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Innovative Lösungen für verschmutzte Stadtluft: CityTrees am B-Part Am Gleisdreieck

Städte wachsen weltweit. Gleichzeitig steigt auch die Belastung durch Feinstaub, hervorgerufen unter anderem durch Verkehr, Industrie und Heizungen. Feinstaub hat immense Auswirkungen auf die Gesundheit. Die kleinen und kleinsten Partikel können über die Atmung in den Körper gelangen und dort verschiedenste Reaktionen verursachen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind  bis zu 85 Prozent aller Stadtbewohner in Europa zu hohen Feinstaubwerten ausgesetzt. Als Konsequenz kann man bereits heute jeden siebten Todesfall auf die Folgen von Luftverschmutzung zurückführen. Die zunehmende Urbanisierung wird das Problem weiter verschärfen.

 

Weltweit erster serienreifer BioTech-Luftfilter

Doch es gibt heutzutage effektive Möglichkeiten, die Stadtluft zu filtern. Dieser Aufgabe haben sich die Gründer des innovativen Start-up-Unternehmens Green City Solutions mit ihrem Projekt CityTrees angenommen. Dabei handelt es sich um die weltweit ersten serienreifen BioTech-Luftfilter, die die natürliche Fähigkeit von Moosen Feinstaub zu binden mit modernster IoT-Technologien verknüpfen. Die in die vier Meter hohen, vertikalen Pflanzenwände integrierten Moos-Displays ernähren sich von verschmutzter Luft: Sie filtern CO₂, Stickoxide und Feinstaub und wandeln die Stoffe in eigene Biomasse um.

 

CityTrees zu Gast am B-Part

Nun haben drei dieser City Trees ein neues Zuhause gefunden: Das B-Part Am Gleisdreieck! Im Rahmen des EU-Förderprogramms für Forschung und Innovation, Horizont 2020, befinden sich die drei CityTrees auf einer Roadshow durch ganz Berlin und sind jetzt nach ihrem Start am Ku’damm an ihrem zweiten Stopp, dem B-Part Am Gleisdreieck, angekommen.

 

B-Part: Die Blaupause für das Stadtquartier der Zukunft!

Seit seiner Eröffnung Anfang 2019 steht das B-Part für Innovation, Nachhaltigkeit und Kreativität und ist somit der perfekte Standort für die CityTrees. Projektentwickler COPRO hat mit dem B-Part einen urbanen Raum für Menschen geschaffen, die die Lebens- und Arbeitswelten von morgen erleben, erforschen und mitgestalten möchten. Mitten im Herzen der Metropole gelegen, auf dem Areal  der „Urbanen Mitte Am Gleisdreieck“, ist das B-Part eine Location, die in die Zukunft weist.

Das Holzgebäude besteht zum einen aus der „Hardware“ – dem Holzbau mit rund 100 Plätzen für flexibles, gesundes und inspirierendes Arbeiten sowie der „Software“ – dem im B-Part befindenden „Urban Ideation Lab“. Das Lab bietet sechs kostenfreie, kuratierte Arbeitsplätze basierend auf der Vergabe von Stipendien zur Erforschung zukunftsorientierter Ideen und Lösungen für ein lebenswertes Stadtquartier. Weiterhin beherbergt B-Part ein öffentliches Café und Räumlichkeiten für Kunstausstellungen sowie einen Outdoor-Fitnessparcours. Das B-Part Am Gleisdreieck erschafft somit wie kein anderes Stadtlabor in Berlin einen Begegnungsort für Nachbarn, Anwohner, Entrepreneure, Projektinteressierte, Kunst-, Sport- und Kulturbegeisterte.

 

Innovativer und interkultureller Begegnungsort

Das vielseitige Multifunktionsgebäude ist damit weit mehr als ein moderner Co–Working Space! Hier ist es gelungen, einen innovativen und interkulturellen Begegnungsort zu schaffen, der alle Aspekte des künftigen Lebens und Arbeitens miteinander vereint: Kunst- und Kulturprojekte, generationsübergreifende soziale Einrichtungen, nachhaltige Stadtentwicklung sowie Angebote zur neuen Mobilität und dem Arbeiten der Zukunft.

„Gerade im Umfeld des B-Part können die CityTrees zeigen, dass es auch an einem urbanen Hotspot zwischen Bahnschienen und dem pulsierenden Stadtleben möglich ist, saubere, frische Luft zu atmen“, so das Green City Solutions Team. „Die CityTrees spenden saubere Luft für die kreativen Köpfe des B-Parts und laden zum Verweilen ein. Vor allem zeigen sie aber, was heutzutage an einem innovativen und zukunftsfähigen innerstädtischen Quartier möglich ist.“

 

Ein CityTree reduziert die Luftverschmutzung in einem Umkreis von bis zu 50 Metern um etwa ein Drittel | Foto: B-Part Am Gleisdreieck

CityTrees reduzieren Luftverschmutzung deutlich

Denn die Stadtluft wird durch die CityTrees unabhängig von der Verschmutzungsquelle gefiltert. Das Ziel ist, dass jeder der vertikalen Pflanzenfilter in Zukunft die lokale Luftverschmutzung in einem Umkreis von bis zu 50 Metern um etwa ein Drittel reduzieren kann. Sie sind mobil und flexibel im urbanen Raum aufstellbar und benötigen keine Bodenverankerung. Ein CityTree verfügt über die Umweltleistung von bis zu 275 Bäumen und kann etwa 240 Tonnen an CO₂-Äquivalenten aus Feinstaub und Ruß pro Jahr binden. Dabei ist er aber viel günstiger und benötigt nur wenige Quadratmeter Platz.

 

Kein Ersatz für Bäume, aber eine effektive Ergänzung

Die CityTrees versorgen sich selbst mit Energie und Wasser durch angeschlossene Solarzellen und Regenwasserauffangsysteme. So benötigen sie auch nur wenige Stunden Wartungszeit pro Jahr. Dabei sollen jedoch keine Bäume in der Stadt durch CityTrees ersetzt werden, sondern sie sollen lediglich eine effiziente und gleichzeitig grüne Ergänzung sein, die das Problem der Luftverschmutzung aktiv angehen kann.

 

Natur meets High-Tech

Ein weiterer Vorteil der CityTrees ist, dass sie die natürlichen Fähigkeiten von Pflanzen mit moderner Internet-der-Dinge-Technologie verbinden. Die CityTrees haben Sensoren, Hard- und Software sowie eine Cloud-Verbindung. Die Moos-Kulturen können dadurch vom Büro aus überwacht und automatisch gezielt mit dem versorgen werden, was sie brauchen, um möglichst viel Luftverschmutzung dauerhaft zu binden. Die Wasser- und Nährstoffversorgung geschieht dann ferngesteuert und automatisiert. In Echtzeit können die mittlerweile 25 Mitarbeiter von Green City Solutions sämtliche Informationen abrufen und zum Beispiel messen, wie viel Feinstaub ein CityTree schon gebunden hat.

„Die CityTrees und das B-Part passen perfekt zusammen“, sagt Marc F. Kimmich Gründer des B-Part. „Als Inkubator und Beschleuniger für Konzepte für die Stadt von morgen zeigt das B-Part schon heute, was morgen möglich ist. Die CityTrees filtern Stadtluft und erhöhen damit nicht nur die Aufenthaltsqualität in ihrer Umgebung, sondern verbessern die Gesundheit der Menschen in einer Stadt von Morgen.“ (ak)

Solidarität in Zeiten von Corona: Unternehmer Siegfried Nehls fordert Vernunft und Zusammenhalt

Corona und kein Ende: Seit Monaten hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Spätestens nachdem das Virus auch Deutschland erreicht hatte, begannen Hysterie und Aktionismus, auch befeuert durch die Medienberichterstattung, um sich zu greifen. Seitdem befinden sich Deutschland und die gesamte Welt im Ausnahmezustand. Die Politik verhängte im März umfangreiche Ausgangssperren und Quarantänemaßnahmen, die gesamte Wirtschaft des Landes wurde in den Lockdown versetzt. Kitas und Schulen wurden geschlossen, ebenso Kneipen, Bars und Restaurant, sämtliche Veranstaltungen und Messen wurden abgesagt, Mitarbeiter wurden ins Homeoffice, in die Kurzarbeit oder gleich in die Arbeitslosigkeit geschickt. Der Verkehr ist weitgehend zum Erliegen gekommen, Tourismus findet so gut wie nicht mehr statt. Auch wenn die Landesregierungen nun schon weitreichende Lockerungen genehmigt haben und die Öffnung mancher Grenzen diskutiert wird, sind die Folgen des Lockdown schon jetzt dramatisch: Zahlreiche Unternehmen befinden sich trotz staatlicher Hilfen auf dem Weg in die Insolvenz. Gastronomie, Hotellerie, die Kulturbranche und weitere sind massiv betroffen. Die Menschen sind überfordert mit Homeoffice und gleichzeitiger Kinderbetreuung.

