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Bedroht Gentrifizierung den Denkmalschutz?

Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg – in der Hauptstadt wird fleißig modernisiert. Anreiz bieten dabei nicht nur die Einsparungen durch energetische Sanierungen, sondern auch die Umgehung der Mietpreisbremse durch Modernisierungsmaßnahmen. Zudem sollen die ehemals von finanzschwachen Demografien bevölkerten Bezirke auf diese Weise attraktiver für einkommensstärkere und anspruchsvollere Mieter werden.

Besonders betroffen sind dabei zentral liegende Bezirke, die von Wohnungssuchenden bevorzugt werden. Genau im Zentrum der Hauptstadt befinden sich jedoch häufig Altbauten, darunter nicht wenige denkmalgeschützte Bauten. Die werden nun immer öfter saniert – trotz strenger Auflagen.

Denkmalschutz und Renovierung schließen sich nicht aus

Ob ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, entscheidet die zuständige Behörde des Bundeslands. Qualifiziert für den besonderen Schutzstatus sind Objekte, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Sobald ein Gebäude als in dieser Weise erhaltenswert definiert wird, bedürfen selbst kleinste bauliche Arbeiten die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Umbauten sind anspruchsvoller als Renovierungsmaßnahmen bei nicht geschützten Immobilien.

„Besonders delikate Stuckarbeiten sollen gern erhalten werden, stellen bei Renovierungsarbeiten oft aber eine besondere Herausforderung dar und können nicht von Laien erledigt werden“, erklärt dazu Kevin Kluge, Geschäftsführer vom Malerbetrieb Kluge.

Auch traditionelle Handwerkstechniken wie zum Beispiel Schablonierarbeiten müssen vom Facharbeiter beherrscht werden. Zu professionellen Renovierungsarbeiten gehören eine gute Kenntnis über die korrekte Verarbeitung spezieller, denkmalgerechter Materialien. Üblicherweise arbeiten hier Handwerksbetriebe, Architekt und Denkmalschutzbehörde eng zusammen. Dann lassen sich selbst für anspruchsvolle Herausforderungen, etwa für den Bedarf eines barrierefreien Zugangs bei gleichzeitigem Erhalt geschützter Türen und Treppen, angemessene Lösungen finden.

Wohnen im Denkmal

Für Mieter ist das Wohnen in denkmalgeschützten Gebäuden etwas ganz Besonderes. Hier verschmelzen Stadtgeschichte mit dem Alltag – der historische Charme der Bauten zieht viele an. Eigentlich ist man als Mieter in solchen Wohnräumen vor unliebsamen Modernisierungsmaßnahmen sicher. Immer häufiger jedoch machen Berliner Denkmalschutzbehörden Zugeständnisse, insbesondere bei energetischen Maßnahmen.

Für Investoren können Sanierungen der Denkmäler sehr attraktiv sein: Es gibt Fördermittel und besondere Steuerabschreibungsmöglichkeiten, der Denkmalwert einer Anlage ist oft zentrales Verkaufsargument beim Weiterverkauf. Dennoch versuchen Investoren immer wieder, die Erklärung einer Immobilie zum Denkmal zu blockieren – zu aufwändig ist es, den Vorgaben gerecht zu werden, die Kostenbelastung ist deutlich höher. Denkmalschutz gilt gelegentlich sogar als Werkzeug, um Mietervertreibung zu verhindern oder die Stadt zu gestalten. Dafür ist das Mittel eigentlich nicht vorgesehen.

Wird der Denkmalschutz ausgehöhlt?

Während Eigentümer ihre Investition des Öfteren durch den Denkmalschutz gefährdet sehen, befürchten besorgte Anwohner und Behörden umgekehrt, dass durch die derzeitigen Geschehnisse im Wohnungsmarkt der Denkmalschutz bedroht wird. Zuletzt gab es beispielsweise Unmut über den geschlossenen Kompromiss zum Böhm-Haus: Darin wurden Wohnungen geschaffen, obwohl der Grundriss eigentlich nicht verändert werden darf.

Der Druck auf Denkmalschutzbehörden wächst von beiden Seiten, der Vorwurf lautet, wirtschaftliche Interessen würden immer öfter vorangestellt. Das zeigte auch der umstrittene Abriss der Deutschlandhalle, die ebenfalls denkmalgeschützt war. Oft widersprechen sich die Bedürfnisse von Denkmalschutz und Eigentümern oder Anwohnern. Zuletzt wurden in der Berliner Verwaltung beispielsweise die Forderung nach Außenjalousien laut – die Hitze sei in vielen der denkmalgeschützten Bauten untragbar, hier sei eine Erneuerung der Regelung notwendig. In solchen Fällen müssen Kompromisse gefunden werden.

