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World Health Summit: Wir müssen es gemeinsam anpacken

Mit einem eindringlichen Appell zur internationalen Zusammenarbeit endete der 10. World Health Summit. „Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Wohlstand, Wohlergehen und ein würdevolles Leben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Abschlussveranstaltung, die gemeinsam mit dem Grand Challenges Meeting der Bill & Melinda Gates Foundation ausgerichtet wurde. „ Nur, wenn wir es gemeinsam anpacken, haben wir eine gute Chance, die Gesundheitsziele der Vereinten Nationen 2030 zu erreichen.“

Deutschland habe in den vergangenen Jahren eine wichtige Führungsrolle übernommen, betonte Microsoft-Gründer Bill Gates. „Wir brauchen die Regierungen, und wir brauchen Wissenschaft“, so Gates. Zuvor hatte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Globalen Aktionsplan zur gemeinsamen Arbeit an den Gesundheitszielen der Vereinten Nationen vorgestellt. „Es geht darum, Menschenleben zu retten“, sagte der WHO-Chef.

Positive Bilanz

Der Gründer und Präsident des World Health Summit, Prof. Dr. Detlev Ganten zog eine positive Bilanz der dreitägigen Konferenz: „Wir spüren neue Energie im Feld der globalen Gesundheit – in Berlin, in den akademischen Institutionen, in der Politik. Das ist es, was wir brauchen!“ Denn die Wissenschaft bleibe eine treibende Kraft, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Beim 10. World Health Summit hatten 2.400 Teilnehmer aus 100 Nationen neue und bessere Strategien für die globale Gesundheitsversorgung diskutiert – zum Beispiel zur Stärkung von Gesundheitssystemen weltweit, zum Schutz vor Pandemien, im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen oder in der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung.

Unter den 300 Sprechern waren die norwegische Premierministerin Erna Solberg, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Stefan Oschmann, der Vorstandsvorsitzende von Merck sowie Gayle Smith, die Chefin der internationalen Lobby- und Kampagnenorganisation ONE.

Was ist der World Health Summit?

Der World Health Summit ist eine der bedeutendsten internationalen Konferenzen für Global Health und steht traditionell unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Gegründet wurde das jährliche Treffen 2009 anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Charité.

Der nächste World Health Summit findet vom 27. bis 29. Oktober 2019 in Berlin statt. (red)

Berlin Art Week: Galerie Marzona erhält VBKI-Preis

Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und der Landesverband Berliner Galerien (lvbg) haben zum zweiten Mal den mit 10.000 Euro dotierten VBKI-Preis BERLINER GALERIEN vergeben. In diesem Jahr erhielt ihn die Galerie Marzona auf der art berlin fair for modern and contemporary art.  Feierlich übergeben wurde der Preis von der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop.

VBKI-Preis

Der Preisträger aus Berlin-Kreuzberg wurde vor rund 250 prominenten Gästen bei einer feierlichen Preisverleihung am 28.09.2018 gekürt. Schauplatz war die art berlin fair for modern and contemporary art am Flughafen Tempelhof. In Würdigung des Ausstellungsprojekts „parallélisme élémentaire“ des Künstlers Aron Mehzion fiel die Wahl der Expertenjury in diesem Jahr auf die Galerie Marzona. Erst 2014 gründete Daniel Marzona seine Galerie, die aktuell 11 Künstler repräsentiert.  Auch die beiden weiteren Finalisten, die Galerien Schwarz Contemporary und Dittrich & Schlechtriem, wurden ausgezeichnet. Ziel des von VBKI und dem lvbg 2017 gegründeten Preises ist es, auf die bedeutende Rolle der Galerien für den Kunststandort Berlin aufmerksam zu machen.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des VBKI-Kulturausschusses Bernd Wieczorek hielt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop die Festrede. „Der Kunstmarkt ist mit über 300 Galerien ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor unserer Stadt – undes gibt genügend Platz, um weiter zu wachsen. Berlin ist ein Hotspot für zeitgenössische Kunstproduktion, und wir sind stolz auf die Vielfalt der Berliner Kunst- und Kulturszene – mein  großer Dank gilt Förderern wie dem VBKI und dem lvbg, die den Standort voran bringen“, so Pop.

Galerie Marzona

In seiner anschließenden Laudatio würdigte Dr. Sebastian Preuss, stellvertretender Chefredakteur von WELTKUNST, den diesjährigen Preisträger. „Daniel Marzona vertritt in seiner Galerie mit großem Engagement Künstler, deren Werke sich schneller, modischer Vermarktung verweigern. Es ist eine Kunst, die die konzeptuellen Ansätze der Sechziger und Siebziger in die Gegenwart führt. Eine Kunst, die einer intensiven Vermittlung bedarf, deren Präsentation eine sensible Ausstellungsästhetik, kunsthistorische Tiefenschärfe und Eloquenz beim Erklären verlangt. All dies setzt Daniel Marzona in beeindruckender Weise um. Auf dem vielstimmigen Feld der vielen Berliner Galerien setzt er ein ruhiges, ernsthaftes, in die Tiefe gehendes Zeichen“, resümierte Preuss.

Aron Mehzion beschäftigt sich in seinem Werk mit physikalischen und mathematischen Fragen der Spiegelsymmetrie. So offenbart sich etwa in Gipsabdrücken von vertrauten Gegenständen – zum Beispiel einer Kinderhand – die komplexe zeitliche Struktur eines Gegenstandes. Daher sind die Abdrücke gegenwärtig und zugleich vergangen. Einer der künstlerischen Gewährsleute dabei ist Marcel Duchamp.

