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Berliner Konjunktur kühlt sich ab

Das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zeigt, dass der Geschäftsklimaindex der Berliner Wirtschaft zum zweiten Mal gesunken ist. Damit liegt er nun bei 137 Punkten. Im Sommer 2018 lag er noch bei 144 Punkten, Anfang 2019 bei 140 Punkten. Die Geschäftsaussichten werden von vielen Unternehmen skeptischer betrachtet als noch vor einem Jahr. Vor allem der Fachkräftemangel, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Energiepreise werden als Hauptursachen benannt.

Berliner Konjunktur: Geschäftsklimaindex weiterhin auf hohen Niveau

Der Geschäftsklimaindex setzt sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen zusammen. Aktuell beträgt der Geschäftslageindikator 54 Punkte, Anfang 2019 waren es 59 Punkte. Auch der Erwartungsindikator ist seit Jahresbeginn um einen Punkt und der Indikator für die Personalplanungen um zwei Punkte gesunken. Trotzdem befindet sich der Geschäftsklimaindex weiterhin auf einem hohen Niveau.

Sorge um Energiekosten erstmals gestiegen

Das größte wirtschaftliche Risiko sehen die Unternehmen im Fachkräftemangel, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Zudem ist die Sorge vor steigenden Energiepreisen erstmals gestiegen. Dieser Faktor war vor einem Jahr noch bedeutungslos gewesen. Auch der Inlandsabsatz bereitet mehr Unternehmern Sorgen als noch vor einem Jahr.

„In keiner Branche laufen die Geschäfte schlecht. Wir sehen eine Konjunkturdelle, keine konjunkturelle Krise“, so das Fazit von IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Die aktuellen Zahlen seien jedoch ein Weckruf für die Berliner Politik, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu sichern. Drei wichtige Punkte dafür wären eine digitale und kundenorientierte Verwaltung, die Auflösung des Investitionsstaus bei öffentlichen Auftragen und die Möglichkeit, dass die Berliner Wirtschaftspolitik wieder den Geist von Freiheit atmen kann. Mit Debatten um Enteignungen privater Unternehmen werde genau das Gegenteil erreicht, sagte Eder. (lb)

 

Positives Fazit nach IHK-Delegationsreise nach Tokio

Von Samstag, den 18. Mai bis Donnerstag, den 23. Mai, waren 27 Berliner Unternehmen und Vertreter von Verbänden mit dem regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller auf Delegationsreise in der japanischen Hauptstadt Tokio. Alle Anwesenden waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und zogen ein positives Fazit.

Die erste Möglichkeit mit potentiellen Partnern ins Gespräch zu kommen

Delegationsreisen bieten deutschen Unternehmen die Chance, ihren Zielmarkt zu erkunden und erste Geschäftskontakte zu knüpfen. Japan gehört zu den wichtigsten Berliner Exportmärkten mit vielen potentiellen Partnern. So reisten verschiedene Berliner Unternehmen, die auf der Suche nach einem Partner für Japan und den asiatischen Raum waren, in die Hauptstadt.

Konkreten Vereinbarungen wurden unterzeichnet

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Wirtschaftsdelegation lagen auf den Bereichen Urbanisierung/ Infrastruktur, Gesundheitswirtschaft und digitale Wirtschaft.

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin sieht Berlins Stärken eindeutig in den Bereichen Gesundheit, Digitales und Infrastruktur. Für ihn steht fest: „Die Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit werden von den Metropolen der Welt ausgehen. Berlin muss Teil davon sein und seinen Weg finden.“ Umso erfreuter ist er über die erfolgreichen Wirtschaftsgespräche die zur Unterzeichnung von konkreten Vereinbarungen geführt haben.

Auch die Alba Group und das japanische Unternehmen SEIU bestätigten zum Auftakt des Wirtschaftsforums Berlin Tokyo ihre Zusammenarbeit beim Bau einer Recyclinganlage in Japan. Umgekehrt plant der japanische Telekommunikationskonzern NTT Investitionen in Höhe mehrerer Millionen für den Bau eines Rechenzentrums in Berlin.

