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„Berlin hat sich zum Zukunftslabor Deutschlands entwickelt“

Im Gespräch mit Barbro Dreher, Staatssekretärin für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Seit dem 13. Februar 2019 ist Barbro Dreher die neue Staatssekretärin für Wirtschaft, Energie und Betriebe an der Seite von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/ Die Grünen). Die BERLINboxx hat mir ihr über ihre Ziele, große Herausforderungen, die Berliner Verwaltung und über Messen und Kongresse in der Hauptstadt gesprochen.

Gut drei Monate sind Sie jetzt im Amt. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Können Sie schon eine erste Bilanz ziehen?

Mein Ziel ist, die erforderlichen Schritte zur Verstetigung des Wirtschaftsaufschwungs einzuleiten und die Berliner Wirtschaft dort zu unterstützen, wo sie unsere Unterstützung braucht. Denn wo Arbeitsplätze fehlen, wird Wachstum nicht möglich sein. Die Herausforderungen auch der notwendigen Digitalisierung innerhalb der Wirtschaftszweige sind groß und können nur gemeinsam gestemmt werden.

Die Neuansiedlung von Unternehmen – vor allem in unseren elf Zukunftsorten muss begleitet und erfolgreich werden. Und nach gut drei Monaten bin ich da sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

Wo liegen die aktuell größten Herausforderungen des Wirtschaftsstandortes Berlin?

Mit dem Wirtschaftsstandort Berlin geht es endlich wieder aufwärts. Wir haben einen radikalen strukturellen Wandel hinter uns. Seit fünf Jahren wächst die Berliner Wirtschaft sogar schneller als im Bundesdurchschnitt. Die Entwicklung kommt bei den Berlinerinnen und Berlinern an: In den letzten beiden Jahren entstanden rund 100.000 neue Arbeitsplätze. Auch bei Unternehmensgründungen ist Berlin im Bundesvergleich ganz vorn, insbesondere bei Digitalunternehmen und Startups. Diese positive Entwicklung der wachsenden Stadt hat gleichzeitig zur Folge, dass es enger wird in der Stadt. Flächen werden knapp und es entstehen Konkurrenzen, zum Beispiel zwischen einem unternehmerischen Investitionsvorhaben und dem Bedarf eines Wohngebäudes. Bei aller Unterstützung hierfür dürfen wir die Arbeitsplatzentwicklung nicht aus dem Blick verlieren. Um die Potenziale unseres dynamischen Wirtschaftswachstums weiterhin ausschöpfen und einen weiteren Arbeitsplatzzuwachs zu erreichen, ist ein ausreichendes Flächenangebot für die Sicherung, Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen unser prioritäres Anliegen. Daher verfolgen wir einer engagierten Gewerbeflächenpolitik, setzen uns für die planerische Sicherung von Flächen ein und stellen Mittel für den Ankauf von Gewerbeflächen bereit.

Hiermit umzugehen und für alle Beteiligten annehmbare Lösungen zu finden, ist nicht immer leicht und bedarf eines kooperativen Politikstils aller Beteiligten.

Wie will der rot-rot-grüne Senat dafür sorgen, dass die Berliner Wirtschaft auch nachhaltig von dem aktuellen Boom profitiert?

Ökonomisch hat Berlin tatsächlich die Wende geschafft, hat sich von der Hauptstadt der Probleme zum Zukunftslabor Deutschlands gewandelt. Zentrale Quellen dieses Erfolgs sind sicherlich die exzellente Forschungslandschaft und die sehr innovative Kreativ- und Digitalwirtschaft. Hier haben wir anderen Metropolen einiges voraus. Jetzt kommt es darauf an, die positive Entwicklung in den Unternehmen und für den Arbeitsmarkt zu verstetigen und dafür Sorge zu tragen, dass möglichst viele Berlinerinnen und Berliner davon profitieren. Deshalb haben wir das Jahrzehnt der Investitionen ausgerufen. Wir investieren in die Stadt von morgen, in Wohnungen, Schulen, Verkehrswege und die öffentliche Versorgung mit dem Ziel, die Stadt auch für zukünftige Generationen lebenswert und dynamisch zu gestalten. Aus wirtschaftspolitscher Sicht geht es dabei vor allem darum, die Infrastruktur des Standorts Berlin so zu gestalten, dass sie auch in Zukunft als wettbewerbsfähige Plattform und für einen stabilen Wachstumsprozess dienen kann. Digitalisierung ist vor allem ein Metropolenthema und damit für Berlin die große Chance, Vorreiter und Richtungsgeber bei neuen, die zukünftige Wettbewerbsposition bestimmenden Entwicklungen zu sein.

Zukunftslabor Berlin

Die Berliner Wirtschaft macht sich bereits für die Zukunft | Foto: Bild von Pexels auf Pixabay

Sie gehören seit 1977 der Berliner Verwaltung an. Was sind nach Ihrer Wahrnehmung die besonderen Herausforderungen der Berliner Verwaltung? Gibt es grundsätzliches, was Sie an der Berliner Verwaltungsstruktur ändern würden?

Die Beschäftigten der Berliner Verwaltung – das erst mal vorweg – sind oftmals viel besser als ihr Ruf. Häufig müssen sie zu Unrecht den Kopf für Dinge hinhalten, die an ganz anderen Stellen schiefgelaufen sind. Dennoch gibt es immer etwas zu verbessern. Der Berliner Senat hat kürzlich den „Zukunftspakt Verwaltung“ verabschiedet, in dem es ganz konkret um Vereinheitlichung von Prozessen, die deutlich beschleunigte Digitalisierung von Dienstleistungen und den Abbau von unklaren Zuständigkeiten geht. Bekommen wir das alles zügig auf den Weg, wird auch die Wahrnehmung der Verwaltung in der Öffentlichkeit eine andere, eine bessere, werden. Daran will ich aktiv mitwirken.

Die Messe Berlin GmbH gehört zu 99,70 Prozent dem Land Berlin. Welche Bedeutung hat der Messebetrieb für die Hauptstadt?