Kunstförderung

Die Begründer des Preises verstehen ihre Initiative als Förderung des Kunstmarktstandorts Berlin. Bewerben konnten sich Berliner Galerien mit mindestens drei und maximal zehn Jahren Geschäftsbetrieb. Darunter zu verstehen sind Kunstbetriebe, die als sogenannte Erstgalerie am Markt aktiv sind. Das heißt die Bewerber müssen den Handel mit Kunstwerken direkt aus den Ateliers der Stadt heraus betreiben. Somit garantieren sie die Infrastruktur des Berliner Primärmarktes.

In der Experten-Jury des VBKI-Preises BERLINER GALERIEN saßen unter anderem: Michael Haas (Inhaber Galerie Michael Haas), Dr. Christine Nippe (Kuratorin), Dr. Sebastian Preuss (stellv. Chefredakteur Weltkunst) und Bernd Wieczorek, VBKI-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des VBKI-Kulturausschusses. (red)

Art Dinner 2018: Kunstauktion für den guten Zweck

Kunst und Kultur für einen guten Zweck – das versprach die bereits siebte Auflage des Art Dinners der Bürgerstiftung Berlin. Im Zuge der diesjährigen Veranstaltung konnten die 350 geladenen Gäste exklusive Kunstwerke für einen guten Zweck ersteigern. Denn die Erlöse kommen den Projekten der Bürgerstiftung Berlin zur Leseförderung an Berliner Brennpunktschulen zugute.

„Nichts, was Sie für Kinder tun ist jemals verschwendet“, betonte die anwesende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey. Sie war außerdem Schirmherrin des Art Dinners. Lobende Worte kamen zudem von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, der die gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Stiftung hervorhob.

Führungswechsel während des Art Dinners

Darüber hinaus bot der Abend noch einen weiteren Anlass zum Feiern: Den feierlichen Stabwechsel der Führungsspitze. Ab sofort steht Top-Managerin Vera Gäde-Butzlaff der renommierten Bürgerstiftung vor. Noch bis Februar dieses Jahres war Vera Gäde-Butzlaff die Vorsitzende der GASAG AG. „Wir sind froh und dankbar eine so erfahrene Führungspersönlichkeit für die Bürgerstiftung Berlin gewonnen zu haben“, so der Vorsitzende des Stiftungsrates, Klaus Siegers. Denn neben ihrer Arbeit im Vorstand des Stiftungsrates ist die ehemalige Richterin als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Krankenhausbetreibers Vivantes GmbH tätig. Also überrascht es wenig, dass der Stiftungsrat sie einstimmig zur Nachfolgerin wählte.

Die bisherige Vorsitzende Heike Maria von Joest legte ihr zehnjähriges Engagement in der Stiftung nieder. „Heike Maria von Joest hat die Bürgerstiftung Berlin in außerordentlicher Weise nach vorne gebracht, das Stiftungs- und Spendenvolumen beachtlich erhöht und die Stiftung in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Stadt als einem wesentlichen Akteur der Ehrenamts-Szene ganz neu etabliert“, dankte Klaus Siegers, der ausscheidenden Vorsitzenden sehr herzlich.

 

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt| Foto: Andreas Amann

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt am Salzufer | Foto: Andreas Amann

Erlöse im sechsstelligen Bereich

Die stolze Summe von 103.200 Euro konnte die Auktion unter der professionellen Leitung von Kilian Jay von Seldeneck vom Kunsthaus Lempertz im Rahmen des Art Dinners erzielen. Neben Skulpturen der unterschiedlichsten Formen, Größen und Materialien gab es eine „Silent Auction“ während des Dinners. Hier konnten die Gäste per Höchstgebot besondere Events ersteigern. Unter anderem gehörten dazu die Teilnahme an einer Redaktionssitzung des Tagesspiegels oder ein Tagestrip auf die Rennbahn Hoppegarten.

Die Erlöse des Abends kommen dem Projekt LeseLust und dem Interaktiven Bilderbuchkino zugute. Darüber hinaus erhalten Schulen unter der Prämisse, dass sie ihre Büchereien aufstocken, eine allgemeine finanzielle Förderung. Über 10.000 Kinder profitierten in der Vergangenheit bereits davon. In Rahmen des Projekts LeseLust besuchen 500 ehrenamtliche Paten einmal wöchentlich Schulen und Kitas. Ziel ist es, Kinder für das Lesen und Themenfelder wie Naturwissenschaften zu begeistern.

Solche Projekte zeigen: Die Stiftung ist auf ehrenamtliches Engagement, Spenden sowie Charity -Veranstaltungen angewiesen. Events wie das Art Dinner setzen daher ein Zeichen für die Bereitschaft und das Interesse der Berliner, für einen guten Zweck aktiv zu werden. (red)

TUNGO’s: Experimentelle Küche aus Berlins Mitte

The same but different, dahinter verbirgt sich die Vision eines jungen Gründers: Hussein Jezzini, der mit seinem Lifestyle-Café TUNGO‘s kulinarisch durchstartet. Seine Mission: experimentelles und ausgewogenes Essen in hipper und zugleich familiärer Atmosphäre wieder salonfähig machen.

Verweilen statt eilen

In Berlins Mitte trifft Tradition auf Moderne: Hier gibt es eine bunte und von multikulturellen Einflüssen geprägte Gastroszene. Mit seinem Lifestyle-Café TUNGO’s hat sich Besitzer Jezzini einen Traum erfüllt und betreibt sein Gewerbe mit viel Herzblut. Seit der Erstellung seines Businessplans im letzten Jahr hat sich viel getan. Mithilfe der tatkräftigen Unterstützung von Partnern wie Orderbird, Xucker und der Kaffeerösterei Berlin eröffnete der junge Gastronom Anfang Juli seinen Laden unweit des Hackeschen Marktes.