 „Die Metropolen werden zunehmend zu Treibern beim Klimaschutz und bei der Energiewende“

Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur hält die Zusammenarbeit der Metropolen ebenfalls für einen sehr wichtigen Schritt. Vor allem beim Klimaschutz und bei der Energiewende seien die Metropolen zunehmend die Treiber. „Berlin hat gute Chancen, mit Großstädten wie Tokio gemeinsame Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und Mobilität auf den Weg zu bringen“, sagte er.

Claus Biernoth, Vice President Sales der First Sensor AG, nutzte die Delegationsreise um den Aufbau einer japanischen Organisation für First Sensor zu prüfen und verschiedene Geschäftsmöglichkeiten mit namenhaften japanischen Unternehmen herauszuarbeiten.

Alle Beteiligten waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Tagung und blicken positiv in die Zukunft. „Erfahrungsgemäß braucht der Aufbau einer Partnerschaft Zeit, aber wir sind optimistisch, dass sich aus diesen Gesprächen mehr entwickelt“, so Leonhard Lischka, Geschäftsführer der Lischka GmbH und ebenfalls Teilnehmer der Delegation. (tf)

Konjunktur der Metropolregion Berlin-Brandenburg verliert an Schwung

Die Zeiten des Aufschwungs der Wirtschaft in der Metropolregion sind vorbei. So das Urteil der Industrie- und Handelskammern zur Konjunktur der Metropolregion.

Bericht der IHK Berlin und Brandenburg zur Konjunktur der Region

Die Industrie- und Handelskammern aus Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg sprechen davon, dass die Konjunktur in der Metropolregion Berlin-Brandenburg nicht mehr so ungetrübt sei. Laut dem Bericht sei der gemeinsame Konjunkturklimaindex bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen. Aktuell liegt er bei 134 Punkten, im Herbst 2018 lag er noch bei 138 Punkten. Zwar kann in diesem Bereich noch von einer Hochkonjunktur gesprochen werden, die Industrie- und Dienstleistungsunternehmen in den beiden Bundesländern beurteilen diesen Abschwung jedoch als Verschlechterung ihrer Lage und werden skeptischer, heißt es in dem Bericht weiter. Viele Unternehmen erwarten, dass die Wachstumsdynamik auch in den kommenden Monaten weiter abnehmen wird.

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen der Länder verhindern weiteren Aufschwung

Nicht nur die Konjunktureinflüsse durch die aktuelle Weltpolitik und der Fachkräftemangel stellen ein Risiko für die Unternehmensentwicklung dar. Vor allem wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen in der Metropolregion wie das öffentliche Vergaberecht seien das Hauptproblem, so die Aussage der Industrie- und Handelskammern. Sieben von zehn Unternehmen beteiligen sich nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen. Denn vergabefremde Kriterien und nicht immer marktgerechte Preise würden Aufträge der öffentlichen Hand unattraktiv machen.

„Wenn Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in der Metropolregion zunehmend als kritisch für die Entwicklung des Unternehmens einstufen, müssten in Politik und Verwaltung eigentlich die Alarmglocken läuten. Wenn sich dann auch noch die Konjunkturaussichten eintrüben, ist Handeln geboten. Die öffentlichen Investitionen müssen endlich auf den Weg gebracht, der Wohnungsbau beschleunigt und das Vergaberecht attraktiver gemacht werden. Vor allem jedoch braucht die Wirtschaft ein klares Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft seitens der Politik. Gedankenspielereien zur Verstaatlichung von Privateigentum schaden dem Standort und dass eine staatlich gelenkte Wirtschaft ökonomisch nicht funktioniert, dürfte die Vergangenheit hinreichend bewiesen haben“, fordert Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin.

(aw)