Eine Messe ist immer ein Aushängeschild der Wirtschaft einer Stadt. Die Messe ist der Salon, in den die Stadt ihre Handelspartnerinnen und Handelspartner einlädt, um sich über die neuesten Entwicklungen in dem jeweiligen Wirtschaftszweig zu informieren. Die Ausstellerinnen und Aussteller können ihren Kundinnen und Kunden präsentieren, was sie anzubieten haben und um sich zu vergleichen, wo Mitbewerberinnen und Mitbewerber stehen. Der Messegast möchte von der neuen Waren- und Dienstleistungswelt inspiriert werden und zwischen verschiedenen Angeboten eine Auswahl treffen können. Schließlich lebt eine Messe von der Begeisterung, die sie bei den Messebesucherinnen und Messebesuchern auslöst. Berlin beheimatet eine Reihe von Messen, die mit ihrem offenen Publikumscharakter ganz hervorragend in die deutsche Hauptstadt passen. Seien es die Internationale Funkausstellung, die ITB-Berlin oder die Internationale Grüne Woche, die regelmäßig hunderttausende Messegäste in die Hauptstadtregion locken und begeistern.

Mit dem Betrieb einer Messe werden stets vielfältige wirtschaftliche Dimensionen angesprochen: Messen haben eine ganz direkte wirtschaftliche Bedeutung für die Unternehmen, die als Ausstellerinnen und Aussteller für das Waren- und Dienstleistungsangebot einer Messe sorgen. Diese Unternehmen hoffen auf neue Aufträge und Verkäufe, die ihnen ihre zukünftigen Umsätze sichern. Nicht nur die Ausstellerinnen und Aussteller sowie Kundinnen und Kunden profitieren von einer Messe. Es ist auch immer der Messestandort selbst. Viele Wirtschaftsbereiche profitieren unmittelbar von den anreisenden Besuchern. Dazu gehören vor allem die Bereiche, die mit den Messe-Gästen Kontakt haben, wie die Hotellerie, die Gastronomie oder die vielen Transportunternehmen. Berlin wird eine bedeutende Messestadt bleiben – in Deutschland die wichtigste.

Welche Messe würden Sie gerne nach Berlin holen? Gibt es eine Messe-/Kongressveranstaltung, die Ihnen besonders am Herzen liegt?

Berlin ist ein attraktiver Messe- und Kongressstandort, auch international. Die Entwicklung einer weiteren großen Leitmesse in und für Berlin, mit der Berlin die Attraktivität, Professionalität, Offenheit und Nachhaltigkeit dieser Stadt beweisen kann, liegt mir daher sehr am Herzen. Berlin positioniert sich vor allem – aber nicht nur – bei Kongressen der Gesundheitswirtschaft und -verbände, der IT-Branche und der politischen Foren als beliebte Tagungsmetropole. Dahinter steht neben der Attraktivität des Standorts die erfolgreiche Akquisearbeit des Berlin Convention Office von visitBerlin.

Gegenüber 2017 ist die Zahl der Tagungen und Kongresse 2018 um 2,3 Prozent gestiegen. Wo liegt Ihrer Meinung nach die Anziehungskraft der Hauptstadt für diese Art von Veranstaltungen?

Früher spielte die touristische Attraktivität einer Kongressstadt eine nicht unwesentliche Rolle für die Entscheidung der Veranstalter für eine Stadt, gerade bei Incentives. Heute haben Aspekte wie Professionalität von Location, Dienstleistern und Hotellerie noch mehr an Bedeutung gewonnen. Berlin hat beides zu bieten. Es ist als Stadt selbst schon ein echter Magnet, auch nach dem zweiten und dritten Besuch. Und im Laufe der Zeit hat die MICE-Branche – Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions – einen Grad an Professionalität und Leistungskraft erreicht, die Berlin europa- und weltweit in der Spitzenliga mitspielen lässt.

Moderne Kongresshotels und Veranstaltungsräume, Spitzen-Caterer und technische Dienstleister aller Art machen das möglich. Dass die Hotellandschaft internationalen Standards genügt und eine auch auf Spitzenzeiten ausgelegte Bettenzahl bietet, setze ich dabei schon als selbstverständlich voraus. Um das alles bei potentiellen Veranstaltern richtig zur Geltung zu bringen, haben sich die Verwaltung, visitBerlin und die Berliner Hotels in einer Kongresscharta zusammengefunden und machen den Veranstaltern ein professionelles Service-Angebot. Und noch ein Aspekt, der seit einiger Zeit für uns an Bedeutung gewinnt, spricht für Berlin: Wir sind dabei, uns auch als nachhaltige Tagungsmetropole in der Spitzengruppe zu positionieren. Verantwortungsbewusste Veranstalter legen Wert auf ökologischen Umgang mit Themen wie Anreise zur Tagungsstätte, Catering ohne Verschwendung von Ressourcen und Vermeidung von Abfall sowie eine bewusste Planung der CO2-Bilanz des Tagungsformats. Auch das fördern wir durch die GREEN MEETING-Plattform, Beratung und Vernetzung durch das Berlin Convention Office. (aw)

Immer mehr Berliner ziehen nach Brandenburg

Anscheinend zieht es nicht nur Störche nach Brandenburg. Auch immer Berliner entfliehen den hohen Mieten in der Hauptstadt und verlegen ihren Wohnsitz in das Nachbarbundesland. Das ergaben die jüngsten Daten des Bundesamts für Statistik.

Bundesamt für Statistik veröffentlicht Wanderungszahlen für Berlin

Wie in jeden Jahr hat das Bundesamt für Statistik hat nun die Wanderungszahlen vorgelegt. Allein auf die innerdeutsche Bevölkerungswanderung bezogen, sind aus Berlin im vergangenen Jahr mehr Menschen vorgezogen als neue Bewohner hinzugekommen. So lebten Ende 2018 etwa 8.000 Menschen weniger in Berlin als noch im Jahr zuvor.