Gesund und bunt: Der Bulgur-Teller mit selbst gebackenem Xucker-Kuchen | Foto: TUNGO‘s

Gesund und bunt: Der Bulgur-Teller mit selbst gebackenem Xucker-Kuchen | Foto: TUNGO‘s

Kulinarische Köstlichkeiten

Die Liebe zum Essen verbindet die unterschiedlichsten Menschen und ist auch Teil seines Geschäftskonzepts. „Mir ist wichtig, dass meine Kollegen und ich mit den Kunden im Austausch bleiben, sodass wir auf ihre Bedürfnisse eingehen können“, so Jezzini. Aber er ist nicht nur ein aufmerksamer Gastgeber, sondern versteht auch etwas von seinem Handwerk: Ausgebildet wurde der gebürtige Libanese in der gehobenen Cuisine des Restaurants FACIL, das zum 5-Sterne-Designhotel Mandala am Potsdamer Platz gehört.

Gourmets kommen auf ihre Kosten: die Speisen sind orientalisch angehaucht und doch ganz eigene Kreationen. Der Gastrogründer experimentiert in der Küche gern und ist offen, sich von Freunden, Mitarbeitern und Kunden inspirieren zu lassen. Besonders stolz ist er auf seinen nussigen Black & White-Kuchen. „Den gibt es kein zweites Mal“, betont Jezzini. Kuchen und ausgewogene Ernährung – passt das zusammen? Gesunde Ernährung ist für ihn mehr als ein Namenszusatz wie ‚Fit‘ oder ‚Diät‘ oder die Verteufelung von Süßspeisen. Für ihn ist sie eine Sache der Einstellung: auf gesunde Alternativen setzen und somit Balance schaffen. Dazu gehören auch hausgemachte Cookies und Bananenbrot.

Xucker statt Zucker

Das TUNGO‘s ist Berlins erster und einziger zertifizierter Xucker-Store, darauf ist Hussein besonders stolz. Xucker ist ein Berliner Unternehmen, 2010 gegründet, das auf kalorienarme und gut erträgliche Süßungsmittel wie Xylit und Erythrit setzt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Süßstoff-Herstellern, die ihre Produkte als vielversprechende Zuckeralternativen anpreisen. Jedoch eigenen sich die wenigsten Süßstoffe zum Backen – Xucker schon. Und nachhaltig ist das Produkt auch noch: Xylit wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maispflanzen oder Holz gewonnen und ist ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol. Erythrit ist vergorener Traubenzucker. „Xucker ist fast komplett geschmacksneutral, das ist natürlich ideal zum Backen“, so das Fazit von Jezzini.

Immer vor Ort: Gründer und Inhaber Hussein Jezzini | Foto: TUNGO’s

Große Ambitionen

Bereits in diesem Jahr war das TUNGO’s für den Gastro-Gründerpreis nominiert noch vor seiner Eröffnung. Gewonnen hat ein anderer, aber Jezzini sieht das ganz pragmatisch und bewirbt sich einfach noch einmal im nächsten Jahr. An seinem Konzept zweifelt er auf jeden Fall nicht. Das muss er auch nicht, denn die Kundenzufriedenheit ist hoch. Ob Online oder am Standort selbst, der Gründer bekommt ausschließlich positives Feedback. Was kann man sich mehr wünschen? „Einen zweiten Laden in Charlottenburg“, sagt Jezzini prompt. So ambitioniert wie der junge Gastronom ist, wird er sich auch diesen Traum erfüllen. (lj)

Gut besucht: die Eröffnungsparty im TUNGO‘s war ein großer Erfolg | Foto: TUNGO's

Gut besucht: Die Eröffnungsparty im TUNGO‘s war ein großer Erfolg | Foto: TUNGO’s

20 Jahre Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.

Der International Club Berlin, ehemaliger britischer Offiziersclub, war Kulisse für die Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen der „Berliner Wirtschaftsgespräche e. V.“. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, selbst Mitglied dieses einflussreichen Wirtschaftsvereins, würdigte die Leistung von Vorstand und Mitgliedern, die sämtliche politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche und wirtschaftliche Strömungen aufgreifen und das überparteilich, aber immer im Interesse der Hauptstadt. Dabei schlagen sie Brücken zwischen etablierten Berliner Unternehmen, Persönlichkeiten und der sich dynamisch verändernden Start-up- und Gründerszene, so Müller.

Zu den hochrangigen Gastrednern des Abends gehörten neben dem Regierenden Bürgermeister der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die Fraktionschefs im Abgeordnetenhaus Burkhard Dregger (CDU) und Sebastian Czaja (FDP). Auch Senatssprecherin Claudia Sünder und Rainer Brettschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft, reihten sich in die Schlange der Gratulanten ein.

Hochkarätige Gastredner und spannende Diskussionen

Özdemir, der auf seinem Weg zum Festakt einen Fahrradunfall hatte, den er aber glücklicherweise ohne Blessuren überstand, appellierte an den europäischen Gedanken gerade in Zeiten, in denen die Demokratie in der Krise steckt. „Europa bestimmt nicht die Welt, doch die Welt bestimmt uns, wenn wir ihr nicht mit klarem Wertegerüst sowie einer realistischen Einschätzung unserer Möglichkeiten begegnen“, schlussfolgerte der Grünen-Politiker.

Nach den offiziellen Eröffnungsreden präsentierte der Wirtschaftsverein, moderiert vom Vorstandsvorsitzenden Frank Becker und dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied Kristina Jahn, seine neue wirtschaftspolitische Kompetenz. Mit dem serbischen Außenminister und stellvertretenden Premierminister, Ivica Dačić, und dem Vorsitzenden des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms, wurde eine interessante Diskussion zum Thema „Der Westbalkan in Europa – Chancen und Herausforderungen haben“ geführt.