Auch der Flughafen Tegel wurde in diesem Jahr unter Denkmalschutz gestellt. Das soll garantieren, dass seine markante, sechseckige Form noch dann erhalten bleibt, wenn der Flughafen nicht mehr in seiner alten Form genutzt wird. In das Gebäude sollen nach derzeitigem Stand eine Hochschule und Büros einziehen. Bisher scheinen bei diesem Projekt die Abstimmungsgespräche aller Beteiligten gut zu verlaufen – nicht immer kann ein so reibungsloser Ablauf aller Parteien sichergestellt werden. Dennoch ist zu hoffen, dass in den umkämpften Berliner Innenbezirken Lösungen gefunden werden können, die die Bedürfnisse Wohnungssuchender und die Schutzwürdigkeit historischer Bauten gleichermaßen berücksichtigen. (red)

Gute Nachrichten für Amazon: der Edge-Tower kann kommen

Nun wird Friedrichshain wohl doch ein neues Bürohochhaus bekommen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lehnte, wie der Tagesspiegel am Wochenende berichtete, einen Rechtsstreit mit dem Bauherrn Coen van Oostrom und seiner Firma Edge ab. Damit scheint nun der Weg frei für das Edge East Side an der Warschauer Brücke und damit für deutlich mehr Präsenz des Onlineriesen Amazon in Berlin.

Absage an Baustadtrat Schmidt (Grüne)

Bis 2023 soll der Edge-Tower fertig gestellt werden. 28 der 35 Etagen will der Online-Händler Amazon mieten und dort rund 3.400 Mitarbeiter unterbringen. In der vergangenen Woche schien dieses Vorhaben jedoch zu scheitern. Florian Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg hatte eine Neuplanung des Hochhauses verlangt, weil der aktuelle Entwurf zu stark von den ursprünglichen Planungen abwich. Der Bauherr verstoße dadurch gegen den städtebaulichen Vertrag, sagte Schmidt.

Durch das Einschreiten der Senatsbaudirektorin erteilte sie dem Vorschlag des Baustadtrats ein Wettbewerbsverfahren durchzuführen und die bereits erteilte Baugenehmigung für das Gebäude an der Warschauer Straße anfechten, nun eine Absage. Es fehle, so Lüscher, eine einschlägige Rechtsgrundlage für eine nachträgliche Entziehung des Baurechts.

Amazon Tower: Berliner Hochhausleitbild nicht anwendbar

Auch das Gremium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in Fragen der architektonischen Gestaltung berät, hatte Zweifel an den Plänen für das 140 Meter hohe Bürohaus Edge East Side an der Warschauer Brücke geäußert. Das Baukollegium hielt sie nicht für gelungen. Denn gemäß der Berliner Hochhausleitline müsse ein Gebäude entstehen, das „eine besonders hohe städtebauliche und architektonische Qualität aufweist“.

Doch offenbar kann das Hochhausleitbild in diesem Fall nicht angewendet werden, da bereits rechtskräftige Baugenehmigung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg vorliegt. Diese ist dem Bezirk zufolge bereits Anfang September erlassen worden, weil dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegengestanden hatten. Eine finale Entscheidung scheint damit noch nicht getroffen. (aw)

Der Mietendeckel ist beschlossen – zumindest vorerst

Nach langem hin und her, zahlreichen Missverständnissen und geplatzten Senatssitzungen ist es endlich soweit: Der Mietendeckel ist beschlossene Sache – vorerst. Am Dienstag verkündete der rot-rot-grüne Senat den Gesetzentwurf, der zum 01. März in Kraft treten soll. Allerdings gibt es erneut Gegenwind von den Oppositionsparteien und Branchenverbänden. Sie kündigten an, gegen das Einfrieren der Mietpreise und weitere Regelungen des Gesetzentwurfs zu klagen.

Mietpreisbremse – fünf Jahre keine Mieterhöhung

Durch den beschlossenen Gesetzentwurf soll verhindert werden, dass sich die sowieso schon prekäre Mietsituation in Berlin weiter verschärft. Sollte das Abgeordnetenhaus das Gesetz verabschieden, dürfen Vermieter die Mieten von Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre nicht erhöhen. Außerdem soll es für Mieter möglich sein, ihre Miete senken zu lassen, wenn sie mehr als 20 Prozent über der vereinbarten Obergrenze liegt.

Das „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ betrifft künftig circa 1,5 Millionen Berliner Mietwohnungen. Nicht betroffen sind dagegen unter anderem Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Trägerwohnungen und Wohnheime.

Verschnaufpause für den rot-rot-grünen Senat

Für Senatorin Katrin Lompscher (Linke) ist die Einigung des rot-rot-grünen Senats ein großer Erfolg: „In den nächsten fünf Jahren muss keine Mieter*in mehr fürchten, wegen exorbitanter Mietsteigerungen oder hoher Modernisierungsumlagen das Dach über dem Kopf zu verlieren. Deutlich überhöhte Mieten werden gekappt, bei Wiedervermietung gilt die Vormiete bzw. der entsprechende Wert in der Mietentabelle, sofern die Vormiete darüber liegt. Der Neubau ab 2014 bleibt – wie versprochen – von der Regelung ausgenommen. Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieses wichtigen Projektes beigetragen haben, insbesondere bei den Expertinnen und Experten sowie bei den hochengagierten Initiativen der Stadtgesellschaft.“

Regelungen des Mietendeckels lassen Spielraum zu

Trotz des Mietendeckels sind Zuschläge für Wohnungen geplant, die über eine moderne Ausstattung, beispielsweise eine Einbauküche, wertigen Bodenbelag und einen geringen Energieverbrennungswert verfügen. Ist die Miete einer solchen Wohnung besonders niedrig (unter 5,02 Euro/qm), darf diese bei Wiedervermietung um maximal einen Euro pro Quadratmeter angehoben werden.

