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TUNGO’s: Experimentelle Küche aus Berlins Mitte

The same but different, dahinter verbirgt sich die Vision eines jungen Gründers: Hussein Jezzini, der mit seinem Lifestyle-Café TUNGO‘s kulinarisch durchstartet. Seine Mission: experimentelles und ausgewogenes Essen in hipper und zugleich familiärer Atmosphäre wieder salonfähig machen.

Verweilen statt eilen

In Berlins Mitte trifft Tradition auf Moderne: Hier gibt es eine bunte und von multikulturellen Einflüssen geprägte Gastroszene. Mit seinem Lifestyle-Café TUNGO’s hat sich Besitzer Jezzini einen Traum erfüllt und betreibt sein Gewerbe mit viel Herzblut. Seit der Erstellung seines Businessplans im letzten Jahr hat sich viel getan. Mithilfe der tatkräftigen Unterstützung von Partnern wie Orderbird, Xucker und der Kaffeerösterei Berlin eröffnete der junge Gastronom Anfang Juli seinen Laden unweit des Hackeschen Marktes.

Gesund und bunt: Der Bulgur-Teller mit selbst gebackenem Xucker-Kuchen | Foto: TUNGO‘s

Gesund und bunt: Der Bulgur-Teller mit selbst gebackenem Xucker-Kuchen | Foto: TUNGO‘s

Kulinarische Köstlichkeiten

Die Liebe zum Essen verbindet die unterschiedlichsten Menschen und ist auch Teil seines Geschäftskonzepts. „Mir ist wichtig, dass meine Kollegen und ich mit den Kunden im Austausch bleiben, sodass wir auf ihre Bedürfnisse eingehen können“, so Jezzini. Aber er ist nicht nur ein aufmerksamer Gastgeber, sondern versteht auch etwas von seinem Handwerk: Ausgebildet wurde der gebürtige Libanese in der gehobenen Cuisine des Restaurants FACIL, das zum 5-Sterne-Designhotel Mandala am Potsdamer Platz gehört.

Gourmets kommen auf ihre Kosten: die Speisen sind orientalisch angehaucht und doch ganz eigene Kreationen. Der Gastrogründer experimentiert in der Küche gern und ist offen, sich von Freunden, Mitarbeitern und Kunden inspirieren zu lassen. Besonders stolz ist er auf seinen nussigen Black & White-Kuchen. „Den gibt es kein zweites Mal“, betont Jezzini. Kuchen und ausgewogene Ernährung – passt das zusammen? Gesunde Ernährung ist für ihn mehr als ein Namenszusatz wie ‚Fit‘ oder ‚Diät‘ oder die Verteufelung von Süßspeisen. Für ihn ist sie eine Sache der Einstellung: auf gesunde Alternativen setzen und somit Balance schaffen. Dazu gehören auch hausgemachte Cookies und Bananenbrot.

Xucker statt Zucker

Das TUNGO‘s ist Berlins erster und einziger zertifizierter Xucker-Store, darauf ist Hussein besonders stolz. Xucker ist ein Berliner Unternehmen, 2010 gegründet, das auf kalorienarme und gut erträgliche Süßungsmittel wie Xylit und Erythrit setzt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Süßstoff-Herstellern, die ihre Produkte als vielversprechende Zuckeralternativen anpreisen. Jedoch eigenen sich die wenigsten Süßstoffe zum Backen – Xucker schon. Und nachhaltig ist das Produkt auch noch: Xylit wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maispflanzen oder Holz gewonnen und ist ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol. Erythrit ist vergorener Traubenzucker. „Xucker ist fast komplett geschmacksneutral, das ist natürlich ideal zum Backen“, so das Fazit von Jezzini.

Immer vor Ort: Gründer und Inhaber Hussein Jezzini | Foto: TUNGO’s

Große Ambitionen

Bereits in diesem Jahr war das TUNGO’s für den Gastro-Gründerpreis nominiert noch vor seiner Eröffnung. Gewonnen hat ein anderer, aber Jezzini sieht das ganz pragmatisch und bewirbt sich einfach noch einmal im nächsten Jahr. An seinem Konzept zweifelt er auf jeden Fall nicht. Das muss er auch nicht, denn die Kundenzufriedenheit ist hoch. Ob Online oder am Standort selbst, der Gründer bekommt ausschließlich positives Feedback. Was kann man sich mehr wünschen? „Einen zweiten Laden in Charlottenburg“, sagt Jezzini prompt. So ambitioniert wie der junge Gastronom ist, wird er sich auch diesen Traum erfüllen. (lj)

Gut besucht: die Eröffnungsparty im TUNGO‘s war ein großer Erfolg | Foto: TUNGO's

Gut besucht: Die Eröffnungsparty im TUNGO‘s war ein großer Erfolg | Foto: TUNGO’s

Charité Global Health: Zentrum für globale Gesundheit

Die weltweite Gesundheitsversorgung verbessern – mit diesem Ziel hat die Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt Charité Global Health gegründet. Das interdisziplinäre Zentrum wird die verschiedenen Global Health-Projekte der Charité bündeln, koordinieren und ausbauen, um eine sichtbare Schnittstelle nach innen und außen zu sein. Zudem steht die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft im Mittelpunkt.