Unternehmer beklagt Mangel an Solidarität in Europa und Deutschland

Siegfried Nehls ist ein europaweit tätiger Unternehmer, der seine Wurzeln in Berlin hat und in der Stadt mit der von ihm gegründeten SANUS AG ganze Stadtquartier neu gedacht und entwickelt hat. Seit einiger Zeit ist der Unternehmer auch im europäischen Ausland unterwegs und entwickelt Projekte in Mailand und Ungarn. Er fordert schon lange eine Rückkehr zur Normalität und sieht die Politik mit den jetzt erlassenen Lockerungsmaßnahmen auf dem richtigen Weg, beklagt aber vor allem den Mangel an Solidarität in Europa und Deutschland. „Europa muss in der Corona-Situation ein Zeichen für Solidarität setzen: Grenzen müssen geöffnet werden, Hilfe muss schnell und unbürokratisch organisiert werden“, so Nehls. „Was ist die Europäische Union schon wert, wenn Sie in solchen Krisenzeiten nicht ein ganz konkretes Hilfsprogramm auf die Beine stellen kann und damit nicht nur den Menschen hilft, sondern nachhaltig den Zusammenhalt untereinander fördert?“

Gemeinsam Zeichen setzen!

Der in vielerlei Hinsicht sozial engagierte Philanthrop will gegen den corona-bedingten Niedergang von Wirtschaft und Gesellschaft und für ein gemeinsames Europa ein Zeichen setzen. „Die Folgen für die Wirtschaft müssen aufgefangen werden, es stehen Tausende Existenzen auf dem Spiel“, so Nehls. „Oft wird vergessen, dass es nicht nur um den Umsatz eines Unternehmens geht, sondern vor allem um die Menschen, die für diese Unternehmen arbeiten. In manchen Branchen sind schon jetzt so viele Arbeitsplätze weggefallen, dass unzählige Menschen vor dem Nichts stehen.“

Kein „One size fits all“!

Aus Sicht des Unternehmers belegen die Zahlen und Statistiken, dass die Corona-Infektion bei mehr als 95 % der Bevölkerung harmlos verläuft (oder vermutlich sogar bereits verlaufen ist) und somit keine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. „Kein ‚One size fits all‘! Die  Maßnahmen müssen auf gesellschaftliche Gruppen zugeschnitten werden, Risikogruppen können durch Quarantänemaßnahmen sowie Hygiene- und Abstandsregeln geschützt werden“, so Nehls. „Man muss Sorge dafür tragen, dass nicht die Folgen der Restriktionen unter Umständen mehr Leben als das Virus selbst kosten.“

Der Widerstand wird stärker

Nachdem zu Beginn der Coronakrise die Menschen weitgehend paralysiert waren und die Maßnahmen strikt befolgt haben, regt sich zuletzt deutlicher Widerstand. Branchenvertreter, aber auch Elternverbände und Bürger, formulieren immer vehementer Vorbehalte gegen die Maßnahmen und fordern deren Rücknahme. Mahnende Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Prominenz werden immer lauter und reihen sich in den Chor derjenigen ein, die weitere Lockerungen und eine Rückkehr zur Normalität fordern.

Stimmen bündeln

Nehls beklagt, dass sich die Menschen und Verbände nicht zusammenschließen und ihre Stimme bündeln. „Ich verstehe nicht, dass beispielsweise Verbände alle ihr eigenes Süppchen gekocht haben, anstatt sich zusammenzuschließen und laut mit einer Stimme zu sprechen. Vorstellbar wäre beispielsweise ein Autokorso zum Bundeskanzleramt, um die  Glaubwürdigkeit und Notwendigkeit des Anliegens unterstreichen.“

Nehls plant, die Chefs der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, wie BDA, BDI, DIHK und ZDH, aber auch Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände wie verdi, anzusprechen und zu einer konzertierten Aktion zu motivieren: „Das ist der einmalige Fall, wo die Wirtschaft und die Gewerkschaften an einem Strang ziehen sollten. Denn die Situation betrifft branchenübergreifend Arbeitgeber und -nehmer. Hier ist Zusammenhalt wichtig, gemeinsam können wir etwas erreichen.“

BDI-Chef

BDI-Chef | Foto: Christian Kruppa

BDI-Präsident Dieter Kempf forderte unlängst einen umfassenden gesamteuropäischen Plan für die Krise, der den Grundstein für erfolgreiches Wirtschaften in der Zukunft legt: „Wir sind über die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Pandemie zutiefst besorgt. Es muss ein gewaltiger Schock für unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften überwunden werden. Wir brauchen einen umfassenden gesamteuropäischen Plan, der den Grundstein für erfolgreiches Wirtschaften in der Zukunft legt.“

Ingo Kramer, Präsident des BDA fordert ein solidarisches Europa

Ingo Kramer, Präsident des BDA fordert ein solidarisches Europa | Foto: BDA | Christian Kruppa

Auch BDA-Chef Ingo Kramer warnt vor einer „Spirale von Negativspekulationen“ und beschwört ein gemeinsames und solidarisches Europa: „Wir können die Krise auf jeden Fall nur gemeinsam lösen. Von denjenigen, die ihr Heil im Nationalismus suchen, hören Sie deshalb im Augenblick auch nichts mehr, die sind in der Versenkung verschwunden. Kein Wunder, denn die haben ja auch nur Konzepte gegen etwas anzubieten und nicht für etwas.“

Die Krise kann nur gemeinsam geschultert werden

Gemeinsam durch die Krise – für Nehls der einzig gangbare und auch moralisch legitimierte Weg. „Ich lasse es nicht gelten, dass sich wohlfeile Solidaritätsbekundungen in der Krise einfach in Luft auflösen. Eine solche Pandemie muss gemeinschaftlich angegangen werden: In Europa, in Deutschland und in Berlin.“ Der Unternehmer plant schon weitere Aktionen, um die Situation für die Menschen zu verbessern. „Wir müssen im Kleinen anfangen, dürfen aber nicht darin verharren. Es liegt an uns, welches Urteil einmal in den Geschichtsbüchern über unseren Umgang mit der Krise als Gesellschaft stehen wird. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass dieses Urteil positiv ausfällt.“ (red)

 

Unternehmen zeigen Solidarität in der Corona-Krise

Corona hat die Welt fest im Griff. Krisenzeiten wie diese sind immer beängstigend, schaffen Verunsicherung und stellen altbekannte Muster auf den Prüfstand. Aber sie bringen auch häufig das Beste im Menschen zum Vorschein. In der Corona-Krise entsteht eine umfassende Solidarität zwischen den Menschen. So kann man derzeit beobachten, wie Wirtschaftsunternehmen einen Beitrag leisten, um den Menschen bei der Bewältigung der Corona-Krise zur Seite zu stehen.

Solidarität in der Krise

Die Corona-Krise legt das öffentliche Leben nahezu komplett lahm, die Wirtschaft leidet. Die daraus entstehenden Folgen sind noch gar nicht absehbar. Jeden Tag gibt es neue Meldungen über die dramatischen Auswirkungen der notwendigen Einschränkungen. Die Ungewissheit über das Ende des Ausnahmezustands schürt weitere Ängste. Zahlreiche Unternehmen müssen trotz großangelegter Förderinitiativen des Staates um ihre Existenz fürchten.

