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Jörg Thiele zum neuen VBI-Präsidenten gewählt

In den vergangenen Wochen formierte der Verband beratender Ingenieure (VBI) eine neue Verbandsführung. Zum neuen Präsidenten wurde Dipl.-Ing. Jörg Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Iproplan Planungsgesellschaft mbH aus Chemnitz in Sachsen, gewählt. Damit tritt er in die Fußstapfen von Dr.-Ing. Volker Cornelius, der zuvor das Amt 15 Jahre lang ausführte und nicht erneut kandidierte.

Als Verband unabhängiger Ingenieure ist der VBI in beratender und planender Position tätig. Derzeitig gehören ihm etwa 2.000 Mitglieder an, die in ihren Unternehmen rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigen. Besonderen Fokus legt der VBI auf einen fairen Leistungswettbewerb und die freie Berufsausübung von Ingenieuren. Zu diesem Zweck bündelt er technische, wirtschaftliche und ökologische Interessen der Mitglieder und berät entsprechend Politik und Wirtschaft.

Thiele: Ein Mann, viele Ämter

Vor seiner Wahl zum Präsidenten war Thiele schon für die Verbandsspitze tätig. Bereits seit 2009 vertrat er die Interessen der Mitglieder als Vizepräsident. Seine Stelle als Vizepräsident nimmt nun Dr.-Ing. Peter Warnecke (Assmann Beraten + Planen GmbH) in Zusammenarbeit mit dem zweiten Vizepräsidenten Dr.-Ing. Joachim Knüpfer (HPC AG) ein.

Neben seiner Tätigkeit als Vorstand des VBI vertritt Thiele den Verband auch im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Als Mitglied des Wirtschaftsbeirats der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie als Mitglied des Fachbeirates der Germany Trade & Invest (gtai) setzt Thiele sich weiter für die Interessen der unabhängigen Ingenieure in Wirtschaft und Politik ein. Darüber hinaus gehört er dem Hochschulrat der Technischen Universität Dresden an und engagiert sich dort für die gute Ausbildung der Ingenieure von Morgen.

 

VBI-Präsident Jörg Thiele | Foto: Ines Escherich

VBI-Präsident Jörg Thiele | Foto: Ines Escherich

Mietgliederinteressen als Führungskompass

Zentraler Bestandteil der Verbandsarbeit sollen, Thiele zufolge, weiterhin die Interessen der Vereinsmitglieder sein. In seiner Antrittsrede erklärte der frisch gewählte Präsident, er wolle „den VBI als führenden Wirtschaftsverband und als attraktives Netzwerk der planenden und beratenden Ingenieurunternehmen in Deutschland weiter voranbringen“. Da alle Mitglieder als unabhängige Ingenieure tätig sind, ist es nur logisch, dass auch die Interessen ihrer Unternehmen im Fokus der Vereinsarbeit stehen. Thiele setzt sich dafür ein, den „Mitgliedsunternehmen mehr Hilfestellung dabei zu geben, neue Märkte und Kunden zu erschließen.“ Das beinhaltet die Schaffung fairer Wettbewerbs- und Rahmenbedingungen für Ingenieure durch den Kontakt mit Ministerien und Verwaltungen, beispielsweise aus der Berliner Politik.

Derzeitige Probleme des Landes, wie die Wohnungsnot, beschäftigen naturgemäß den Verband beratender Ingenieure. In Zukunft sollen deswegen verstärkt der Hoch- und Wohnungsbau im Fokus der Verbandsarbeit stehen, plädierte Thiele in seiner Antrittsrede. Kostengünstige Lösungen für energieeffiziente Quartiere seien daher unumgänglich, auch um nachhaltig zu bauen. Ohne geeigneten Nachwuchs sind derartige Aufgaben allerdings nicht zu meistern: Es ist notwendig, die „Werbetrommel für den Arbeitsplatz Ingenieurbüro“ zu rühren und Interessierten ein realitätsgetreues Bild vom Ingenieursberuf, der sowohl aus Tätigkeit im Büro als auch Arbeit auf der Baustelle besteht, zu vermitteln. (ke)

VBI-Präsident Jörg Thiele (r) im Gespräch mit BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Lang | Foto: Torsten George

VBI-Präsident Jörg Thiele (r) im Gespräch mit BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Lang | Foto: Torsten George

InnoTrans 2018: Die Zukunft des Schienenverkehrs

Unter dem Berliner Funkturm findet derzeit die InnoTrans 2018, die internationale Leitmesse für Verkehrstechnik, statt. Insgesamt 3.000 Aussteller präsentieren auf der weltweit führenden Bahnmesse ihre neusten Innovationen und Produkte rund um den Schienenverkehr. Bis einschließlich Freitag kann das Fachpublikum die Messe besuchen, danach ist das Gelände bis zum Sonntag allen Bahnfans zugänglich. Unter dem Motto „Zukunft der Mobilität“ stehen vor allem die Digitalisierung und neuartige Technologien wie autonomes Fahren im Mittelpunkt der Messe.

Aber auch Themen wie Energieeffizienz und Umweltschutz sowie vorausschauende Wartung rücken vermehrt in den Fokus der führenden Bahnmesse. Neue Möglichkeiten, durch die Digitalisierung bedingt, vereinfachen zahlreiche Abläufe und Prozesse im Bahnwesen. Diese innovativen Ansätze sorgen so für neue Lösungen von altbekannten Problemen wie mangelnder Kundeninformation. Darüber tauschen sich zahlreiche internationale Fachexperten auf der Messe aus. Aussteller wie das Forschungsunternehmen Terreplane Technologies aus Columbia/USA, die französischen Schienenexperten Ateliers d’Occitanie oder auch CN-Consult aus Mittenaar in Hessen zeigen, wie die Zukunft der Schiene aussehen kann.

