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Johann König – Blinder Galerist

Johann König, einer der wichtigsten deutschen Galeristen, verliert als Kind durch einen Unfall fast vollständig seine Sehkraft. In seinem Buch beschreibt er, wie es ihm gelang, die Welt und die Kunst neu wahrzunehmen.

Blinder Galerist

Andy Warhol, Isa Genzken, On Kawara, Rosemarie Trockel – von Kindheit an ist Johann König umgeben von großen Künstlern und ihrer Kunst. Mit zwanzig gründet er eine Galerie, obwohl er kaum etwas sieht. Was bedeutet es, nicht sehen zu können und Galerist zu werden? Wie kann man sich Kunst erschließen, wenn man sich auf seine Augen nicht verlassen kann? Was ist Sehen überhaupt, wenn die Welt um einen herum verschwimmt? Als Kind bekommt Johann König von Gerhard Richter Indianerkassetten geschenkt. Sein Vater Kasper nimmt ihn mit in die Städelschule und nach New York in das Atelier von Jeff Koons. Ein tragischer Unfall mit zwölf  Jahren wirft ihn komplett aus der Bahn. Am tiefsten Punkt erkennt er, dass Kunst seine Rettung ist. In einer Betonkirche aus den Sechzigern betreibt er heute eine der spektakulärsten Galerien Deutschlands.

Profil Johann König

Johann König, geboren 1981, ist Galerist. Seine Berliner Galerie gilt als eine der wichtigsten Orte für Gegenwartskunst. Seit 2015 ist die KÖNIG GALERIE in der umgebauten St.-Agnes-Kirche in Kreuzberg. Die von ihm vertretenen Künstlerinnen und Künstler sind in Museen und Sammlungen in der ganzen Welt vertreten. Zu den Künstlern der Galerie zählen unter anderen Monica Bonvicini, Katharina Grosse, Jeppe Hein, Michael Sailstorfer, Norbert Bisky und Erwin Wurm.

Profil des Autors Daniel Schreiber

Daniel Schreiber, geboren 1977, ist als Kunstkritiker für verschiedene internationale Zeitungen und Magazine tätig. Er ist Autor der Susan-Sontag-Biografie „Geist und Glamour“ (2007), sein hochgelobter persönlicher Essay „Über das Trinken und das Glück“ wurde 2014 zum Bestseller. Er lebt in Berlin. (red)

Berlin ist Coworking-Vorreiter in Deutschland

Gemeinsam alleine arbeiten – so lautete das Motto des Coworkings. Aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern finden sich hier Menschen zusammen. In der Kurzstudie „Coworking kompakt – Überblick und Trends“ hat die Berlin Hyp zusammen mit Studenten der IREBS Immobilienakademie Studierende über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatz befragt. Dabei kam raus, dass Berlin als Vorreiter des Coworkings in Deutschland gilt.

Coworking HotSpot Berlin

Berlin gilt weltweit nach wie vor als Start-up-Metropole und damit auch als Coworking-Vorreiter in Deutschland. Nirgendwo sonst gibt es so viele neue Coworking-Büroflächen wie in Berlin. 2018 wurden 84.000 Quadratmeter in der Hauptstadt umgesetzt. Die wichtigsten Standorte sind die Szenebezirke Mitte, Friedrichhain/Kreuzberg und Tempelhof/Schöneberg.

Momentan gibt es 307.000 Quadratmeter angemietete Fläche an 163 Standorten von 95 Betreibern. Allein 2019 sollen weitere 60.000 Quadratmeter eröffnet werden. Größter Betreiber ist zurzeit WeWork mit 47.000 Quadratmetern. Mit einem Durchschnittspreis von 170 Euro im Monat kostet ein sogenannter *Hot Desk in Berlin, verglichen mit Deutschlands anderen Großstädten, am wenigsten. Dagegen kostet ein fester Arbeitsplatz in einem offenen Arbeitsbereich in der Hauptstadt im Schnitt circa 250 Euro im Monat. Ein Arbeitsplatz im Privatbüro sogar 540 Euro.

Umfrageergebnisse der Kurzstudie

Es wurden 66 Personen im Alter zwischen 19 und 22 über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatzes befragt. Dabei gaben 47 Prozent an, dass sie flexible Arbeitszeiten anstelle eines klassischen Nine-to-Five-Jobs bevorzugen. Weiterhin legen 78,8 Prozent einen hohen bis sehr hohen Wert auf eine gute Service-Infrastruktur und 72,7 Prozent schätzen Verpflegungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Auffällig ist, dass die Mehrheit der Befragten die Interaktion mit branchenfremden Experten als neutral bewertet. Der branchenübergreifende Austausch ist dabei kein Muss, sondern eher ein netter Zusatz. Außerdem sprechen sich 76 Prozent der Befragten, also mehr als zwei Drittel für einen festen Arbeitsplatz aus.

Steigende Umsatzzahlen und das wachsende Interesse zeigen, dass Coworking mehr als eine Eintagsfliege ist. Die Transformation von einem klassischen Büro in einen geteilten Arbeitsplatz wird immer gängiger. Erfolgreich kann dies jedoch nur sein, wenn die Bedürfnisse der Nutzer langfristig erfüllt werden und der Markt sich weiter anpasst. (lb)

*Hot Desk bedeutet, dass sich verschiede Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten einen Büroarbeitsplatz teilen.