Große Jubiläumsfeier mit zahlreichen Gästen

Zum Auftakt für die kommenden 20 Jahre präsentierte der Berliner Wirtschaftsverein die Ausstellung „Morgen war einmal“. Die in Leinefeld/Eichsfeld geborene Künstlerin Nicole Degenhardt begeisterte sowohl die Gäste als auch die Gastgeber mit ihren auf spezifische Szenen fokussierten Arbeiten. Im Anschluss versteigerte Dr. Karlheinz Knauthe, KNAUTHE Rechtsanwälte Partnerschaft mbH, einige von Degenhardts Kunstwerken.

Im Garten des International Club Berlin tauschten die Gäste ihre vielfältigen Erfahrungen mit den BWG aus. Unter ihnen waren Jörg Simon (Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe) Burkhard Reuss (Direktor Kommunikation und Public Affairs TOTAL), und Thomas Schröder vom Porsche Zentrum Berlin. Ebenso führten Boris Schucht (Vorstandsvorsitzender 50Hertz), Lutz Wedegärtner (Niederlassungsleiter Berlin REMONDIS), Kommunikationsexperte Frank Schmeichel (Business Network), Rainer Knauber als Vertreter der GASAG sowie Isabel Wolter (Geschäftsführerin BMW Autohaus Nefzgerangeregte Gespräche.

20 Jahre Erfolgsgeschichte

Begonnen hatten die Berliner Wirtschaftsgespräche als ein wirtschaftspolitischer Verein. Er entwickelte sich in einem dynamischen Prozess zu einem Verein, der sämtliche politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche und wirtschaftliche Strömungen aufgriffen hat. In rund 150 Veranstaltungen wurden diese jährlich umgesetzt. „Die berliner wirtschaftsgespräche e.v. haben in den vergangenen 20 Jahren eine überwiegend positive aber auch wechselhafte Entwicklung durchlebt. Als ursprünglich kleine Vereinigung haben wir aktuell über 300 institutionelle und persönliche Mitglieder“, verkündete die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Kristina Jahn stolz. „Die Themen, die unsere Stadt, Deutschland und Europa bewegen, bewegen auch die BWG.“ Dabei können die BWG auf ein Netzwerk mit über 300 Mitgliedern und 15.000 Interessierten zurückgreifen. Somit schaffen sie einen relevanten Zugang in die Berliner Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

„Unsere Stärke ist, in kreativen Prozessen gemeinsam mit den entscheidenden Akteuren Themen auf das Berliner Tableau zu bringen, die die Stadt weiterentwickelt“, resümiert Vorstandsvorsitzender Becker. Die BWG soll auch in den kommenden 20 Jahren für die Offenheit für Veränderungen und den stetigen, zukunftsgerichteten Austausch mit Mitgliedern und Freunden stehen. (red)

Bürokratie erschwert Migranten den Einstieg ins Arbeitsleben

Es ist paradox – auf der einen Seite fehlen in Berlin tausende Fachkräfte, auf der anderen stehen unzählige Bewerber, die nicht arbeiten dürfen. Gemeint sind Geflüchtete und Migranten, die arbeiten können und wollen, aber keine Genehmigung besitzen. Grund dafür sind bürokratische Vorgänge, die Flüchtlingen und Migranten den Weg ins Arbeitsleben erschweren. Durch lange Wartezeiten und fehlende Vernetzung der Behörden ziehen sich die Genehmigungsprozesse unnötig in die Länge.

Das sind verschenkte Integrationschancen, da eine Ausbildung und die Möglichkeit, arbeiten zu können, essentiell für die Berliner Wirtschaft und eine gelungene Integration sind. Am Arbeitsplatz können Migranten nicht nur das Alltagsleben kennenlernen, sondern ebenso die deutsche Sprache lernen. Durch Interaktionen, anstelle von theoretischen Beispielen, werden typische und häufig gebrauchte Phrasen und Wörter schnell erlernt. Auf „eigenen Beinen zu stehen“ hat zusätzlich nicht nur den Vorteil, dass das Selbstwertgefühl gestärkt wird, es entlastet auch die Sozialsysteme. Während Migranten auf ihre Arbeitserlaubnis warten, zahlt das Land für sie die Wohnungs-, Fahrt- sowie Lebenshaltungskosten. Verdienen sie ihr eigenes Geld, fallen derartige Kosten logischerweise weg und der Staat gewinnt neue Steuerzahler dazu. Ein Gewinn für den Staat und die Migranten.

Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu

Verwunderlich scheinen solche Zustände vor allem, wenn man sie in den Kontext des deutschen Fachkräftemangels setzt. Allein in Berlin fehlen Schätzungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zufolge derzeit 121.000 Fachkräfte. Bis 2030 könnte sich diese Zahl berlinweit auf 230.000 leere Stellen nahezu verdoppeln. Am schwersten vom Mangel sind Berufe im Bereich des Baugewerbes, Handels und Gastgewerbes betroffen. Doch auch im Gesundheitswesen fehlen zunehmend Arbeitskräfte. Daraus resultiert eine Frage: Wieso erteilt das Land den arbeitswilligen Flüchtlingen und Migranten keine Erlaubnis zum Arbeiten?

Häufig scheitert es an bürokratischen Auflagen. Allein die Anerkennung eines ausländischen Ausbildungsabschlusses stellt oft ein Problem dar. Beispielsweise den Beruf des Altenpflegers gibt es dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zufolge in seiner jetzigen Form nur in Deutschland. Um eine Gleichwertigkeitsstellung durchzuführen, fehle daher in anderen Ländern die passende Ausbildung. Darüber hinaus gibt es Wartende, die in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits eine Ausbildung absolviert haben, anschließend jedoch auf die weiterführende Arbeitsgenehmigung aufgrund von bürokratischen Auflagen wochenlang warten müssen.