Sauberer, leiser, effizienter und inklusiver

Allzu passend, dass bei solch einem Kaleidoskop an Ausstellern auch die Ansprache durch die supranationale EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc erfolgte. Sie stellte im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung den Besuchern neueste Daten einer EU-weiten Umfrage vor. Laut dieser fahren 80 Prozent der EU-Bürger mindestens einmal im Jahr mit dem Zug, was die Relevanz des Schienenverkehrs als Verkehrsmittel verdeutlicht. Dennoch nutzen nur fünf Prozent die Bahn als tägliches Fortbewegungsmittel. Grund hierfür sind häufige Verspätungen sowie mangelhafter Umgang mit Kundenbeschwerden. „Da gibt es für Sie noch viel Arbeit zu tun“, richtete sich die EU-Kommissarin an die Fachgäste der Veranstaltung. „Die Branche muss sauberer, leiser, effizienter und inklusiver werden“.

Am Punkt „Sauberkeit“ arbeitet die Deutsche Bahn bereits. Ihr erklärtes Ziel ist es, 50 Prozent der CO2-Emmissionen bis 2030 einzusparen. Schon zum jetzigen Zeitpunkt setzt die Bahn im Fernverkehr auf 100 Prozent Ökostrom, bis 2050 möchte der Konzern komplett CO2-frei agieren. Allgemein gibt es in Deutschland ein komplexes und umfassendes Schienennetz. Für dessen Ausbau sei die Finanzausstattung bereits gegeben, betonte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf der Messe. Der Bund stellt für den Ausbau der Infrastruktur  bis 2030 eine Summe von rund 270 Millionen Euro zur Verfügung. Was löblich ist, da die Bahn eine klimafreundliche Alternative zum motorisierten Verkehr darstellt. Dennoch liegt der Anteil des Transports auf der Schiene beim Güterverkehr nur bei 18 Prozent und beim Personenverkehr lediglich bei knapp 10 Prozent. Daher muss die Politik Anreize schaffen, um den Zugverkehr attraktiver zu gestalten. Einige Ansätze sind bereits jetzt auf der InnoTrans 2018 zu sehen.

Berlin-Brandenburg auf der InnoTrans

Vor allem in Berlin ist die Notwendigkeit eines gut funktionierenden Personennahverkehrs klar ersichtlich. So konnten die Berliner Verkehrsgetriebe (BVG) in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum der Fahrgastzahl verzeichnen –  2017 um ganze 1,9 Prozent. Kaum verwunderlich also, dass die Region Berlin-Brandenburg auf der InnoTrans mit einem großen Stand vertreten ist. Auf über 1.000 Quadratmetern präsentieren fast 70 Aussteller die neuen Entwicklungen im Schienenverkehr der Hauptstadtregion. Highlight ist hier die Präsentation der neuen S-Bahn-Züge von Siemens/Stadler. Die Züge, die ab 2021 auf den Gleisen unterwegs sein sollen, sind mit neuen Anzeigetafeln und traditionellem rot-gelben Anstrich schon jetzt ein Hingucker auf der Messe.

Auch in Potsdam betrachtet man Neuerungen im Nahverkehr: Beispielsweise testet Siemens im Rahmen der Industriemesse autonome Straßenbahnen. Ohne Passagiere, aber mit einem Fahrer, der bei Problemen eingreifen kann, fährt die Tram über einen sechs Kilometer langen Streckenabschnitt. Mit Sensoren und Rechnern ausgestattet soll die Bahn Hindernisse selbstständig erkennen und automatisch bremsen und beschleunigen. Bisher habe es keine Probleme gegeben, erklärten die Potsdamer Verkehrsbetriebe. Autonome Trams sind aber nur eine von insgesamt 146 Weltpremieren, die Messechef Christian Göke für die InnoTrans ankündigte. (ke)

Highlights der IFA 2018: Smart Homes und Hologramme

Ab Morgen beginnt in Berlin für Privatbesucher endlich die Internationale Funkausstellung (IFA). Die weltweit größte Messe für Unterhaltungs- und Haushaltselektronik findet bis zum 05. September rund um den Funkturm im Westen Berlins statt. In diesem Jahr stellen 1.814 internationale Aussteller, mehr als je zuvor, ihre technischen Neuheiten vor. Freuen kann sich das internationale Publikum auf viele Highlights, vor allem im Smart Home-Bereich.

Technologien im smarten Haus: Vernetzung und Sprachassistenten

Im Smart Home sollen zukünftig alle Geräte vernetzt werden. So kann beispielsweise die Smart Watch mit dem Kühlschrank oder der Kaffeemaschine interagieren. Registriert die Uhr, dass der Träger müde oder gestresst ist, kann sie die Information an die Kaffeemaschine senden. Nachfolgend bereitet diese einen besonders starken Kaffee zu. Jedoch sind derartige Vernetzungen noch nicht ganz in der Alltagswelt angekommen. Das größte Problem ist, dass sich die Geräte verschiedener Hersteller oft nicht verbinden lassen. Es braucht eine Zusammenarbeit der Hersteller, damit eine Siemens-Mikrowelle auch mit einem Samsung-Kühlschrank interagieren kann.