Dennoch hat Berlin in den vergangenen zwei Jahren an Bevölkerung zugelegt. Rund 109.000 Menschen sind aus dem Ausland in die Hauptstadt gezogen. Zu ihnen gehören Flüchtlinge, EU-Bürger und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt. Gleichzeitig sind etwa 71.000 Menschen aus Berlin ins Ausland gegangen. In der Gesamtbilanz ist Berlin dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 31.000 Personen gewachsen.

Dass die Berliner Bevölkerung deutlich langsamer anwächst, läge, so Martin Axnick, Referent für Bevölkerungsstatistiken im Berliner Landesamt für Statistik daran, dass weniger Menschen aus dem Ausland in die Hauptstadt und immer mehr Berliner nach Brandenburg ziehen.

Brandenburg – kein Bundesland hat mehr Zuzügler

Im vergangenen Jahr sind rund 33.000 Berliner nach Brandenburg gezogen. Damit bilden sie die größte Gruppe der Zuzügler nach Brandenburg. Insgesamt wohnten 2018 etwa 15.000 Menschen mehr in Brandenburg als im Vorjahr. In Vergleich: Kein anderes deutsches Bundesland profitierte so sehr von innerdeutscher Zuwanderung. Den Großteil der Berliner zieht es in den Speckgürtel. Doch auch weiter entfernte Städte wie Eberswalde und Neuruppin sind sehr beliebt.

Dennoch stehen in Brandenburg tausende Wohnungen leer

Trotz des starken Zuzugs stehen landesweit noch immer rund 27.000 Wohnungen leer. In diesen Wohnungen könnten rund 60.000 Menschen wohnen – das entspricht in etwa der Größe einer Stadt wie Frankfurt (Oder).

„Es geht darum, Wachstum gleichmäßig zu verteilen und die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass hier keine Region den Anschluss verliert“, sagte Maren Kern, Vorstand des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Der dringendste Handlungsbedarf besteht vor allem im Ausbau von Nahverkehrs- Bildungs- und Sozialinfrastruktur sowie in der regionalen Wirtschaftsförderung, damit Brandenburg nachhaltig attraktiv bleibt. (aw)

Müllers Idee vom 365 Euro Jahresticket kostet das Land Berlin 270 Millionen Euro

In der vergangenen Woche verkündete der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, dass er für Berlin ein Jahresticket für 365 Euro nach dem Wiener-Modell möchte. Laut den aktuellen Hochrechnungen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) würde dieses Unterfangen dem Land Berlin gut 270 Millionen Euro kosten.

Kann Berlin sich das Jahresticket für 365 Euro leisten?

Aktuell kostet ein Jahresabonnement für eine VBB-Umweltkarte bei monatlicher Zahlung 761 Euro pro Jahr. Um eine Reduzierung auf gut die Hälfte zu realisieren, bräuchte die BVG nach aktuellen Schätzungen einen Zuschuss von rund 170 Millionen Euro, für die S-Bahn kämen dann noch mal circa 100 Millionen dazu.

Hinzukommt, dass die Zahl der Abokunden in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist und wohl auch noch weiter steigen wird.

Finanzlage der BVG noch immer auf wackeligen Beinen

Nicht lange ist es her, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als chronisch unterfinanziert galt und jährlich hohe zweistellige Millionenverluste erwirtschaftete. Erst durch harte Sparmaßnahmen kam der landeseigene Betrieb wieder in die schwarzen Zahlen. Eine Belastung von weiteren 100 Millionen im Jahr kann der Betrieb also nicht stemmen, daher muss hier das Land Berlin als Eigentümer tief in die Tasche greifen.

Von BVG-Sprecherin Petra Nelken hieß es dazu am Sonntag: „Ob ein 365-Euro-Jahresticket für Berlin eingeführt wird oder nicht, ist eine politische Entscheidung, die unser Eigentümer, das Land Berlin, zu treffen hat. Klar ist aus unserer Sicht, dass er für Zuschussbedarf, der dann entstünde, aufkommen müsste. Zusätzliche Tarifvergünstigungen müssen wie zusätzliche Angebote entgolten werden.“

Verkehrsbund für höhere Preise

Vom Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) hieß es zuletzt, dass die Ticketpreise im Verbund ab Januar 2020 sogar erhöht werden müssten. Denn auch die Brandenburger Verkehrsunternehmen können sich eine Halbierung der Ticketpreise wirtschaftlich nicht leisten.

Alternative Finanzierungsvorschlage bereits in der Tasche

Um die benötigten finanziellen Mittel für das vergünstigte Jahresticket aufzubringen, gibt es bisher verschiedene Vorschläge von Seiten des Berliner Senats und dem Regierenden Bürgermeister. So ist zum Beispiel die Rede von einem sogenannten Bürgerticket. Gemeint ist damit eine Mobilitätsabgabe, die alle Berlinerinnen und Berliner gleichermaßen zahlen sollen. Zudem sollen für die Ausgleichzahlungen auch der Bund in die Pflicht genommen werden. (aw)

Siemensbahn – die Planung kann beginnen

Am vergangenen Freitag wurde ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem besseren Nahverkehrsangebot in der Metropolregion vollzogen. Berlin vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und die Deutsche Bahn vertreten durch Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand, vereinbarten die Finanzierung für vorgezogene Planungsleistungen zur schnellen Reaktivierung der Siemensbahn.

Siemensbahn soll wieder rollen

Mit dem neuen Siemens-Campus soll 2030 auch wieder die Siemensbahn im Westen Berlins fahren. Für erste Planungsleistungen wie Bestandsprüfung, Umweltstudien, Schallgutachten und Vermessung hat das Land Berlin nun 2,3 Millionen Euro bereitgestellt.

Müller und Pofalla unterschreiben Finanzierungsvertrag Siemensbahn

Die Unterschriften werden gesetzt und damit kann die Planung für die Reaktivierung der Siemensbahn losgehen. | Foto: BERLINboxx

„Es ist ein gutes Signal, dass es jetzt losgeht mit der Siemensbahn. Hier verbindet sich Berlins Industrialisierungsgeschichte mit der Zukunft der Industrialisierung im 21. Jahrhundert. Der Senat ist ganz vorne mit dabei mit finanziellem Engagement aber vor allem mit seiner Digitalisierungsstrategie und Industriepolitik, um den digitalen Wandel zu einem Erfolg für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen“, sagte Michael Müller in seiner Rede.

