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Große Pläne für die City West

Die Berliner Innenstadt wird und muss sich verändern, um weiterhin wirtschaftlich tragbar und attraktiv zu sein. Darüber sind sich Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender AG City e.V., Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt sowie Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied AG City e.V. einig. In diesen Prozess der Veränderung wollen sie die Stadtgesellschaft einbinden. Sie haben konkrete Ideen, um den Verkehr der Zukunft zu gestalten und die Aufenthaltsqualität in der City West zu erhöhen. Darüber hinaus besteht ein enormer Bedarf an Büroflächen aufgrund der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung.

City West mit urbanem Lebensgefühl

Ein wachsendes Berlin, Digitalisierung, der Wunsch nach mehr Aufenthalts- und Lebensqualität sowie die Entwicklung neuer Mobilitätstechniken sind Chancen, die es zu nutzen gilt – sowohl von der privaten Wirtschaft also auch von der Politik. Und die Akteure in der City West wollen handeln. Ziel für die City West sind multifunktionale Gebäude, die Wohnen, Arbeiten, Kultur, Ausbildung, Wissenschaft, Entertainment und Einkaufen verbinden und damit das Alleinstellungsmerkmal des Bezirks gewinnbringend erhalten. Der Hardenbergplatz soll zu einem Mobilitätszentrum werden.

Wir wollen Handeln!

Was wir nicht wollen: Das uns die Politik ständig ausbremst, so lautet die zentrale Forderung von Klaus-Jürgen Maier. Dies gilt sowohl für Regelungen im Baurecht als auch bei städtischen Gremien. Aktuell stehen Investitionen von drei Milliarden Euro an, deren Verwirklichung ermöglicht werden sollte. Die AG City e.V. sieht ihre Aufgabe darin, die Vorhaben verschiedener Bauherren zu bündeln. Konkret sollen vier Projekte auf Grundstücken gebaut werden, die heute überwiegend mit Parkhäusern genutzt werden. Unter anderem sollen das Karstadt-Parkhaus und das Haus neben dem Motel One neu gestaltet werden. Durch Nachverdichtung können neue Wohn- und Büroflächen entstehen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden.

Die AG City e.V. sieht in der City West Hochhäuser entstehen, die keine unnahbaren, für die Öffentlichkeit unzugänglichen Solitäre sind, sondern integrale Bestandteile der Stadt werden. Denn Hochhäuser sind ökonomisch und ökologisch sinnvoll, so Gottfried Kupsch.

Viele Ideen und Pläne bereits in der Schublade

Für gut 800.000 Quadratmeter liegen bereits Pläne von verschiedenen Architekten vor, um nicht nur Wohnraum, sondern auch Raum für Gewerbe und damit für die Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen. Hier soll eine Industrie 4.0 möglich werden. Doch Veränderung wird es nicht nur in der Stadtstruktur, sondern auch im Verkehr geben. Die City West soll offen für neue Mobilitätskonzepte werden. So wird ein Raum geschaffen werden, in dem stationärer Handel und Onlinehandel zusammen funktionieren.

„Wir müssen jetzt die Weichenstellung vornehmen, jetzt anfangen zu denken“, fordert Kupsch.

Nahverkehr ausreichend – Defizite bei der Energieversorgung

Die am Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“ teilnehmenden Experten sind sich einig, dass die vorhandene Infrastruktur auch nach einer Verdichtung ausreichend ist. Dies gilt für das Straßen- und Schienennetz von U-Bahn und S-Bahn. Viel größeren Handlungsbedarf sieht die AG City e.V. jedoch in der Energieversorgung. So sollte in einem der Parkhäuser an der City West eine Etage mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden. Das Projekt scheiterte jedoch daran, dass Vattenfall nicht ausreichend Strom liefern konnte. Aus diesem Grund forderte und fordert die Arbeitsgemeinschaft noch immer ein Bedarfsprogramm vom Senat – bisher ohne Ergebnis.

Generell beklagen die Gesprächsteilnehmer, dass sich der Senat bei der Planung und Entwicklung eher raushält und mit Abwesenheit glänzt.