Was häufig bereits im Smart Home vertreten ist, sind Sprachassistenten. Jeder Dritte steuert schon seine Anwendungen mit der Stimme. Interagierende Lautsprechersysteme wie Amazons Alexa sind zudem in vielen deutschen Haushalten etabliert. Angaben des Tagesspiegels zufolge kennen 84 Prozent der Bürger solche Sprachassistenten. 2016 waren es noch fünf Prozent. Auf der IFA sind sie daher – wenig überraschend – in diesem Jahr besonders stark vertreten. Ziel ist: In naher Zukunft die meisten Geräte des Smart Homes selbstverständlich mit der Stimme bedienen. Dazu zählen neben dem Bosch-Rasenmäher auch die Kaffeemaschine oder das neue Festnetztelefon von Motorola, was mit Alexa interagiert. „Sprachsteuerung spielt zunehmend auch bei Fernsehern eine Rolle“, meint Christopher Meinecke, Experte für Unterhaltungselektronik der Firma Bitkom. Ohne herkömmliche Fernbedienung sein Gerät zu bedienen, bringt vor allem für ältere und sehgeschwächte Personen Chancen mit sich.

Highlights in der Küche sorgen für Entlastung des Kochs

Es scheint ein präsentes Thema bei der diesjährigen IFA zu sein: Wie kann man den Alltagsbürger entlasten? Bei den Küchengeräten ist das Highlight der Messe das FreeInduction Plus der Firma Siemens. Es ist ein Induktionskochfeld, was der traditionellen Form der Herdplatte trotzt: 56 Mikroinduktoren sorgen dafür, dass überall auf dem Feld Töpfe platziert werden können, die das System automatisch erkennt und gezielt beheizt. Ein großes Display sorgt darüber hinaus für die einfache Bedienung des Kochfeldes.

Unterhaltungselektronik: Schneller, authentischer, effizienter

Beim zweiten Themenfeld der Messe, der Unterhaltungselektronik, begeistert vor allem der neue LG Fernseher 8K-OLED. Die OLED-Technologie gilt als innovativ, da die einzelnen Pixel selbst Licht abgeben und dadurch ein scharfes und farbintensives Bild kreieren. OLEDs emittieren farbige Pixel nur bei Ansteuerung, daher kommt das Display ohne Hintergrundbeleuchtung aus und ist somit sogar stromsparender. Zudem ist ihre Reaktionszeit wesentlich geringer als bei herkömmlichen Displays – bei einigen Geräten liegt sie unter einer Mikrosekunde.

In Halle 3.2 versteckt sich zudem ein weiteres Highlight: Die britische Firma Kino-Mo präsentiert hier ihre HyperVSN Wall. Die Wand sorgt durch eine Vielzahl an Rotoren dafür, dass ein authentisches 3-D-Bild entsteht, was Hologrammen aus den Star Wars-Filmen sehr ähnlich sieht. Angekommen sind die Rotoren allerdings bisher nur in der Unternehmersphäre, in der sie Werbeauftritte interessanter gestalten sollen. Weitere Einsatzgebiete können laut Website des Unternehmens aber auch Clubs oder Veranstaltungen in der Entertainmentbranche sein.

Das Programm geht über reine Technikpräsentationen hinaus

Für Start-ups und neue Innovationen hat die IFA sogenannte „Special Areas“ eingerichtet. Zum Beispiel die IFA Next, in Halle 26, auf der die neusten Entwicklungen in der Tech-Branche präsentiert werden. Hier findet außerdem vom 02. bis 03. September die Convention IFA+ Summit statt. Im Bereich Softwareentwicklung gibt es auch die Special Area iZone. In dieser zeigen rund 90 Entwickler aus 25 Ländern die neusten Apps und iTech-Produkte. Nicht nur an den Ständen, auch in den Keynotes und im Kongressprogramm finden Interessierte weitere Highlights: Hier sprechen unter anderem die CEOs von LG und Huawei.

Wer bei den vielen neuen Technikprodukten eine kurze Pause braucht, kann sich über Konzerte von Künstlern wie James Blunt, Clueso, Wanda, Till Brönner und Olli Schulz im IFA Sommergarten freuen. Außerdem sorgt ein bayerisches Festzelt mit angegliedertem Biergarten für süddeutsche Gemütlichkeit zwischen den Messehallen. Bei originalem Hofbräu-Bier aus München können die Besucher auf dem IFA Oktoberfest Kraft tanken und sich über das Erlebte austauschen. An Highlights zum Erzählen mangelt es jedenfalls nicht. (ke)

Lange Nacht der Industrie 2018 – Offene Werkstore statt „laut und schmutzig“

Gestern Abend gab die 7. Lange Nacht der Industrie (LNDI) mehr als 1.000 Teilnehmern die Möglichkeit hinter die Kulissen namhafter und regionaler Industrieunternehmen zu blicken. Um 17.15 Uhr starteten Busse von verschiedenen Standorten auf insgesamt 14, vorher wählbare Touren. Teilnehmer konnten im Zuge ihrer Anmeldung zwei Unternehmen wählen, deren Produktionsprozesse sie einmal miterleben wollten.  Die 2008 in Hamburg initiierte Veranstaltung bietet Schülern, Studierenden, arbeitssuchenden und industrieinteressierten Menschen Einblicke in die Werkhallen von 27 teilnehmenden Unternehmen. Neben dem Entdecken von spannenden Karrieremöglichkeiten, bietet die LNDI auch Unternehmen die Chance, ihre öffentliche Positionierung als Ausbilder zu stärken.