Themen wie die weltweite Ausbreitung von Infektionskrankheiten, antibiotikaresistente Krankheitserreger oder nicht-übertragbare Volkskrankheiten wie Diabetes gehören zum Fachgebiet Global Health. Ziel ist es, Menschen auf der ganzen Welt vor gesundheitlichen Problemen zu schützen. Außerdem ist ein Ziel, Krankheiten bestmöglich zu bekämpfen und so die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. Auch die psychische Gesundheit sowie die gesundheitlichen Folgen von Krisen und Migration sind zentrale Themen von Global Health. Mit diesen internationalen Herausforderungen befasst sich das neue Zentrum für globale Gesundheit der Charité in der Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

Charité Global Health essentiell für Vernetzung von Forschungsfeldern

„Mit Charité Global Health bauen wir unsere internationale Expertise aus, um Lösungen für drängende globale Gesundheitsprobleme zu finden. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland sein Engagement für globale Gesundheit gerade verstärkt, ist dies ein konsequenter Schritt – sowohl für die Charité als auch für Berlin als Gesundheits- und Wissenschaftsstadt“, erklärt Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité und wissenschaftlicher Leiter des Zentrums, dazu: „Global Health-Themen sind interdisziplinär, daher müssen viele verschiedene Bereiche der Forschung und Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten.“ In Zeiten der Globalisierung werde es immer wichtiger, beispielsweise gegen Epidemien gerüstet zu sein, denn Viren kennen keine Landesgrenzen, so Drosten.

Internationale Zusammenarbeit stärken

Die enge Zusammenarbeit mit Akteuren aus Berlin, Deutschland und der Welt wird in dem neuen Zentrum einen besonderen Stellenwert einnehmen. So bereitet Charité Global Health derzeit Kooperationen mit der London School of Hygiene and Tropical Medicine und der Oxford University vor. (red)

L.A. Poke: Kalifornisches Summer-Feeling im herbstlichen Berlin

An der Westküste der USA steht der Bundesstaat Kalifornien wie kein anderer Ort für einen lockeren Lifestyle. Speziell  Los Angeles gilt neben Sonne, Strand und ewigem Sommer als Ort für die Schönen und Fitten. Ähnliche Assoziationen erweckt das L.A. Poke nun in Berlin zum Leben. Im Restaurant an der Alten Schönhauser Straße können ernährungsbewusste Berliner und solche die es werden wollen auf ihre Kosten kommen.

Besonderheit im L.A. Poke sind sogenannte Poke Bowls, ein hawaiianisches Gericht, was vor allem in Kalifornien weit verbreitet ist. Hier trifft die japanische Küche auf die US-amerikanische Westküste. Vor allem ist das Gericht beliebt, da Kunden aus einer Vielzahl an Produkten wählen und so die Mahlzeit optimal den eigenen Wünschen anpassen können.

Nachhaltiges Angebot im L.A. Poke

Laura Eckrodt und Asif Oomer, die beiden Gründer des Restaurants, lernten am Strand von Kalifornien das Superfood kennen und lieben. Nach umfassender Recherche und unzähligen Reisen entstanden sowohl das Konzept des L.A. Poke, als auch der Plan, es in Berlin zu realisieren. „Wir wollten das kalifornische Lebensgefühl transportieren und gleichzeitig etwas Einzigartiges, Frisches und Neues kreieren, dass es so bisher in Deutschland nicht gibt“, so Asif Oomer. Berlin, als Deutschlands einzige Metropole, war hierfür der optimale Standort.

Im L.A. Poke wird nach Möglichkeit darauf geachtet, regionale und aus nachhaltiger Produktion stammende Lebensmittel zu verwenden. Mit dieser Unternehmensphilosophie fügt sich das Restaurant perfekt in die Foodszene der Hauptstadt ein. Vor allem der Bezirk Prenzlauer Berg, an den die Alte Schönhauser Straße angrenzt, gilt als Hotspot der Bio- und Nachhaltigkeitsbewegung.

 

Im L.A. Poke können sich Kunden nach dem Baukastenprinzip ihre eigene Bwol zusammenstellen | Foto: Julia Stein

Im L.A. Poke können sich Kunden nach dem Baukastenprinzip ihre eigene Bowl zusammenstellen | Foto: Julia Stein

Baukastenprinzip auf kalifornische Art

Als multikulturelle Stadt bietet Berlin zudem Foodlovern Kostbarkeiten aus allen Winkeln der Welt und darüber hinaus zahlreiche Variationen durch Fusionsküchen. Die Poke Bowls, als neuster Import für die Berliner Food-Szene, reihen sich in den berlinweit beliebten Trend der Buddha Bowls ein. Inspiriert durch ritualisierte Formen des Essens buddhistischer Mönche wird das gesamte Hauptgericht in einer großen Schale angeboten. Als Basis der Poke Bowl dienen entweder Reis, Quinoa oder Salat. Hinzugefügt wird meist ein Proteinspender wie Tofu, Seitan, Fisch oder Fleisch. Im nächsten Schritt sucht sich der Kunde im Baukastenprinzip Toppings aus. Das können Avocado, Edamame oder Sesam sein, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Außerdem verfeinert eine von vier hausgemachten Saucen das gesamte Ensemble.