Der Wiederaufbau der Siemensbahn ist eins von insgesamt neun Projekten des Entwicklungsprogramms i2030, welches Berlin und Brandenburg schon 2017 mit der DB vereinbart haben.

„Das Projekt i2030 zeigt nochmal wie nah Berlin und Brandenburg beieinanderstehen. Wir sind eine gemeinsame Lebens- und Arbeitsregion und damit natürlich auch eine gemeinsame Verkehrsregion Berlin-Brandenburg“, betonte Kathrin Schneider, brandenburgische Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung.

Historischer Industriestandort Berlin-Siemensstadt

Bereits 1929 wurde die 4,5 Kilometer lange Strecke von Jungfernheide bis nach Gartenfeld errichtet, um die Siemensstadt auf dem Schienenweg zu erschließen. Rund 9.000 Siemens-Mitarbeiter nutzten die Siemensbahn um zu ihrem Arbeitsplatz im Westen der Stadt zu gelangen. Schon damals schloss die Siemensbahn an den S-Bahn-Ring an und fuhr so an allen wichtigen Arbeiterwohnquartieren vorbei. Zur Zeit der Berliner Teilung wurde 1980 nach einem Streik der Zugverkehr eingestellt.

Bahnhof Siemenstadt

Auch auf der Strecke der Siemensbahn – der historische Bahnhof Siemensstadt | Foto: BERLINboxx

Doch die Stecke befindet sich noch immer im Anlagenbestand der DB Netz AG und gewinnt mit dem Bau der neuen Siemensstadt „Kiez der Macher“ wieder an Bedeutung. Auf dem Industriegelände in Spandau soll ein moderner, vielseitig nutzbarer, urbaner Stadtteil der Zukunft entstehen, wo Arbeiten und Wohnen möglich ist.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Die am historischen Bahnhof Wernerwerk getroffene Vereinbarung stärkt den Berliner Nahverkehr und regiert damit auf die wachsende Metropolregion. „Die Siemensbahn ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Schienenprojekt schnell, gemeinsam und beherzt auf den Weg gebracht wird. Mit einem starken Nahverkehr leisten wir unseren Beitrag und bieten Pendlern und Anwohnern eine attraktive und zuverlässige Anbindung mit hoher Taktung“, betonte Ronald Pofalla.

Ein zweites Projekt von gesamtstädtischer Bedeutung ist im Zentrum Berlins gelegen. Es bietet – wie die Siemensbahn – eine bedeutende Verbesserung der Berliner Verkehrsinfrastruktur. Denn die Urbane Mitte am Gleisdreieck, gleich neben dem Potsdamer Platz gelegen, wird die Verlängerung der S21 mit Halt am Gleisdreieck beherbergen.

Bahnhof Werderwerk

Hier am historischen Bahnhof Werderwerk fand der erste wichtige Schritt für die Reaktivierung der Siemensbahn statt. | Foto: BERLINboxx

S-Bahn-Anbindung am Gleisdreieck

Seit den 1990er Jahren wurde über eine zusätzliche S-Bahn-Strecke in Nord-Süd-Richtung diskutiert, die die bisherige Verkehrsachse ergänzt. Aktuell wird seit 2010 in drei Bauabschnitten die Trasse für diese neue Linie mit der Bezeichnung S21 gebaut. Bald wird dann der Hauptbahnhof aus allen Himmelsrichtungen per S-Bahn erreichbar sein. Im ersten Bauabschnitt der neuen S-Bahn-Linie wird am Nordring schon gebaggert. Der zweite Bauabschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und Potsdamer Platz ist in Planung. Das Gleisdreieck wird im dritten Bauabschnitt angeschlossen, die Strecke führt von hier bis zum Bahnhof Südkreuz.

Für das Gleisdreieck bedeutet der Neubau, dass sich der Standort als Drehkreuz etablieren wird. Bisher ist er nur mit der U-Bahn erreichbar. Die S21 wird aus dem U-Bahnhof einen Umsteigebahnhof machen. Davon kann auch die Urbane Mitte Am Gleisdreieck profitieren. Das geplante Quartiersprojekt teilt sich das Grundstück mit der S-Bahn-Trasse.

Kulturelle Angebote statt Parkplätze

Im Quartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen Arbeitsplätze, Gewerberäume sowie kulturelle und sportliche Angebote für alle Stadtbewohner. Und für alle Menschen, die hier ihren Arbeitsplatz haben werden, wird es eine gelungene Verbindung sein: ein moderner Arbeitsplatz mitten in der Stadt, mit Blick auf den Park am Gleisdreieck und die perfekte Anbindung an den Berliner Nahverkehr. Mit der S21 oder doch mit der U-Bahn – wer hier arbeiten wird, kann das Auto stehen lassen. Konsequenterweise wird die Urbane Mitte kulturelle und sportliche Freiräume bieten – und auf Parkplätze verzichten.

Die Siemensbahn und die S21 zeigen also, dass in Berlin ein Umdenken stattfindet. Es dient allen Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern, wenn die beiden Projekt Vorbildcharakter haben, und Quartiersentwicklung und moderne Mobilität gemeinsam gedacht werden. (aw)

BVG optimiert Buslinien in der Innenstadt

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat neue Fahrplanänderungen veröffentlicht. Zum Ende der Berliner Sommerferien werden einige der wichtigsten Buslinien in der Innenstadt neu sortiert – die Flughafenlinie TXL wird geteilt und es soll eine neue Linie für Touristen kommen. Mit diesen Änderungen möchte die BVG Verspätungen künftig minimieren und ihr Angebot erweitern.

BVG kürzt TXL-Linie

Ab dem 04. August wird die Flughafenlinie TXL geteilt. Als TXL wird sie dann nur noch zwischen Flughafen Tegel und Hauptbahnhof verkehren.

