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Gastbeitrag: Kunstmarkt Berlin

Ein Appell von Johann König

Johann König

Johann König | Foto: Lukas Gansterer

Im Mai diesen Jahres wurde ich vom Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Herrn Christian Rickerts zu einem runden Tisch „Galerien-Kunstmarkt“ in die Senatsverwaltung eingeladen. Herr Rickerts wollte sich mit mir als Experten über die aktuelle Situation, mögliche Bedarfe und Perspektiven des Kunststandortes Berlin austauschen. In der Einladung schmückte sich der Senat mit einer Auflistung zahlreicher Aktivitäten, die zur Unterstützung des Berliner Kunstmarkts von offizieller Stelle durchgeführt werden, in Wahrheit aber privat von den Galerien geleistet werden, ohne jede Zuwendung des Senats.

Dennoch habe ich mir die Zeit genommen für das etwa dreistündige Treffen. Ich habe die Senatsvertreter darauf hingewiesen, dass das Gallery Weekend und die art berlin unabhängige Veranstaltungen der Galeristen sind, die in keiner Weise bezuschußt werden. Die Berlin Art Week , die wiederum mit Fördergeldern in Höhe von 400.000 € vom Wirtschafts- und Kultursenat plus 100.000 € von der GASAG finanziert wird, fliesst an die Senatseigene GmBH Kulturprojekte, die u.a. eine Broschüre produziert, in der wir, die Kulturwirtschaft nicht genannt werden. Die Berlin Art Week hat auch sonst keine nennenswerten Effekte für den Kunstmarkt der Stadt. In der Broschüre wird keine einzige kommerzielle Galerie aufgeführt, dafür aber Kunstvereine, Museen, private Sammlungen, off-spaces und das Haus der Kulturen der Welt. Am absurdesten ist ein Berlin-Plan mit Art Awards, Urban Interventions, Projekträumen bis hin zum Kotti-Shop. Für alle ist Platz in dem Heftchen. Ein VIP Ticket zum kostenlosen Besuch zahlreicher Museen liegt bei. Die Galerien aber fehlen.

Vergißt der Senat, dass die Berliner Galerien die Kunstwirtschaft sind und sie der Stadt Besucher aus aller Welt bescheren, den sogenannten „Qualitätstourismus“, Geld in die Kassen spülen, inklusive Image-Gewinn? Fast eine halbe Million Euro Wirtschaftsförderung, die für alles mögliche, nur nicht für die Kulturwirtschaft ausgegeben werden. Was soll der Sinn und Zweck dieser Wirtschaftsförderung sein? Wie sollen junge Galerien in dieser Stadt Fuß fassen können, wenn man sie komplett ignoriert? Sie müssen alles aus eigener Tasche zahlen, ohne Zuschüsse, ohne finanzielle Unterstützung. Die Einladungen an die Kunden, deren Hotels und die Teilnahmegebühren, die Ausstellungen. Die Wirtschaftsförderung ist weit weg. Eine halbe Million Euro landet im Wasserkopf der Kulturprojekte Berlin.

Für die sensationellen, auch internationalen Erfolge der privat von den Galerien durchgeführten Veranstaltungen wie dem Gallery Weekend, ist allein die hohe Qualität der Galerien Ursache. Das Gallery Weekend holt die ganze Kunstwelt in die Stadt, die Hotels und Restaurants sind ausgebucht, die Stadt profitiert immens. Es haben sich dadurch in der Hauptstadt Künstler aus der ganzen Welt angesiedelt. Sie finden ihre geistige Heimat in diesen Galerien.

Leider sind immer weniger Galeristen der jüngeren und jüngsten Generation unter ihnen. Hier muss die Förderung direkt und sofort ansetzen. Daher ist mein Vorschlag, die Förderung aus den Kulturprojekte Berlin heraus zu lösen und separat und direkt der Galerieszene zukommen zu lassen, wo sie gebraucht wird und etwas bewegt werden kann.

ISTAF 2018: Triumph für den Sport

Gold-Gewinner, Sportgrößen, Rekordjäger und jede Menge EM-Revanchen: Rund 45.000 Zuschauer besuchten am Wochenende das 77. ISTAF 2018 im Berliner Olympiastadion. Auch Christiane Brümmer, Geschäftsführerin des Hauptsponsors, der Spielbank Berlin war vor Ort. Ohne das jahrelange Engagement der Spielbank wäre das international gefeiert Sportevent gar nicht erst möglich gewesen.