„Der Berliner Industriestandort steht für innovative, intelligente und nachhaltige Produkte und Zukunftslösungen. Ich freue mich, dass die Lange Nacht der Industrie einmal mehr die Möglichkeit bietet, hinter die Kulissen zu schauen“, so die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

BMW, Bayer, Bombardier und Florida Eis

Die diesjährige Nacht konzentrierte sich auf aktuelle Themen der Digitalisierung wie Smart City, intelligente Mobilität, 3D-Druck und Industrie 4.0. Erstmalig konnten sich Interessierte auch tagsüber von 12-17 Uhr an Ständen und durch Impulsvorträge verschiedener Unternehmen zu Karrierechancen informieren. Die Karriere-Messe auf der unter anderem die IHK Berlin, Talent Berlin und die Bundesagentur für Arbeit vertreten waren, fand im Lichthof der Technischen Universität statt. Ziel war es, laut Veranstalter, das industrielle Image als „laut und schmutzig“ zu bekämpfen. Dieses dürfte auch im Zuge etlicher Abgas-Skandale der letzten Jahre entstanden sein. Die kreative Mitarbeit der Unternehmen ermöglicht es ihnen, die Touren ab Betreten ihrer Produktionsbereiche komplett selbst zu gestalten. Der emotionale Kontakt zu den Besuchern kommt auch im sozialen Engagement für Bildungszwecke zum Ausdruck, da alle Touren kostenfrei sind.

Nach dem Credo „Persönlicher Kontakt ist durch kein Medium zu ersetzen“, bringt die gemeinsame Initiative der Wirtschaft und Bundesregierung Licht ins Dunkel. Internationale Konzerne wie BMW, Bayer, Bombardier und Siemens sind jährlich vertreten, aber auch hippe Eismarken konnten gestern Nacht probiert werden. Die Spandauer Firma Florida Eis lud zu später Stunde zum Erraten der beliebtesten Eissorte Berlins ein.

Unternehmenstouren bei der LNDI 2018. | Foto: LNDI – Arne Vollstedt

Lange Nacht der Industrie hat feste Ziele

IHK-Präsidentin von Berlin, Beatrice Kramm, zog eine positive Bilanz. Sie richtete ihr Wort nicht nur an die Teilnahme der Öffentlichkeit, sondern in diesem Jahr auch an die Politik. „Die Lange Nacht hat uns wieder deutlich gezeigt: Die Berliner Industrie hat ihren festen Platz in der Hauptstadtwirtschaft und bei den Berlinern. Mehr als tausend Schüler, Eltern, Studenten und andere interessierte Teilnehmer haben an den Unternehmensführungen teilgenommen und  live erlebt, warum die Industrie als attraktiver Arbeitgeber punktet. Neben guter Bezahlung bieten die Unternehmen spannende und hochwertige Jobs in technologie-intensiven Bereichen. Die positive Resonanz haben sich die Firmen also mehr als verdient. Das sollte auch dem Berliner Senat signalisieren: Industriepolitik lohnt sich!“, so Kramm.

Von der LNDI profitierten bisher mehr als 68.000 Teilnehmer in elf veranstaltenden Regionen Deutschlands. 600 Unternehmen öffneten bisher ihre Werkstore und lüfteten somit das Geheimnis um die angesiedelten Branchen der Region. Denn typische Zulieferer, sogenannte „Hidden Champions“ sind der Bevölkerung häufig völlig unbekannt. Auch der zunehmende Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist ein häufig diskutierter Zustand. Die Industriezweige erhoffen sich in dieser Hinsicht durch die geschäftige Nacht und potenzielle Bewerber, einen Aufschwung. (cn)

Made in Brandenburg: BIO Manufaktur Jouis Nour in Dahlewitz eingeweiht

Brandenburg ist um ein Vorzeigeunternehmen aus dem BIO Food-Bereich reicher. In Anwesenheit des Finanzministers des Landes Brandenburg Christian Görke wurde gestern offiziell das Werk der BIO- und IFS-zertifizierten Jouis Nour GmbH im envopark in Dahlewitz eingeweiht. Knapp 50 Mitarbeiter stellen auf rund 1.700 Quadratmeter Produktionsfläche hochwertige Bio-Tiefkühl-Snacks (Jourino®) sowie Bio-Frischeprodukte, z. B. Salat, Desserts und Snacks, her. Pro Tag werden derzeit in Handarbeit einige Tausend Produkte produziert. Dabei werden vorrangig regionale Zutaten genutzt. Das Besondere an den Jouis Nour-Produkten: Obwohl sie unbehandelt sind, bleiben sie zwischen 7 und 9 Tage lang frisch. Die Jouis Nour GmbH ist damit ein Innovationsführer der Branche.

 

Christian Görke, Finanzminister des Landes Brandenburg:

„Ich freue mich, dass ein junges, dynamisches Unternehmen den Weg in eine sich sehr erfolgreich entwickelnde Region gefunden hat. Jouis Nour vertreibt Produkte nicht nur deutschlandweit sondern auch in Österreich und der Schweiz und macht damit auch Werbung für die Marke„Made in Brandenburg. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen durch den Bezug von regionalen Zutaten auch den wirtschaftlichen Kreislauf in der Region.“

 

Neben dem Finanzminister fanden auch Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming, sowie Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V., ausschließlich lobende Worte für die Ansiedlung der BIO-Manufaktur im brandenburgischen Dahlewitz. Bei einer Werksbesichtigung konnten sich die Gäste von der Frische der Produkte, der modernen Technik sowie den hohen Qualitätsstandards des Unternehmens selbst überzeugen.

 

Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming:

„Das Unternehmensportfolio der Jouis Nour GmbH ist zukunftsträchtig und wir als Landkreis sind froh, dass sich das Unternehmen hier angesiedelt hat. Wir sind stolz, dass wir die Unternehmensansiedlung unterstützen durften.“

 

Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V.:

„Bernhard und Martina Klapproth haben mit der Gründung der PIN AG schon einmal Unternehmergeist bewiesen und tun das nun wieder. Wir freuen uns darüber, dass sie biologische Lebensmittel produzieren. Das ist zum Glück nicht nur ein ökologischer und ökonomischer Trend; es ist mehr. Die Produkte werden mehr und mehr nachgefragt und ich denke, das ist gut so. Im Namen des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg wünsche ich Jouis Nour alles Gute und viel Erfolg.“

 

Die Unternehmensgründer Bernhard und Martina Klapproth können auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückschauen. Das Ehepaar gründete 1999 das deutschlandweit tätige Postunternehmen PIN AG. Nach dem Verkauf an einen Konzern suchte sich das Ehepaar eine neue Herausforderung und fand sie im Bereich der gesunden Ernährung. 2007 gründeten sie die Jouis Nour GmbH und bauten ihre Tätigkeit weiter aus. Waren sie anfangs noch auf den Bio-Fachhandel konzentriert, sind die Jouis Nour-Produkte seit 2015 auch im Lebensmitteleinzelhandel verfügbar.