Das Restaurant ist aber nicht nur kulinarisch im kalifornischen Stil gehalten. David Hockney, der lange Zeit in Kalifornien lebte, lieferte außerdem mit seinem Bild „ A Bigger Splash“ eine Inspiration für die farbliche Gestaltung. Außerdem gibt es auch für die Ohren gute Nachrichten: Culcha Candela-Rapper Mateo kreierte eine Playlist eigens für das Restaurant. „Wir wollen Superfood mit super guten Vibes verbinden“, erklärt Asif Oomer. Foodlover können entspannt in der gemütlichen Atmosphäre des L.A. Poke vor Ort essen. Für den Fall, dass es mal schnell gehen muss, gibt es zudem alle Gerichte auch als To-Go-Variante. Um unentschlossenen Gästen die Entscheidung leichter zu machen, hat das Diner Signature-Bowls wie die Santa Monica Tuna Bowl entwickelt. Damit bietet das L.A. Poke wirklich allen, die offen für kulinarische Neuheiten sind, eine gesunde Mahlzeit an. (ke)

 

Die farbliche Gestaltung ist von Hockneys „A Bigger Splash“ inspiriert | Foto: Jens Bösenberg

Saubere Parks für Berlin: BSR schlägt Initiative vor

„Never change a winning team“ – das geläufige Sprichwort beinhaltet jedoch nicht, dass man ein gut laufendes Projekt nicht auch ausdehnen kann. Denn genau dafür plädiert nun die Vorsitzende des Vorstands der Berliner Stadtreinigung (BSR), Tanja Wielgoß. Seit 2016 säubert die Stadtreinigung im Rahmen eines Pilotprojektes erfolgreich 49 Berliner Parks und Grünflächen. Wielgoß schwebt vor, die Zuständigkeit auf alle Grünflächen des Landes auszudehnen.

Für die Ausdehnung des Projekts spricht die hohe Zufriedenheit der Parkbesucher. In einer Umfrage aus dem letzten Jahr gaben 80 bis 90 Prozent der Nutzer an, sie hielten die von der BSR gereinigten Parks für sauber. Wielgoß betitelt solch eine Bilanz schlicht als „super“. Daher ihr Vorschlag, den erfolgreichen Reinhaltungsauftrag auch anderen Flächen zugutekommen zu lassen.

Finanzierung der Initiative

Solch ein riesiges Projekt ist jedoch nicht günstig. Die BSR veranschlagt für die Ausdehnung der Zuständigkeit auf alle 2.400 bis 2.700 Berliner Parks und Grünanlagen eine jährliche Summe von 130 Millionen Euro. Angesichts der Zufriedenheit der Parkbesucher sei solch eine Investition relativ günstig, so die Einschätzung der BSR-Chefin. Außerdem sorgt das anhaltende Wirtschaftswachstum der Stadt für ausreichend Steuereinnahmen, mit denen ein derartiges Projekt finanziert werden könnte.

Doch nicht bei allen Akteuren dürfte der Vorschlag gut ankommen: Momentan sind die Bezirke für die Reinhaltung ihrer Parks zuständig. Finanzielle Mittel, die sie für erforderliche Maßnahmen vom Land Berlin erhalten, könnten künftig gestrichen werden. Jedoch kann eine Verringerung des Aufgabenfeldes auch neue Möglichkeiten bieten. So könnten sich Mitarbeiter der Grünflächenämter der gärtnerischen Pflege widmen statt Müll einzusammeln.

Senatorin Günther begrüßt die Initiative

Regine Günther (parteilos, für Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, begrüßt die Initiative der BSR. Sie lässt nun die Wünsche und Vorschläge der Bürger für die Stadtreinigung in einem Bürgerbeteiligungsverfahren ermitteln. Auch beschlossen die Grünen jüngst auf ihrer Klausurtagung, das Personal der Grünflächenämter aufzustocken und sich mehr der Pflege der Parks und Grünflächen zu widmen. Darüber hinaus hieß Senatorin Günther vor allem die Entlastung der Ämter durch die Stadtreinigung gut, berichtete unter anderem die Berliner Morgenpost.

Maßnahmen für die Reinigung der Parks

Für die vorgeschlagene Entlastung müsste die Stadtreinigung rund 1.000 neue Mitarbeiter einstellen. Außerdem bräuchte es eine bessere technische Ausstattung. Wielgoß ist sich sicher: Eine langfristige, sukzessive Planung wäre ein Wohlfühlprogramm für Berlin. Die BSR machte in Bezug auf ihr Personal in den vergangenen Monaten darüber hinaus Schlagzeilen. Sie versprach, bei Neuanstellungen auf einen Frauenanteil von 50 Prozent zu achten. Der avisierte Stellenausbau bietet nun eine weitere Möglichkeit für mehr Frauen bei der Stadtreinigung. (ke)

Das Vabali Spa: Eine Berliner Wohlfühloase

Die Deutschen sind verbissen, äußerst diszipliniert und echte Workaholics. Die typischen Stereotypen eines Deutschen hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Doch im europaweiten Vergleich bestätigen sich diese Klischees ansatzweise – zu dem Schluss kommt eine 2017 europaweit durchgeführte Studie der ADP. Die Studie „The Workforce View in Europe 2017“ fand heraus, dass die Deutschen, nach den Polen, die am meisten gestressten Arbeitnehmer sind. Bei dem ganzen Stress ist besonders die Entspannung für ein gesundes Leben nicht zu vernachlässigen.