Auch wenn der Wohnraum in Gebäuden liegt, die über mehr als zwei Wohnungen verfügen, sind Zuschüsse möglich – die Mietobergrenze erhöht sich um einen Zuschlag von zehn Prozent. Neben Bau und Ausstattung sind Zu- und Abschläge aber auch von der Lage des Gebäudes abhängig. So können bei einer guten Lage 74 Cent pro Quadratmeter Zuschuss verlangt werden.

Zusätzliches Personal für den Mietendeckel

Die Umsetzung des Mietendeckels bedeutet natürlich auch mehr Arbeit für die Bezirke, die für die Einhaltung des Gesetzes und die Bearbeitung der Anträge verantwortlich sind. Deshalb sollen in Berlin insgesamt 250 neue, temporäre Stellen geschaffen werden, um dem Arbeitspensum gerecht zu werden. Härtefallanträge sollen dagegen künftig im Aufgabenbereich der Investitionsbank Berlin liegen.

Unzufriedenheit trotz Einigung?

Trotz des beschlossenen Gesetzes hat der Mietendeckel noch nicht alle Hürden überwunden. Der Gesetzentwurf wird nun dem Rat der Bürgermeister vorgelegt. Außerdem wird sich noch zeigen, ob die Klagen der Oppositionen vor dem Gericht durchgesetzt werden können.

Auch die Immobilienunternehmen und Verbände sind weiterhin skeptisch und sprechen sich gegen den Mietendeckel aus. Präsident des Zentralen Immobilienausschusses, Dr. Andreas Mattner, befürchtet negative Auswirkungen auf den Investitionsstandort Berlin: „Der Mietendeckel führt zu keiner neuen Wohnung in Berlin und er trifft Kleine und Große – vor allem aber trifft er die Stadt Berlin als eine der attraktivsten Städte Europas.“ Es würden ausgerechnet jene Marktteilnehmer getroffen, die sich fair und ausgleichend verhalten: Genossenschaften, kommunale und private Unternehmen und private Vermieter.“ (sz)

Covivio in Deutschland: Daniel Frey und Marcus Bartenstein übernehmen gemeinsam die Unternehmensleitung

Covivio ist als eines der führenden europäischen Immobilienunternehmen bereits seit 20 Jahren Spezialist für Büro-, Hotel- und Wohnimmobilien. In Deutschland ist der Investor und Projektentwickler mit Wohn- und Hotelimmobilien unter anderem in Berlin, Leipzig und Hamburg tätig.

Verstärkung im Bereich Projektentwicklungen, Aquisition und Property Management

Ab November 2019 werden Daniel Frey und Marcus Bartenstein gemeinsam (in der Funktion Co-Head Germany) für die Aktivitäten des Unternehmens in Deutschland verantwortlich sein. Beide werden auch dem Executive Committee der Covivio-Gruppe angehören.

Projektentwicklungen, Akquisitionen, Vertrieb und Asset Management liegen im Verantwortungsbereich von Marcus Bartenstein. Daniel Frey wird die Bereiche Property Management, Zentralbereiche, Finanzen und Corporate Governance leiten. Thierry Beaudemoulin (CEO) wird das Unternehmen Ende Oktober 2019 verlassen und sich neuen Herausforderungen widmen.

Weiterentwicklung mit zwei erfahrenen Geschäftsführern

Marcus Bartenstein, 41, arbeitete von 2000 bis 2006 bei der LBBW Immobilien (ehemals LEG Baden-Württemberg) im Bereich gewerbliche Projektentwicklung, bevor er 2006 zu Covivio kam. Seit 2011 ist er als Geschäftsführer bzw. als Vorstand für Investitionen und Projektentwicklung des Immobilienunternehmens in Deutschland verantwortlich.

Covivio Deutschland

Dr. Daniel Frey bereichert die Unternehmensführung ab November 2019 | Foto: Covivio

Dr. Daniel Frey, 51, arbeitete als Berater bei KPMG und Arthur Andersen, anschließend war er im Bereich Konzernentwicklung und Controlling bei der LBBW Immobilien tätig. 2006 kam er als Geschäftsführer zu Covivio, seit 2007 ist er CFO und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bzw. des Vorstands in Deutschland.

Gemeinsame Strategieentwicklung für das Unternehmen

Marcus Bartenstein und Daniel Frey werden gemeinsam für die Umsetzung der Strategie von Covivio in Deutschland verantwortlich sein, wo die Gruppe derzeit ein Portfolio von 7,8 Milliarden Euro an Wohnimmobilien, Hotels und Büros hält.

Christophe Kullmann, CEO der Covivio SA, Paris und Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Covivio Immobilien SE, Oberhausen, gibt sich zuversichtlich: «Covivio freut sich, Daniel Frey und Marcus Bartenstein, die beide seit 2006 den Markteintritt in Deutschland und die Weiterentwicklung von Covivio maßgeblich begleitet haben, die gemeinsame Leitung des Unternehmens in Deutschland zu übertragen. Gleichzeitig möchte ich Thierry Beaudemoulin für seinen 13-jährigen Einsatz bei der Entwicklung von Covivio, vor allem in Deutschland, wo unsere Gruppe zu den führenden Immobilienunternehmen gehört, den herzlichsten Dank aussprechen. Wir wünschen ihm den größtmöglichen Erfolg für seine zukünftigen Vorhaben.» (red)

EXPO REAL 2019: Immobilienbranche in Party-Stimmung

Die EXPO REAL in München ist nicht nur die größte Gewerbeimmobilienmesse Europas, sondern auch Trendbarometer und Taktgeber für die gesamte Branche. Drei Tage lang nutzten 2.190 Aussteller aus 45 Ländern und rund 46.000 Besucher die EXPO REAL als Plattform für Diskussionen, zum Netzwerken und – vor allem – für Business. Trotz Brexit, aufziehender Rezession und Handelsstreit war die Stimmung gut, es überwog realitätsbezogener Optimismus. Die Kombination aus niedrigen Leerstandsraten, boomender Wirtschaft und der Tiefstzinspolitik der EZB ist nach wie vor ein äußerst kraftvoller Antrieb für die Immobilienmärkte. Experten sehen angesichts der politischen Großwetterlage kein erhöhtes Risiko für die Immobilienwirtschaft in Deutschland.