Organisationen bieten Hilfe für Geflüchtete und Migranten

Doch selbst wenn die Abschlüsse und Unterlagen vorhanden sind, steht häufig noch ein weiteres Problem im Raum: Die Sprache. Viele Antragsdokumente sind nur auf Deutsch verfügbar und es mangelt an Hilfen wie Übersetzern. „Als türkische Bewerberin mit Englischkenntnissen wäre ich verzweifelt“, schildert Alev Deniz, Leiterin des Netzwerkes „Integration durch Qualifikation“ (IQ). Daher bietet das Netzwerk Bewerbern mit ausländischen Abschlüssen Hilfe bei der Antragsstellung. Doch auch hier mangelt es an Personal, vor allem durch den steigenden Bedarf an Beratungen. „Wir brauchen deshalb unbedingt mehr unabhängige Beratungsstellen“, so Deniz.

Nicht nur unabhängige Organisationen, auch die Politik fordert Handlungen. In der vergangenen Woche beriet daher der Ausschuss für Integration, Arbeit und Soziales über mögliche Vereinfachungen für die komplexen bürokratischen Auflagen. „Wir müssen nochmal mit alle Kammern und Beteiligte an einen Tisch holen“, fordert Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. Das Ziel ist, die Bürokratie zu vernetzen, um die Genehmigungs- und Anerkennungsprozesse zu beschleunigen. Hier birgt aber die Digitalisierung große Chancen: Es wäre eine Möglichkeit, dass ein Antragssteller nur einen einzigen elektronischen Antrag stellt, statt dies bei jedem Amt einzeln zu tun. Doch von einer digitalen Verwaltung ist Berlin zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt. Ob derartige Maßnahmen das Problem lösen werden, wird sich noch zeigen. Fest steht jedoch, dass an der momentanen Situation etwas geändert werden muss. (ke)

L.A. Poke: Kalifornisches Summer-Feeling im herbstlichen Berlin

An der Westküste der USA steht der Bundesstaat Kalifornien wie kein anderer Ort für einen lockeren Lifestyle. Speziell  Los Angeles gilt neben Sonne, Strand und ewigem Sommer als Ort für die Schönen und Fitten. Ähnliche Assoziationen erweckt das L.A. Poke nun in Berlin zum Leben. Im Restaurant an der Alten Schönhauser Straße können ernährungsbewusste Berliner und solche die es werden wollen auf ihre Kosten kommen.

Besonderheit im L.A. Poke sind sogenannte Poke Bowls, ein hawaiianisches Gericht, was vor allem in Kalifornien weit verbreitet ist. Hier trifft die japanische Küche auf die US-amerikanische Westküste. Vor allem ist das Gericht beliebt, da Kunden aus einer Vielzahl an Produkten wählen und so die Mahlzeit optimal den eigenen Wünschen anpassen können.

Nachhaltiges Angebot im L.A. Poke

Laura Eckrodt und Asif Oomer, die beiden Gründer des Restaurants, lernten am Strand von Kalifornien das Superfood kennen und lieben. Nach umfassender Recherche und unzähligen Reisen entstanden sowohl das Konzept des L.A. Poke, als auch der Plan, es in Berlin zu realisieren. „Wir wollten das kalifornische Lebensgefühl transportieren und gleichzeitig etwas Einzigartiges, Frisches und Neues kreieren, dass es so bisher in Deutschland nicht gibt“, so Asif Oomer. Berlin, als Deutschlands einzige Metropole, war hierfür der optimale Standort.

Im L.A. Poke wird nach Möglichkeit darauf geachtet, regionale und aus nachhaltiger Produktion stammende Lebensmittel zu verwenden. Mit dieser Unternehmensphilosophie fügt sich das Restaurant perfekt in die Foodszene der Hauptstadt ein. Vor allem der Bezirk Prenzlauer Berg, an den die Alte Schönhauser Straße angrenzt, gilt als Hotspot der Bio- und Nachhaltigkeitsbewegung.

 

Im L.A. Poke können sich Kunden nach dem Baukastenprinzip ihre eigene Bwol zusammenstellen | Foto: Julia Stein

Im L.A. Poke können sich Kunden nach dem Baukastenprinzip ihre eigene Bowl zusammenstellen | Foto: Julia Stein

Baukastenprinzip auf kalifornische Art

Als multikulturelle Stadt bietet Berlin zudem Foodlovern Kostbarkeiten aus allen Winkeln der Welt und darüber hinaus zahlreiche Variationen durch Fusionsküchen. Die Poke Bowls, als neuster Import für die Berliner Food-Szene, reihen sich in den berlinweit beliebten Trend der Buddha Bowls ein. Inspiriert durch ritualisierte Formen des Essens buddhistischer Mönche wird das gesamte Hauptgericht in einer großen Schale angeboten. Als Basis der Poke Bowl dienen entweder Reis, Quinoa oder Salat. Hinzugefügt wird meist ein Proteinspender wie Tofu, Seitan, Fisch oder Fleisch. Im nächsten Schritt sucht sich der Kunde im Baukastenprinzip Toppings aus. Das können Avocado, Edamame oder Sesam sein, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Außerdem verfeinert eine von vier hausgemachten Saucen das gesamte Ensemble.

