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Berliner Immobiliengespräch: Bauen oder nicht bauen, das ist nicht die Frage!

„Politiker sind feige und denken nicht an die nächste Generation, sondern nur an die nächste Wahl!“ Mit dieser Aussage von Andreas R. Becher, Vorsitzender des BDA Berlin war der Ton gesetzt und eine kontroverse Diskussion entspann sich im Rahmen des 7. Berliner Immobiliengesprächs der W&R Immocom, das diesmal den Titel „Zwischen Enteignung und Überforderung: Ist der Berliner Wohnungsmarkt noch zu retten?“ trug.

Dazu diskutierte Moderator Christian Hunziker, Fachjournalist und Autor, mit prominenten Größen der Immobilienwirtschaft und begrüßte neben Christoph Gröner, Vorstand der CG Gruppe und Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Frakion im Berliner Abgeordnetenhaus, den ZIA-Geschäftsführer Klaus-Peter Hesse, Andreas R. Becher, Vorsitzender des BDA Berlin und Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG.

 

„Wohnungsbaupolitisch ist es fünf nach zwölf!“

Raed Saleh sparte in seinem Vortrag nicht an Kritik am linken Koalitionspartner und Bausenatorin Lompscher: „Wohnungsbaupolitisch ist es hier in Berlin fünf nach zwölf! Wohnungsbau ist die soziale Frage dieses Jahrzehnts. Der Senat hat die Aufgabe schnell und zügig zu bauen, diese Lust zu Bauen vermisse ich bei den LINKEN, das machen wir in regelmäßigen Gesprächen auch deutlich.“ Dabei forderte der SPD-Fraktionschef auch regulierende Maßnahmen und sprach sich erneut für die Mietpreisbremse aus. „Eigentum verpflichtet! Es sind vom Staat Maßnahmen zu ergreifen, sodass auch Unternehmer begreifen, es gibt einen Anspruch auf Rendite, nicht aber auf Gier!“

Raed Saleh

Raed Saleh: „Eigentum verpflichtet!“ | Foto: W&R Immocom

Christoph Gröner: „Das Bauen muss billiger werden!“

Widerspruch kam zunächst von Christoph Gröner, Vorstand der CG Gruppe und seines Zeichens größter Mietwohnungsentwickler Deutschland: „Wir müssen das Bauen billiger machen, denn nur dann kann man Wohnraum günstig anbieten. Letzten Endes bauen wir noch wie schon vor 2.000 Jahren.“ Erklärtes Ziel des Unternehmens ist die Schaffung günstigen Wohnraums durch digitales Bauen (BIM/serielle Bauteilfertigung) unter Einbindung technologischer und ökologischer Innovationen wie CO2-neutralen Heizsystemen, die die gesetzlichen Vorgaben deutlich unterschreiten. Im Rahmen großräumiger Quartiers- und Stadtteilentwicklungen werden Neubauten geschaffen sowie Industrie-, Bürogebäude und Hochhäuser zu modernen Wohn-, Arbeits- und Lebensräumen umgestaltet. In Erfurt realisiert die CG Gruppe das größte Fertigbauteilwerk der Welt.

Christoph Gröner | Foto: W&R Immocom

Nutzlose Mietpreisbremse?

Die anschließende Podiumsdiskussion griff die angesprochenen Punkte auf und kam schnell zu dem Konsens, dass es ohne Bauen nicht geht. ZIA-Chef Klaus-Peter Hesse sagte an die Adresse von Raed Saleh: „Sie bekämpfen nicht die Ursachen, sondern lediglich die Symptome und das auch noch mit Maßnahmen, die wirkungslos sind und nichts bringen – so wie die Mietpreisbremse.“ Saleh bot im Gegenzug Gesprächsbereitschaft an und schlug vor, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Christoph Gröner entgegnete, dass er schon seit fast zehn Jahren in Berlin aktiv sei, aber noch nie ein ernsthaftes Gesprächsangebot für die Klärung von Grundsatzfragen durch die Politik bekommen habe.

 

„Bauen wird in Berlin zunehmend unattraktiv“

Für Siegfried Nehls ist Bauen schlichtweg alternativlos: „Wir müssen doch über den Kern des ganzen Themas sprechen. Sämtliche durch die Politik ergriffenen Maßnahmen schaffen keine einzige weitere Wohnung. Es kommen jedes Jahr viele Menschen in die Stadt, entweder werden dadurch die Bestandsbewohner verdrängt oder wir schaffen Wohnraum für diese Menschen. Ich bin schon lange in Berlin und liebe die Stadt, hier zu bauen wird aber zunehmend weniger attraktiv für Entwickler.“ Die Diskussionsrunde schloss sich der Aussage an und forderte eine Verbesserung der Atmosphäre und die Bereitschaft, Investoren und Entwickler als Partner und nicht als Gegner zu sehen. „Den Entwicklern den Schwarzen Peter zuzuschieben ist politisch motiviert und führt zu nichts. Denn wir sind diejenigen, die die Wohnungen letzten Endes bauen“, so Christoph Gröner.

Tempelhofer Feld und Kleingartenflächen als Bauland ausweisen?