Doch es gibt auch dunkle Wolken am Horizont: Stichwort Mietendeckel. Die Regulierungsideen aus der Politik sorgten für Diskussionen. Neben dem Mietendeckel, der in Berlin kurz vor seiner Umsetzung steht, fordern manche gar Enteignungen im großen Stil. Branchenexperten sind sich einig: Es reicht! IVD-Präsident Jürgen Michael Schick appellierte an die Politik, keine weiteren Änderungen im Mietrecht mehr vorzunehmen. „Die Investoren brauchen Planungssicherheit und nicht alle vier Wochen weitere Verschärfungen“, erklärte Schick.

Thema Wohnen: v.l.n.r. Mathias Gross, COO Polis Immobilien AG, Frank Schmeichel, Business Network, Nadir Guediri, Geschäftsführer COPRO Development GmbH, Thomas Bergander, Geschäftsführer Taurecon Real Estate Consulting GmbH. Foto: Business Network

Mietendeckel & Co.

Die deutsche Hauptstadt bleibt das Immobilien-Mekka Europas und ist nach wie vor Investor’s darling. Doch die Debatte um den Mietendeckel hat längst auch die Kapitalmärkte erreicht. Der Berliner Senat plant, einen landesweiten Mietendeckel einzuführen, der die Miete auf maximal sechs Euro pro Quadratmeter begrenzen soll – unabhängig von der Lage. Anleger reagieren nervös auf die Pläne aus der Hauptstadt. Obwohl die Zinsen aufs Baugeld historisch niedrig sind und Wohnraum weiterhin knapp ist, sorgen solche Diskussionen um Mietendeckel, Enteignung und Co. für Ärger und Unverständnis.

Branchenvertreter bezeichnen den Gesetzesentwurf als bizarr, realitätsfern und warnen vor katastrophalen Folgen für den Immobilienstandort Deutschland. Ein Mietendeckel, sollte er tatsächlich kommen, signalisiert Stillstand und einen Wechsel im politischen und wirtschaftlichen System der Bundesrepublik. Inländische wie internationale Investoren könnten sich aus dem Berliner Markt zurückziehen – mit gravierenden Folgen für den Wirtschaftsstandort. Mit einer Regulierung, die stranguliert, vernichtet der Senat Vertrauen und den Tatendrang der Menschen, die in die Hauptstadt kommen, um Neues zu schaffen – so einer der vielen Vorwürfe, die sich an die Berliner Verantwortlichen richten.

Der Berlin-Brandenburg-Stand auf der EXPO REAL 2019. Foto: Business Network

Experten befürchten, dass sich die ohnehin schon nicht ausreichende Neubautätigkeit deutlich reduziert. Die Folge: Es entstehen keine neuen Wohnungen. Immobilienprofi Siegfried Nehls, Vorstand des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, schätzt die Situation als riskant ein: „Die Berliner Politik spielt ein gefährliches Spiel. Wenn sich die Schaffung von Wohnraum in Berlin nicht mehr rechnet, dann weichen Entwickler und Investoren an andere Standorte aus. Letzten Endes stellt sich dann die Frage, wer in Berlin den dringend benötigen Wohnraum noch schaffen soll.“ Sein Unternehmen SANUS AG ist bereits im Ausland aktiv und realisiert neue Projekte in Mailand und Budapest.

Fachkräftemangel hemmt die Geschäftsentwicklung

Ein weiteres Sorgenkind der Immobilienwirtschaft ist der grassierende Fachkräftemangel. Viele sehen darin die größte Gefahr für die Geschäftsentwicklung. Es ist schwieriger geworden qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so der Tenor. Auch Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen kämpfen um Mitarbeiter. Um die besten Köpfe für das Unternehmen zu gewinnen, müssen diese sich strategisch überlegen, wie sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Doch was sind die Anforderungen junger Menschen an die Arbeitswelt? Bezahlung, Work-Life-Balance, Loyalität und Unternehmenskultur sind Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder als Motivationsfaktoren angeführt werden.

Nachwuchs für die Immobilienbranche: Susanne Tattersall im Gespräch mit Dr. Reinhard Kutscher. Foto: Business Network

Susanne Tattersall von TATTERSALL·LORENZ bestätigt, dass das Image und die unternehmerische Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen: „Die Reputation unseres Unternehmens ist ein entscheidendes Kriterium. Wir verwalten für interessante Kunden interessante Immobilien. Und wir sind im besten Sinne Mittelstand. Wer sich bei uns im Unternehmen wirklich einbringt, kann sich entwickeln und es weit bringen – anders als vielleicht in einem Konzern mit starren Strukturen.“

Klar ist, dass sich die Ansprüche des Nachwuchses in der Immobilienbranche verändert haben. Transparenz, attraktive Arbeitsmodelle und Unternehmen sowie eine angemessene Bezahlung – Unternehmen der Immobilienbranche werden nicht umhin kommen, geeignete Arbeitnehmer zu umwerben und die Angebote der Konkurrenz zu übertreffen.