Der östlich vom Hauptbahnhof gelegene Streckenabschnitt bis zum Alexanderplatz wird vom 245er übernommen, der momentan nur zwischen Zoologischem Garten und Hauptbahnhof fährt. Der Anlass für die Umstrukturierung ist, dass der TXL-Bus in den vergangenen Monaten vermehrt wegen übermäßiger Staus und Falschparker auf diesem Streckenabschnitt ausfiel. Zudem hat der Abschnitt eine relativ schwache Nachfrage und dafür verhältnismäßig zu viel Verspätung.

Ähnliche Gedanken stecken hinter der Änderung der Linie M84. Von Zehlendorf und Steglitz aus fährt sie künftig nur noch bis zum Potsdamer Platz und wendet an der Mohrenstraße, statt wie bisher am Alexanderplatz. Der Dauerstau an der Leipziger Straße wird damit vermieden.

Neue Touristenlinie 300

Der 300er wird als weitere „Touristenlinie“ erstmals durch den östlichen Teil der Hauptstadt fahren. Von der Philharmonie über den Potsdamer Platz durch die Wilhelmstraße, Unter den Linden entlang zum Alexanderplatz und weiter an der Jannowitzbrücke und East Side Gallery vorbei zum Bahnhof Warschauer Straße wird der 300er in Zukunft fahren.

Auf der Linie werden dann auch Elektrobusse verkehren. Denn das massive Schadstoffproblem der Leipziger Straße, wo stadtweit die höchsten Stickoxid-Werte gemessen werden, soll vermindert werden. Zu Anfang werden dort nur noch relativ saubere Euro-VI-Dieselbusse fahren und ab dem nächsten Frühjahr die elektrischen Gelenkbusse, die die BVG kürzlich beim polnischen Hersteller Solaris bestellt hat.

Das neu entstandene Viertel um die Mercedes-Benz-Arena herum hat die Nachfrage dort deutlich erhöht, meinte BVG-Sprecher Markus Falkner. Mit dem 300er bekomme die Gegend einen Zehnminutentakt – als Ersatz für den 248er, der alle 20 Minuten vom Breitenbachplatz über Südkreuz dann nur noch bis zum Alex fährt, so Falkner.

Stabilerer Fahrplan

Insgesamt ergibt sich durch die Neusortierung der Buslinien nach Auskunft von Falkner eine minimale Erweiterung des Angebots. Allerdings wird der wesentliche Effekt ein stabilerer Fahrplan sein, so Falkner weiter. (lb)

Berlin: Pendeln kostet Zeit

Im Umland billiger wohnen und in Berlin arbeiten – für viele gehört tägliches Pendeln zum Alltag dazu. Jedes Jahr ziehen mehr Berliner ins Umland als umgekehrt, da Häuser und Wohnungen dort zumeist günstiger sind. Das führt wiederum zu mehr Staus auf den Straßen. Denn wer an den Stadtrand zieht, pendelt dennoch oft zum Arbeitsplatz in die Innenstadt.

Berliner Pendler verlieren pro Jahr 103 Stunden im Stau

Nach Hamburg ist Berlin die Stadt mit den längsten Stauzeiten in Deutschland. Das geht aus dem Stau-Index des Navigationsgeräteherstellers TomTom hervor. Demzufolge brauchen Autofahrer für eine Strecke von 30 Minuten zu Hauptverkehrszeiten morgens 14 und abends sogar 17 Minuten länger. Klingt zunächst gar nicht so viel – summiert sich über das Jahr aber zu einer Anzahl von 103 Stunden.

Besonders lange brauchen Pendler am Montagmorgen und Donnerstagabend. Schneller geht es laut TomTom hingegen am Freitagmorgen oder Montagabend. Zu diesen Zeiten ist auf den Straßen vergleichsweise weniger los.

Nürnberg und Bremen auf Platz drei und vier

Damit stieg das Verkehrsaufkommen 2018 in der Hauptstadt noch einmal leicht. Der letzte Stauindex erschien zuvor 2016. Allerdings vermehrten sich die Wartezeiten für Pendler auch in den anderen 25 untersuchten Städten. Platz drei und vier belegen Nürnberg und Bremen.

Laut Ralf-Peter Schäfer, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinformationen und -dienste bei TomTom in Berlin ließen sich die langen Stauzeiten jedoch maßgeblich auf Baustellen entlang der „Hauptverkehrsadern“ der Stadt zurückführen. Schäfer ist für die Erstellung des Traffic Indexes zuständig.

Weitere Städte, die zu den zehn staureichsten Städten Deutschlands gehören, sind zudem Stuttgart, München, Bonn, Frankfurt am Main, Dresden und Köln. Für den aktuellen Traffic Index wurden mehr als 400.000.000 tatsächlich gefahrene Kilometer ausgewertet.

Steigende Mietpreise Ursache für Stau

Laut Schäfer würden die langen Stauzeiten von den Mietpreisen abhängen. In Städten, in denen der Mietpreis besonders hoch oder extrem angestiegen ist, ist auch der Traffic Index außerordentlich hoch. Denn dort seien Menschen besonders oft gezwungen, ihren Wohnort an den Stadtrand zu verlegen und dann täglich zu ihrem Arbeitsplatz in der Innenstadt zu pendeln. Außerdem ist die Anzahl der Pkw-Zulassungen von 2017 auf 2018 von 45,8 Millionen auf 46,5 Millionen gestiegen, wie die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen.