Seit Januar 2018 befinden sich sämtliche Unternehmenszweige (Verwaltung, Produktion und Vertrieb) konzentriert am Dahlewitzer Standort in einem der wenigen nachhaltigen Gewerbeparks Deutschlands.

 

Bernhard Klapproth, Gründer und Geschäftsführer Jouis Nour GmbH:

„Brandenburg hat sich unheimlich gemausert. Die Leute hier sind innovativ und haben Interesse an neuen und gesunden Produkten, an dem was wir tun und natürlich an den Arbeitsplätzen, die wir hier geschaffen haben. Lobend ist auch die unkomplizierte und gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, der Wirtschaftsförderung dem Landkreis Teltow-Fläming und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hervorzuheben. Dafür möchte ich mich auch herzlich bedanken. Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung, uns in Brandenburg angesiedelt zu haben.“

(cr)

 

QUO VADIS 2018 in Berlin: Höhepunkt René Benko, Immobilienindustrieller

Der erfolgreichste Immobilienindustrielle Europas, Karstadt-Eigner und Investor René Benko, füllte den Saal im Adlon bis auf den letzten Platz. Die öffentlichen Auftritte des Ausnahmeunternehmers wie auf dem diesjährigen QUO VADIS, sind höchst selten. Kein Wunder, denn der erst 40 Jährige Benko absolviert tagtäglich ein Arbeitspensum von 16 bis 18 Stunden. Fleiß gehört neben Ausdauer, Konsequenz, Disziplin und Klugheit zu seinen Generaltugenden. Benko berichtete im Interview mit Karsten Trompetter von seinen Anfängen in Innsbruck, wo er sich gerade mal 22-jährig die ersten Sporen mit dem Ausbau von Dachgeschossen verdiente. Ein weiteres Talent kam dem Jungunternehmer dabei zugute: Menschen mit Geld von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Damals einen Milliardär, dessen Familie eines seiner Dachgeschosse kaufte und von jedem Detail zu 100 Prozent überzeugt war. Heute die erste Garde von institutionellen Investoren. Der Aufstieg zum Immobilienunternehmer nahm seinen Gang.

Das Kaufhaus in seiner Heimatstadt Innsbruck schien ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein – schon viele große Namen hatten sich an der hoffnungslosen Immobilie versucht – aber Benko schaffte es gegen jede Prognose und schenkte seiner Heimatstadt die Kaufhaus-Ikone Tyrol.

Der konsequente Aufstieg der Signa Gruppe

Bei Innsbruck und Wien blieb es nicht. Schon bald wuchs das Zwei-Mann-Unternehmen, das heute zu den größten privaten Immobilieninvestoren Zentraleuropas zählt.  Signa Holding heißt es seit 2006. Die zwei eigenständige Kerngeschäftsbereiche, Signa Real Estate (Immobilien) und Signa Retail (Handel), gibt es seit 2013. Signa Real Estate entwickelt und managt ein umfassendes Portfolio an außergewöhnlichen Immobilienprojekten in der DACH-Region und in Italien. Aus diesem Grund gilt das Unternehmen als führender Immobilienentwickler in Europa. Der Gross Asset Value der Immobiliengruppe beträgt über 10 Mrd. Euro und das Developmentvolumen beläuft sich auf weitere 5 Mrd. Euro.

Im Jahr 2013 zog sich Benko aus der operativen Führung der Signa Holding GmbH zurück und übernahm den Vorsitz des Beirats der Signa-Gruppe. Ein Jahr später erwarb Benko vom Finanzspekulanten Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 nach der Insolvenz für einen EUR übernommen hatte, die Warenhauskette. Die lag zu der Zeit durch Berggruens Untätigkeit am Boden. Die von dem Spekulanten vollmundig versprochenen Investitionen und die Modernisierungen der traditionellen Kaufhäuser blieben aus. Benko beendete die „unsägliche Ära Berggruen“ (Der Spiegel) und schaffte – entgegen aller Prognosen – mit einem professionellen Team und mit profunder Handelskenntnis den Turnaround. Wieder führte Benkos Geschick zum Erfolg und sicherte die Traditionshäuser sowie Tausende von Arbeitsplätzen.

Das Prinzip-Benko: Mit den Kardinaltugenden Fleiß, Ausdauer und Klugheit wurde er zum Marktführer

Benko zeichnet sich durch Bescheidenheit aus. Gefragt nach dem Erfolg der Signa Holding verweist Benko auf sein erfahrenes und kompetentes Management. Der Deutschlandsitz befindet sich aktuell im Upper West Berlin. Die Immobilie ist ebenfalls im Besitz der Signa und wird mit dem Deutschlandgeschäft von Timo Herzberg verantwortet. Anfang Februar erhielt Signa den Zuschlag für den Bau des Jahrhundertprojekts Elbtower in Hamburg. Mit 233 Metern Höhe wird der Elbtower das höchste Gebäude Hamburgs und neben der Elbphilharmonie das zweite Wahrzeichen der Hansestadt. Im Jahr 2017 erwarb Signa ein Portfolio mit fünf Trophy Assets in Bestlagen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Das war 2017 mit einem Ankaufsvolumen von 1,5 Mrd. EUR die größte Immobilientransaktion in Deutschland. Zum Portfolio gehören daneben auch die Milestone-Objekte Upper Zeil in Frankfurt, die Alsterarkaden und das Kaufmannshaus in Hamburg sowie die Warenhäuser KaDeWe in Berlin und Karstadt am Bahnhof in München.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Die Gruppe beschäftigt im Real Estate-Bereich rund 200 und im Retail-Bereich über 20.000 Mitarbeiter. Somit zählt sie zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands. Auch wenn seine 3-Mrd.-EUR-Offerte für die Kaufhof Gruppe vor einigen Wochen im ersten Schritt nicht zum Erfolg führte, wird seine strukturierte und konsequente Business Development Strategie ganz ohne Zweifel das Wachstum der Signa Gruppe weiter fördern.