Dennoch kann man etwas Positives in den Entwicklungen der letzten Wochen beobachten: Da generell jeder von der Krise betroffen ist, entsteht zurzeit eine vorher nicht dagewesene Solidarität zwischen den Bürgern. Junge Menschen gehen für ihre älteren Nachbarn einkaufen, Supermarktkassierer bekommen plötzlich Trinkgeld und das medizinische Pflegepersonal erhält endlich die langverdiente gesellschaftliche Anerkennung.

IHK Berlin: „Unternehmen helfen Unternehmen“

Aber nicht nur das, auch in der Welt der Wirtschaft entwickelt sich ein Gemeinschaftssinn. So startete etwa die Berliner Industrie und Handelskammer (IHK) vor kurzem das Projekt „Unternehmen helfen Unternehmen“, um Firmen eine Plattform zum Austausch zu geben. Die Idee ist folgende: Unternehmen können ihr Hilfsangebot inklusive Kontaktdaten auf der Website der IHK veröffentlicht, sodass hilfesuchende Betriebe sich direkt an die zuständigen Stellen wenden können. Beispielsweise bietet das Transportunternehmen SEMKE24 seine Leistungen an Hilfesuchende, wie die Feuerwehr oder die Katastrophenschutzorganisation THW, falls sie unter Fahrzeug- oder Personalmangel leiden. Es gibt aber auch Selbstständige, wie Clemens Zocher, der seine Dienstleitung als Fotograf kostenlos zur Verfügung stellt.

Hilfsangebote von allen Seiten

Zusätzlich ruft die IHK in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden wie der DEHOGA Berlin und dem Unternehmensverband Berlin-Brandenburg zur Spende von Schutzausrüstung auf. Dadurch soll der Mangel an Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Einmalschutzhandschuhe in Kliniken und Arztpraxen bekämpft werden.

Die Düsseldorfer LEG-Immobilien-Gruppe spendete gemeinsam mit der Stiftung ‚Dein Zuhause hilft‘, 100 Boxen mit Spiel- und Beschäftigungsmaterial und stellte unter dem Motto „Gemeinsam durch die Corona-Krise“ ein 10-Punkte-Papier für Schutz und Absicherung von Kunden und Mitarbeitern vor.

Immoscout 24: Hilfsprogramm für Makler in Not

Immoscout24 startete vergangene Woche mit einem Hilfspaket ein Sofortprogramm, bestehend aus drei Maßnahmen: den gewerblichen Kunden wird ein Zahlungsaufschub von bis zu neun Monaten gewährt, private Anbieter können ab dem 27. März für einen Monat kostenlos inserieren und bestehenden Makler-Kunden hilft das Unternehmen nach der Krise mit zusätzlichen kostenlosen Mandaten.

Deutsche Wohnen: Umschichtung in Corona-Hilfsfonds

Die Deutsche Wohnen schlägt ihren Aktionären statt der gewohnten 65 Prozent der operativen Erträge (FFO) eine Quote von nur 60 Prozent vor. Mit dem gesparten Geld soll ein etwa 30 Millionen schwerer Corona-Hilfsfonds finanziert werden. Dieser kommt Mietern, Handwerkern und Dienstleistern des Konzerns zur Hilfe, die durch das Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.  „Wer gehen davon aus, dass unsere Aktionäre unserem Vorschlag zustimmen und ein starkes Signal der Unterstützung senden“, so Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen.

Homeoffice-Offensive

Mit einem zweimonatigen kostenfreien Testzugang unterstützt das Datenmanagementunternehmen Evana die Immobilienbranche bei der Umstellung auf flexible Onlinelösungen für das Arbeiten von Zuhause. Auch für Bestandskunden des Proptechs gibt es Hilfe: sie müssen für zwei Monate keine Onboardingkosten für neue Objekte zahlen. „Die Anfragen, wie Unternehmen auf ihre Dokumente und Daten aus dem Homeoffice zugreifen können, haben in den vergangenen Tagen stark zugenommen“, erklärte Sascha Donner, Chief Innovation & Product Officer bei Evana. „Das betrifft vor allem die schnelle Migration von bestehenden Insellösungen.“

Verzicht auf Kündigungen

Wie bereits zahlreiche Immobilienunternehmen, unterstützt nun auch die Magdeburger Wohnungsgesellschaft Wobau ihre Mieter: Stundungen werden verlängert und Mieterhöhungen sowie fristlose Kündigungen für die Mieter der rund 19.500 Wohneinheiten ausgesetzt. Ebenfalls geschützt sind die mehr als 450 Wobau-Gewerbemieter in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, deren Geschäfte aufgrund des Corona-Virus geschlossen bleiben müssen. Eine vorbildliche Idee ist der Ausbau eines Nachbarschaftshilfe-Netzwerks, für das Wobau einen Flyer zum Ausdrucken zur Verfügung stellt.

Deutschlandweit zeigen sich Immobilienunternehmen solidarisch und nutzen ihre Möglichkeiten, um den Menschen unter die Arme zu greifen! Ein Segen für kleine Unternehmen oder Selbstständige, die in finanzielles Ungleichgewicht geraten sind, für Mieter und Mitarbeiter. In jedem Fall ein wichtiges Zeichen der Hoffnung in schwierigen Zeiten. Die Branche steht zusammen und verbreitet Optimismus, die Corona-Krise gemeinsam zu überstehen! (aak)

20.000 Euro für „Ungehindert.Tokyo“: Spielbank Berlin und Schirmherr Michael Müller unterstützen die Vorbereitungen für die Paralympics in Tokio

Die Spielbank Berlin unterstützt die Kampagne „Ungehindert-Tokyo“ des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands Berlin mit insgesamt 20.000 Euro. Im Rahmen des Tokio Sponsoring Dinners wurden mehrere Schecks an Özcan Mutlu, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands, durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller, der auch die Schirmherrschaft für die Kampagne übernommen hat, und Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, überreicht. Mutlu ist selbst Beiratsmitglied der Spielbank Berlin und engagiert sich nachdrücklich für den Para-Sport. Als Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Berlin vertritt Mutlu die Interessen von 29.000 Mitgliedern des Verbandes.

Ziel der Kampagne: Den Weg nach Tokio ebnen

Die Spenden­kampagne „Ungehindert.Tokyo“ des Behindertensportverbandes Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Berlinerinnen und Berlinern den Weg zu den Paralympics 2020 in Tokio zu ebnen. Spen­denpartner kommen dabei beispielsweise für Trainings- und Wettkampf­kosten oder Sportausrüstung für Athletinnen und Athleten des Teams Berlin auf.

„Die Sportmetropole Berlin ist eng mit dem Parasport verbunden“, so Schirmherr Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. „Dabei ist es entscheidend, sich auf Förderer und Unterstützer aus der Wirtschaft wie die Spielbank Berlin, Lilienthal oder ‚Stadt und Land‘ verlassen zu können.“

Sport trägt bei zu Integration und Inklusion

„Sport trägt zur Integration in einer pluralen und vielfältigen Gesellschaft maßgeblich bei“, sagt Özcan Mutlu. „Daher habe ich mich immer für Inklusion im Sport eingesetzt. Ich freue mich sehr und bedanke mich bei der Spielbank Berlin. Sie trägt mit dazu bei, dass die Berliner Sportlerinnen und Sportler bei den Paralympics in Tokio eine eindrucksvolle Visitenkarte abgeben. Das wird die Menschen begeistern und damit beweisen, welche tragende Rolle dem Para-Sport in unserer Gesellschaft zukommt.“

Der diesjährige Austragungsort der Paralympics hat für die Berliner Sportlerinnen und Sportler eine besondere symbolische Bedeutung: Berlin und Tokio sind seit 1994 Partnerstädte.