Dauerbrenner Digitalisierung

Die Digitalisierung ist Dauerbrenner unter den Gesprächsthemen auf der EXPO REAL. Beim Immobiliendienstleister CBRE sieht man Big bzw. Smart Data als eines der großen Themen der Zukunft. Diskussionen über die Blockchain-Technologie und wie sich diese auf die Immobilienbranche auswirken wird, stießen auf reges Interesse auf der Messe. Eine Möglichkeit: Durch die Blockchain könnten globale Transaktionsfees eingedämmt werden.

Digitalisierung allerorten. Foto: © Copyright 2019, Messe München GmbH, all rights reserved

Als Erfolg verbucht die Messe die neue Halle A3, in der innovative Unternehmen und neue technische Lösungen gebündelt wurden. Hier präsentierten sich mehr als 60 Start-ups und weitere junge Technologieunternehmen dem Publikum. „Wir gehen davon aus, dass diese Innovations-Plattform auch in den kommenden Jahren ein großer Anziehungspunkt der Expo Real sein wird“, resümiert Projektleiterin Claudia Boymanns.

Es tut sich also etwas im Bereich Digitalisierung. Es herrschte zwar schon immer Einigkeit über die Bedeutung des Themas für die Immobilienwirtschaft, in der Vergangenheit waren das aber oft nur Lippenbekenntnisse. Nun kommt Schwung in die Angelegenheit. Themen wie BIM und serielles Bauen sind mittlerweile sind in der Branche angekommen. Auch die Bedeutung der sogenannten Prop-Techs hat stetig zugenommen. Experten sind sicher, dass die gesamte Immobilienwirtschaft immens profitieren wird, wenn die Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.

Topthema: Zukunftsweisende Projekte

Projekt Urbane Mitte am Gleisdreieck. Bildrechte: Urbane-Mitte-Entwicklungs-GmbH-Co.-KG

Baustellen allerorten – doch die Branche lässt sich die Laune nicht verderben. Beim networken zeigte sich, dass trotz aller Ungewissheiten und Zukunftsängsten der Optimismus deutlich überwiegt. Denn das wichtigste Thema in den Gesprächen waren dann doch neue und zukunftsweisende Bauprojekte wie etwa der Campus Mainview in Offenbach, Grand Central in Frankfurt, das Quartier Elbbrücken in Hamburg oder die Urbane Mitte am Gleisdreieck von COPRO in Berlin. Projekte, die sich um Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit drehen und die Ansprüche und Anforderungen der Menschen von vornherein mitdenken. Das Hauptziel dabei ist nicht Profit, sondern vor allem die Schaffung von Leuchtturmprojekten, architektonischen Highlights und ein Beitrag zur Stadtentwicklung der Zukunft. Das könnte auch möglicherweise ein Schlüssel sein, um den Baufrieden, den viele Branchenvertreter einfordern, wieder herzustellen. (ak)

WerkStadtForum City West erarbeitet gemeinsame Ziele und Strukturen für die City West

Wie geht es in Zukunft weiter mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf? Darauf möchte das WerkStadtForum City West eine Antwort finden.

Auf Initiative des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf, der AG City e.V., der IHK, dem VBKI und dem Werkbund startete deshalb am 09.09.2019 das WerkStadtForum City West mit der ersten Sitzung des Kuratoriums. Eingeladen wurden die Teilnehmer von Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Charlottenburg Wilmersdorf, Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. und Gottfried Kupsch Vorstand AG City e.V.

Aufbauend auf diese erste Veranstaltung fand am dann am 26.09.2019 der erste Workshop mit ca. 40 Vertretern der Stadtgesellschaft statt, zu denen auch Vertreter der Fraktionen der BVV des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gehörten. Dort sollten erste Ziele erarbeitet werden. Weitere Veranstaltungen sind für die kommenden Wochen und Monate geplant. Darüber hinaus soll im WerkStadtForum City West ein ständiger Dialog zum Thema Zukunftsgestaltung City West stattfinden, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

WerkStadtForum City West: Pläne für die Zukunft von Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf steht an einem wegweisenden Wendepunkt, an dem auf viele Fragen und Probleme Antworten gefunden werden müssen. Das Stadtleben muss für alle wieder attraktiver werden, indem die Aufenthaltsqualität zukunftsorientiert und nachhaltig verbessert wird. Jetzt kommt es darauf an, wie alle Beteiligten diese seltene Chance ergreifen und Charlottenburg-Wilmersdorf in die Zukunft führen.

Das WerkStadtForum City West hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, im Dialog mit einem fachlich vielseitig aufgestellten Teilnehmerkreis, die Bedürfnisse der Stadt in einem Workshop Format zu diskutieren, Handlungsempfehlungen für ein notwendiges Leitbild zu erarbeiten und im Anschluss konkrete Umsetzungsempfehlungen für zukünftige Bauprojekte abzuleiten.

