte ohne flächenhafte Verbotszonen einzuhalten, ist sehr zu begrüßen. Aus unserer Sicht werden vor allem die Modernisierung und Erweiterung des BVG Fuhrparks, die Schüler-, Azubi- und Jobtickets sowie die Förderung der Elektromobilität spürbare Effekte bringen. Auch die bereits im Koalitionsvertrag verankerte Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung ist sinnvoll, solange sie auch die Bedarfe der ansässigen Unternehmen berücksichtigt. Für die konkrete Umsetzung gilt es allerdings noch einige Punkte zu beachten. So werden die lokalen Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge bis Euro-V die nahen Umfahrungsstrecken stark belasten, genauso wie auch viele Berliner Unternehmen. Deshalb müssen sie sofort wieder zurückgenommen werden, sobald sie nicht mehr erforderlich sind.“

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus hingegen steht (CDU, FDP, AfD) den Maßnahmen kritisch gegenüber. (aw)

Straßen, auf denen aus Gründen der Luftreinhaltung auf Abschnitten Tempo 30 angeordnet wird:

StraßeTempo-30-Strecke zwischen
Albrechtstr.Robert-Lück-Straße bis Neue Filandastraße
Badstr.Behmstraße bis Exerzierstraße
Breite Str./Schönholzer Str.Grabbeallee bis Mühlenstr.
Danziger Str.Schönhauser Allee bis Schliemannstraße
Dominicusstr.Ebersstr. bis Hauptstr.
Dorotheenstr.Wilhelmstr. bis Friedrich-Ebert-Platz
Elsenstr.Treptower Park bis Karl-Kunger-Straße
Erkstr.Karl-Marx-Str. bis Sonnenallee
Hermannstr.Mariendorfer Weg bis Silbersteinstr. (im Anschluss an Durchfahrtverbot Silbersteinstr. bis Emser Straße mit T30)
Invalidenstr.Alexanderufer bis Scharnhorststraße
Joachimstaler Str.Hardenbergplatz bis Kurfürstendamm
Kaiser-Friedrich-Str.Kantstraße bis Otto-Suhr-Allee
Klosterstr.Brunsbüttler Damm bis Pichelsdorfer Straße
Leonorenstr.Bernkastlerstr. bis Kaiser-Wilhelm Str.
Luxemburger Str.Genter Straße bis Müllerstraße
Mariendorfer DammWestphalweg bis Eisenacher Str.
Martin-Luther-Str.Lietzenburger Straße bis Motzstraße
MehringdammYorckstraße bis Bergmannstraße
MüllerstraßeSeestraße bis Antonstraße
Oranienburger Str.Roedernallee bis Wilhelmsruher Damm
Oranienstr.Moritzplatz bis Oranienplatz
Potsdamer Str.*Potsdamer Platz bis Kleistpark
Residenzstr.Amende Straße bis Lindauer Allee
Saarstr.Rheinstraße bis Autobahnbrücke
Scharnweberstr.Kapweg bis Afrikanische Straße
Schönholzer Str.Wollankstraße bis Parkstraße
SonnenalleeThiemannstr. bis Reuterstr.
Spandauer DammKlausener Platz bis Königin-Elisabeth-Str.
Tempelhofer Damm*Ordensmeisterstr. bis Alt-Tempelhof
Torstr.Prenzlauer Allee bis Chausseestraße
Turmstr.Stromstraße bis Beusselstraße
Wildenbruchstr.Sonnenallee bis Weserstraße
Wilhelmstr.Unter den Linden bis Dorotheenstr.