Für den Architekten Andreas R. Becher hat Berlin genügend Potenzial für den Bau von Wohnungen aller Preisklassen: „Das Tempelhofer Feld ist die größte innerstädtische Freifläche der Welt. Einen solchen Luxus leistet sich keine andere Stadt. Hinzu kommen die unzähligen Kleingartenanlagen im Stadtgebiet, über denen fett ‚Baulandreserve‘ steht. Diese Flächen gehören der Stadt und damit uns allen, es profitieren jedoch nur wenige. Diese Flächen müssen in die Überlegungen einbezogen werden.“ Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner würde im wohl in diesem Punkt zustimmen, wie eine Umfrage aus dem Sommer dieses Jahres gezeigt hat. Für Raed Saleh ist das jedoch kein Thema, seine SPD-Fraktion bekennt sich eindeutig zu dem Erhalt von Kleingartenflächen. „Wir kommen nicht weiter, wenn wir uns bei diesem wichtigen Thema ideologische Gedankenbarrieren auferlegen“, widersprach Becher.

„Ein Thema, über das sich noch stundenlang diskutieren ließe“, so Moderator Hunziker zum Schluss der Runde. Einigkeit besteht über die Tatsache, dass man dringend bauen muss und diese Herkulesaufgabe nur gemeinsam schultern kann – der Weg dahin bleibt jedoch weiter umstritten. (ak)

 

 

 

 

Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate repräsentiert Berlin in China

Shanghai ist die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China und eine der größten Städte der Welt. Jedes Jahr wird dort die Luxury Property Show abgehalten, die führende Messe für Luxusimmobilien im Reich der Mitte. Da China ein zunehmend interessanter Markt für Berliner Immobilien ist, muss Berlin in China natürlich verteten sein!

Die dreitägige Veranstaltung findet im Shanghai Exhibition Center im Herzen von Shanghai statt und hat sich das Ziel gesetzt, chinesischen Anlegern einige der weltweit außergewöhnlichsten Immobilien vorzustellen. Die Veranstaltung umfasst die anspruchsvollsten und renommiertesten Luxusmarken für Immobilien und fördert den Kontakt zwischen chinesischen Investoren und den bedeutendsten Immobilienexperten der Welt. Denn die Teilnahme an der Show ist nicht selbstverständlich, nur die renommiertesten Immobilienunternehmen der Welt haben die Möglichkeit, Ihre Unternehmen und Produkte potenziellen chinesischen Anlegern vorzustellen.

Berlin zu Gast in Shanghai

Mittendrin sind in diesem Jahr die vielfach international ausgezeichneten Berliner Immobilienprofis von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate. Das Unternehmen konzentriert sich auf den chinesischen Markt und vermittelt Berliner Immobilien an Käufer aus dem Reich der Mitte. Dabei bietet Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real durch die Tochtergesellschaft EichenGlobal Käufern die Möglichkeit, umfassende After-Sales-Services in Anspruch zu nehmen.

Vor Ort in Shanghai: Carsten Heinrich, CEO von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate | Foto: Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate

Vor Ort in Shanghai: Carsten Heinrich, CEO von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate | Foto: Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate

 

„Berlin genießt ein hohes Ansehen in China”, sagt Carsten Heinrich, CEO von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate. „Als Anlagemarkt profitiert die Stadt von der politischen und sozialen Stabilität, die wir in Deutschland haben. Hinzu kommen die hohen Renditechancen in der Hauptstadt, die den hiesigen Immobilienmarkt für chinesische Investoren zunehmend attraktiv machen. Es ist uns eine große Ehre, Berlin in diesem exklusiven Rahmen hier in Schanghai zu repräsentieren.“

Die Welt zu Gast in China | Foto: Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate

Die Welt zu Gast in China | Foto: Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate

Niederlassungen in Fernost für direkten Kundenkontakt

Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in den Metropolen Chinas, um den direkten Dialog mit chinesischen Anlegern zu fördern. „Chinesen sind agile und flexible Anleger und sehen sich sehr bewusst nach lohnenden Investmentstandorten um. Verglichen mit London oder Peking sind Immobilien in Deutschland geradezu Schnäppchen“, so Heinrich.

Die Entwicklung des Immobilienmarktes und die Prognosen sind hierzulande sehr stabil. In erster Linie sind derzeit Berlin als die deutsche Hauptstadt und Frankfurt als Finanzmetropole attraktiv für internationale Anleger. „Chinesische Anleger sind an einem problemlosen Investment interessiert. In diesem Zusammenhang legen sie natürlich einen großen Wert auf eine unkomplizierte Vermietung“, sagt Heinrich. „Dabei besteht oft ein immenser Informationsbedarf.“

Erst im Frühjahr dieses Jahres ist das Immobilienunternehmen eine Kooperation mit Warren Buffetts Berkshire Hathaway HomeServices eingegangen, um damit die idealen Voraussetzungen für die weitere internationale Expansion zu schaffen. (red)

Wohnraum Berlin: FDP fordert Aufstockung von Bestandsgebäuden

Die Berliner FDP-Fraktion hat den Senat aufgefordert, mit dem Sofortprogramm „10.000 Dächer für Berlin“  mehr Wohnraum für Berlin zu schaffen, um der grassierenden Wohnungsnot entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck sollen nicht ausgenutzte Dachgeschosse und Bestandsgebäude genutzt werden.