 

Hoffest 2019: Meet and Greet der Hauptstadtmacher

Es gab viele Gründe, in diesem Jahr auf dem traditionellen Hoffest des Regierenden Bürgermeisters gemeinsam anzustoßen. Perfektes Sommerwetter, gute Laune bei (fast) allen Gästen und dann gibt es auch noch das 30. Jubiläum des Mauerfalls in diesem Jahr zu feiern.  Wie immer war viel Prominenz aus Politik, Kultur, Kunst, Medien und Wirtschaft der Einladung des Regierenden Bürgermeisters gefolgt. Bei strahlendem Sonnenschein waren mehr als 3.800 Gäste gekommen.

Michael Müller gibt einen aus | Foto: Berlin Partner

Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur

Neben dem amtierenden Regierenden Bürgermeister hatten auch seine drei Amtsvorgänger Klaus Wowereit (SPD), Eberhard Diepgen (CDU) und Walter Momper (SPD) zugesagt. Die Bundespolitik repräsentierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Außerdem kamen Gäste aus 70 Botschaften und Konsulaten. Die Berliner Urgesteine Didi Hallervorden und Frank Zander sind ohnehin schon Stammgäste. Aus dem Sport gaben sich Alba-Chef Marco Baldi und Klaus Böger, Ehrenpräsident des Landessportbunds, die Ehre.

IHK-Präsidentin Beatrice Kramm war der Einladung gefolgt, wie auch Handwerkskammer-Präsidentin Carola Zarth, IBB-Chef Jürgen Allerkamp und BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Die Voraussetzungen für interessante Gespräche und ein rauschendes Fest waren also gegeben.

Die Geschäftsführer der Spielbank Berlin Gerhard Wilhelm (r.) und David Schnabel (l.) mit Berliner Urgestein Didi Hallervorden | Foto: BERLINboxx

Dunkle Wolken über der Berliner SPD

Doch über all der Feierlaune schwebten die dunklen Wolken der aktuellen politischen Entwicklungen. Bei der Europawahl fuhr die Berliner SPD ein Minus-Rekordergebnis ein. 14 Prozent der Wähler entschieden sich nur noch für die Sozialdemokraten. Hinzu kommen Nahles-Rücktritt, die Führungslosigkeit der einst stolzen SPD und das zunehmend schlechte Image der Groko. „Natürlich freue ich mich nicht über jedes Wahlergebnis“, sagte Müller dann auch bei der Eröffnung des Hoffestes im und am Roten Rathaus. „Ich weiß, dass manches in Berlin auch noch besser und schneller werden kann, wir erleben aber gemeinsam, dass sich die Stadt gut entwickelt hat.“

Scheckübergabe an die erfolgreiche Para-Schwimmerin: v.l.n.r. David Schnabel, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Manfred Stoffers, Vorstand Gauselmann, Elena Krawzow, Gerhard Wilhelm, Geschäftsfüher Spielbank Berlin, Marcel Langner, Spielbank Berlin | Foto: Spielbank Berlin

Die Laune des Regierenden Bürgermeisters zu bessern war für viele Gäste das unausgesprochene Ziel des Abends. Das sollte zunehmend gelingen. Nachdem man sich am Vorabend beim legendären Spargelessen der Berliner Pressekonferenz schon kennengelernt hatte, begrüßte der neue Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm den Regierenden am Stand der Spielbank Berlin. Gemeinsam mit weiteren prominenten Gästen wie Frank Zander, Dieter Hallervorden, Klaus Böger, Berlin Partner-Chef Dr. Stefan Franzke und der Ex-Bürgermeisterin von Berlin und Ex-Senatorin Ingrid Stahmer freute sich Michael Müller besonders für Weltmeisterschwimmerin Elena Krawzow.

Para-Schwimmerin Elena Krawzow neben Michael Müller und Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm (r.) | Foto: www.stageview.de – Patricia Kalisch

Berliner Top-Paraschwimmerin Elena Krawzow wird unterstützt durch die Spielbank Berlin

Die international erfolgreiche Para-Schwimmerin wird von der Spielbank Berlin zukünftig bei all ihren sportlichen Aktivitäten und auf ihrem Weg zu den Paralympics 2020 in Tokio unterstützt. Berliner Ausnahmeathleten, Stadtmacher wie Berlin Partner und die Spielbank Berlin, prominente Künstler, Wirtschaftsgrößen und internationale Gäste: Das ist da Rezept, um Michael Müller zu begeistern und die dunklen Wolken des politischen Tagesgeschäfts beiseite zu schieben – zumindest für einen Abend. (red)

 

 

Mietendeckel in Berlin – Lösung oder Trugbild?

Mietspiegel, Mietbremse und nun der Mietendeckel – an Kreativität mangelt es den Berliner Politikern nicht, um eine Lösung für die steigenden Mieten in der Hauptstadt zu finden. Der unter Druck stehende Senat plant als erste Landesregierung eine Einfrierung der Mieten für die kommenden fünf Jahre.

Mietendeckel- was ist das?

In Berlin soll es in den kommenden fünf Jahren keine Mieterhöhung mehr geben. Das geht aus dem Eckpunktpapier hervor, das die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) erarbeitet hat. Das Papier wird sie dem Senat am 18. Juni vorlegen. Es soll ab 2020 gelten.

Die „öffentlich-rechtliche Begrenzung der Mieten“ soll durch ein Landesgesetz erfolgen. Den Entwurf will der Senat im Oktober vorlegen. Das Gesetz soll dann bis zum Jahresende vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden.