Zahlreiche Medaillengewinner der EM 2018 und weitere Topstars aus der ganzen Welt gingen bei den Wettkämpfen an den Start. Zum Ende eines fantastischen Leichtathletik-Sommers wurde das internationale Stadionfest, aber auch zu einer Abschiedsparty für zwei beeindruckende Sportgrößen. Deutschlands Leichtathletik-Idol Robert Harting beendete in Berlin, seinem „Wohnzimmer, “ von seinen zahlreichen Fans umjubelt seine großartige Karriere. Auch Publikumsliebling Kim Collins sprintete ein letztes Mal über die blaue Bahn.

ISTAF 2018: Der letzte Wettkampf des Berliner Diskuswerfers Robert Harting | Foto: Camera4/ISTAF

ISTAF 2018: Der letzte Wettkampf des Berliner Diskuswerfers Robert Harting | Foto: Camera4/ISTAF

Zahlreiche promiente Gäste auf der ISTAF 2018

Riesenstimmung auch in der Ehrenloge, wo Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin, auch in diesem Jahr wieder Hauptsponsor von ISTAF, zahlreiche Prominente aus Wirtschaft und Politik begrüßen konnte.

ISTAF 2018 (v.l.n.r.): Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin und Manfred Stoffers, Stiftungsvorstand der Gauselmann Familienstiftung | Foto: Dirk Lässig

ISTAF 2018 (v.l.n.r.): Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin und Manfred Stoffers, Stiftungsvorstand der Gauselmann Familienstiftung | Foto: Dirk Lässig

Der Senat von Berlin war prominent mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Innen- und Sportsenator Andreas Geisel, Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei und Senatssprecherin Claudia Sünder vertreten.

ISTAF 2018 (v.l.n.r.): Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport, Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin und Manfred Stoffers, Stiftungsvorstand der Gauselmann Familienstiftung | Foto: Dirk Lässig

 

BSR-Chefin Dr. Tanja Wielgoß und Dr. Karl Kauermann, stellvertretender Beiratsvorsitzender der Spielbank Berlin, fieberten ebenso mit den Sportlern wie Erfinder und Intendant von Classic Open Air am Gendarmenmarkt, Gerhard Kämpfe. Auffällig war aber der Familiencharakter in der Ehrenloge. Viele der Prominenten kamen mit der ganzen Familie und erfreuten sich an der unvergleichlichen Atmosphäre im Olympia Stadion.

ISTAF 2018: ISTAF-Veranstalter Martin Seeber und BSR-Chefin Dr. Tanja Wielgoß | Foto: Dirk Lässig

ISTAF 2018: Veranstalter Martin Seeber und BSR-Chefin Dr. Tanja Wielgoß | Foto: Dirk Lässig

 Engagement der Spielbank Berlin beispielhaft

Die Spielbank Berlin engagiert sich in Berlin ganz besonders im Sport, aber auch im kulturellen und sozialen Bereich. So werden unter anderem das Classic Open Air am Gendarmenmarkt, der Deutsche Filmpreis oder der Jüdische Campus großzügig unterstützt. Unterstützung bekam Christiane Brümmer von Manfred Stoffers, Stiftungsvorstand der Gauselmann Familienstiftung. Das Familienunternehmen Gauselmann Group ist zusammen mit Novomatic Gesellschafter der Spielbank Berlin.

Alle Teilnehmer, ob Sportler oder Gäste, haben von diesem ISTAF-Sonntag ein einhelliges Resümee gezogen: Das war ein ganz großer Tag für den Sport und für Berlin! (FS)

 

SOS-Kinderdorf: „Botschaft für Kinder“ zieht Bilanz nach erstem Jahr

In Berlin gibt es 159 Botschaften von Staaten aus aller Welt. Eine weitere Gesandtschaft residiert nicht im vornehmen Botschaftsviertel, sondern in der Lehrter Straße 66 im ehemaligen Arbeiterquartier Moabit. Vielleicht ist es die wichtigste Vertretung in der Hauptstadt überhaupt: die „Botschaft für Kinder“. In der Eingangshalle präsentiert ein „Baum der Wünsche“ die Sehnsüchte nach einer Welt, in der sie es besser haben: „Alle bleiben gesund und haben mehr Freunde“, ist in bunter Kinderschrift aufs Papier gemalt.