Die FDP-Fraktion fordert, Bestandsgebäude im innerstädtischen Bereich um ein weiteres Vollgeschoss aufzustocken. Vorausgesetzt, dass dies möglich ist und keine zwingenden Gründe, wie etwa die Statik oder der Denkmalschutz, dem Vorhaben entgegenstehen. In einigen Fällen könnte man sogar zwei Stockwerke aufstocken.

Zahlreiche Vorschriften für Aufstockungen

„Ein Baustein, um dem Wohnungsmangel in Berlin zu begegnen, ist neben dem Neubau von Wohnungen auch die konsequente Nutzung des bestehenden Potenzials. Dabei spielt die Aufstockung von Häusern und der Ausbau von Dachgeschossen eine wichtige Rolle“, so Stefan Förster, Sprecher für Bauen, Wohnen und Denkmalschutz in der FDP-Fraktion. Hier müsse Berlin „Schrittmacher werden, unnötige bürokratische Hürden“ beseitigen und gesetzliche Vorgaben vereinfachen, sagte Förster weiter.

Mit dem Ausbau von Dachgeschossen und dem Aufstocken der Bestandsbauten könnten Zehntausende neue Wohnungen gewonnen werden. Jedoch verhindern bestehende rechtliche Vorgaben dieses Vorhaben. Beispielsweise fordern die Vorschriften unter anderem, dass es für Dachgeschosswohnungen neben dem normalen Treppenhaus einen zweiten Rettungsweg geben muss.

Die Suche nach Wohnraumpotenzialen

Die FDP sieht dringenden Handlungsbedarf im Sinne neuer Wohnperspektiven für die wachsende Stadt und will die Vorschriften der Berliner Bauordnung deshalb lockern, um dringend benötigten Wohnraum für Berlin zu schaffen. So sollen für die zusätzlichen Geschosse keine Aufzüge gebaut und Außentreppen, Rettungsplattformen und Rettungsschläuche als Rettungsweg zugelassen werden. Zudem sollten Straßenbäume für die Schaffung von Rettungswegen gefällt und beschnitten werden dürfen.

Erst im September hatte der Senat ein Handlungsprogramm zur Beschleunigung des Wohnungsbaus beschlossen, um verfügbare Wohnraumpotenziale in Berlin ausfindig zu machen.

SPD, Linke und Grüne haben sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, bis zum Jahr 2021 30.000 neue städtische Wohnungen bauen. Der „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030“ rechnet mit 194.000 zusätzlich benötigten Wohnungen. Laut Bauverwaltung startet bald ein Pilotprojekt zur Dachaufstockung, um neuen Wohnraum zu schaffen. Das hat Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) im Abgeordnetenhaus bestätigt. (red)

Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate mit International Property Award ausgezeichnet

Im Rahmen eines glamourösen Gala-Dinners im Londoner Savoy Hotel erhielt Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate den International Property Award in der Kategorie „Best Real Estate Consultancy Europe“.

Damit krönt das Berliner Immobilienunternehmen eine langjährige Tradition. Es kann sich in diesem Jahr über die höchste Auszeichnung, die Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate bisher erhalten hat, freuen. Die International Property Awards richten sich an Unternehmen, die in allen Bereichen der Immobilienbranche tätig sind. Eine Auszeichnungen mit einem der International Property Award ist ein weltweit renommiertes Gütesiegel und wird nur den erfolgreichsten Branchenführer zuteil.

Immobilienvermittlung on a new level

„Unser Ziel ist es, Immobilienvermittlung auf ein ganz neues Niveau zu heben“, sagt Carsten Heinrich, CEO von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate. „Daher sind wir äußerst stolz darüber, dass unsere Bemühungen durch einen solch bedeutenden Award gewürdigt werden.“

Im Fokus von Rubina Real Estate stehen nicht nur Käufer und Investoren aus Deutschland, sondern insbesondere auch Anleger aus China, Indien und dem Nahen Osten. Das Unternehmen verfügt über eine besondere Branchenkompetenz im Wohnungssektor. Des Weiteren tritt es als Berater für Banken, Kreditgeber und Projektentwickler auf. Im Frühjahr 2018 ist das Unternehmen eine Kooperation mit dem US-Branchenprimus Berkshire Hathaway HomeServices eingegangen und firmiert seither als Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate.

Mehrfacher Preisträger

Rubina ist mehrfacher Preisträger der renommierten International Property Awards, die jeden Herbst in London verliehen werden. In den vergangengen Jahren wurde das Unternehmen  in den Kategorien Real Estate Agency Germany und Property Consultancy Germany ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden ihm die Awards Best Real Estate Agency Marketing Europe und Best Property Consultancy Marketing Europe verliehen. (red)

Hochhäuser am Kurfürstendamm durch Baukollegium abgelehnt

Der österreichische Karstadteigner René Benko hat Großes mit der City West vor. Sein Unternehmen Signa Real Estate plant, aus dem Karstadtgebäude am Kurfürstendamm und den angrenzenden Gebäuden ein Stadtquartier zu machen. Vorgesehen sind drei Hochhäuser mit einer Höhe von 100 bis 150 Metern. Signa stellte nun die Pläne erstmals im Baukollegium von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor. Die lehnte das Vorhaben in der jetzigen Form jedoch ab. „Städtebaulich müssen wir sagen: so nicht“, sagte Lüscher nach der Beratung des Kollegiums.