„Das Wegducken hilft da nicht“

Generell besteht von Seiten der Bevölkerung ein allgemeines Verständnis für die Veränderungen in der City West. Gleichzeitig herrscht aber auch ein Gefühl der Sorge in Bezug auf Digitalisierung und Veränderung. Diesem möchte man begegnen, da sind sich AG City e.V. und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einig. Ein Vorschlag ist ein Stiftungsmodell, das Menschen unterstützen soll, die Mehrfamilienhäuser in der City West besitzen, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr ohne weiteres in der Lage sind, die Häuser zu verwalten. Viele Besitzer der Altbauten wünschen sich, die günstigen Mieten zu erhalten. Hier setzt das Modell an. Damit verbunden sind eine Mieterselbstverwaltung und die Bildung einer Genossenschaft.

 

Über die AG City e.V.: Bereits seit 1976 knüpft die AG City e.V. Netzwerke zwischen Geschäftsleuten und Kulturmanagern, Kammern und Behörden sowie zu anderen Straßen- sowie Interessengemeinschaften und engagiert sich in der City West. Aktuell begleiten sie das Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“. Deren bisherige Ergebnisse sich in diesem Bericht niederschlagen. (aw)

Gillette setzt weiterhin auf Berlin

Gut 820 Beschäftigte fertigen im Tempelhofer Werk Premium-Rasierer „Made in Berlin“ für den Konzern Procter & Gamble (P&G) ‒ und das wird auch so bleiben. Denn Gillette wird das Werk in Berlin erhalten.

Gillette in Berlin: Hightech aus der Hauptstadt hat Zukunft

Bereits seit mehr als 80 Jahren produziert Gillette in Berlin-Tempelhof. Nun waren Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, diese Woche eingeladen, einmal hinter die Kulissen der Produktionsstätte zu schauen.

Angelika Schöttler begrüßte die Entscheidung des Unternehmens, weiterhin in Tempelhof zu produzieren: „Ich bin stolz, dass wir im Bezirk Tempelhof-Schöneberg auch zukünftig die Produktionsstätte für Gillette-Premiumprodukte haben werden. P&G ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen konstruktiv und erfolgreich an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeitet und in jeder Hinsicht fit ist für zukünftige Herausforderungen. Mich freut besonders, dass wir hier eine integrierte Strategie präsentiert bekommen haben, die auch Start-up-Kooperationen und die gezielte Ausbildung von Mitarbeiter_innen berücksichtigt.“

Weitere Investitionen von Gillette am Standort Berlin

Laut der Gewerkschaft IG Metall wird P&G in den nächsten Jahren etwa 40 Millionen Euro in das Werk in Tempelhof investieren. Darüber hinaus möchte Gillette die Zusammenarbeit mit Berliner Start-ups weiter verstärken. Mithilfe eines umfangreiches Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramms werden die Mitarbeiter darüber hinaus für die Digitalisierung und die mit ihr verbundenen Veränderungen im Unternehmen fit gemacht.

„Berliner Start-up-Kooperationen und unser Ausbildungsprogramm Richtung Industrie 4.0 helfen uns dabei, diese Stärke und unsere Marktposition auszubauen – auch im verschärften Wettbewerb und im beschleunigten digitalen Wandel der industriellen Produktion. Gillette setzt auf Hightech in und aus Berlin“, erklärt Stefan Brünner, Werksleiter von Gillette in Berlin. Laut Gilette wird mehr als die Hälfte der weltweit ausgelieferten Premium-Rasierklingen von Gillette in Berlin hergestellt, was für die Expertise und die Leistungsstärke des Werks und seiner Mitarbeiter spricht. (aw)

Lange Nacht der Industrie 2018 – Offene Werkstore statt „laut und schmutzig“

Gestern Abend gab die 7. Lange Nacht der Industrie (LNDI) mehr als 1.000 Teilnehmern die Möglichkeit hinter die Kulissen namhafter und regionaler Industrieunternehmen zu blicken. Um 17.15 Uhr starteten Busse von verschiedenen Standorten auf insgesamt 14, vorher wählbare Touren. Teilnehmer konnten im Zuge ihrer Anmeldung zwei Unternehmen wählen, deren Produktionsprozesse sie einmal miterleben wollten.  Die 2008 in Hamburg initiierte Veranstaltung bietet Schülern, Studierenden, arbeitssuchenden und industrieinteressierten Menschen Einblicke in die Werkhallen von 27 teilnehmenden Unternehmen. Neben dem Entdecken von spannenden Karrieremöglichkeiten, bietet die LNDI auch Unternehmen die Chance, ihre öffentliche Positionierung als Ausbilder zu stärken.