Zum Schluss des Gesprächs mit René Benko in der Hauptstadt gab es noch ein dickes Lob für die professionelle Unternehmenskommunikation der Signa Gruppe. Die Immobilienprojektentwickler setzen nämlich in ihrer Unternehmenskommunikation faktenbasiert auf Transparenz und Dialog. Der Auftritt von René Benko in Berlin trägt sicher zu dessen wachsender Reputation bei und hatte für viele Besucher dieses Immobiliengipfels Vorbildcharakter. (FS)

Gute Nachricht im ersten Quartal 2018: Hauptstadtregion befindet sich im Konjunkturhoch

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg befindet sich in einem Konjunkturhoch. In allen Branchen florieren die Geschäfte. Die Unternehmen sind zuversichtlich, dass der konjunkturelle Rückenwind auch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg.

Die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen der Unternehmen sind expansiv. In Berlin behält die Konjunktur das hohe Tempo der Vorjahre bei, in Brandenburg beschleunigt sie sogar noch. Der gemeinsame Konjunkturklimaindex beider Länder beträgt 138 Punkte – und liegt damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 115 Punkten.

Hauptstadtregion bereits seit vier Jahren im Konjunkturhoch

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Die Hochkonjunktur unserer Wirtschaft geht ins vierte Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht. Dieser einmalige Boom wird gestützt durch das anziehende europäische und internationale Wachstumstempo und die Standortvorteile der Metropolregion. Nachfrageseitig profitieren unsere Unternehmen von wachsenden Bevölkerungs- und Besucherzahlen und immer weiter steigenden Beschäftigtenzahlen – das kommt der Kaufkraft zugute. Gleichzeitig findet die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg eine einmalige Kombination aus Wissenschaft- und Kultureinrichtungen, die den erfolgreichen für unsere Region typischen Mix aus Innovation und Kreativität erst möglich machen. Die Unternehmen sind überwiegend optimistisch gestimmt, was die Entwicklung ihrer Geschäfte im kommenden Halbjahr betrifft.

91 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich die Geschäfte im nächsten halben Jahr entweder gleichbleibend gut oder sogar noch besser entwickeln. Allerdings ist diese Zuversicht nicht völlig ungetrübt: Der Fachkräftemangel ist, wie in ganz Deutschland, die Achillesverse unseres Wachstumserfolges in der Zukunft. Eine gute Bildungspolitik ist dagegen das beste Mittel.
Und damit auch eine starke Konjunkturstütze.“

Investitionen florieren – aber nicht ganz von alleine

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus: „Sowohl die Exporterwartungen als auch die Investitionsabsichten zeigen, dass die Unternehmen positiv gestimmt sind und mit weiterem Wachstum rechnen. Insgesamt 79 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg planen neue Investitionen. Doch diese Entwicklung ist kein Selbstläufer. Vor allem in Brandenburg muss die Exportwirtschaft weiter gestärkt werden. Die Unternehmen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie starke Partner bei der Entwicklung von Produktinnovationen und bei der Begleitung in neue Märkte. So berichten 48 Prozent der Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg von gestiegenen Exporten. Aber während bei Berliner Industrieunternehmen die Exportquote bei 61 Prozent lag, betrug sie bei den Brandenburgern nur 29 Prozent. Berlin liegt damit weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 50 Prozent. Brandenburg noch weit darunter.“

Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam: „Die Personalpläne in Berlin und Brandenburg sind weiterhin auf Expansionskurs. Mehr als ein Drittel der Unternehmen will Mitarbeiter einstellen, und mehr als die Hälfte die Belegschaft konstant halten. Insbesondere auf dem Bau wird händeringend Personal gesucht. Hier tritt derzeit am deutlichsten die Lücke zu Tage: Es fehlt an Auszubildenden und an Fachkräften. Die Unternehmen geben an, dass dieser Mangel das eigene Wachstum bremst oder sogar bedroht. Aktuell liegt dieser Risikofaktor unangefochten auf Platz 1 und beunruhigt 69 Prozent der Unternehmen in der Hauptstadtregion. Aufhorchen lässt trotz sehr stabiler Verflechtungen: Der Anteil der Unternehmen, die die Bedeutung des Marktes im jeweiligen anderen Bundesland als hoch einschätzen, ist von 44 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 36 Prozent gesunken. Auch stagniert die Fusionsneigung in Berlin und findet in Brandenburg immer weniger Befürworter. Es sprechen sich zwar noch gut die Hälfte der Unternehmen in Berlin und Brandenburg für ein Zusammengehen der beiden Länder aus. Der Anteil der Gegner ist allerdings von 19 in 2016 auf jetzt 27 Prozent gestiegen.“

Dieselfahrverbot würde die Region schwächen

Guido Weiß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg: „Wir haben unsere Unternehmer gefragt, wie sie ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen treffen würde. Auf die Hälfte aller Betriebe in Berlin und Brandenburg hätte es Auswirkungen. Desto näher die Betriebe an Berlin liegen, umso größer ist die Betroffenheit. In den Landkreisen Märkisch-Oderland und Barnim sind es zwei Drittel der Unternehmen. Dieselfahrzeuge werden in der Regel für den langfristigen Einsatz in Betrieben angeschafft. Das Dieselfahrverbot hätte also nicht nur Folgen für die Versorgung der Stadt. Es geht auch um die Investitions- und Zukunftschancen der Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Unsere Bitte an die Politik ist, mit Augenmaß eine „Blaue Plakette“ einzuführen. Auch Produkte aus der Region gelangen nicht mit dem Lastenfahrrad zum Kunden.“

Die IHK stellt Ihren gesamten Konjunkturbericht hier zur Verfügung.