Das ursprüngliche Konzept sah eine Bebauung des Areals zwischen Kurfürstendamm, Ranke- und Augsburger Straße mit einer Nutzung überwiegend als Shopping-Mall vor. Die Idee eines Einkaufscenters wurde aber mittlerweile verworfen. Statt einer Shopping-Mall will Signa nun ein ganzes Quartier mit einer Mischnutzung aus Büro, Handel, Hotel, Handel, Gesundheit, Fitness, Kultur und einem kleinen Wohnanteil  entwickeln. Wohnungen sollen allerdings nicht in den Hochhäusern,  sondern im denkmalgeschützten Agrippina-Haus an der Rankestraße, realisiert werden.

Fünf verschiedene Varianten

Dafür stellte Signa dem Baukollegium  fünf verschiedene Varianten einer möglichen Bebauung vor. Zwei davon sahen drei Hochhäuser vor, drei Varianten schlugen nur zwei Hochhäuser in verschiedenen Höhen vor.

Die durch Signa favorisierte Variante sind drei Türmen in einer Höhe von 100, 120 und 150 Metern. Die Sockelgeschosse sollen in einer  Gebäudehöhe von 22 Metern entstehen, die Planung sieht außerdem eine Verbindung der Türme durch eine durchgängige öffentliche Terrasse vor. Signa plant, für das Projekt eine knappe Milliarde Euro zu investieren. Die Bauphase wird für drei bis fünf Jahre veranschlagt.

Baukollegium fordert eine ganzheitliche Herangehensweise

Senatsbaudirektorin Lüscher lehnt Hochhäuser nicht per se ab, fordert jedoch eine Gesamtbetrachtung der City West: „Wir haben große Bedenken, ausgerechnet an diesem relativ intakten Block direkt am Kurfürstendamm mit Hochhäusern zu beginnen“, so Lüscher. „Für Hochhäuser braucht es nach Meinung des Kollegiums zudem eine politische Willensbildung.“ Signa zeigt Bereitschaft zum Kompromiss und will nachbessern.

Die Diskussion um eine adäquate Entwicklung des Kurfürstendamms hat gerade erst begonnen. Senatsbaudirektorin Lüscher kündigte für Ende nächsten Jahres den lange erwarteten Hochhausentwicklungsplan für Berlin an. Den hatte das Berliner Abgeordnetenhaus bereits im April 2017 beauftragt. (red)

Berlin auf Platz 11 der wichtigsten Technologiestandorte der Welt

Das Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank hat die 15 wichtigsten Technologiestandorte der Welt ermittelt. Laut dem Bericht soll die nächste Technologiewelle zwei wichtige Trends vorantreiben: Zum einen würde die Nachfrage des Sektors die Vermietungsmärkte entscheidend mitbestimmen, zum anderen soll sich der Innovationsgedanke der Branche zunehmend auf Unternehmen aus anderen Marktsegmenten übertragen.

Vor diesem Hintergrund müssten Unternehmen vor allem das Ziel verfolgen, die Experten für sich zu gewinnen, die in der Lage sind, das Wachstum anzukurbeln, den technologischen Wandel umzusetzen und zukunftsfähige Organisationen zu etablieren. Dementsprechend ist ein zunehmend wichtiger Aspekt die Identifizierung von Standorten, an denen kreative Talente zusammenkommen. Der Bericht prognostiziert, dass sich Unternehmen an diesen Orten ansiedeln werden, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Der Knight Frank Tech City Index

Diesen Prozess der Standortidentifikation will der Knight Frank Tech City Index unterstützen. Mit sechs unterschiedlichen Analysekategorien hat das internationale Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank die 15 bedeutendsten Technologiestädte ermittelt. Diese Städte stehen ganz oben auf der Liste potenzieller Standorte für diejenigen, die Zugang zu Spezialisten suchen, die in den kommenden fünf Jahren die nächste Technologiewelle vorantreiben und implementieren werden. Diese Städte verfügen über die Arbeitskräfte, die die Unternehmensumwandlung am besten unterstützen können. Berlin schafft es im Ranking auf Platz elf.

Berlin auf Platz 11 – mit Luft nach oben

Es ist nicht verwunderlich, dass Berlin unter den wichtigsten Technologiestandorten weltweit steht. „Die hervorragende Infrastruktur Berlins sowie das stetige Wachstum der Start-up Szene wurden viele Jahre nur als Begleiterscheinung angesehen. Heute sind dies die beiden wichtigsten Kriterien im Gesamtranking“, so Ole Sauer, Managing Partner von Knight Frank und verantwortlich für den Berliner Standort. „Ich bin mir sicher, dass Berlin das Potential für eine Position in den Top 6 hat und dies nicht erst in fünf Jahren, was die ungebremst starke Nachfrage von Tech-Unternehmen zeigt.“

Der Index basiert auf sechs für Technologiestandorte entscheidenden Schlüsselfaktoren: Bildungsinfrastruktur, der Präsenz von Spezialisten, der Start-up-Kultur, dem Tech-basierten Wachstum, der Innovationsfähigkeit und der Smart-City-Infrastruktur.