Besonders beliebt bei Berliner Entspannungssuchenden ist das Vabali Spa. In Moabit, inmitten des hektischen Großstadtlebens, findet sich das Entspannungscenter. Auf insgesamt 20.000 m2 Fläche wirbt das balinesisch angehauchte Vabali Spa vor allem mit gängigen Regenerationsangeboten wie Massagen. In neun Behandlungsräumen bietet das Unternehmen verschiedene Massageformen, wie Sport-, Thai- oder Ayurveda-Massagen, an. Neben Massagen stehen Gästen über 12 Saunen und Pools, aufgeteilt auf Innen- und Außenbereiche, zur Verfügung. Besonders an der Saunenlandschaft ist ihre Vielfalt: Neben einer Panoramasauna, die einen Blick über die gesamte Anlage gewährt, gibt es russische Dampfbäder, ebenso wie offene Außenanlagen. Des Weiteren sorgen die Wellnessprogramme für individuelle Entspannung: Es geht von klassischen Salz, Honig- und Fruchtaufgüssen bis hin zu revitalisierenden Meditations- und Kamillenblütenanwendungen. Hierbei ist die Unternehmensphilosophie stets die umfassende Entspannung des Kunden. Ob ein ganzer Tag, oder nur eine einzelne Behandlung: Der Stress soll abgebaut, und die Work-Life-Balance erhalten werden.

 

Der Pool im Innenraum des Spas | Foto: Vabali Spa

Der Pool im Innenraum des Spas | Foto: Vabali Spa

Rundum-sorglos-Paket im Vabali Spa

Immer wieder verweisen die Hausherren sehr gerne auf den Innen- und Außenpool sowie auf das Tauch- und Entspannungsbecken. Vor oder nach einer verdienten Regeneration bietet das Spa zusätzlich ein interessantes kulinarisches Angebot an. Denn im eigenen Restaurant können die Gäste – je nach Tageszeit – es sich bei typisch mediterraner oder fernöstlicher Küche gut gehen lassen. Zum individuellen Repertoire gehören ständig eine wechselnde Wochenkarte und ein vielversprechendes Weinangebot. Und das alles in mitten einer authentisch-asiatischen Innenausstattung mit originellem balinesischen Material.

Das Vabali Spa belegt auf Berlins Spa-Ranking Listen den ersten Platz. Dicht gefolgt ist es vom MeridianSpa in Spandau und dem Aspiria Berlin Ku’damm in Charlottenburg. Insgesamt gibt es in der Hauptstadt über 100 Wellness-Einrichtungen. Eigentlich genug, um das allgemeine Stress-Level der Berliner deutlich zu senken. Möglicherweise sogar so weit, dass Deutschland in zukünftigen Studien weniger gestresst auftritt. (red)

 

 

Family Summer Event am Kudamm-Beach Halensee

Die Kinder hatten einen Heidenspaß und mit ihnen die glücklichen Eltern. Das wohl schönste Kinderfest der Hauptstadt lockte am Sonntag mehr als 1.000 Kinder und Eltern in den Kudamm-Beach am Halensee. Schon von weitem konnte man die vielen bunten Luftballons sehen, die auf das kindgerecht geschmückte Gelände an der Königsallee hinwiesen. Und auf dem Gelände, das direkt zum Halensee führt, alles was ein Kinderherz erträumt.

Auf dem Halensee konnten die Kleinen Stand-up Paddling fahren oder mit bunten Gummitieren und Matratzen „in See stechen“. Die hochkreative Maria Köster von Maria’s Kinderclub – dürfte vielen als langjährige Geschäftsführerin vom Szene-Restaurant Borchardt`s bekannt sein – zeichnete mit ihren Partnerinnen Oksana Kolenitchenko (Fashion Mama Berlin) und Friederike Werner (Pepper PR) für Idee und Organisation verantwortlich. Die drei jungen Mütter überzeugten Siegfried Nehls von der Sanus AG und Tom Siebert von Allianz Roskos&Meier sowie den BMW-Händler Nefzger davon, als Sponsoren die finanzielle Grundlage für das Familienfest zu sichern.

Eltern und Sponsoren spenden für guten Zweck

Siegfried Nehls, der auch Hauptsponsor des Jüdischen Lichterfestes Chanukka am Brandenburger Tor ist, unterstützte mit Leidenschaft – insbesondere weil aus einem Teil der Erlöse des Festes krebskranken Kindern geholfen wird. Siegfried Nehls: „Wir unterstützen mit diesem Familienfest den Verein Kolibri Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland e.V., der beispielhaft krebskranken Kindern, deren Eltern, Angehörigen und Freunden hilft und damit viel Leid zumindest mindert.

In Deutschland erkranken rund 1.800 Kinder jährlich bis zum 15. Lebensalter an Krebs. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich die Heilungschancen für die jungen Patienten deutlich verbessert. Trotzdem ist die Erkrankung eines Kindes an Krebs nach wie vor eine extreme Belastung für die gesamte Familie. Hier ist Hilfe und Unterstützung gefragt und die geben wir mit voller Überzeugung!“

Prominenter Support

Der Verein Kolibri wird von vielen Prominenten unterstützt, so zum Beispiel von Boxtrainer Ulli Wegener, der Moderatorin Inka Brause oder Gesundheitspolitiker Mario Czaja.