Für wen gilt der Mietendeckel?

Der Mietenstopp soll nicht für den sozialen Wohnungsbau sowie für Neubauwohnungen gelten, die bisher nicht vermietet wurden. Stattdessen soll die Einfrierung der Mieten für alle bestehenden Mietverhältnisse in Wohnungen gelten, die in Mehrfamilienhäusern liegen.

Zudem haben Mieter das Recht, ihre Miete auf „eine Überhöhung“ behördlich prüfen zu lassen. Falls diese zu hoch ist, kann sie auf die zulässige Miethöhe reduziert werden. Außerdem werden Personen geschützt, die neu in eine Wohnung einziehen. In diesem Fall, darf dann nur die zuletzt vereinbarte Miete verlangt werden.

Mieterhöhungen trotzdem möglich

Mieterhöhungen sollen in einem streng regulierten Rahmen nach Modernisierung weiter möglich sein. Allerdings müssen sie bei der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) angezeigt werden.

Anzeige-, aber nicht genehmigungspflichtig sollen Modernisierungen sein, die die Bruttowarmmiete um maximal 50 Cent pro Quadratmeter monatlich erhöhen. Dagegen müssen Erhöhungen von über 50 Cent genehmigt werden. „Die Genehmigung ist zum Beispiel zu erteilen, wenn die energetischen Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben sind, Barrieren in den Wohnungen gemindert werden oder Substandardwohnungen zeitgemäß ausgestattet werden“, heißt es in dem Papier. Gemeint ist zum Beispiel eine Außentoilette.  Eine Genehmigung werde nur erteilt, wenn der Eigentümer Fördermittel für die Modernisierung in Anspruch nimmt.

Die Einsparung von Betriebskosten durch Modernisierungsmaßnahmen muss vom Vermieter durch einen Sachverständigen nachgewiesen werden. Wenn der Vermieter bei der IBB einen wirtschaftlichen Härtefall geltend machen kann, kann diese höhere Mietvereinbarungen genehmigen. Betroffene Mieter, die einen Wohnberechtigungsschein haben, wird dann ein öffentlicher Zuschuss gewährt, um die Mieterhöhung auszugleichen.

Bei Verstößen gegen das neue Gesetz drohen Bußgelder bis zu 500.000 Euro. Mieter können illegale Mieterhöhungen beim Bezirksbank oder der Investitionsbank anzeigen.

Unterschied zu bisherigen Maßnahmen

Im Vergleich zu den bisherigen Maßnahmen – Mietspiegel und Mietbremse – haben die Mieten beim Mietdeckel eine Obergrenze, die nicht überschritten werden darf. Mehr darf also niemand verlangen – fünf Jahre lang. Und die Mietobergrenze gilt sogar rückwirkend: Hatten sich Mieter und Vermieter zuvor auf eine höhere Miete geeinigt, muss diese gesenkt werden. Bei der Mietbremse hingegen gilt die Obergrenze (Vergleichsmiete plus zehn Prozent) nicht, wenn zuvor schon eine höhere Miete vereinbart worden war. Zudem gilt der Deckel unabhängig davon, ob die Wohnung schon lange vermietet ist oder frei und neu vermietet werden soll. Der Mietspiegel gilt dagegen ausschließlich für Bestandswohnungen und die Mietpreisbremse nur für freie, zu vermietende Wohnungen.

Ist der Mietendeckel juristisch zulässig?

Das ist unter Juristen sehr umstritten. Die Universitätsprofessoren Franz Mayer und Markus Artz kommen in ihrem Gutachten zu dem Ergebnis, dass ein Mietendeckel landesrechtlich möglich ist. Sie berufen sich auf Artikel 28 der Berliner Verfassung, der das Recht auf Wohnen garantiert. Zudem vertreten sie die Auffassung, dass es keine ausschließliche Kompetenz des Bundes für das Mietpreisrecht gibt. Wenn der Bund nicht umfassend handle, könnten die Länder agieren, begründen die Mietrechts- und Verfassungsexperten ihr Gutachten.

Dagegen halten andere Juristen, wie etwa die vom Bundesverband Freier Immobilienunternehmen (BFW), einen Mietendeckel für verfassungswidrig. Das Land habe keine Gesetzgebungskompetenz, da der Bund den Bereich mit dem Wohnraummietrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch abschließend geregelt habe. Zudem würde die Eigentumsgarantie in Artikels 14 im Grundgesetz ausgehebelt, argumentieren sie.

Katrin Dietl, Sprecherin der Senatsverwaltung sagte dazu: „Nach vertiefter Prüfung ist unser Haus aber zu der Auffassung gelangt, dass die Bundesländer auf Grundlage des Artikels 70 im Grundgesetz befugt sind, gesetzliche Regelungen zum Wohnungswesen zu treffen.“ Nur für das zivilrechtliche Mietpreisrecht sei weiterhin der Bundesgesetzgeber zuständig. Die Berliner Regelungen müssten deshalb öffentlich-rechtlicher Natur sein, also behördlich durchgesetzt werden, so Dietl.

Meinung der Opposition

Die Sprecherin für Haushalt und Finanzen der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Sibylle Meister, lehnt den Entwurf für einen Mietendeckel ab. Sie meint: „Der Mietendeckel wird langfristig nicht zu einer Entlastung auf dem Berliner Wohnungsmarkt beitragen, denn mit dieser Maßnahme entsteht weiterhin kein neuer Wohnraum“.