Konjunkturbericht 2017: Bleibt die Berliner Wirtschaft auf Wachstumskurs?

Laut des neuen Konjunkturberichts der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat sich der Aufschwung der Berliner Wirtschaft in diesem Jahr gefestigt. Auch die Prognose für das nächste Jahr ist erfreulich – erwartet werden 2,5 Prozent Wachstum. Die Berliner Wirtschaft liegt somit erneut über dem Bundesdurchschnitt.

Der Konjunkturbericht verspricht Wachstum

Spürbar ist die Prosperität an den Beschäftigungszahlen in den unternehmensnahen Dienstleistungen sowie Information und Kommunikation. Auch der Einzelhandel konnte angesichts starker Konsumkräfte und des boomenden Onlinehandels den Umsatz von Januar bis September 2017 gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent steigern. Stabil bleibt allerdings der Industrieumsatz, wohingegen das Bauhauptgewerbe nochmals zugelegt. Hier gab es, u.a. aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum, ein Umsatzplus von 4,7 Prozent. Der Berlin-Tourismus hat ebenfalls einen Anstieg der Übernachtungszahlen von 1,4 Prozent zu verzeichnen.

Zahl der Arbeitslosen sinkt trotz Stellenabbau

Bei aller Freude über die erfreulichen Wachstumszahlen trüben Pleiten sowie drohender Stellenabbau die Hochstimmung. Erst die Bekanntgabe der Air Berlin Pleite, dann ein drohender Verlust von 200 Jobs in den Osram-Werken und zuletzt 870 Stellen bei Siemens, die in der Hauptstadt gestrichen werden sollen. Für einen Ausgleich könnte das wirtschaftliche Wachstum nur bedingt sorgen, denn der Jobzuwachs wird nicht in allen Berufsgruppen stattfinden. Dennoch sprechen die Zahlen für sich: Zwischen September 2016 und September 2017 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um rund 55.000 gestiegen. Damit verbunden sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote unterschreitet in Berlin seit Mai letzten Jahres die 10-Prozent-Marke. Aktuell liegt sie bei 8,5 Prozent.

„Die Berliner Wirtschaft boomt und ist weiter auf Expansionskurs. Das hohe Dienstleistungstempo und die robusten produzierenden Branchen stimmen positiv und zeigen: Der Aufschwung in der Hauptstadt setzt sich fort! Jetzt kommt es darauf an, die hohe Dynamik Berlins zu verstetigen und nachhaltig auszurichten. Dies muss mit den Anforderungen der wachsenden Stadt einhergehen, womit gerade auch den Investitionen eine zentrale Rolle zukommt. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur investieren wir daher in Berlin verstärkt in Wohnungen, Schulen und Verkehrswege“, so Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Die Berliner Wirtschaft muss noch mehr gefestigt werden

Bislang scheint die Dynamik der Hauptstadt wirtschaftlich noch nicht ganz gefestigt zu sein. Aktuell greift wieder die Job-Angst um sich, da auch der US-Konzern General Electrics (GE) plant, Stellen zu streichen. Für Berlin stehen derzeit 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Mit der Energiewende scheint die Industrie kaum eine andere Wahl zu haben, als sich umzustrukturieren wie es zurzeit der Großkonzern Siemens vorhat. Noch scheint der Konjunkturbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe davon auszugehen, dass der Industrieumsatz auch 2018 stabil bleibt. (lj)

GE Stellenabbau: Berlin Marienfelde möchte kämpfen

Der US-amerikanische Industriekonzern General Electric (GE) plant in Berlin Stellenstreichungen. In der Hauptstadt stehen, seit der gestrigen Bekanntgabe, hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel. Heute präsentierte die Geschäftsführung von GE den Beschäftigten ihre Pläne zum Stellenabbau in Europa. Allein in Berlin soll die komplette Fertigung bei GE Power Conversion in Marienfelde entfallen. 500 der 650 GE Beschäftigten könnten ihren Arbeitsplatz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg verlieren.

„Kurz vor Weihnachten ereilt uns die Nachricht vom geplanten massiven Stellenabbau GE’s in Berlin und hier vor allem an unserem Standort Marienfelde. Gar nicht so lange her, haben wir hier noch die Millioneninvestition für das neue Schulungszentrum gefeiert und nun erfolgt dieser massive Einschnitt in den Standort. Das passt nicht zusammen und vor allem hat uns diese Nachricht so unvorbereitet ereilt“, so Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler.

Marienfelde wird um die Arbeitsplätze kämpfen

Zusammen mit der IG Metall wird sich die Bezirksbürgermeisterin mit dem Betriebsrat von GE auseinandersetzen, um sich einen Überblick verschaffen. „Für die betroffene Belegschaft ist das eine sehr beunruhigende Entwicklung“, sagt Schöttler weiter. Sie ist bereit für die GE Arbeitsplätze in ihrem Bezirk zu kämpfen.