Para-Sportler sind Vorbilder für Menschen mit Behinderung

„2020 ist das Jahr der Paralympics in Tokio“, so Klaas Brose, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands Berlin e.V. „Unser Ziel ist es, die Berliner Athletinnen und Athleten bestmöglich auf dieses Ereignis vorzubereiten. Jede Athletin und jeder Athlet ist ein Vorbild für alle Menschen mit Behinderung in Berlin, und wir wollen so viele dieser Vorbilder wie möglich für diese Stadt bei den Paralympics unterstützen. Wir danken Özcan Mutlu und der Spielbank, ihre Spende ist ein wichtiger Beitrag für den Parasport in Berlin.“

Spielbank Berlin: Sportförderer der Hauptstadt

Die Spielbank Berlin versteht sich als Partner der Hauptstadt. Sie unterstützt seit vielen Jahren kulturelle und soziale Institutionen, vor allem aber den Hauptstadtsport. Bereits 2016 hat die Spielbank das Projekt „Road-to-Rio“ für die Paralympics in Brasilien großzügig unterstützt. Auch die sehbehinderte Para-Schwimmerin und Berlins Sportlerin des Jahres 2019 Elena Krawzow wird durch die Spielbank Berlin auf ihrem Weg nach Tokio gefördert.

Die Spielbank Berlin ermöglicht ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch Beiratsmitglieder der Spielbank Schecks an den Traditionsclub Berliner TSC e.V., den türkischen Fußballverein Aldersim-Spor, den Sportverein KSV Reinickendorf Ringen, den Arbeiter-Samariter-Bund und den Verein FrauSuchtZukunft überreicht.

„Der Sport im Allgemeinen und der Para-Sport im Besonderen liegen uns sehr am Herzen“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank. „Der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband leistet hier in unserer Stadt einen großen Beitrag zur Inklusion behinderter Menschen.  Die Kampagne ‚Ungehindert.Tokyo‘ wird maßgeblich dazu beitragen, dass die Berliner Athletinnen und Athleten die besten Voraussetzungen haben, um bei den Paralympics große Erfolge zu feiern. Wir freuen uns, dass wir Teil dieser Kampagne sind und drücken die Daumen für Tokio.“ (red)

Urban Ideation Lab – Präsentation der Zukunftsvisionen der aktuellen Fellows

Im Labor der Zukunft, dem Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck, werden regelmäßig innovative Visionen zur Mobilität, zukünftigem Arbeiten und der Digitalisierung diskutiert. Alle sechs Monate bekommen kreative Denker die Möglichkeit, ein halbes Jahr lang kostenfrei in den Räumen der Urbanen Mitte an ihren Ideen zu tüfteln, um die Hauptstadt auf die Zukunft vorzubereiten.

Am vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Die sechs aktuellen Lab Fellows stellten ihre Visionen und Forschungsergebnisse im Rahmen einer Lab Präsentation interessierten Besuchern im urbanen Stadtquartier vor. Sie ließen die letzten kreativen Arbeitsmonate noch einmal Revue passieren und läuteten somit das Ende der ersten Fellowrunde im Urban Ideation Lab ein.

Kreative Ideen im modernsten Coworking Space Berlins

Präsentation im Urban Ideation lab

Die Lab Fellows bei der Präsentation ihrer Arbeitsfortschritte der vergangenen sechs Monate am vergangenen Montag. | Foto: BERLINboxx

Zunächst begrüßte Lab Managerin Amira Sahr die rund 20 anwesenden Teilnehmer. Im Anschluss präsentierten die diesjährigen Lab Fellows Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin ihre Fortschritte und Arbeitsergebnisse der vergangenen Monate. Abschließend standen sie Interessierten für angeregte Diskussionen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Alle Fellows waren sich einig: Das B-Part hat eine gute Energie. Es herrschte stets eine neugierige, offene, tolerante und kommunikative Stimmung.

Während der Vorstellung wurde die thematisch weite Fächerung der unterschiedlichen Projekte deutlich, die von Gesundheit und Sport, Kunst und Kultur bis hin zu Nachhaltigkeit alle erdenklichen Zukunftsthemen bereithielten. So stellte die Masterstudentin Franziska Sahr den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeit vor, die sich rund um Nutzungskonzepte und Coworking in modernen Stadtquartieren drehte. Weitere Lab Fellows wie das Team von nexTT um Nicolas Bourquin und Sven Ehmann teilten ihre Erfahrungen im Bereich data privacy, während das Trio Tetrapix von seinen Erfolgen bei der Förderung digitaler Bildung im Schulunterricht berichtete.

Frischer Wind im Urban Ideation Lab

Bereits seit dieser Woche können sich bereits drei neue Lab Fellows auf einen der begehrten Plätze in der Ideenwerkstadt bewerben. Bis zum 31. Dezember haben sie noch Zeit, das Team der Urbanen Mitte von ihrem Vorhaben zu überzeugen, das sich dieses Mal rund um die nachhaltige Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume und der Erforschung neuer urbaner öffentlicher Lebensräume drehen soll.

Aber nicht nur neue Gesichter werden das Urban Ideation Lab im nächsten Jahr bereichern. Auch die drei Lab Fellows NexTT, Circular Berlin und das Urban Participation Lab bleiben dem Zukunftsquartier erhalten und werden in einer neuen Runde zukunftsorientierte Städteprojekte in Angriff nehmen. (sz)

 

 

„Berlin ist die deutsche Hauptstadt der Medizin“

Im Gespräch mit Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung

Berlin belegt in der Medizin international Spitzenplätze. Das Geheimnis der Gesundheitsstadt Berlin: Ideale Voraussetzungen und ein breites Netzwerk.

Berlin ist Deutschlands führende Gesundheitsmetropole. In Europa steht die Charité auf Platz eins der besten Hospitäler und weltweit auf Platz 5 – Was macht die Stärke des Gesundheitsstandorts Berlin aus?

Unsere Situation ist deutschlandweit wirklich einzigartig. Denn Berlin hat alles, was eine echte Gesundheitsmetropole ausmacht. Medizinische Spitzenforschung, hervorragende Krankenhäuser, Wirtschaftsunternehmen vom jungen Start-up bis zum großen Pharmakonzern. Aus dieser Vielfalt ergibt sich eine große Dynamik, die wir gezielt weiterentwickeln, und die immer mehr Talente und Akteure anzieht. Der World Health Summit in Berlin hat sich längst zum Treffen der Gesundheitswelt entwickelt, internationale Schwergewichte der Medizinförderung wie die Bill-and-Melinda Gates Stiftung und der Wellcome Trust haben in Berlin Dependancen bezogen.

Auch das fabelhafte Abschneiden unserer Universitäten und der Charité im deutschen Exzellenzwettbewerb bringt neuen Schub: Auf der Agenda der Berlin University Alliance steht ganz prominent die Gesundheitsforschung. Aus all dem ergibt sich ein unglaubliches Zukunftspotenzial, das wir mit der Strategie „Gesundheitsstadt Berlin 2030“ noch besser nutzen werden. Im Dreiklang aus Wissenschaft, medizinischer Versorgung und natürlich auch Wirtschaft führen wir Berlin als Gesundheitsstandort an die internationale Spitze.

Charité - Gesundheitsstadt Berlin

Charité Berlin – Medizinische Spitzenforschung in der Hauptstadt. | Foto: Charité-Universitätsmedizin-Berlin

Auch Berlin unterliegt dem demografischen Wandel. Es wird sogar von einer massiven Verschiebung in der Zusammensetzung der Bevölkerung gesprochen. Was bedeutet das für das Gesundheitswesen und inwieweit können moderne Technologie eine Lösung sein?

Wir werden – vor allem dank der vielen technologischen Fortschritte in der Medizin – immer älter. Das ist ja erstmal eine gute Nachricht. Damit entstehen natürlich auch neue Anforderungen an das Gesundheitswesen und unsere Gesellschaft insgesamt. Die Zahl der Menschen mit chronischen Krankheiten wird weiter steigen, die Pflege wird eine noch größere Rolle spielen, der gesamte medizinische Bereich mehr hervorragend ausgebildete Fachkräfte brauchen. Dabei stellt sich die Frage, wie wir mithilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz diesen Anforderungen noch besser begegnen können. Dafür haben wir in Berlin die besten Voraussetzungen. Über einhundert Professuren forschen hier bereits auf verschiedenen Feldern der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz und wir nutzen diese geballte Expertise verstärkt für die Medizin. Diagnosen können verbessert werden, die Behandlung erkrankter Menschen präziser erfolgen, und der Einsatz digitaler Technologien auch zur Entlastung von Klinikpersonal führen.