Ähnlich äußert sich CDU-Stadtentwicklungsexperte Christian Gräff. Er sagt: „Die heute bekannt gewordenen Eckpunkte für einen Mietendeckel erscheinen unausgegoren und rechtlich angreifbar, sodass sie in einem jahrelangen Streit vor dem Verfassungsgericht münden könnten“.

Über die rechtliche Zulassung wird also heftig diskutiert, ein „öffentliches Mietpreisrecht“ gibt es bisher nicht und die Meinung der Politiker ist gespalten. Dementsprechend bleibt abzuwarten, was das Abgeordnetenhaus dazu sagt. (lb)

Hohes Tempo für den guten Zweck: Spendenrekord beim Laughing Hearts Race für Berliner Heimkinder

Bei dem diesjährigen Laughing Hearts Race auf der Rennstrecke Bilster Berg bei Paderborn wurde ein neuer Spendenrekord in Höhe von 200.000 Euro aufgestellt. Das große Ziel, mit der sechsten Ausgabe des Charity Race die Gesamtmarke von 900.000 Euro zu knacken, wurde damit erreicht. In den letzten fünf Jahren war es den Veranstaltern bereits gelungen, insgesamt mehr als 700.000 Euro für den guten Zweck zu sammeln. Nach 100.000 Euro im ersten Jahr waren in den folgenden vier Jahren schon jeweils 150.000 Euro gespendet worden. Sämtliche Gelder kommen ohne jede Abzüge direkt dem Verein zugute. Laughing Hearts wurde vor mehr als zehn Jahren in Berlin gegründet und kümmert sich intensiv um Heimkinder und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Laughing Hearts unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

35 engagierte Hobbyrennfahrer aus der Bau- und Immobilienbranche fuhren für den guten Zweck um die Wette. Der Bilster Berg gehört mit 4,2 Kilometern Streckenlänge, 19 teilweise blinden Kurven und bis zu 26 Prozent Gefälle zu den anspruchsvollsten Rennstrecken Europas. Daher konnten alle Teilnehmer vorab noch ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Ausrichter und Sponsor des Rennens war die CG Gruppe AG, der führende Immobilien-Projektentwickler Deutschlands mit eigener Baukompetenz, der gleichzeitig einer der Hauptunterstützer von Laughing Hearts e.V. ist. Laughing Hearts unterstützt Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen, indem deren Talente und Interessen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Hobby gezielt gefördert werden. Der Verein eröffnet soziale wie berufliche Perspektiven und gibt seinen Schützlingen die Chance auf eine positive Entwicklung. Aktuell unterstützt Laughing Hearts in ganz Berlin 22 stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und erreicht circa 2.300 Kinder und Jugendliche.

Heiße Reifen auf dem Bilster Berg | Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld / CG Gruppe AG

„Für uns ist eine kontinuierliche und nachhaltige Arbeit unseres Vereins sehr wichtig. Spendenveranstaltungen wie diese ermöglichen es uns, zahlreiche Projekte für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen“, so Dr. Nidal Al-Saadi, Präsident von Laughing Hearts e.V. „Mein persönlicher Dank gilt allen, die uns bei diesem wichtigen Vorhaben unterstützen. Jeder Einzelne leistet einen Beitrag zum Erfolg von Laughing Hearts und unterstützt damit unmittelbar benachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer weiteren Entwicklung.“

Tatkräftige Unterstützung durch Berliner Wirtschaft

Laughing Hearts wird bei seiner wichtigen Mission von der Berliner Wirtschaft tatkräftig unterstützt. Die CG Gruppe mit Hauptsitz in Berlin fördert den Verein von Beginn an mit vielerlei Sach- und Geldleistungen – etwa kürzlich mit der Beschaffung und Komplettsanierung neuer Räumlichkeiten. Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe und Vorstand von Laughing Hearts, liegt der Auftrag des Vereins besonders am Herzen. Durch sein persönliches Engagement schafft er immer wieder neue Synergien, stellt Kooperationen auf die Beine und trommelt für großzügige Spenden, um Laughing Hearts auch langfristig zu unterstützen. „Alle Kinder sollten gleiche Möglichkeiten und Chancen haben, egal, ob es um einen Zirkusbesuch oder um Nachhilfeunterricht geht“, so Gröner. „Ich danke allen großzügigen Spendern, die heute mit dabei waren und ihren Teil zu diesem bemerkenswerten Ergebnis beigetragen haben. Unser Auftrag ist es, Kindern Lebensfreude, Zuversicht und konkrete Perspektiven zu schenken. Ich bin der festen Überzeugung, dass Armut oder die soziale Herkunft nicht länger entscheidend für die Zukunftschancen von Kindern sein sollen.“

Alle Erlöse des Laughing Hearts Charity Race kommen Berliner Heimkindern zugute | Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld / CG Gruppe AG

 Laughing Hearts Spendengala im November

Der Termin für den nächsten Spendenmarathon steht bereits fest: Am 09. November 2019 veranstaltet Laughing Hearts wieder die jährliche Charity-Gala, deren Erlöse ebenfalls direkt dem Verein und damit den Kindern zugutekommen. Das diesjährige Ziel lautet, den Spendenrekord aus dem letzten Jahr von mehr als 750.000 Euro erneut zu übertreffen. (red)

Quo vadis Volksparteien? Berliner Entscheider diskutieren beim traditionellen Spargelessen der Berliner Pressekonferenz

Es ist wieder Spargelzeit: Die Größen der Berliner Politik, Wirtschaft und Medien gaben sich ein Stelldichein beim traditionellen Spargelessen der Berliner Pressekonferenz im Restaurant Hugo’s im Interconti. Der Termin gehört zu den Frühlings-Highlights im Veranstaltungskalender und so folgten zahlreiche Gäste dem exklusiven Ruf von Thomas Klein, Vorsitzender der Berliner Pressekonferenz, der ältesten Journalistenvereinigung Deutschlands, um sich über die große Politik, die Zukunft Berlins und weitere aktuelle Themen auszutauschen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer war in diesem Jahr als Ehrengast geladen, musste ihre Teilnahme an der Veranstaltung wegen einer kurzfristig anberaumten Krisensitzung jedoch absagen. Kein Wunder angesichts der politischen Entwicklungen der letzten Tage.