Den Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim überraschen diese Ergebnisse nicht. Er macht die verfehlte Verkehrspolitik der Regierung für die steigenden Stauzeiten verantwortlich. Weiterhin fordert er, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Prioritäten neu setzt. Statt Autobahnen und Schnellstraßen um zusätzliche Spuren zu erweitern, müsse in den Ausbau von Radschnellwegen und intelligente Verkehrssysteme investiert werden, so Monheim. (lb)

Richtfest für den neuen Unternehmenssitz der Berliner Volksbank im Quartier Bundesallee

Ein Meilenstein ist erreicht! Nachdem im November 2017 die Grundsteinlegung begangen wurde, haben die Berliner Volksbank und die CONSUS Real Estate AG (über ihre Tochter SSN Group) in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, das Richtfest für das „Quartier Berliner Volksbank“ gefeiert. Als Teil des „Quartier Bundesallee“ entsteht hier der neue Unternehmenssitz der Berliner Volksbank. Die Landmark an der Bundesallee 206/Ecke Nachodstraße wurde von der Berliner Volksbank bereits schlüsselfertig erworben. Das „Quartier Bundesallee“ wurde von einem Unternehmen der SSN Group entwickelt. Neben dem markanten Gebäude gehören ein weiteres Bürohaus sowie vier Wohngebäude im ruhigen Innenhof mit 83 Wohnungen, davon 66 Mietwohnungen, zu dem Ensemble.

Richtfest des Quartiers Berliner Volksbank | Foto: Berliner Volksbank / © Marcel Schwickerath

Fertigstellung schon 2020

Mit der Errichtung des „Quartier Bundesallee“ werden die Blockränder an der Bundesallee und an der Nachodstraße wieder geschlossen. Der Entwurf für das Gebäudeensemble mit seinem eleganten Erscheinungsbild stammt vom Berliner Architekturbüro KSV Krüger Schuberth Vandreike. Das „Quartier Berliner Volksbank“ umfasst etwa 14.740 Quadratmeter Bürofläche. In der Tiefgarage entstehen 50 Pkw-Stellplätze, von denen 10 mit einer Elektroladestation ausgestattet sind. Außerdem sind 110 Fahrradstellplätze und Ladestationen für E-Bikes vorgesehen. Das Gebäude wird nach dem internationalen Nachhaltigkeits-Standard „LEED Gold“ errichtet. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.

Visualisierung – Das neue „Quartier Berliner Volksbank“ Bildrechte: KSV Krüger Schuberth Vandreike

Modernes Flächennutzungskonzept

Für das „Quartier Berliner Volksbank“ wurde ein spezielles Flächennutzungskonzept entwickelt. Dazu wurden viele Arbeitsprozesse analysiert und die Beschäftigten befragt. Die Ergebnisse dienten dazu, das neue Raum- und Flächenkonzept zu entwickeln und als Open Space zu planen. Außerdem sind verschiedene Arbeitsmöglichkeiten speziell zur Förderung der Kommunikation, Konzentration und Regeneration sowie agile Projektflächen vorgesehen. Der Service für Privat- und Geschäftskunden wird erhöht. Im Erdgeschoss wird es neben einem Servicebereich und einer Coffee Lounge auch fünf unterschiedlich gestaltete Beratungsräume geben. Kundenberatungsräume sind im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss angesiedelt.

Richtfest der Berliner Volksbank:
v.l.n.r.: Bertram Vandreike (Architekt, Geschäftsführer KSV Krüger Schuberth Vandreike), Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin), Carsten Jung (Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank), Andreas Steyer (CEO der Consus Real Estate AG) | Foto: Berliner Volksbank / © Marcel Schwickerath

Gewinn für die aufstrebende City West

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, sagte anlässlich des Richtfestes: „Die Berliner Volksbank gehört mit ihren mehr als 200.000 Genossenschaftsmitgliedern zu den großen Traditionsunternehmen unserer Stadt und der Region. Als Partnerin des gewerblichen Mittelstandes hat sie großen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre und ihr Engagement für die hiesige Kultur, Bildung und den Sport ist beispielgebend. Deshalb freut es mich besonders, dass die Berliner Volksbank mit ihrem Unternehmenssitz prominent in die City West zurückkehrt und diesen Standort zusätzlich beleben wird. Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen erfolgreichen Start im neuen Quartier.“

Flexibles Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter der Berliner Volksbank

Carsten Jung, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, erklärte: „Mit unserem ,Quartier Berliner Volksbank‘ kehren wir in das Herz der City West zurück. Das hat für uns einen hohen symbolischen Wert. An diesem verkehrsgünstigen Standort verbinden wir unsere mehr als 70 Jahre lange Tradition als Genossenschaftsbank für den Mittelstand, das Handwerk und die Gewerbetreibenden mit den Vorzügen der Digitalisierung, insbesondere bei den Themen Service und Beratung. Zukunft braucht frische Ideen, veränderte Kultur und neuen Raum. In unserem ,Quartier Berliner Volksbank‘ setzen wir auch dank der Mitwirkung unserer Mitarbeiter ein zeitgemäßes und effizientes Flächennutzungskonzept um. Unser Anspruch ist es, ein flexibles Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jeder wohlfühlt, seine Potenziale frei entfalten kann und wir als Team für unsere Mitglieder und Kunden gut zusammenarbeiten. Der Neubau gibt uns die Möglichkeit, den Wandel hin zu einer hochmodernen Genossenschaftsbank für unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter weiter fortzusetzen.“

Ensemble fügt sich harmonisch in das Stadtviertel ein

Andreas Steyer, CEO der CONSUS Real Estate AG, die Hauptanteilseignerin der SSN Group, betonte die städtebauliche Bedeutung des Projekts: „Wir sind stolz, über die SSN Group die Hauptstadt mit diesen Projekten mitgestalten zu dürfen und dabei für die Berliner Volksbank ein neues Zuhause zu schaffen. Mit dem ,Quartier Bundesallee‘ revitalisieren wir diesen exponierten Standort und schließen die baulichen Lücken an der Bundesallee und der Nachodstraße. Wir haben hier ein sehr gut durchmischtes Büro-, Wohn- und Gewerbequartier mit einer hohen Aufenthaltsqualität entwickelt. Dabei wurde sehr großer Wert darauf gelegt, dass sich das Gebäudeensemble harmonisch in das Stadtviertel einfügt und architektonisch, ökologisch und städtebaulich höchsten Ansprüchen gerecht wird. In jeder Hinsicht setzen wir auf Nachhaltigkeit – etwa durch die Begrünung der Höfe sowie die Zertifizierung nach dem internationalen Standard LEED Gold.“