Schwerpunkte sind neben der räumlichen Orientierung auf die City West und ihre Bedeutung für die Gesamtstadt die Themen Verkehr und Mobilität, soziale Komponenten wie Wohnen und Versorgung, Stadtraum und Stadtökologie (Freiräume und deren Funktion, Städtebau, Stadtgrün, Energie, Nachhaltigkeit) Baugeschichte und Denkmalschutz, Kultur und Medien, sowie Gewerbe, zu dem die Entwicklung der Einzelhandelsflächen, Büroflächen und die Entwicklung des Tourismus gehören. Alles wird dabei immer unter der Prämisse betrachtet, dass die Identität der Stadt nicht verloren gehen darf.

Die Workshops des WerkStadtForum City West

Zu den Workshops des WerkStadtForum City West kommen ca. 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. „Wir haben nicht nur Unternehmer, Politiker und Verbände, sondern auch die Kirchengemeinde und Vertreter der Universitäten für eine Zusammenarbeit gewinnen können“, sagt Gottfried Kupsch, Vorstand der AG City e.V. „Damit haben wir die organisatorischen Voraussetzungen, um für die City West einen umfassenden Raumkonsens zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden, wie wir ihn im Grunde auch für ganz Berlin bräuchten.“

Dem 16-köpfigen Kuratorium gehören unter anderem Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Gottfried Kupsch von der AG City e.V., Jochen Brückmann von der IHK, Michael Knoll vom VBKI sowie Tim Heide vom Werkbund an.

Dem Kuratorium gehören ferner an:

  • Andreas Schulten (bulwiengesa)
  • Christoph Langhof (Langhof Architekt)
  • Stefan Jäckel (ST raum a)
  • Sebastian Seelig (BuroHappold Engineering)
  • Dr. Wolfgang Schäche (Beuth Hochschule)
  • Matthias Blessing (Fachanwalt für öffentliches Baurecht)
  • Stephan Allner (DIE WOHNKOMPANIE)
  • Benedikt Scholler (Drees & Sommer)

„Das Kuratorium soll als ein fachliches Gremium alle Prozesse des Forums begleiten und durch Anregungen und Hinweise verbessern sowie die Inhalte präzisieren und schärfen, um Ergebnisse zu erreichen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden können“, sagt Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. „Das Kuratorium ist jedoch nicht Entscheidungsträger hinsichtlich der Beurteilung und Genehmigung von Projekten.“ Diese Aufgabe stehe allein dem Bezirk zu. Die Organisation und Moderation des WerkStadtForum City West liegt in den Händen von Caroline Lehmann und Wolf Uwe Rilke. (red)

„Berliner, kauft Euch Eure Stadt!“

Im Gespräch mit Jörg Widhalm, Generalbevollmächtigter der Berliner Volksbank

Seit dem Jahr 2000 ist Jörg Widhalm, Leiter des Bereichs Immobilien und Infrastruktur, für die Berliner Volksbank tätig. Angesichts anhaltender Niedrigzinsen, einer nach wie vor angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt sowie der Diskussion zum „Mietendeckel“ hat die BERLINboxx mit ihm über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven des Berliner Immobilienmarkts gesprochen.

Die Mietpreisspirale in Berlin dreht sich zwar immer weiter, aber in den vergangenen drei Jahren nicht mehr ganz so schnell wie noch zuvor. Dennoch raten Sie zum Kauf von Wohneigentum. Warum?

Ganz einfach: Weil die Voraussetzungen dafür derzeit recht günstig sind. Zwar haben auch die Immobilienpreise in Berlin inzwischen einen historischen Höchststand erreicht – aber da man das zum Kauf benötigte Kapital derzeit für absolute Niedrigzinsen von deutlich unter zwei Prozent für 15 oder gar 20 Jahre angeboten bekommt, sollte man ernsthaft überlegen, eine Eigentumswohnung zu erwerben, statt weiter zu mieten.

Obwohl der „Mietendeckel“ dafür sorgen soll, dass die Mieten in den nächsten fünf Jahren nicht erhöht werden dürfen?

Ja – denn zum einen wissen wir heute noch nicht, wie es nach dem Ablauf der Fünf-Jahres-Frist weitergehen wird. Und zum anderen sprechen allein die nackten Zahlen für einen Immobilienkauf:  Ein Netto-Haushaltseinkommen von 3.200 Euro vorausgesetzt, zahlt man für eine 75 Quadratmeter-Neubauwohnung bei einem Preis von 5.000 bis 6.000 Euro pro Quadratmeter und einer Kreditlaufzeit von 15 Jahren letztlich nur rund zehn Euro pro Quadratmeter inkl. Warmen Hausnebenkosten. Davon können Käufer in Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder München nur träumen.

Angesichts der Wohnungsknappheit in Berlin fragt sich nur, wo solche Wohnungen zu finden sein sollen…

wir sind bei der Suche gerne behilflich. Wobei potenzielle Immobilienkäufer vor allem eines wissen sollten: Sie müssen bereit sein, auf eine gewisse Flexibilität zu verzichten und mindestens die nächsten zehn Jahre in der Stadt wohnen bleiben zu wollen. Andernfalls ergäbe ein Wohnungserwerb kaum Sinn. Wer aber sogar noch länger die eigene Immobilie bewohnt, der zahlt in 20 Jahren weniger als ein Mieter. Selbst das Zinsänderungsrisiko ist am Ende einer Laufzeit von 15 Jahren aufgrund der dann bereits erfolgen Tilgung relativ überschaubar.