Der frisch gekürte Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm (l.) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller | Foto: Dirk Lässig

Die politische Führungsriege der Hauptstadt gab sich die Ehre

Doch dafür war der halbe Senat zu Gast: Neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller gaben sich Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, Justizsenator Dirk Behrend, Finanzsenator Matthias Kollatz und Verkehrssenatorin Regine Günther die Ehre. Der neue CDU-Chef Kai Wegner, der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger, die Grünen-Fraktionschefinnen Antje Kapek und Silke Gebel sowie die Linken-Chefin Katina Schubert komplettierten die politische Führungsriege der Hauptstadt. „Und alle ehemaligen Regierenden Bürgermeister sind da“, freute sich Thomas Klein. Denn auch Klaus Wowereit, Walter Momper und Eberhard Diepgen ließen es sich nicht nehmen bei Spargel und Wein über die aktuellen Verschiebungen in der Parteienlandschaft und die politische Zukunft der beiden großen Volksparteien zu diskutieren.

Politik meets Wirtschaft meets Medien: Michael Müller (r.), Sanus-Vorstand Siegfried Nehls (l.) und BERLINboxx-Herausgeberin Dr. Angela Wiechula | Foto: Dirk Lässig

„Rezo-Gate“ und Andrea Nahles: Falsche Kommunikationskultur?

Denn es rumpelt ganz gewaltig in der Groko, die Christdemokraten erleben gerade ihr „Rezo-Gate“. der zwar zu erwartende, aber dann doch sehr plötzliche Rücktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles sorgte für zusätzlichen Gesprächsstoff. Insbesondere die Chefredakteure fast aller Berliner Medien stellten sich der Frage, ob die Medien wie auch die Politik, den Zugang zu jüngeren Menschen verloren haben. Zu konstatieren ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel in der Kommunikationskultur. Die Medien und vor allem die Nutzergewohnheiten haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Klassische Medien und die Politik haben fast schon den Anschluss verloren. Dabei dürfe man nicht den Fehler begehen, sich der jungen Generation anzubiedern.

Eine zeitgemäße Kommunikation ist unumgänglich

Dennoch ist ein zeitgemäßes Kommunikationsverhalten der Meinungsführer aus Politik und Medien unumgänglich – so die einhellige Meinung. Doch ganz gleich, welcher Kommunikationskanäle man sich letzten Endes bedient, Qualitätsjournalismus hat bestimmten Regeln zu folgen. Auch in der Frage, wie mit Politikern umzugehen ist. Wurde Andrea Nahles nicht nur parteiintern, sondern auch von den Medien gemobbt und so der Rücktritt der SPD-Chefin herbeigeführt? Oder hat sie, durchaus auch eine Freundin deutlicher Worte, den Niedergang und ihren Rücktritt selbst zu verantworten? Ein Stück weit ist dies die Frage nach der sprichwörtlichen Henne und dem Ei. Einen diesbezüglichen Konsens konnten die Diskutanten jedenfalls nicht erreichen. Spekulationen gab es auch, wer nun neuer Parteichef der Sozialdemokraten werden soll. Und wer wird Spitzenkandidat in Berlin – bei SPD, CDU und Grünen?

Immobilienunternehmer Andreas Schrobback (r.) mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller | Foto: Dirk Lässig

Wirtschaftsvertreter beschwören Miteinander

Über allem schwebte also die große Politik. Doch auch über die Zukunft Berlins unterhielten sich Zoodirektor Andreas Knieriem, die BVG-Chefin Sigrid Nikutta, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin, Christian Hoßbach und der neue Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm. Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass es nicht gehen wird, ohne die Wirtschaft mit ins Boot zu holen. Denn auch die Größen der hauptstädtischen Wirtschaft beteiligten sich an den lebhaften Diskussionen. Tenor: Nur gemeinsam ist es zu schaffen, Berlin weiter nach vorne zu bringen. Die Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten ist grundsätzlich vorhanden, doch müsse man mehr tun, um wirklichen Konsens herbeizuführen. Michael Zahn, Chef der Deutsche Wohnen, SANUS-Vorstand Siegfried Nehls, Immobilienprofi Carsten Heinrich von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate, Andreas Schrobback, Chef der AS Unternehmensgruppe, Nadir Guediri, Managing Director der Copro Projektentwicklung und weitere Vertreter der Branche hielten fest, dass Berlin dringend Wohnungen braucht und man gemeinsam an einem Strang ziehen müsse, um diese Herkulesaufgabe zu bewältigen. Unterstützt wurde das Anliegen der großen Immobilienentscheider von Tobias Nöfer, Geschäftsführer von Berlin 2020, eine Initiative, die für eine zukunftsfähige Vision für die Stadt eintritt.