Mit dem medizinischen Fortschritt gehen auch veränderte Anforderungen und Erwartungen an die Gesundheitsversorgung einher. Einige der neuen Therapien verlangen ein hohes Qualitätsniveau. Sind Ärzte und Pflegekräfte in Berlin gut darauf vorbereitet?

Das Medizinstudium an der Charité hat einen hervorragenden Ruf. Auch die Ausbildung medizinischer Fachkräfte an unseren Fachhochschulen setzt hohe Standards. Gemeinsam mit unseren Institutionen reagieren wir auf die veränderten Anforderungen, indem wir Ausbildungskapazitäten erhöhen und neue Studiengänge einführen, etwa im Bereich der Pflege. Wir müssen auch sicherstellen, dass Fachkräfte sich fortbilden können. Das sind die besten Grundlagen zur Sicherung einer anhaltend hohen Qualität in der medizinischen Versorgung. Zusammen mit der Charité und der landeseigenen Vivantes entwickeln wir ein gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum mit mehreren Tausend Plätzen.

Die Digitalisierung der stationären Krankenversorgung steckt auch in Berlin noch ziemlich in den Kinderschuhen. Welche Bemühungen werden hier gemacht?

Wir fangen ja nicht bei Null an, aber es ist richtig, dass wir die Digitalisierung im Gesundheitssektor noch stärker vorantreiben. Berlin hat das Zeug zur deutschen Modellstadt für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Charité und Vivantes, zusammengenommen gut 9.000 Krankenbetten berlinweit, arbeiten bereits enger zusammen, um ihre Digitalisierungsprozesse noch besser zu verzahnen und weiterzuentwickeln.

Wir tauschen uns zudem mit internationalen Partnern aus, man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden. Mit dem australischen Bundesstaat Queensland, der als Vorreiter in der Digitalisierung des Gesundheitswesens gilt, haben wir vergangenes Jahr während meiner Australienreise als Bundesratspräsident eine Kooperation gestartet. Es geht um gemeinsame Forschung zu Medizin und Digitalisierung, genauso wie um den Erfahrungsaustausch beim Einsatz digitaler Technologien. Experten von beiden Seiten treffen sich regelmäßig in Arbeitsgruppen.

Das sind ganz praktische Schritte, aber wir brauchen auch einen Mentalitätswechsel. Vor lauter Sorge um mögliche Risiken drohen wir hierzu lande zu oft den Blick für die Chancen der Digitalisierung zu verlieren. Die digitale Patientenakte ist so ein Beispiel. Man kann beides haben, die Einhaltung hoher Datenschutzstandards und ein modernes, digitales Werkzeug, das Patienten und Ärzten gleichermaßen große Vorteile eröffnet.

Die Zukunftskommission Gesundheitsstadt Berlin 2030 rät, alle Vorgänge im Krankenhaus, die nicht unmittelbar von Menschen durchgeführt werden müssen, durch Digitalisierung zu ersetzen. Ist diese Überlegung realistisch, wo doch zunächst der Zustand von Gebäuden und technischer Infrastruktur dringend verbessert werden muss?

Beides ist richtig und kein Widerspruch. Wenn wir über das Jahrzehnt der Investitionen sprechen, dann betrifft das natürlich auch die Gesundheitsinfrastruktur. Allein an den vier Standorten der Charité führen wir in den nächsten Jahren Maßnahmen im Umfang von über einer Milliarde Euro durch. Auch die technische Infrastruktur wird modernisiert, von neuen Leitungen und WLAN-Stationen, über Hightech-Betten bis hin zu medizinischen Großgeräten. Das alles gehört konsequenterweise dazu, wenn wir über die Digitalisierung der Medizin sprechen. Über gemeinsame IT-Infrastrukturen wollen Charité und Vivantes dabei Synergien noch besser nutzen. Die zweite Frage ist, wo genau im Krankenhausalltag digitale Technologien sinnvoll zum Einsatz kommen können. Das wird man sicherlich immer wieder prüfen müssen und dabei auch kritisch hinterfragen: Wieviel Mensch und wieviel Maschine wollen wir? Bei allen Verbesserungen, die wir durch Technologieeinsatz erreichen können, wird die Gesundheitsversorgung immer menschliche Expertise und Empathie brauchen.

Sie haben stark daran mitgewirkt, dass das Berlin Institute of Health nun Teil der Charité ist – was bedeutet dieser Zusammenschluss für Berlin?

Berlin spielt immer mehr im Konzert der großen internationalen Innovationsmetropolen mit, das gilt auch und besonders für die medizinische Forschung. Die Integration des Berlin Institute of Health in die Charité ist dafür ein weiterer Meilenstein. Neben Klinikum und medizinischer Fakultät wird das BIH nun als dritte Säule der Charité exzellente Forschung stärken und dafür sorgen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse noch schneller als medizinische Innovation ans Krankenbett gelangen. Davon profitieren Patientinnen und Patienten, übrigens nicht nur in Berlin. Denn die Charité und das BIH haben eine Strahlkraft, die deutlich über die Grenzen unserer Stadt hinausgeht. Durch diesen Schritt wird ein ganz neues Kapitel für den Innovationsstandort Deutschland aufgeschlagen. Erstmals steigt der Bund direkt und unbefristet in die Finanzierung einer wissenschaftlichen Landeseinrichtung ein, das Budget für das BIH beträgt jährlich gut 77 Millionen Euro. Das ist bislang einzigartig und ein klares Bekenntnis: Berlin ist die Hauptstadt der Medizin. (aw)

Prof. Thomas Skutella: Ein Meilenstein in der Reproduktionsmedizin

Für viele Frauen ist es ein schweres Schicksal, wenn sie keine Kinder bekommen können.

Auch moderne Methoden der In-vitro-Fertilisation können manchen Frauen nicht helfen. Zum Beispiel helfen keine LH- oder FSH-Stimulanzien, wenn eine Frau sogenannte polyzystische Ovarien (PCO), Endometriose oder sogar das ovarielle Low-Responder-Syndrom hat. Zu wenige oder keine Eizellen können sich durch IVF aus dem Ovar entwickeln. Die bisherige Diagnose lautete unfruchtbar.

 

Durchbruch nach mehr als zehn Jahren intensiver Forschung

Dank neuer Forschungen kann jetzt – in einigen Fällen – geholfen werden. Das Labor von Prof. Dr. Thomas Skutella, Professor für Zellbiologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, hat in einem vom BMBF geförderten Kooperationsprojekt mit Prof. Irma Virant-Klun vom Universitätsklinikum in Ljubljana, Slowenien, nach mehr als 10 Jahren intensiver Forschung an weiblichen Oozyten einen Durchbruch geschafft.

Bei IVF-Patientinnen gibt es einen Anteil von etwa 15 – 20 % an unreifen Follikeln, die Keimbläschen (KB) genannt werden. Bisher konnten diese Keimbläschen nicht befruchtet werden und werden daher ausgesondert. Mit einer neuen Methode der sogenannten „In-vitro-Maturation“, kurz IVM, können die Progenitorzellen der Follikel jedoch in der Petrischale künstlich zur Reife gebracht werden.

 

Verfahren kann auch bei Krebspatientinnen angewendet werden

Die Forschungsgruppe um Prof. Skutella zeigte, dass es möglich ist, den In-vitro-Prozess der menschlichen Oozytenmaturation in einer Co-Kultur mit Kumuluszellen von reifen Eizellen derselben Frau zu verbessern, um ein klinisch erfolgreicheres und sichereres zukünftiges Verfahren zu generieren.

Dieses Verfahren kann auch bei Krebspatientinnen angewendet werden, die sich einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen, um ihre Fruchtbarkeit zu erhalten. In diesen Fällen wird das Material vor der Therapie entfernt und künstlich gereift. Es ist nicht mehr notwendig, dass die Patientinnen wie bisher wertvolle Zeit warten müssen, bis durch In-vivo-Stimulation reife Oozyten gewonnen werden können.