„Der Berliner Industriestandort steht für innovative, intelligente und nachhaltige Produkte und Zukunftslösungen. Ich freue mich, dass die Lange Nacht der Industrie einmal mehr die Möglichkeit bietet, hinter die Kulissen zu schauen“, so die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

BMW, Bayer, Bombardier und Florida Eis

Die diesjährige Nacht konzentrierte sich auf aktuelle Themen der Digitalisierung wie Smart City, intelligente Mobilität, 3D-Druck und Industrie 4.0. Erstmalig konnten sich Interessierte auch tagsüber von 12-17 Uhr an Ständen und durch Impulsvorträge verschiedener Unternehmen zu Karrierechancen informieren. Die Karriere-Messe auf der unter anderem die IHK Berlin, Talent Berlin und die Bundesagentur für Arbeit vertreten waren, fand im Lichthof der Technischen Universität statt. Ziel war es, laut Veranstalter, das industrielle Image als „laut und schmutzig“ zu bekämpfen. Dieses dürfte auch im Zuge etlicher Abgas-Skandale der letzten Jahre entstanden sein. Die kreative Mitarbeit der Unternehmen ermöglicht es ihnen, die Touren ab Betreten ihrer Produktionsbereiche komplett selbst zu gestalten. Der emotionale Kontakt zu den Besuchern kommt auch im sozialen Engagement für Bildungszwecke zum Ausdruck, da alle Touren kostenfrei sind.

Nach dem Credo „Persönlicher Kontakt ist durch kein Medium zu ersetzen“, bringt die gemeinsame Initiative der Wirtschaft und Bundesregierung Licht ins Dunkel. Internationale Konzerne wie BMW, Bayer, Bombardier und Siemens sind jährlich vertreten, aber auch hippe Eismarken konnten gestern Nacht probiert werden. Die Spandauer Firma Florida Eis lud zu später Stunde zum Erraten der beliebtesten Eissorte Berlins ein.

Unternehmenstouren bei der LNDI 2018. | Foto: LNDI – Arne Vollstedt

Lange Nacht der Industrie hat feste Ziele

IHK-Präsidentin von Berlin, Beatrice Kramm, zog eine positive Bilanz. Sie richtete ihr Wort nicht nur an die Teilnahme der Öffentlichkeit, sondern in diesem Jahr auch an die Politik. „Die Lange Nacht hat uns wieder deutlich gezeigt: Die Berliner Industrie hat ihren festen Platz in der Hauptstadtwirtschaft und bei den Berlinern. Mehr als tausend Schüler, Eltern, Studenten und andere interessierte Teilnehmer haben an den Unternehmensführungen teilgenommen und  live erlebt, warum die Industrie als attraktiver Arbeitgeber punktet. Neben guter Bezahlung bieten die Unternehmen spannende und hochwertige Jobs in technologie-intensiven Bereichen. Die positive Resonanz haben sich die Firmen also mehr als verdient. Das sollte auch dem Berliner Senat signalisieren: Industriepolitik lohnt sich!“, so Kramm.

Von der LNDI profitierten bisher mehr als 68.000 Teilnehmer in elf veranstaltenden Regionen Deutschlands. 600 Unternehmen öffneten bisher ihre Werkstore und lüfteten somit das Geheimnis um die angesiedelten Branchen der Region. Denn typische Zulieferer, sogenannte „Hidden Champions“ sind der Bevölkerung häufig völlig unbekannt. Auch der zunehmende Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist ein häufig diskutierter Zustand. Die Industriezweige erhoffen sich in dieser Hinsicht durch die geschäftige Nacht und potenzielle Bewerber, einen Aufschwung. (cn)

Veranstaltungen

Auf Pole Position in der Industrie 4.0

Begriffe wie Industrie 4.0 und Internet der Dinge, Lean Management und Customer Development sind derzeit in aller Munde. Mit einhergehen zahlreiche Trends, die Unternehmen aufgrund der schnell voranschreitenden Digitalisierung kennen und einschätzen können sollten. Und dies gilt für alle Unternehmen, egal welcher Branche. Doch welche Begriffe und Konzepte stehen hinter den jeweiligen Trends, Neuerungen und Entwicklungen? Welche Trends sind wichtig und beachtenswert? Welche Trends sind nur ein Hype oder eine vorübergehende Zeiterscheinung?

In dieser 24-Stunden-Veranstaltung werden die wichtigsten Trends und Themen auf das nächste Level gehoben, damit Sie Ihr Unternehmen nachhaltig wettbewerbsfähig halten können.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)