San Francisco ist Spitzenreiter

Diese Städte stehen sollen vor allem für Unternehmen interessant sein, die einen Zugang zu Innovationstreibern suchen:

01. San Francisco
02. London
03. Singapur
04. New York
05. Boston
06. Los Angeles
07. Amsterdam
08. Tokyo
09. Zürich
10. Seoul
11. Berlin
12. Paris
13. Stockholm
14. Sydney
15. Toronto

Drei neue Türme für den Ku’damm

Nach dem Scheitern des Shoppingcenterprojekts „Mall of Ku’damm“ auf dem Gelände von Karstadt am Kurfürstendamm wurde es leise um dortige Baupläne. Der Investor Harald Huth war 2017 nach mehr als zweieinhalb Jahren Planung für das Areal ausgestiegen. Dem Vernehmen nach gab es zuvor allerdings auch Meinungsverschiedenheiten unter den Investoren. Huth plante sechs Verkaufsetagen mit insgesamt 65.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für mehr als 200 Läden. Seine Geschäftspartner bezweifelten offenbar, dass genug Kunden in die oberen Stockwerke kommen würden. Nach nunmehr 1,5 Jahren hat die österreichische Signa-Gruppe, zu der auch die Karstadt Warenhaus GmbH gehört, neue Ideen. Sie möchte auf dem Gelände drei bis zu 150 Meter große Hochhäuser errichten. In der kommenden Woche will sie laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Konzept dafür vorstellen. Danach befasst sich das Berliner Baukollegium mit dem Vorhaben.

Gremium prüft zuerst die „grundsätzliche Eignung“ des Standorts

Bis zu der Sitzung will die Stadtentwicklungsverwaltung noch keine Bewertung abgeben. Generell gelte bei Hochhausprojekten, dass „jeder Bauherr eine gesamtstädtische Betrachtung erstellen“ muss. Das Baukollegium beurteile zunächst, ob ein Standort überhaupt geeignet ist. Nach einem positiven Votum seien bei Vorhaben, die mindestens 50 Prozent höher als Bauten in der nahen Umgebung werden sollen, ein Wettbewerb und ein Bebauungsplanverfahren nötig.

Karstadt-Warenhaus soll nicht abgerissen werden

Die Signa-Gruppe plant dem Vernehmen nach Büros, Hotels und Läden in den Hochhäusern. Im Erdgeschoss könnte es eventuell auch Läden und Lokale geben. Das achtstöckige Karstadt-Warenhaus mit fast 200 Mitarbeitern soll nach Angaben des Investors erhalten werden. Anfang der 1970er Jahre wurde es als „Wertheim“ eröffnet und vor zehn Jahren in „Karstadt“ umbenannt.

Die Präsentation am Montag, 03.12.2018, ab 15.30 Uhr im Hochhaus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, in der Württembergischen Straße 6 in Wilmersdorf, ist öffentlich (Anmeldung unter diesem Link). Nur an der anschließenden Beratung dürfen Gäste nicht teilnehmen. (kh)

2018 deutlicher Anstieg der Genehmigungen für Wohnungsbau

Gute Neuigkeiten: Die Neunmonatsbilanz des Statistischen Bundesamts (Destatis) verzeichnet ein deutliches Plus bei den Genehmigungen für den Wohnungsbau.

In den ersten neun Monaten von 2018 sind in Deutschland demnach 262.800 Wohnungen in Neu- und Bestandsbauten genehmigt worden. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent (+6.000 Genehmigungen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahlen beziehen sich sowohl auf den Neubau als auch auf Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.
Im Wohnungsneubau stiegen die Genehmigungen bis September um 3,2 Prozent auf 233.100 Einheiten. Dies sind 7.200 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie schon in früheren Destatis-Jahreszwischenbilanzen resultierte das Plus ausschließlich aus Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+8,3 Prozent), während die Genehmigungszahlen bei den Ein- und Zweifamilienhäusern um 0,9 Prozent bzw. 4,4 Prozent sanken.

Keine Trendwende trotz Zunahme an Genehmigungen?

Auch wenn die Bilanz auf den ersten Blick positiv ausfällt, warnen große Branchenverbände wie der BFW, IVD sowie der ZIA vor zu viel Begeisterung.

So sieht der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen trotz des Anstiegs keine Trendwende, sondern befürchtet, dass der Anstieg nicht nachhaltig genug ist. „Fast 60% der BFW-Mitglieder haben bei der aktuellen Konjunkturumfrage weiterhin verschlechterte Rahmenbedingungen für den Neubau festgestellt“, so BFW-Präsident Andreas Ibel.

Jürgen Michael Schick, Präsident des Maklerverbands IVD, bezweifelt, dass die „erfreuliche Tendenz“ dem Regierungshandeln zuzuschreiben ist. Die bisherige wohnungspolitische Bilanz sei „eher enttäuschend“. Unter anderem bei der geplanten Sonder-AfA für bezahlbaren Wohnungsneubau gebe es erheblichen Nachbesserungsbedarf.

380.000 Wohnungen pro Jahr sind nötig

Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, drängt auf ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz, um die Genehmigungszahlen weiter anzuheben. Nach Ansicht der Verbände müssten jährlich mindestens 380.000 neue Wohnungen auf den Markt kommen, um dem Wohnungsmangel zu begegnen.