Das Restaurant ist aber nicht nur kulinarisch im kalifornischen Stil gehalten. David Hockney, der lange Zeit in Kalifornien lebte, lieferte außerdem mit seinem Bild „ A Bigger Splash“ eine Inspiration für die farbliche Gestaltung. Außerdem gibt es auch für die Ohren gute Nachrichten: Culcha Candela-Rapper Mateo kreierte eine Playlist eigens für das Restaurant. „Wir wollen Superfood mit super guten Vibes verbinden“, erklärt Asif Oomer. Foodlover können entspannt in der gemütlichen Atmosphäre des L.A. Poke vor Ort essen. Für den Fall, dass es mal schnell gehen muss, gibt es zudem alle Gerichte auch als To-Go-Variante. Um unentschlossenen Gästen die Entscheidung leichter zu machen, hat das Diner Signature-Bowls wie die Santa Monica Tuna Bowl entwickelt. Damit bietet das L.A. Poke wirklich allen, die offen für kulinarische Neuheiten sind, eine gesunde Mahlzeit an. (ke)

 

Die farbliche Gestaltung ist von Hockneys „A Bigger Splash“ inspiriert | Foto: Jens Bösenberg

Neunter Gender Datenreport: Wo steht Berlin auf dem Weg zur Gleichstellung?

Ob im Abgeordnetenhaus, an Hochschulen oder in Krankenhäusern – Frauen sind in Führungspositionen in Berlin nach wie vor oft unterrepräsentiert. Dies geht aus dem neunten Gender Datenreport für Berlin hervor, den die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gemeinsam mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg vorgelegt hat. Der Bericht bereitet Daten zu Bildung, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Lebensunterhalt, Gesundheit und politischer Partizipation geschlechterdifferenziert auf. Er basiert auf den Zahlen des Jahres 2016. Herausgeber ist die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Dazu erklärt Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat: „Der neunte Gender Datenreport zeigt, dass es in unserer Stadt viele Erfolge, aber auch noch Baustellen auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern gibt. Erstmals wird Berlin zwar im Senat mehrheitlich von Frauen regiert. Doch kann auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts von politischer Parität keine Rede sein: Im Abgeordnetenhaus sind Frauen nur noch zu einem Drittel vertreten. In Bildung und Erwerbsleben holen sie zwar gegenüber den Männern auf. Aber nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen weniger als Männer. Aktive Gleichstellungspolitik ist also nach wie vor nötig. Der Gender Datenreport ist eine wichtige Grundlage dafür.“

Jörg Fidorra, Vorstand des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg: „Geschlechtergleichstellung betrifft alle Bereiche der Gesellschaft. Dafür liefert die amtliche Statistik eine wichtige umfassende Informationsgrundlage. Die Daten zeigen langfristige Entwicklungen und bieten die Möglichkeit bundesweiter Vergleiche.“

Einzelne Ergebnisse im Überblick:

Bildung und Ausbildung

In punkto Bildung liegen die Frauen vorn. 51 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer zwischen 15 und 65 Jahren hatten 2016 die Fachhochschulreife bzw. Hochschulreife. Bei Fachhochschulabschluss bzw. Hochschulabschluss sind es 31 Prozent zu 30 Prozent. Besonders deutlich ist der Vorsprung der Frauen in der jüngeren Generation: In der Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen wiesen 42 Prozent der Frauen aber nur 37 Prozent der Männer einen (Fach-)Hochschulabschluss auf. An den Berliner Hochschulen stellten Frauen jeweils etwa die Hälfte derer, die 2016 erfolgreich promovierten oder sich durch eine Juniorprofessur für eine Lehrbefähigung qualifizierten. Bei den Professuren konnte Berlin mit einem Frauenanteil von 31 Prozent zwar erneut die Spitzen-position im Ländervergleich verteidigen, allerdings ist die Quote erstmals seit Jahren nicht weiter gestiegen. Der Senat unterstützt die Hochschulen unter anderem mit dem Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP), um mehr Professorinnen zu gewinnen.

Erwerbsleben und Einkommen

Die Erwerbstätigenquote ist 2016 bei beiden Geschlechtern spürbar gestiegen, bei den Frauen auf 69 Prozent und bei den Männern auf 74 Prozent. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist allerdings auch gewachsen. In Berlin sind Frauen mit Kindern mehrheitlich erwerbstätig. Auch die Erwerbstätigenquote der Alleinerziehenden hat sich 2016 erhöht (71 Prozent); die überwiegende Mehrheit davon waren Frauen (88 Prozent).

Trotz steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen ist die Gleichstellung im Erwerbsleben längst nicht erreicht: Frauen arbeiten viel häufiger in Teilzeit als Männer (37 Prozent zu 18 Prozent). Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen verdienten durchschnittlich 2.780 Euro brutto im Monat. das sind 19,6 Prozent weniger als Männer mit 3 457 Euro. Die Gründe hierfür sind vielfältig; u.a. arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit und in niedriger entlohnten Branchen als Männer und sind seltener in Führungspositionen zu finden. Die geschlechtsspezifische Verdienstlücke schließt sich nur langsam. Sie lag 2015 bei 20,0 Prozent. Frauen dominieren vor allem in Berufen mit geringeren Durchschnittseinkommen wie im Gesundheits- und Sozialwesen (72 Prozent). Allerdings verdienen sie dort aber auch 21 Prozent weniger als Männer. Die größten Verdienstunterschiede waren in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen zu verzeichnen (28,9 Prozent pro Monat).

Demografie und Lebensformen

Die Geburtenziffer lag bei 1,54 Kindern pro Frau – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung (Deutschland: 1,59 Kinder pro Frau). Von den Familien mit minderjährigen Kindern war mehr als die Hälfte der Eltern verheiratet. Der Anteil verheirateter Eltern mit minderjährigen Kindern ist 2016 erstmals wieder kräftig (um drei Prozentpunkte) auf 54 Prozent gestiegen (Deutschland: 70 Prozent). Zugleich sank der Anteil der Alleinerziehenden auf 28 Prozent (Deutschland: 20 Prozent). Die große Mehrheit der Alleinerziehenden waren Frauen (89 Prozent).