 

Besseres Verständnis der molekularen Grundlagen der weiblichen Fruchtbarkeit

Die Forschungsgruppen von Prof. Skutella und Virant Klun arbeiten derzeit daran, die Rate der Oozytenmaturation in Gonadotropinen (FSH, hCG und AMH) im Verhältnis zum Alter der Oozytenspender auf Einzelzellenebene besser zu verstehen. Sie untersuchen die Expression von Transkriptionsfaktoren, die zuvor in einer Pilotstudie zur In-vitro-Maturation menschlicher Oozyten identifiziert wurden, einschließlich der oozytenspezifischen Gene FIGLA und H1FOO in einzelnen in-vitro gereiften Eizellen. Darüber hinaus analysieren die Forschungsgruppen den Einfluss von Gonadotropinen und dem weiblichen Alter auf die Regulationsmechanismen von miRNAs auf die Expression von Transkriptionsfaktoren und anderen wichtigen identifizierten Genen in einzelnen Oozyten und vergleichen die exosomale miRNA von in-vivo und in-vitro gereiften Oozyten. Sie erwarten, dass die Ergebnisse ein besseres zukünftiges Verständnis der molekularen Grundlagen der weiblichen Fruchtbarkeit liefern und eine Grundlage für die mögliche Entwicklung neuer Medikamente und Therapien zur Stimulation der Ovarialhormone bei IVM bilden werden.

 

Qualität der menschlichen Eizelle bestimmt den Erfolg der Fertilisation

Ein weiterer Durchbruch in der Reproduktionsmedizin ist die Möglichkeit der genetischen Präimplantationsdiagnostik. Kinderlose Paare gehen oft einen langen Leidensweg von unzähligen IVF-Versuchen. Ein Grund, warum die In-vitro-Fertilisation oft scheitert, ist die schlechte Qualität der befruchteten Oozyten. Schlechte Qualität heißt in der medizinischen Fachsprache Aneuploidie, also schwerste Chromosomenstörungen, die nicht lebensverträglich sind. Von „außen“ kann aufgrund der Morphologie die Qualität des Eis oft nicht erkannt werden, was dazu führen kann, dass der gesamte Prozess der künstlichen Befruchtung und Implantation praktisch vergeblich durchgeführt wird.

Die Qualität der menschlichen Eizelle bestimmt den Erfolg der Fertilisation und beeinflusst die daraus resultierende Embryonalentwicklung, Schwangerschaft und Geburt. Sie dient damit als Grundlage für die menschliche Fortpflanzung und Fruchtbarkeit. Die Möglichkeit, die Qualität der Oozyten im Rahmen des In-vitro-Fertilisationsprogramms zu bewerten, ist sehr eingeschränkt.  Abgesehen von der Beurteilung des Aussehens des Oozyten haben die Ärzte keine weiteren Kriterien zur Verfügung.

Entwicklung neuartiger Behandlungsparadigmen

Genexpressionsprofile von einzelnen Oozyten bieten neue und klarere Einblicke in die Qualität und Genese der Oozyten und werden in naher Zukunft in die klinische Praxis einfließen.
Die Ergebnisse sollen neue grundlegende Informationen über den menschlichen Oozyten, seine Vielfalt und ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen der menschlichen Eizelle während der In-vitro-Maturation liefern. Letztendlich trägt dies auch zur Entwicklung neuartiger Behandlungsparadigmen und zur genaueren Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Krebspatientinnen bei. (red)

Patientenversorgung: „Der Patient muss Herr seiner Daten bleiben“

Im Gespräch mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

Unser Gesundheitswesen steht vor einer Wende. Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle. Doch wo bleibt die Patientin/der Patient auf diesem Weg? Die BERLINboxx sprach mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke über die Patientenversorgung in Deutschland, den digitalen Wandel in der Medizin und Hürden einer alternden Gesellschaft.

Ein gutes halbes Jahr sind Sie jetzt im Amt: Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ich möchte dazu beigetragen, dass sich die Patientinnen und Patienten auf eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung verlassen können. Aufgrund unseres komplexen   Gesundheitssystems kommt es dabei zudem auf Transparenz und die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten an. Ziel muss eine gleichberechtigte Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Leistungserbringern, Kostenträgern sowie den Patientinnen und Patienten sein.

Große Potentiale – auch bezüglich der Steigerung der Gesundheitskompetenz – sehe ich in der Digitalisierung. Hier sind beispielsweise Gesundheits-Apps oder die vielfältigen medizinischen Informationen, die im Internet leicht zugänglich zur Verfügung stehen, zu erwähnen. Im Prozess der Digitalisierung kommt es darauf an, die Interessen der Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen, etwa beim Thema Datenschutz. Zudem müssen sie darin unterstützt werden, die richtigen Informationen in der digitalen Welt zu finden sowie Nutzen und Risiken digitaler Angebote abwägen zu können.

Wie bewerten Sie die Patientenversorgung in Deutschland im Allgemeinen, wo bestehen noch Lücken?

Zunächst einmal: Unser Gesundheitssystem ist ein sehr gutes. Das zeigt insbesondere der internationale Vergleich. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden zudem bereits eine Vielzahl von Gesetzen beschlossen oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten ganz konkret weiter zu verbessern.

Eine Lücke sehe ich als Herzchirurgin allerdings noch bei der Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie sind Volkskrankheit Nummer eins. Jedes Jahr sind in Deutschland 300.000 Todesfälle darauf zurückzuführen. Dagegen müssen wir mehr tun. Ich setze mich daher für eine Strategie gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten ein, die von der Grundlagenforschung über die Prävention bis hin zur Rehabilitation alle Bereiche umfasst.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn drückt gerade in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens mächtig auf die Tube. Welche Auswirkungen haben Gesetze wie das Digitale-Versorgung-Gesetz auf die Patientenversorgung?

Es ist gut, dass Minister Spahn hier Tempo macht. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Digitalisierung des Gesundheitswesens im Sinne der Patientinnen und Patienten gestalten sollten. Das Digitale-Versorgung-Gesetz soll die Rahmenbedingungen setzen und ist ein deutliches Signal an alle Beteiligten, dass digitale Anwendungen und Innovationen ausdrücklich gewünscht und unterstützt werden. Das Ziel muss sein, den digitalen Angeboten einen Weg in die Regelversorgung zu ermöglichen, die einen konkreten Mehrwert für eine leistungsfähige und effiziente Versorgung der Patienten bieten und zu der Erhöhung ihrer Lebensqualität beitragen.

Um die Forschung in der Medizin voranzubringen, werden möglichst viele Daten benötigt.  Gleichzeitig unterliegen patientenbezogene Daten der Vertraulichkeit des Arzt-Patienten-Verhältnisses und sollten geschützt werden. Welche Lösungsansätze gibt es, um diesen Konflikt zu lösen und eine Entwicklung zum „gläsernen Patienten“ zu verhindern?

Die durch die Digitalisierung zur Verfügung stehenden großen Mengen an Gesundheitsdaten bieten für die Gesundheitsforschung enorme Chancen, auf die wir in unserem ureigenen Interesse nicht verzichten sollten. Wichtige Voraussetzung ist allerdings der richtige datenschutzrechtliche Rahmen, der einen Datenmissbrauch verhindert und es Patientinnen und Patienten dennoch ermöglicht, ihre Daten zur Verfügung zu stellen – wenn sie dies wünschen. Die Überlegung, die elektronische Patientenakte so zu gestalten, dass der Patient seine Daten freiwillig für die medizinische Forschung zur Verfügung stellen kann, halte ich hier für einen guten Ansatz, um die richtige Balance zu finden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bereits angekündigt, zeitnah ein Datenschutzgesetz für die elektronische Patientenakte vorzulegen. Dies begrüße ich ausdrücklich. Der Patient muss Herr seiner Daten bleiben. Das hat für mich oberste Priorität bei der fortschreitenden Digitalisierung des Gesundheitswesens. Aber wenn Patientinnen und Patienten zustimmen, sollten wir ihre Daten auch für die Forschung verwenden.