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Dr. Benedikt Goebel (l.) und Tobias Nöfer (r.) von Berlin 2020 mit Gastgeber Thomas Klein | Foto: Dirk Lässig

Wie geht es weiter mit Berlin? Diese Frage stellt sich nach wie vor, doch herrschte in allen Gesprächen Einigkeit darüber, dass es ohne eine belastbare Kommunikationskultur, die einlädt und nicht ausschließt, die auf Augenhöhe stattfindet und nicht herablassend ist, die veraltete Denkmuster in Frage stellt, nicht geht. (ak)

Modellprojekt „Solidarisches Grundeinkommen“ freigegeben

Das Herzensprojekt des Regierenden Bürgermeisters wurde nach langem Ringen freigegeben. Am vergangenen Mittwoch billigte der Hauptausschuss die Mittel für das Modellprojekt des Solidarischen Grundeinkommens. Damit wird in Berlin die Idee von Michael Müller (SPD) umgesetzt, die vorsieht Langzeitarbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich zu finanzieren.

Solidarisches Grundeinkommen in stark abgespeckter Form

Mit den Stimmen der rot-rot-grünen Koalition hat der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses die nötigen Gelder für das Pilotprojekt freigeben. Vorgesehener Starttermin ist der 1. Juli 2019. Zunächst stieß Müller auf Widerstand von den Koalitionspartner. Der Hauptausschuss bewilligte nun aber doch das Herzensprojekt des Regierenden Bürgermeisters – allerdings in stark abgespeckter Form.

Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und gilt zunächst für 250 Arbeitslose. Das Programm soll dann aber schrittweise auf ein Gesamtvolumen von 1.000 Teilnehmern wachsen. Bei der Vorstellung der Idee im vergangenen Jahr hatte Müller noch von 5.000 bis 10.000 Arbeitslosen gesprochen, die davon profitieren sollten.

„Arbeit schaffen anstatt Arbeitslosigkeit zu verwalten“

Ziel des Projekts ist es, fair bezahlte, sozialversicherungspflichtige und unbefristete Arbeitsplätze in der sozialen Daseinsvorsorge anzubieten. Damit wird Menschen, die seit mindestens einem Jahr arbeitslos sind und keine absehbaren Vermittlungschance auf dem ersten Arbeitsmarkt* haben, geholfen. Diese werden dann nach Tarif- oder Mindestlohn bezahlt und in Positionen wie zum Beispiel als Hausmeister oder als Unterstützung für Lehrer an Schulen arbeiten.

Franziska Becker, Expertin für Haushalt und Finanzen der SPD-Fraktion erklärte: „Es ist gut, dass im Solidarischen Grundeinkommen Langzeitarbeitslosen schnell ein faires Arbeitsangebot für Teilhabe durch Arbeit gemacht wird, anstatt dass sie oftmals viel zu lange in Hartz IV bleiben und sich dort verwaltet fühlen.“

Lars Düsterhöft Sprecher für Arbeit der SPD-Fraktion fügte hinzu: „Arbeit schaffen anstatt Arbeitslosigkeit zu verwalten, nichts weniger ist der Anspruch des Solidarischen Grundeinkommens.“

Kritik an dem Projekt

Kritik an dem Projekt kommt vor allem aus der Opposition. Laut dem wirtschaftspolitischen Sprecher der FDP, Florian Swyter, sei es nicht zielführend. Zudem sei es teuer, da es sich um steuerfinanzierte Beschäftigungen im zweiten Arbeitsmarkt** handeln würde und es bleibe die Frage im Raum, wie es denn Arbeitslosen helfen solle. „Es ist wichtiger sie im Arbeitsmarkt zu intergieren, anstatt sie mit Ersatzbeschäftigung auf das Abstellgleis zu schieben.“, so Swyter.

Weiterhin bemängeln Kritiker die Kosten des Modellprojekts. Da der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nicht bereit ist, die Ausgaben für Hartz IV und für die Unterkunft zur Finanzierung einer Stelle heranzuziehen, bleiben die Kosten komplett am Land Berlin hängen. Laut einem Bericht der Verwaltung kostet jeder Platz mindestens 26.200 Euro pro Jahr.

Außerdem ist ein weiterer Kritikpunkt die Zielgruppe. Müller sieht vor, dass Arbeitslose sofort nach einem Jahr Arbeitslosengeld einen neuen Job angeboten bekommen, ehe sie in Hartz IV rutschen. Die bestehenden Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik richten sich aber meist an Menschen, die schon länger ohne Job und bereits in Hartz IV sind. (lb)

*Als erster Arbeitsmarkt wird der reguläre Arbeitsmarkt bezeichnet. Dort bestehen Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse ohne Zuschüsse oder sonstige Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

**Beim zweiten Arbeitsmarkt hingegen werden Arbeitsplätze oder Beschäftigungsverhältnisse nur mithilfe von öffentlichen Fördermitteln erhalten oder geschaffen.

Europawahl 2019: Berlin wählt grün

Bei der Europawahl 2019 zeichnet sich ein deutlicher Trend ab. Die Volksparteien CDU und SPD müssen bundesweit starke Verluste einräumen. Auch in Berlin verliert die SPD deutlich an Wählern und gewinnt keinen Bezirk mehr. Bündnis 90/Die Grünen hingegen hat deutschlandweit erstmals am zweitmeisten Stimmen erhalten und wird in Berlin sogar stärkste Kraft.