Moderne in einem traditionsreichen Umfeld

Bertram Vandreike, Geschäftsführer von KSV Architekten, sagt: „Das Ensemble wird nach außen von den drei neuen, zehngeschossigen Geschäftshäusern geprägt. Sie zeichnen sich durch eine abwechslungsreiche und individuelle Architektur aus und bekräftigen die Re-Urbanisierung dieses Standorts. Der Eingangsbereich zur Berliner Volksbank ist repräsentativ und markiert die Spitze des neuen Gebäudeensembles. Im ruhigen und grünen Quartiersinneren entsteht der Platz für zeitgemäßes Wohnen. Das schafft zugleich einen gelungenen Übergang zu den traditionellen Wohnquartieren am Prager Platz.“ (red)

Rot-Grün fordert Rückbau der A103

Die SPD und die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg fordern in einem gemeinsamen Antrag den Rückbau der A103 in Steglitz. Ziel ist, Platz für Wohnungen und Gewerbe zu schaffen. Dafür wollen die Fraktionen laut SPD-Kreisvorstand an diesem Mittwoch einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Demnach soll die sechsspurige A103 zwischen dem Steglitzer Kreisel und Sachsendamm zu einer vierspurigen Straße mit Fahrradstreifen umgebaut und die A100 im Bereich des Kreuzes Schöneberg überbaut werden.

Weniger Lärm und mehr Fläche für neues Stadtquartier

Die SPD begründet diesen Vorschlag unter anderem mit der geringen Nutzung der sechsspurigen A103. Laut Christoph Götz-Geene, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, entspreche die Verkehrsbelastung auf dem Stück Autobahn zwischen Steglitz und Schöneberg mit 30.000 Fahrzeugen pro Tag eher einer vierspurigen Stadtstraße mittlerer Belastung.

„Mit der von uns vorgestellten Überdeckelung kann am Schöneberger Kreuz nicht nur eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes der Umgebung erreicht werden, sondern in erheblichem Umfang Fläche für ein ganzes neues Stadtquartier gewonnen werden“, erklärte Götz-Geene in der BVV.

Der 4,2 Kilometer lange Autobahnabschnitt war 1968 eröffnet worden, um eine Anbindung an die A111 nach Hamburg zu schaffen. Ursprünglich sollte eine Autobahnverbindung zwischen den Bezirken Schöneberg und Tiergarten bis nach Wedding errichtet werden. Aufgrund von heftigem Widerstand wurde das geplante Projekt nie realisiert.

CDU spricht sich gegen Rückbau aus

Die CDU kritisiert die Rückbaupläne der Bundesautobahn. „Es ist absurd, in einer wachsenden Stadt immerzu einen Rückbau von Straßen zu fordern. Den Vorschlag von Rot-Grün in Tempelhof-Schöneberg, die Westtangente der A103 mit nur noch vier Fahrspuren in eine Stau-Tangente zu verwandeln, lehnen wir daher ab“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici.

Einer Deckelung der Autobahn hingegen stimme die CDU grundsätzlich zu. Das Abgeordnetenhaus hatte erst letzten Donnerstag die Verkehrsverwaltung beauftragt, die Machbarkeit einer streckenweise Deckelung von Autobahnabschnitten oder Gleisanlagen zu prüfen. Damit wird auf den wachsenden Bedarf an Flächen reagiert, die bebaut werden können. Der Beschluss wurde im Verkehrsausschuss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD, Grüne und Linke sowie der oppositionellen CDU gefasst.

Laut Friederici wolle die CDU die initiierte Machbarkeitsstudie für den Teilabschnitt der A100 am Dreieck Funkturm abwarten. „Daraus könnten sich neue spannende städtebauliche Perspektiven entwickeln“, so Friederici. (lb)

 

Kreative Ideen für die Stadt von morgen im B-Part entwickeln: Bewerbungsstart für sechs Coworking-Stipendien im Urban Ideation Lab

Visionen gesucht: Das Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck vergibt geförderte Plätze für Forschung am Stadtquartier der Zukunft. Sechs Kreative, die an Konzepten für die Stadt von morgen arbeiten, können mit dem Stipendium Teil des Urban Ideation Lab-Netzwerkes werden. Diesen Fellows in Residence steht für ein halbes Jahr die Coworking-Infrastruktur von B-Part Am Gleisdreieck kostenlos zur Verfügung. Die Bewerbungsphase hat begonnen und endet am 2. Juni 2019.

Vorbote für die Urbane Mitte Am Gleisdreieck

B-Part Am Gleisdreieck ist ein Gemeinschaftsprojekt des Investors und Immobilienentwicklers COPRO und den Berliner Coworking-Pionieren vom St. Oberholz. Der 1.000 Quadratmeter große zweistöckige Holzbau wurde speziell für diese Nutzung entworfen und neu errichtet. Er steht auf einer Brachfläche am Gleisdreieck auf der das neue Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird. B-Part als Vorbote der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck schafft im Zentrum Berlins einen Raum für neue Ideen. Es steht fest, dass Städte sich stets weiterentwickeln. Das Urban Ideation Lab sucht Fellows in Residence, die diesen Wandel mitgestalten wollen.

Das Urban Ideation Lab sucht Zukunftsgestalter aller Branchen

Der Standort wirft damit zahlreiche Fragen auf. Im Urban Ideation Lab finden sie einen idealen Raum für ihre Bearbeitung. Wie modellieren wir den Verkehr, wie mobilisieren wir nachhaltige Konzepte, wie arbeiten wir morgen? Es geht um die Suche nach Ansätzen für eine Zukunft in lebenswerten Städten mit sinnvollen Tätigkeiten – nicht nur für eine globale Kreativ-Elite, sondern für alle. Die Fellows des Urban Ideation Labs sind Zukunftsgestalter und können aus allen Bereichen kommen. Für sechs Monate dürfen sie kostenlos die Räumlichkeiten und das Netzwerk des B-Part Am Gleisdreieck nutzen. Im Gegenzug stellen die Stipendiaten ihre Entwicklung für Portraits, Arbeitsergebnisse, Insights oder Studien zur Verfügung.