Videosprechstunden, digitale Rezepte und elektronische Patientenakten – die Digitalisierung der Medizin schreitet immer weiter voran. Wie digital wird künftig ein Arztbesuch aus Ihrer Sicht sein?

Der Arztbesuch der Zukunft sollte – immer dann, wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht – so digital sein, wie es die Patientin oder der Patient möchte. Keine Frage: Auch in Zukunft wird es in vielen Fällen für die Versorgung der Patientinnen und Patienten das Beste sein, wenn sie persönlich mit ihrem Arzt vor Ort sprechen. Dennoch bietet die Digitalisierung der Medizin vielfältige Möglichkeiten für eine schnellere, bessere und einfachere Patientenversorgung. Als Patientenbeauftragte werde ich darauf achten, dass Patientinnen und Patienten die Wahl haben, ob sie digitale oder weiterhin analoge Angebote nutzen wollen. Denn gerade ältere Menschen, aber auch schwer oder chronisch Kranke haben zunehmend Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Ihnen dürfen daraus keine Nachteile entstehen.

Demografischer Wandel Patientenversorgung

Bestimmt der demografische Wandel in Zukunft die Patientenversorgung? | Foto: „Designed by Freepik“

2030 wird knapp ein Drittel (29 Prozent) der Bundesbürger über 65 Jahre sein. Dadurch wächst auch die Zahl pflegebedürftiger Menschen. Inwieweit ist unser Gesundheitswesen auf die rasche Alterung der Gesellschaft vorbereitet?

Die Zahl älterer Menschen in Deutschland wächst. Angesichts der steigenden Lebenswartung bedeutet dies jedoch nicht gleichzeitig, dass jede oder jeder über 65 Jahren pflegebedürftig sein wird. Dennoch ist es richtig, dass der Bedarf an gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung steigen wird. In den letzten Jahren wurde daher mit gleich drei Pflegestärkungsgesetzen diese Problematik angegangen – unter anderem wurden die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich ausgeweitet. Mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ wurde zudem vor einigen Wochen ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, um dem zunehmenden Bedarf an Pflegekräften gerecht werden zu können. Dazu gehört die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs, beispielsweise durch bessere Rahmenbedingungen inklusive besserer Vergütung, genauso wie eine verstärkte Werbung um Auszubildende und die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland. Meine Aufgabe besteht in erster Linie in der Vertretung berechtigter Interessen von Patientinnen und Patienten in diesem Prozess. So muss aus meiner Warte darauf geachtet werden, dass sämtliche Pflegekräfte hinreichend qualifiziert sind und eine problemlose Kommunikation mit Pflegebedürftigen und Kolleginnen und Kollegen vor Ort gegeben ist. (aw)

Förderprogramm GründachPLUS sorgt für grüne Dächer in Berlin

Sie lassen die graue Stadt schöner erscheinen und sind gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – grüne Dächer. Der Berliner Senat stellt jetzt 2,7 Millionen Euro Fördermittel für eine Begrünung in luftiger Höhe bereit.

Grüne Oasen für Berlin

Mit der Bepflanzung der Dächer möchte Umweltsenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen) Berlin grüner und vor allem ökologischer gestalten. Dafür hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das neue Förderprogramm GründachPLUS gestartet. Insgesamt stehen bis 2023 2,7 Millionen Euro Fördermitteln für eine Dachbegrünung auf Berlins Dächern mit mehr als 100 Quadratmetern auf bestehenden Gebäuden für zur Verfügung.

Umgesetzt wird das Förderprogramm von der IBB Business Team GmbH, eine 100prozentige Tochter der Investitionsbank Berlin (IBB). Die Erstberatung für Interessenten übernimmt die Berliner Regenwasseragentur.

„Gründächer wirken gleich mehrfach: sie sind grüne Oasen für die Bewohner*innen, sie helfen gegen Hitzestress, verbessern durch ihre kühlende Wirkung das Mikroklima und sie speichern Regenwasser wie ein Schwamm – auch bei Starkregen. Damit sind Gründächer ein wichtiger Baustein, um die Stadt an den Klimawandel anzupassen“, erklärt Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Grüne Dächer – dem Klimawandel begegnen

Der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Berlin, Dr. Jürgen Allerkamp, betont: „GründachPLUS trägt dazu bei, den Herausforderungen des Klimawandels mit einer nachhaltigen Maßnahme entgegenzutreten und gleichzeitig die Zukunft Berlins als grüne Metropole sicherzustellen. Wir freuen uns auf das neue Programm in unserem Angebot!“

Zudem seien die Gründächer eine notwendige Maßnahme des nachhaltigen Umgangs mit Regenwasser, so Dr. Darla Nickel, Leiterin der Berliner Regenwasseragentur. Denn die begrünten Dächer können 60 bis 80 Prozent des Regens zurückhalten, das später verdunstet. Durch die Wasserverdunstung entsteht dann ein Kühlungseffekt. Grüne Dächer erwärmen sich nur um 10 bis 20 Grad Celsius, wohingegen ein unbegrüntes Dach über 50 Grad heiß werden kann. Dadurch kann auf Klimaanlagen verzichtet werden und gleichzeitig entsteht auch eine dämmende Wirkung.

Anträge für eine Förderung können sowohl von Grundeigentümerinnen und -eigentümern gestellt werden als auch von Initiativ- und Interessengruppen, Vereinen, Begegnungsstätten, Seniorenheimen oder ähnliche Einrichtungen. (aw)

 

Zum Förderprogramm GründachPLUS

Die IBB Business Team GmbH hat das Förderprogramm GründachPLUS in eine neue Sparte ihres Portfolios eingegliedert: Die Fördergruppe „PLUS“. Insgesamt werden drei neue Förderprogramme für den Klimaschutz im Land Berlin diesen Namenszusatz erhalten. Diese richten sich an Grundeigentümerinnen und -eigentümer und unterstützen mit Kostenzuschüssen die Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen an Berliner Immobilien.

Berliner Bäder: Dr. Johannes Kleinsorg wird neuer Vorstandsvorsitzender

Der Aufsichtsrat der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) hat seinen Vorstandsvorsitz neu besetzt. Ab dem 1. September 2019 wird Dr. Johannes Kleinsorg die Berliner Bäder als Vorstandsvorsitzender leiten. Damit übernimmt er die Nachfolge von Andreas Scholz-Fleischmann, der den Vorstandsvorsitz der Anstalt des öffentlichen Rechts bis zum 14.04.2019 innehatte.

Von Göttingen über Leipzig nach Berlin

Dr. Johannis Kleinsorg (57) ist in Göttingen geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre, Politologie und Soziologie und war seit 1998 in der Energiewirtschaft tätig. Zuletzt war er von 2014 bis 2019 als Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig GmbH.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe, der Senator für Inneres und Sport, Andreas Geisel, sagte bei der Vorstellung des neuen Bäderchefs: „Dr. Kleinsorg hat vielfältige Erfahrungen im Managementbereich und ist mit den nachgewiesenen Vorstandsqualitäten in mehreren großen Unternehmen eine ausgezeichnete Wahl. Die Berliner Bäder Betriebe sind für unsere Stadt von enormer Bedeutung. Wir wollen sie noch leistungsfähiger, noch verlässlicher und noch gästefreundlicher machen. Das sind große Aufgaben, für deren Erfüllung ich dem neuen Vorstandsvorsitzenden viel Erfolg wünsche.“

Dank an den Vorgänger

Zudem bedankte sich Innensenator Andreas Geisel bei der Ernennung bei Andreas Scholz-Fleischmann, der die BBB seit April 2016 geführt hatte und nun altersbedingt ausgeschieden ist. Der Dank des Sportsenators ging auch an Annette Siering, Vorständin der Berliner Bäder-Betriebe. Denn sie hatte nach der Abberufung von Andreas Scholz-Fleischmann die Berliner Bäder-Betriebe übergangsweise allein geleitet.