Grüne feiern erfolgreiches Wahlergebnis der Europawahl 2019

Die Wahlbeteiligung in Berlin ist um 13,8 Prozent gestiegen. Zum Vergleich 2014 lag sie lediglich bei 46,7 Prozent. Vor allem die Grünen haben davon profitiert. Mit 27,8 Prozent dominieren sie in der Hauptstadt die Europawahl.

Besonders in Friedrichshain-Kreuzberg konnten die Grünen überzeugen. Mit 40,3 Prozent holte sie dort die meisten Stimmen. In Treptow-Köpenick hat sich die Zahl der Stimmen fast verdoppelt und auch im ansonsten von der CDU dominierten Bezirk Steglitz-Zehlendorf konnten sie mit 30,03 Prozent der Stimmen die meisten Wähler gewinnen.

Die Grünen feiern ihren starken Zuwachs. Nina Stahr und Werner Graf, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, erklären zum gestrigen Wahlergebnis: „Wir freuen uns sehr über dieses fantastische Wahlergebnis und bedanken uns bei allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen.“

Eine große Rolle hat offensichtlich das Thema Klimaschutz gespielt. „Das Wahlergebnis zeigt deutlich, dass die Menschen sich eine andere Politik wünschen, besonders wenn es darum geht, Europa human zu gestalten und eine radikale Wende beim Klimaschutz einzuläuten. Wir müssen den Kampf gegen die Klimakrise endlich konsequent anpacken.“, so Star und Graf.

SPD und CDU klare Verlierer

Die Union bleibt trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft in Deutschland. In Berlin kann die CDU lediglich Reinickendorf und Spandau für sich vermerken. Aber auch dort sinkt die Anzahl der Stimmen von 31,7 auf 24,3 Prozent und in Spandau von 29,7 auf 22,6 Prozent.

Die Europawahl hat die Machtverhältnisse in der Hauptstadt massiv verschoben. Die SPD verliert im Vergleich zu 2014 ganze zehn Prozent. Sie schafft es in keinem der zwölf Berliner Bezirke eine Mehrheit zu gewinnen.

Laut der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles sei das Ergebnis der Europawahl extrem enttäuschend. Trotzdem forderte sie die Mitglieder der Partei auf, selbstbewusst in die Zukunft zu schauen.

Der ehemalige Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel hingegen äußerte sich gegenüber der Berliner Zeitung deutlich kritischer: „Es geht um mehr als eine Wahlniederlage, es geht jetzt um die Existenz der SPD als politische Kraft in Deutschland.“

AfD erhält Zuwachs

Die FDP hat von den Verlusten der Regierungsparteien profitiert und konnte ihr Ergebnis in Berlin von 2,8 auf 4,7 Prozent verbessern. Christoph Meyer, Landesvorsitzender der FDP Berlin erklärte dazu gestern Abend nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse: „Die FDP Berlin konnte ihre Kernwählerschaft erreichen. Sie zeigt sich nah am Bundestrend. Auch für Berlin wird sich durch die gestiegene Wahlbeteiligung ein erfreulicher Stimmenzuwachs für die Freien Demokraten einstellen, auch wenn wir uns ein paar Prozentpunkte mehr erhofft hätten.“

Die Berliner Linken haben lediglich 11,9 Prozent der Stimmen erhalten und erzielten damit nur zwei Prozent mehr als die Berliner AfD, die einen leichten Zuwachs von 7,9 auf 9,9 Prozent vermerken konnte. Diese konnte zudem vor allem in Brandenburg und Sachsen punkten – hier wurde sie stärkste Kraft.

Erfolge für die Rechten, Zuwachs für die Grünen und eine Mitte, die darunter leidet. Durch das Ergebnis der Europawahl wird deutlich, dass sich immer mehr Teile der Bevölkerung nach einer Veränderung sehnen, die CDU und SPD anscheinend nicht verkörpern. (lb)

 

Turnschuhe und Shorts statt Roulettekugeln und Pokerblatt: Spielbank Berlin nimmt auch in diesem Jahr wieder am Berliner-Firmenlauf teil

Vom Brandenburger Tor an die Spree, zur Siegessäule und über die Straße des 17. Juni wieder zurück: Der IKK BB Berliner Firmenlauf mit einer Streckenlänge von 5,5 Kilometern ist eine feste Frühjahrstradition im Berliner Eventkalender und inspirierte auch in diesem Jahr wieder zehntausende lauffreudige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus kleineren und größeren Unternehmen sowie vielen anderen Organisationen.

Ein Appell, dem die Spielbank Berlin gerne folgte und zu diesem besonderen Event wieder ein eigenes Team ins Rennen schickte. Diese konnten sich im Wettbewerb mit 19.000 anderen Läuferinnen und Läufern von 1.118 Firmen messen und ihren Sportsgeist unter Beweis stellen.

Teamgeist und Ausdauer sind entscheidend!