Auch Tom Siebert, Partner bei Allianz RoskosMeier, der das erste Mal zu den Unterstützern des Family Summer Events zählt, betont die besondere Verpflichtung, kranken Kindern zu helfen: “Gerade wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, sollte ein großes Herz zeigen bei diesem ernsten Thema!“

Das Kinderfest am Halensee war somit in jeder Hinsicht ein voller Erfolg: Viel Spaß und Freude für die rund 1.000 Kinder und Eltern und ein satter Scheck für den Verein Kolibri. Das sollte Schule machen! (fs)

Berliner Wirtschaft zeigt Verantwortung

In Berlin sollen alle Menschen mit und ohne Behinderung gut zusammen leben können, heißt es im Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG). Leider sieht die Realität meist anders aus. In den wenigsten Unternehmen wird Inklusion tatsächlich gelebt. Nur wenige Berliner Unternehmen stellen überhaupt Menschen mit Behinderung ein. Dabei ist es so einfach diese in die Arbeitswelt zu integrieren. Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt sich die gemeinnützige GmbH Arbeit für Menschen mit Behinderung (AfB) bereits für das wichtige Thema ein.

Nach höchsten ökologischen und ethischen Standards werden bei AfB ausgemusterte IT- und Mobilgeräte mit dem Ziel übernommen, so viele davon wie möglich wieder zu vermarkten. Nicht mehr nutzbare Hardware wird hingegen auseinandergenommen und recycelt. Dabei sind alle Arbeitsschritte barrierefrei gestaltet, wodurch diese auch von Menschen mit Behinderung erledigt werden können. Diese unvergleichbare unternehmerische Idee vereint diverse Vorteile für alle Beteiligten: Elektroschrott wird minimiert und Recycling gefördert, Menschen mit Behinderung werden in einem regelrechten Arbeitsverhältnis beschäftigt und Firmen von alten Geräten sowie der Entsorgungslast befreit.

Auf dem Weg zum weltweit führenden gemeinnützigen Unternehmen der IT-Branche

Große und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands sind bereits begeisterte Partner geworden. Die Idee von AfB-Gründer Paul Cvilak ist einzigartig und hat Unternehmen wie Vattenfall, Pfizer und Siemens überzeugt. Dabei ist AfB selbst ein Familienunternehmen, Cvilaks Tochter sind ebenfalls im Unternehmen tätig. Die Familie verfolgt dabei seit der Gründung die ehrbare Vision, das weltweit führende gemeinnützige Unternehmen der IT-Branche zu werden – die größte Integrationsfirma Deutschlands ist AfB bereits. Ein Leuchtturmprojekt, das vielen Menschen Hoffnung gibt und Diversity erlebbar macht. Die Partner aus der Wirtschaft unterstützen die Initiative so erfolgreich, dass AfB heute bundesweit an neun und europaweit an fünf Standorten arbeitet. Seine 10. Filiale eröffnete der engagierte Unternehmer Cvilak, der für seine Arbeit kürzlich mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, bereits 2012 in Berlin und gewann im gleichen Jahr den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien“.

Der Erfolg fußt dabei nicht nur auf dem guten Ruf und der sozial ökologischen Idee. Die Prozesse sind gut durchdacht und effizient. Insbesondere auf den sorgfältigen Umgang mit den Daten auf den ausrangierten Geräten wird großen Wert gelegt. „In den heutigen Zeiten ist es für die Unternehmen existentiell, dass ihre Daten sicher vor dem Zugriff Dritter sind und nach der Abgabe alter Geräte zuverlässig gelöscht werden. Die meisten wissen aber gar nicht, wie sie das machen sollen. Auch in diesem Zusammenhang geben uns viele Firmen gerne ihre Gerate, weil wir von Anfang an einen sicheren Prozess implementiert haben, der nachvollziehbar ist“, erklärt Cvilak.

Datenschutz und Nachhaltigkeit bewegen AfB

Dieser zertifizierte Prozess garantiert, dass sämtliche Datenträger nach höchsten Sicherheitsstandards gelöscht oder geschreddert werden. Per IT-Sicherheitstransport werden die entsprechenden Geräte durch AfB eigenes Personal und mit eigenem Fuhrpark bei den Partnerunternehmen abgeholt und zur nächstgelegenen Niederlassung transportiert. Dort wird dann je nach Zustand des Gerätes entschieden, ob es mit neuer Software bespielt und anschließend mit bis zu drei Jahren Gewährleistung verkauft oder in seine Einzelteile zerlegt und recycelt wird.

Die Nachhaltigkeit der eigenen Geschäftsprozesse ist einer der Grundpfeiler für Cvilaks unternehmerisches Handeln. Seit 2015 ist es das erste Sozialunternehmen, das die EU-CSR-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung erfüllt. Die Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex als Social Enterprise übermittelt dabei unter anderem den Anspruch Botschafter der digitalen Inklusion zu sein und Klimapositiv handeln zu wollen, um durch die eigenen Wertschöpfungsprozesse nachweislich Umweltschaden zu reduzieren.

Partner gesucht

Bisher wurden durch die vorbildliche Arbeit von AfB über 327 Arbeitsplätze geschaffen, davon circa 45 Prozent für Menschen mit Handicap. Gemeinsam mit der BERLINboxx startet AfB die Initiative: „Berliner Unternehmen schaffen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung“. Die Schaffung von 50 Arbeitsplätzen, davon 25 für Menschen mit Behinderung, im Jahr 2018, ist das Ziel für die Hauptstadtregion. Jahr für Jahr werden in der Hauptstadt tausende Geräte abgeschrieben. Diese sollten nicht eingelagert oder für viel Geld entsorgt werden. Als Partner von AfB fördert stattdessen jedes Unternehmen und jede Behörde den Umweltschutz und die Inklusion.