Sechs Monate Fellow in Residence im B-Part – Zukunftsnetzwerk für immer

Das Urban Ideation Lab ist räumlich in das B-Part Coworking-Space integriert. Ein Verwischen der Grenzen und ein Vermischen der Akteure zählen ausdrücklich zum Konzept. Im Fokus des Urban Ideation Lab stehen die Kernthemen des Stadtquartiers der Zukunft – der künftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck: Arbeiten und Mobilität der Zukunft, Sport & Gesundheit, Kunst & Kultur sowie Verantwortungsbewusstsein.

Berücksichtigt werden alle Bewerbungen, die bis zum 02. Juni eingehen, die Auswahl erfolgt durch die Jury des Urban Ideation Lab, die sich bis Mitte Juni entscheiden wird. Das Konzept des Urban Ideation Lab ist langfristig angelegt, die Stipendiaten werden auch nach ihrem Fellowship und über das räumlich Bestehen von B-Part hinaus Teil des Zukunftsnetzwerk für das ideale Stadtquartier sein. (mw)

Wie funktioniert eine Bewerbung als Fellow in Residence?

Bewerben können sich alle, die sich mit Ideen beschäftigen wollen, wie in Zukunft in der Stadt gelebt werden könnte. Zur Bewerbung gehören ein Lebenslauf und jeweils eine Seite Motivationsschreiben und eine Darstellung des geplanten Vorhabens.

Bewerbungsschluss: 02. Juni 2019

Kontakt und Bewerbung: lab@bpart.berlin

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden bis Mitte Juni feststehen.

Neue Express-S-Bahn für Berliner Nahverkehr

Die für ihre Verspätung bekannte Berliner S-Bahn führt noch dieses Jahr eine Express-S-Bahn ein. Ab Dezember 2019 werden zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof Züge verkehren, die nur an Stationen mit hohem Fahrgastbetrieb halten und andere Stopps dafür auslassen. Der neue Fahrplan gilt für die Linie S3.

Konzept „Express-S-Bahn“

Laut dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wird das neue Fahrbahnangebot ab dem neuen Fahrplanwechsel gelten. Dabei wird die S-Bahn wie gewohnt in Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst, Ostkreuz, Warschauer Straße und Ostbahnhof halten. Demzufolge werden die Stationen Hirschgarten, Rummelsburg, Wuhlheide und Betriebsbahnhof Rummelsburg nicht angefahren. Die zusätzlichen Expressbahnen werden von montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 14 und 19 Uhr im 20-Minuten-Takt fahren. Drei Zuggarnituren mit jeweils vier Wägen werden dafür benötigt.

Bisher gibt es in Berlin kaum Expressverkehr. Was für Großstädte, wie New York, selbstverständlich ist, ist in der Hauptstadt nur schwer umsetzbar. Zumeist muss es zusätzliche Gleise geben, da der reguläre Zugverkehr sonst gestört wird.

Schneller zum Ziel

Momentan benötigt die S-Bahn noch 17 Minuten, um von Friedrichshagen zum Ostbahnhof zu fahren. Mit den neuen Expresszügen werden vier Minuten davon wegfallen, da sich die Fahrtzeit auf 13 Minuten verkürzt. Von Köpenick bis zum Ostkreuz benötigt man sogar nur noch zehn Minuten.

Schon vor dem 2006 begonnenen Umbau des Ostkreuzes fuhren auf der Linie der S3 verstärkt Züge, die dem großen Bedarf zu Hauptverkehrszeiten nachkamen. Als die Arbeiten intensiver wurden, war das nicht mehr möglich, weil die entsprechende Gleiskapazität fehlte. Mit der Fertigstellung im letzten Jahr können die zusätzlichen Fahrten wieder angeboten werden.

Das bisher bestehende Zusatzangebot wird durch die Expresszüge nicht beeinträchtigt, heißt es laut VBB. Die S3 wird auch weiterhin regulär alle zehn Minuten verkehren und dabei keinen Halt auslassen.

Mögliche Verwirrung

Das neue Konzept hat aber auch seine Kritiker. Ihr Hauptargument: Das Modell Express-S-Bahn könnte zu Verwirrungen führen. Viele Fahrgäste sind mittlerweile mit Kopfhörern unterwegs. Auf Lautsprecherdurchsagen hört kaum noch einer und wenn sind diese meist so undeutlich, dass sowieso kein Wort verstanden wird. Auch Schilder werden meist nicht beachtet. Wie also will der VBB seine Fahrgäste über das neue Zusatzangebot informieren?

„Die Fahrgastinformation wird derzeit zwischen VBB und S-Bahn abgestimmt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor“, so Eike Arnold, Sprecher des VBB, auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Spannend bleibt also die Frage, wie die Fahrgäste auf die neuen Express-S-Bahnen reagieren werden. Ob sie es erst merken, wenn sich die Türen an ihrem Wunschhalt nicht öffnen und der Zug einfach vorbei fährt. (lb)

 

 

Veranstaltungen

Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur

Eine effiziente, nachhaltige Infrastruktur ist der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und für die Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Dazu bedarf es eines durchdachten Miteinanders der Verkehrsträger und dem planvollen Ausbau der Verkehrswege, der Bildungs- und der Kommunikationsinfrastruktur. Hier bieten sich unterschiedliche Strategien an. Allen gemein ist die Planung und Beschaffung. Digitale Methoden ziehen ein, das für und wider zu Planen und Bauen/Sanieren aus einer Hand ist abzuwägen bis hin zu Fragen der Finanzierung und Abrechnung von Leistungen.

Das alles ist nicht allein zu schaffen, sondern nur in vernetzter und kooperativer Form. Der 14. Bundeskongress Öffentliche Infrastruktur liefert Angebote, um Kommunen, Länder und den Bund mit einer zukunftsweisenden öffentlichen Infrastruktur aufzustellen. Die Veranstaltung adressiert Entscheider und Experten aus Ämtern, Fachbehörden, kommunalen Zweckverbänden, öffentlichen Unternehmen und Ministerien.