Straßen, für die auf Straßenabschnitten Durchfahrtverbote für Dieselfahrzeuge (einschließlich Euro 5 Abgasnorm) eingeführt werden:

Straße von bis
Leipziger StraßeLeipziger Platz (Ostseite)Charlottenstraße
BrückenstraßeKöpenicker StraßeHolzmarktstraße
ReinhardtstraßeCharitéstraßeKapelle-Ufer
Alt-MoabitGotzkowskystraßeBeusselstraße
FriedrichstraßeUnter den LindenDorotheenstraße
StromstraßeBugenhagenstraßeTurmstraße
HermannstraßeSilbersteinstraßeEmser Straße
SilbersteinstraßeHermannstraßeKarl-Marx-Straße

„Berlin hat sich zum Zukunftslabor Deutschlands entwickelt“

Im Gespräch mit Barbro Dreher, Staatssekretärin für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Seit dem 13. Februar 2019 ist Barbro Dreher die neue Staatssekretärin für Wirtschaft, Energie und Betriebe an der Seite von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/ Die Grünen). Die BERLINboxx hat mir ihr über ihre Ziele, große Herausforderungen, die Berliner Verwaltung und über Messen und Kongresse in der Hauptstadt gesprochen.

Gut drei Monate sind Sie jetzt im Amt. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Können Sie schon eine erste Bilanz ziehen?

Mein Ziel ist, die erforderlichen Schritte zur Verstetigung des Wirtschaftsaufschwungs einzuleiten und die Berliner Wirtschaft dort zu unterstützen, wo sie unsere Unterstützung braucht. Denn wo Arbeitsplätze fehlen, wird Wachstum nicht möglich sein. Die Herausforderungen auch der notwendigen Digitalisierung innerhalb der Wirtschaftszweige sind groß und können nur gemeinsam gestemmt werden.

Die Neuansiedlung von Unternehmen – vor allem in unseren elf Zukunftsorten muss begleitet und erfolgreich werden. Und nach gut drei Monaten bin ich da sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

Wo liegen die aktuell größten Herausforderungen des Wirtschaftsstandortes Berlin?

Mit dem Wirtschaftsstandort Berlin geht es endlich wieder aufwärts. Wir haben einen radikalen strukturellen Wandel hinter uns. Seit fünf Jahren wächst die Berliner Wirtschaft sogar schneller als im Bundesdurchschnitt. Die Entwicklung kommt bei den Berlinerinnen und Berlinern an: In den letzten beiden Jahren entstanden rund 100.000 neue Arbeitsplätze. Auch bei Unternehmensgründungen ist Berlin im Bundesvergleich ganz vorn, insbesondere bei Digitalunternehmen und Startups. Diese positive Entwicklung der wachsenden Stadt hat gleichzeitig zur Folge, dass es enger wird in der Stadt. Flächen werden knapp und es entstehen Konkurrenzen, zum Beispiel zwischen einem unternehmerischen Investitionsvorhaben und dem Bedarf eines Wohngebäudes. Bei aller Unterstützung hierfür dürfen wir die Arbeitsplatzentwicklung nicht aus dem Blick verlieren. Um die Potenziale unseres dynamischen Wirtschaftswachstums weiterhin ausschöpfen und einen weiteren Arbeitsplatzzuwachs zu erreichen, ist ein ausreichendes Flächenangebot für die Sicherung, Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen unser prioritäres Anliegen. Daher verfolgen wir einer engagierten Gewerbeflächenpolitik, setzen uns für die planerische Sicherung von Flächen ein und stellen Mittel für den Ankauf von Gewerbeflächen bereit.

Hiermit umzugehen und für alle Beteiligten annehmbare Lösungen zu finden, ist nicht immer leicht und bedarf eines kooperativen Politikstils aller Beteiligten.

Wie will der rot-rot-grüne Senat dafür sorgen, dass die Berliner Wirtschaft auch nachhaltig von dem aktuellen Boom profitiert?