Um das Ziel zu erreichen, müssen insgesamt 100.000 Geräte bis zum Ende des Jahres abgegeben werden. „Wir freuen uns, über vielfältige Unterstützung in Berlin. In den nächsten Wochen gehen wir auf Partnersuche. Ich bin sicher, dass die soziale Verantwortung der Berliner Unternehmer und Manager dazu beitragen wird, dass Behinderte bessere Chancen auf einen Job bekommen“, so Paul Cvilak und Dr. Angela Wiechula, Herausgeberin der BERLINboxx und Partnerin der Initiative. (uc)

Wissen was kommt: Migräne-Therapie mit der M-sense App

Kann eine Smartphone-App dazu beitragen Kopfschmerzen, speziell starke Migräne-Anfälle, zu lindern? Bereits 2013 stellte sich der Migräneforscher Dr. Markus Dahlem diese Frage als er mithilfe von mathematischen Analysen die Vorgänge von Migräneattacken belegen konnte.Seiner damaligen, von Migräne geplagten Mitbewohnerin, die erstmals sein Interesse am Thema weckte, konnte er nun auch helfen. Sie führt nun Kopfschmerz-Tagebuch mit der M-sense App.

Während anhaltende elektrische Entladungen von Nerven, den Kopf quälen, können Patienten oft weder das Haus noch ihr eigenes Zimmer verlassen. Von allem geplagt was Geräusche verursacht oder Licht verströmt, sind rund 12 Prozent der Deutschen von Migräne betroffen. Meist wurden sie jedoch nur medikamentös behandelt. Das Berliner Newsenselab-Team hat mit der Entwicklung der App M-Sense eine alternative Behandlung entwickelt, um die extremen Kopfschmerzepisoden für Betroffene vorhersehbar und vor allem kontrollierbar zu machen. Die App ist bereits ein zertifiziertes Medizinprodukt. Als erstes dieser Art, lernt der Algorithmus der App mithilfe künstlicher Intelligenz auch noch dazu und verbessert das Modell für die Benutzer somit stetig.

 

Gründungsgesellschafter der Newsenselab GmbH (vl.n.r.): Simon Scholler, Stefan Greiner, Dr. Markus Dahlem und Martin Späth. | Foto: Newsenselab GmbH / Johannes Windolph

 

Studie zur digitalen Prävention gestartet

„Unser Ziel ist es, die Kopfschmerztage der Betroffenen um mindestens 50 Prozent zu reduzieren“, erklärt CEO und Mitgründer Stefan Greiner. Um dieses Vorhaben zu fundieren, kooperieren die BARMER-Krankenkasse und die Deutsche Telekom, unter wissenschaftlicher Betreuung der Charité für ein gemeinsames Projekt. Hierzu bewerten 1.000 von Kopfschmerzen und Migräne betroffene Mitarbeiter_innen der Deutschen Telekom, ihre Erfahrungen mit M-sense für neun Monate. Die Studie soll das Potenzial der personalisierten und mobilen Migränetherapie von M-sense sichtbar machen, mit der bis zu 40 Prozent der Schmerzattacken nicht-medikamentös reduziert werden können.

Nachdem Benutzer die App mit möglichen Einflussfaktoren der eigenen Migräne gefüttert haben, beobachtet und analysiert M-sense das Krankheitsbild. Anhand mathematischer Modelle warnt M-sense anschließend vor Trigger-Faktoren. Ziel ist es nicht nur die Häufigkeit der Attacken langfristig zu verringern, sondern auch ein individuell abgestimmtes Therapiemodell zu erstellen. Durch Entspannungs- und Bewegungstraining sowie präventive Maßnahmen kann nachgewiesen sogar der Medikamentenkonsum der Migränepatienten reduziert werden. Die von der App automatisch festgestellten Wetterverhältnisse und weitere äußere Einflussfaktoren tragen zum sogenannten Biofeedback der Patienten bei.

 

Nach der Eingabe möglicher Einflussfaktoren der eigenen Migräne, warnt die App anschließend vor Trigger-Faktoren. | Foto: M-sense

 

Arznei durch M-sense Analyse

Im Zuge etlicher Datenskandale der Plattformen und Apps von Internetriesen und kleineren Anbietern, deren Nutzungen erst möglich sind, wenn man der Speicherung und Weiterverwendung jeglicher eigener Daten zustimmt, ist das Konzept von M-sense bereits fortschrittlicher. „Wir werden [mithilfe der Patientendaten] neue biologische Zyklen ausmachen können. Man muss Patienten jedoch auch davor schützen, dass ihre Daten ungenutzt bleiben. Daten sind der Schlüssel zur personalisierten Therapie“, so Dahlem. Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten.

 

Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten. | Foto: M-sense / Johannes Windolph

Benutzer können selbst entscheiden ob sie ihre Daten zur Analyse auf dem Handy lassen, oder mit dem Server synchronisieren möchten. | Foto: M-sense / Johannes Windolph

 

Was bei Kopfschmerzen und Migräne beginnt soll sich mit den mathematischen Analysemodellen auch auf andere chronische Krankheiten übertragen lassen. Das vierköpfige Gründerteam von Newsenselab macht es sich zum erklärten Ziel, chronische Krankheiten für Betroffene kontrollierbar zu machen. Sodass diese sie nicht in wiederholtem Maße im Alltag außer Gefecht setzen. (cn)

Dilekt Kolat: In der Pflege müssen wir die Ausbildungsplätze mindestens verdoppeln

Arbeit am Menschen aufwerten: Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, über Pflegenotstand, Geschlechter-Stereotypen und wie Frauen für technische Berufe begeistert werden können.