Die Wohneigentumsquote liegt bundesweit bei 45 Prozent, in Berlin bei lediglich 18 Prozent. Sollte und könnte die Politik insofern vielleicht etwas nachhelfen?

Es ist nicht die Aufgabe der Berliner Volksbank, in dieser Richtung entsprechende Empfehlungen zu geben. Doch würde die eine oder andere Maßnahme gewiss nicht schaden — wie beispielsweise das Bereitstellen brachliegender Flächen als Bauland. Denn was auch nicht zu unterschätzen ist: Wenn Menschen Wohneigentum kaufen und selbst bewohnen, dann bleiben sie ihrer Region treu. Man könnte auch sagen: Berliner, kauft Euch Eure Stadt! Denn auf diese Weise gehört Berlin auf lange Sicht hin den Eigentümern – die auch in Berlin wohnen. Das Thema Mietsteigerungen hätte sich dann mehr oder weniger erledigt.

Manche Experten warnen bereits vor einer drohenden Immobilienblase…

Das halte ich für Unsinn. Denn eine Immobilienblase droht nur dann, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt – und tatsächlich ist es genau andersherum. Außerdem zeichnet sich eine Blase dann ab, wenn Immobilien innerhalb relativ kurzer Zeit weiterveräußert werden. Auch das ist in Berlin derzeit bei Eigentumswohnungen nicht der Fall. Wer sich heutzutage eine Wohnimmobilie kauft, der behält sie auch.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen sollten: Wie wird es um den Berliner Immobilienmarkt in zehn Jahren bestellt sein?

Da bin ich nach wie vor optimistisch. Vorausgesetzt, dass die Politik nicht durch drastische Maßnahmen in den Markt eingreift, erscheint mir eine Wertsteigerung von 20 Prozent in den nächsten zehn Jahren durchaus realistisch. Das wäre immer noch deutlich weniger Wachstum, als wir es bereits in den zurückliegenden vier Jahrzehnten zu verzeichnen hatten. (fs)

Nach erbittertem Streit in der rot-rot-grünen Koalition – Mietendeckel wird durchgesetzt

Der monatelange Kampf von SPD, Linken und Grünen um den geplanten Mietendeckel scheint gewonnen – zumindest in Teilen. Noch im September hatte der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, den landesrechtlichen Mietendeckel als verfassungswidrig beschrieben. Nun schätzt die Senatsverwaltung für Inneres den Gesetzesentwurf größtenteils als verfassungskonform ein.

SPD, Linke und Grüne bekommen ihren Mietendeckel

Die Durchsetzung der Mietobergrenzen sind für die rot-rot-grüne Koalition ein großer Erfolg. Durch den Mietendeckel soll eine Erhöhung der Wohnraumpreise rückwirkend ab dem 18. Juni 2019 für fünf Jahre pausiert werden. Dennoch ist eine jährliche Mieterhöhung um 1,3 Prozent künftig dann möglich, wenn die betroffenen Wohnungen unter den geplanten Mietobergrenzen liegen.

Auch die mietrechtlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bestätigen eine Verfassungskonformität des Gesetzesentwurfs. So existieren keine preisrechtlichen Vorgaben, die dem Mietendeckel im Weg stehen könnten.

Forderung nach Mietsenkung wird abgelehnt

Kritisch sieht die Senatsverwaltung für Inneres aber die rückwirkende Einfrierung der Mieten. Die Umsetzung dieses Vorhabens erweist sich vor allem bei Staffelmieten, deren regelmäßige Erhöhung bereits fest im Mietvertrag verankert ist, als schwierig.

Auch der Gesetzentwurf von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zur Mietsenkung bleibt weiterhin in der Kritik. Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Senatsverwaltung für Inneres halten den Plan Lompschers für verfassungswidrig.

Wohnungswirtschaft mit dem Mietendeckel auf Kriegsfuß

Weniger glücklich über den geplanten Mietendeckel zeigt sich die Wohnungswirtschaft (GdW). Für den Präsidenten des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, Axel Gedaschko, stellen die Pläne der SPD eine Gefahr für das Wohnen in der Hauptstadt dar: „Die Positionen der SPD-Fraktion zum Thema Mietrecht sind keine Basis dafür, mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen und hätten negative Folgen für Vermieter und Mieter“.

Aus diesem Grund möchte die GdW eine Öffentlichkeitskampagne auf den Weg bringen, um sich gegen den Mietendeckel auszusprechen. Laut einem Schreiben der GdW, das der Berliner Zeitung vorliegt, sei es das erklärte Ziel, „die Wohnungswirtschaft nicht länger von denjenigen diskreditieren zu lassen, die uns als Miethai sehen wollen, der sich am schmalen Einkommen der Mieterinnen und Mieter mästet“. (sz)

W5 Group erteilt Zusage von 500 Millionen Eigenkapital für INNOVATIVE LIVING Portfolio in USA

Die W5 Group, das Investmentvehikel des Family Office von Ralph Winter, mit Sitz in Miami, New York und Zug, hat mit der Akquisition eines neu errichteten Gebäudes in Washington, D.C. mit mehr als 500 Betten, den Aufbau Ihres INNOVATIVE LIVING Portfolios begonnen.