Gemeinsam mit Annette Siering wird Dr. Johannes Kleinsorg gleichzeitig die Geschäftsführung der BBB Infrastruktur-Verwaltungs GmbH, als Eigentümergesellschaft der Bäder übernehmen.

Jetzt müssen nur noch die dringenden Sanierungen der Berliner Bäder vollzogen werden und der Bädespaß kann losgehen. (aw)

 

Veranstaltungen

Digitalforum Gesundheit 2021

Digitalisierung der Medizin ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung für bessere, individuelle Versorgung, für mehr Patientensicherheit und zur Demokratisierung von Spezialwissen. Digitalisierte Medizin schafft Zugangsgerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig vom Wohnort und dem Vorhandensein von Spezialwissen etwa einer Uniklinik.

Wie gelingt die Digitalisierung der Kliniken in Deutschland? Mit welchen Projekten sollen die Kliniken starten? Welche Investitionsmittel sind erforderlich? Die Erörterung und Beantwortung dieser Fragen stehen im Mittelpunkt des Digitalforums Gesundheit.

(Anmeldung erforderlich)

Digital Health Conference

Die Digitalisierung ist aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Ob beim Erkennen von Krankheiten, bei der Therapie oder bei der Kommunikation zwischen Arzt und Patient: Digitale Technologien bergen ein großes Potenzial und sorgen für eine bessere und effizientere Versorgung – in der Stadt wie auf dem Land. Zugleich ringt der Gesundheitsmarkt mit einer Vielzahl an Herausforderungen: Eine alternde Gesellschaft, Fachkräftemangel, Pflegenotstand und hoher Kostensenkungsdruck erschweren eine gerechte, flächendeckende und wirksame Versorgung. Und nicht zuletzt bringt die Globalisierung neue, grenzüberschreitende Gesundheitsrisiken mit sich.
Klar ist: Eine leistungsfähige Patientenversorgung funktioniert künftig nur noch mit digitaler Unterstützung. Eine Sektor übergreifende Kooperation mit anderen Politikbereichen ist unabdinglich.

Die Digital Health Conference geht in die fünfte Runde und bringt mehr als 400 Entscheider und Experten aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft unter das Dach des Spreespeichers Berlin. Der Bitkom bietet damit eine Plattform, um sich auszutauschen, zu diskutieren, sich zu inspirieren und die globale Gesundheitsarchitektur zu stärken.

In diesem Jahr soll der europäische Austausch und die europäische Zusammenarbeit in den Fokus gerückt werden. Hier werden Neuerungen datenbasierter Technologien und Lösungen thematisiert, um die Potenziale digitaler Innovationen zu nutzen und die Zukunft der Gesundheit sicher, effizient und nachhaltig zu gestalten.

21. Handelsblatt Jahrestagung Betriebliche Altersversorgung 2020

Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber Altersvorsorge organisieren sollen, dann ist die betriebliche Altersversorgung mit ihren bewährten Mechanismen der richtige Platz dafür. Rund 380 Entscheider der Betrieblichen Altersversorgung aus Versicherungen, Banken, Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Beratungsdienstleistung treffen sich auf der Handelsblatt Jahrestagung Betriebliche Altersversorgung.

(Anmeldung erforderlich)

World Health Summit

Die Herausforderungen der internationalen Gesundheitsversorgung sind immens und können nur durch einen Zusammenschluss aller Akteure im Gesundheitswesen nachhaltig verbessert werden. Die Wissenschaft muss Verantwortung übernehmen und Politik und Gesellschaft als vertrauenswürdiger Berater zur Seite stehen. Diesen Auftrag nimmt der World Health Summit ernst und bringt Akteure aus allen Bereichen des weltweiten Gesundheitswesens nach Berlin, um innovative Lösungsmodelle zu erarbeiten.

Der World Health Summit gilt als eines der bedeutendsten internationalen Foren für globale Gesundheitsfragen, strategische Entwicklungen und Entscheidungen im Gesundheitsbereich. Es ist interdisziplinär, international und findet in akademischer Unabhängigkeit statt.

(Anmeldung erforderlich)

Der Digitale Gesundheitspreis

Damit die Gesellschaft den wachsenden Anforderungen an die Gesundheitsversorgung Rechnung tragen kann, müssen neue Lösungen entwickelt werden, die über die Entwicklung innovativer Medikamente hinausgehen. Dazu gehören digitale Konzepte, denn diese werden in den nächsten drei bis fünf Jahren die Pharmaforschung und die Arbeit von Ärzten verändern. Dabei wird der Patient noch stärker in den Fokus rücken, ihn in seinem Handeln unterstützt und in seiner Gesundheitskompetenz gestärkt.

Voraussetzung für die verstärkte Akzeptanz von digitalen Lösungen ist natürlich die Sicherheit der Patientendaten in Form einer entsprechenden, vertrauenswürdigen IT-Infrastruktur. Neue Ansätze, wie die Blockchain-Technologie, können helfen durch verbesserte Lösungen zur Datenaufbewahrung und -verschlüsselung die Sicherheit der Therapie für den Patienten zu gewährleisten bzw. erhöhen. Es zeigt sich immer wieder, dass digitale Technologien ein hohes transformatives Potenzial für die Zukunft des Gesundheitswesens haben. Echte Innovationen, die bessere Behandlungsergebnisse bei gleichzeitig höherer Effizienz erzielen, werden also immer wichtiger.

Um diese Lösungen gemeinsam zu erarbeiten, sind alle Akteure des Gesundheitswesens gefragt. Novartis Pharma und Sandoz/Hexal möchte daher mit dem Digitalen Gesundheitspreis eine Plattform für einen konstruktiven Austausch bieten. So soll die Innovationskraft in Deutschland unterstützt werden, um neue Technologien zu erschließen, die Patienten zu mehr Lebensqualität und einer besseren Versorgung verhelfen.

Der Demografiekongress 2020

Klimawandel und Demografie hängen unmittelbar zusammen. Können beispielsweise 10 Mrd. Menschen im Jahre 2050 ernährt werden? Wie gelingt die Umstellung auf eine biologisch-nachhaltige Landwirtschaft mit geringerem CO2-Fußabdruck? Wie ist das Gesundheitssystem auf den Klimawandel vorbereitet? Gefährdet die Überlastung der planetarischen Grenzen ein gesundes Altern? Schaffen wir in Deutschland den Sprung in ein nachhaltiges Wirtschaften, das externe Kosten des Klimawandels internalisiert?

Nach Erörterung dieser grundlegenden Fragen diskutiert der Kongress die konkrete Gestaltung des demografischen Wandels in folgenden Themenfeldern: Personal und Fachkräftegewinnung, Digitalisierung und Robotik, Pflege und Altersmedizin sowie Praxisprojekte zur Gestaltung vor Ort in den Kommunen – wo immer sinnvoll und möglich mit Bezug zu einer nachhaltigen Entwicklung.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

VISION.A 2020

Bei VISION.A werfen Ideengeber und innovative Köpfe des Pharma- und Gesundheitsmarktes einen Blick in die Zukunft der Kommunikation. Neben spannenden Impulsvorträgen liegt der Fokus auf einem lebendigen Dialog zwischen Speakern und Zuhörern, die sich gemeinsam der Frage nach der Apotheke von morgen widmen. Zudem bietet die Digitalkonferenz viel Raum für Inspirationen und Visionen und Networking mit Branchenexperten.

Was ist State of the Art und wie gestaltet sich in Zukunft Kommunikation? Welche Zielgruppen nutzen welche Wege und Mittel und vor allem: warum?

Health-IT Talk

Gesundheitswirtschaft und Health-IT stellen den größten Wirtschaftsfaktor in der Bundesrepublik dar. Im Schmelztiegel Berlin-Brandenburg mit einer engmaschigen Kliniklandschaft, Forschungsinstitutionen, Pharma, IT- und Medizintechnikindustrie in Verbindung zur nahen Gesundheitspolitik und –wirtschaft, kommt es zu einem fruchtbaren Austausch zwischen medizinischem Personal, Ingenieuren und den Multiplikatoren in die Health 2.0-Welt.