Ökonomisch hat Berlin tatsächlich die Wende geschafft, hat sich von der Hauptstadt der Probleme zum Zukunftslabor Deutschlands gewandelt. Zentrale Quellen dieses Erfolgs sind sicherlich die exzellente Forschungslandschaft und die sehr innovative Kreativ- und Digitalwirtschaft. Hier haben wir anderen Metropolen einiges voraus. Jetzt kommt es darauf an, die positive Entwicklung in den Unternehmen und für den Arbeitsmarkt zu verstetigen und dafür Sorge zu tragen, dass möglichst viele Berlinerinnen und Berliner davon profitieren. Deshalb haben wir das Jahrzehnt der Investitionen ausgerufen. Wir investieren in die Stadt von morgen, in Wohnungen, Schulen, Verkehrswege und die öffentliche Versorgung mit dem Ziel, die Stadt auch für zukünftige Generationen lebenswert und dynamisch zu gestalten. Aus wirtschaftspolitscher Sicht geht es dabei vor allem darum, die Infrastruktur des Standorts Berlin so zu gestalten, dass sie auch in Zukunft als wettbewerbsfähige Plattform und für einen stabilen Wachstumsprozess dienen kann. Digitalisierung ist vor allem ein Metropolenthema und damit für Berlin die große Chance, Vorreiter und Richtungsgeber bei neuen, die zukünftige Wettbewerbsposition bestimmenden Entwicklungen zu sein.

Zukunftslabor Berlin

Die Berliner Wirtschaft macht sich bereits für die Zukunft | Foto: Bild von Pexels auf Pixabay

Sie gehören seit 1977 der Berliner Verwaltung an. Was sind nach Ihrer Wahrnehmung die besonderen Herausforderungen der Berliner Verwaltung? Gibt es grundsätzliches, was Sie an der Berliner Verwaltungsstruktur ändern würden?

Die Beschäftigten der Berliner Verwaltung – das erst mal vorweg – sind oftmals viel besser als ihr Ruf. Häufig müssen sie zu Unrecht den Kopf für Dinge hinhalten, die an ganz anderen Stellen schiefgelaufen sind. Dennoch gibt es immer etwas zu verbessern. Der Berliner Senat hat kürzlich den „Zukunftspakt Verwaltung“ verabschiedet, in dem es ganz konkret um Vereinheitlichung von Prozessen, die deutlich beschleunigte Digitalisierung von Dienstleistungen und den Abbau von unklaren Zuständigkeiten geht. Bekommen wir das alles zügig auf den Weg, wird auch die Wahrnehmung der Verwaltung in der Öffentlichkeit eine andere, eine bessere, werden. Daran will ich aktiv mitwirken.

Die Messe Berlin GmbH gehört zu 99,70 Prozent dem Land Berlin. Welche Bedeutung hat der Messebetrieb für die Hauptstadt?

Eine Messe ist immer ein Aushängeschild der Wirtschaft einer Stadt. Die Messe ist der Salon, in den die Stadt ihre Handelspartnerinnen und Handelspartner einlädt, um sich über die neuesten Entwicklungen in dem jeweiligen Wirtschaftszweig zu informieren. Die Ausstellerinnen und Aussteller können ihren Kundinnen und Kunden präsentieren, was sie anzubieten haben und um sich zu vergleichen, wo Mitbewerberinnen und Mitbewerber stehen. Der Messegast möchte von der neuen Waren- und Dienstleistungswelt inspiriert werden und zwischen verschiedenen Angeboten eine Auswahl treffen können. Schließlich lebt eine Messe von der Begeisterung, die sie bei den Messebesucherinnen und Messebesuchern auslöst. Berlin beheimatet eine Reihe von Messen, die mit ihrem offenen Publikumscharakter ganz hervorragend in die deutsche Hauptstadt passen. Seien es die Internationale Funkausstellung, die ITB-Berlin oder die Internationale Grüne Woche, die regelmäßig hunderttausende Messegäste in die Hauptstadtregion locken und begeistern.