Die Startplätze des Berliner Firmenlaufs sind begehrt und schon lange im Voraus ausverkauft. Für die Spielbank Berlin, als feste Institution in der Hauptstadt, ist die Teilnahme am Firmenlauf eine Selbstverständlichkeit. „Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr wieder ein größeres Team für die Teilnahme an dem Berliner-Firmenlauf begeistern konnten“, so Spielbank Geschäftsführer David Schnabel. „Teamgeist und Ausdauer sind auch für uns entscheidend. Wie im Sport ist es für uns wichtig, den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen zu fördern. Spaß an der Arbeit und Zufriedenheit im Job sind elementare Voraussetzungen für erfolgreiche Unternehmen. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Monaten bewusst den Fokus auf das Thema Sport und Gesundheit gelegt. Wir bieten innerbetriebliche Gesundheitstage und Rückenschulungen an.“

Die Läufer und Läuferinnen starteten gegen 19.20 Uhr auf die 5,5 Kilometer lange Laufstrecke. Vom Start am Brandenburger Tor wurde zunächst das Holocaust-Mahnmal umrundet. Anschließend ging es entlang des Tiergartens in Sichtweit der Spielbank Potsdamer Platz und vom Reichpietschufer der Spree auf die Siegessäule zu. Auf der Schlussstrecke über die Straße des 17. Juni in Richtung des Brandenburger Tors wurden letzte Reserven ausgespielt, bevor die Läuferinnen und Läufer das Ziel am Brandenburger Tor erreichten. Das Team der Spielbank hat die 5,5 Kilometer lange Strecke in kleineren Gruppen absolviert, die sich – je nach Trainingsstand – gegenseitig zu persönlichen Bestleistungen motiviert haben. Team-Sieger waren an diesem Abend Jörg Heger und Stefan Gittel, die mit ihrer Laufzeit den restlichen Kolleginnen und Kollegen im wahrsten Sinne des Wortes „davon gelaufen sind“.

Gewinne des Firmenlaufs kommen sozialen Projekten zugute

Entscheidend für die Spielbank Berlin ist jedoch nicht nur der sportliche Ehrgeiz und Erfolg, sondern vor allem der soziale Nutzen des Firmenlaufs. Schließlich kommen die Gewinne der Veranstaltung dem Sonnenhof, das Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Björn Schulz Stiftung und dem Kinder-, Jugend- und Wettkampfsport im SC Tegeler Forst e. V. zugute.

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch die Beiratsmitglieder der Spielbank Berlin Schecks im Wert von insgesamt über 30.000 Euro an den TSV Wittenau, den Köpenicker Mellowpark, den SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V., die TSG 1898 e.V., den TSV Spandau e.V., das schwule Anti-Gewalt-Projekt MANEO und die Initiative „Berlin schockt“ des ASB überreicht. (red)

Zwei Urteile über Eigenbedarfskündigung durch BGH aufgehoben

Eigenbedarf ist laut Deutschem Mieterbund (DMB) der häufigste Kündigungsgrund. Auch wenn es dabei meistens schlecht für die Mieter aussieht, gibt es die Möglichkeit, sich auf einen Härtefall zu berufen, beispielweise aus Alters- oder Gesundheitsgründen. In vielen Fällen ist es jedoch schwer zu entscheiden, wer die Wohnung nötiger braucht und das macht der Justiz zu schaffen. Gleich zwei Fälle prüfte heute der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Eigenbedarf gegen Härtefall

Laut Gesetz darf ein Vermieter einem Mieter kündigen, wenn er Eigenbedarf für sich oder seine Familie beanspruchen möchte. Der Mieter kann sich dagegen wehren und einen Härtefall beantragen sofern es einen triftigen Grund dafür gibt. Wenn es für den Mieter beispielweise keine angemessene Ersatzwohnung gibt oder diese in einem unzumutbaren Zustand ist, dann ist die Härte laut Paragraf 574 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auch „unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen“.

Der Bundesgerichtshof (BGH) nimmt sich am heutigen Tag zwei Eigenbedarfskündigungen vor um aufzuzeigen, dass in einigen Fällen beide Seiten „in Not“ sind.

Beide Urteile aufgehoben

In einem aktuellen Fall soll eine Berliner Seniorin nach 45 Jahren aus ihrer Wohnung ausziehen, da der Vermieter die Wohnung für seine junge Familie braucht. Der 80 Jahre alten Frau wurde Demenz attestiert und sie möchte natürlich in der Wohnung bleiben. Hier entschied das Landgericht aufgrund der Erkrankung und der langen Dauer, die sie dort bereits wohnte, für die Seniorin.

In einem weiteren Fall in Sachsen-Anhalt möchte eine Eigentümerin mit ihrem Freund in eine derzeit belegte Wohnung einziehen, um ihrer pflegebedürftigen Großmutter näher zu sein. Die Instanz war sich bei diesem Fall einig, dass ein Umzug der Mieter hier zumutbar wäre. Die Mieter wehrten sich dagegen und legten Revision beim BGH ein. Sie sehen den Eigenbedarf als vorgeschoben und halten einen Umzug aufgrund schwerer Erkrankungen für nicht zumutbar.

Den Gerichten wird vorgeworfen, in einigen Fällen zu schematisch vorgegangen zu sein und eine gründliche Prüfung des Einzelfalls außer Acht gelassen zu haben. Beide Urteile wurden daher erstmals aufgehoben.

Die Interessenabwägung ist immer eine Einzelfallentscheidung

„Die Interessenabwägung ist immer eine Einzelfallentscheidung“, so Ulrich Ropertz, Geschäftsführer beim Deutschen Mieterbund (DMB). Grundsätzlich sind Kriterien wie hohes Alter und Krankheit nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) schwerer zu wiegen als Interessen der Vermieter.

Die Vorsitzende BGH-Richterin Karin Milger findet vor allem die Folgen eines Umzugs für den Mieter entscheidend. Auch die Lebensplanung des Vermieters muss beachtet werden. (tf)

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