Wir sind im  Inklusionshotel Rossi, ein Ausbildungsbetrieb für sozial benachteiligte Jugendliche. Das Rossi ist ein gemeinnütziger Betrieb der SOS Kinderdörfer. Ein Infozentrum in der Lobby stellt die Arbeit der Kinderdörfer vor. Diese etablieren das Hotel nicht nur als berufliche Chance, sondern auch als politisches Forum. Für viele ist das Haus solch ein Ort, an dem es im eigenen Tempo vorangeht und keiner fürchten muss, unterzugehen. Im Juli 2017 gründet SOS Kinderdorf e.V. die Botschaft mit Ausbildungsbetrieb. Nach einem Jahr zieht der Inklusionsbetrieb mit seiner sozialpolitischen Botschaft Bilanz. Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. Ein Großteil der Einrichtung und der regionalen, kulinarischen Genüsse produzieren andere SOS-Kinderdörfer. Wer in einem  der 28 Hotelzimmer übernachtet, fördert zugleich das Projekt.

 

Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jakowiak

Derzeit lernen 19 Auszubildende, die bei ihrem Berufsstart besondere Unterstützung bedürfen, in der Gastronomie und der Verwaltung. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jakowiak

 

Die „Botschaft für Kinder“ als gesellschaftlicher Schutzraum

„Kinder und Jugendliche sollen hier eine starke Stimme entwickeln und Botschafter in eigener Sache sein. Wir nehmen ihre Ideen, Wünsche und Interessen ernst“, erklärt Kirsten Spiewack, Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Berlin. Gegenseitiges Verständnis und Unterstützung beim Lernen im Betrieb spielen im Rossi eine wichtige Rolle. 40 Prozent der Mitarbeiter haben ein Handicap oder kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Heute arbeiten sie Seite an Seite mit einem Teamkollegen ohne Behinderung und können sich jederzeit an das Ausbildungspersonal oder die Sozialpädagogin wenden. Sie gehen selbstständig auf Gäste zu, haben Eselsbrücken für ihre Rechenschwäche oder Taktiken für den Umgang mit ihrer Nervosität entwickelt.

Eine Erwähnung des Hotels als Inklusionsbetrieb ist in den seltensten Fällen nötig. Das Gefühl aufgehoben zu sein schafft eine Arbeitsatmosphäre, in der zwar alle aufeinander achten, aber sich niemand mit Samthandschuhen angefasst fühlt. „Wir freuen uns besonders, dass wir ein halbes Jahr nach der Hoteleröffnung mit dem ersten Platz beim Förderpreis des Wirtschaftskreises Mitte für unsere integrative Arbeit ausgezeichnet wurden“, sagt Martina Rook, Hotelleiterin des Rossi.

 

Das Inklusionshotel Rossi erhielt bereits im ersten Betriebsjahr den Förderpreis des Wirtschaftskreises Mitte. | Foto: SOS-Kinderdorf e.V./ Matthias Jankowski

 

Konferenz, Kultur und soziales Engagement

Das Hotel bietet auch Tagungsräume an. In direkter Nähe zum Hauptbahnhof möchte man hier sein Potenzial noch weiter ausschöpfen und sich als attraktiver Standort positionieren. Doch auch hauseigene Veranstaltungen zu Themen, denen im Rahmen der Kinderdörfer eine Bühne gegeben werden soll, werden hier in Zukunft stattfinden. Die Kunst ehemaliger oder aktueller Bewohner der gemeinnützigen Einrichtungen wird hier ausgestellt. Das Inklusionshotel Rossi ist umgeben von kulturellen Sehenswürdigkeiten: dem Geschichtspark Zellengefängnis, der Kulturfabrik Moabit und dem Museums für Gegenwart im Hamburger Bahnhof. Auch das Brandenburger Tor, das Schloss Bellevue und der Reichstag werden schnell zu Fuß erreicht.

„Die Lobby für Kinder in schwierigen Lebenssituationen ist nicht groß. Die jungen Menschen, die wir hier ausbilden, brauchen dieses Angebot sehr dringend – und das wollen wir immer wieder ins Bewusstsein rufen“, erklärt Spiewack. Ihre verborgenen Talente können die Auszubildenden bei Kulturveranstaltungen erproben. Damit verschafft die „Botschaft für Kinder“ dem Projekt die notwendige Öffentlichkeit, um uns allen immer wieder in Erinnerung zu rufen, welche Werte im Leben wirklich zählen. (cn)

Veranstaltungen

EU-Förderung für Unternehmen – Forschung & Entwicklung

Im Mittelpunkt des Seminars stehen relevante EU-Förderprogramme für die Themen Forschung, Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Die Teilnehmer lernen die EU-Förderstruktur kennen und erfahren, wie Unternehmen von dieser Förderung profitieren können. Ergänzend wird praxisnahes Fachwissen zu Konzeption, Durchführung und Beantragung von EU-Projekten vermittelt.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)