INNOVATIVE LIVING: Erlebnis statt Besitz

Für die erste Phase des Portfolioaufbaus stehen 500 Millionen Eigenkapital von der W5 Group zur Verfügung.
INNOVATIVE LIVING entwickelt sich zu dem am stärksten wachsenden Geschäftsfeld im Bereich der „Sharing and Innovative Economies“. Die Generation der Millenials und der Generation Z fokussieren mehr das Erlebnis als den langfristige Besitz. Das wird zu großen Veränderungen der bestehenden Wohn- und Arbeitskultur führen.

Neue Assetklasse mit Coming-Home-Gefühl

Daher investiert die W5 Group in Projekte, die ein Gemeinschaftsgefühl schaffen. Durch aktiv gemanagte Programme werden Kundentreue und besondere Zufriedenheit erreicht.

Hierbei wird ein neues „Coming Home” Gefühl vermittelt, was im Gegensatz zur emotionalen Verödung in der Social-Media-Welt besonders nachgefragt wird. Diese neu entstehende Assetklasse produziert langfristig stabile Erträge, die deutlich über denen von vergleichbaren Modellen liegen.

Neues Projekt in Washington, D.C.

Das kürzlich in Washington, D.C. erworbene Projekt „The Highline at Union Market “ ist ein auf 32.000 Quadratmetern gemischt genutzter Neubau. Ein Mix aus Co- und Micro-Living, verbunden mit einem großen Angebot von High-End- Fitness und Yoga-Studios. Eine Co-Working Einrichtung mit einem gemeinsam nutzbaren Infinity-Pool mit Barbecue und großzügigen Lounge-Flächen runden das Angebot ab. Diese können für gemeinschaftliche Events genutzt werden können. Im Erdgeschoss befinden sich kleine Einzelhandelsflächen mit auf die Zielgruppe zugeschnittenen Angeboten.

Das Kunstprogramm „Instagramable Moments” schafft eine einzigartige Atmosphäre, deren Kern das gemeinsame Erlebnis ist.

Lifestyle der Zukunft

„INNOVATIVE LIVING trifft genau den Punkt, der sich verändernden Wohn und Erlebniswelt der neuen Generation“, so Ralph Winter, Gründer der W5 Group. „Leben in der Großstadt in der Mitte des Geschehens, verbunden mit gemeinsamen Erlebnissen mit Freunden – das wird den Lifestyle der Zukunft prägen. Das Konzept des Mieters transformiert sich in den des Konsumenten, der fühlt was er will und weiß, was er nicht will. Ich bin sicher, das sich dieser Trend schon bald in eine feste Assetklasse entwickeln wird, vergleichbar mit dem studentischen Wohnen Anfang der 2000er. Wir sehen uns im Bereich INNOVATIVE LIVING als First Mover und planen den Aufbau eines großen Portfolios in den USA, Europa und Asien.“ (red)

Höhere Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte – Wohnungslosigkeit in Berlin bekämpfen

Wer in Berlin aktuell eine Wohnung sucht, muss sich in Geduld, Beharrlichkeit und Belastbarkeit üben. Hohe Mieten und ein genereller Wohnraummangel sind in der Hauptstadt seit Jahren ein großes Problem.

Besonders hart trifft der angespannte Wohnungsmarkt allerdings sozial benachteiligte Menschen, die oft keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, ist sich sicher, dass eine Erhöhung der Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte zum 1. Oktober die Lage entschärfen wird: „Mit der jetzigen Anhebung der Mietzuschüsse müssen sich noch weniger Menschen sorgen, dass ihre Miete nicht mehr vollständig vom Jobcenter oder vom Sozialamt übernommen wird. Wir wollen, dass auch die Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, in ihren Wohnungen bleiben können und nicht an den Rand der Stadt gedrängt werden.“

Positive Entwicklung bereits im ersten Halbjahr 2019

Die Mietzuschüsse und generellen Verbesserungen der Ausführungsvorschrift Wohnen (AV-Wohnen) zeigten bereits im ersten Halbjahr 2019 ihre Wirkung. Acht Prozent weniger Menschen mussten aus finanziellen Gründen ihre Wohnungen verlassen. Dazu haben auch Sonder- und Härtefallzuschläge sowie der Umzugsvermeidungszuschlag beigetragen, in deren Fällen die Miete vollständig übernommen wird.

Mietzuschüsse – Erhöhung der Richtwerte und Klimabonus

Die Richtwerte der Bruttokaltmiete steigen abhängig von der Größe des Haushalts um drei bis sieben Prozent an. Berechtigte erhalten also zukünftig mehr Geld, um weiterhin ihre Wohnung finanzieren zu können. Außerdem bekommen Menschen, die energetisch sanierte Wohnungen beziehen, einen Klimabonus – der Richtwert erhöht sich in diesem Fall also nochmal.

Neben dem allgemeinen Anstieg der Richtwerte wurde die AV-Wohnen auch in anderen Punkten verbessert. Besonders für die rund 36.000 Wohnungslosen, die aktuell darauf warten, bezahlbare Wohnungen zu beziehen, soll sich die Situation jetzt verbessern. Sie dürfen die Richtwerte zukünftig um mehr als 20 Prozent überschreiten. Gewinner der Neuerungen sind neben Familien auch Alleinerziehende. Aufgrund der Erhöhung der Grenzwerte liegen inzwischen fast 60 Prozent der Bestandmieten von Alleinversorgern innerhalb der Richtwerte. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um die Wohnungslosigkeit in der Hauptstadt weiter zu reduzieren. (sz)

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