Was wollen Sie tun, um die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern?

Erstens wollen wir die Entlohnung verbessern. Ein wichtiger Schritt sind allgemeinverbindliche Tarifverträge für die Altenpflege. Hier wird auch die Bundesregierung aktiv. Tarifverträge können eine gesamte Branche aufwerten, was bei der Pflege dringend notwendig ist. Hierzu werde ich die Sozial- und Wirtschaftspartner und -partnerinnen an einen Tisch holen. Zweitens brauchen wir bessere Arbeitsbedingungen, die wesentlich von der Personaldecke in den Einrichtungen abhängen.

Ich fordere deshalb von der Bundesregierung ein Sofort-Investitionsprogramm für den raschen Ausbau von Ausbildungsplätzen. Aus meiner Sicht müssen eigentlich alle Krankenhäuser und Pflegeheime ihre Ausbildungsplätze mindestens verdoppeln, um ihren eigenen Fachkräftebedarf abzudecken.

Pflegeberufe sind meist Frauendomänen, Männer eine Seltenheit. Warum?

Bis in die 70er- und 80er Jahre hinein war jegliche Fürsorgearbeit in der Familie alleinige Aufgabe und Pflicht der Frauen – und zwar unbezahlt. Anerkennung für diese Tätigkeiten gab es nicht. Letztlich kämpfen wir noch heute gegen diesen Missstand an. In Deutschland wird die Arbeit mit Maschinen besser bezahlt, als die Arbeit mit Menschen.

In der Altenpflege liegt das Durchschnittseinkommen bei 2.400 Euro, während Facharbeiter und Facharbeiterinnen in der Metallindustrie durchschnittlich 4.300 Euro verdienen. In der Altenpflege liegt der Frauenanteil aktuell bei 77 Prozent, der Anteil der Männer immerhin bei 23 Prozent. Ich wünsche mir hier aber auch einen höheren Anteil. Meine Hoffnung ist, dass wenn sich die Entlohnung verbessert, sich dann auch mehr Männer für diese Berufe entscheiden.

Mit den Pflegestützpunkten wurden neue Maßstäbe gesetzt. Wie war die bisherige Resonanz?

Das System hat sich sehr gut etabliert. Fast 45.000 hilfe- und pflegebedürftige Menschen kommen pro Jahr in die 36 Beratungsstandorte, drei in jedem Stadtbezirk. Nach einer Befragung zur Kundenzufriedenheit sind rund 98 Prozent mit der Passgenauigkeit der Informationen sehr zufrieden bis zufrieden. Die Pflegestützpunkte sind Lotsen im System und helfen, dass Menschen so lange wie möglich zu Hause gut versorgt werden können.

Berlin hat bundesweit die meisten Auszubildenden in technischen Berufen. Wie können technische Berufe für junge Frauen noch attraktiver gemacht werden?

Technik gilt leider oft immer noch als Männersache. Mädchen und jungen Frauen werden dadurch Interesse und Kompetenzen für Technik abgesprochen und das hat natürlich Einfluss auf das Berufswahlverhalten. Sie müssen an diese Berufe herangeführt und ermutigt werden. Voraussetzung ist die Sensibilisierung von Eltern, Erziehenden und Lehrenden. In Berlin laufen dazu eine Reihe erfolgreicher Projekte.

Wir gestalten beispielsweise den „Girls‘ Day“ mit vielfältigen Aktivitäten. Das Projekt „EnterTechnik“ bietet jungen Frauen ein ganzes Jahr der beruflichen Orientierung durch direktes Kennenlernen von technologieorientierten Unternehmen und entsprechenden Berufen. Ich selbst habe damals als Arbeitssenatorin das Projekt „Girlsatec“ ins Leben gerufen. Hier wirken junge Frauen als Vorbilder, die selbst eine technische Ausbildung machen oder absolviert haben, indem sie Schülerinnen vor der Berufswahl beraten. Wenig attraktiv für Frauen ist oft auch das Klima in männerdominierten, technologieorientierten Bereichen. Besonders dort muss die Arbeitswelt frauen- und familienfreundlicher werden. Jüngst habe ich die Kampagne „Gleichstellung gewinnt. Kulturwandel in Unternehmen“ mit der Handwerkskammer und der IHK gestartet. (lj)

 

Gemeinsam mit Dr. Beatrice Kramm, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Berlin und Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin startete Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat die Kampagne „Gleichstellung gewinnt – Kulturwandel in Unternehmen“. | Foto: CarinaKircher.de

Gemeinsam mit Dr. Beatrice Kramm, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Berlin und Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin startete Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat die Kampagne „Gleichstellung gewinnt – Kulturwandel in Unternehmen“. | Foto: CarinaKircher.de

 

Das Palmöl-Dilemma: Steht das Pflanzenfett zu Recht in der Kritik?