Insgesamt lässt sich daher festhalten, dass trotz des positiven Trends das prominente Problem des Wohnraummangels in Deutschland nicht behoben ist. (red)

Richtkranz für das erste Typenhaus der STADT UND LAND gehoben

Der Rohbau des ersten STADT UND LAND-Typenhauses aus standardisierten Planungsmodulen steht: Zur feierlichen Hebung des Richtkranzes begrüßten die Geschäftsführer Ingo Malter und Anne Keilholz  die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher sowie Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf.

STADT UND LAND Richtfest Schkeuditzer Straße, 19.11.2018 v.l.: Dr. Christoph Landerer, Aufsichtsratsvorsitzender STADT UND LAND; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen; Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf; Uwe Freitag, Märkische Ingenieur Bau; Frank Arnold, Architekturbüro Arnold und Gladisch; Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND | Foto: Christian Kruppa

STADT UND LAND Richtfest Schkeuditzer Straße. v.r.n.l.: Dr. Christoph Landerer, Aufsichtsratsvorsitzender STADT UND LAND; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen; Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf; Uwe Freitag, Märkische Ingenieur Bau; Frank Arnold, Architekturbüro Arnold und Gladisch; Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND | Foto: Christian Kruppa

Bis zum Frühjahr 2020 werden an der Schkeuditzer Straße insgesamt 165 Mietwohnungen errichtet, von denen die Hälfte durch das Land Berlin gefördert wird.

Standardisierung des Wohnungsbaus durch Typenhaus

Das neue Wohngebäude ist ein Prototyp. Das Bauunternehmen märkische ingenieur bau GmbH entwickelte mit dem Architekturbüro Arnold und Gladisch als Generalübernehmer das von der STADT UND LAND vorgegebene Typenhaus weiter zu einem modularen Mauerwerksbau mit Stahlbeton Fertig- und Halbfertigteilen.

Die STADT UND LAND hat mit dem Typenhaus das wichtige Thema der Standardisierung des Wohnungsbaus aufgenommen – angesichts der Wohnungsknappheit ein dringendes Erfordernis, um zügig Wohnraum in großer Zahl zu schaffen. Zugleich macht das Verfahren möglich, die Kosten beim Neubau zu senken.

6,50 Euro pro Quadratmeter

Das erste Wohnhaus wird etwa 9.500 Quadratmeter Wohnfläche haben. Es entstehen Wohnungen mit 1 bis 4 Zimmern, die jeweils über Balkon oder Terrasse verfügen. 57 Wohnungen sind barrierefrei. Im Innenhof entstehen ein großer Spielbereich sowie 330 Fahrradabstellplätze, davon sind 276 überdacht. Die geförderten Wohnungen haben eine Einstiegskaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Mit der Hönower Weiherkette im Norden sowie weiteren Parks und Grünflächen in der Umgebung profitiert das neue Wohnensemble von seiner naturnahen Lage. Der Standort bietet eine dichte Infrastruktur mit Läden, Schulen und Kitas sowie eine gute Verkehrsanbindung. Der U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße befindet sich in fußläufiger Entfernung.

Schwerpunkt in Marzahn-Hellersdorf

Zum 31.12.2018 befinden sich 2.390 Wohnungen im Bau, für weitere 661 Wohnungen ist ein Baubeginn in 2019 geplant. Standort vieler Projekte ist Marzahn-Hellersdorf: Dazu zählen zum Beispiel 308 Wohnungen in der Louis-Lewin-Straße, die 2020 bezugsfertig sein sollen. In der Albert-Kunz-Straße/Louis-Lewin-Straße sind 284 Wohnungen geplant, sie sollen 2021 fertiggestellt sein. Bis Ende 2017 hat die STADT UND LAND insgesamt 1.093 neue Mietwohnungen gebaut, 287 davon in Marzahn-Hellersdorf.

Typenhäuser als Zukunft des Bauens

„Hier in Marzahn-Hellersdorf feiern wir heute Richtfest für das erste Typenhaus der STADT UND LAND. Modulares Bauen ermöglicht nicht nur die zügige Realisierung einer großen Anzahl von Wohnungen, sondern trägt auch dazu bei, die Kosten im Wohnungsneubau zu dämpfen. Beides ist angesichts des aktuellen Wohnungsbedarfs in Berlin von essentieller Bedeutung. Deshalb haben die städtischen Gesellschaften hierzu gemeinsam Wettbewerbe ausgeführt. Ich begrüße das Engagement der STADT UND LAND an dieser Stelle ausdrücklich und wünsche dem Projekt gutes Gelingen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.

„Wir freuen uns, dass dieses beispielhafte Projekt in unserem Bezirk entsteht. Marzahn-Hellersdorf ist seit über 40 Jahren Standort von Wohnensembles in modularer Bauweise. Die Altbestände wurden umfassend und sorgfältig saniert, das Wohnumfeld optimal aufgewertet. Ich wünsche mir, dass Singles und Familien schon bald einziehen und hier ein Zuhause finden“, fügt Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf hinzu.

Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, glaubt an die Zukunft des seriellen Bauens: „Wir glauben, dass der Neubau von Wohnungen mit dem von uns entwickelten Typenbau eine neue Dynamik entfalten kann und wollen das serielle Bauen an verschiedenen Standorten realisieren. Als kommunales Wohnungsbauunternehmen sehen wir uns in der Pflicht, so effizient und umfangreich wie möglich zur Schaffung neuen Wohnraums beizutragen. Wir gehen in unserer Planung davon aus, dass wir bis zum Jahr 2026 um etwa 10.530 Neubauwohnungen wachsen werden.“ (ak)

Arbeitskreis Vorkaufsrecht: Bezirke sollen voneinander lernen

Von allen Bezirken nutzte Friedrichshain-Kreuzberg bislang am häufigsten das sogenannte Vorkaufsrecht. In 16 Fällen erwarb der Bezirk Wohnkomplexe, die andernfalls privaten Investoren in die Hand gefallen wären. Daher erscheint es nur passend, dass sich der neu gegründete Arbeitskreis Vorkaufsrecht erstmalig im Rathaus Kreuzberg traf. Der Arbeitskreis Vorkaufsrecht dient dem Erfahrungsaustausch der Bezirke. Erklärtes Ziel ist es, sich bei der Anwendung des Vorkaufsrechtes zu unterstützen. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen den Bezirken, dem Senat und städtischen Wohnungsbaugesellschaften verstärkt und dadurch beschleunigt werden.

Bei der ersten Sitzung anwesend waren die Bezirke Tempelhof-Schöneberg, Mitte, Neukölln, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg. Mit Treptow-Köpenick sind dies auch die einzigen Bezirke, die das Vorkaufsrecht in der Vergangenheit anwandten. Mit diesem Instrument kann der jeweilige Bezirk in einen Gebäudeverkauf einsteigen, um die Mieter des zum Verkauf stehenden Gebäudes zu schützen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zu befürchten ist, dass der Käufer die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln möchte. Allerdings muss das Gebäude in einem der mittlerweile 45 Milieuschutzgebiete liegen. Zudem hat der Bezirk nur zwei Monate Zeit, um in den bestehenden Kaufvertrag einzusteigen.

Empfehlungen des Arbeitskreis Vorkaufsrecht

Um die knappe Frist zu umgehen, forderte der Arbeitskreis Vorkaufsrecht den Senat auf, einen revolvierenden Fonds einzurichten. Mithilfe des Fonds könnte eine direkte Ausübung des Vorkaufsrechtes durch das Land Berlin ermöglicht werden. Damit sind die Bezirke nicht mehr an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften gebunden und könnten mit einem zeitlich größeren Vorlauf den Weiterverkauf organisieren. Selbstverständlich würden die späteren Verkaufserlöse in den Fonds zurückfließen.

Doch setzen die Bezirke nicht nur auf das Vorkaufsrecht: Häufig kommt es gar nicht zum Kauf, die Bezirke drohen lediglich damit. Abwenden können die Käufer ein Eingreifen des Bezirks, wenn sie eine sogenannte Abwendungserklärung unterschreibt. Darin verpflichtet sich der Käufer, die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten. In der Realität bedeutet das meistens den Erhalt von Mietwohnungen und eine Begrenzung von Mietsteigerungen. Dahingehend empfiehlt der Arbeitskreis Vorkaufsrecht, Unterzeichner der Abwendungserklärung zur Anwendung der gesetzlichen Regelungen der Mietpreisbremse zu verpflichten.

Investorenspekulation verhindern

Obwohl diese Instrumente bereits seit Jahrzehnten im Baugesetzbuch verankert sind, werden sie erst seit Kurzem vermehrt angewandt. „Dass die Bezirke das Vorkaufsrecht immer häufiger ausüben, begrüße ich ausdrücklich“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Beispielsweise in der Eckerstraße 15 in Friedrichshain nutzte der Bezirk das Vorkaufsrecht und erwarb das Objekt mit 17 Wohnungen. Recherchen unter der Leitung von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) ergaben, dass eine Luxemburger Briefkastenfirma das Objekt erwerben wollte. Ihr Ziel sei es, Altbauten zu akquirieren, aufzuteilen und gewinnbringend weiter zu veräußern, so Schmidt. Dieses Beispiel zeige, wieso das Vorkaufsrecht als Instrument so unglaublich wichtig sei.

Umstrittene Maßnahmen

Allerdings ist die Effektivität der Instrumente umstritten. So bemängelte die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, man verschwende Geld, anstatt es in den Wohnungsneubau zu investieren. „Die Nutzung des Vorkaufsrechts schützt Mieter entgegen den ständigen Behauptungen der Linkskoalition nicht vor steigenden Mieten“, sagte Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der FDP.

Auch aus Koalitionskreisen gibt es Kritik am Vorkaufsrecht: Je Wohnung seien die Kosten im Vorkauf dreimal so hoch wie bei einem Neubau. „Dabei entsteht aber keine Neubauwohnung, sondern es geht um Mieterschutz“, kritisierte Volker Härtig, Vorsitzender des SPD-Fachausschusses Soziale Stadt. Denn durch den Erwerb von teuren Altimmobilien trägt das Land zusätzlich alle einhergehenden Modernisierungsrisiken. Bislang investierte das Land fast 100 Millionen Euro – Geld, was beim Neubau oder in den Bauämtern fehlt.