Mit dem Betrieb einer Messe werden stets vielfältige wirtschaftliche Dimensionen angesprochen: Messen haben eine ganz direkte wirtschaftliche Bedeutung für die Unternehmen, die als Ausstellerinnen und Aussteller für das Waren- und Dienstleistungsangebot einer Messe sorgen. Diese Unternehmen hoffen auf neue Aufträge und Verkäufe, die ihnen ihre zukünftigen Umsätze sichern. Nicht nur die Ausstellerinnen und Aussteller sowie Kundinnen und Kunden profitieren von einer Messe. Es ist auch immer der Messestandort selbst. Viele Wirtschaftsbereiche profitieren unmittelbar von den anreisenden Besuchern. Dazu gehören vor allem die Bereiche, die mit den Messe-Gästen Kontakt haben, wie die Hotellerie, die Gastronomie oder die vielen Transportunternehmen. Berlin wird eine bedeutende Messestadt bleiben – in Deutschland die wichtigste.

Welche Messe würden Sie gerne nach Berlin holen? Gibt es eine Messe-/Kongressveranstaltung, die Ihnen besonders am Herzen liegt?

Berlin ist ein attraktiver Messe- und Kongressstandort, auch international. Die Entwicklung einer weiteren großen Leitmesse in und für Berlin, mit der Berlin die Attraktivität, Professionalität, Offenheit und Nachhaltigkeit dieser Stadt beweisen kann, liegt mir daher sehr am Herzen. Berlin positioniert sich vor allem – aber nicht nur – bei Kongressen der Gesundheitswirtschaft und -verbände, der IT-Branche und der politischen Foren als beliebte Tagungsmetropole. Dahinter steht neben der Attraktivität des Standorts die erfolgreiche Akquisearbeit des Berlin Convention Office von visitBerlin.

Gegenüber 2017 ist die Zahl der Tagungen und Kongresse 2018 um 2,3 Prozent gestiegen. Wo liegt Ihrer Meinung nach die Anziehungskraft der Hauptstadt für diese Art von Veranstaltungen?

Früher spielte die touristische Attraktivität einer Kongressstadt eine nicht unwesentliche Rolle für die Entscheidung der Veranstalter für eine Stadt, gerade bei Incentives. Heute haben Aspekte wie Professionalität von Location, Dienstleistern und Hotellerie noch mehr an Bedeutung gewonnen. Berlin hat beides zu bieten. Es ist als Stadt selbst schon ein echter Magnet, auch nach dem zweiten und dritten Besuch. Und im Laufe der Zeit hat die MICE-Branche – Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions – einen Grad an Professionalität und Leistungskraft erreicht, die Berlin europa- und weltweit in der Spitzenliga mitspielen lässt.

Moderne Kongresshotels und Veranstaltungsräume, Spitzen-Caterer und technische Dienstleister aller Art machen das möglich. Dass die Hotellandschaft internationalen Standards genügt und eine auch auf Spitzenzeiten ausgelegte Bettenzahl bietet, setze ich dabei schon als selbstverständlich voraus. Um das alles bei potentiellen Veranstaltern richtig zur Geltung zu bringen, haben sich die Verwaltung, visitBerlin und die Berliner Hotels in einer Kongresscharta zusammengefunden und machen den Veranstaltern ein professionelles Service-Angebot. Und noch ein Aspekt, der seit einiger Zeit für uns an Bedeutung gewinnt, spricht für Berlin: Wir sind dabei, uns auch als nachhaltige Tagungsmetropole in der Spitzengruppe zu positionieren. Verantwortungsbewusste Veranstalter legen Wert auf ökologischen Umgang mit Themen wie Anreise zur Tagungsstätte, Catering ohne Verschwendung von Ressourcen und Vermeidung von Abfall sowie eine bewusste Planung der CO2-Bilanz des Tagungsformats. Auch das fördern wir durch die GREEN MEETING-Plattform, Beratung und Vernetzung durch das Berlin Convention Office. (aw)

Immer mehr Berliner ziehen nach Brandenburg

Anscheinend zieht es nicht nur Störche nach Brandenburg. Auch immer Berliner entfliehen den hohen Mieten in der Hauptstadt und verlegen ihren Wohnsitz in das Nachbarbundesland. Das ergaben die jüngsten Daten des Bundesamts für Statistik.