Gesundheit

Die Lebenserwartung von Frauen ist um mehr als fünf Jahre höher als die der Männer – 83,2 Jahre für neugeborene Mädchen gegenüber 77,9 für Jungen. Dabei spielt auch das Gesundheitsverhalten eine Rolle. Zum Beispiel nehmen Frauen deutlich häufiger als Männer kassenfinanzierte Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Erstmals wurden Daten zu ausgewählten Berufsgruppen im Gesundheitswesen aufgenommen. Obwohl Frauen hier drei Viertel der Beschäftigten ausmachen, sind sie in den Leitungs- und Entscheidungspositionen stark unterrepräsentiert. In Berliner Krankenhäusern bspw. stellten Frauen 2016 knapp die Hälfte des ärztlichen Personals aber nur 18 Prozent der ärztlichen Leitungspositionen.

Gewalt gegen Frauen

2016 registrierte die Berliner Polizei 14.497 Fälle häuslicher Gewalt, sieben mehr als im Vorjahr. Ganz überwiegend handelt es sich dabei um Gewalthandlungen von Männern an Frauen. Um den Opfern von häuslicher Gewalt schnelle Hilfe bieten zu können, fördert der Berliner Senat die Beratungsstelle BIG-HOTLINE sowie sechs Frauenhäuser und 41 Zufluchtswohnungen.

Politische Partizipation

Nach den Wahlen im September 2016 sank der Frauenanteil im Berliner Abgeordnetenhaus von 35 Prozent auf 33 Prozent – und damit auf den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Auch in den Bezirksverordnetenversammlungen fiel die Quote auf nunmehr 39 Prozent. Auf Regierungsebene überwiegt hingegen erstmals die Zahl der Frauen: Dem Berliner Senat gehören neben dem Regierenden Bürgermeister sechs Senatorinnen und vier Senatoren an. (red)

Saubere Parks für Berlin: BSR schlägt Initiative vor

„Never change a winning team“ – das geläufige Sprichwort beinhaltet jedoch nicht, dass man ein gut laufendes Projekt nicht auch ausdehnen kann. Denn genau dafür plädiert nun die Vorsitzende des Vorstands der Berliner Stadtreinigung (BSR), Tanja Wielgoß. Seit 2016 säubert die Stadtreinigung im Rahmen eines Pilotprojektes erfolgreich 49 Berliner Parks und Grünflächen. Wielgoß schwebt vor, die Zuständigkeit auf alle Grünflächen des Landes auszudehnen.

Für die Ausdehnung des Projekts spricht die hohe Zufriedenheit der Parkbesucher. In einer Umfrage aus dem letzten Jahr gaben 80 bis 90 Prozent der Nutzer an, sie hielten die von der BSR gereinigten Parks für sauber. Wielgoß betitelt solch eine Bilanz schlicht als „super“. Daher ihr Vorschlag, den erfolgreichen Reinhaltungsauftrag auch anderen Flächen zugutekommen zu lassen.

Finanzierung der Initiative

Solch ein riesiges Projekt ist jedoch nicht günstig. Die BSR veranschlagt für die Ausdehnung der Zuständigkeit auf alle 2.400 bis 2.700 Berliner Parks und Grünanlagen eine jährliche Summe von 130 Millionen Euro. Angesichts der Zufriedenheit der Parkbesucher sei solch eine Investition relativ günstig, so die Einschätzung der BSR-Chefin. Außerdem sorgt das anhaltende Wirtschaftswachstum der Stadt für ausreichend Steuereinnahmen, mit denen ein derartiges Projekt finanziert werden könnte.

Doch nicht bei allen Akteuren dürfte der Vorschlag gut ankommen: Momentan sind die Bezirke für die Reinhaltung ihrer Parks zuständig. Finanzielle Mittel, die sie für erforderliche Maßnahmen vom Land Berlin erhalten, könnten künftig gestrichen werden. Jedoch kann eine Verringerung des Aufgabenfeldes auch neue Möglichkeiten bieten. So könnten sich Mitarbeiter der Grünflächenämter der gärtnerischen Pflege widmen statt Müll einzusammeln.

Senatorin Günther begrüßt die Initiative

Regine Günther (parteilos, für Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, begrüßt die Initiative der BSR. Sie lässt nun die Wünsche und Vorschläge der Bürger für die Stadtreinigung in einem Bürgerbeteiligungsverfahren ermitteln. Auch beschlossen die Grünen jüngst auf ihrer Klausurtagung, das Personal der Grünflächenämter aufzustocken und sich mehr der Pflege der Parks und Grünflächen zu widmen. Darüber hinaus hieß Senatorin Günther vor allem die Entlastung der Ämter durch die Stadtreinigung gut, berichtete unter anderem die Berliner Morgenpost.

Maßnahmen für die Reinigung der Parks

Für die vorgeschlagene Entlastung müsste die Stadtreinigung rund 1.000 neue Mitarbeiter einstellen. Außerdem bräuchte es eine bessere technische Ausstattung. Wielgoß ist sich sicher: Eine langfristige, sukzessive Planung wäre ein Wohlfühlprogramm für Berlin. Die BSR machte in Bezug auf ihr Personal in den vergangenen Monaten darüber hinaus Schlagzeilen. Sie versprach, bei Neuanstellungen auf einen Frauenanteil von 50 Prozent zu achten. Der avisierte Stellenausbau bietet nun eine weitere Möglichkeit für mehr Frauen bei der Stadtreinigung. (ke)

Wirtschaftselite als Spielmacher beim Berliner Fußball-Verband

In ihren Positionen sind sie die Spielmacher der Unternehmen und Konzerne, beim Berliner Fußball-Verband wollen die Wirtschaftsführer ihre Erfahrungen einbringen und sich umgekehrt auch vom Fußball inspirieren lassen.