Laut Berechnungen des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg hätten mit der bereitgestellten Summe für den Ankauf doppelt so viele Wohnungen neu gebaut werden können. Für den Preis der 483 existierenden Wohnungen (durchschnittlicher Kaufpreis: 182.766 Euro) wäre ein Neubau von 1158 Wohnungen möglich (durchschnittlicher Preis: 76.200 Euro). Laut des Tagesspiegels vermuten Insider, dass der Senat mit den Maßnahmen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften unterstützen möchte. Anders als beim Wohnungsneubau können sie so ihre Bestände rasch aufstocken. Doch entsteht dadurch auch kein dringend benötigter Wohnraum.

Senatsfinanzverwaltung: „Es sind genügend Mittel vorhanden“

Reserviert äußerte sich auch die Senatsverwaltung für Finanzen gegenüber der Berliner Morgenpost: Die Forderung nach einem Fonds erwecke den Eindruck, als seien die gegenwärtigen Mittel nicht ausreichend, erklärte Sprecherin Eva Henkel. „Das ist aber nicht der Fall. Es sind genügend Mittel für die Ausübung des Vorkaufsrechts eingestellt, die noch lange nicht ausgeschöpft sind.“ Inwiefern sich der Senat auf die Forderungen der Bezirke einlässt, bleibt also ungewiss. (ke)

Veranstaltungen

Berliner Immobilienmesse 2019

Berlin wächst immer weiter. Die Nachfrage nach Wohneigentum im Großraum Berlin ist heute so groß wie nie.

Auf der Berliner Immobilien Messe präsentieren große und kleinere Berliner Wohnbauunternehmen ihr aktuelles Angebot. Die Besuchermesse richtet sich an alle, die eine Eigentumswohnung, ein Haus oder ein Grundstück zur eigenen Nutzung oder als Kapitalanlage erwerben möchten.

BFW Deutscher Immobilien Kongress 2019

Vernetzt im Bund – verwurzelt im Land, das ist die Stärke des BFW.
Die mittelständische Immobilienwirtschaft ist lokal verwurzelt und jeder BFW- Landesverband hat hier seine ganz eigenen Herausforderungen zu bewältigen.

Diese Herausforderungen auf Bundesebene sichtbar zu machen, den politischen Gestaltern Wege und praxisnahe Lösungen aufzuzeigen und diese mit ihnen zu diskutieren, ist Ziel unseres Kongresses. Was wir bereits erreicht haben, wie sich die starke Gemeinschaft des BFW entwickelt hat und wie wir uns in die politische Arbeit einbringen, stellen wir in der Mitgliederversammlung dar. Innerhalb der Mitgliederversammlung werden Vorstandswahlen stattfinden.

Mit Musik, Tanz und dem ein oder anderen kulinarischen Highlight lassen wir den Abend in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.

BFW-ImmoLounge

Netzwerken an außergewöhnlichen Berliner Orten – das bietet Ihnen die ImmoLounge des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg. Vorstand und Geschäftsführung lädt zur ImmoLounge ein und geben einen neuen Blick auf das sich wandelnde Berlin.

QUO VADIS 2019

In einprägsamen Vorträgen, kontroversen Gesprächsrunden und Networking auf höchstem Niveau stellen sich die Entscheider der Immobilienwirtschaft den drängenden Herausforderungen der Branche. Perspektiven, Antworten und Lösungen finden hier die Einordnung in die politische, globale und gesellschaftliche Dynamik. Jede Menge Interaktion, beeindruckende Sprecher und den wegweisenden Ausblick auf 2019/2020 werden 400 der einflussreichsten Stadtgestalter zusammen bringen und begeistern.

Property Management für Gewerbeimmobilien

Ihre Aufgabe besteht darin, gewerbliche Immobilien rentabel und investorenorientiert zu managen? Dieses Seminar vermittelt bewährtes Praxis-Know-how rund um das Property Management für Gewerbeimmobilien. Die Teilnehmer erarbeiten sich aktuelle Ansätze und Lösungsstrategien, um ihr Vermietungsmanagement zu stärken, die Zusammenarbeit und Prozesse mit internen/externen Partnern wie dem Asset Management und der Objektbuchhaltung zu verbessern sowie die Objektperformance zu steigern.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

15. Deutscher Handelsimmobilien-Kongress

Auf dem führenden Branchentreff zum Jahresauftakt erhalten die Teilnehmer die neuesten Insights zur Entwicklung der Handelsimmobilie in Zeiten der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung unserer Lebenswelt. Wie sich die Zukunft des stationären Handels gestaltet, wird intensiv beleuchtet: aus Händler- sowie aus Investorensicht.

Zum krönenden Abschluss des ersten Kongresstages werden innovative Shopkonzepte in den Kategorien Food · Fashion · Home · Out of Line · Concept Store sowie ein Sonderpreis ausgezeichnet.

Das eigene Haus

Auf der Immobilienmesse können Besucher sich über Hausbau, Hausfinanzierung, Wohneigentum und Energieeffizienz informieren.

Die Immobilienmesse bietet seit 26 Jahren einen umfassenden Überblick über alle Themen rund um die Themen Hausbau und Energie. Sie richtet sich an Besucher, die ein Eigenheim bauen oder ein Grundstück erwerben möchten. Rund 130 Aussteller informieren über Themen wie Hausbauplanung, Baufinanzierung, energieeffiziente Haustechnik und Küchenplanung.