Bundesamt für Statistik veröffentlicht Wanderungszahlen für Berlin

Wie in jeden Jahr hat das Bundesamt für Statistik hat nun die Wanderungszahlen vorgelegt. Allein auf die innerdeutsche Bevölkerungswanderung bezogen, sind aus Berlin im vergangenen Jahr mehr Menschen vorgezogen als neue Bewohner hinzugekommen. So lebten Ende 2018 etwa 8.000 Menschen weniger in Berlin als noch im Jahr zuvor.

Dennoch hat Berlin in den vergangenen zwei Jahren an Bevölkerung zugelegt. Rund 109.000 Menschen sind aus dem Ausland in die Hauptstadt gezogen. Zu ihnen gehören Flüchtlinge, EU-Bürger und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt. Gleichzeitig sind etwa 71.000 Menschen aus Berlin ins Ausland gegangen. In der Gesamtbilanz ist Berlin dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 31.000 Personen gewachsen.

Dass die Berliner Bevölkerung deutlich langsamer anwächst, läge, so Martin Axnick, Referent für Bevölkerungsstatistiken im Berliner Landesamt für Statistik daran, dass weniger Menschen aus dem Ausland in die Hauptstadt und immer mehr Berliner nach Brandenburg ziehen.

Brandenburg – kein Bundesland hat mehr Zuzügler

Im vergangenen Jahr sind rund 33.000 Berliner nach Brandenburg gezogen. Damit bilden sie die größte Gruppe der Zuzügler nach Brandenburg. Insgesamt wohnten 2018 etwa 15.000 Menschen mehr in Brandenburg als im Vorjahr. In Vergleich: Kein anderes deutsches Bundesland profitierte so sehr von innerdeutscher Zuwanderung. Den Großteil der Berliner zieht es in den Speckgürtel. Doch auch weiter entfernte Städte wie Eberswalde und Neuruppin sind sehr beliebt.

Dennoch stehen in Brandenburg tausende Wohnungen leer

Trotz des starken Zuzugs stehen landesweit noch immer rund 27.000 Wohnungen leer. In diesen Wohnungen könnten rund 60.000 Menschen wohnen – das entspricht in etwa der Größe einer Stadt wie Frankfurt (Oder).

„Es geht darum, Wachstum gleichmäßig zu verteilen und die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass hier keine Region den Anschluss verliert“, sagte Maren Kern, Vorstand des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Der dringendste Handlungsbedarf besteht vor allem im Ausbau von Nahverkehrs- Bildungs- und Sozialinfrastruktur sowie in der regionalen Wirtschaftsförderung, damit Brandenburg nachhaltig attraktiv bleibt. (aw)

Veranstaltungen

Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur

Eine effiziente, nachhaltige Infrastruktur ist der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und für die Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Dazu bedarf es eines durchdachten Miteinanders der Verkehrsträger und dem planvollen Ausbau der Verkehrswege, der Bildungs- und der Kommunikationsinfrastruktur. Hier bieten sich unterschiedliche Strategien an. Allen gemein ist die Planung und Beschaffung. Digitale Methoden ziehen ein, das für und wider zu Planen und Bauen/Sanieren aus einer Hand ist abzuwägen bis hin zu Fragen der Finanzierung und Abrechnung von Leistungen.

Das alles ist nicht allein zu schaffen, sondern nur in vernetzter und kooperativer Form. Der 14. Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur liefert Angebote, um Kommunen, Länder und den Bund mit einer zukunftsweisenden öffentlichen Infrastruktur aufzustellen. Die Veranstaltung adressiert Entscheider und Experten aus Ämtern, Fachbehörden, kommunalen Zweckverbänden, öffentlichen Unternehmen und Ministerien.