„Mit fast 160.000 Mitgliedern ist der Berliner Fußball-Verband eine gesellschaftliche Größe, die Einfluss hat, aber auch Input von außen braucht“, so Vizepräsident Jörg Wirtgen. In seinem ersten Treffen diskutierte diese hochkarätige Gruppe, die unter anderem auf die Unterstützung von Christian Lewandowski, Vorstandsvorsitzender Gegenbauer, Arnd Schwierholz, CFO von FlixBus und Volker Halsch, Aufsichtsratsvorsitzender der degewo zählen kann, mit Ex-Bundesliga Profi Hans Sarpei über die Situation im Profifußball und in den vielen Vereinen mit unzähligen ehrenamtlichen Helfern.

 

Im Podium (v.l.n.r.): Lutz Engelke, CEO von Triad und Initiator von The Gate; Hans Adu Sarpei, ehemaliger Nationalspieler in Ghana, Bundesliga-Fußballprofi und Social Media Experte; Thomas Klein, Moderator des Abends und Vorsitzender Berliner Pressekonferenz

Im Podium (v.l.n.r.): Lutz Engelke, CEO von Triad und Initiator von The Gate; Hans Adu Sarpei, ehemaliger Nationalspieler in Ghana, Bundesliga-Fußballprofi und Social Media Experte; Thomas Klein, Moderator des Abends und Vorsitzender Berliner Pressekonferenz | Foto: Dirk Lässig

 

Zusätzlich wurden aktuelle und schwierige Themen wie Rassismus und Gewalt auf der Veranstaltung klar benannt. Darüber hinaus aber auch die enormen Chancen, die gerade die Kinder- und Jugendarbeit im Berliner Fußball-Verband bietet, positive Werte weiterzugeben.

 

Angeregte Diskussion zwischen (v.l.n.r.) Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei, Dr. Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende BSR und Thomas Härtel, Vizepräsident Landessportbund Berlin | Foto: Dirk Lässig

 

Dabei ging es auch um die Einbindung von mehr Frauen im Fußball. Jörg Wirtgen als Initiator der Spielmacher hat in diesem Zusammenhang besonders viel Wert auf den paritätischen Anteil von Männern und Frauen im neugegründeten Board gelegt. Weibliche Unterstützer sind u. a. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, BSR-Chefin Dr. Tanja Wielgoß und Dr. Martina Niemann, Head of HR der Deutschen Lufthansa AG.

 

Unter den Teilnehmern (v.l.n.r.): Claudia Große-Leege, Geschäftsführerin Verband deutscher Unternehmerinnen e.V; Jörg Wirtgen, Vizepräsident Berliner Fußball-Verband; Dr. Martina Niemann, Head of HR Management Deutsche Lufthansa AG; Monika Schulz-Strelow, Präsidentin FidAR e.V.

Unter den Teilnehmern (v.l.n.r.): Claudia Große-Leege, Geschäftsführerin Verband deutscher Unternehmerinnen e.V; Jörg Wirtgen, Vizepräsident Berliner Fußball-Verband; Dr. Martina Niemann, Head of HR Management Deutsche Lufthansa AG; Monika Schulz-Strelow, Präsidentin FidAR e.V. | Foto: Dirk Lässig

Zukünftig regelmäßige Treffen von Berliner Wirtschaft und Berliner Fußball-Verband

Dieses erste Treffen der Spielmacher fand in der eindrucksvollen Kulisse im Brandenburger Tor Museum von Triad-Gründer Lutz Engelke statt. Engelke berichtete zudem von den interessanten Ansätzen bei der Gestaltung der beiden Fussball Museen für den deutschen Fussball in Dortmund und für die Fifa in Zürich. Die Berliner Wirtschaft und der Berliner Fußball-Verband wollen sich künftig regelmäßig austauschen. Gastgeber des nächsten Treffens wird Gasag-Vorstand Matthias Trunk sein. (red)

 

Christiane Brümmer, Geschäftsführerin Spielbank Berlin; Dr. Angela Wiechula, Herausgeberin BERLINboxx; Thomas Klein, Vorsitzender Berliner Pressekonferenz; Gaby Papenburg, Journalistin/Moderatorin (v.l.n.r.)

Teilnehmer waren (v.l.n.r.) Christiane Brümmer, Geschäftsführerin Spielbank Berlin; Dr. Angela Wiechula, Herausgeberin BERLINboxx; Thomas Klein, Vorsitzender Berliner Pressekonferenz; Gaby Papenburg, Journalistin/Moderatorin | Foto: Dirk Lässig

Veranstaltungen

Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit

Durch den Anschluss von immer weiteren Teilen der Welt an das Internet und den neuesten Entwicklungen im Bereich des Internets der Dinge erreicht die globale Vernetzung von Mensch und Maschine noch nie gekannte Ausmaße. Mit der Zunahme des Informationsaustausches wächst neben dem Wohlstand aber auch die Gefahr der Cyberkriminalität.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) veranstaltete aus diesen Gründen die 7. Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit am Potsdamer Campus Griebnitzsee. Hochrangige Vertreter deutscher und internationaler Sicherheitsbehörden, der Politik sowie aus Wirtschaft und Gesellschaft stellten neueste Erkenntnisse und Trends aus dem Bereich der Cybersicherheit vor.