Palmöl ist wegen seiner großen Vielseitigkeit und den geringen Herstellungskosten weltweit inzwischen das wichtigste Pflanzenöl. Vor allem aus der Lebensmittel– und Kosmetikindustrie ist es nicht mehr wegzudenken. Unter den pflanzlichen Fetten ist es der Superstar – dreimal so ertragreich wie Raps, leichter zu verarbeiten als Kokosfett. Die Palmöl-Produktion steht aber zugleich für vernichtete Regenwaldflächen, strittige Landrechte und katastrophale Arbeitsbedingungen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen. Dabei wird Palmöl längst nicht nur umfassend in Lebensmitteln, sondern vor allem auch in Kosmetika verwendet.

Alternative Ansätze: Ist eine faire Produktion von Palmöl möglich?

Unternehmen wie The Body Shop, Yves Rocher und Rituals werben für tierversuchsfreie Kosmetik, weitgehend natürliche Inhaltsstoffe und gründen oder fördern Projekte zur Durchsetzung dieser Standards. Der Kosmetikhersteller Dr. Bronner‘s hat sich bereits 2005 dazu entschieden, ausschließlich auf Rohstoffe aus Biolandbau und fairem Handel zu setzen und die Produktionsverhältnisse komplett umzukrempeln. Dazu gründete Dr. Bronner’s Tochtergesellschaften wie Serendipalm Co. oder Serendipol Co. in Ländern, aus denen das Unternehmen seine Rohstoffe für die Seifenproduktion bezieht. Außerdem werden die Projekte anderer Wohltätigkeits- und Naturschutzorganisationen tatkräftig unterstützt und zum Teil sogar weiter ausgebaut.

Dr. Bronner’s unterstützt verstärkt lokale Kleinbauern und fördert die gezielte und selbstständige Verwirklichung der Gemeinde. Als Mitglied der World Fair Trade Organization (WTFO) werden bereits 90 Prozent der verwendeten Inhaltsstoffe aus Biolandbau bezogen. So wurde 2007 das inzwischen von der ghanaischen Tochtergesellschaft geführte Projekt Serendipalm Co. für die Herstellung von Bio- und Fair Trade-Palmöl ins Leben gerufen. Über 500 Bauern von Farmen, auf denen keine Vergrößerung, Rodungen oder Artenvertreibungen stattgefunden haben, beliefern das Projekt bereits. Die örtlichen Kleinbauern wurden mit Setzlingen versorgt, die es ermöglichen, höhere Erträge auf gleicher Fläche zu erzielen.

Regenwaldrodungen und strittige Landrechte prägen das Image von Palmöl. | Foto: pexels.com

Regenwaldrodungen und strittige Landrechte prägen das Image von Palmöl | Foto: pexels.com

Fairness durch soziale Projekte

Nach ähnlichem Verfahren wurde bereits 2005 das Projekt zur Gewinnung von Bio- und Fair Trade-Kokosöl, Serendipol, in Sri Lanka und inzwischen auch in Kenia initiiert. Diese und viele weitere Projekte arbeiten durch Bodenwartung, die Vergrößerung der Abnahmefarmen, lokale Verbesserung der Lebensqualität und die Schulung der Kleinbauern darauf hin, durch die Erhöhung der Bodenqualität und Lebensqualität der Produkteure, auch eine Erhöhung der Produktivität und Profitabilität zu erreichen. Der Standort in Sri Lanka gehört inzwischen zur weltweit führenden Quelle für Fair Trade Virgin Coconut Oil (VCO). Das Projekt in Kenia wurde trotz weiterlaufender Kundschaft an lokale Partner übergeben. Ein Teil der Erlöse kam sozialen Projekten zugute. So wurden Jugendgruppen unterstützt, denen  bessere Lebensbedingungen ermöglicht werden sollen. Außerdem wurde der Aufbau öffentlicher Sanitäranlagen und einer Geburtenstation finanziert.

Umweltfreundliche Alternativen und Verantwortung

Ein bewusster Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur das Bewusstsein für Inhaltsstoffe, Produktionsbedingungen und Lokalität zu schärfen. Es erfordert beispielsweise auch, auf die verwendete Verpackung, produzierten Müll und Minimalismus zu achten. Verzicht auf Plastiktüten oder das Mitbringen von Stoffbeuteln ist schon längst common sense. Unverpackt-Läden, Vermeidung von Plastik, Ersatz durch Papierverpackungen oder Gebrauchsgegenstände aus Holz werden ebenfalls immer populärer. Dennoch wird Palmöl, das nicht nur im Ruf steht, Umwelt und Lebensräume zu zerstören, sondern auch gesundheitsschädigend sein soll, kritisch gesehen. Das Pflanzenfett schmeckt ähnlich wie Butter und ist in allerhand Fertiggerichten, Süßigkeiten, Babynahrung, Seifen und Streichcremes enthalten. Beschränkt man sich auf die Nutzung von Kosmetika, die Palmöl enthalten, dürfte die Frage nach den Produktionsstandards die Entscheidende sein.

Im Rahmen einer Round Table-Diskussionsrunde lädt Dr. Bronner‘s zur Beantwortung der Frage ein: „Kann Palmöl unter ökologisch und sozial verantwortungsvollen Bedingungen hergestellt werden?“. Im Berliner Standort in den Hackeschen Höfen wird am 26. Juni zu 19 Uhr debattiert. Diskutiert wird dabei sicher auch die Frage, ob auch nachhaltige und verantwortungsbewusste Erzeuge zu Recht oder zu Unrecht in der Kritik stehen. (cn)

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