Marienfelde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist einer der wenigen noch vorhandenen Industriestandorte in Berlin. Mit dem Wegfall so vieler Arbeitsplätze in der industriellen Produktion wird dieser wichtige Arbeitsmarkt deutlich geschwächt. Wie bereits bei Siemens ist es das Ziel, die industriellen Arbeitsplätze in der Hauptstadt zu erhalten und zurückzuholen. (red)

Teilnahmerekord beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb

40 Prozent mehr Einreichungen: Der Science4Life Venture Cup startet mit 114 Geschäftsideen aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie ins 20. Jubiläumsjahr. Die Gewinnerteams überzeugten mit innovativen Ideen gegen Krebs, Nervenkrankheiten sowie neuen Denkweisen im Energie-Bereich und erhielten ein Preisgeld von acht Mal 500 Euro.

So viele Einreichungen gab es noch nie beim Science4Life Venture Cup: Die Experten überprüften das Marktpotenzial von insgesamt 114 Ideen – eine Steigerung von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bereiche Medizintechnik und Pharma waren dieses Jahr besonders stark vertreten. Dicht gefolgt von Energienutzung und Umwelttechnologie. Sponsoren des Businessplan-Wettbewerbs sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. „Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs, Möglichkeiten im Bereich der alternativen Energien oder umweltpolitische Ideen wie die Fischwanderhilfe – wir freuen uns über die erstaunliche Themenvielfalt der Einreichungen“, erklärt Dr. Karl-Heinz Baringhaus, der administrative Leiter für Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life. Auch Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life, zeigte sich beeindruckt von den vielen Einreichungen in diesem Jahr: „Der Teilnahmerekord zeigt deutlich, wie wichtig der Science4Life Venture Cup für Gründer in Deutschland ist und dass neben Life Sciences und Chemie auch die Gründerszene im Bereich Energie immer stärker wird.“ Die besten fünf Teams erhielten jeweils 500 Euro Preisgeld. Die drei Gewinner im Bereich Energie wurden zusätzlich mit einem Spezialpreis von je 500 Euro ausgezeichnet. Mit der Prämierung der Ideenphase startete auch die Bewerbungsfrist für die Konzeptphase am 12. Januar 2018.

Innovationen gegen Alzheimer, Multiple Sklerose und Krebs

Die Priavoid GmbH aus Jülich in Nordrhein-Westfalen hat es sich zum Ziel gesetzt, Alzheimer durch eine neue Behandlungsstrategie mit ihrem Wirkstoffkandidaten zu bekämpfen. Breeze Technolologies aus Hamburg hilft Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, in dem sie aus Umweltdaten, wie der aktuellen Luftqualität, Handlungsempfehlungen generieren. Damit beispielsweise bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie kindliche Hirntumore, Medikamente in bestimmten Regionen des Gehirns wirken können, müssen sie die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, überwinden. Mithilfe des Modells von DYNELAB aus München soll schon in einem frühen Stadium erkannt werden, ob dies der zu entwickelnde Wirkstoff schafft. PhantomX aus Berlin haben dem Krebs den Kampf angesagt: Ziel ist, den Tumor durch patentindividuelle Prüfkörper besser kontrollieren zu können sowie die Überlebenschancen zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. AeroFib aus Aachen stellen ultraleichte Fasern für die Wärmeisolation in der Mobilitätsbranche her, wodurch in Zukunft massiv an Gewicht bei Autos, Raketen und Flugzeugen eingespart werden kann. Mit dieser Idee gewann das Team gleich doppelt, denn Start-ups auf dem Energie-Bereich können beim Science4Life Venture Cup zusätzliche Spezialpreise gewinnen, die vom Land Hessen und der Viessmann Group gefördert werden. Flex4Energy aus Darmstadt haben einen skalierbaren, offenen Marktplatz mit regionalen Energieprodukten von Versorgung bis Netzdienstleistung entwickelt. Eine Fischwanderhilfe, welche die Gewässerdurchgängigkeit einfach, schonend und kostengünstig wiederherstellt, sowie den Leitstrom energetisch nutzen kann, stammt von Fishcon aus Wien, dem dritten Gewinnerteam im Bereich Energie. „Die vielen Ideen aus dem Energiebereich machen deutlich, wie wichtig die Gründungsförderung in der Energiebranche ist und welch große Rolle Science4Life dabei spielt“, sagt Fabian Stern, Head of Innovation Management bei Viessmann.

Start frei für die Konzeptphase: Aus Ideen werden Geschäftsmodelle

Der Science4Life Venture Cup besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Teams können entweder alle Phasen durchlaufen oder sich nur für einzelne Phasen bewerben. In der nun folgenden Konzeptphase wird die Idee zu einem Geschäftskonzept weiterentwickelt. Dafür wird bis zum 12. Januar 2018 eine Darstellung des Geschäftsmodells, des Unternehmerteams und eine erste Markteinschätzung eingereicht. Die Teams der 20 besten Konzepte werden zu einem zweitägigen Intensiv-Workshop nach Berlin eingeladen. Hier steht jedem Gründerteam ein persönlicher Coach zur Verfügung, um das Konzept weiter zu verfeinern. Die besten zehn Teams werden bei der Konzeptprämierung am 13. März 2018 mit jeweils 1.000 Euro prämiert. Zusätzlich erhalten die zwei besten Geschäftskonzepte aus dem Bereich Energie einen Spezialpreis mit je 1.000 Euro Preisgeld. In der dritten Phase geht es dann richtig zur Sache, denn mit dem Ausformulieren des konkreten Businessplans legen die Start-ups den Grundstein für ihr Unternehmen. Während des gesamten Businessplan-Wettbewerbs können Gründerteams Preisgelder in Höhe von 82.000 Euro gewinnen.

Copyright: Science4Life e.V.

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